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	<title>Interviews Archiv seit 1999 | vampster - Metal Magazin</title>
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	<description>Dein Metal Webzine. Seit 1999.</description>
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		<title>Interview mit MIRROR OF DECEPTION: Songs über Vergänglichkeit, die bleiben</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/interview-mit-mirror-of-deception-zu-transience-songs-uber-verganglichkeit-die-bleiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andrea]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 10:24:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[MIRROR OF DECEPTION]]></category>
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					<description><![CDATA["Nur jedes halbe Jahr proben - das können wir machen, wenn wir 50 sind", das sagten MIRROR Of DECEPTION vor über 20 Jahren im Interview zu "Forgone". Warum die Band heute mit Mitte 50 aber immer noch weitaus häufiger probt, erzählen Jochen, Siffi, Uwe und Pascal im Gespräch über das aktuelle Album "Transience", legendäre Auftrittsorte und ihren neuen Videoclip zu "Meander". ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ende März 2026 veröffentlichten <a href="https://vampster.com/bands/mirror-of-deception/">MIRROR OF DECEPTION</a> ihr sechstes Album „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mirror-of-deception-transience/">Transience</a>“, im April spielte die Band bei der Neuauflage des<a href="https://vampster.com/bands/doom-in-bloom/"> DOOM IN BLOOM Festivals</a> in der Chapel in Göppingen. Jetzt teilen die Schwaben eine neuen Videoclip zum Song „Meander“. Wir haben ihnen über den neuen Clip, das Album, die beiden legandären Festivals DOOM IN BLOOM und DOOM SHALL RISE und ihre Erfahrungen als ein eine der dienstältesten Doom Metal-Bands Deutschlands  gesprochen.</strong></p>


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<figure class="aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="547" class="wp-image-425094" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-bandfoto-2026-1-800x547.png" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-bandfoto-2026-1-800x547.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-bandfoto-2026-1-1200x820.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-bandfoto-2026-1-380x260.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-bandfoto-2026-1.png 1600w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<figcaption class="wp-element-caption">MIRROR OF DECEPTION 2026 sind Jochen Fopp (Gitarre), Uwe Kurz (Schlagzeug), Michael &#8222;Siffi&#8220; Siffermann (Gesang, Gitarre), Pascal Schrade (Gesang, Bass) (von links nach rechts)</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum habt ihr euch für &#8222;Meander&#8220; als Videosingle zum aktuellen Album &#8222;Transience&#8220; entschieden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten sowohl &#8222;Meander&#8220;, als auch &#8222;The Sands&#8220; erwogen. Weil beide Stücke die Frischesten für uns waren und wir einige visuelle Ideen dazu hatten. Nur noch keine Vorstellung, wie und mit wem wir das angehen könnten. Dann hatte ich den Geistesblitz, mal bei Christian Palm von<a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/LORD-VIGO/"> LORD VIGO</a> deswegen anzuklopfen. Wir hatten in der Vergangenheit einige gemeinsame Konzerte und ich fand ihre Videos immer ziemlich cool und aufwendig gemacht. Die finale Wahl fiel dann auch in Hinsicht auf die Umsetzbarkeit auf &#8222;Meander&#8220;. Dieses Stück und Christian waren die absolut richtigen Entscheidungen. Uns war nicht bewusst, dass er seit einigen Jahren professionell Videos dreht, über Top-Equipment und viel Erfahrung verfügt. Zudem konnte er sich gleich mit dem Song identifizieren und reindenken. So entwickelten sich schnell gemeinsame Ideen. Das größte Kompliment im Nachhinein ist sicher, dass ihn der Song auch nach unzähligen Durchgängen in der Vorbereitung, beim Dreh und beim Videoschnitt nicht zum Würgen gebracht hat. Was ja durchaus vorkommen kann.</p>
<p>Ein weiterer Grund für unsere Wahl war auch, dass es in Streaming Zeiten nicht viele Hörer bis zum Ende eines Albums schaffen. Das zeigen die Statistiken. Man wird unterbrochen, die Autofahrt ist zu Ende oder es kommt das nächste Stück von einer anderen Band. &#8222;Meander&#8220; bedeutet uns aber zu viel, als den Song einfach so im digitalen Algorhythmus-Nirvana versacken zu lassen. Bei den Tonträger Menschen ist das sicher anders, da wird intensiver gehört. Streaming scheint hingegen insgesamt eher auf einzelne Lieder, als auf Alben ausgelegt zu sein. Somit ein spätes Goodie für alle, die &#8222;Meander&#8220; schon mochten. Und brandneu für jene, die nur mal reingehört haben, weitergeskippt oder schlichtweg nie so weit nach hinten gekommen sind.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-404142 size-full">
<figure class="aligncenter"><img decoding="async" width="800" height="800" class="wp-image-404142" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transience-album.png" alt="mirror-of-deception-transience-album" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transience-album.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transience-album-150x150.png 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transience-album-380x380.png 380w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Transcience&#8220; ist das sechste Album von MIRROR OF DECEPTION, es erschien am 27. März 2026</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>In „Meander“ geht es um das älteste Schlachtfeld Europas, dem Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern. Dort entdeckten Archäologen in den 1990er Jahren die Überreste einer Schlacht wie Knochen und Waffenfragmente aus der Bronzezeit um 1250 v. Christus. Wie seid ihr auf dieses Thema gekommen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Ich habe eine Doku über das Tollensetal auf YouTube gesehen. Mich haben die Kontraste fasziniert: Aufnahmen von dem friedlichen und unscheinbaren Flüsschen wie ein einem Naturfilm und andererseits Bilder von Skeletten und Waffen, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden.</p>


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					<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mirror-of-deception-transience/">MIRROR OF DECEPTION: Transience</a>
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	<li><a href="https://vampster.com/artikel/empfehlung/" rel="category tag">Empfehlung</a></li>
	<li><a href="https://vampster.com/artikel/cd-reviews/" rel="category tag">Reviews</a></li></ul></div><div class="cs-meta-author"><a class="cs-meta-author-inner url fn n" href="https://vampster.com/author/andrea/" title="Zeige alle Beiträge von andrea"><span class="cs-by">von</span><span class="cs-author">andrea</span></a></div><div class="cs-meta-date">28. März 2026</div></div>		</div>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer sich mit „Transience“ näher beschäftigt, findet auf dem Album neben solchen historischen Themen auch Naturerlebnisse und Textfragmente aus der Weltliteratur – ihr scheint euch von vielen verschiedenen Dingen inspirieren zu lassen. Was muss ein Thema mitbringen, damit es euch fasziniert? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Neben dem Text von ‚Meander‘ habe ich auch die Lyrics zu ‚Slow Winds‘, ‚Currents‘ und ‚The Sands‘ geschrieben. Irgendwie haben diese Songs alle etwas mit Natur zu tun, ich habe bei jedem Song schon Bilder vor Augen. In ‚Slow Winds‘ geht um eine Person, die einen Berg erklimmt, umgeben von einer beeindruckenden und vielleicht auch beängstigenden Naturkulisse. ‚Currents‘ ist die Fortsetzung davon und handelt vom Abstieg. ‘The Sands‘ ist inspiriert von einem Bericht eines amerikanischen Journalisten, der in der syrischen Wüste von einem Sandsturm überrascht wurde. Er hat eindrucksvoll beschrieben, wie der Sand plötzlich von allen Seiten auf seinen Körper trifft und er völlig die Orientierung verliert. Und nach dem Sturm, als er wieder klar sehen konnte, war die Landschaft total verändert. Meine Inspiration kommt weniger aus Literatur oder Filmen, sondern eher aus der Natur.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8222;Death, Deliver Us&#8220; ist inspiriert von Bram Stokers Roman „Dracula“, genauer gesagt von der Fahrt Draculas mit dem Schiff „Demeter“ von der bulgarischen Hafenstadt Warna nach Whitby in England.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pascal: Ich finde diesen Teil der Geschichte besonders spannend, die Überfahrt, auf der Menschen auf mysteriöse Weise verschwinden. Stoker beschreibt die Schiffsreise mit Ausschnitten aus den Logbüchern und Zeitungsartikeln. Ich wollte mit meinem Text die Perspektive der Schiffsbesatzung einnehmen, sozusagen einen neuen Blickwinkel bieten. Es gibt ja noch ein paar andere Songs von MIRROR OF DECEPTION mit nautischen Themen, von daher passt das auch wieder zur Band.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-425095 size-medium">
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<figcaption class="wp-element-caption">Pascal Schrade (links) und Uwe Kurz (zweiter von links) gehören seit gut zwei Jahren zur Besetzung von MIRROR OF DECEPTION. Michael &#8222;Siffi&#8220; Siffermann (dritter von links) und Jochen Fopp (rechts) gründeten die Band 1990.</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pascal und Uwe, ihr seid seit gut zwei Jahren bei MIRROR OF DECEPTION. Jochen und Siffi haben die Band 1990 gegründet. Wie arbeitet man mit einem so beständigen Duo zusammen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: ich habe am Anfang ganz bewusst versucht, mich ein bisschen zurückzunehmen, reduzierter und fokussierter zu sein. Mir geht es inzwischen mehr um Details. Hier mal eine Betonung auf der Snare oder der Bassdrum, mit solchen Feinheiten kann man so viel erreichen. Das ist neu für mich, ich komme ja aus dem Death Metal <em>(u. a.<a href="https://vampster.com/bands/behind-the-scenery/"> BEHIND THE SCENERY</a>)</em>, das lautet die Devise: Voll auf die Mütze. Ich habe einen Riesenrespekt und will als neuer Schlagzeuger die 30jährige Geschichte der Band nicht ankratzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pascal: Auch ich will auf keinen Fall das Bandmitglied sein, der das Ruder rumreißt, ich habe ebenso viel Respekt. Ich bin nicht hier, um mein eigenes Ding  zu machen, es geht um die Band. Jochen meinte mal, dass meine Beiträge mehr nach MIRROR OF DECEPTION klingen, als das, was MIRROR OF DECEPTION heutzutage machen. Ich kenne die Band schon ewig, bestimmt 20 Jahre und habe mit ihnen mit meinen vorherigen Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/mustum/">MUSTUM</a> auch schon zusammen Konzerte gespielt. Es funktioniert und wir geben uns gegenseitig gutes Feedback, das ist sehr wertvoll.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-410684 size-large">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" class="wp-image-410684" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_4-800x1200.jpg" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_4-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_4-534x800.jpg 534w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_4-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_4.jpg 1067w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<figcaption class="wp-element-caption">Uwe Kurz und Pascal Schrade beim DOOM IN BLOOM 2026 in Göppingen</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und wie ist es für euch, Jochen und Siffi?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Jede neue Konstellation bringt eine andere Dynamik. Aber wir kennen uns schon sehr, sehr lange. Uwe kenn ich auch seit 30 Jahren, Pascal fast genauso lange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Im Mai 2025 waren es zwei Jahre, dass wir in dieser Besetzung aktiv sind. Wir haben uns Zeit genommen, um zusammenzufinden. Und wir haben uns auch zwei Jahre Zeit genommen, um ‚Transience‘ aufzunehmen. Scheinbar haben wir da vieles richtig gemacht. Wir sind selbst ein wenig von den vielen, vielen positiven Resonanzen auf ‚Transience‘ überrascht, freuen uns aber sehr  darüber.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Transience“ ist mehr als Doom. Ihr hattet ja schon immer das Motto „Unorthodox Doom Metal“ auf euere Fahren geschrieben, euer sechstes Album zeigt euch aber so vielseitig wie nie zuvor.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Unorthodox Doom kam ja nur auf, weil <a href="https://vampster.com/bands/reverend-bizarre/">REVEREND BIZARRE</a> irgendwann mit dem Begriff ‚Orthodox Doom Metal‘ um die Ecke kamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Wir waren schon immer ein bisschen anders und hatten immer auch Elemente in unserem Sound, die nicht zu 100 Prozent Doom Metal sind. Wir wollten nie eine Tribute Band von <a href="https://vampster.com/bands/saint-vitus/">SAINT VITUS</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/black-sabbath/">BLACK SABBATH</a> sein, sondern unser eigenes Ding machen. Neulich habe ich mir mal wieder unsere alten Demos aus dem 90ern angehört, ich finde, vieles, was auf ‚Transience‘ zu hören ist, gab es schon auch ganz zu Beginn. Den Kehlkopfgesang haben wir seit 1997. Das Tremolopicking, eine Spieltechnik für die Gitarre, gibt’s bei uns seit 1999. Im Track „Yearn“ aus dem Jahr 2000 kann man das nachhören <em>(<a href="https://vampster.com/news/mirror-of-deception-song-vom-neuen-album-a-smouldering-fire/" target="_blank" rel="noopener">zum Beispiel auf der Bonus-CD &#8222;The First 2 Decades&#8220;, die dem &#8222;A Smouldering Fire&#8220; beilag</a>)</em> . Wir haben einen breiten Musikgeschmack, das findet sich natürlich auch in unseren Songs wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Wir gehen auch nicht her und sagen: Lass uns einen klassischen Doom Metal-Song schreiben. Die Track entwickeln sich so lange, bis es für uns passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Wir hatten auch noch nie einen klassischen Doom Metal-Drummer, die gibt es eh kaum. Alle Schlagzeuger und auch die anderen Bandmitglieder waren selten hundertprozentige Doomer, da hat jeder etwas eigenes mitgebracht. Das ist bereichernd. Keine Ahnung, wo wir heute wären, wenn immer nur Siffi und ich die Songs geschrieben hätten. Wir sind kein Solo- oder Duoprojekt mit Begleitmusikern, wir haben uns schon immer als Band verstanden.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-410701 size-large">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" class="wp-image-410701" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_21-800x1200.jpg" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_21-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_21-534x800.jpg 534w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_21-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_21.jpg 1067w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<figcaption class="wp-element-caption">Jochen Fopp beim DOOM IN BLOOM 2026</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und warum klingt am Ende dann doch alles nach MIRROR OF DECEPTION, was ist für euch der Kern dieser Band?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Zwei Gitarristen, die nie wirklich besser geworden sind. (lacht)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Jochens Melodien sind unverkennbar, wenn er Gitarre spielt, erkennt man das sofort. Das ist der Jochen, unverkennbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Ja, und dir fällt dazu immer noch was ein – das ist es eigentlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auch &#8222;Transience&#8220; hat den typischen MIRROR OF DECEPTION-Stil, wirkt auf mich aber von all euren Alben am zugänglichsten und abwechslungsreichsten. ‚Currents‘ hat ein Riff, das auch auf <a href="https://vampster.com/bands/bathory/" target="_blank" rel="noopener">BATHORY</a>s <a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/bathory-hammerheart/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Hammerheart&#8220;</a> sein könnte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Ja, das haben wir schonmal gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Das war aber keine bewusste Entscheidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Wir können unsere Wurzeln halt auch nicht verleugnen, manchmal kommt was von unserem Fundament zutage, auch wir hören andere Bands.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr habt &#8222;Transience&#8220; als Eigenproduktion veröffentlicht. Hattet ihr euch um einen Plattenvertrag bemüht oder wolltet ihr von Anfang an alles selber machen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Es gab Angebote, aber die Labels haben ihren Zeitplan und wir haben unseren Zeitplan. Wir haben im April auf zwei Festivals gespielt, das <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/DOOM-IN-BLOOM/" target="_BLANK" rel="NOOPENER">DOOM IN BLOOM</a> in Göppingen und  das <a href="https://vampster.com/news/mirror-of-deception-neues-album-transience-zwei-konzerttermine/" target="_blank" rel="noopener">Easter Darkness Festival in Göteborg</a>. Dafür wollten wir auch neues Material am Start haben. Es hat funktioniert, weil wir ein wunderbares Team um uns haben. Auch das Vorgängeralbum „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mirror-of-deception-the-estuary/" target="_blank" rel="noopener">The Estuary</a>“ haben wir alleine veröffentlicht und gute Erfahrungen gemacht. Zuvor, mit „Smouldering Fire“ und „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mirror-of-deception-shards/" target="_blank" rel="noopener">Shards</a>“ waren wir bei Cyclone Empire unter Vertrag, die haben aber ihren Betrieb eingestellt. <a href="https://vampster.com/bands/jack-frost/" target="_blank" rel="noopener">JACK FROST</a>, mit denen wir gut befreundet sind, haben ihr Album, „Mélaina Cholé“ in Eigenregie veröffentlicht und uns berichtet, dass das gut funktioniert hat. Da wollten wir es auch auf eigene Faust wagen. Wir haben viel gelernt und konnten uns diesmal besser aufstellen. Für uns ist ok, wie es läuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welchen Vorteil, welchen Nutzen hätte den ein Label überhaupt? Einen besseren Vertrieb? Finanziell wird sich das ja nicht mehr lohnen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Wir hatten solche und solche Deals, mal zahlte das Label die Kosten für die Aufnahmen, mal wir. Mit einem Label im Rücken musst du dich um weniger kümmern, dir wird Arbeit abgenommen. Du verkaufst deshalb aber nicht unbedingt mehr Alben. Die Doom Szene ist begrenzt, das wissen wir alle – den Markt hast du irgendwann bedient, ob mit oder ohne Label.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Ich will gar nicht ausschließen, dass wir irgendwann wieder mit einem Label zusammenarbeiten, weil wir Arbeit abgeben wollen. Aber im Moment läuft es gut. Es war viel Arbeit, aber wir sehen die Resultate und wir bekommen das Feedback direkt. Vertrieb ist zwar ein Thema, aber ganz ehrlich, wie viele Plattenläden gibt es denn noch? Und in den Media Markt kommst du auch mit Label kaum rein – sofern die überhaupt noch Tonträger haben. Promotion für eine Veröffentlichung zu machen ist für mich nichts Neues, ich habe in den 90ern bei Nuclear Blast gearbeitet. Es hat sich zwar seither einiges geändert, aber wir können das alles selber machen.</p>


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<figcaption class="wp-element-caption">Michael &#8222;Siffi&#8220; Siffermann beim DOOM IN BLOOM 2026</figcaption>
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</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und ihr konntet euch im Studio so viel Zeit nehmen, wie ihr braucht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Ja, wir hatten keinen Druck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Und wir hatten nicht das Problem, dass wir auf einem fertigen Album dasitzen und dann ein Jahr warten müssen, bis es in den Releaseplan passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Eswar schon gut, dass die Songs langsam wachsen konnten und wir nicht in zwei, drei Tagen das ganze Album aufnehmen mussten. Wir hatten Zeit, um nochmal über alles drüberzuschauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sind eure Songs komplett fertig, wenn ihr ins Studio geht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Die Instrumentalversion steht in der Regel, da kommt nicht mehr viel. Der Gesang entsteht dann großteils im Studio oder wird dort erst richtig ausgearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Der Huber <em>(aka <a href="https://vampster.com/bands/michelle-darkness/">MICHELLE DARKNESS</a>/ Michael Huber, Sänger Gitarrist bei <a href="https://vampster.com/bands/end-of-green/">END OF GREEN</a> und Produzent)</em> ist uns eine sehr große Hilfe. Er ist selbst ein megaguter Sänger, und hat uns schon bei &#8222;The Estuary&#8220; richtig gut beraten. Wenn uns nichts einfällt, hat er eine Idee (lacht).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Auch ihn kennen wir schon ewig. Er hat eine Vision, wie wir zu klingen haben – die wir selbst noch gar nicht so komplett haben, wenn wir mit den Songs zu ihm kommen. Es gibt zum Beispiel bei „Meander“ ein paar Soundeffekte, diese Idee hatten wir im Proberaum nicht auf dem Schirm, wir wären gar nicht auf so etwas gekommen. Wir wissen gar nicht, wie viel Zeit er da wirklich reinsteckt. Ich glaube, MIRROR OF DECEPTION ist ein echtes Herzensprojekt von ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie waren die Aufnahmen mit der neuen Besetzung?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Uwe geht eher mathematisch an die Songs ran. Und mit Pascal habe ich wahnsinnig viel zusammengearbeitet, er spielt ja eigentlich Gitarre. Wenn Siffi nicht konnte, habe ich mit ihn an den Songs geschraubt. Bei den Texten haben wir uns ausgetauscht, das war eine tolle Teamarbeit.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-425102">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="1000" class="wp-image-425102" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transcience-lim.png" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transcience-lim.png 750w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transcience-lim-600x800.png 600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transcience-lim-380x507.png 380w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" />
<figcaption class="wp-element-caption">Die limited Edition von &#8222;Transcience&#8220; mit Extras wie Buttons und Plecs in einer gravierten Metallbox</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Gesamtpaket ist total schön. Transcience ist kein Digitalrelease, Cover, das Booklet und auch die limited Edition mit Gimmicks wie Plektren sind ein sehr liebevoll gestaltet.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Nee, digital bekommt man auf gar keinen Fall alles, was dazugehört. Wir sind zwar selbst nicht die eifrigsten Sammler, aber es gibt viele in der Doom Szene, denen wir gerne etwas Besonderes bieten wollen. Und Kassetten finde ich super, ich habe neulich ein altes Ibanez Rock And Play-Gerät wiedergefunden, eine Art Walkman, in den man eine Gitarre einstöpseln und mitspielen kann. Eine coole Sache, die viele Erinnerungen weckt. Es ist schön, wieder eine Kassette im Programm zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer von euch hat noch ein Tapedeck?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Im Kellersteht noch eines. Sollte ich mal anschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Ich weiß nicht, ob sich ein Tape heute noch Viele anhören. Aber im Regal siehts super aus. Es ist ein Sammlerstück, und ich finde es total schön, dass wir sowas anbieten können. Mir ist wichtig, in diesem Zusammenhang ein paar Leute zu erwähnen: Nicole Dau aus Berlin hat das Layout gemacht, die Zusammenarbeit mit ihr war toll. Unfassbar, wie sie sich reingehängt hat. Sie ist total fit im Druckbereich und kennt die ganzen Profi-Tricks, weiß, worauf es beim Druck ankommt, Sonderfarben, Auflösungen und und und. Dinge, von denen wir keine Ahnung haben. Michel hat uns als Produzent  bei den Aufnahmen unglaublich viel geholfen, Michael Langbein (Sänger von THE LAST DECADE) hat die gesamte Herstellung der Tonträger begleitet, die Fotografin Carolin Traitler aus Wien hat uns die wahnsinnig tollen Fotos geliefert, mit ihr hatten wir schon 2006 für „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mirror-of-deception-shards/" data-type="post" data-id="65074">Shards</a>“ zusammengearbeitet. Es macht so viel Spaß, mit diesen Leuten zu arbeiten, sie sind so begeistert und engagiert – dafür sind wir total dankbar. Klar könnten wir das alles von einem Profi erledigen lassen, aber das könnten wir wahrscheinlich gar nicht bezahlen und ob am Ende was Vergleichbares rauskommt, ist auch fraglich. Die Leute, mit denen wir gearbeitet haben, kennen sich in ihrem Bereich super aus, denken sich rein, habe eine eigene Vision. Wir machen halt Musik, wir reihen Töne und Buchstaben aneinander. Aber dann gibt es da noch Leute, die grafische Ideen haben, die dazu passen.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-425101">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="511" class="wp-image-425101" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transcience-tape.png" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transcience-tape.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/mirror-of-deception-transcience-tape-380x243.png 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Transcience&#8220; gibt es auch als Kassette, es ist das erste Album, das MIRROR OF DECEPTION auf Tape veröffentlicht haben.</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr gebt also die Gestaltung des Albums, den optischen Teil, an andere ab?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Die Idee zum Cover gab es nicht von Anfang an. Wir versuchen für jedes Album einen übergeordneten Begriff zu finden, einen Schirm über das Album zu spannen. Auf dem Cover sind Tierknochen zu sehen. Ich hatte das Foto von diesem Baby-Delfin in Chile aufgenommen, und eigentlich gar nicht mehr daran gedacht. Das Motiv tauchte in einem unserer Videoclip als Zwischenbild auf, geriet dann aber in Vergessenheit. Die erste Idee für ein Cover kommt schon immer von uns. Nur die Umsetzung überlassen wir Leuten, die weit mehr Ahnung davon haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Eigentlich ist viel aus Zufall entstanden, ursprünglich hatten wir andere Bilder zur Auswahl, die sind jetzt alle im Booklet zu sehen. Jochen ist dann wieder mit dem Foto des Schädels angekommen und wir haben festgestellt, dass es perfekt passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Ja ein glücklicher Zufall – den gibt’s oft bei Mirror Of Deception.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-410712 size-medium">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" class="wp-image-410712" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_32-800x534.jpg" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_32-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_32-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_32-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/260410_MIRROR-OF-DECEPTION_DIB_32.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<figcaption class="wp-element-caption">MIRROR OF DECEPTION beim DOOM IN BLOOM 2026 mit alten und neuen Bandmigliedern für einen Auftritt vereint</figcaption>
</figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie war im Rückblick der Auftritt beim DOOM IN BLOOM im April für euch?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In allen Belangen fantastisch! Zuerst natürlich ein großes Klassentreffen mit alten Bekannten und Menschen, denen wir erstmals persönlich begegnet sind. Und alles ganz hervorragend und mit viel Liebe zum Detail von den Doom in Bloom Organisatoren Sabrina und Joachim, sowie der Chapel Crew umgesetzt. Natürlich kamen alleine schon durch den Veranstaltungsort, die anwesenden Leute und die Bands massive <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/DOOM-SHALL-RISE/">DOOM SHALL RISE</a> Nostalgievibes auf. Doch das DOOM IN BLOOM hat seinen eigenen Charme und wir sind freudig gespannt, wie es sich weiter entwickeln wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war natürlich grossartig, wieder mit unseren alten Weggefährten <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/DAWN-OF-WINTER/">DAWN OF WINTER</a> und <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/NAEVUS/">NAEVUS</a> auf der Bühne zu stehen. Fast 30 Jahre lang gar nichts gemeinsam und dann gleich zweimal innerhalb von knapp anderthalb Jahren (<em>2024 spielten die drei Bands gemeinsam beim <a href="https://vampster.com/?s=doom+an+der+steige" target="_blank" rel="noopener">DOOM AN DER STEIGE</a>, ebenfalls in Göppingen) </em>. Von uns aus gerne noch öfters! Ein weiteres, wunderbares Highlight war das Wiedersehen mit <a href="https://vampster.com/bands/astral-rising/" target="_blank" rel="noopener">Astral Rising</a>, die wir seit 1997 nicht mehr getroffen hatten. Auch daran hoffen wir wieder anzuschliessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten im Vorfeld überlegt, wie wir unseren eigenen Auftritt gestalten könnten. Schließlich war es das 30. Jubiläum des DOOM IN BLOOM und wir wollten etwas Besonderes daraus machen. Im Gegensatz zu DAWN OF WINTER und NAEVUS gab es bei uns seither einige personelle Veränderungen. Der Organisator Joachim regte an, ob wir nicht was in der 1996er Besetzung machen könnten. Zuletzt hatten wir das 2010 getan, anlässlich unseres 20. Jubiläums. Wir sind immer noch gut befreundet mit unserem ehemaligen Sänger Baumi und Schlagzeuger Gunnar, sehen uns öfters und so waren alle schnell an Bord. Leider musste unser damaliger Bassisten Klaus aus gesundheitlichen Gründen passen. Dafür wurden wir von unserem alten Freund Thorsten unterstützt, der uns bereits Anfang der 2000er auf Tour ausgeholfen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hatten allerdings auch ein brandaktuelles Album im Gepäck und wollten mit Pascal und Uwe auftreten. So kam die Idee auf, das Album einfach komplett von vorne bis hinten darzubieten. Das war für uns eine absolute Premiere und kam gefühlt auch ziemlich gut an. Machte auch daher Sinn, weil das &#8222;Transience&#8220; Album eben in genau dieser Besetzung entstanden ist. Im Anschluss daran dann 5 Songs mit der alten Garde. Auch das machte grossen Spaß. Da wir uns an einen gewissen Zeitrahmen halten mussten, hatten wir nichts weiter vorbereitet und konnten den Zugaberufen leider nicht nachkommen. Ich hoffe trotzdem, dass alle Anwesenden eine ebenso gute Zeit hatten wie wir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir freuen uns schon sehr auf die DOOM IN BLOOM Fortsetzung am 16. und 17. April 2027 in der Chapel und sind da als Besucher oder Bühnenhelfer gerne wieder mit dabei.</p>


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					<a href="https://vampster.com/live-reviews/doom-in-bloom-festival-2026-chapel-goeppingen-10-und-11-april-2026/">DOOM IN BLOOM FESTIVAL 2026 &#8211; Chapel Göppingen, 10. und 11. April 2026</a>
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<figcaption class="wp-element-caption">MIRROR OF DECEPTION 2024 beim DOOM AN DER STEIGE in Göppingen</figcaption>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du hast es erwähnt, mit der Chapel verbindet euch eine lange Geschichte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Die Chapel ist ein wichtiger Ort für uns, es ist schon was besonderes wieder hier zu spielen. Übrigens, dass das DOOM SHALL RISE damals in der Chapel gelandet ist war Siffis Idee. Nach einem Konzert in der Krypta (im Keller der Chapel)  meinte er, dass die Chapel auch ein guter Ort für das DOOM SHALL RISE wäre. Das erste DOOM SHALL RISE war ein Winterchaos. Die Turnhalle in Triensbach bei Crailsheim war eine Notlösung, das war für uns als Veranstalter eine Heidenarbeit. Wir mussten Gummimatten auslegen, die den Boden schützen sollten. Samstagnacht nach dem Konzert mussten wir die Dinger wieder sauber schrubben, trocknen lassen, umdrehen und die andere Seite schrubben. Wir sind um 5 Uhr in der Früh halbtot aus der Halle gekrochen. Hier war das alles viel entspannter. Das Doom Shall Rise fand dann zwischen 2003 und 2013 achtmal statt, bis wir den Stecker ziehen mussten, weil es zeitlich einfach nicht mehr ging. Es war auch nicht klar, wie viele Leute werden weiterhin kommen, das Risiko wurde zu groß. War ein guter Zeitpunkt, denn die Chapel hat dann auch für ein paar Jahre dichtgemacht, wegen Umbau. Und wir wurden immer wieder gefragt, ob wir nicht wieder ein Festival auf die Beine stellen wollten. Nein, wollen wir nicht, uns fehlt die Zeit, ein halbes Jahr Arbeit da reinzustecken. Unsere Leben haben sich verändert. Und wir haben zu viel Respekt davor, die Fans verknüpfen so viel mit dem DOOM SHALL RISE, vielleicht auch nostalgisch verklärt. Aber es ist ganz wunderbar, dass  Sabrina und Joachim das DOOM IN BLOOM in die Chapel geholt hat. Es ist schön, hierher zurückzukehren. Das Feeling ist jedenfalls da. Aus dem DSR ist viel entstanden, Bands haben sich gegründet, anhaltende Freundschaften, Ehen kamen zustande. Es war mehr als ein Festival. Aber es hatte seine Zeit und man kann und muss nicht alles wiederbeleben.</p>


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					<a href="https://vampster.com/bilder/mirror-of-deception-doom-an-der-steige-ii-geislingen-19-10-2024/">MIRROR OF DECEPTION – Doom An Der Steige II, Geislingen – 19.10.2024</a>
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	<li><a href="https://vampster.com/artikel/bilder/2024/" rel="category tag">2024</a></li>
	<li><a href="https://vampster.com/artikel/bilder/" rel="category tag">Bilder</a></li></ul></div><div class="cs-meta-author"><a class="cs-meta-author-inner url fn n" href="https://vampster.com/author/boxhamster/" title="Zeige alle Beiträge von Markus"><span class="cs-by">von</span><span class="cs-author">Markus</span></a></div><div class="cs-meta-date">19. Oktober 2024</div></div>		</div>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was plant ihr jetzt für die Zukunft?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Siffi: Wir spielen diese Jahr noch einige Konzerte, zum Beispiel das <a href="https://vampster.com/tourdaten/stygian-pilgrims-doom-metal-festival-in-braunschweig-mit-mirror-of-deception-4-weiteren-bands/" data-type="post" data-id="425189">Stygian Pilgrims Festival</a> in Braunschweig am 26. September, das <a href="https://vampster.com/bands/bunker-of-doom/" target="_blank" rel="noopener">BUNKER OF DOOM</a> am 24. Oktober im Kulturbunker in Stuttgart und am 21. November sind wir mit PETRIFIED und KALIBOS im Iron Eagle in Lugau im Erzgebirge. Für eine Tour fehlt uns aber die Zeit, das ist nicht umsetzbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jochen: Wir wollen uns aber nicht ewig ausruhen, ich bin 54 und bevor ich 60 bin, will ich auf jeden Fall noch ein weiteres Album veröffentlichen oder zwei.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein schönes Schlusswort, denn 2004 hatte Siffi in einem <a href="https://vampster.com/interviews/mirror-of-deception-breaking-unknown-ground/" target="_blank" rel="noopener">Interview mit vampster zum Album „Forgone“</a> gesagt, dass er sich frühestens mit 50 vorstellen kann, nur „jedes halbe Jahr mal ein bisschen proben“: &#8222;</strong>In dem letzten halben Jahr vor der Trennung haben wir vielleicht drei oder vier Proben als Band absolviert, da hat mal der eine gefehlt, dann der andere… Irgendwann haben wir uns einfach gesagt, dass wir die Sache richtig durchziehen und nicht jedes halbe Jahr mal ein bisschen proben wollen. Das können wir dann schon mal machen, wenn wir 50 sind oder so, aber momentan hab ich einfach noch Lust darauf viele Konzerte zu spielen, usw.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schön, dass es hier nochmal 10 Jahre Aufschub gibt und wir uns auf ein weiteres Album und einige Konzerte freuen können!</strong></p>


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<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>


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					<a href="https://vampster.com/tourdaten/stygian-pilgrims-doom-metal-festival-in-braunschweig-mit-mirror-of-deception-4-weiteren-bands/">STYGIAN PILGRIMS: Doom Metal Festival in Braunschweig mit MIRROR OF DECEPTION &#038; 4 weiteren Bands</a>
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	<li><a href="https://vampster.com/artikel/tourdaten/festival-2026/" rel="category tag">Festival 2026</a></li>
	<li><a href="https://vampster.com/artikel/tourdaten/" rel="category tag">Tourdaten &amp; Festivals</a></li></ul></div><div class="cs-meta-author"><a class="cs-meta-author-inner url fn n" href="https://vampster.com/author/andrea/" title="Zeige alle Beiträge von andrea"><span class="cs-by">von</span><span class="cs-author">andrea</span></a></div><div class="cs-meta-date">3. September 2026</div></div>		</div>
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		<band><![CDATA[MIRROR OF DECEPTION]]></band>
<genres><![CDATA[death metal, doom metal, death doom metal]]></genres>
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	</item>
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		<title>LUNAR SHADOW: Wenn Musik zu Kunst wird</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/lunar-shadow-wenn-musik-zu-kunst-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Boyny]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2026 16:44:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[LUNAR SHADOW]]></category>
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					<description><![CDATA[Meiner Begeisterung für das neue Lunar-Shadow-Meisterwerk „The Pall of a Past World“ habe ich ja schon mit meiner Besprechung auf diesen Seiten Rechnung getragen. Aber mich hat irgendwann interessiert, wer eigentlich der kreative Kopf hinter einer derartig großartigen Veröffentlichung ist. Und so habe ich Max Birbaum, seines Zeichens Mastermind und alleiniger Komponist von „The Pall of a Past World“, um ein Interview gebeten. Sehr zu meiner Freude ist er dem gerne nachgekommen und hat nicht nur ausführlich Auskunft über sein künstlerisches Schaffen gegeben, sondern auch einiges Privates verraten. Bitte schön!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lieber Max, herzlichen Glückwunsch zur neuen Platte &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/lunar-shadow-the-pall-of-a-past-world/">The Pall Of A Past World</a>&#8222;. Sie ist absolut großartig und von mir ja auch schon entsprechend bei uns besprochen worden. Ich kann schon sicher sagen, dass es mein Album des Jahres werden wird. Und das, obwohl die <a href="https://vampster.com/bands/villagers-of-ioannina-city/">VILLAGERS OF IOANNINA CITY</a> ebenfalls ein gnadenlos gutes neues Album abgeliefert haben.</strong></p>
<p>Max: Vielen Dank, ich weiß das zu schätzen! Die Villagers mag ich übrigens auch, damals via Sacred Metal Forum mit der „Riza“ kennengelernt, das ist schon ein sehr einzigartiger Sound.</p>
<p><strong>Du hast bekanntlich alles selber gemacht und bist dann nach Veröffentlichung einfach mit der entsprechenden Info an die Öffentlichkeit gegangen. </strong><strong>Nun kann ich den Ansatz, ein Album allein, ohne Label und deren Einmischung, aus kreativer Sicht absolut nachvollziehen. Aber alles allein machen, auch die entsprechende Promoarbeit, die CDs und Platten selber herstellen, das Cover, die Verpackung, das ist schon sehr mutig. Erläuterst Du mir Deine Gedanken dazu?</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-420477" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Lunar-Shaodw.jpg" alt="" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Lunar-Shaodw.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Lunar-Shaodw-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Lunar-Shaodw-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Lunar-Shaodw-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das stimmt, es war zweifellos ein etwas ungewöhnlicher Schritt und aus einer reinen „Business“-Sicht mit ökonomischen Blickpunkten recht blöde Entscheidung.</p>
<p>Tatsächlich hatte ich schon 2021 mit „Wish To Leave“ vor, das Album ohne Promotion als Überraschung zu releasen. Das ist aber aus Label-Sicht einfach schwierig. Wir sind seit Jahren bei Enrico und Cruz Del Sur ansässig, Enrico und ich kennen uns viele Jahre und sind auch persönliche Freunde. Er muss aber eben auch irgendwie leben, Underground Metal wird einem jetzt auch nicht unbedingt aus der Hand gerissen und so kann sich ein kleines Label wie CDS solche „Sperenzchen“ einfach nicht erlauben, einfach mal das Album eines Künstlers rauszubringen ohne vorige Bewerbung.</p>
<p>Vielen Leuten ist das ja vielleicht gar nicht klar, aber es stecken ja wirklich durchorchestrierte Pläne hinter so einem Album-Release. Ein freier Mitarbeiter des Labels schreibt mit mir so einen hanebüchenen Promo-Text, das steht dann sowas wie „Max Birbaum ventures into new, bold landscapes of sound and questions his mortality through rock music that is equally fresh, yet vibrant“, das war jetzt spontan entwickelt, aber gar nicht schlecht!</p>
<p>Du suchst vorab Songs aus, da wird festgelegt, wann die erscheinen, man sucht sich Blogs, Zeitschriften oder Websites, die dann so eine Song-Premiere machen, das macht alles die PR-Agentur vom Label aus Hamburg. Die bemustern die Magazine, du bekommst so Schablonen-Interviews zugeschickt („What´s your favourite band?“) und ja. You get the idea.</p>
<p>Geht mir alles total auf die Nerven. Jedenfalls war mir bei diesem Album klar, dass ich das diesmal alles anders machen will. Enrico vom Label habe ich als einen der wenigen an Bord geholt, das gehörte sich einfach so, er war damit auch absolut cool.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-423702" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-2.png" alt="" width="800" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-2.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-2-640x800.png 640w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-2-380x475.png 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Ich habe dann aber eben auch entschieden, dass ich selbst mehr auf dem Album mehr Rollen übernehmen möchte, also alle Gitarren, Bass und auch erstmals den Gesang. Diese Entscheidung hatte in der Hauptsache damit zu tun, dass wir fünf Mitglieder von <a href="https://vampster.com/bands/lunar-shadow/">LUNAR SHADOW</a> mittlerweile verstreut in Deutschland leben. Ich bin in Berlin, davor Leipzig, der Bassist in Göttingen, Drummer bei Würzburg, die anderen in Hessen. Für mich hat das einfach keinen Sinn mehr ergeben zu sagen „Lieber Sven, hier sind die Songs. Bitte lernen, dann kommst du an Tag XY zu mir nach Leipzig, nimmst das 1,5 Tage auf und dann wieder heim, thanks!“. Da kann ich es auch einfach selber einspielen. Spart uns allen Zeit und Nerven. Den Jungs gegenüber habe ich das natürlich auch sehr früh kommuniziert. Wir kennen uns aber über 15 Jahre, da gab es keine Probleme. Ich habe auch immer gesagt, dass wenn wir nach dem Release nochmal ein paar Gigs machen, diese natürlich wie immer zu fünft stattfinden werden. Außer, ich lerne irgendwann zwei Gitarren, Bass und Drums parallel zu spielen und gleichzeitig zu singen, mit Overdubs. Wer weiß…</p>
<p>Was ergibt sich daraus? Naja, einerseits natürlich noch mehr Freiheiten für mich. Ich bin hier ganz ehrlich: ich habe ja schon immer die komplette Musik und Texte von Lunar Shadow geschrieben. Ich arrangiere mich nicht so gern mit anderen bei meiner Musik. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass ich ein Kontrollfreak bin, aber ich mag es schon, wenn ich Dinge einfach so machen kann, wie ich es mir in meinem Kopf vorstelle, ohne rückfragen zu müssen.</p>
<p>Das hat auch andere Vorteile, etwa war der Refrain von „The Red Lion“ eigentlich komplett anders, auch der Text. Ich fand den nach dem Aufnehmen aber total gurkig und habe den dann spontan und über Nacht komplett neu geschrieben mit anderem Text und nochmal aufgenommen und jetzt mag ich den Refrain. Da ist es natürlich auch von Vorteil, wenn man es „Einfach mal schnell selber machen kann“.</p>
<p>Nachteil? Ein Album kostet unfassbar viel Geld. Künstler*in für Artwork anheuern, Layout, jemand muss Fotos machen, Mixing, Mastering, Studiokosten, Presswerk. Vorher konnte man das dann eben durch 5 Mitglieder teilen. Macht bei 2000 EUR 400 EUR pro Nase. Wenn ich allein aufnehme, kostet es mich 2000 EUR. Krach Bumm, ich bin Bibliothekar. Ich mag den Job, aber reich wird man da eher nicht. Ich konnte mir ein Jahr lang während der Aufnahmen privat sehr wenig gönnen, das war stellenweise schon nicht leicht. Konto war eigentlich immer im Minus, ich war dann ab November <a href="https://vampster.com/bands/2025/">2025</a> auch arbeitslos, weil mein Arbeitsvertrag ausgelaufen ist. Ich war dann schon an dem Punkt, an dem ich gesagt habe „Never again“.</p>
<p>Auch das Packen und Versenden von 500 Platten war nicht einfach, ich hatte das in der Größenordnung noch nie gemacht. Habe obligat auch viele Fehler begangen, die ich dann erst im Nachhinein erkannt habe. Immerhin kann man so daraus lernen und diese Fehler beim nächsten Mal abstellen.</p>
<p>Die Promo war interessanterweise gar nicht so besonders aufwändig, weil mir irgendwie die meisten Magazine von sich aus geschrieben haben. Ich wollte die eigentlich selber anhauen, aber das war gar nicht mehr nötig. Irgendwann hat sich das dann verselbstständigt und die Platte wurde auf einmal in Magazinen besprochen, mit denen ich nie Kontakt gehabt hatte. Auch ein Schallplattenpreis hat mich nominiert und und… da war ich selber etwas baff.</p>
<p><strong>Nun verkauft sich das Album, wie man liest und hört, erfreulicherweise sehr gut. Deine Vinyls sind z. B. schon ausverkauft. Du dürftest also einen großen Teil deiner investierten Kosten hoffentlich wieder reingeholt haben. Das heißt, du könntest dich jetzt, bei einer eventuellen Zweitauflage, doch mit einem Label zusammentun. Die sich ja eigentlich haufenweise melden müssten, wenn sie nicht komplett ertaubt sind.</strong></p>
<p>Max: Ich war allerdings ganz schön erleichtert, dass der Verkauf dann doch erfreulich gut lief, da ist mir echt eine Last von den Schultern gefallen. Ich habe im Vorfeld natürlich überlegt, ob ich mich mit 500 Exemplaren nicht ein wenig übernehme. Die Kosten konnte ich dann so mit Verzögerung decken, auch wenn ich durch einige handwerkliche Fehler bei der Logistik dann letztlich mehr bezahlt habe als nötig gewesen wäre.</p>
<p>Ehrlich gesagt möchte ich die zweite Auflage auch weiterhin selber machen. Ich kann auch verkünden, hier erstmalig, dass ich wohl ein kleines Label gründen werde für die Veröffentlichungen von <a href="https://vampster.com/bands/lunar-shadow/">LUNAR SHADOW</a>. Ich bin da jetzt ein bisschen auf den Geschmack gekommen und man muss sich natürlich auch ein Stück weit fragen, was im Jahr 2026 eigentlich noch die definierende Rolle eines Labels ist. Gigs vermitteln? Macht eigentlich eher eine Booking-Agentur und wir brauchen keine, wir spielen eh kaum. Distro? Yes, der Versand und die Logistik ist dann natürlich ausgelagert und ich muss mich um nichts mehr kümmern. Ich bekomme aber auch nur einen Bruchteil an Einnahmen dann. Ich nenne hier keine Zahlen, aber das ist schon ein ganz schöner Unterschied, was ich mehr an Einnahmen habe, wenn ich es selber vertreibe. Macht halt mehr Arbeit. Aber letztlich ist das der Punkt: jede Person muss das eigene Maß an Autonomie selber definieren. Wenn ich keinen Bock auf operatives Zeug habe, gebe ich das ab, kriege dann aber weniger Geld und umgekehrt. Was noch? PR? Ja, ist über das Label in jedem Fall professioneller, da gibt es dann auch eine extra Agentur für. Ich bin aber in der einigermaßen privilegierten Position, dass ich bereits eine etablierte Band habe mit einer guten, internationalen Fanschaft. Ich kann da also auch durchaus alleine mobilisieren, wenn ich was Neues am Start habe. Und dann sind wir wieder bei meiner Ausgangsfrage: Wozu Label? Wenn ich <a href="https://vampster.com/bands/lunar-shadow/">LUNAR SHADOW</a> gern größer machen wollte (will ich nicht) oder viel spielen wollte (will ich nicht), dann könnte ein „größeres“ Label wie Metal Blade oder im Indie-Bereich Matador sicherlich helfen. Aber in meiner bescheuerten Eigenbrötler-Einsiedler-Welt? Nicht so richtig. Da mache ich es lieber selber.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-423701" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-1.png" alt="" width="800" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-1.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-1-533x800.png 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-1-380x570.png 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Lass uns über das Wichtigste, die Musik, sprechen. Ich habe die Platte jetzt bestimmt 25 Mal gehört und kann nicht genug davon bekommen. Das ist mir bisher erst zweimal passiert: bei „Brothers in Arms“, bis heute meine absolute Lieblingsplatte, und „Noble Savage“ von <a href="https://vampster.com/bands/virgin-steele/">VIRGIN STEELE</a>. Und zumindest von DIRE STRAITS, respektive Mark Knopfler, meine ich, bei Dir Einflüsse herausgehört zu haben.</strong></p>
<p>Das mit Knopfler freut mich natürlich, weil er einer meiner Gitarrenhelden ist. Damals mit seiner Soloplatte „Sailing to Philadelphia“ kennen und lieben gelernt, die Scheibe kann ich bis heute von vorne bis hinten mitnuscheln. Man höre sich mal die 85´er Wembley-Version von „Tunnel Of Love“ an, das ist einfach Bombe. Ich habe sogar mal seine alte Suhr-Gitarre nachgebaut vom Setup. Und die alten <a href="https://vampster.com/bands/virgin-steele/">VIRGIN STEELE</a> mag ich auch, bis etwa „Marriage of Heaven and Hell Pt. 2“. Oder wie DeFeis sagen würde: WAAUUUUUU!</p>
<p>Über sein heutiges Schaffen breiten wir lieber mal den Mantel des Schweigens…</p>
<p><strong>Seitdem ich „The Pall of a Past World“ das erste Mal gehört habe, frage ich mich, wie man an den Entstehungsprozess solcher Songs herangeht. Das Album ist ja weitaus mehr als eine übliche „Riff – Strophe – Bridge – Refrain“-Komposition. In jedem einzelnen Song passiert hier mehr als bei anderen Bands auf gesamten Alben. Wie entsteht so ein Song? Und zwar sowohl von der ersten Idee im Kopf bis zum Kompositionsprozess.</strong></p>
<p>Ich schreibe alle meine Songs als Tabulatur in GuitarPro 5 von 2005, das Programm spiele ich mittlerweile wie eine Klaviatur, da programmiere ich alles ein, über Gitarren, Bass bis Drums. In der Regel spiele ich auf meiner Gitarre und manchmal kommt durch Zufall etwas dabei rum. Das schreibe ich auf. Ich habe immer bereits im Vorfeld einen Titel für den Song und ich weiß, worum es textlich gehen soll und was für eine Atmosphäre ich haben möchte. Ich fange dann mit den Gitarren an und schreibe die auf. Dann programmiere ich das Schlagzeug, ich weiß in der Regel, was da gespielt werden soll. Dann Bass und, es ist nicht leicht zu beschreiben, aber ich schreibe seit meiner Jugend Songs, also seit über 20 Jahren. Ich habe daher ein musikalisch extrem geschultes Gehör. Wenn ich was auf der Gitarre schreibe, *weiß* ich einfach, was der Bass da zu spielen hat. Ich höre das in meinem Kopf. Ich muss es nur noch aufschreiben. Man hat ja früher gedacht, Engel und Teufel könnten einem etwas von außen „eingeben“, es hat wirklich ein bisschen was davon, obgleich ich nicht religiös bin.</p>
<p><strong>Mit der ersten Idee im Kopf beginnt ja dann sicher recht schnell die instrumentale Umsetzung. Die du dieses Mal aber eben nicht zusammen mit deiner Band, sondern komplett allein gemacht hast. Auch hier interessiert mich, wie das vonstattengeht. Denn du kannst ja deine Songs nicht zeitgleich mit allen Facetten spielen. Hast du all das, was da noch im Hintergrund passiert, während du das Hauptthema des Songs spielst, im Kopf? Oder entsteht sowas Schritt für Schritt?</strong></p>
<p>Es ist irgendwie schon alles auf einmal da, aber ich muss es natürlich nach und nach aufschreiben. Es passiert dann wirklich, dass ich teilweise in so einen „Schaffensrausch“ gerate und dann zwei Stunden total versunken einen Song in Guitar Pro eintippe. Beim eigentlichen Recording fängst du dann immer mit den Drums an. Dann machen wir den Bass, dann alle Gitarren und zuletzt den Gesang. Hauptstimme, zuletzt dann Overdubs. Auch da merkst du die Sache mit dem Gehör: wenn ich eine Hauptstimme einsinge, kann ich dir an den entsprechenden Stellen sofort den Overdub einsingen, der einen Halbton drüber liegt. Ich höre das einfach.</p>
<p><strong>Ich muss das so genau fragen, weil mich wirklich der kreative Kopf hinter so einem epischen Album interessiert. Und wie es „da drinnen“ während eines Ideenprozesses so aussieht. Ich stelle mir das ungefähr so vor, dass du während der Entstehung ständig irgendwelche Melodien, Riffs, Gesangsparts, Hintergrundmelodien, Rhythmen im Kopf gehabt haben musst.</strong></p>
<p>Ja, das ist ein Stück weit richtig. Ich treibe aber vor allen Dingen Max Herrmann damit immer zum Wahnsinn. Max ist einer meiner besten Freunde und wir nehmen seit Jahren zusammen auf, seit der „The Smokeless Fires“ (2018). Ich schicke ihm dann die Tabs und wünsche mir immer, dass er im Vorfeld mal reinhört und sich mit Struktur und Thematiken vertraut macht. Das tut er aber nie, weil er, Zitat, die Songs „nicht kapiert“ haha. Für ihn erschließt sich das dann immer vor Ort im Studio.</p>
<p>Ich war auch damals sehr erstaunt, wenn Leute meine Musik als „Progressiv“ bezeichnet haben. Ich fand das nicht schlimm oder so, ich mag ja auch Zeugs wie <a href="https://vampster.com/bands/fates-warning/">FATES WARNING</a>, aber das konnte ich echt nicht nachvollziehen. Für mich macht das alles total Sinn. Alles steht da, wo es sein sollte. Räder greifen ineinander, ich fand das nicht „progressiv“. Fünf Taktwechsel und Barré-Akkorde waren für mich „progressiv“. Aber heute verstehe ich das etwas besser. Es passiert schon deutlich mehr als bei manch anderer Band, wertfrei gesprochen. Und was in meinem Quadratkopf (Hutgröße XXL, Size 61!) logisch klingt, muss es für andere nicht sein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-423703" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-3.png" alt="" width="800" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-3.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-3-533x800.png 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-3-380x570.png 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Dem muss ich die Frage anschließen, wie viele deiner Ideen du am Ende nicht verwendet hast und ob du den Gedanken hast, diese vielleicht für andere Songs zu nutzen.</strong></p>
<p>Ich schreibe tatsächlich total on point, das heißt: es bleibt eigentlich so gut wie nichts „übrig“. Auf allen Alben bis inklusive Wish To Leave (2021) waren allerdings immer noch Songs drauf, die aus meinem riesigen Fundus an Nummern stammten, die ich über die Jahre geschrieben habe. The Pall Of <a href="https://vampster.com/bands/a/">A</a> Past World hat erstmals kein „Song-Recycling“.</p>
<p><strong>Jeder, mit dem ich über deine Platte gesprochen habe und der sie auch kannte, hatte eine klare Meinung: Die Platte ist ein Meisterwerk. Aber der Song „The Ventures of Bombadil“ ist nochmal ein eigenes Highlight innerhalb der Platte. Hier hast du dich wirklich selbst übertroffen und kannst es dir sogar leisten, im Song eine klassische „LaLaLaLa“-Passage einzubauen, ohne dass es einfallslos oder gar kitschig wirkt. Natürlich möchte ich alles über die Entstehung dieses Übersongs wissen. Ich vermute, dass du dich textlich auf den Gedichtband „Die Abenteuer des Tom Bombadil“ beziehst?</strong></p>
<p>Ich denke, dass wenn man mal einen „Lalala“-Part einbauen kann, dann in einem Song über Tom Bombadil. Ich hatte glaube ich aber eher „Am Fenster“ von CITY im Kopf bei dem Part. Egal. Ja, Tom Bombadil als Figur von Tolkien ist erstmals in dem von dir angesprochenen Gedichtband in Erscheinung getreten und hat dann nochmal einen Auftritt im „Herr der Ringe“. Ich lese die Trilogie seit 23 Jahren jedes Jahr mindestens einmal (und zwar lieber Krege als Carroux, fight me!) und die Figur von Tom Bombadil hat mir immer gefallen, die Kapitel im Buch gehörten immer zu meinen liebsten. Tolkien hat die Figur des Tom Bombadil halt nie erklärt, er ist augenscheinlich unfassbar alt, gar der „Älteste“, der Ring hat keine Macht über ihn. Er ist unfassbar mächtig, aber lebt zurückgezogen im Wald mit seiner Angetrauten Goldbeere. Dazu tanzt er durch die Gegend, sammelt Seerosen und singt. Er führt sozusagen mein Traumleben, daher mag ich ihn vielleicht auch so. Ich mag den Song aber auch, ist vermutlich mein Favorit vom Album.</p>
<p><strong>Dann lass uns auch gerne über die Texte sprechen. Bei „Ventures of Bombadil“ ist es klar, bei „The red Lion“ geht es wohl um ein Videospiel, einen Bereich, in dem ich mich als Nichtgamer absolut nicht auskenne. Woher nimmst du die Inspiration und Ideen zu deinen Texten?</strong></p>
<p>Richtig, in „The Red Lion“ geht es um Radahn, eine Figur aus dem Spiel Elden Ring. Im Gegensatz zu dir bin ich passionierter Gamer und das ganze Lore in diesem Spiel finde ich einfach grandios. Radahn sorgt dann im Spiel für einen herausragenden Moment, indem er in der Mitte des Kampfes einfach verschwindet und dann langsam als feuriger Meteor auf die Erde knallt. Nicht übel! Ich rede gar nicht so gern über meine Texte, ich will diese zumindest nicht so gerne „erklären“, das sollen die Hörer*innen eigentlich selber tun, dem Ganzen eine eigene Bedeutung zuweisen. Daher, in aller Kürze: In „The Cormorant“ geht es um Freundschaft. In „The Long Sleep“ um den Tod. In „The Reveries of God“ um die Frage, wovon eigentlich ein Gott träumt und in „The Sun Crusher“ um Wandel. Etwas endet, etwas beginnt.</p>
<p>Ich schreibe in der Regel über Dinge, die mich interessieren oder ich versuche, meine Emotionen in Musik zu packen, das ist manchmal einfacher, als sie jemandem sprachlich mitzuteilen. Oftmals ist Musik für mich auch in erster Linie eine Form mich auszudrücken, auch meine eigene Gefühlswelt. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen in einem „therapeutischen“ Sinne, aber vielleicht als eine Form der Katharsis.</p>
<p><strong>Wenn ich dich schon interviewen darf, dann möchte ich auch deine klare Haltung nicht unerwähnt lassen. Wenn ich etwas nicht mehr hören kann, dann ist es der Satz „Politik hat in der Musik nichts zu suchen“. Weil es Quatsch ist. Einer der Gründe, warum ich Zeit meines Lebens in der Rock- und Metalszene verwurzelt bin, ist die Tatsache, dass wir immer schon gegen Ausgrenzung, Faschismus und Homophobie aufgestanden sind und eben nicht weggeschaut haben. Das ist inzwischen, in diesen völlig wahnsinnigen und gefährlichen Zeiten, umso wichtiger. Und auch du hast eine sehr klare Haltung, die du sehr deutlich und unmissverständlich nach außen trägst. Auch z. B. in Form von euren Bandshirts.</strong></p>
<p>Ja, ich bin Antifaschist und positioniere mich auch klar so. Eventuell weichen unsere Erfahrungen da ein wenig ab, aber ich habe die Metalszene leider oft als ziemlich trantütig erlebt, wenn es um deutliche Positionierungen geht. Das hat meiner Meinung nach viel damit zu tun, dass es vermutlich kaum eine Musikszene gibt, die demografisch so homogen ist wie die Metalszene, und ich meine hiermit jetzt konkret den, nennen wir es mal, „Underground-Metal“, also die KeepItTrue-Party.San-Headbangers-Fraktion. Das sind halt überwiegend weiße, ältere Männer. Diese Szene ist null divers und viele haben daher offenbar keinen Bezug zu so Dingen wie Alltagsrassismus, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Anfeindungen gegen Queers and so on. Und wenn man als weiße, ich nenne es mal „unauffällige“, Person natürlich keine Anfeindungen, Angriffe oder Hasskommentare abbekommt, dann fällt es vielen scheinbar schwer, politische Positionierungen nachzuvollziehen. Ich habe auch oft diesen exzessiven Eskapismus erlebt, dieses „Lass mich in Ruhe mit Politik, ich will nur Musik hören!“. Ich habe übrigens auch mal so gedacht, mit Anfang-Mitte 20, ich glaube also, ein Stück weit verstehen zu können, wo diese Leute herkommen. Nur ist das jetzt einfach vorbei. Ich selber habe ein einigermaßen auffälliges Äußeres. Ich bin selber zwar nicht queer, sondern Supporter, werde aber oft von rechten Personen so eingeordnet und gelabeled. Außerdem bin ich als politisch links erkennbar. Und da gibt es in Leipzig und Berlin mittlerweile Gegenden, da kann ich allein gar nicht mehr hingehen, das ist viel zu gefährlich.</p>
<p>Ich bin im Wahlkampf in Leipzig für DIE LINKE schon angegriffen worden. Vor zwei Monaten hat mich eine Gruppe Nazis in der Straßenbahn angepöbelt, mitten in Berlin-Prenzlauer Berg wohlgemerkt. Ich kenne Queers, die nur noch in Gruppen unterwegs sind, weil sie furchtbare Erfahrungen gemacht haben. Eine Freundin kann mit ihrer Arbeit bei einem Demokratieförderungsprojekt in manche Schulen nicht mehr gehen wegen massiver Bedrohungslage, weil da mittlerweile Nazi-Teenager den Ton im Klassenzimmer angeben. AfD in Sachsen-Anhalt bei über 40 Prozent, geplanter Umbau von Kultureinrichtungen, revisionistische Geschichtsschreibung, und und und. Das kann ich lange so weiterführen. Und da ankommen mit „Lass mich in Ruhe, ich will meine Fantasy-Songs über Käpt´n Balu hören“, damit ist jetzt einfach Schluss. Ich erwarte, dass sich Metal-Veranstalter*innen und entsprechende Festivals da viel deutlicher positionieren, so wie das im Punk- und Hardcore-Bereich mittlerweile üblich ist. Ich will, dass deutlich gemacht wird: „Wir haben keinen Bock auf Menschenfeindlichkeit, Hass und Verachtung von migrantischen Personen, Queers oder FLINTA“. Ich habe das Gefühl, dass es einigen da mittlerweile ein wenig dämmert, aber es gibt echt auch noch viel Luft nach oben</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-423704" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-4.png" alt="" width="800" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-4.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-4-533x800.png 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/lunar-shadow-4-380x570.png 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Meine letzte Frage an dich ist etwas spezieller. Und ich bin gespannt, ob du sie überhaupt beantworten kannst oder möchtest. In meiner Welt hat Musik immer etwas mit Emotionen zu tun. Ein Song, der mich emotional, egal in welche Richtung, nicht greift, ist für mich kein guter Song. Bei „The Pall of a Past World“ hast du mich von der ersten Sekunde an, dem Intro mit der japanischen Koto, abgeholt. Spätestens beim schon angesprochenen „Ventures of Bombadil“ hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper und meine größte Sorge war, dass das Album viel zu schnell zu Ende sein könnte.</strong></p>
<p><strong>Kannst du erklären, wie man es als Künstler schafft, beim Empfänger der Kunst (du bist ja auch Maler, da gilt das ja ebenfalls) eine Emotion zu erreichen, ihn zu bewegen, bestenfalls beeindruckt und bewegt zurückzulassen?</strong></p>
<p>Kurze Antwort, <a href="https://vampster.com/bands/i/">I</a>´m afraid: ich glaube, dass man es als Hörer*in spüren kann, wenn eine/e Künstler*in Herz und Bedeutung in die eigene Musik gesteckt hat. Eine Art Authentizität des Hörens, eine Form von Liebe. Man kann das spüren.</p>
<p><strong><a href="https://vampster.com/bands/o/">O</a>. K., es war die vorletzte Frage. Ich habe gesehen, dass ihr als Band für das kommende Jahr schon auf einigen Festivals auftretet. Leider nicht in meiner Region. Kann ich damit rechnen, euch vielleicht auch auf Tour zu erleben? Und diese großartigen Stücke live auf der zu sehen?</strong></p>
<p>Max: Tour leider nicht, wir waren tatsächlich noch nie auf Tour, weil wir da allesamt keine Lust drauf haben. Ich selber spiele ja überhaupt nicht gerne live und sehe die gebuchten Gigs tatsächlich eher als eine Art Dankeschön an die Fans für ihren krassen Support mit dem neuen Album. Vier Gigs in einem Jahr sind mir eigentlich auch schon mindestens drei zu viel, haha. Aber hey, ich lasse immer mit mir reden und höre mir alles zumindest an. Wenn also jemand mit einer Anfrage an mich herantritt, ich denke immer drüber nach.</p>
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		<band><![CDATA[LUNAR SHADOW]]></band>
<genres><![CDATA[heavy metal, progressive metal, Retro Rock]]></genres>
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	</item>
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		<title>BLUENECK: Gefangen im Ambient-Pirate-Rabbit Hole</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/blueneck-gefangen-im-ambient-pirate-rabbit-hole/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 19:40:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[BLUENECK]]></category>
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					<description><![CDATA[Zehn Jahre sind seit dem letzten Studioalbum von BLUENECK vergangen, nun sind die Briten mit „Moonlighting“ zurückgekehrt. Das sechste Album passt perfekt zu ihren beiden vorherigen Werken „King Nine“ (2014) und „The Outpost“ (2016). In der Zwischenzeit ist viel passiert: Komponist, Sänger und Keyboarder Duncan Attwood erlitt einen Schlaganfall und brauchte viel Zeit, um sich zu erholen. Nicht nur deshalb ist „Moonlighting“ ein schweres und dramatisches Album. Wir sprachen in heiterer Runde mit dem Duo Duncan Attwood und Rich Sadler (Gitarren) fast zwei Stunden lang an einem warmen Sommerabend Anfang Juli, eben dann wenn karibische Temperaturen nach Ambient Pirate Music verlangen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich nehme ab jetzt auf, aber nur zu Transkriptionszwecken.</strong></p>
<p>Rich: Bitte stell es nicht auf OnlyFans oder Pornhub.</p>
<p><strong>Keine sorge, höchstens auf XHamster.</strong></p>
<p>Rich: Passt, wir werden von XHamster gesponsert.</p>
<p><strong>Das führt mich perfekt zu meiner ersten Eisbrecherfrage: Was ist euer Lieblingskink?</strong></p>
<p>Rich: Wir hatten ein Album, das <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blueneck-king-nine/">„King Nine“</a> heißt.</p>
<p><strong>Kink Nine?</strong></p>
<p>Duncan: Das ist eine wirklich gute Antwort, Rich. Ich wollte etwas Unreifes antworten, und dann wurde mir klar, dass ich alt bin und nicht unreif antworten sollte. Rich, ich lasse dich zuerst antworten, während ich versuche mir etwas Reifes auszudenken.</p>
<p>Rich: Wie heißt nochmal der König im Dschungelbuch? King Louie! Das könnte mein Favorit sein. Reden wir über echte Könige reden? Warum müssen es echte Könige sein?</p>
<p><strong>Ich habe nach Kinks gefragt.</strong></p>
<p>Duncan: Du willst einen echten König?</p>
<p><strong>Nein, ich wollte das Kinky-Zeug.</strong></p>
<p>Rich: Oh, Kinks. Ich bleibe beim Dschungelbuch.</p>
<p><strong>Großartig.</strong></p>
<p>Duncan: KINGMAKER! Ich nehme KINGMAKER, die Indie-Band, weil ich ein Indie-Boy bin. Moment, war die Frage Kink oder King?</p>
<p><strong>Nein, Kink. Das war nur die Eisbrecherfrage.</strong></p>
<p>Duncan: Kink. Ja. Kink. K-I-N-K.</p>
<p>Rich: Es tut mir so leid, dass wir bisher nicht über Kinks hinausgekommen sind.</p>
<p><strong>Theoretisch wäre das ein guter Start gewesen. Aber Spaß beiseite, ich bin wirklich froh, dass <a href="https://vampster.com/bands/blueneck/">BLUENECK</a> zurück sind. Das Jahr 2026 brachte uns bereits neue Platten von <a href="https://vampster.com/bands/neurosis/">NEUROSIS</a>, <a href="https://vampster.com/bands/warning/">WARNING</a>, <a href="https://vampster.com/bands/miracle/">MIRACLE</a>, zwei neue <a href="https://vampster.com/bands/converge/">CONVERGE</a>-Alben und viele mehr. Es ist ein wahnsinnig gutes Jahr für Musik. Und <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blueneck-moonlighting/">„Moonlighting“</a> ist die Kirsche auf der Torte. Danke dafür und herzlichen Glückwunsch dazu.</strong></p>
<p>Rich: Vielen Dank.</p>
<blockquote><p>&#8222;Etwas, das wir nie wirklich ausgesprochen haben, ist, dass wir die ersten drei Alben als eine Trilogie sehen. Und deshalb haben Rich und ich „Epilogue“ als ein Ende dieser drei ersten Alben gewertet. „Moonlighting“ ist der dritte Teil der zweiten Trilogie.&#8220; &#8211; Duncan Attwood betrachtet die sechs Alben von BLUENECK aus der Distanz.</p></blockquote>
<p><strong>Auf „The Outpost“, das vor 10 Jahren erschien, bestanden BLUENECK auch nur aus euch beiden, richtig?</strong></p>
<p>Rich: Ich glaube schon. Und aus Matt, unserem Produzenten.</p>
<p>Duncan: Ja, Matt ist ein integraler Bestandteil der letzten BLUENECK‑Alben.</p>
<p><strong>Seit<a href="https://vampster.com/cd-reviews/blueneck-repetitions/"> „Repetitions“</a>?</strong></p>
<p>Duncan: Weniger. „Repetitions“ war mehr eine klassische Bandaufnahme, bei der Matt als Produzent geholfen hat. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine enge Beziehung zu ihm aufgebaut. Es begann durch die Arbeit an <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blueneck-epilogue/">„Epilogue“</a>, und dann eben „King Nine“. Da haben wir wirklich angefangen, zusammenzukommen und eng mit ihm zu arbeiten, als Dreierteam. Ich, Rich und Matt.</p>
<p>Rich: Nicht alle Alben wurden von Matt aufgenommen. Die ersten zwei Alben sind mit ALPHA entstanden. Aber diese ersten drei Alben sind eine Art Trilogie eines anderen Line-Ups, als wir eine klassische, vollständige Band waren. Wie Dunk gesagt hat, haben wir uns mit „Epilogue“ verändert. Diese EP haben wir nahezu gleichzeitig aufgenommen und geschrieben wie „King Nine“, aber es waren zwei verschiedene Projekte. Und ab „Epilogue“, durch diese letzte elektronischere Trilogie hindurch, waren wir zwei es, die mit Matt gearbeitet haben.</p>
<p>Duncan: Etwas, das wir nie wirklich ausgesprochen haben, ist, dass wir die ersten drei Platten als eine Trilogie sehen. Und deshalb haben Rich und ich „Epilogue“ als ein Ende dieser drei ersten Alben gewertet. „Moonlighting“ ist der dritte Teil der zweiten Trilogie. Es kommt sicherlich bei vielen so an, als wären BLUENECK zurückgekehrt. Aber „Moonlighting“ ist eigentlich nur ein Album, an dem wir verdammt lange gearbeitet haben. Ja, wir sind zurück, und ja, wir veröffentlichen es jetzt. Also es ist halt auch einfach der dritte Teil dieser Trilogie. Was wir jetzt machen? Das ist die Frage. Werden wir „Epilogue 2“ schreiben? Ich weiß es nicht. Ich werfe es einfach in den Raum. Ich frage dich, was willst du? „Epilogue 2“? Eigentlich kenne ich die Antwort bereits.</p>
<p><strong>Ja, bitte! Für mich ist es auch so, dass dieser Stilbruch mit „King Nine“ kam. „The Outpost“ ist meiner Meinung nach das elektronischste eurer Alben. „Moonlighting“ lässt wieder mehr Rock‑Elemente in der  Musik zu, aber es hat das gleiche Feeling wie „The Outpost“. Ihr habt das Artwork von Lasse Hoile für „King Nine“ und „The Outpost“ gestalten lassen. Und jetzt habt ihr mit Iain Standing gearbeitet. Aber ich finde, der visuelle Aspekt von „Moonlighting“ passt perfekt zu „The Outpost“. Außerdem fühlt es sich nicht so an, als lägen 10 Jahre zwischen „The Outpost“ und „Moonlighting“. Es fließt sehr schön.</strong></p>
<p>Rich: Das ergibt Sinn. Die visuellen Elemente sollen die Trilogie repräsentieren. Wenn du dir diese Bilder anschaust, sind darauf unterschiedliche Szenarien abgebildet. Das ist beabsichtigt. Ich hoffe auch, dass „Moonlighting“ den Sound von „The Outpost“ fortsetzt. Dunk hat viele dieser Songs sehr bald und schnell nach „The Outpost“ geschrieben. Wir haben sie verfeinert und über die letzten 10 Jahre hinweg verändert. Es gab viele Probleme in der Zwischenzeit: die Pandemie, Dunk war krank und Matt, unser Produzent, hatte auch einige Schwierigkeiten. Also ja, es war ein langes Projekt, aber eines, das wir sehr bald nach „The Outpost“ begonnen haben.</p>
<p><figure id="attachment_416300" aria-describedby="caption-attachment-416300" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-416300 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_2026_c_Blueneck-800x600.png" alt="BLUENECK 2026 (c) BLUENECK" width="800" height="600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_2026_c_Blueneck-800x600.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_2026_c_Blueneck-1200x900.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_2026_c_Blueneck-380x285.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_2026_c_Blueneck.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-416300" class="wp-caption-text">BLUENECK 2026 (c) BLUENECK</figcaption></figure></p>
<p><strong>Bevor wir hier ein bisschen tiefer graben, noch kurz zur Zeit der ersten Trilogie – war der Rest des alten Line‑Ups nicht mehr an BLUENECK interessiert? Oder denkt ihr, es ist besser, es bei euch beiden zu belassen? Euer Ex-Bassist Ben Paget zum Beispiel hatte einen großen Anteil an der Band. Habt ihr noch Kontakt?</strong></p>
<p>Rich: Ja, wir sind immer noch enge Freunde.</p>
<p>Duncan: Ich bin in Kontakt mit Ben. Mit beiden Bens sogar. Ich weiß nicht, ob du den anderen Ben, Ben Green kennengelernt hast. Ich bin regelmäßig mit ihnen in Kontakt, hauptsächlich reden wir über Fußball. Ben Paget war außerdem an einigen Aufnahmen von „King Nine“ beteiligt.</p>
<p>Rich: Es gab einen Punkt um 2011, 2012 herum, an dem die Technologie einen großen Sprung gemacht und die Arbeit remote erleichtert hat. Mit iPads und Laptops hat sich unsere Fähigkeit, außerhalb eines gemeinsamen Raums kreativ zu sein, verändert, und diese Arbeitsweise wird auch immer einfacher. Dein Lebensstil verändert sich, du hast Familie, du hast andere Dinge am Laufen, und auf diese Art wird ist es am einfachsten die Band am Leben zu halten. Das verändert dann deinen Workflow. Für die alten BLUENECK bedeutet das, dass viele Dinge, Technologien, Interessen der Leute, und Lebensumstände geändert habe, und es schleichend in eine andere Richtung floss.</p>
<p>Duncan: So wie Rich es sagt, arbeiten wir jetzt als Band: Wir schicken uns Zeug hin und her. Auf diese Art hat sich die Musik im Grunde auch entwickelt. Besonders finanziell ist das ein Argument: Alles ist so teuer geworden. Das Album kostet eine Scheißmenge Geld. Wir schreiben die Songs remote, aber wir gehen auch immer noch ins Studio und experimentieren dort, als wären wir eine Multi‑Millionen‑Band mit einem Major-Vertrag. Dort entwickeln sich Ideen aus dem Stegreif, und manchmal feilen wir den ganzen Tag an nur einem Sound. Aber das ist es, was wir lieben. Und ja, wir werden das Geld nie wieder reinholen, das wissen wir. Ist das richtig, Rich? Sind wir einfach nur verdammt dumm?</p>
<p>Rich: Wir tun das, das stimmt. Aber um zur Frage zurückzukommen – es gibt einfach so vieles das sich verändert. Interessanterweise sind wir 2017, 2018 wieder als Band mit vollem Line-Up zusammengekommen.</p>
<p>Duncan: Oh ja, das habe ich vergessen.</p>
<p>Rich: Als wir die ersten Teile des Materials von „Moonlighting“ geschrieben hatten, beschlossen wir als Band zu <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blueneck-the-fallen-host/">„The Fallen Host“</a> zu touren. Es war das Jubiläum des Albums. Also kam die ursprüngliche Besetzung wieder ziemlich vollständig zusammen, und wir haben geprobt und einige Shows gespielt. Aber selbst das ist schwierig, weil fünf Typen in einen Raum bekommen, die alle Familien haben, einfach unmöglich ist. Man liebt es, aber es ist harte Arbeit, so etwas logistisch möglich zu machen. Es ist schwierig im Vergleich zu dem, was wir jetzt tun – zwei Stimmen, die eine Sprache sprechen. Ben ist zum Beispiel einer meiner Lieblingsbassisten, und wenn ich seine Sachen höre, weiß ich immer, dass er es ist, der spielt. Es gibt nicht viele Musiker, die eine so singuläre Stimme haben. Das betrifft auch viele der anderen Jungs, wie Johnny am Schlagzeug. Sie sind brillante, sehr spezialisierte Musiker. Aber wenn es kein Job ist und wenn Musik nicht die primäre Einnahmequelle ist, werden Leute diese Aktivitäten eher unten auf die Prioritätenliste setzen.</p>
<p>Duncan: Es war damals wirklich, wirklich schwierig, die Bandmitglieder dazu zu bringen, drei Wochen ihrer Zeit zu investieren, uns im Grunde unbezahlte Zeit zu geben, weil wir als BLUENECK live nicht wirklich Profit machen. Wir können niemandem Geld zahlen, die Musiker müssen es aus Liebe tun. Ich glaube, jeder hätte Lust darauf, aber das Überzeugen der Partnerinnen, dass das eine gute Idee ist, ist nicht so leicht. Am Ende haben wir beim „The Fallen Host“-Jubiläum nur zwei Shows gespielt, und eine davon war wirklich gut. Aber weißt du, ich will den anderen Jungs nicht die Schuld geben, dass sie ihre Zeit nicht investieren wollten, weil wir sie einfach nicht bezahlen konnten. BLUENECK haben keine große Fanbase, und ich glaube, viele verstehen das nicht. Wir bekommen immer wieder Nachrichten, die sagen: „Kommt und spielt für uns.“ Wir würden liebend gern eine Westküsten‑US‑Tour oder eine Kanada‑Tour spielen. Aber wer soll das bezahlen? Vielleicht sollten wir es einfach machen, Rich.</p>
<blockquote><p>&#8222;Es gibt einen Zyklus bei BLUENECK: Wir schreiben die Songs, wir nehmen Demos auf, und dann kommt normalerweise eine Krise nach diesem Zeitpunkt.&#8220; &#8211; Rich Sadler über wiederkehrende Muster bei der Entstehung von BLUENECK-Alben.</p></blockquote>
<p><strong>Jetzt möchte ich über „Moonlighting“ sprechen. Wie ihr gesagt habt, wurden die meisten Songs schon relativ kurz nach „The Outpost“ geschrieben. Wie sehr hat sich die Musik über die Jahre verändert, angesichts dessen, was in der Zwischenzeit passiert ist?</strong></p>
<p>Rich: Wenn du die Demos gehört hättest, die Duncan vor neun, zehn Jahren gemacht hat, würdest du viele der Arrangements und Ideen erkennen. Es sind die Sounds und die Experimente, wie Duncan sagt, die aus der Studioarbeit kommen, die sie davon abheben. Sie sind von großartigen Demos zu sehr großen, polierten, dynamischen Songs geworden. Aber du würdest sie definitiv erkennen. Und Duncan macht immer großartige Demos. Ich glaube, du könntest unsere ursprünglichen Demos immer noch hören und mögen. Es ist wie bei jedem Projekt: Die ersten 80 % des Projekts gehen ziemlich schnell, aber die letzten 20 %, um es zu finalisieren, können ewig dauern. Es gibt einen Zyklus bei BLUENECK: Wir schreiben die Songs, wir nehmen Demos auf, und dann kommt normalerweise eine Krise nach diesem Zeitpunkt. „Ist das ein BLUENECK‑Album oder ist es ein Nebenprojekt? Oder ist es etwas ganz Neues, das wir auf die Bühne bringen könnten?“ Dann lassen wir uns ablenken und gehen zwei Jahre lang Pizza essen und in den Urlaub. Schließlich kommen wir zurück und sagen: „Wir werden das nie fertig bekommen, das ist Mist.“ Am Ende besinnen wir uns und sagen: „Oh, Moment, das ist gut, und wir müssen es schnell fertigstellen.“</p>
<p>Dieses Auf und Ab ist bei BLUENECK ganz normal, aber dieses Mal hat das Auf und Ab einfach sehr, sehr lange gedauert. Und es gab einige große Krisen auf dem Weg. Aber ich glaube nicht, dass die Musik sich dadurch dramatisch verändert hat. Es gibt ein paar Songs, die später geschrieben wurden und eher im Studio entstanden sind. Der erste Song „Mouth Of The Snake“ war mehr eine Schöpfung aus dem Studio. Das Demo war schon als Grundlage da, aber viel vom Arrangement bei diesem Song kommt aus Experimenten im Studio und Herumspielen. Aber wenn du Dunks ursprüngliches Demo von „Goliath“ hören würdest, bevor ich irgendwas gemacht habe, klingt es ziemlich genau wie der fertige Song.</p>
<p>Duncan: Rich nimmt immer richtig gute Guide‑Demo‑Gitarren auf. Auch wenn die Sounds nicht unbedingt das sind, was du später hörst, ist die Melodie erkennbar. Etwas, das Rich wirklich gut beherrscht, sind melodische Gitarren. Das trifft er normalerweise schon im Demo‑Stadium. Was wir und Matt genießen, ist es, einen guten Gitarrensound zu erzeugen. Natürlich hat er viele wirklich, wirklich, wirklich, wirklich schöne Gitarrenamps. Wir benutzen keine Plugins, weder für Gitarrensounds noch für Synths. Alles ist richtig analoges, originales Zeug. Und deshalb verbringen wir so viel Zeit im Studio. Besonders wenn wir die Gitarrensounds machen, ist es immer ein riesiges Vergnügen, Richs Gitarren durch diese Amps zu hören, weil der Sound so gut ist. Es ist wunderbar, mit solch hochwertigem Equipment zu arbeiten. Wir sind in dieser Hinsicht sehr glücklich, dass wir Zugang zu dieser Ausrüstung haben. Ich bin sicher, du kannst es ebenfalls wertschätzen mit großartigem Equipment zu arbeiten, du bist selbst Musiker. Am Ende des Tages sind wir einfach nur Musiknerds.</p>
<p>Rich: Matt hat auch zu allem eine Geschichte. Du steckst einen Verstärker in seinem Studio ein, und er sagt: „Ich erinnere mich, als ich den von Robert Plant gekauft habe.“ Oder: „Ach ja, ich habe das Teil irgendwann an Geoff Barrow (PORTISHEAD &#8211; Anm. d. Verf.) verkauft, und dann hat er es mir zurückgegeben.“ Das ist einer der Gründe, warum das Aufnehmen eines Albums mit Matt so lange dauert, weil es immer eine Geschichte gibt. „Diese Drum Machine – oh ja, die habe ich von den <a href="https://vampster.com/bands/manic-street-preachers/">MANIC STREET PREACHERS</a> bekommen.“ Es sind seine Geschichten und nicht unsere, aber es ist immer lustig, weil er in Bristol sehr bekannt ist. Er repariert Equipment für Leute und er produziert, dadurch ist er sehr gut vernetzt. Und dabei ist er nicht prätentiös, stolz oder ein Angeber.</p>
<p>Duncan: Und er repariert Synths für Leute aus Bristol. Manchmal reden Leute über diese Verbindungen in und um die Bristol‑Musikszene. Und dann denkst du: „Kennt er wirklich Geoff Barrow?“ Und tatsächlich ist Geoff Barrow ein paar Mal ins Studio gekommen, als ich auch dort war. Er kennt die Leute, und sie kennen ihn. Matt ist ein kluger Typ. Im Gegensatz zu mir.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-420307" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_Moonlightning-Cover-1-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_Moonlightning-Cover-1-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_Moonlightning-Cover-1-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_Moonlightning-Cover-1-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_Moonlightning-Cover-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Das ist schön, was du über diese Verbindungen zu anderen Musikern gesagt hast. Ich denke dabei an all die verschiedenen Einflüsse, die ihr auf dem Album hattet – von BON IVER über RADIOHEAD zu <a href="https://vampster.com/bands/cult-of-luna/">CULT OF LUNA</a> auf „Inside Out“. Ist es auch ein Teil von Matts Arbeit, einen Raum zu schaffen, in dem eure Einflüsse so zusammenfließen? Dass er euch die Freiheit gibt, einen Song beginnen zu lassen wie TALK TALK und am Ende nach <a href="https://vampster.com/bands/smashing-pumpkins/">SMASHING PUMPKINS</a> klingen zu lassen?</strong></p>
<p>Rich: Er drängt uns nicht in irgendeine Richtung, sondern ermöglicht Ideen. Ich glaube, oft sind Duncan und ich ziemlich klar in dem, was wir wollen. Zum Beispiel dass dieser und jener Gitarrensound wie „Cherub Rock“ oder „Siamese Dream“ klingt. Und Matt ist ein sehr talentierter Typ, der jede Art von Sound ermöglichen kann. Er hat so viele unterschiedlich klingende Platten produziert und ist sehr gut darin, uns zu helfen, die Ideen in die Realität zu übersetzen, mit seinem Equipment und seinem Gehirn.</p>
<p>Duncan: Und das Wichtige für ihn und für uns ist: Das gibt diesem Sound immer einen eigenen Charakter. Man baut nie einfach nur einen Sound nach. Zum Beispiel: Wir lieben den Deluxe Big Muff‑Sound, der ständig auf „Siamese Dream“ benutzt wird. Aber man will nicht einfach nur diesen Klang haben. Der Sound wird erzeugst, aber man benutzt vielleicht ein zweites Gitarreneffektgerät dazu, sodass der Gitarrensound zu dem von BLUENECK wird, statt SMASHING PUMPKINS zu kopieren. So entsteht ein reichhaltigerer Sound. Das denke ich jedenfalls.</p>
<p>Rich: Billy Corgan würde jetzt vielleicht etwas anderes sagen.</p>
<p>Duncan: Ja, scheiß auf ihn. Scheiß auf Billy Corgan. Er wird „Moonlighting“ sowieso nie hören, oder? Aber vielleicht würde er unser Album lieben. Man weiß es nicht.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir könnten wahrscheinlich erst jetzt wieder anfangen, das Album aufzunehmen, was die Vocals angeht, ich komme jetzt erst wieder auf meine alte Tonlage.&#8220; &#8211; Was für ein Timing: Duncan Attwood hat die Vocals für &#8222;Moonlightning&#8220; eine Woche vor dem Schlaganfall fertig eingesungen.</p></blockquote>
<p><strong>Was ich wirklich schön am Album finde ist, dass es mit „Fragments“ und „Inside Out“ zwei Songs gibt, die auch auf früheren Alben hätten stehen können. Da ist also dieser klaren Stil der zweiten BLUENECK‑Trilogie, aber trotzdem gibt es eine Verbindung von „Moonlighting“ zu „Repetitions“.</strong></p>
<p>Rich: Oh, interessant. Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Das ist gut möglich; vielleicht ist es das Klavier. „Repetitions“ ist ein sehr akustisches Klavieralbum. Alle Klavierstücke auf „Repetitions“ sind auf Matts leicht verstimmten Klavier in seinem Studio aufgenommen worden. Was du auf „Repetitions“ hörst ist ein echtes Upright-Klavier. Und ich kann das in „Inside Out“ hören. Und der Komponist ist eben Dunk.</p>
<p>Duncan: Ich glaube, ich kann nachvollziehen, wie du über „Inside Out“ denkst. Das ist der BLUENECK‑Song, der am ehesten nach den alten BLUENECK klingt. Für all die Leute, die sich beschweren, dass wir seit Ewigkeiten keinen Song geschrieben haben, der wie „Lilitu“ klingt ist das wahrscheinlich der, der sie zufriedenstellen könnte. Da habt ihr euren neuen „Lilitu“-Song!</p>
<p><strong>Es gibt so viele gute Songs auf „Moonlighting“, aber besonders beeindruckend ist „Did You See The Sunrise?“, der überraschend positiv klingt. Die Texte sind ja sehr persönlich und metaphorisch, aber ich bin mir nicht sicher, ob es irgendeine Verbindung zu deinem Schlaganfall gibt. Da gibt es eine Zeile, die heißt: „dead from the waist down“. Als ich diese Zeile zum ersten Mal gelesen habe, hat sie mich getroffen.</strong></p>
<p>Duncan: Vergiss nicht, dass ich alle Vocals eine Woche vor meinem Schlaganfall fertiggestellt habe. Ich hätte das Album bis jetzt nicht einsingen können. Wir könnten wahrscheinlich erst jetzt wieder anfangen, das Album aufzunehmen und was die Vocals angeht, komme ich seit kurzem wieder in meine alte Tonlage. Wir hatten wirklich Glück, dass ich die Vocals fertig hatte. Alle Texte waren bereits geschrieben. Diese Zeile war ein Zufall.</p>
<p>Rich: Es ist interessant, dass du diesen Song herausgreifst, denn wir haben viel darüber diskutiert. „Did You See The Sunrise?“ ist Duncan und mir sehr wichtig. Wir beide lieben das Lied, aber wir hatten Sorge, dass es vielleicht nicht auf das Album passen würde, dass es zu anders ist für BLUENECK. Aber es war zu gut und bedeutete uns persönlich zu viel, um es wegzulassen. Wir sind wirklich stolz auf diesen Song.</p>
<p>Duncan: Ja, ich stimme zu. Ich war zunächst dafür, dass das Lied nicht auf dem Album stehen sollte. Es bringt mich zum Lächeln. Und ich habe noch nie ein BLUENECK‑Lied geschrieben oder aufgenommen, das mich so sehr zum Lächeln gebracht hat. Also mussten wir etwas mit den Lyrics tun, um „Did You See The Sunrise?“ etwas dunkler zu machen. Damit es zumindest einen dunklen Unterton gibt. Und das ist eine kleine Referenz auf SMASHING PUMPKINS, schon wieder. „Today“ macht dasselbe für mich. Das fühlte sich für mich wie ein fröhlicher Song an, nur mit wirklich dunklen Texten. Als Jugendlicher hat mich das beeindruckt, und ich dachte das sei wirklich clever. Ich wollte schon immer etwas in der Art machen.</p>
<p>Rich: Vermutlich würdest du es nicht aus dem Text herauslesen, aber ich finde, es ist ein Song voller Hoffnung und Liebe und damit ungewöhnlich für einen BLUENECK‑Song. Ich denke da vielleicht anders darüber, weil du du die Texte geschrieben hast, aber ich fühle das.</p>
<p>Duncan: Und das ist die Schönheit dieses Songs, und die Schönheit von Musik im Allgemeinen. Die Musik lässt dich etwas fühlen, aber möglicherweise fühlst etwas anderes, nachdem du die Texte gelesen hast, wer weiß? Und natürlich schreibe ich Texte, die sehr persönlich sind, aber ich versuche, sie nicht offensichtlich persönlich zu machen, damit sie offen für Interpretation sind. Vielleicht ist es deshalb ein hoffnungsvoller Song.</p>
<p><figure id="attachment_420308" aria-describedby="caption-attachment-420308" style="width: 649px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-420308" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/15D4D62E-F315-4485-A3ED-8FE5F1A4C981-649x800.jpeg" alt="" width="649" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/15D4D62E-F315-4485-A3ED-8FE5F1A4C981-649x800.jpeg 649w, https://vampster.com/wp-content/uploads/15D4D62E-F315-4485-A3ED-8FE5F1A4C981-974x1200.jpeg 974w, https://vampster.com/wp-content/uploads/15D4D62E-F315-4485-A3ED-8FE5F1A4C981-380x468.jpeg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/15D4D62E-F315-4485-A3ED-8FE5F1A4C981.jpeg 3146w" sizes="auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px" /><figcaption id="caption-attachment-420308" class="wp-caption-text">BLUENECK 2026 (c) BLUENECK</figcaption></figure></p>
<p><strong>Um ein bisschen weiter zu interpretieren: In den ersten sechs Stücken passiert wirklich viel durch die Dynamik, vor allem bei „Mouth of the Snake“, „Return to Cadiz“, „Goliath“ und dem Titelsong. Sie haben alle gemeinsam, dass sie einen großen dramatischen dynamischen Aufbau haben, jeder auf eine andere Weise. Und nach all diesen Höhen und Tiefen und all dieser Unruhe kommt dann dieser Song, der mich ein bisschen atmen lässt und beruhigt. Also ist „Did You See The Sunrise?“ an dieser Stelle sehr, sehr gut platziert.</strong></p>
<p>Rich: Ja, du könntest es als Reise durch die Nacht sehen. „Did You See The Sunrise?“ ist der Sonnenaufgang am Morgen. Aber dann kommt noch der letzte Track, der sehr düster ist. „Send No Flowers“ ist zu gut, um ihn nicht auf dem Album zu haben. Und er konnte nur am Ende stehen. Viele BLUENECK‑Alben enden auf die gleiche Weise. Abgesehen von „Other Gods“ auf „The Outpost“, das ziemlich optimistisch ist und mit etwas Hoffnung endet. Aber typischerweise steht am Ende ein düsterer, kurzer Abschluss. Und ich glaube, du hast recht mit deiner Beschreibung der Dynamik des Albums.</p>
<p>Duncan: Ich habe wirklich geglaubt, dass dieses Album das Ende der Band sei, und dass wir kein weiteres Album machen würden. Daher heißt es „Send No Flowers“. Ich nehme an, ihr kennt diesen Ausdruck auch in Detuschland, bei einer Beerdigung kann man das sagen. Und ich fühlte damals, dass es etwas von einer Beerdigung hat. Ich habe wirklich geglaubt, dass wir kein weiteres Album mehr machen würden. Aber offensichtlich lag ich falsch.</p>
<p><strong>In Deutschland steht in Todesanzeigen in der Zeitung oft: „Keine Blumen, aber Spenden an NGOs.“ Ist es das, was ihr meint? Ich finde, wenn das Album mit „Did You See The Sunrise?“ geendet hätte, hätte es sich nicht vollständig angefühlt. „Send No Flowers“ ist der perfekte Abschluss.</strong></p>
<p>Rich: Ja, das fanden wir auch.</p>
<p><strong>Und dann, nach so vielen Jahren, wurde das Album fertig, und ihr habt entschieden, es selbst zu veröffentlichen.</strong></p>
<p>Duncan: Ja.</p>
<blockquote><p>&#8222;Viele Schlaganfall‑Patienten leiden unter sogenannter Post‑Stroke‑Fatigue. Je mehr ich mit Musik zu tun habe, desto mehr hilft es mir in dieser Situation.&#8220; &#8211; Musik als Therapie nimmt Duncan Attwood wörtlich.</p></blockquote>
<p><strong>Fühlt es sich wie eine Entscheidung zugusten eurer Freiheit an, oder war es eher so, dass ihr gezwungen wart, „Moonlighting“ selbst zu veröffentlichen?</strong></p>
<p>Rich: Wir haben immer noch eine Beziehung zu <a href="https://vampster.com/bands/denovali-records/">DENOVALI</a>, sie veröffentlichen weiterhin unsere früheren Alben. Aber wir wollten versuchen, das Album selbst zu promoten und zu veröffentlichen. Dunk hat seit seiner Krankheit mehr Kontrolle und mehr eigene Aktivität und Zeit in die Promotion, die Organisation, das Design, das Vinyl‑Pressen und all diese Dinge stecken wollen. Und das haben wir getan. Ich glaube, Dunk, du hast viel Freude, Spaß und Lebendigkeit daraus gezogen, dieses Mal mehr involviert zu sein.</p>
<p>Duncan: Ich könnte es nicht besser sagen. Das ist tatsächlich der Hauptgrund. Ich wollte mich selbst um das ganze Drumherum kümmern, ich habe jetzt auch mehr Zeit. Viele Schlaganfall‑Patienten leiden unter sogenannter Post‑Stroke‑Fatigue. Je mehr ich mit Musik zu tun habe, desto mehr hilft es mir in dieser Situation. Und mehr in diese Veröffentlichung involviert zu sein, hat mir geholfen. Das bedeutet auch, dass ich enthusiastischer als je zuvor war, Musik zu veröffentlichen. Ich stelle mich selbst an die erste Stelle. Das geschieht sicherlich nicht aus finanziellen Gründen, denn der Vinylmarkt ist seit unserer letzten Veröffentlichung eingebrochen. Und es ist ehrlich gesagt ein Kampf, Platten zu verkaufen.</p>
<p>Rich: Besonders wenn man nicht tourt.</p>
<p>Duncan: Ja, besonders wenn man nicht tourt. Aber es war gut für meine Gesundheit. Es hat mich wieder musikalisch aktiv werden lassen. Es wird also mehr von BLUENECK geben, zumindest Musik. Wenn wir ehrlich sind, vielleicht nicht physisch. Wir müssen uns vielleicht jetzt auf die digitale Vermarktung konzentrieren. Ich glaube nicht, dass die Fans etwas dagegen haben, solange es überhaupt Musik gibt. Aber es war ziemlich aufregend, wieder mit dem Schreiben zu beginnen.</p>
<p>Rich: Wir wollten die Kontrolle selbst übernehmen und daraus lernen.</p>
<p>Duncan: Ich glaube, die Zeit hat sich für Künstler verändert. Aber hauptsächlich geht es darum, dass ich aktiver bin und mehr mit meiner eigenen Musik zu tun habe.</p>
<p><strong>Ich vermute, es ist besonders hart für kleinere UK‑Bands, gerade jetzt zu existieren, nicht zuletzt wegen des Brexits. Touren ist besonders teuer geworden. In den letzten Jahren ist es sehr schwierig geworden, wenn man nicht auf einem bestimmten Level operiert, richtig?</strong></p>
<p>Rich: Es ist lange her, dass wir richtig getourt sind. Damals war es machbar, man konnte ungefähr bei Null rauskommen. Von dem, was ich von Freunden höre und was wir sehen, ist es jetzt sehr schwierig. Wirklich, wirklich schwierig, besonders seit dem Brexit. Man hört all diese Geschichten über Leute, die in den USA touren. Ich kenne jemanden, der in einer Band spielt, viele ausverkaufte Shows in den USA hatte, und trotzdem kaum Geld verdient hat. Es wird eher ein Hobby statt ein Lebensunterhalt. Und deshalb glaube ich, dass Rockmusik struggelt, weil es so viel schwieriger wird, alle in einen Van zu bekommen, zu proben, aufzunehmen und zu spielen. Deshalb sucht man nach einem anderen Weg des Ausdrucks, man geht einen elektronischen Weg oder macht Solo‑Sachen. Es ist eine traurige Realität, aber wir sind inzwischen auch ältere Typen. Ich vermisse dennoch die Seite der Band, die live spielt. Wir haben viele großartige Erinnerungen. Es jetzt wieder zu versuchen wäre unglaublich herausfordernd.</p>
<p><strong>Vor ein paar Tagen war ich auf einem Konzert der Industrial‑Band <a href="https://vampster.com/bands/author-punisher/">AUTHOR &amp; PUNISHER</a>. Die Shirts kosteten 35 €, die CDs 25 €, nach den Vinylpreisen habe ich gar nicht erst gefragt. Aber wahrscheinlich sind es diese Preise, die das Touren überhaupt erst möglich machen.</strong></p>
<p>Rich: Ich habe viele große Bands im letzten Jahr gesehen: RADIOHEAD, SMASHING PUMPKINS, OASIS. Bei denen ist es natürlich etwas anderes. Die haben keine Probleme, Geld zu verdienen. Schau dir an, wie teuer der Merch bei diesen großen Bands ist. Es ist verrückt. Du weißt schon, 100 oder 80 Pfund für einen Radiohead‑Hoodie. Wahrscheinlich können sie das verlangen, weil ihre Fans jetzt älter sind und mehr Geld haben. Aber dieser verrückte Anstieg der Kosten existiert. Ich schätze, bei Bands wie deinem Beispiel ist es so, dass viele Leute es sich nicht leisten können, aber sie verstehen es, richtig? Sie verstehen: Dieser Typ verlangt 25 € für eine CD wahrscheinlich, weil er es braucht. Und man zahlt einen Aufpreis, weil man es direkt vom Künstler bekommt, er signiert und man eine Erinnerung hat, statt es von Amazon geschickt zu bekommen.</p>
<p>Duncan: Harte Zeiten für kreative Menschen, leider.</p>
<p><figure id="attachment_420306" aria-describedby="caption-attachment-420306" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-420306 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_-_Arcade_-_c_Blueneck-800x653.png" alt="BLUENECK 2026 (c) BLUENECK" width="800" height="653" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_-_Arcade_-_c_Blueneck-800x653.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_-_Arcade_-_c_Blueneck-1200x980.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_-_Arcade_-_c_Blueneck-380x310.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blueneck_-_Arcade_-_c_Blueneck.png 1388w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-420306" class="wp-caption-text">BLUENECK 2026 (c) BLUENECK</figcaption></figure></p>
<p><strong>Ich deprimiere alle um mich herum. Das kann ich am Besten.</strong></p>
<p>Rich: Das betrifft auch das KI‑Zeug. Aber Menschen finden einen Weg. Ich bin da hoffnungsvoll.</p>
<p>Duncan: Oh mein Gott, das stimmt.</p>
<p>Rich: Du erinnerst dich vielleicht an das erste Mal, als jemand ein KI-Foto erstellt hat, richtig? Wie hat es ausgesehen? Donald Trump, wie er einen Koalabären auf dem Mars küsst? Und dann siehst du es an und denkst: Das war’s. Das Interesse ist weg. Wie auch immer, es wird langweilig, wenn man über KI redet. Sorry, dass ich habe das Thema angesprochen habe.</p>
<p><strong>Ich glaube, die Mehrheit der Leute, die Heavy Music, alternative Musik oder Indie mögen, denkt kritisch genug. Im Moment denke ich, KI ist eher ein Problem für die großen Popkünstler. KI ist allgegenwärtig, zum Beispiel, wenn du eine Spotify‑Playlist anmachst, „Music for studying“ oder „Music for working“.</strong></p>
<p>Rich: Aber ich habe neulich Ambient‑Piraten-Music gehört. Also, du weißt schon, Piraten wie in „Fluch der Karibik“.</p>
<p><strong>Okay. Ambient‑Pirate-Music.</strong></p>
<p>Rich: Es gibt eine Ambient‑Pirate‑Spotify‑Playlist. Und ich habe sie angemacht, weil ich dachte: Oh, ich bin in der Stimmung für Ambient‑Pirates. Sich vorzustellen, man ist in der Karibik, nachts am Strand. Und im Hintergrund läuft diese Art Piratenmusik. Und weißt du, es war cool. Ich fand dass es genau meine Stimmung traf. Aber schließlich realisiert man, dass das KI ist. Wow.</p>
<p>Duncan: Was hat dich dazu gebracht, das zu suchen?</p>
<p>Rich: Kennst du das Computerspiel „Monkey Island“ aus den Neunzigern? Es ist eines meiner Lieblingsspiele von LucasArts. Der Soundtrack von „Monkey Island“ ist eindrucksvoll und du bist ein Piraten‑Typ, der nachts über eine dunkle karibische Insel wandert, mit dieser großartigen Musik. Ich hörte den „Monkey Island“‑Soundtrack und wusste, was ich wollte: für den Rest des Abends Ambient-Pirate‑Music! Und natürlich gibt es eine verdammte Playlist dafür. Das ist KI. Und wie bei allem KI‑Zeug denkst du sofort: Cool, das ist genau das, was ich will. Und dann denkst du: Oh, es ist genau das, was ich will, aber es ist nicht gut. Also ja, vielleicht sollten wir Ambient‑Pirate-Music machen. Das könnte die nächste Richtung sein.</p>
<p><strong>Ich bin froh, dass du „Monkey Island“ erwähnt hast, weil Duncan mir den Screenshot geschickt hat von euch beiden in diesem Computerspiel.</strong></p>
<p>Duncan: Oh ja, das habe ich vergessen. Dieses „Miami‑Vice“‑Ding.</p>
<p><strong>Wo kann man das spielen?</strong></p>
<p>Rich: Ich glaube, du musst mit vielen Euro‑Münzen in eine Arcade in Berlin gehen, und du findest es in einer Piraten‑Monkey‑Island‑Bar. Und du kannst deine Euros in die Maschine stecken und Duncan oder mich als Charakter wählen.</p>
<p>Duncan: Aber im Ernst, ich glaube, Iain hat gesagt, er könnte das designen, oder?</p>
<p>Rich: Ja. Iain, der das Artwork gemacht hat ist auch ein sehr, sehr guter Programmierer. Und er weiß, wie man KI‑Prompting und Programmierung benutzt, und weißt du, er ist einfach ein sehr kluger Typ. Er macht seine eigene Musik, und sie ist toll. Wir wissen nicht wirklich viel über KI, aber er würde uns ein Video erstellen. Er könnte die KI ein Videospiel programmieren lassen, in dem wir beide die Figuren sind, wie ein 1990er‑Arcade‑Spiel, wie „Robocop“ oder so.</p>
<blockquote><p>&#8222;Jeder Mann in seinen Vierzigern ist in den letzten zehn Jahren durch eine John‑Carpenter‑Phase gegangen.&#8220; &#8211; Rich Sadler über die JOHN CARPENTER-Einflüsse auf &#8222;The Outpost&#8220;.</p></blockquote>
<p><strong>Ich würde das lieben. Und es wäre großartige Promo für BLUENECK.</strong></p>
<p>Rich: Du kannst 8‑Bit‑Versionen unserer Songs dazu haben.</p>
<p>Duncan: Und wie viele Leute würden das spielen? Vielleicht würde es viral gehen.</p>
<p>Rich: Ihr würdet das folgende übrigens zu schätzen wissen: Es gibt eine Lo‑Fi‑Version von „Siamese Dream“ auf YouTube, die ich viel höre. Ich glaube nicht, dass es KI ist, sondern von einem Menschen gemacht wurde. Es ist wirklich gut. Ich liebe Lo‑Fi‑Musik, aber das Problem ist, dass vieles davon KI generiert ist. Ich höre sowas viel zu oft. Viel, viel, viel zu oft.</p>
<p>Duncan: Oh ja, das ist schön.</p>
<p><strong>Ich bin in letzter Zeit gelegentlicher Hörer von Dungeon Synth und Fantasy Synth geworden, aber das ist wieder ein anderes Rabbit Hole. Ich glaube, ich gehe bei „Siamese LoFi-Dreams“ nicht rein, aber ich verstehe die Faszination total.</strong></p>
<p>Rich: Ja, Synth, Synthwave, Lo‑Fi, es macht viel zu viel Spaß. Besonders wenn du Videospiele, die 80er und John Carpenter magst. Das ist alles Zeug, das wir lieben.</p>
<p><strong>Übrigens, “The Outpost” war offensichtlich BLUENECKs JOHN CARPENTER‑Tributalbum, richtig?</strong></p>
<p>Rich: Natürlich. Ich glaube, jeder Mann in seinen Vierzigern ist in den letzten zehn Jahren durch eine John‑Carpenter‑Phase gegangen. PORTISHEAD haben das mit „Third“ angefangen, oder? Sie waren wahrscheinlich die erste Band, die diese Verehrung für John Carpenter offen gezeigt hat. Und das war 2008. Da begann das Revival. Aber ja, wir lieben seine Filme und wir lieben seine Musik.</p>
<p><strong>Ich habe all die Verbindungen zu John Carpenter auf „The Outpost“ wohlwollend bemerkt. Als ich zwölf war, sah ich „Escape from New York“, und es war um mich geschehen.</strong></p>
<p>Rich: Für mich war es mit zwölf „Big Trouble in Little China“. Der Film hat meinen Verstand gesprengt, ich liebe ihn. Und „The Fog“ war sehr wichtig für mich. Wirklich, wirklich wichtig. Und ich höre viel von „The Fog“ in „Epilogue“.</p>
<p>Duncan: Wirklich? Das ist mir nie aufgefallen.</p>
<p><strong>Dunk, Rich, ich fürchte, ich habe euch ziemlich viel Zeit gestohlen – danke für das Interview!</strong></p>
<p>Rich: Es war schön, dich zu sehen und schön, mit dir zu sprechen, Christoph.</p>
<p>Duncan: Danke für das Interview.</p>
<p><strong>Alles Gute euch. Bis zum nächsten Mal.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[BLUENECK]]></band>
<genres><![CDATA[alternative rock, post rock, indie]]></genres>
<wpid>420184</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>FROM ASHES TO NEW: Interview zu &#8222;Reflections&#8220; und der aktuellen Europa-Tour</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/from-ashes-to-new-interview-zu-reflections-und-der-aktuellen-europa-tour/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luca]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 11:11:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[FROM ASHES TO NEW]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=410142</guid>

					<description><![CDATA[Aktuell ist die Nu-Metal-Band FROM ASHES TO NEW auf Europa-Tour zum neuen Album &#8222;Reflections&#8220;, das am 17. April&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Aktuell ist die Nu-Metal-Band <a href="https://vampster.com/bands/from-ashes-reborn/" type="post_tag" id="124520">FROM ASHES TO NEW</a> auf Europa-Tour zum neuen Album &#8222;Reflections&#8220;, das am 17. April erscheint. Wir haben beim Köln-Stopp der Tour mit Lead-Sänger Danny Case über die Entstehung des Albums, das Reflektieren über die eigenen Schattenseiten und seine Verbundenheit zu Deutschland und den deutschen Fans gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Danke, dass du dir die Zeit nimmst, mit uns zu sprechen. Ihr seid jetzt fast mit der Hälfte der Europa-Tour durch. Wie kommen die neuen Songs bisher bei euren Fans an?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Es ist unglaublich! Uns ist tatsächlich aufgefallen, dass die Leute die neuen Songs bei den Konzerten am lautesten mitsingen, was ziemlich verrückt ist. Wir wussten nicht, ob die Leute diese Songs genauso gut kennen würden wie die älteren Songs. Aber die ersten drei Konzerte, die wir gespielt haben, waren einfach der Wahnsinn! Es gab Momente, in denen ich dachte: Ich singe jetzt einfach nicht mehr. Die Fans kennen die Texte und ich lasse sie einfach machen. Es ist unglaublich, vor allem in Deutschland. Vielleicht bin ich da ein bisschen voreingenommen, weil ich in der Schule fünf Jahre lang Deutsch gelernt habe und schon immer nach Deutschland kommen wollte, aber ich habe einfach das Gefühl, dass sie die besten Fans der ganzen Welt haben. Die Konzerte in Deutschland waren einfach großartig und ich bin sehr dankbar, dass ich hierherkommen und vor so tollen Fans spielen darf. Heute ist unser letzter Abend in Deutschland und es ist das bisher größte Konzert und ich bin sehr gespannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat dir denn bisher am besten an Deutschland gefallen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Wir wussten, dass wir in Deutschland eine große Fanbase haben, aber wir waren absolut nicht darauf vorbereitet, dass unsere Shows innerhalb von fünf Minuten ausverkauft sein würden. Als wir das gehört haben, haben wir uns gedacht &#8222;Wow, das ist verrückt!&#8220; Wir haben uns direkt nach Möglichkeiten erkundigt, die Shows in größere Venues zu verlegen. In Hamburg hat das leider nicht geklappt, aber das coolste daran war, dass die 500 Leute, die diese Tickets ergattern konnten, <em>die</em> größten Fans der Band waren. Es war also eine sehr vollgepackte Show mit eingefleischten Fans. Und dann passierte dasselbe hier in Köln, wo wir eine kleinere Venue hatten, die auch innerhalb von 3 oder 5 Minuten ausverkauft war. Hier konnten wir zum Glück auf diese Venue (Live Music Hall, Köln) ausweichen, in die glaube ich ca. 1.400 Leute reinpassen&#8230;und auch hier waren die Tickets bereits nach einem Tag komplett ausverkauft, was für uns komplett verrückt ist. Ich habe einfach das Gefühl, dass Rap und Pop in Amerika mehr zum kulturellen Mainstream geworden sind und ich glaube, dass Rock und Metal in Deutschland im Mainstream immer noch eine große Präsenz haben. Und so scheint es einfach, als gäbe es bei den deutschen Fans und in der deutschen Kultur eine größere Leidenschaft für diese Musik. Und weil wir seit 10 Jahren nicht mehr hier waren, sind die Fans einfach total aus dem Häuschen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, das zu erleben, weißt du, wenn wir auf die Bühne gehen und ich sie alle über meine In-Ear-Monitore hören kann, die ich brauche, um die Show zu hören. Ich kann sie über all das hinweg hören. Und es ist einfach verrückt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410103" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich bekomme schon beim Zuhören Gänsehaut, das muss sich wirklich gut für euch anfühlen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Das tut es, es ist einfach unglaublich. Wir haben uns gestern Abend im Bus schon darüber unterhalten, dass wir es nicht erwarten können wiederzukommen. Wir wollen das richtig groß aufziehen, beim nächsten Mal können wir dann auch unsere Crew mitbringen und eine größere Produktion auf die Beine stellen, und wir werden einfach immer wiederkommen und das Ganze immer größer machen und das können wir alles nur wegen unserer Fans.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das ist sehr schön zu hören! Jetzt aber mal zu eurem neuen Album: Mir ist beim Hören der ersten Songs, die ihr bereits veröffentlicht habt, aufgefallen, dass die Songs vor allem im Vergleich zu eurem vorherigen Album &#8222;Blackout&#8220; irgendwie intensiver klingen. War das eine bewusste Intention von euch, und habt ihr diese Intensität auch beim Schreiben und Aufnehmen des Albums gespürt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Ja, ich glaube sowohl die Musik als auch die Songtexte sind intensiver. Wir wollten unbedingt ein Album aufnehmen, das noch besser werden sollte als &#8222;Blackout&#8220;. Und die Arbeit an dem Album war sehr intensiv. Wir hatten eine ganze Reihe von Songs, an denen wir gearbeitet und Demos aufgenommen hatten, die wir am Ende weggeworfen haben, weil wir dachten: Das ist einfach nicht gut genug. Die Musik hat uns einfach nicht genug bewegt und wir haben uns gedacht, wenn wir die Musik nicht fühlen, werden unsere Fans das auch nicht. Deshalb haben wir uns gesagt, wir müssen unsere Studio-Zeit verdoppeln, wir müssen da nochmal rein, um an besserem Material und neuen Songs zu arbeiten. Und dadurch war der Entstehungsprozess des Albums wirklich sehr intensiv. Die Musik, die Texte, der ganze Prozess – alles war sehr intensiv. Ich glaube, das kommt in der Musik auch rüber und ich denke, es ist gut, dass wir das so gemacht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf jeden Fall! Es hört sich an, als hättet ihr euch selber sehr hohe Standards gesetzt und wenn man sich ansieht, wie die Resonanz bisher war, scheint es, als hätte sich das gelohnt. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Ja, absolut.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410083" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es Künstler, von denen ihr euch für dieses Album oder auch generell für eure Musik inspirieren lassen habt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Ich glaube, wir lassen uns von allem inspirieren, was wir hören. Es gibt viele Bands, die in letzter Zeit echt tolle Sachen gemacht haben, und ich glaube, uns haben einige der neueren Sachen, wie zum Beispiel von <a href="https://vampster.com/bands/architects/" type="post_tag" id="6168">Architects</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/bad-omens/" type="post_tag" id="95429">Bad Omens</a>, richtig gut gefallen und das kann definitiv eine Rolle dabei spielen, wie man schreibt, weil die Dinge, die man hört, einen beeinflussen. Aber wir versuchen wirklich einfach auf das zu schauen, was wir gemacht haben, und darauf aufzubauen, um uns zu verbessern und weiterzuentwickeln. Und das war sozusagen der zentrale Fokus des ganzen Albums.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>War die Arbeit an diesem Album – bzw. auch an Alben im allgemeinen – für euch eher ein persönlicher Prozess oder zieht ihr gerne auch Leute außerhalb der Band hinzu, um euch Ratschläge und Meinungen von außen einzuholen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Was das Schreiben und Aufnehmen angeht, versuchen wir, das Ganze ziemlich unter uns zu behalten. Wir sind ein sehr eng verbundenes Team. Es sind also im Grunde nur wir und unser Produzent, der mit uns zusammenarbeitet. Wir beziehen andere Leute mit ein, wenn wir gerade dabei sind, Songs als Singles auszuwählen, wo wir dann so sagen: &#8222;Hör dir diesen Song an, hör dir jenen Song an&#8220;, und fragen: &#8222;Was denkst du, gefällt dir dieser Song besser? Oder gefällt dir der andere Song besser?&#8220; Wir holen dann Leute aus unserem engsten Kreis dazu, ob das nun super enge Freunde oder Ehepartner oder Geschwister sind, wir zeigen ihnen kleine Ausschnitte und sie sagen dann: &#8222;Der Song gefällt mir wirklich gut.&#8220; Wenn wir sehen, dass vielen Leuten dieser oder jener Song gefällt, kann das immer hilfreich sein. Aber was den Aufnahmeprozess und den Schreibprozess angeht, ist das eine sehr geschlossene Sache, nur wir. Und sonst niemand.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das kann ich gut nachvollziehen, aber es ist wahrscheinlich hilfreich, dann später im Prozess Meinungen von Leuten einzuholen, die nicht unbedingt Musiker sind und einen anderen Blick auf die Musik haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Ja, manchmal kommen wir beim Schreiben der Songs an einen Punkt, an dem wir schon total ausgebrannt sind, weil wir sie ständig hören. Wir hören sie tausende Male, bevor alle anderen sie hören. Und meine Frau hat mir das tatsächlich auch vor kurzem gesagt. Sie meinte nur: &#8222;Weißt du, ich verstehe mittlerweile, warum du deine eigene Musik jetzt nicht mehr hörst&#8220;, weil sie denselben Song jetzt schon tausende und abertausende Male gehört hat, sei es der Refrain von „Die for You“ oder was auch immer. Sie sagte: &#8222;Ja, ich habe das Gefühl, diesen Song selbst schon eine Millionen Mal gehört zu haben.&#8220; Die Songs werden uns einfach irgendwann überdrüssig und das Verrückteste daran ist, dass sie noch nicht einmal veröffentlicht sind. Also ja, es hilft manchmal, Meinungen von außen einzuholen, weil wir manchmal wirklich übersättigt davon sind, denselben Song ständig zu hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mir ist aufgefallen, dass in den bisherigen Songs des Albums viele Metaphern und Bezüge rund um die Hölle, den Teufel und Dämonen auftauchen. Woher kam die Inspiration dafür und warum haben euch diese Motive und Themen besonders angesprochen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Ich glaube das ist tatsächlich einfach so passiert und dass uns das damals gar nicht so richtig aufgefallen ist. Wir haben einfach über das Leben geschrieben, über die Höhen und Tiefen, die guten und die schlechten Zeiten und da gibt es einfach sehr viele Dinge, die auf so etwas wie ein Fegefeuer hindeuten, wo es so ist, als würde man versuchen, einen besseren Ort zu erreichen, und manchmal wird man wieder nach unten gezogen, und das passiert im Leben andauernd. Ich glaube diese Texte sind einfach nur die natürliche Konsequenz von Dingen, die wir alle durchgemacht haben und die wir zu der Zeit gefühlt und über die wir geschrieben haben. Ich finde es im Nachhinein betrachtet schon verrückt, dass wir nicht unbedingt einen strengen Plan hatten, aber letztendlich heißt das Album &#8222;Reflections&#8220; und steht dafür, den Blick nach innen zu wenden, an sich selbst zu arbeiten und über das eigene Leben zu reflektieren. Und da es um die Höhen und Tiefen im Leben geht, hat sich der Kreis wirklich geschlossen. All das Zeug über Himmel, Hölle und Fegefeuer ist einfach so passiert und ich glaube nicht, dass es besser hätte laufen können.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410087" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wo wir gerade von diesem Thema sprechen, also von dieser Versuchung, sich in seinen dunklen Gedanken und Gewohnheiten zu verlieren, was ja auch in diesen Songs ein ziemlich großes Thema ist. Ich glaube, das ist etwas, womit sich viele Leute identifizieren können. Bekommt du viel Feedback von Fans, die sagen, dass diese Songs sie berühren, und wie fühlt sich das für dich an?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Ja, solches Feedback bekommen wir sehr häufig. Ich glaube, das liegt daran, dass wir alle viel mehr gemeinsam haben, als uns bewusst ist. Weißt du, ich glaube, viele Menschen haben das Gefühl, dass sie nirgendwo reinpassen oder dass sie nicht zu der Welt dazugehören, weil sie sich allein fühlen. Und ich glaube, dass das, was wir über all diese Dinge schreiben, einfach zeigt, dass es vielen Menschen ganz ähnlich geht oder dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Es ist also wirklich cool, so ein Feedback von Menschen aus aller Welt zu bekommen. Wir hatten gerade erst gestern und heute Leute, die uns erzählt haben, dass unsere Musik ihr Leben gerettet hat, was eines der coolsten Dinge ist, die man uns als Künstler sagen kann, denn das bedeutet, dass die Wirkung einfach unglaublich ist. Und es ist wirklich cool, eine solche Bedeutung im Leben von jemandem zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410067" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vor allem auch von Leuten, die man kaum oder gar nicht kennt, das muss sich wirklich besonders anfühlen. Für viele Künstler sind das Touren und das Bereisen all dieser verschiedenen Städte auf der ganzen Welt oft eine Quelle für neue Ideen und Inspiration. Ich weiß, dass ihr wahrscheinlich noch eine Weile lang damit beschäftigt sein werdet, mit diesem Album auf Tour zu gehen, weil es zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht erschienen ist, aber hast du schon Ideen, Pläne oder vielleicht sogar Wünsche für die Zukunft der Band?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Wir wollen nach dieser Tour auf jeden Fall viel mehr ins Ausland reisen. Es war jetzt schon so unglaublich, also haben wir vor entweder gegen Ende diesen Jahres wiederzukommen, und wenn nicht, dann im kommenden Sommer, um auf allen europäischen Festivals zu spielen, mehr Headliner-Shows in Europa zu geben und vielleicht einige der Orte zu besuchen, die wir dieses Mal nicht besuchen konnten. Wir wollen das Ganze wirklich einfach weltweit ausbauen. Wir haben uns bisher so sehr auf die USA konzentriert und darauf, Touren zu machen, bei denen wir andere Bands unterstützt und vor anderen Leuten gespielt haben, dass wir jetzt wirklich das Gefühl haben, es ist an der Zeit, uns so weit wie möglich zu verzweigen, um zu zeigen, wie groß diese Fangemeinde und diese Familie wirklich ist, denn ich glaube, die Leute fangen langsam an zu begreifen: &#8222;Wow, diese From Ashes To New Band ist tatsächlich ziemlich groß.&#8220; Und das ist ein cooles Gefühl. Und jetzt denken wir: Okay, wir müssen uns so weit wie möglich ausbreiten und an so viele Orte wie möglich gehen. Deshalb spielen wir dieses Jahr keine Headliner-Touren. Von jetzt an wird es diese sehr großen Tourneen als Support für größere Bands geben, und dann werden es, glaube ich, internationale Shows sein, und dann kommen wir ins Jahr 2027. Ich glaube, das ist nächstes Jahr, ich verliere fast den Überblick über die Jahre. Und dann wird unsere erste Headliner-Tour erst 2027 stattfinden, und dann kommen wir hoffentlich wieder nach Europa. Hoffentlich wieder. Und es ist so, dass wir überall sein werden, und genau das ist der Sinn der Sache.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das hört sich ziemlich gut an. Ich habe noch eine letzte Frage: Wenn neue Musik veröffentlicht wird, müssen ja leider oft ältere Songs von der Setlist weichen. Welchen eurer älteren Songs würdest du gerne so lange wie möglich auf der Setlist behalten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Wir touren im Sommer mit Shinedown und haben bei dieser Tour nur 30 Minuten für unser Set und da wird es wirklich schwer, sich zu entscheiden. Und ich denke einer der Songs, die gestrichen werden und bei dem ich mir denke &#8222;Mann, es ist echt schade, dass wir ihn weglassen müssen, aber wir haben keine andere Wahl&#8220;, wird &#8222;Heartache&#8220; sein. Wir haben nur Zeit für vielleicht acht Songs und das auch nur, wenn wir uns wirklich ranhalten und direkt wenn ein Song endet mit dem nächsten weitermachen und da passt Heartache dann leider nicht mehr rein. Denn wir müssen natürlich die neuen Songs spielen und wir müssen unsere großen Songs spielen, so wie &#8222;Barely Breathing&#8220; und &#8222;Panic&#8220; und &#8222;Through It All&#8220; und selbst das sind ja schon drei Songs, also ist es wirklich schwierig. Wir spielen etwa vier Songs vom neuen Album und dann müssen wir diese drei Songs spielen. Das lässt vielleicht einen Platz übrig und das war’s. Also wenn wir eine kürzere Setlist spielen, gibt es definitiv vieles, was wir gerne auf der Setlist behalten würden, was wir aber nicht können. Aber &#8222;Heartache&#8220; ist definitiv einer dieser Songs, der bei einer so kurzen Setlist gestrichen wird, und bei dem ich mir denke &#8222;Mensch, das ist echt schade!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8222;Heartache&#8220; ist wirklich ein guter Song, ich mag ihn auch sehr, deshalb kann ich das gut nachvollziehen. Jetzt bin ich aber erst mal gespannt auf eure Show heute Abend und darauf, wie laut die Fans in Köln heute sein werden. Danke, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns genommen hast.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">DANNY: Das wird großartig, ich weiß, dass es großartig wird, deshalb kann ich es kaum erwarten!</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="h-from-ashes-to-new-live-music-hall-koln-11-04-2026-konzertfotos"><a href="https://vampster.com/bilder/from-ashes-to-new-live-music-hall-koeln-11-04-2026-konzertfotos/">FROM ASHES TO NEW – Live Music Hall, Köln – 11.04.2026 – Konzertfotos</a></h2>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-09.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-09-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410073" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-09-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410073" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-09-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-09-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-09-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-09.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-08.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-08-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410072" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-08-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410072" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-08-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-08-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-08-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-08.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-02.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-02-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410066" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-02-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410066" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-02-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-02-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-02-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-02.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-04.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-04.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410068" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-04-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410068" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-04-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-04-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-04-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-04.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-06.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-06.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410070" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-06-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410070" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-06-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-06-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-06-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-06.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-11.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-11.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410075" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-11-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410075" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-11-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-11-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-11-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-11.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410083" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410083" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-19.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-22.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-22-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410086" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-22-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410086" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-22-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-22-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-22-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-22.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-20.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-20-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410084" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-20-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410084" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-20-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-20-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-20-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-20.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-07.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-07-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410071" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-07-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410071" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-07-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-07-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-07-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-07.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-31.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-31-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410094" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-31-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410094" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-31-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-31-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-31-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-31.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-36.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-36-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410100" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-36-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410100" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-36-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-36-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-36-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-36.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-14.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-14.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410078" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-14-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410078" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-14-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-14-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-14-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-14.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-10.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-10.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410074" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-10-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410074" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-10-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-10-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-10-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-10.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-16.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-16.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410080" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-16-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410080" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-16-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-16-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-16-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-16.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410067" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410067" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-03.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-21.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-21-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410085" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-21-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410085" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-21-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-21-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-21-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-21.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-34.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-34-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410098" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-34-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410098" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-34-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-34-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-34-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-34.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-41.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-41-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410105" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-41-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410105" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-41-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-41-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-41-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-41.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-24.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-24-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410088" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-24-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410088" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-24-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-24-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-24-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-24.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-30.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-30-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410095" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-30-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410095" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-30-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-30-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-30-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-30.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-18.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-18.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410082" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-18-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410082" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-18-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-18-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-18-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-18.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-29.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-29.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410093" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-29-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410093" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-29-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-29-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-29-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-29.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-43.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1500" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-43.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" data-id="410107" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-43-800x1200.jpg" alt="" class="wp-image-410107" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-43-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-43-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-43-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-43.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410087" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410087" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-23.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-01.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-01-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410065" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-01-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410065" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-01-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-01-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-01-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-01.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



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<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-40.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-40-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410104" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-40-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410104" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-40-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-40-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-40-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-40.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



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<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39.jpg" data-lbwps-gid="2" data-lbwps-width="1500" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" data-id="410103" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-410103" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/From_Ashes_To_New_Live_Music_Hall_Koeln_20260411-39.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<band><![CDATA[FROM ASHES TO NEW]]></band>
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		<title>NAEVUS: In der Lichtgeschwindigkeit des Doom (Interview)</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/naevus-in-der-lichtgeschwindigkeit-des-doom-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 10:16:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=408406</guid>

					<description><![CDATA[Nach fast drei Jahrzehnten Bandgeschichte legen NAEVUS mit „Back Home“ ihr drittes Album vor. Wir treffen die Band im Ludwigsburger Brückenhaus - bei Bier und Grüntee. Es geht um 30 Jahre Doom, Metal, das perfekte Festival-Line Up und jede Menge Nerd-Talk - und um die Lektion, warum man keine Koffer und kein Geld von Junkies annehmen sollte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schön, dass ihr alle da seid! Das hatte ich nicht erwartet.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Heute hatte jeder Zeit. Sonst treffen wir uns oft nur zur Probe oder zu Konzerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Klar, wenn vampster ein Interview macht, ist das wie wenn der Rolling Stone anruft! </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Haha!</strong> <strong>Glückwunsch zum neuen Album „Back Home“. Man hört, wie ihr euch als Band entwickelt habt.</strong></p>


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					<a href="https://vampster.com/cd-reviews/naevus-back-home/">NAEVUS: Back Home</a>
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			<div class="cs-entry__post-meta" ><div class="cs-meta-author"><a class="cs-meta-author-inner url fn n" href="https://vampster.com/author/boxhamster/" title="Zeige alle Beiträge von Markus"><span class="cs-photo"><img alt='Avatar-Foto' src='https://vampster.com/wp-content/uploads/cropped-Markus_1_VAM_0057_Quad-1-26x26.jpg' srcset='https://vampster.com/wp-content/uploads/cropped-Markus_1_VAM_0057_Quad-1-52x52.jpg 2x' class='avatar avatar-26 photo' height='26' width='26' /></span><span class="cs-by">von</span><span class="cs-author">Markus</span></a></div></div>		</div>

		<a href="https://vampster.com/cd-reviews/naevus-back-home/" class="cs-overlay-link"></a>
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<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Wir hatten natürlich auch 28 Jahre Zeit gehabt, uns zu entwickeln. Das erste Album haben wir 1997 aufgenommen in Berlin, erschienen ist „Sun Meditation“ im April 1998. Für die zweite Platte „Heavy Burden“ haben wir glaube ich 2014 angefangen Songs zu Schreiben und aufzunehmen. Auf jeden Fall hat die zweite Platte viel zu lange gebraucht. Wir waren zwar einmal im Studio, da haben wir live aufgenommen. Wir hatten uns aber kein zeitliches Limit gesetzt. Du hast dann immer neue Ideen, die du erweiterst, und verzettelst dich. So war das bei „Heavy Burden“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und bei „Back Home“?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Diesmal war es deutlich fokussierter. Wenn etwas nicht funktioniert hat, musste man es eben nochmal machen, aber es ist nicht so ausgeufert. Beim letzten Mal hat mich das irgendwann genervt, aber das lag auch an mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Mit dem neuen Album wollten wir es eigentlich ähnlich machen wie beim letzten, also die Basic Tracks live aufnehmen, das hat dann ja auch geklappt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Als Matze mit <a href="https://vampster.com/bands/sacred-steel/" type="post_tag" id="5893">SACRED STEEL</a> im Studio war und aufgenommen hat, hatten wir das gar nicht richtig auf dem Schirm. Ich bin am Wochenende mal hingefahren, als Matze mit Benjamin Hölle aufgenommen hat und ich war ziemlich begeistert, wie das abgelaufen ist. und der Typ war auch noch nett! Und dann haben wir zwei Wochen später auch schon aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ich glaube, im Januar 2025 haben wir SACRED STEEL aufgenommen und im Februar <a href="https://vampster.com/bands/naevus/" type="post_tag" id="6224">NAEVUS</a>. Da lagen nur ein paar Wochen dazwischen. Wobei das neue Material für „Back Home“ schon lange fertig war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Genau das war aber auch das Problem. Wir hatten schon wieder angefangen, Sachen umzuschreiben und haben parallel nach dem richtigen Setup und einem Termin gesucht. Dann kam diese schicksalhafte Begegnung mit Benjamin, das hat dem Ganzen einen Arschtritt verpasst. Wir waren dann auch alle dabei, als das Schlagzeug aufgenommen wurde. Diese Live-Dynamik, zusammen in einem Raum zu sein, ist auch wirklich passiert, obwohl im Wesentlichen nur Schlagzeug aufgenommen wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="875" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession1.jpg" alt="" class="wp-image-408455" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession1.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession1-800x583.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession1-380x277.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">NAEVUS bei den Aufnahmen zu &#8222;Back Home&#8220;. Foto: Benjamin Hölle</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Habt ihr im Studio dann also nicht mehr viel verändert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Die Songs hatten wir schon jahrelang geprobt, im Studio haben wir nichts mehr umgestellt. Das gibt Sicherheit. Man muss nicht mehr überlegen, welche Parts kommen, es geht nur noch um das Feeling in einem Song. Wir waren ziemlich fokussiert. Als Matze aufgenommen hat, hat er meistens zwei oder drei Takes eingespielt. Benjamin Hölle hat uns gepuscht: „Das war richtig geil! Und jetzt mach es noch mal.“ Dann legt man oft nochmal eine Schippe drauf. Bei mir war es mit den Gitarren ähnlich. Ich habe sie mit Benjamin aufgenommen, ganz klassisch, mit Verstärker und großem Gitarrenturm.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Olli, du hast deine Gitarren zu Hause aufgenommen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Ja, in meinem Schlafzimmer-Studio. Mit einem Capture-System, das echte Amps digitalisiert. Ich habe das zu Hause ausprobiert, mit vernünftigen Studiomonitoren und dachte so: Das kann nicht sein, dass das so gut klingt. Ein Wermutstropfen war für mich: Die anderen hatten immer irgendjemand dabei, der draufgehört hat. Ich habe die ganzen Aufnahmen alleine gemacht. Mir hat keiner gesagt, mach es nochmal. Es war keiner dabei, der eventuell was kontrollieren hätte können. Ich habe Zuhause die ersten Tracks gemacht, mich mit dem Benjamin abgestimmt und dann war das für mich klar, dass ich das daheim aufnehme. Ich saß da dann nächtelang in meinem Schlafzimmerstudio. Mir kam das nur irgendwann, bei allen war jemand dabei, der nochmal gegengehört hat, nur bei mir nicht. Ich habe das immer dem Benjamin geschickt und er hätte sich schon gemeldet, wenn etwas nicht gepasst hätte…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Das ist halt Doom. Das ist das Leben…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Also wir hatten Spaß, der Olli nicht so.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Man hört es dem Album überhaupt nicht an, dass ihr das so unterschiedlich aufgenommen habt, es klingt so organisch.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Das war Olli da verwendet hat, das Quad Cortex, habe ich jetzt auch. Ich komme noch nicht so richtig damit klar ehrlich gesagt, aber es kommt da ein guter, zuverlässiger Sound raus. Da rauscht nichts und man muss nicht mehr so viel schleppen, das ist schon praktisch.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr klingt auf „Back Home“ reifer. Würdet ihr dem zustimmen?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Nach 30 Jahren haben wir uns musikalisch verändert. Einflüsse und Geschmäcker ändern sich, aber es funktioniert immer noch. Das ist der Kern. Wir sind immer noch die gleichen, die zusammen Musik machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Dass wir reifer klingen, kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Wir entwickeln uns nicht gerade in Lichtgeschwindigkeit, eher in Doom-Speed. Wir machen ständig Musik, auch in anderen Projekten. Uwe hatte <a href="https://vampster.com/bands/voodoo-shock/" type="post_tag" id="14954">VOODOO SHOCK</a>, Matze spielt bei SACRED STEEL. Das bringt Erfahrung und erweitert das Repertoire. Früher hat Uwe alles alleine gemacht, er war quasi der Glen Danzig des Dooms. Mittlerweile ist es ein bunter Haufen an Kreativität, wo sich jeder einbringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Matze, dein Schlagzeugspiel wird oft hervorgehoben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Matzes Art zu spielen ist ein riesiger Zugewinn, er bringt eine solch untypische Power in dieses Doom-Zeug rein, ohne sein Schlagzeug wäre das Album nicht so geil geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Ich glaube, wir sind alle musikalisch in Summe gereift, und deshalb ist das Endergebnis so, wie es ist. Wir verstehen uns auch auf einer Metaebene gut, das funktioniert einfach.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das merkt man euch auch live an. Ihr seid unglaublich homogen auf der Bühne.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Das ist eine Sache, die sich entwickelt hat. Ich hätte mir gewünscht, schon vor 30 Jahren so gelöst im Jugendhaus zu spielen. Früher waren wir viel verbissener. Heute ist es lockerer.</p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-08-1200x800.jpg" alt="NAEVUS sind nicht nur auf Vinyl sondern auch live eine Bank." class="wp-image-358291" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-08-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-08-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-08-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-08.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">NAEVUS sind nicht nur auf Vinyl sondern auch live eine Bank.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Diese Reife, und auch die Live-Situation, die du beschrieben hast, kommt daher, dass wir seit fast 30 Jahren in dieser Besetzung spielen. Mit Unterbrechungen, aber seit vielen Jahren wieder regelmäßig. Es gibt viele Bands, die sind geile Musiker, aber die schicken sich Dateien zu, treffen sich eine Woche vor der Tour und spielen da erstmals zusammen. Dieses Gefühl, dass es zusammen reift, bekommst du aber nur, wenn du regelmäßig gemeinsam spielst. Das macht dann diese Reife aus, die man auf dem Album hört und bei Konzerten sieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Das gehört zu so einem Reifeprozess dazu. Jeder bringt das Beste mit rein, am Ende muss das Ergebnis zählen. Wenn du uns fragst, welcher Song der Beste ist auf dem Album, sagt wahrscheinlich jeder etwas anderes. Aber in Summe sind wir alle stolz auf das Album. Als ich das fertige Album zum ersten Mal auf Vinyl gehört habe, hatte ich Tränen in den Augen. Ich dachte, das ist eine andere Band. Dieses Momentum, das musst du erstmal schaffen. Das hat jetzt auch dreißig Jahre gebraucht, aber es hat geklappt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Es ist vielleicht das Beste, was wir je gemacht haben, das ist wirklich so.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Juckt es euch da nicht in den Fingern, häufiger neues Material aufzunehmen und mehr zu veröffentlichen, wenn ihr doch regelmäßig probt und euch so gut versteht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Da wir alle im Alltag recht stark eingebunden sind, bleibt dafür gar nicht so viel Zeit, dass wir regelmäßig ins Studio gehen und neue Sachen aufnehmen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Jetzt genießen wir erstmal das Album und spielen ein paar Konzerte. Ich glaube aber nicht, dass wir noch mal zehn Jahre für das nächste Album brauchen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Abstände zwischen den Alben haben sich immer halbiert. Demnach müsste das nächste Album in vier Jahren kommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: 2027.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Echt? Das schaffen wir!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich wäre eigentlich zum dreißigjährigen von „Sun Meditation“ 2028 erwartet, habt ihr da irgendwelche Pläne?</strong></p>


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<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>NAEVUS Alben heute und früher</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht! Uwe, da müssen wir liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Dann müssten wir dieses Jahr dreißig Jahre „Autumn Sun“ Demo feiern. Ne, es wird keinen Re-Release geben oder so.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Back Home“ bekommt durchweg gute Kritiken. Wie fühlt sich das an?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Erwartungen hatten wir keine. Wir wussten, dass die Songs ein bisschen catchy sind aber man weiß natürlich nicht, wie es ankommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Wir waren überzeugt davon, dass wir ein gutes Album gemacht haben, und wer da etwas anderes darüber denkt… das geht uns ehrlich gesagt am Arsch vorbei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ich war immer derjenige, der zum Uwe gesagt hat, das sind hammer Songs und hab ihn angestachelt, aber das war eher so bandintern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Man merkt aber wahrscheinlich schon, an was man da arbeitet und kann das Songmaterial einschätzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Die Qualität hast du erst mit der Aufnahme so richtig begriffen. Und was ja noch dazu kommt, ist das ganze optische, vor allem mit der Vinyl-Version. Gelbes Vinyl Cover! Was denkst du, wie wir in unserem Doom-Proberaum gekuckt haben. Aber jetzt, wo ich das alles zusammen sehe, passt das alles perfekt zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Alle, die Produkte von Dying Victims Productions kaufen, wissen das schon: Ah, da ist ein Sticker dabei, ein Klappcover, irgend etwas Besonderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://dying-victims.de/" target="_blank" rel=" noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="647" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/grafik-9.png" alt="" class="wp-image-408427" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/grafik-9.png 400w, https://vampster.com/wp-content/uploads/grafik-9-380x615.png 380w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Matze: Dying Victims haben immer diese besonderen Aufmachungen, da ist immer etwas dabei – ein Patch, eine Postkarte, ein Poster. Das ist mir als Fan und Käufer auch wichtig, weil ich dann auch vor dem Plattenspieler sitze und mir das anschaue. Das Gefühl zu haben, dass das andere mit unserem Album auch machen, das ist einfach schön. Ich freue mich dann immer, wenn ich Reviews lese und sehe, die Leute haben sich mit dem Album beschäftigt, die einzelnen Songs durchgehört, da geht mir echt das Herz auf, dass sich da jemand damit beschäftigt hat. Da gab es für NAEVUS auch viele schöne Reviews. Ich kenn das von SACRED STEEL auch anders, wir haben früher noch viel mehr auf die Glocke gekriegt und daher kenn ich auch die andere Situation. Wenn du Herzblut reinsteckst und liest dann in irgend einem Magazin „1 Punkt“, weil sie nur auf die Klischees einsteigen. Die haben sich überhaupt nicht mit dem Album befasst aber schreiben dann so einen Scheiß, den ein paar hundert oder tausend Leute lesen. Von dem her hat es mich das dann sehr gefreut, dass sich die Leute bei NAEVUS damit beschäftigt und fundierte Kritiken geschrieben haben. Ob sie das nun gut oder schlecht finden, ist nochmal eine andere Sache, aber sie haben sich damit beschäftigt und viele fanden es dann gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Und jeder Schreiber hat so drei, vier Lieder, die er herauspickt, aber es sind immer andere, das finde ich schon witzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für mich klingt das Album wie ein Gesamtwerk, ich würde keinen Song einzeln herausheben wollen. Deshalb würde mich aber auch die Geschichte zu diesem Akustik-Intro interessieren, da es etwas in die Irre führt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Auf „Heavy Burden“ haben wir so ein Outro gemacht &#8211; ich hatte zu der Zeit Winos (Scott Weinrich, Gitarrist von SAINT VITUS, THE OBSESSED u.a., der Verfasser) Gitarre bei mir zuhause und seine Lederweste, weil er zu der Zeit ja bekanntermaßen an der norwegischen Grenze gecatcht worden ist mit Crystal. Und dann haben die auf dem HAMMER OF DOOM Festival gespielt und samstags ruft mich der Kanzler an, also nicht der Herr Bundeskanzler, sondern Andreas Kohl von Exile On Mainstream Records, und sagt, hey Uwe, bist du auf dem Hammer of Doom? Sag ich, nee, aber der Matze ist auf dem Hammer of Doom. Er sagte, er kriege noch Kohle von SAINT VITUS. Matze solle da hingehen und das Geld holen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Alles klar, ich ruf den Matze an. Und Matze so: Waas, Geld holen? Ja, okay, mach ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Matze geht das Geld holen. Ach ja, und die Becken-Tasche von Henry Vasquez (<a href="https://vampster.com/bands/saint-vitus/" type="post_tag" id="6272">SAINT VITUS</a>, <a href="https://vampster.com/bands/pentagram/" type="post_tag" id="6456">PENTRAGRAM</a>, u.a.), gefühlt drei Tonnen schwer. Und Winos Gitarre und die Lederweste und ein paar tausend Euro Merch-Kohle. Und das hast du mir dann gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Das muss man sich mal vorstellen, wie bescheuert kann man sein. Auf so einer Rock&#8217;n&#8217;Roll-Tour Gitarren, Case, Weste und Bargeld von einem Junkie entgegenzunehmen, der gerade an der Grenze verhaftet wurde. Also, keine Ahnung, was da drin war. Ich hab’s dann schnell Uwe gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Das war zu der Zeit, als wir gerade aufgenommen haben. So, das ist die Vorgeschichte. In diesem Setting habe ich diesen Song aufgenommen, dieses Outro mit Vogelgezwitscher, das hat halt auch gut zum Album passt. Und deshalb habe ich beim aktuellen Album gedacht, das wär doch eine coole Idee, mit so etwas zu beginnen. Das hat dann auch gut funktioniert und es war die letzte Sache, die ich für das Album aufgenommen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ich muss da noch eine Geschichte loswerden, mit dem Wino-Zeug. Die Weste und die Gitarre hatten wir dann bei uns im Proberaum, das kam bei uns als alten Fans auch super an, und wir mussten uns dann alle in der Weste gegenseitig fotografieren, obwohl die ungefähr fünf Nummern zu klein war.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="623" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/The-OBSESSED-Foto-by-Susie-Constantino-1200x623.jpg" alt="" class="wp-image-408429" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/The-OBSESSED-Foto-by-Susie-Constantino-1200x623.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The-OBSESSED-Foto-by-Susie-Constantino-800x415.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The-OBSESSED-Foto-by-Susie-Constantino-380x197.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The-OBSESSED-Foto-by-Susie-Constantino.jpg 1244w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">THE OBSESSED und Wino mit seiner typischen Weste. Foto: Susie Constantino</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ich hatte die nicht an, der Olli auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Jeder von uns hatte die an, okay, außer vielleicht der Olli. Und ich hab es vielleicht am meisten übertrieben, haha. Aber mir war das schon wichtig, dass ich Winos Weste getragen habe, also die eine, die auf den ganzen Bildern anhat. Naja, vielleicht hat er ja auch fünf davon…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Also in diesem Umstand kam damals das Akustik-Outro zustande, und jetzt gibt es eben das passende Intro dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich finde das Intro insofern überraschend, weil es danach sofort in die Vollen geht. Was mir gleich aufgefallen ist, ist die Breite, die Fülle des Sounds auf dem Album. Breit, aber trotzdem… filigran ist vielleicht das falsche Wort, aber irgendwie fein? </strong><strong>Ich rätsele, wie ihr das gemacht habt, oder ob das einfach die Produktion ist.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ich würde sagen, das liegt an den technischen Fähigkeiten von Benjamin Hölle. Wir haben zum Beispiel vier Bassspuren aufgenommen, mit unterschiedlichen DI-Boxen, auch mal akustisch, und so weiter. Da haben wir uns viel Mühe gegeben, dass die Details nicht im Mix weggespült werden. Ich finde, das Schlagzeug ist nicht nur geil eingespielt, sondern auch sehr hochwertig aufgenommen. Der Benjamin ist ja so ein Multitalent, der ist ja auch Schlagzeuger, der wusste ganz genau was er tut, das klang schon bei der Aufnahme über die Kopfhörer so geil.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><a href="https://www.instagram.com/jumboshrimpstudios/" target="_blank" rel=" noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="899" height="899" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/jumbo-shrimp-studios-benjamin-hoelle.jpg" alt="" class="wp-image-408433" style="width:auto;height:500px" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/jumbo-shrimp-studios-benjamin-hoelle.jpg 899w, https://vampster.com/wp-content/uploads/jumbo-shrimp-studios-benjamin-hoelle-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/jumbo-shrimp-studios-benjamin-hoelle-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/jumbo-shrimp-studios-benjamin-hoelle-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 899px) 100vw, 899px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Benjamin Hölle &#8211; talentierter Fotograf und Musikproduzent mit seinen &#8222;Jumbo Shrimp Studios&#8220;</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Er hat bei der Aufnahme zum Beispiel mal gesagt „Matze, wart mal kurz“, dreht das Mikrofon an einer Tom um so zwei Grad und meint so „alles klar, jetzt kannst du weiterspielen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Und einmal hat er gehört, dass ein Kabel defekt war. Das ist völlig unmenschlich, aber ich glaube, das waren am Ende diese Details. Bei Uwe und Olli ist diese Gitarrenwand sowieso immer da, aber es ist halt die Frage, mit welchem Charakter. Es ist tatsächlich hörbar auf dem Album, dass jedes Instrument seinen Platz hat und sehr transparent rauskommt. Es ist einfach Produktionsqualität. Ben und auch Markus im Mix und alle, die daran beteiligt waren, haben einen absoluten Hammerjob gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Es ist auch schon immer so gewesen, dass wir, weil wir zwei Gitarren haben, auch versuchen, zwei unterschiedliche Sachen zu machen, also dass die beiden Gitarren nicht stumpf das Gleiche spielen. Klar, das gibt es das natürlich auch bei einigen Parts, aber schon bei den alten Demos, wo ich noch gebrüllt habe, waren es immer zwei Gitarren, eine Rhythmus und eine Melodie oder zweistimmig, das fand ich schon immer wichtig. Wir haben halt auch gleiche Vorbilder, was zwei Gitarren angeht, THIN LIZZY oder solche Geschichten, wo du die Gitarren nicht einfach eine Quarte oder Quinte auseinanderlegst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und standen auch die einzelnen Sounds vorher schon fest? Also, dass eine Gitarre einen Chorus oder Hall oder so kriegt… &nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Also das Ganze ist mehr oder weniger trocken eingespielt. Die verzerrten Parts oder die Soli, die werden dann schon mit Wah Wah direkt eingespielt. Die weiteren Effekte kamen erst im Mix dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Aber so viele Effekte haben wir doch gar nicht?<br><br>Olli: Im Mix kam da schon noch was dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Das ist wahrscheinlich so passiert, dass ich das gar nicht höre. Ich weiß auch gar nicht, ob ich die Platte im fertigen Mix überhaupt schon gehört habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ernsthaft? Also ich kann’s dir empfehlen!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: hahaha.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Also die Zauberei hat ganz viel der Benni gemacht, muss man schon sagen. Absolutes Gehör der Typ.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="869" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession2.jpg" alt="" class="wp-image-408456" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession2.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession2-800x579.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession2-380x275.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Matze Straub bei den Schlagzeugaufnahmen zu &#8222;Back Home&#8220;. Foto: Benjamin Hölle</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Matze, wie ist es denn für dich, so ein Album einzuspielen? Du hast Erfahrung mit verschiedenen Bands und schon einige Sachen aufgenommen. Sind solche Aufnahmen inzwischen Routine für dich?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Routine ist es sicher nicht. Dafür mache ich das doch zu selten. Wenn du in den letzten neun Jahren jeweils ein Album gemacht hast, kannst du nicht viel Routine gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Okay, die Frage zielt auf meinen Eindruck ab, als du noch regelmäßiger mit SACRED STEEL Alben veröffentlicht hast, es gab ja früher auch schon recht beeindruckende Videos, wie du die Drums eingespielt hast und so.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Bei NAEVUS war es ja relativ klar, weil wir die Songs seit Jahren geprobt haben. Das war nochmal anders als bei SACRED STEEL, da ist viel noch am Ende verändert worden. Bei NAEVUS haben wir die Songs seit vier, fünf Jahren schon gespielt. Da ging es wirklich nur darum, die sauber aufs Band zu bringen und das Feeling reinzukriegen. Dafür war die Live-Situation enorm wichtig im Studio. Und dann die Art aufzunehmen, dass wir die Lieder am Stück durchspielen. Es gibt ja auch Bands, die immer nur einzelne Teile aufnehmen und alles nachher zusammenstückeln, aus zehn Takes einen Take zusammenschnippeln. Das war bei NAEVUS völlig anders. Wir haben die Takes am Stück durchgespielt und am Ende an der ein oder anderen Stelle noch was ausgebessert, die Aufnahmen waren aber immer Full Takes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ich finde das ist schon ein wichtiger Punkt. Dass das einfach natürlich bleibt. Sveni und ich haben Matze begleitet bei der Schlagzeugaufnahme. Und dadurch hat man natürlich ein anderes Augenmerk darauf. Deswegen habe ich das vorhin gesagt mit den zwei, drei Aufnahmen, weil man sich dann wirklich nochmal steigert. Es ist eigentlich das gleiche Ding wie vorher, aber es ist nochmal mit mehr Energie oder mehr auf den Punkt gespielt. Drei Songs sind noch übrig von der Aufnahmesession und es gibt noch einen Song, den wir hinten ausgefadet haben, wo wir zum Songende alle nochmal Vollgas geben. Auf der Platte ging das aber nicht, weil die Vinylqualität zum Ende hin schlechter wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Live jammen wir den Song am Ende länger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Auf der Platte ging es leider nicht, weil wenn du es nochmal zwei, drei Minuten rausziehst, dann ist halt einfach die Platte irgendwann nicht mehr qualitativ gut. Aber eingespielt haben wir trotzdem fast acht Minuten hinten raus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Der Fade ist relativ hart und cuttet den Song relativ schonungslos. Im letzten Mix davor ging der Fade-Out fast über zwei Minuten und Matze hat gespielt als ob es live wäre, voller Energie. Aber wie gesagt, vinylproduktionstechnisch ist es gecuttet worden, was schade ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-14-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-358308" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-14-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-14-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-14-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-14.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">NAEVUS Gitarrist Olli live beim DOOM AN DER STEIGE 2024</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jetzt gehen wir doch nochmal in die Technik. Gibt es irgendein Equipment-Teil, was ihr an eurem Setup nie vermissen wolltet?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Ja, die Saiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Basics mal ausgenommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ich habe ja mit meiner Ideologie gebrochen, immer einen Einkanal-Amp zu nutzen, der selber die Verzerrung bringt, also ohne zusätzliches Verzerrerpedal. Das hatte ich immer und jetzt bin ich digital unterwegs. Aber das funktioniert für mich, das ist auch so mein Sound.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Ich bin jetzt nicht so, dass ich sage, ich brauche genau die Saiten, diese Gitarre, diesen Verstärker. Wenn es gut klingt, ist gut. Wenn es nicht gut klingt, verändere ich was. Mit den Mitteln, die ich habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Bevor ich meinen letzten Amp gekauft habe, habe ich damals beim Kanzler im Keller verschiedene Amps ausprobiert. Der hatte ja alles. Der hatte ja die ganzen Wino-Sachen da, die er in Europa benutzt hat, der hat ihm ja auch die Amps gebaut und modifiziert, die ich dann auch gespielt habe. Für mich war es aber immer so: egal welchen Amp ich gehabt habe, jeder hatte einen anderen Klang, aber es war immer ich. Klar kannst du technisch viel machen, aber wenn du nicht Gitarre spielen kannst, dann ist es egal, was du für ein Amp benutzt. Dann kommt halt auch Scheiße raus. Und umgekehrt, würden wir die Instrumente nicht beherrschen, hätten wir vermutlich schon lange aufgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Wobei ihr zwei noch am modernsten aufgestellt seid mit dem digitalen Zeug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Wir haben aber eigentlich nichts gemacht, außer den Röhrenamp gegen den digitalen Pre-Amp auszutauschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Genau, wir spielen fast das gleiche Setup wie vorher. Du hast jetzt vielleicht eine Rauschunterdrückung, davor habe ich immer Meeresrauschen oder eher eine Sturmböe gehabt, jetzt kann man sich in den Songpausen unterhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>So ein Noise Gate ist was Praktisches, ja.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja genau. Ansonsten ist das ein Preamp aus dem Quad Cortex, dann vielleicht ein Delay oder Hall, das ist es eigentlich auch schon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Wir hätten noch viel mehr Möglichkeiten, wir nutzen vielleicht 0,1 % von dem, was das Gerät kann, aber wir kommen gut klar damit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ich bin ja eher Old School mittlerweile. lustigerweise. Ich habe nur analoge Sachen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-26-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-358314" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-26-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-26-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-26-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-26.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sänger und Gitarrist Uwe mag es puristisch &#8211; spielt nun aber doch einen digitalen Amp.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ich war ja vorher voll der Equipment-Nazi. Aber ich hatte mit dem Setup nur Ärger und ich hatte keine Lust und keine Energie mehr gehabt, mich damit zu beschäftigen, das hat einfach nicht funktioniert. Außerdem habe ich mich mit Roland, der das Artwork gemacht hat dazu ausgetauscht. Der spielt einen Laney TI-100, das Tony Iommi-Modell, und er sagte, alleine klingt das Ding super, aber sobald du ein Effektgerät davorhängst, dann rauscht das wie Hölle. Und das ist bei mir genauso gewesen, und keiner weiß, warum. Und nun funktioniert das einfach. Und was willst du an deinem Schlagzeug nicht hergeben, Matze? Cowbell?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Wir haben überhaupt keine Cowbell auf dem Album. Früher hatten wir tatsächlich Cowbells. Ne, ich bin da relativ schmerzfrei. Ich bin es eh gewohnt, live auf allem zu spielen, was rumsteht. Ich spiele seit über 20 Jahren das gleiche Set. Das klingt immer gut. Was ich nicht könnte, wäre im Studio mit einem Drumkit mit nur einem oder zwei Toms zu spielen. Ich spiele halt viele Fills, die auf diese vier Toms ausgelegt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Lass uns doch mal den Spaß machen, und Matze das nächste Mal ein E-Drum hinstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Das könnte ich auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du spielst ja auch mit viel Energie.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Das muss man auch hören, finde ich. Aber ansonsten bin ich da nicht festgelegt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-28-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-358316" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-28-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-28-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-28-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241019_NAEVUS-Steige-28.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schlagzeuger Matze trommelt seit 20 Jahren auf dem selben Drumkit &#8211; und auf allem, was man ihm auf die Bühne stellt.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Bist du jetzt enttäuscht von den Antworten?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nein, überhaupt nicht, ich finde das nur interessant. Als Gitarrist bin ich auf der ewigen Suche nach dem vermeintlich perfekten Sound. Vielleicht liegt das einfach an den schier unendlichen Möglichkeiten, die du heute hast. Aber ich bin gerade auch wieder auf dem Weg Back To The Roots, einmal mit einem Hughes &amp; Kettner- und einem Orange-Amp und schmeiße die ganzen anderen Effekte aus meinem Signalweg.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Mehr ist nicht unbedingt besser. Je mehr Effekte du davor hängst…<br><br><strong>…wird es auch komplizierter beim Spielen. Aber was ist dann das Besondere an eurem Bandsound?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Unser Sound ist eine Wall. Da fühlst du dich wohl, er ist immer da. Die Akzente machen die Gitarren mit ihrer Zweistimmigkeit. Und das Songwriting halt. Also bei „Heavy Burden“, wenn du das mal genau anhörst, ist die Amplitude immer im Vollausschlag. Und wir haben jetzt versucht, mal ein bisschen mehr mit laut und leise zu spielen. Das hat jetzt zwar nicht direkt mit Sound und Soundeffekten zu tun, aber du musst halt immer gucken, dass nicht die Effekte oder irgendwelche Specials den Sound definieren, sondern immer noch die Musik und die Musiker, wie sie organisch spielen. Und dann kannst du mal gucken, ob da noch so ein Ding wie im Intro, mit viel Hall, machst. Guck dir doch mal SLAYER an, die haben wir vorhin bei der Herfahrt angehört. Wieviel Sounds haben die? Zwei? Mehr brauchst du doch gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ja, das stimmt schon. Ich hatte das neulich erst bei einem Konzert erlebt, CIRCLE JERKS, eine uralte Hardcore-Band. Mit nur einem Gitarristen, der die Gitarre parallel in zwei Amps spielt &#8211; einen Marshall und einen Orange &#8211; und zwei 4x12er-Boxen dran, fertig. Das einzige Effektgerät war sein Stimmgerät, um die Gitarre in den Pausen stumm zu schalten. Das war eine dermaßen fette Soundwand. Und ich als Amateur habe da zig Effekte auf dem Boden liegen&#8230;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Weniger ist mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Also, der Einzige, der mir einfallen würde, der das so ein bisschen in einen Bandstil umgesetzt hat, ist Tom Morello von RAGE AGAINST THE MACHINE, der hat das ja zelebriert. Aber da sind die Instrumente im Sound auch recht weit auseinander, so wie auch bei den RED HOT CHILI PEPPERS.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession3.jpg" alt="" class="wp-image-408457" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession3.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession3-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Aufnahmesession3-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mag&#8217;s gern puristisch. NAEVUS-Bassist Sven. Foto: Benjamin Hölle</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Noch eine grundsätzliche Frage zu euren Veröffentlichungen. Ihr habt „Back Home“ als LP produziert. Dann ist ja aber auch die digitale Musik ein großes Thema, Spotify, Bandcamp und so weiter. Wahrscheinlich wird es euch mit Spotify ähnlich gehen wie den meisten Musikern: Es ist ein Kanal, den man bedienen muss, wenn auch widerwillig. Wie sehr beschäftigt euch das Thema?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Vinyl ist ganz klar für uns, und wahrscheinlich für Matze die Nummer eins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Die erste hatten wir damals gar nicht auf Vinyl, die kam nur auf CD, das war diese Zeit damals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Aber ich glaube, da geht tatsächlich der Bruch quer durch die Band. Also Svenni würde ich jetzt als jemand einschätzen, der viel digital hört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ich habe kein Spotify-Abo, ich höre auch nie Musik am Computer. Ich höre mir nur Zeug an, was ich mir gekauft habe. Also entweder auf CD oder Platte. Ich höre es mir einfach an, weil ich keinen Bock habe, vor einem Computer zu sitzen und Musik zu hören. Aber da bin ich vermutlich eher die Ausnahme in der heutigen Musikhörerschaft, die wir auch ansprechen wollen und müssen. Aber ich denke, der Uwe ist so ein Mittelding, der kauft auch noch viel Vinyl oder auch CDs?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: CDs keine mehr, ich habe auch keinen CD-Player mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Also ich würde sagen, ein kommerzielles Interesse ist da, zumindest wollen wir unsere eigenen Ausgaben wieder gedeckt haben. Aber nicht viel drüber. Das erreichst du ja nur über Produktverkäufe, Vinyl, CDs oder T-Shirts, also Merchandise, was wir bei den Konzerten dabei haben. Es ist aber auch eine Message von uns und unserer Musik, was du erlebst, wenn du ein Album aufklappst, das gehört irgendwie dazu. Unsere Musik ist nicht dafür gemacht, das sie rein digital rauskommt, so wie das zu Corona-Zeiten die Smashing Pumpkins gemacht haben, das war noch nie unser Ding.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Digitale Medien sind einfach Reichweite. So wie das dieser „666MrDoom“ gemacht hat, der unser Album vor der Veröffentlichung schon auf YouTube reingestellt hat. Das hat er bei „Heavy Burden“ auch gemacht. Das sind jetzt bald 20.000 Views. Für amerikanische Superstars ist das gar nichts. Für uns ist es ein Wort, weil es hilft, eine Reichweite zu erreichen. Die Leute finden es gut, kommentieren, es gibt eine Art Mund zu Mund Propaganda. Du darfst halt nicht vergessen, dass wir nicht einer klassischen, kommerziellen Musikszene angehören, sondern einer Community. Doom ist eine Community. Es zählt viel Bekanntschaft, Freundschaft. Es ist einfach eine Gruppe, die tickt irgendwie geil. Und du kommst über digitale Medien halt schneller rein, so wie die Typen in Amerika, die uns da reviewed haben. Denen schicken mir doch kein Demo wie früher, sondern die kriegen es über YouTube oder über Reviews mit, über Portale wie vampster. Und die Leute, die dann auf die Konzerte kommen oder die dann auch tatsächlich Fans sind, die bestellen immer ein Produkt. Das ist auch gut so. Soll auch so bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ich finde es gerade spannend zu beobachten, was mit CDs passiert. Ich könnte mir vorstellen, dass es in einigen Jahren ein CD-Revival gibt und die CDs, die gerade rauskommen, extrem teuer werden, weil es echt nur noch wenige gibt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Mannheim-Forum-2017-GRAVE-PLEASURES-Mannheim-Forum-2017-JE1_4117-600x400.jpg" alt="" class="wp-image-149170" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Mannheim-Forum-2017-GRAVE-PLEASURES-Mannheim-Forum-2017-JE1_4117-300x200.jpg 300w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Mannheim-Forum-2017-GRAVE-PLEASURES-Mannheim-Forum-2017-JE1_4117-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Mannheim-Forum-2017-GRAVE-PLEASURES-Mannheim-Forum-2017-JE1_4117-600x400.jpg 600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Mannheim-Forum-2017-GRAVE-PLEASURES-Mannheim-Forum-2017-JE1_4117.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">NAEVUS, 2017 in Mannheim beim &#8222;Wir sind die Toten Fest&#8220; mit GRAVE PLEASURES</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ich bin ja eigentlich großer Fan der Digitalisierung und ich finde digitale Musik überhaupt nicht schlimm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Ohne die Digitalisierung hätte ich den Scheiß gar nicht aufnehmen können. Davon mal absehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Absolut. Aber um digitale Musik an sich geht es ja gar nicht, es geht eher darum, wer bringt das ganze raus und verdient daran. Dass der Herr Ek von Spotify in KI-Waffensysteme investiert, das ist halt das Problem. Und wir sind letztlich dann doch zu gemütlich, um zu sagen, wir nutzen das nicht mehr. Es geht gar nicht grundsätzlich um das digital Hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ohne die digitalen Portale würden deutlich weniger Leute uns überhaupt wahrnehmen. Wir kommen noch aus der Zeit, wo wir Demos von Hand verschickt haben. So sind halt die ganzen Kontakte entstanden, wir kennen uns halt schon so ewig, alle aus dieser Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob der Kreis der Leute, der einen wirklich hört, so viel größer geworden ist dadurch. Die Verfügbarkeit ist einfacher geworden, viele können es hören und klicken vielleicht mal rein. Aber ob man heute deswegen viel mehr echte Fans hat, das glaub ich halt auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Durch die Internetgeschichte hat sich der Kreis der Kontakte schon vergrößert. Mit Bands wie JACK FROST aus Österreich und so weiter. Aber das sind alles Leute, die dich vorher auch schon gehört haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ja, wir dealen heute noch mit den Leuten, mit denen wir vor 25 Jahren schon Gigs gespielt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Wir haben schon Botschaften aus Japan, Brasilien, Mexiko und sonstwoher bekommen. Das kriegst du mit dem Tape-Versand nicht hin. Und 15.000 Leute habe ich auch noch nie auf einem Konzert gesehen. Eine gewisse Reichweite gibt es schon aber wir sind jetzt auch nicht in der Taylor Swift Liga unterwegs. Aber da wollen wir ja auch gar nicht hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Wir haben ja das große Glück, dass wir finanziell überhaupt nicht auf irgendwas angewiesen sind. Für uns ist jeder, der sich unsere Musik anhört, ein Gewinn, egal ob es sich jemand kauft oder nur bei YouTube streamt. Da hängt keine Existenz für uns dran und wir verdienen eh nichts damit. Aber es gibt Bands, die ein, zwei Level über uns spielen, die haben echt ein Problem damit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir nicht darauf angewiesen sind. Wenn man sich aber Bands anschaut, oder Musiker wie Gary Holt, der da ja offen darüber spricht. Er kann davon leben, aber es geht halt gerade so. Die müssen touren, damit sie genug Kohle haben. In der Situation will ich eigentlich gar nicht sein. Keine Frage, jeder von uns, der hier am Tisch sitzt, fänd es geil, nur Musik zu machen. Aber es geht halt nicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/231002_NAEVUS_Stuttgart_VAM_1684-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-318363" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/231002_NAEVUS_Stuttgart_VAM_1684-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/231002_NAEVUS_Stuttgart_VAM_1684-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/231002_NAEVUS_Stuttgart_VAM_1684-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/231002_NAEVUS_Stuttgart_VAM_1684-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">NAEVUS fannah, 2023 im Schwarzen Keiler in Stuttgart</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das kann ja auch ein Vorteil sein, dass man was mit Leidenschaft machen kann, ohne eine Verpflichtung dabei zu haben, oder sich überlegen zu müssen, jetzt müssen wir mal wieder ein Album aufnehmen und das muss dann so oder so klingen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ja, das teile ich total. Also ich bin zum Beispiel leidenschaftlicher Koch. Und meine Eltern sagen immer wieder, mach doch ein Restaurant auf. Dann sage ich, hey, um Gottes Willen, dann ist das auch nur noch Stress. Dann habe ich ja gar nichts mehr, was mir einfach nur Spaß macht. Wenn man alles, was einem Spaß macht, zu seinem Job macht, dann hat man ja gar keine Freizeitbeschäftigung mehr, die nicht „Job“ ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>So ist das als Musiker dann auch irgendwann, wenn du ein bestimmtes Level erreicht hast und halten musst. Du machst dann nicht mehr das Raffinierte, sondern lieferst den Leuten irgendwas aus einer Fertigmischung, weil es die letztes Male schon so gut ankam. Und dann kommt halt so was halbgares raus. Mir kommt da das neue KREATOR-Album in den Sinn.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ich finde das nicht schlecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Uwe ist ja auch der Ingwer-Holunder-Typ, haha.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich mag KREATOR seit meiner Jugend, aber die neueren Kreator-Alben haben halt alle so diesen einen Stampfer drauf, der jetzt bestimmt nicht aus tiefster Überzeugung entstanden ist oder weil man sich damit musikalisch besonders ausdrücken möchte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Das kann natürlich sein, ich weiß nicht, wann haben die sich so neu erfunden, mit der „Violent Revolution“? Seit dem machen sie diesen Stadion-Thrash. Und das machen sie gut. Aber es ist nicht mehr so individuell. Da sind wir gerade bei dem Buch (Das <a href="https://vampster.com/bands/kreator/" type="post_tag" id="6357">KREATOR</a> Buch liegt zufällig vor uns auf dem Tisch), wo Mille das ja genau beschreibt, wie das so entsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das hat mir das neue Album voll versaut. Ich fand das vom Veröffentlichungszeitpunkt her auch unglücklich. Die alten Geschichten, die im Buch erzählt werden und im Kontrast dazu das neue Album, damit komme ich überhaupt nicht klar.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Zu meiner Schulzeit gab es auch immer die, die KREATOR entweder voll geil fanden oder voll scheiße. Dazwischen gab es nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Damals gab es auch noch nicht so viel Musik in der Richtung und KREATOR waren damals schon extrem. Es gab das Black-Album von METALLICA noch nicht, wodurch Metal so massenkompatibel wurde. Davor konnte man Leute ja noch mit seinen langen Haaren erschrecken.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja und mit bedruckten T-Shirts. Ich hatte damals auch das „Pleasure To Kill“-Shirt. Ich hab dann aber alle Shirts, die bedruckt waren, Matze gegeben.<br><br><strong>Zum Archivieren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ich trag die ab und zu noch. Aber in Wirklichkeit verkaufe ich die bei eBay, das KREATOR Shirt wird da ja für dreistellige Beträge gehandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Dann kannst du mich ja heute Abend einladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lasst uns mal noch über eure Konzerte reden. Ihr spielt im April in Göteborg. Wie kommt es denn dazu, dass ihr mit END OF GREEN, MIRROR OF DECEPTION und den anderen Bands in Schweden spielt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Die Steffi, die das organisiert, kommt aus dem <a href="https://vampster.com/bands/mirror-of-deception/" type="post_tag" id="6407">MIRROR OF DECEPTION</a>, <a href="https://vampster.com/bands/end-of-green/" type="post_tag" id="6408">END OF GREEN</a> Umfeld. Sie hat früher bei Nuclear Blast gearbeitet, mit dem Jochen von Mirror Of Deception. Sie wird jetzt 50 und macht sich selbst ein Geburtstagsgeschenk mit ihrem eigenen Konzert. Sie wohnt in Göteborg und die deutschen und die schwedischen Bands sind Freunde von ihr. GRAVE DANCE COMPANY sind die ehemaligen JACK FROST. Und der Oliver Merkle macht mit, weil er eh immer mit dem Huber (MICHELLE DARKNESS) rumhängt. Der Merkle und der Siffi (MIRROR OF DECEPTION) waren mit mir ja die erste Voodoo-Shock-Generation, das war so um 2000, oh mein Gott.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Und der Huber heißt heute Michelle Darkness. Anmerkung der Redaktion, haha.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Haha, ja. Ich habe mich bei einer END OF GREEN Listening-Session mal super gut mit dem Huber unterhalten, er wird sich sicherlich nur nicht mehr daran erinnern, haha.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja, den Huber kennt irgendwie jeder. So kam es jedenfalls zu dem Auftritt in Göteborg. Und eine Woche später reisen wir zum „<a href="https://vampster.com/bands/doom-in-bloom/" type="post_tag" id="6052">DOOM IN BLOOM</a>“ nach Göppingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Läuft bei euch</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja: Göteborg, Göppingen. Göttingen? Wir machen jetzt alles, was mit G beginnt. Germersheim. Gerau.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Doom-In-Bloom-2016-9-600x400.jpg" alt="" class="wp-image-152304" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Doom-In-Bloom-2016-9-300x200.jpg 300w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Doom-In-Bloom-2016-9-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Doom-In-Bloom-2016-9-600x400.jpg 600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Doom-In-Bloom-2016-9.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">NAEVUS beim Doom in Bloom, 2016</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich will euch jetzt nicht mehr über Gebühr strapazieren. Aber lasst uns noch kurz über die Texte sprechen. Auf mich wirkt das, was ich aus den Texten herausgehört habe, sehr persönlich.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Es ist wahrscheinlich das Persönlichste, was ich bisher je geschrieben habe. Aber ich mag es, wenn Dinge nicht direkt beim Namen genannt werden. Der Song „Ghost“ zum Beispiel ist über meinen Neffen, der leider vor ein paar Jahren gestorben ist. Das sind Sachen, die ich gerne in Bilder oder Worte verpacke. Und „Back Home“ soll für uns als Band widerspiegeln, wo wir angekommen sind. „Back Home“ ist so eine gewisse Sicherheit, die man hat, wenn man zu Hause ist. Wo man sich zu Hause fühlt ist da, wo man sich sicher fühlt, und anders herum. Ob das da ist, wo man nie weggegangen ist, oder ob man irgendwohin ist, um sich dort zu Hause zu fühlen, weil die Menschen um einen herum wichtig sind. Es geht schon um so Wohlfühlmomente.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ja, kann ich nachvollziehen. Aber ich höre da auch Schmerz heraus.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja, es ist das, was im Kopf passiert, was man erlebt, was auch tagtäglich passiert. Enttäuschungen, aber auch Freude. Das eine entsteht aus dem anderen. Und dann wird das in Worte gepackt. Es sind keine vorgefertigten Skripte vorhanden, sondern das, was ich dann in dem Moment fühle. Die Texte zu der Platte sind so entstanden, dass ich gewusst habe, in vier Wochen muss ich aufnehmen. Aber jetzt habe ich noch vier Wochen Zeit, voll gut. Und nach zwei Wochen habe ich gedacht, jetzt habe ich noch zwei Wochen Zeit. Und dann hatte ich am Tag vor der Aufnahme immer noch nichts außer ein paar Grundideen und dann habe ich zwei, drei Songs am darauffolgenden Abend eingesungen. Das hat irgendwie funktioniert. Manchmal sind es Worte, die in deinem Kopf irgendwas widerspiegeln und dann passen die für mich. Ohne, dass es direkt cheesy klingt oder so. Und ich glaube, das ist das Wichtige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Was man auf jeden Fall mal feststellen kann, ist, dass „Back Home“ textlich das reifste von allen ist. Da muss man mal überlegen, wo wir thematisch und lyrikmäßig hergekommen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja gut, wir haben natürlich früher über Drachen und so gesungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Swen: Ja genau, da waren ja viel so typische Doom-Klischee-Gedöns-Dinger dabei, mit Dwarves, also Zwergen….</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja gut, „The Dwarves Revenge“ auf „Heavy Burden“ hat aber natürlich einen anderen Hintergrund, weil die Dwarves gab es ja wirklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Die Hobbits gab es doch auch, in Grönland, oder?! Aber es ist ja auf jeden Fall ein Thema, was ganz gut zur „Back Home“-Story passt. Wir sind jetzt auch keine 20 mehr. Es ist reifer, ein bisschen konzentrierter geworden, es entspricht mehr der Lebenserfahrung. Es ist jetzt nicht mehr „Dancing in the rain and drinking beer“ (Song auf der „Heavy Burden“, der Verfasser).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Aber auch das hat für mich gepasst. Weil es eben das Gefühl in dem Moment ist. Es hat in dem Moment einfach gepasst. Und jeder kennt die Textzeile.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr spielt nun so lange zusammen in dieser Band zusammen, habt ein neues Album draußen. Wie seht ihr selbst die Zukunft von NAEVUS?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Bunt. Rosa. Schön? Wir haben auf jeden Fall Pläne, weiterzumachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Dieses Jahr steht auf jeden Fall Support vom Album an. Mit Konzerten, rausgehen, Leute treffen. Ein paar gute Termine haben wir schon mit Göteborg, Göppingen, Augsburg und so weiter. Und, das hat Uwe vorhin ja schon angekündigt, 2027 ist das neue Album da, haha. Die Band ist stabil. Ich freue mich &nbsp;ehrlich gesagt aber auch wieder auf neue Sachen. Ein paar Festivals wären noch cool. Ich glaube aber nicht, dass wir am Ende sind vom Promoten und von der Erfolgsgeschichte von „Back Home“. Da wird noch einiges kommen. Auf jeden Fall freuen wir uns auf die Straße und auf die Fans und auf weitere gute Reviews und Feedbacks.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine abschließende Frage, ein Gedankenspiel: </strong><strong>Wenn ihr euer eigenes Konzert oder Festival planen würdet, welche Bands würdet ihr euch dazu einladen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Okay, lasst uns nur lebende Bands nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Wie viele Tage?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: <a href="https://vampster.com/bands/slomosa/" type="post_tag" id="120356">SLOMOSA</a>. <a href="https://vampster.com/bands/spidergawd/" type="post_tag" id="10893">SPIDERGAWD</a>? <a href="https://vampster.com/bands/reverend-bizarre/" type="post_tag" id="14651">REFEREND BIZARRE</a>. REVELATION, mit Dennis. PENANCE. Wie hieß der Sänger? Aus England war der.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ich würde erst mal beim Kern bleiben. Ich würde mindestens mal ein paar von unseren Buddies dabei sehen. MIRROR OF DECEPTION, <a href="https://vampster.com/bands/dawn-of-winter/" type="post_tag" id="6400">DAWN OF WINTER</a>, END OF GREEN. Und dann können wir mal gucken, wie es weitergeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Das Festival wird ja groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Ich persönlich würde PENTAGRAM dazu packen. Schade finde ich, dass sie jetzt doch nicht spielen auf dem <a href="https://vampster.com/bands/keep-it-true-legions/" type="post_tag" id="124363">KEEP IT TRUE LEGIONS</a>. Die würde ich gern nochmal sehen, mit Victor Griffin. Und davor DAWN OF WINTER, NAEVUS, MIRROR OF DECEPTION. Und ich würde gerne noch <a href="https://vampster.com/bands/doomshine/" type="post_tag" id="6537">DOOMSHINE</a> mit dazu packen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>DOOMSHINE? Ist ja lustig, an die habe ich schon seit Jahren nicht mehr gedacht. Sind die noch aktiv?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Nein, die machen nichts mehr. Die würden die Big Four des Swabian Doom aber komplett machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Der Sven ist doch jetzt irgendwo in Australien. Der Timmy, der Schlaps, der Fisch… &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: …OBSESSED auf jeden Fall gerne. Ich würde gerne mal mit dem Wino auf der Bühne stehen, die waren auch wirklich gut zuletzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: ach, weiß ich nicht…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Aber DOOMSHINE soll ich durchwinken, die kenn ich nicht mal!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Du sollst gar nichts durchwinken, ICH hab mir die gewünscht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Anyway, dann nehm ich noch <a href="https://vampster.com/bands/trouble/" type="post_tag" id="14563">TROUBLE</a>, haha.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: TROUBLE mit Eric Wagner, ja &nbsp;das wäre natürlich eine richtig schöne Sache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Und ich muss on Top noch hinzufügen: <a href="https://vampster.com/bands/candlemass/" type="post_tag" id="6474">CANDLEMASS</a> mit Messiah!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hab mich schon gewundert, dass CANDLEMASS noch nicht genannt wurden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Ja, endlich kommt mal ein ordentlicher Vorschlag! Das was ich von der Athen-Show auf YouTube gesehen hab, war der Hammer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olli: Ich hab sie noch mit DARK ANGEL in der Rockfabrik gesehen. Neunzehnhundertirgendwann. Der war da noch ziemlich voluminös.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe sie mit Messiah sehen dürfen, als sie auf dem BANG YOUR HEAD und auf dem WACKEN gespielt haben in dem Jahr. Ich stand da beim BYH im Fotograben, direkt an der Bühne und die ganze Bühne hat gebebt, er war seehr aktiv. Das war schon beeindruckend. &nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: haha, ja das wäre schon der Hammer. Aber PENTAGRAM, ich glaube, da sind wir uns alle einig, in der Besetzung von HAMMER OF DOOM damals. Das haben wir so abgefeiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Das war ja mit Victor. Bei dem ersten. Da standen wir am Bühnenrand und haben nicht mehr das Grinsen aus den Gesichtern gekriegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Da hat er mir meine Relentless-Platte unterschrieben. Das war so witzig, das war ja diese Special Relentless-Show, wo sie das ganze Album spielten. Ich habe die ihm hingehalten zum Unterschreiben und habe zu ihm gemeint, „you&#8217;re gonna to play all of it.“ Und er so, „ah, aaaall of it!“ und hat „all of it“ mit dem Edding auf die Platte geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gelächter</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Müssten wir uns fairerweise nicht <a href="https://vampster.com/bands/paradise-lost/" type="post_tag" id="6376">PARADISE LOST</a> wünschen, als Headliner?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matze: Eigentlich müsste man sich noch CATHEDRAL wünschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Ja, das stimmt natürlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Okay, das klingt nach einem coolen Billing, bin gespannt, wann ihr das umsetzt.</strong> <strong>Dann würde ich mal zu den berühmten letzten Worten kommen. Wollt ihr noch irgendwas loswerden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Uwe: Famous last words? Trinkt mehr Grün-Tee!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sven: Hör nicht auf ihn! Der hat jetzt schon zwei von den Dingern drin, der ist nicht mehr zurechnungsfähig. Ne, vielen Dank für das Interview! Krass, dass das so lang ging.<br><br>Olli: Trinkt aus, wir müssen gehen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="1200" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Signatur-Back-Home.jpg" alt="" class="wp-image-408459" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Signatur-Back-Home.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Signatur-Back-Home-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Signatur-Back-Home-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NAEVUS-Signatur-Back-Home-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">NAVEUS bei der persönlichen Interview-Autogrammstunde im Brückenhaus.</figcaption></figure>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
		<genres><![CDATA[doom metal, heavy rock]]></genres>
<wpid>408406</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>SAMURAI PIZZA CATS: „Wir wollen, dass die Leute den Vibe spüren und alles andere vergessen“</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/samurai-pizza-cats-wir-wollen-dass-die-leute-den-vibe-spueren-und-alles-andere-vergessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christina Willems]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 09:44:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[SAMURAI PIZZA CATS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=407995</guid>

					<description><![CDATA[Pizza und Ramen passen nicht zusammen? Von wegen! Mit „Press Start“ zeigen SAMURAI PIZZA CATS, wie gut diese Mischung funktioniert. Wir haben mit Frontman Sebastian Fischer über Japan, die kommende Tour und den Balanceakt zwischen Eskalation und Erwachsenwerden gesprochen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schön, dass wir heute die Möglichkeit haben, über euer neues Album zu quatschen. Ich durfte es schon anhören und war ziemlich überrascht. „Press Start“ klingt viel reifer, strukturierter und in sich geschlossener als der Vorgänger. Was habt ihr diesmal anders gemacht und wo liegen für dich die größten Unterschiede zum letzten <a href="https://vampster.com/bands/samurai-pizza-cats/" id="120325">SAMURAI PIZZA CATS</a>-Album?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Ich glaube, das Thema Reife trifft es schon relativ gut. Weil es ja auch tatsächlich so ist – wir werden halt alt. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen und wir gerne die Kinder bleiben wollen, die wir vor 20 Jahren waren. Und natürlich entwickeln wir uns natürlich auch irgendwo weiter. Und das auf jeder Ebene, gerade wenn es um Songwriting oder auch einfach so persönliche Entwicklungsstrukturen geht. Ich habe beispielsweise bis vor Jahren kaum Clean Vocals gemacht. Und jetzt besteht das neue Album zu einem sehr, sehr großen Teil daraus. Am Ende des Tages ist das einfach ein Reifungsprozess, so kann man es wohl nennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Album wirkt auch konzeptionell durchdachter. Man erkennt sehr schnell einen roten Faden. Hat sich das zufällig so ergeben oder war das auch bewusst so gesteuert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Der Prozess hat sich so entwickelt. Bei „You’re Hellcome“ wussten wir anfangs gar nicht, was wir eigentlich machen wollten. Wir wollten Spaß haben, Musik machen und gucken, wo uns die Reise hinführt. Das war die allererste Intention und den Spaß haben wir immer noch, keine Frage. Sonst würden wir das ja alles nicht machen. Es hat sich alles einfach so ergeben, wenn wir im Studio gesessen haben. Songs wie „Super Zero“ haben ein witziges Video, aber auch immer eine metaphorische Ebene. Jeder Track hat einen speziellen Vibe, einen eigenen Charakter. Und am Ende hat sich dann alles zu einem Konzept zusammengeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf dem Album gibt es ein Feature mit BABYBEARD, deren Frontman vor allem Cosplay- und Wrestling-Fans ein Begriff sein dürfte. Wie ist es zu diesem Feature gekommen und wie lief die Zusammenarbeit in Tokyo?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Tatsächlich war das relativ spontan. Ich habe Ladybeard alias Richard bei Instagram gefolgt. Irgendwann kamen wir so ins Quatschen und unabhängig davon waren Daniel und ich im Studio. Er hat dann etwas vorbereitet und mir das vorgespielt. Und dann hatten wir die Idee, dass ein Superheld in den Song rein muss. Der heißt Ramen-Man. Und dann habe ich mir gedacht, ich schreibe Richard einfach mal. Und so kam es dazu, dass wir uns auf diese Reise begeben haben. Es war eine super entspannte, harmonische Zusammenarbeit. Wir haben ein Video gedreht und viele Stunden zusammen verbracht.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/samurai-pizza-cats-press-start.jpg" alt="" class="wp-image-402127" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/samurai-pizza-cats-press-start.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/samurai-pizza-cats-press-start-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/samurai-pizza-cats-press-start-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit „Press Start“ erscheint am 27. März 2026 das zweite SAMURAI PIZZA CATS-Album.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der japanische Markt tickt anders. Musik wird dort stärker als Gesamtkonzept aus Performance, Optik und Sound gesehen. Könntest du dir vorstellen, in Japan auf Tour zu gehen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Liebend gerne. Wir waren in den letzten Tagen drüben und hatten eine super witzige Begegnung. Es war ein kleines Event in Shibuya geplant und es gab ein DJ-Set. Und plötzlich standen da auf einmal wirklich 500, 600 Leute, die einen Heidenspaß hatten. Das ist wirklich ganz anders. In Deutschland gibt es immer pure Eskalation. In Japan ist der Song vorbei, es gibt Applaus, aber dann ist es absolut still. Das hat so Bock gemacht. Allein dieser Vibe zeigt mir, dass wir unbedingt wiederkommen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>War es für dich die erste Reise nach Japan?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Es war das allererste Mal. Es war auch ein sage und schreibe Dreitagestrip. Also quasi wirklich ankommen, Video drehen, abreisen. Ich glaube, ich habe die Nacht durchgemacht. Aber es gibt da keine Zeit für Jetlag. Wir haben diese Woche Kick-off und fahren in die Schweiz. Da bleibt nicht viel Zeit. Arbeit. Arbeit. Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hat euch die Sprachbarriere Probleme bereitet?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Natürlich. Die Verständigung ist häufig mit Händen und Füßen und vielen Missverständnissen verbunden. Das macht einige Dinge komplizierter. Aber natürlich ist es umso schöner, wenn dann Leute wie Richard, Susu und Mizuki am Start sind. Die haben sich für uns auf gut Deutsch gesagt den Arsch aufgerissen. Klar, mal eben in einen Donki springen oder kurz shoppen gehen – kein Problem. Aber wenn du vor Ort etwas organisieren musst, sind solche Leute schon eine massive Hilfe. Sonst kommst du nicht weit.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_10-1200x800.jpg" alt="Samurai Pizza Cats live auf dem Summer Breeze 2024" class="wp-image-353526" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_10-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_10-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_10-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_10.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frontman Sebastian Fischer beim Summer Breeze 2024 in Dinkelsbühl.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit Robin habt ihr einen neuen Drummer, der schon Erfahrung aus Bands wie MILES BENEATH mitbringt? Inwiefern hat euch der Neuzugang auf dem neuen Album stilistisch beeinflusst?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Das Album war schon vorher durch. Es ist auch einfach so, dass jeder von uns seine Bucket-Listen im Leben hat. Wir sind ja alle weit über 30 und Stefan wollte sich noch mal beruflich verwirklichen. Und dann haben wir geschaut, ob wir das hinbekommen. Gerade auch mit der Tour im Oktober. Und es hat sich leider Gottes gezeigt, dass das nicht kombinierbar ist. Stefan hat uns dann um Verständnis gebeten, dass er dieses Projekt nicht weiter begleiten möchte. Und wir haben noch am gleichen Tag beschlossen, Robin anzufragen. Wir kennen ihn auch schon viele Jahre. Ein guter Freund wurde also durch einen guten Freund ersetzt. Wir haben weiter zu Stefan Kontakt und alles ist fein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus künstlerischer Sicht bringt Robin auch noch mal ganz neuen Input rein. Er ist ja auch Tattoo Artist und wenn ich etwas nicht kann, dann zeichnen. Das kann dir jeder bestätigen, das sieht einfach katastrophal aus. Und der Rest wird sich dann bei der ersten Show zeigen, der Typ ist jetzt schon aufgeregt wie Hulle. Ich bin aber positiver Dinge, dass Robin noch mal das i-Tüpfelchen obendrauf ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf der letzten Tour ging es ziemlich bunt zu: Kostüme, Pizza-Wettessen, Digimon-Intro. Wie schafft ihr die Balance zwischen diesem Entertainment-Faktor und dem Anspruch, auch musikalisch ernst wahrgenommen zu werden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, es macht uns insgesamt aus, dass wir uns keinen Millimeter verstellen. Wir kommen live genauso bekloppt rüber, wie wir wirklich sind. Wir machen Dinge, weil wir Bock haben oder den Vibe fühlen. Ob das jetzt ein Musikvideo oder eine LED-Show ist. Wenn man uns nach der Show sieht, quatschen wir da das gleiche doofe Zeug wie auf der Bühne. Oder in Interviews – wir sind einfach die Leute, die wir sind. Wir verstellen uns nicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_02-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-353521" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_02-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_02-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_02-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SAMURAI_PIZZA_CATS_SBOA_20240817_02.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hasenmaske trifft auf Heavy-Metal-Puristen: SAMURAI PIZZA CATS beim Summerbreeze 2024.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr wollt also gar nicht so bierernst genommen werden? In manchen Metal-Genres sind Attitude und Außenwirkung ja sehr wichtig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Jedes Genre hat seine Daseinsberechtigung und in unseren Songs gibt ja auch Death-Metal- oder Deathcore-Parts. Die Sache ist so: Wir haben schon auf einigen typischen Metal-Festivals gespielt. Und da ist immer das etwas ältere Regiment, das unserem Set sehr kritisch begegnet. Gerade wenn ich mit einer pinken Hasenmaske auf die Bühne komme. Aber am Ende sind das genau die Leute, die einem Highfive geben und sagen „Alter, hat Bock gemacht“.<br><br>Und letztendlich geht es ja darum, Spaß zu haben und die Leute abzuholen. Selbst wenn man etwas auf den ersten Blick nicht so feiert, kommt jeder irgendwann mal aus seiner Komfortzone raus. Wir wollen einfach Musik für Leute machen, die den Vibe spüren. Wir wollen sie andere Dinge vergessen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du hast gerade sehr viel über verschiedene Musikrichtungen gesprochen. Wie viel von eurem persönlichen Musikgeschmack fließt eigentlich ein? Und wie ist es zu diesem Stilmix gekommen, der sich durch beide Alben zieht?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Ich komme halt mehr aus der Richtung Deutschpop, Indie oder Rap. Und dann hast du Robin, der Oldschool-Hardcore hört. Da kommen dann verschiedene Mischungen zusammen und das zeigt sich auf dem neuen Album ja ganz deutlich. Wir haben allerdings verkackt, dass wir auf dem Album kein Saxophon-Solo haben. Das war eigentlich geplant, aber wir haben es wegen der Deadline nicht mehr hinbekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Songs auf „Press Start“ klingen alle sehr unterschiedlich. Wo habt ihr euch die Inspiration dazu geholt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Das ist einfach so eine gewisse Gruppendynamik. Ich kenne Daniel jetzt seit knapp 20 Jahren. Ich kenne Robin seit zwölf Jahren. Ich kenne Stefan seit knapp sechs Jahren. Oft hat irgendwer eine Idee im Kopf oder Daniel bereitet was vor. Und dann fragen wir uns: Was für einen Vibe fühlst du gerade? Worüber denkst du gerade nach? Und manchmal fühlt man sich wie ein Kind, das im Jahr 2000 vor seinem Röhrenfernseher sitzt und „Digimon“ guckt. Und plötzlich ist da dieser Superheld, der Nudeln schießt und wir fliegen mal eben für einen Videodreh nach Japan.<br></p>



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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Dann gibt es Songs wie „City of Gold“, wo es auch mal etwas deeper zugeht. Den Song kannst du beispielsweise wie eine klassische Liebesgeschichte oder wie eine Metapher auslegen. Am Ende geht es einfach nur darum zu sagen „Hey, leb dein Leben! Es ist geil, mach einfach mal“. Die Dinge passieren einfach von selbst. Das ist wirklich Ballwerfen, fast wie ein Therapiegespräch. Der eine hat den Ball in der Hand und dann geht es zum nächsten rüber. Du glaubst gar nicht, wie viele Songs bei uns auf einer B-Seite gelandet sind. Die tauchen nie wieder irgendwo auf. <br><br>Wir wollen ja gute Tracks schreiben und was wir nicht fühlen, das wird nicht veröffentlicht. Fertig. Und wenn das dann ein bisschen länger dauert, dauert es ein bisschen länger.<br><br>I<strong>hr habt euch mit dem neuen Album deutlich weiterentwickelt. Wie viel davon wird man beim „Samurai Pizza Fest“ in Köln erleben und was hebt ihr euch bewusst für die Tour auf?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Ich sage es mal so: Das Pizza Fest wird natürlich einiges von dem Album mitnehmen. Es wird ein paar Überraschungen geben, aber wir brauchen natürlich auch noch ein bisschen Pfeffer für die eigene Tour im Oktober. Es werden auf jeden Fall coole Sachen passieren. Wer uns kennt, weiß ja, dass wir eigentlich in jeder Hinsicht immer für eine Überraschung gut sind. Wir sind für ein halbes Jahr in der Versenkung verschwunden und dann mit einer komplett neuen Show auf die Bühne gegangen. Mit LED-Walls und einem eigenen Energydrink, den dann jeder auf der Tour in die Hand gedrückt bekommen hat. <br><br>Wir wollen aus dem Pizza Fest ein Happening machen. Das ist nicht nur ein Konzert, wo vier Bands spielen und danach geht man nach Hause. Das wird schon gut, aber ich will nicht zu viel spoilern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie ist eigentlich die Idee entstanden, ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Das Pizza Fest ist quasi so was wie unser kleines Homecoming. Wir spielen ja nicht mehr häufig hier so in der Ecke und so können wir mal etwas zurückgeben. Den Leuten, die uns die letzten drei, vier Jahre supported haben. Es sind ganz, ganz häufig so in den ersten zwei, drei Reihen viele Gesichter, die man jetzt schon seit Jahren sieht. Das sind schon nette Bekanntschaften geworden. Aber wir wollen auch Familie und Freunden etwas zurückgeben, weil die viel auf uns verzichten mussten in den letzten Monaten. Darum geht es beim Pizza Fest.</p>


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					<a href="https://vampster.com/news/samurai-pizza-cats-das-neue-album-press-start-erscheint-im-maerz-2026/">SAMURAI PIZZA CATS: Tour zum „Press Start“-Album im Oktober 2026</a>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du sagtest, dass bei euch der Spaß im Vordergrund steht und der Erfolg euch selbst etwas überrascht hat. Habt ihr Ambitionen, das Ganze noch größer aufzuziehen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">SEBASTIAN: Wir sind bei allem ambitioniert. Und ich würde lügen, wenn ich jetzt sagen würde, dass man nicht noch mehr Ambitionen hat als eine Europatour. Natürlich wollen wir den Leuten das, was uns Spaß macht, auch präsentieren. Aber mir geht es jetzt weniger um „Boah, guck mal wie krass, das habe ich mit meinem Leben gemacht“. Sondern um die eigenen Ziele. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal für ein Video nach Tokyo fliege und dort vor 1000 Leuten ein DJ-Set spiele. Du machst das, um Dinge zu erleben und Spaß daran zu haben. Und irgendwann hast du Blut geleckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://vampster.com/news/samurai-pizza-cats-das-neue-album-press-start-erscheint-im-maerz-2026/" id="https://vampster.com/news/samurai-pizza-cats-das-neue-album-press-start-erscheint-im-maerz-2026/">SAMURAI PIZZA CATS sind ab dem 3. Oktober 2026 auf „Press Start European Tour 2026“.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[SAMURAI PIZZA CATS]]></band>
<genres><![CDATA[metalcore]]></genres>
<wpid>407995</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>DOMHAIN: Der einzige Weg, um zur Natur zurückzukehren</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/domhain-der-einzige-weg-um-zur-natur-zurueck-zu-kehren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 07:59:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DOMHAIN]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=404208</guid>

					<description><![CDATA[Das erste Highlight des Jahres 2026 kommt aus dem nordirischen Belfast. „In Perfect Stillness“, das Debütalbum von DOMHAIN, wird wirklich allen Vorschusslorbeeren gerecht und setzt sich im Post Black Metal gekonnt zwischen die Stühle. Mit irischem Furor, großer Sehnsucht und tiefer Melancholie übertreffen DOMHAIN die eh schon exzellente Debüt-EP „Nimue“ mit scheinbarer Leichtigkeit. Zusammen mit Gitarrist und Songwriter Nathan Irvine und Drummerin, Cellistin, Sängerin und Artwork-Künstlerin Anaïs Chareyre-Méjan sprechen wir heiter, aber auch nachdenklich unter anderem über die Geschichte der Band, das Konzept hinter „In Perfect Stillness“ und die visuelle Seite des Albums.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hallo Nathan und Anaïs! <a href="https://vampster.com/bands/domhain/">DOMHAIN</a> haben sich bereits einen Namen in Irland und darüber hinaus gemacht, aber es gibt euch noch nicht allzu lange &#8211; drei, vier Jahre vielleicht? Abgesehen davon seid ihr schon seit einer ganzen Weile in der nordirischen Metal-Szene aktiv.</strong></p>
<p>Nathan: Wir sind alle schon lange in der Szene aktiv. Ich habe im Jahr 2005 angefangen, lokal aufzutreten. Das ist schon eine ganze Weile.</p>
<p>Anaïs: Ich habe Bilder von Nathan mit seinen allerersten Bands gesehen. Er hatte ein echtes Babyface.</p>
<p>Nathan: Ein süßes kleines Gesicht. Gefärbte Haare und so weiter. Ach ja, das waren sehr gute Zeiten.</p>
<p>Anaïs: Ja, wir alle kannten die Bands der anderen, bis wir uns schließlich zusammengetan haben, um DOMHAIN zu gründen. Aber ja, es ist ziemlich lustig. Man weiß es nicht, aber eigentlich kennt man seine zukünftigen Bandkollegen schon.</p>
<p>Nathan: Bryn (<em>Mills &#8211; Anm. d. Verf.</em>), eines der Gründungsmitglieder von DOMHAIN, und ich gingen zusammen zur Musikschule. Vor 20 Jahren haben wir uns so kennengelernt.</p>
<p>Anaïs: Ja. Und er war bei OVEROTH, einer Death-Metal-Band, die derzeit inaktiv ist, auch wenn sie sich nicht aufgelöst haben. OVEROTH war zu einer eine der größten Death-Metal-Bands Irlands. Und ja, wir alle kannten ihn.</p>
<p><strong>Und DOMHAIN ist jetzt eure Hauptband? Ihr habt noch andere Projekte, richtig?</strong></p>
<p>Anaïs: Andy hat noch ein anderes Projekt. Andy hat eine weitere aktive Band namens <a href="https://vampster.com/bands/imperial-demonic/">IMPERIAL DEMONIC</a>, die puren, echten Black Metal spielt, so black metal, wie es nur geht. Es ist eine großartige Band. Andy ist also gut beschäftigt.</p>
<p><strong>Im Herbst, wurde eure EP „Nimue“  veröffentlicht. Habt ihr jetzt, da euer erstes Album <a href="https://vampster.com/cd-reviews/domhain-in-perfect-stillness/">„In Perfect Stillness“</a> erscheint, einen gewissen Druck verspürt, in Bezug darauf, dass ihr wirklich gute Kritiken bekommen habt und die Leute vielleicht ziemlich viel von euch erwarten?</strong></p>
<p>Anaïs: Wir spüren wir im Moment keinen Druck, denn wir sind alle zufrieden mit unserem Album. Daher haben wir auch keine Angst, irgendwen zu enttäuschen. Wir sind nicht so eine Band. Selbst wenn die Leute unsere Musik nicht mögen würden, würden wir einfach weitermachen. Wenn man anfängt, sich Gedanken darüber zu machen, was die Leute denken, macht man dann überhaupt noch diese Art von Musik? Nein, ich glaube daher nicht, dass es in diesem Sinne einen Druck gibt.</p>
<p>Nathan: Ich denke, der einzige Druck, den es geben könnte, wäre der, es allen recht machen zu wollen. Wir möchten schon, dass die Leute mit dem, was wir machen, zufrieden sind. Aber wir stellen uns selbst an die erste Stelle. Wir haben Spaß daran. Und wenn die Leute daran mit uns Spaß haben können, umso besser.</p>
<p>Anaïs: Ja, natürlich ist es toll, wenn die Leute das können und ich glaube, das tun sie auch. Ich bin diejenige, die sich bei DOMHAIN Social-Media-Teil kümmert. Deshalb erhalte ich aus erster Hand alle Nachrichten, in denen die Leute sagen, dass ihnen unsere Musik oder unser neues Video gefallen hat und so weiter. Und ich informiere meine Band nicht ständig darüber, dass wir eine Nachricht bekommen haben oder dass sich jemand positiv geäußert hat. Deshalb merken sie wahrscheinlich gar nicht, dass unsere Band wirklich gut ankommt. Tut mir leid, Leute.</p>
<p>Nathan: Alles klar, danke für die Info. (lacht)</p>
<p><strong>Ich möchte noch kurz auf die Texte und Sprachen eingehen, die ich für eure Band sehr interessant finde. Aber wenn ich nach der Bedeutung des Bandnamens DOMHAIN suche, spreche ich das übrigens richtig aus &#8230;</strong></p>
<p>Nathan: Das ist umstritten. Uns ist es egal, wie die Leute ihn aussprechen. Ich glaube, wir haben ihn auch lange Zeit falsch ausgesprochen. Aber es scheint irgendwie davon abzuhängen, woher man kommt. „dow-ain“ ist jedoch die richtige Aussprache. Mir ist es egal. Ich weiß nicht, ob es den anderen etwas ausmacht.</p>
<p><strong>Aber es ist Gälisch. Und stimmt es, dass es „tief“ bedeutet?</strong></p>
<p>Nathan: „Tief“ oder „Welt“ oder „Universum“.</p>
<p>Anaïs: Es bedeutet auch „Erde“. Es ist ein Wort mit vielen Bedeutungen.</p>
<p><strong>Als ich gegoogelt und nach der Bedeutung gesucht habe, bin ich auf „tief“ gestoßen. Ich fand das sehr passend. Und dass es verschiedene Bedeutungen hat, wie zum Beispiel Erde, gefällt mir sehr gut. Eure Musik klingt auch ziemlich erdig. Habt ihr diesen Namen also bewusst gewählt?</strong></p>
<p>Anaïs: Ja. Ich glaube, Bryn hat ihn am Anfang ausgesucht, oder?</p>
<p>Nathan: Aber er passt sehr, sehr gut zu dem, was wir versuchen zu tun, finde ich. Auch wenn man sich die Themen der Texte ansieht.</p>
<p>Anaïs: Ja, es dreht sich alles um die Natur, um die Erde. Und ich glaube, unsere erste Übersetzung dafür war eher „Erde“ und „Welt“ als „Tiefe“. Aber „Tiefe“ passt definitiv auch zu unserer Musik, unserem Sound. Also ja, es ist insgesamt ein guter Name für uns.</p>
<blockquote><p>&#8222;Es geht darum, woher wir kommen und wer wir sind. Dabei sind wir alle gleich, wir alle wollen dasselbe sagen. Ich denke, das ist die Botschaft, die wir vermitteln wollen, egal ob wir Französisch, Englisch oder Gälisch sprechen. Wir sind alle Söhne und Töchter der Welt, der Natur, und wir haben diese Verbindung dazu – unabhängig von der Sprache.&#8220; &#8211; Anaïs über das verwenden verschiedener Sprachen auf „In Perfect Stillness“.</p></blockquote>
<p><strong>Großartig. Kommen wir nun zu „In Perfect Stillness“. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem Album. Es gefällt mir auch nach weit mehr als zehn Durchläufen immer besser. Was recht schnell auffiel war– und ich möchte hier keine Diskussion über Quantität versus Qualität lostreten – dass eure EP war mit 28 Minuten ziemlich lang ist. Das komplette Album besteht aus einem Song mehr, plus Intro, und ist etwa sieben Minuten länger. Wann ist für euch als Band klar war, dass ein Werk komplett ist und entweder als EP oder als Album bezeichnet werden kann? Ist das eine Bauchentscheidung?</strong></p>
<p>Nathan: Wir haben einen Schreibprozess und dann jammen wir die Songs aus. Die wahre Magie entsteht im Studio. Dort wird alles irgendwie endgültig, dort wird alles entschieden. Du weißt ja, dass die Songs immer fast 10 Minuten lang sind. Wenn es sich für uns richtig anfühlt, dann lassen wir das auch so. Wir müssen nichts kürzen oder uns Gedanken über die Länge machen. Wir haben einfach unsere Methode. Und wenn wir das Gefühl haben, dass ein Song fertig ist, dann ist er fertig.</p>
<p>Anaïs: Ja, genau. Die EP war tatsächlich ziemlich lang für eine EP. Und unser Album ist ziemlich kurz für ein Album. Aber ja, man muss alles irgendwie benennen. Ich finde, diese Veröffentlichung ist zu lang, um sie als EP zu bezeichnen &#8211; es ist also ein Album. Aber ja, das waren die Tracks, die wir veröffentlichen wollten. Und was wir als Nächstes schreiben werden, wird anders sein, wird eine neue Seite sein.</p>
<p><strong>Was den Stil angeht, war ich überrascht, als ich die EP zum ersten Mal hörte, dass sie – ohne in Stereotypen zu denken – dieses irische Feeling hatte, das ich kenne. Andererseits hat mir dieser <a href="https://vampster.com/bands/enslaved/">ENSLAVED</a>-Vibe sehr gut gefallen, ohne die progressiven Elemente deren letzten Jahre. Aber all diese Elemente sind immer noch auf dem Album vorhanden. Man kann nur einfach keine Namen mehr nennen, nach dem Motto, dass sich die Musik nicht aus einem <a href="https://vampster.com/bands/primordial/">PRIMORDIAL</a>-Part oder einem ENSLAVED-Teil zusammensetzt. Kam das vielleicht daher, dass ihr vier oder fünf Jahre lang zusammen gespielt habet und mittlerweile eine eigene musikalische Sprache gefunden habt?</strong></p>
<p>Nathan: Ich denke, wir sind ziemlich frei. Vielleicht irren wir uns, vielleicht hören wir etwas nicht, aber wir glauben zumindest durch nichts eingeschränkt zu sein. Ich denke, wenn man sich die EP und das Album anhört, gibt es dort sehr unterschiedliche Genres, die über das ganze Album verstreut sind. Ich glaube nicht, dass es wirklich festgelegt ist. Wir machen im Wesentlichen das, was wir machen wollen.</p>
<p>Anaïs: Ich freue mich, dass du sagst, du hättest etwas Irisches in unserer Musik gehört, denn wir machen keine irischen Jigs oder Folk-Melodien. Aber was du meinst, ist eher das Gefühl, das man bekommt, wenn man PRIMORDIAL hört, nämlich dass man Irland sieht, die Dunkelheit, das Wetter. Und das wollten wir tatsächlich vermitteln, das ist definitiv da. Und ich bin froh, dass du das sagst und dass du das tatsächlich gehört hast. Aber das ist etwas, das ganz natürlich in unserer Musik vorkommt. Und ich denke, unser Sound wird sich definitiv wieder verändern oder weiterentwickeln, weil wir so viele Ideen haben. Und ich kann es kaum erwarten, wieder mit dem Schreiben anzufangen.</p>
<p><figure id="attachment_378760" aria-describedby="caption-attachment-378760" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-378760 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/EphemeralDomhainOfPineAndOakCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/EphemeralDomhainOfPineAndOakCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/EphemeralDomhainOfPineAndOakCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/EphemeralDomhainOfPineAndOakCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/EphemeralDomhainOfPineAndOakCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-378760" class="wp-caption-text">Die Split: DOMHAIN und EPHEMERAL &#8211; &#8222;Of Pine And Oak&#8220; (2025)</figcaption></figure></p>
<p><strong>Als ich das Album zum ersten Mal hörte, wurde mir klar, dass ich dringend zurück zum Meer muss, an eine Küste irgendwo, wo ein starker Wind weht. Die Normandie beispielsweise ist 12 Autostunden von mir entfernt. Ich bekam auch Fernweh, als ich es mir angehört habe. DOMHAIN bringt mich an Orte, an denen ich schon einmal war und die ich irgendwie vermisse. Ich habe allerdings Schwierigkeiten, euch als Post-Black-Metal-Band zu bezeichnen, auch wenn das korrekt wäre. Und es ist kein Epic Metal, aber es gibt es episches Element. Ich mag es, wenn Dinge nicht so einfach klassifiziert werden können. Aber wenn es um Klassifizierung oder Einzigartigkeit geht, dann geht das schon bei der EP „Nimue“ los. Die ersten fünf Minuten von „A Pile of Stone Upon My Grave“ bestehen fast nur aus diesem akustischen Teil. Dass eure zweite Veröffentlichung, die Split <a href="https://vampster.com/cd-reviews/ephemeral-domhain-of-pine-and-oak-split-ep/">„Of Pine And Oak“</a> mit <a href="https://vampster.com/bands/ephemeral/">EPHEMERAL</a>, ein akustischer Song war, war keine große Überraschung, da die erste EP bereits den Grundstein dafür gelegt hatte. Ihr seid in beiden extremen zu Hause, sei es nun Metal oder ruhige akustische Dark-Folk-Musik. Aber ist es schwieriger, einen 10-minütigen Metal-Song oder einen 10-minütigen Akustik-Song zu schreiben?</strong></p>
<p>Nathan: Ja, wir haben Mühe, die Länge unserer Songs zu begrenzen, sie sind generell recht lang. Bei dem Akustiksong hatten wir zuerst die Metal-Version geschrieben. Es war also zuerst ein Metal-Song, bevor es ein Akustiksong wurde. Ich weiß nicht, ob dir das auf dem Album aufgefallen ist.</p>
<p><strong>Ich dachte, es wäre umgekehrt gewesen.</strong></p>
<p>Nathan: Ja, wir haben das umgekehrt. Wir wussten, dass wir einen Akustik-Track machen wollten, und dieser schien besonders gut zu funktionieren. Also haben wir das eine ganze Weile diskutiert und dann in die Tat umgesetzt. Aber wir hatten diesen Song ursprünglich nicht als Akustik-Song geplant. Vielleicht ist er deshalb so lang.</p>
<p><strong>Der Song „Footprints II“, hat im Grunde genommen nur eine andere Instrumentierung und wie der Track auf der Split.</strong></p>
<p>Anaïs: Ja, wir hätten ihn wahrscheinlich „Footsteps I“ nennen sollen und den akustischen „Footsteps II“, aber das hätte in der Vergangenheit vielleicht Verwirrung gestiftet. Und später hätte es dann Sinn gemacht. Das hätten wir machen können, aber diese Idee hatten wir einfach nicht. Nächstes Mal dann.</p>
<p>Nathan: Ich glaube einfach nicht, dass es die Leute sonderlich stören würde. So wie es ist macht es einfach mehr Sinn. Die Leute wissen ja nicht, dass die Akustikversion nicht zuerst da war.</p>
<p><strong>Okay. Als ich den Album-Track „Footprints II“ hörte, hatte ich einen echten Flashback. Die Art, wie er ruhig beginnt und die gesprochenen Worte auf Französisch darüber gelegt wurden, das hat mich an den Song „Black Light District“ von<a href="https://vampster.com/bands/the-gathering/"> THE GATHERING</a> erinnert. Das Stück hat ein sehr ähnliches, ruhiges Flair mit den gesprochenen Worten darüber. Hat euch das vielleicht unterbewusst inspiriert?</strong></p>
<p>Anaïs: Nein, mich nicht.</p>
<p>Nathan: Ich kenne mich mit THE GATHERING nicht besonders gut aus, aber das ist das Projekt von Anneke van Giersbergen, oder? Ist das die richtige Band, an die ich da denke?</p>
<p><strong>Ja, Anneke war damals noch in der Band.</strong></p>
<p>Nathan: Ah, okay! Ich bin selbst ein großer <a href="https://vampster.com/bands/devin-townsend/">DEVIN TOWNSEND</a>-Fan. Ich weiß, dass die beiden viel zusammen gearbeitet haben. Aber das war keine unbewusste Inspiration. Ich glaube nicht, dass wir diesen Song kannten.</p>
<p>Anaïs: Wir mögen alle verschiedene Sachen, in manchen Situationen passen Spoken Word-Elemente sehr gut. Wir alle lieben <a href="https://vampster.com/bands/amenra/">AMENRA</a>. Ich muss zugeben, ich hasse es wirklich, meine Stimme auf Französisch zu hören. Und ich habe darum gekämpft, dass diese Aufnahme im Mix nicht lauter gemacht würde. Und der Rest der Band hat darum gekämpft, sie lauter zu machen.</p>
<p>Nathan: Das ist sicher eine Frage des Selbstvertrauens. Wir alle lieben es und finden, dass es großartig klingt. Und wir mussten darüber streiten, indem wir die Lautstärke für beide Versionen des Songs ein paar Mal erhöht haben, glaube ich. Wir haben darüber gestritten. Aber das liegt wohl an der Komfortzone. Jedes Mitglied von DOMHAIN macht in diesem Projekt etwas Einzigartiges, was wir zuvor nicht gemacht haben. Wir müssen einfach mehr Selbstvertrauen damit gewinnen, denke ich. Der Song ist jetzt draußen. Und wir werden mehr von so etwas machen.</p>
<p>Anaïs:  Okay. Dann bist du als Nächstes dran.</p>
<p><strong>Ich kann dazu sagen, dass das aus meiner externen Perspektive zu meinen Lieblingsparts des Albums gehört.</strong></p>
<p>Anaïs: Du hilfst mir hier nicht weiter. Aber danke trotzdem.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir jammern viel. Aber wir vertrauen dem Prozess. Wir wissen, dass wir gute Ergebnisse erzielen werden, auch wenn die Idee verrückt ist.&#8220; &#8211; Nathan Irvine und der Rest von DOMHAIN gibt sich den visuellen Ideen von Anaïs gerne hin.</p></blockquote>
<p><strong>Gern! Das ist ein guter Punkt, um auf das Thema Sprachen zu kommen. Hauptsächlich schreibt ihr auf Englisch, aber ihr verwendet neben Französisch auch etwas Gälisch. Das finde ich sehr interessant, weil es eine Brücke zwischen Vergangenheit und der Gegenwart schlägt. Gälisch ist auch der Vergangenheit und Anaïs, du kommst aus Frankreich, das ist also deine persönliche Vergangenheit.</strong></p>
<p>Anaïs: Es geht wahrscheinlich darum, woher wir kommen und wer wir sind. Dabei sind wir alle gleich, wir alle wollen dasselbe sagen. Ich denke, das ist die Botschaft, die wir vermitteln wollen, egal ob wir Französisch, Englisch oder Gälisch sprechen. Wir sind alle Söhne und Töchter der Welt, der Natur, und wir haben diese Verbindung dazu – unabhängig von der Sprache. Und wir drücken uns auf sehr unterschiedliche Weise aus. Ich lebe seit 2008 in Irland, also schon sehr lange. Und es gibt immer noch Dinge, die ich auf Englisch nicht genau ausdrücken kann, aber ich weiß, wie ich sie auf Französisch sagen kann, auf die wirklich poetische Art und Weise, die ich möchte. Es ist ein Sprachniveau, das ich vielleicht nie erreichen werde, tatsächlich schöne Texte auf Englisch schreiben zu können. Ich finde es viel schwieriger als auf Französisch, selbst jetzt noch. Andy ist wirklich gut darin, Texte zu schreiben, und wir arbeiten so zusammen. Und er war glücklich in „Footsteps II“ auf Französisch zu singen . Er hat sich nicht davor gedrückt. Und ich war glücklich, es auf Irisch zu versuchen. Und ja, wenn es einen Deutschen in der Band gäbe, würden wir wohl auch auf Deutsch singen. Es gibt keine Grenzen.</p>
<p><strong>Während ich mir das Album angehört habe, habe ich oft das deutsche Wort „Hingabe“ im Hinterkopf, das im englischen sowohl „devotion“ und „dedication“ als auch „surrender to something bigger“ bedeuten kann. Und ich finde, all diese Bedeutungen passen gut zum Album. Textlich und konzeptionell geht es meiner Meinung nach sehr stark um die Rückkehr zur Natur. Auf der anderen Seite gibt es musikalisch viel Intensität und Leidenschaft. Könnt ihr das nachvollziehen?</strong></p>
<p>Anaïs: Das ist wirklich interessant. Ich glaube nicht, dass es im Französischen oder Englischen ein Wort gibt, das diese Bedeutungen hat. Kannst du uns das Wort schicken?</p>
<p><strong>Ich stelle es in die Chatbox. Das bringt mich auch zum ersten Song, „Talamh Lom“, der sehr episch beginnt, und dann vermittelt der epische Up-Tempo-Teil ein Gefühl des Fliegens. Und mir gefällt, dass das Stück so dynamisch ist. Die Bedeutung des Titels lautet „Unfruchtbare Erde“. Das Video passt da sehr gut dazu: Auf der einen Seite gibt es beeindruckende Naturszenen, dem gegenüber stehen Umweltverschmutzung und hässliche Industrie. Da zu passt, dass ich heute eine Ausstellung von der Fotografin Saskia Groneberg besucht habe. Der Titel lautete „Fragments Of Eden“. Dort gab es ein Zitat des Historikers Hans von Trotha: „Jeder Garten, sei er gebaut, geplant, geträumt, geschrieben, gemalt oder auch nur gedacht, ist ein Echo auf das Paradies, also letztlich die Kompensation eines Verlusts.“ Und ich bekam Gänsehaut, weil diese Fotoausstellung und der Song so gut zusammenpassen. Welches Konzept lag dem Song zugrunde?</strong></p>
<p>Anaïs: Wir haben diskutiert, ob es zu klischeehaft ist, wieder das Thema Natur aufzugreifen, denn es ist etwas, worüber schon viel gesprochen und geschrieben wurde. Aber es ist relevanter denn je und somit immer noch wichtig für uns. Das ist ein Thema, das uns wirklich am Herzen liegt. Wir stehen der Natur nahe, wir hassen es, wenn sie zerstört, verschmutzt, reduziert und ignoriert wird. Das war das Thema der ersten EP, „Nimue“. Die erste EP und das erste Album passen in diesem Kontext wirklich gut zusammen, weshalb ich denke, dass es für mich nicht um eine EP und ein Album geht, sondern um ein Konzept, das wir zusammenbringen. Und ich denke, danach werden wir ein neues Kapitel aufschlagen und uns vielleicht wieder für etwas anderes öffnen.</p>
<p>Nathan: Vielleicht, wenn wir uns davon lösen können.</p>
<p>Anaïs: Vielleicht. Wir haben noch nicht wirklich mit dem Schreiben begonnen. Ich glaube auch nicht, dass wir plötzlich über etwas völlig Anderes reden und nie wieder auf die Natur zurückkommen. Das können wir vermutlich auch gar nicht. Es gibt immer noch einige Künstler, die sich mit den gleichen Themen beschäftigen, aber ich habe den Eindruck, es sind weniger geworden, während das Problem immer noch besteht.</p>
<p><strong>All das hat mich zum Nachdenken gebracht. Menschen sind die einzige Spezies die bewusst das Gesicht des Planeten verändert, weil sie den Planeten an sich anpassen, und nicht wie alle anderen Spezies, sich an den Planeten anpassen. Kann es auf diesem Planeten keine Natur mehr geben, ganz einfach weil der Mensch bereits alles verändert hat? Diese Erkenntnis hat mich etwas runtergezogen.</strong></p>
<p>Anaïs: Es ist deprimierend. Und wir als Band, versuchen uns davon zu lösen. Wir haben diese Figur auf dem Cover. Das Album folgt diesem Bild einer Person, die all das sieht, diesen Schaden an der Umwelt und Natur, und darüber deprimiert ist. Sie sucht nach einem Weg, all dem zu entkommen und einfach wieder ganz zur Natur zurückzukehren. Aber der einzige Weg, den es wirklich gibt, ist der Tod. So düster das auch ist. Wir haben mit der Göttin der Natur, „Nimue“, begonnen, die die Menschheit bestraft. Und die nächste Seite, dieses Album, ist eher die Sichtweise eines Menschen, der zurück zur Natur selbst finden möchte.</p>
<p><strong>Würde es also für „In Perfect Stillness“ zutreffen, die Story in die Kapitel Erkenntnis („Telemh Lom“) über die Entfernung („Footsteps II“) bis hin zur Versöhnung („In Perfect Stillness“) und schließlich Conclusio („My Tomb Beneath the Tide“) aufzuteilen?</strong></p>
<p>Nathan: Ja, wir finden, dass es ganz gut fließt.</p>
<p><figure id="attachment_398950" aria-describedby="caption-attachment-398950" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-398950 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain_-_In-Perfect-Stillness-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain_-_In-Perfect-Stillness-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain_-_In-Perfect-Stillness-Cover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain_-_In-Perfect-Stillness-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain_-_In-Perfect-Stillness-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-398950" class="wp-caption-text">Das Debütalbum: DOMHAIN &#8211; &#8222;In Perfect Stillness&#8220; (2026)</figcaption></figure></p>
<p><strong>Das gefällt mir. Ich finde, die Split-EP hatte ein wunderschönes Cover. Und ich mag auch das Cover von „In Perfect Stillness“ sehr, aber es ist viel düsterer. Gleichzeitig ist es sehr friedlich. Und trotz all der Morbidität, die in dem Artwork steckt ist es schön, wie der Mensch die in diese Blume hinein zu fließen scheint.</strong></p>
<p>Nathan: Anaïs, hast du es gerade da?</p>
<p>Anaïs: Ja, habe ich. Aber normalerweise ist es schwer zu sehen, wenn es dunkel ist.</p>
<p>Nathan: Es ist beeindruckend und unglaublich.</p>
<p><strong>Ich kann es kaum erwarten, meine LP zu erhalten.</strong></p>
<p>Nathan: Ja, wir können es auch kaum erwarten. Wir sind sehr gespannt darauf, die fertige LP zu erhalten.</p>
<p><em>Anaïs steht auf und geht zum Zeichentisch im Hintergrund, holt ein Gemälde mit ca. 100 cm Seitenlänge.</em></p>
<p>Anaïs: Hier ist es. Ich weiß nicht, ob du es hier im Licht sehen kannst. Ich brauche ein helleres Licht – warte mal. <em>Anaïs schaltet eine weitere Lampe ein.</em> Siehst du etwas? Es ist ziemlich dunkel.</p>
<p><strong>Ja, das ist es. Ein wunderschönes Bild. Es sieht auch hier echt beeindruckend aus &#8211; und es hat einen friedlichen Charakter. Wirklich so, als würde man zurück zur Natur kehren. Und da bin ich immer noch mit dem Wort „Hingabe“ &#8211; Teil von etwas Größerem werden.</strong></p>
<p>Nathan: Das ist cool. Das macht Sinn.</p>
<p>Anaïs: Er lässt mich das Bild während eines Interviews herzeigen, um damit anzugeben.</p>
<p>Nathan: Nicht, um damit anzugeben.</p>
<p>Anaïs: Ich muss es wirklich einrahmen und an die Wand hängen, damit ich es nicht mehr bewegen muss.</p>
<p>Nathan: Das Artwork für die Split-Veröffentlichung war auch schön. Ist das bei Andy zu Hause?</p>
<p>Anaïs: Ich habe es Andy gegeben. Ich glaube, er hat es gerahmt. Ich habe ihn jedenfalls darum gebeten, also sollte es so sein.</p>
<p>Nathan: Es wird irgendwo in einer Ecke stehen.</p>
<p>Anaïs: Und verstaubt. Das Bild für „Of Pine And Oak“ ist viel kleiner. Es misst etwa 30 oder 40 Zentimeter pro Seite. Und es war ein bisschen improvisiert. Ich hatte eine grobe Vorstellung davon, was ich machen wollte und von dem Gefühl, das ich vermitteln wollte. Ich habe Musik gehört und angefangen zu malen und das Bild werden lassen, was es werden wollte. Das funktioniert manchmal, manchmal auch nicht. Ich war mit diesem Bild zufrieden. Für das Album habe ich das Artwork jedoch komplett geplant. Ich habe es zuerst digital gezeichnet und überlegt, wo ich welches Element haben wollte. Ich hatte ein bisschen Freizeit, also habe ich einfach dieses wirklich große Ölgemälde gemalt. Das war eine tolle Zeit, einfach zu Hause und mit viel Musik zu malen. Ölgemälde sind wirklich toll, sie sind weich. Ich finde nur so kann man dieses Gefühl vermitteln. Wenn ich ein anderes Medium verwendet hätte, hätte es nicht so friedlich gewirkt. Die friedliche Seite davon ist das, was ich wollte. Die Figur schläft, es hat etwas wirklich Bequemes. Ich wollte nicht, dass die Leute das Bild betrachten und den Eindruck haben, da sei ein verwesender Körper zu sehen. Es ist jemand, der sich in einem Nest befindet, es wächst Gras um die Person herum. Der gesamte Prozess hat wirklich Spaß gemacht.</p>
<p><strong>Wie lange hat es gedauert, ein Bild wie dieses zu malen?</strong></p>
<p>Anaïs: So circa zwischen einer und zwei Wochen ohne die digitale Skizze. Es gehört viel mehr dazu als nur das Malen. Man muss ewig warten, bis es trocknet. Das dauert bei Ölgemälden ewig. Dann muss man es auf eine bestimmte Art und Weise lackieren und am Ende professionell einscannen lassen &#8211; das ist bei dieser Größe erforderlich. Am Ende kommen man ein paar digitale Tricks, das Logo einfügen, und so weiter. Insgesamt war das wahrscheinlich ein Monat Arbeit, ohne die zwei Monate Trocknungszeit mitzurechnen. Da liegt es einfach nur herum und trocknet.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir hätten nie daran gedacht, ein Handy zu benutzen, aber wir waren vor Ort, wir hatten die Schauspielerinnen, die weit gereist waren, wir hatten keinen anderen Tag zur Verfügung, um das Video zu drehen.&#8220; &#8211; Nathans iPhone rettete den Videodreh zu „My Tomb Beneath the Tide“.</p></blockquote>
<p><strong>Hast du eigentlich eine Kunstschule besucht, beziehungsweise Kunst studiert?</strong></p>
<p>Anaïs: Ja, ich habe in Frankreich das Abitur gemacht, danach habe ich studiert. Nicht Kunst, aber Grafikdesign.Ich habe mich schon seit meiner Kindheit mit Kunst beschäftigt. Meine Großmutter Malerin. Sie nichts anderes gemacht, als Ölbilder zu malen. Sie hat mich zu ihrem Lehrer mitgenommen, als ich ein kleines Mädchen war. Und so habe ich auch immer gemalt.</p>
<p>Nathan: Nur um hier etwas beizutragen. Wir sind unglaublich glücklich, Anaïs zu haben. Du kannst rot werden, so viel du willst. Du machst nicht nur das, sondern übernimmst auch die Regie für die Musikvideos, die T-Shirt-Designs, die CD-Layouts. Alles was das Design angeht kommt von dieser Person. Zum allergrößten Teil.</p>
<p>Anaïs: Finanziell ist es praktisch. Ich habe Glück, dass meine Band mich das machen lässt. Ich hätte auch in einer Band sein können, die nicht mag, was ich mache. Dann hätte ich mich nicht auf diese Art und Weise ausdrücken können. Sie vertrauen mir, selbst wenn ich ihnen sage, dass ich die Bilder für das Booklet selbst machen will. Meine geniale Idee ist, ihr steckt eure Köpfe in den Schlamm oder in das eiskalte Meerwasser. Die Band jammert ein bisschen,  aber sie machen es.</p>
<p>Nathan: Wir jammern viel. Aber wir vertrauen dem Prozess. Wir wissen, dass wir gute Ergebnisse erzielen werden, auch wenn die Idee verrückt ist. Wir legen einfach los. Man muss ja auch nur ein paar Stunden in der Sonne sitzen. Warum nicht? Man hat ja nichts anderes zu tun.</p>
<p>Anaïs: Das war sehr grausam.</p>
<p><strong>Ich habe das Video gesehen, in dem ihr dokumentiert, wie die Fotos entstanden sind. Es ist ein wirklich schöner Einblick in den kreativen Prozess.</strong></p>
<p>Nathan: Ich weiß nicht so recht, ob es für uns schön war. Du musstest nur im Gras sitzen. Was habe ich bekommen? <em>(Nathan musste sich am Strand ins eiskalte Meerwasser legen &#8211; Anm. d. Verf.)</em></p>
<p>Anaïs: Ich weiß. Das war nur, weil ich eine vollständige Belichtung wollte. Wir hatten vier verschiedene Hintergründe. Es sei denn, wir hätten Schnee gehabt. Dann hätte ich dich in den Schnee setzen können.</p>
<p>Nathan: Das nächste Mal dann.</p>
<p><strong>Das bringt mich zu einer provokanten Frage. Ich habe eine digitale Version des Booklets mit den Texten erhalten. Die Portraits von denen wir eben sprachen, wären von vielen anderen Bands sie heutzutage in Verbindung mit KI entstanden, aber das ist nicht eure Art. Daher glaube ich nicht, dass wir über generative KI sprechen müssen. Nutzt ihr KI stattdessen in anderer Hinsicht als Werkzeug? </strong></p>
<p>Nathan: Nein, ich nutze KI nur in der Arbeit. Da ist es ein nützliches Werkzeug. Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, um Kunst auszudrücken. Es wertet die Kunst ab. Ich stimme zu, es gibt kein Entkommen, wir sind bereits mittendrin. KI ist nicht nur ein Werkzeug, um an der Musik herumzubasteln. Wir sind nicht dazu da, damit KI Musik für uns erzeugt. Wir sind hier, um Musik zu erschaffen.</p>
<p>Anaïs: Vielleicht ist das der Unterschied. Eine Band, die KI einsetzt, sucht den Erfolg, anstatt für sich selbst Musik zu er schaffen. Jedem das Seine, aber das ist nichts für uns. Ich glaube nicht, dass wir KI jemals für irgendetwas eingesetzt haben.</p>
<p>Nathan: Wenn wir mit etwas zu kämpfen hatten, haben wir herumprobieren, bis es funktioniert hat. Wir haben uns als Band abgesprochen und mussten uns auf nichts und niemand anderes verlassen.</p>
<p>Anaïs: Das war schon immer so.</p>
<p><strong>Fühlt ihr euch als Band und als Künstler von KI bedroht? Oder eher persönlich?</strong></p>
<p>Nathan: Wenn ich die zu meinem Vollzeitberuf machen würde, würde ich mich davon bedroht fühlen. Wenn wir großen Erfolg hätten, dann wäre es so. Derzeit ist es ein Hobby, ein Leidenschaftsprojekt. Wir machen DOMHAIN in erster Linie für uns selbst. Ich glaube, das habe ich schon einmal gesagt. Wir haben Vorrang. Wenn andere mitmachen wollen, dann sei es so. Wir hoffen dabei natürlich, dass wir so vielen Menschen wie möglich mit unserer Kunst eine Freude machen können.</p>
<p>Anaïs: Ich selbst fühle mich bedroht. Nicht wegen DOMHAIN. Ich denke, die Leute, die uns hören, interessieren sich nicht für KI &#8211; das hoffe ich zumindest. Aber in meinem Vollzeitjob könnte mich das eines Tages komplett ersetzen. Das ist schon ein bisschen beängstigend.</p>
<p><figure id="attachment_404361" aria-describedby="caption-attachment-404361" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-404361" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain-band-2025-800x564.jpg" alt="" width="800" height="564" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain-band-2025-800x564.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain-band-2025-1200x846.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain-band-2025-380x268.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Domhain-band-2025-scaled.jpg 2560w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-404361" class="wp-caption-text">DOMHAIN (c) These Hand Melt</figcaption></figure></p>
<p><strong>Lassen wir dieses deprimierende Thema beiseite. Nathan, du hast gesagt, dass die Band ein Leidenschaftsprojekt ist, und Anaïs, du hast gesagt, dass du viel Kreatives im visuellen Bereich machst, was der Band Geld spart. Ich habe mir natürlich auch das Video zu „My Tomb Beneath The Tide“ angesehen, und es hat cineastisches Flair. Ihr habt mit Schauspielern gearbeitet, das Storyboard gestaltet und generell großen Aufwand betrieben.Ich nehme an, wenn ihr einen externen Regisseur bezahlt hättet, wären Unsummen dafür draufgegangen.</strong></p>
<p>Anaïs: Es ist ein 10-minütiger Track, das ist also fast ein Kurzfilm, und ich weiß auch nicht, wie viel so ein Video gekostet hätte; wahrscheinlich ein Vermögen. Wir hatten also eine Kamerafrau mit einer richtigen Kameraausrüstung, die mit uns dieses Musikvideo drehte, und diese Person ist mehrere Tausend pro Tag wert, aber ich wollte eben, dass es wirklich gut gedreht wird. Und was an diesem Tag passiert ist, muss ich jedes Mal erzählen. Es ist nicht überraschend, dass die gesamte Organisation des Drehtages schwierig war, die Suche nach den Darstellerinnen und die Suche nach einem Termin, an dem alle Zeit hatten, zumal wir die Darstellerinnen aus Dublin und aus dem absoluten Nirgendwo in Irland herholen mussten. Und als wir dort waren, konnte der Termin nicht mehr verschoben werden. Es war also soweit, und die Kamerafrau begann mit der ersten Aufnahme, der ersten Einstellung des Videos, in der man die Hauptdarstellerin, die Hauptfigur, vor den Wellen sitzen sieht. Sie macht diese Aufnahme, und ich mir gefiel es wirklich gut. Ich fand es wunderschön und war total begeistert. Dann machten weiter mit der zweiten Szene, und die Kamera ging kaputt. Die Kamera ging tatsächlich kaputt, und Fiona, mit der ich seit Jahren immer wieder zusammenarbeite, kennt ihre Ausrüstung in- und auswendig. Sie holte einen Schraubenzieher, öffnete die Kamera, fand das durchgebrannte Teil und konnte es nicht ersetzen. Wir hatten keine Kamera mehr, und Nathan rettete die Situation, indem er sein iPhone zur Verfügung stellte, um den Rest zu drehen. Also haben wir 90% dieses Musikvideos mit einem iPhone gedreht, und ich bin so froh, dass es so gut geworden ist. Ach ja, und wir hatten auch eine tolle Drohne und einen wirklich guten Drohnenpiloten, der die letzten Szenen gedreht hat, worüber ich sehr glücklich bin. Aber ja, das war wirklich stressig. Ich glaube, ich bin an diesem Tag 10 Jahre gealtert.</p>
<p>Nathan: Es war auch eine Art letzter Ausweg. Wir hätten nie daran gedacht, ein Handy zu benutzen, aber wir waren vor Ort, wir hatten die Schauspielerinnen, die weit gereist waren, wir hatten keinen anderen Tag zur Verfügung, um das Video zu drehen, und ich sagte: Okay, wir machen es jetzt mit meinem Handy. Und das war&#8217;s.</p>
<p>Anaïs: Ja, entweder wir ziehen es jetzt durch oder sagen es ab.</p>
<p>Nathan: Aber ich finde, das Video sieht fantastisch aus. Die Qualität ist viel besser geworden, als ich es von einem alten iPhone erwartet hätte. Ich möchte also lieber keine Werbung dafür machen. Ich weiß nicht, ob das die beste Art ist, aber für uns hat es auf jeden Fall funktioniert.</p>
<p><strong>Ja, und ihr dachtet, wenn Danny Boyle „28 Years Later“ mit iPhones drehen kann, dann könnt ihr das auch.</strong></p>
<p>Nathan: Ja, das war zuerst dran.</p>
<p>Anaïs: Ich bin von der Qualität begeistert und habe hier mein eigenes Set.</p>
<p><strong>Die Bilder im Video sind auch besser als Danny Boyles Kameraaufnahmen aus „28 Years Later“.</strong></p>
<p>Anaïs: Das kann ich nicht beurteilen, weil ich mit diesen Film nicht ansehen kann. Ich habe wirklich Angst vor Zombies.</p>
<p><strong>Meine Frau und ich hatten am Samstag unseren 22. Jahrestag. Wir sind zusammen gekommen, während wir „28 Days Later“ gesehen haben, und jetzt stehen wir überhaupt nicht mehr auf Zombies. Wir haben jetzt Kinder, da schauen wir keine blutigen Filme mehr. Aber wir haben gesagt, aber wegen unseres Jahrestages machten wir eine Ausnahme und schauten den Film. Und ja, er war zu blutig und brutal für uns. </strong></p>
<p>Anaïs: Das glaube ich dir.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich wollte nicht, dass die Leute das Bild betrachten und den Eindruck haben, da sei ein verwesender Körper zu sehen. Es ist jemand, der sich in einem Nest befindet, es wächst Gras um die Person herum.&#8220; &#8211; Anaïs über das Artwork zu „In Perfect Stillness“.</p></blockquote>
<p><strong>Ihr hattet viele Gäste, sowohl auf der EP als auch auf dem Album, mit John Wilson am Klavier, Raul Andueza am Cello und Sarah Fielding am Gesang. Da Anaïs Cello spielt und in allen Tonlagen singen kann und Nathan auf der EP Piano gespielt habt, hättet ihr das Album auch ohne die Gastbeiträge fertigstellen können. Kamen die Gastbeträge zustande, weil sie auch aus der irischen Musikszene kommen und ihr mit Freunden zusammenarbeiten wolltest?</strong></p>
<p>Nathan: Ja, John ist ein Bekannter. Er wohnt nicht weit von uns entfernt. Und er ist ziemlich gut mit Ashley befreundet, unserem anderen Gitarristen. Sie haben in der Vergangenheit schon an diversen Musikprojekten zusammengearbeitet. Wir hatten „Footsteps II“ geschrieben und dachten, dass ein Klavier das Stück bereichern würde. Ich habe in „Nimue“ einen kleinen Teil am Klavier gespielt, aber ich bin nicht auf dem Niveau, das für einen ganzen Song erforderlich wäre. Wir haben einfach John gefragt, und er war gerne bereit, mitzumachen. Wir haben ein paar Entwürfe bekommen, und wir sind einfach überwältigt von der Qualität, die er uns bieten kann. Und um ehrlich zu sein, ich glaube, das hat den Song geprägt. Johns Spiel hat ihn so viel eindrucksvoller, so viel größer und so viel besser klingen lassen. Raul wurde für „Nimue“ engagiert, und  er hat auf dieser EP so beeindruckende Arbeit geleistet, dass wir ihn wieder haben wollten. Wir wollten mehr von seinem Spiel. Zu Sarah&#8230; Ich nehme an, du möchtest die Weingeschichte erzählen?</p>
<p>Anaïs: Sarah, die Gastsängerin bei „My Tomb Beneath the Tide“, ist von <a href="https://vampster.com/bands/darkest-era/">DARKEST ERA</a> und eine sehr alte Freundin, deren Stimme ich absolut liebe. Wir alle lieben ihren Gesang, und sie ist zufällig die Frau von Chris Fielding, der uns aufgenommen hat. Wir waren im Studio und hatten beiläufig darüber gesprochen, dass Sarah bei einem Track als Gast mitwirken könnte, und eines Abends kam sie nach der Arbeit ins Studio. Sie ist Geschäftsinhaberin einer T-Shirt-Druckerei und druckt die meisten Merchandise-Artikel von Bands in Großbritannien und darüber hinaus. Sie macht die besten T-Shirts. Sie hat also sehr lange, harte Arbeitstage und zwei Kinder. Sie kam im Studio an und war total fertig. Sie hörte sich an, was wir aufgenommen haben. Ich glaube, sie hatte es vorher noch nicht gehört. Sie ging mit einem großen Glas Wein, zum Mikrofon im Aufnahmebereich und improvisierte einfach ein paar Harmonien. Wir waren einfach überwältigt. Alles, ihr Ton, ihre Lautstärke, ihre Ideen, alles war sofort perfekt. Wir lieben einfach, was sie gemacht hat. Sie hat diesem Track eine neue Dimension verliehen. Das ist mein Lieblingsgastbeitrag auf dem Album.</p>
<p><strong>Ihr wart schon zum zweiten Mal in Chris Fieldings Studio in Wales. Ich nehme an, das war eine gute Erfahrung für euch. Hattet ihr auch in früheren Bands mit ihm zusammengearbeitet?</strong></p>
<p>Anaïs: Ja, er hat meine alte Band, <a href="https://vampster.com/bands/celtachor/">CELTACHOR</a>, ein- oder zweimal aufgenommen, ich weiß es nicht mehr genau. Und ich kannte ihn schon vorher, weil er die Band meines Ex-Mannes mehrmals aufgenommen hatte, und er ist einfach dafür bekannt, dass er <a href="https://vampster.com/bands/primordial/">PRIMORDIAL</a>, <a href="https://vampster.com/bands/winterfylleth/">WINTERFYLLETH</a> und all die Bands aufgenommen hat, die uns wirklich am Herzen liegen, wie <a href="https://vampster.com/bands/saor/">SAOR</a>. Also ja, er ist der richtige Mann für diesen Job.</p>
<p>Nathan: Ich war ziemlich außen vor. Als ich zur Band kam, wurde uns gesagt, dass wir dort aufnehmen würden, und ich habe das in Frage gestellt. Ich dachte mir: Warum machen wir das nicht vor Ort? Warum bleiben wir nicht hier? Wir gingen zu ihm ins Studio und verbrachten dann die Zeit mit Chris, um herauszufinden, dass tatsächlich besser war mit ihm zusammenzusitzen und das zu bekommen, was man bekommt. Er arbeitet sehr, sehr präzise. Er weiß genau, was zu tun ist, und es ist sehr einfach, mit ihm zu arbeiten. Daher war es keine Frage, dass wir wieder zu ihm zurückkehren würden. Ich glaube, wir haben diese Entscheidung direkt nach „Nimue“ getroffen. Wir wussten sofort, dass wir wiederkommen würden.</p>
<p><strong>Schön, wenn man etwas hat, das wirklich funktioniert, und man es nicht ändern muss. Wie lange habt ihr in seinem Studio aufgenommen?</strong></p>
<p>Nathan: Ich glaube, es waren vier Tage.</p>
<p>Anaïs: Plus zwei Tage für das Schlagzeug, also eine Woche.</p>
<p><strong>Das ging schnell. Und das Mastering hat Mike Lamb übernommen.</strong></p>
<p>Anaïs: Ja. Mike Lamb von <a href="https://vampster.com/bands/sojourner/">SOJOURNER</a> und REMINA ist auch ein sehr guter Freund von mir. Das ging sehr schnell. Ich glaube, er hat zwei Versionen des Masterings gemacht, aber wir waren sofort zufrieden. Er ist eine weitere Person, die wir alle kennen, er versteht sein Handwerk. Er spricht unsere Sprache, seine Musik ist der unseren sehr ähnlich. „Nimue“ wurde von <a href="https://vampster.com/bands/deha/">DÉHÀ</a> gemastert, der auch ein wirklich sehr guter Freund ist. Wir hatten uns schon bei „Nimue“ gefragt, ob wir es von Mike oder DÉHÀ mastern lassen sollten. Also haben wir DÉHÀ „Nimue“ gegeben und Mike das Album, weil wir einfach mit beiden zusammenarbeiten wollen, aber man muss sich nun mal entscheiden.</p>
<p><figure id="attachment_366220" aria-describedby="caption-attachment-366220" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-366220 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DomhainNimueCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DomhainNimueCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DomhainNimueCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DomhainNimueCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DomhainNimueCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-366220" class="wp-caption-text">Die erste EP: DOMHAIN &#8211; &#8222;Nimue&#8220; (2023)</figcaption></figure></p>
<p><strong>Ja, das ist ein schöner Zufall. Ich habe mir gerade einen Hyperfokus auf einige Projekte von Heike Langhans, darunter auch REMINA und LIGHT FIELD REVERIE. Und gerade heute ist mir beim Anhören von REMINA aufgefallen, dass es stilistisch zwar ein ganz anderer Ansatz ist, aber das Sounddesign wirklich nicht weit von „In Perfect Stillness“ entfernt ist.</strong></p>
<p>Anaïs: Ja, sie stehen uns definitiv nahe. Wir haben darüber gesprochen, Heike vielleicht in Zukunft auch als Gast einzuladen.</p>
<p><strong>Okay, jetzt, da das Albumkürze veröffentlicht wird, habt ihr, schon ein oder zwei Festivals angekündigt. Wird es vielleicht auch Tourneen auf dem europäischen Festland geben? Habt ihr da schon etwas in Planung?</strong></p>
<p>Nathan: Ich glaube nicht, dass etwas geplant ist, aber der Wunsch ist da. Wir versuchen, um etwas auf die Beine zu stellen, das ist sicher.</p>
<p>Anaïs: Wir haben einige Termine, die noch nicht bekannt gegeben wurden, aber im Moment ist keine Europatournee geplant. Es ist ziemlich schwierig, eine Tour zu realisieren, wenn wir auf dem Niveau sind, auf dem wir uns befinden. Das weißt du sicher. Das ist also nichts, was wir einfach so machen können. Wir kommen aus Irland, müssen fliegen oder mit dem Schiff kmmen. Das ist sehr teuer. Aber wir werden sehen, wir werden unser Bestes geben.</p>
<p><strong>Vielleicht ein schönes Festival?</strong></p>
<p>Anaïs: Das würde mir gefallen.</p>
<p><strong>Habt ihr einen Booking-Agenten für Europa?</strong></p>
<p>Anaïs: Nein, für Großbritannien und Irland haben wir einen, aber noch nicht für den Rest von Europa. Wenn du jemanden kennst, freuen wir uns über Vorschläge.</p>
<p><strong>Anaïs, Nathan, es war mir ein Vergnügen. Vielen Dank für eure Zeit.</strong></p>
<p>Anaïs: Vielen Dank, dass du mit uns gesprochen und uns deine Eindrücke vom Album vermittelt hast. Das war wirklich interessant.</p>
<p>Nathan: Du hast uns auch Stoff zum Nachdenken gegeben.</p>
<p>Anaïs: Sei nicht überrascht, wenn wir eines Tages ein Album oder einen Track mit dem Titel „Hingabe“ haben.</p>
<p><strong>Ja, das würde mich sehr freuen.</strong></p>
<p>Anaïs: Du bekommst 10 %. Bitte sehr.</p>
<p><strong>Danke! Wenn es noch etwas gibt, dass wir vergessen haben, jetzt ist die Gelegenheit.</strong></p>
<p>Anaïs: Ich denke, es passt.</p>
<p>Nathan: Ich freue mich einfach auf die Veröffentlichung und darauf, die Leute bei einigen Shows zu sehen. Wir hoffen, dass den Leuten das Album gefällt.</p>
<p>Anaïs: Ich auch!</p>
<p><strong>Nochmals vielen Dank. Ich wünsche euch einen schönen Abend. Grüßt bitte den Rest!</strong></p>
<p>Anaïs: Machen wir. Bye Bye.</p>
<p>Nathan: Danke. Bye Bye.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bilder: (c) THESE HANDS MELT</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[DOMHAIN]]></band>
<genres><![CDATA[Post Metal, doom metal, black metal]]></genres>
<wpid>404208</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>LYCHGATE: Gedeihen in einer kulturellen Wüste</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/lychgate-gedeihen-in-einer-kulturellen-wueste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2026 05:30:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[LYCHGATE]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=400787</guid>

					<description><![CDATA[Eines der niveauvollsten Alben zwischen Death- und Black Metal des Jahres 2025 stammt von LYCHGATE. Mehr als fünf Jahre nach der großartigen EP „Also sprach Futura“ veröffentlicht die Londoner Formation „Precipice“, ein durch und durch pessimistisch-philosophisches Werk, das den literarischen Modernismus mit dem extremen Metal der späten Neunziger und frühen Zweitausender in atemberaubender Intensität niveauvoll und atmosphärisch verbindet. Kein Wunder, dass Bandchef Vortigern eloquent und smart auf unsere Fragen antwortet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vortigern, leben wir in einer Dystopie, wie sie von den Autoren beschrieben wird, die euch während eurer gesamten Karriere inspiriert haben? Glaubst du, dass Romane wie diese eine noch immer gültige, warnende Funktion haben?</strong></p>
<p>Ja, und das ist problematisch, denn Fiktion muss von der Realität losgelöst sein, um als gültige Flucht vor der Realität zu gelten. Als die Band gegründet wurde, waren wir, wie ich finde, noch nicht an dem Punkt, an dem das zu erkennen war. Es war noch möglich, in einer Illusion zu leben und Themen wie das Panoptikum als imaginär zu betrachten (siehe das Album „An Antidote For The Glass Pill“). Im Laufe der Jahre wurde es logisch und lohnenswert, ähnliche Themen zu erforschen. Zu der Zeit, in der <a href="https://vampster.com/cd-reviews/lychgate-precipice/">„Precipice“</a> veröffentlicht haben, haben wir jedoch meiner Meinung nach einen Punkt erreicht, an dem wir diese Art von dystopischer Literatur als ausgereizt oder, ironischerweise, als irrelevant im aktuellen Kontext betrachten können.</p>
<p>Allerdings bin ich in der obigen Antwort recht strikt, und die fragliche Novelle oder ähnliche Werke dienen nach wie vor als gültige Warnungen. Es kommt nur darauf an, ob es gesund ist, solche Warnungen zu berücksichtigen oder sie zu wissentlich ignorieren.</p>
<p><strong>Seit der Veröffentlichung von „Also sprach Futura“ hatten wir eine Pandemie und viele blutige Konflikte auf unserem Planeten. Wie siehst du die letzten fünf Jahre der Welt aus der Perspektive von <a href="https://vampster.com/bands/lychgate/">LYCHGATE</a>?</strong></p>
<p>Um ehrlich zu sein, haben die letzten fünf Jahre eine betäubende Wirkung auf mich gehabt. Ich weiß nicht, wie sehr ich mir selbst, also meine Reaktion auf Situationen, oder den Situationen selbst die Schuld geben soll. Man könnte beispielsweise meinen, dass die Pandemie eine Quelle der Inspiration hätte sein können. Ich habe in vielerlei Hinsicht das Gegenteil festgestellt. Ich glaube, dass wir in gewisser Weise in einer kulturellen Wüste leben. Nicht alles ist tot, aber objektiv gesehen können wir unmöglich behaupten, dass Kunst oder Kultur im Allgemeinen den Stellenwert besitzen, den sie haben sollten.</p>
<p>Ich sehe auch, dass sich die heutige Zeit unverhältnismäßig stark auf die Politik konzentriert, was die Kreativität weiter einschränkt. Viele widersprechen einer solchen Haltung sicherlich, aber ich persönlich mag die meisten Versuche von Musikern, Politik in ihre Musik einzubeziehen, nicht. Stattdessen interessiere ich mich in der Regel für Relikte – sei es in der Geschichte, in der Literatur oder in anderen Bereichen. Vielleicht wird das Thema unseres nächsten Albums nicht ein Werk aus dem Jahr 1909 sein, sondern etwas, das noch weiter zurückliegt.</p>
<p><strong>„Also sprach Futura“, eure vorherige EP, wurde Anfang 2020 veröffentlicht. <a href="https://vampster.com/cd-reviews/lychgate-precipice/">„Precipice“</a> kam mehr als fünf Jahre später heraus. Ich nehme an, dass der Entstehungsprozess des Albums zeitaufwändig war. Gab es davon abgesehen noch weitere Faktoren, die zu dieser langen Pause geführt haben?</strong></p>
<p>Von 2020 bis 2023 habe ich wieder an der Universität studiert und in den Semesterferien gearbeitet. Daher hatte ich nicht viel Zeit zum Komponieren. Das war der einzige Grund für die fünfjährige Pause. Das bedeutet, dass es eine Aufteilung des Materials aus verschiedenen Zeiträumen zwischen 2019 und 2024 gab. Das ist bedauerlich, da ich es vorziehe, wenn Alben einen bestimmten, kürzeren Zeitraum repräsentieren. Ehrlich gesagt könnte ich wahrscheinlich ein Album pro Jahr schreiben, wenn ich müsste. Ich habe mehr Ideen, als ich Zeit habe, um sie umzusetzen. Tägliche Pflichten, Verbindlichkeiten, Überforderung und sogar Faulheit verhindern dies auf die eine oder andere Weise.</p>
<p><strong>Was ich an „Precipice“ liebe, ist, dass ihr extreme und progressive Musik spielt, ohne euch Trends anzubiedern. Das lässt LYCHGATE im besten Sinne des Wortes zeitlos erscheinen. Würdest du dem zustimmen? Und gibt es moderne Metal-Bands aus dem extremen Spektrum, von denen ihr euch inspirieren lasst?</strong></p>
<p>Vielen Dank. Das Problem mit Trends ist, dass sie per Definition plötzlich auftauchen und dann ziemlich schnell wieder verschwinden. Sie sind oberflächlich. Vorübergehende Modeerscheinungen – ein Ausdruck von Ego oder Geschmack. Aber ja, vielleicht stimmt das. Schließlich lasse ich mich von Musik inspirieren, die selbst zeitlos ist. Zeitlose Veröffentlichungen altern würdevoll, wie wir es erwarten würden, und klingen auch Jahre später noch frisch.</p>
<p>Was moderne Extreme-Metal-Bands angeht – im Grunde genommen nein. Ich lasse mich von Metal-Bands aus den 80ern bis zu den 2000ern inspirieren. Ich nehme gerne 2007 als guten „Endpunkt“, denn in diesem Jahr gab es von <a href="https://vampster.com/bands/abigor/">ABIGOR</a> <a href="https://vampster.com/cd-reviews/abigor-fractal-possession-2/">„Fractal Possession“</a>,  von <a href="https://vampster.com/bands/deathspell-omega/">DEATHSPELL OMEGA</a> „Fas &#8211; Ite, Maledicti, in Ignem Aeternum“ und von<a href="https://vampster.com/bands/mayhem/"> MAYHEM</a> „Ordo ad Chao“. Drei höchst originelle und interessante Alben im Bereich Black Metal. Und dann? Danach habe ich ziemlich das Interesse verloren. Vielleicht macht mich das engstirnig &#8211; ich versuche aber, es nicht zu sein. Die Leute schicken mir Empfehlungen, und einige davon sind ganz ordentlich. Ich frage mich nur häufig, ob sie eine echte Identität haben. Früher konnten wir zum Beispiel Stimmen sehr deutlich erkennen und wussten sofort, dass es John Tardy oder Glen Benton und so weiter waren, die sangen. Heute haben wir diesen Luxus nicht mehr. Was aktuelle, moderne Bands angeht, mag ich <a href="https://vampster.com/bands/gorguts/">GORGUTS</a>. Ich weiß, dass das auch eine ältere Band ist, also zählt sie vielleicht nicht, aber ich finde sie inspirierend. Und ja, das letzte Album von ABIGOR, „Taphonomia Aeternitatis“, hat mir gefallen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Zu „Precipice“ haben wir jedoch meiner Meinung nach einen Punkt erreicht, an dem wir diese Art von dystopischer Literatur als ausgereizt oder, ironischerweise, als irrelevant im aktuellen Kontext betrachten können.&#8220; &#8211; Vortigern über die Hinfälligkeit von dystopischer Literatur.</p></blockquote>
<p><strong>„Precipice“ zeigt einen etwas angepassten Stil von LYCHGATE, es geht in Richtung komplexer Death Metal, dafür ist da weniger Black Metal Würdest du dem zustimmen? Abgesehen davon erinnern mich LYCHGATE rifftechnisch an die späten <a href="https://vampster.com/bands/emperor/">EMPEROR</a>. Haben sie euch beeinflusst?</strong></p>
<p>Ja, es klingt wahrscheinlich eher nach Death Metal als nach Black Metal, aber man könnte fast sagen, dass es gleichzeitig nach beidem und nach keinem von beiden klingt. EMPERORs <a href="https://vampster.com/cd-reviews/emperor-prometheus-the-discipline-of-fire-demise/">„Prometheus“</a> hatte einen ziemlich tiefgreifenden Einfluss auf mich, als ich es 2001 hörte. Ich erinnere mich, dass es damals vielen Leuten nicht gefiel, und das ist auch heute noch so. Es ist ihr unbeliebtestes Album, aber technisch brillant. Es scheint, als würden die Leute es nach den falschen Maßstäben beurteilen, indem sie beispielsweise zu sehr darüber nachdenken, ob es eine ähnliche Atmosphäre wie „In The Nightside Eclipse“ oder „Anthems To The Welkin At Dusk“ hat. „Prometheus“ sollte als ein anderes Hörerlebnis betrachtet werden. Es gibt mindestens zwei Gründe, warum „Precipice“ einige Ähnlichkeiten aufweist. Erstens glaube ich, dass <a href="https://vampster.com/bands/ihsahn/">IHSAHN</a> „Prometheus“ auf dem Klavier geschrieben hat (mit Programming Notes). Ich habe das auch so gemacht. Zweitens muss er sich vor allem von klassischer Musik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zum Beispiel von Prokofjew und Schostakowitsch inspiriert worden sein. Letzteres weiß ich nicht mit Sicherheit, aber es scheint mir wahrscheinlich. Ich würde ihn das gerne fragen, wenn wir uns kennen lernen würden.</p>
<p><strong>Einer der interessantesten Tracks ist „The Meeting Of Orion And Scorpio”, der intensiv wirkt, da es sich um einen eher ruhigen Song mit einer brodelnden Atmosphäre handelt. Die Idee dahinter ist fast 15 Jahre alt. Warum hast du diesen Track wieder aufgegriffen?</strong></p>
<p>Er wurde 2012 geschrieben und sollte eigentlich ein kurzes Klavierintermezzo für unser Album „An Antidote For The Glass Pill“ sein. Auch Jahre später ging er mir nicht aus dem Kopf, also beschloss ich, ihn zu verlängern und als vollständigen Song für dieses Album zu arrangieren. Um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, werde ich wahrscheinlich alle unveröffentlichten Titel in einer Compilation veröffentlichen. Das wäre interessant, denn sonst würden gute Ideen nie gehört werden, und das wäre bedauerlich. Und wie ich bereits erwähnt habe, ist es besser, auf Alben nur für Material stehen zu haben, das im gleichen Zeitraum komponiert wurde.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-398384" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Lychgate_-_Precipice_-_Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Lychgate_-_Precipice_-_Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Lychgate_-_Precipice_-_Cover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Lychgate_-_Precipice_-_Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Lychgate_-_Precipice_-_Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Es gab einen Wechsel im Line-Up. Euer neuer Bassist Tom MacLean hat eher einen Progressive-Metal-Hintergrund. Welche Rolle spielte er bei der Entstehung von „Precipice“, abgesehen vom Spielen der Basslinien? </strong></p>
<p>Es mag die Leute überraschen, dass Tom früher bei <a href="https://vampster.com/bands/haken/">HAKEN</a> gespielt hat. Sein Beitrag zu „Precipice“ war wertvoll, nicht nur wegen seinem Können, sondern auch wegen seiner kreativen Ideen. Oft sagte er: „Warum probieren wir dieses oder jenes nicht mal aus?“, und verschönerte oder veränderte die geschriebenen Noten ein wenig. Ich erinnere mich, dass er in einem Abschnitt verlangte, dass ich die Basslinie neu komponiere. Er hatte Recht damit. Ich habe den Bass in diesem Abschnitt neu geschrieben, und es war besser so.</p>
<p><strong>Laut Metal-Archives hat Schlagzeuger T.J.F. Vallely LYCHGATE nach den Aufnahmen zu „Also sprach Futura“ verlassen und ist nun zurückgekehrt. Wie hat sich seine Abwesenheit ausgewirkt?</strong></p>
<p>Wir haben tatsächlich mit einem anderen Schlagzeuger zusammengearbeitet, aber als wir an den Schlagzeugparts für „Precipice“ gearbeitet haben, hatte ich das Gefühl, dass wir nicht das richtige Feeling hinbekommen haben. Also rief ich T. J. F. Vallely an und fragte ihn, ob er es noch einmal versuchen wolle. Früher hatte er wegen des hohen Aufwands gemischte Gefühle, was eine zu intensive Zusammenarbeit mit LYCHGATE anging. Da er seinen Lebensunterhalt als Schlagzeuger verdient, verliert er Geld aus Session-Arbeit oder Unterricht, wenn er mit uns spielt. Es ist also eine Verpflichtung für ihn, bei der er die Vor- und Nachteile abwägen muss.</p>
<p><strong>Euer charakteristisches Instrument, die Orgel, hat jetzt einen anderen Klang und ist stärker in die Musik eingebunden als zuvor. Habt ihr hier in Bezug auf Komposition und Instrumentierung neue Dinge ausprobiert, oder liegt es am Mix?</strong></p>
<p>Dieses Mal wollte ich den Fokus auf die Gitarren legen und die Orgel stattdessen wie einen Teil der Orchestrierung behandeln. Meiner Meinung nach ist das Ergebnis dieses Orchestrierungsansatzes aufgrund zweier Variablen etwas „mehrdeutig“: erstens aufgrund der verschiedenen verwendeten Orgelregistrierungen und zweitens aufgrund der Mischung verschiedener Instrumentenensembles wie Blechbläser, Holzbläser und Streicher. Durch den Mix sind diese Elemente stärker in die Musik eingebunden als zuvor. Die Orgel ist beispielsweise bewusst leiser, wenn auch nicht allzu sehr. Anders ausgedrückt: Die Orgel ist im Mix vorhanden, aber wir nehmen sie weniger wahr.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir sind wie Jäger und Sammler, die sich an eine fremde, moderne Existenz angepasst haben.&#8220; &#8211; Die Evolution des Menschen ist langsamer als die der Technik &#8211; findet auch Vortigern.</p></blockquote>
<p><strong> </strong><strong>Apropos Mix: Der Sound ist wie immer großartig. Mir gefallen besonders die Gitarren und wie sie in den Gesamtsound eingebunden sind, als Anker, aber auch sehr direkt. Ist es daher ein Vorteil, dass ihr mit eurem Sänger Greg Changer den Toningenieur in der Band habt, oder – wenn man von fehlendem externen Input spricht – sogar ein Nachteil?</strong></p>
<p>Es ist ein Vorteil, weil er die Musik versteht, und das ist entscheidend. Vielleicht scheint es offensichtlich, wie man eine Band wie uns mischt, aber das ist es nicht. Ein Aspekt ist die Behandlung der Atmosphäre. Effekte sind meiner Meinung nach wie ein weiteres Instrument. Es gibt eine feine Grenze zwischen Details, die hörbar sind oder nicht, wenn es um den Grad der Atmosphäre geht. Was für uns definitiv nicht funktioniert, ist ein zu trockener Mix. Das war eigentlich das Hauptproblem beim Album „The Contagion In Nine Steps“. Die Demoversion war eher shoegaze-artig, d. h. mit viel Hall. So sollte es klingen, damit es Sinn ergab. Rückblickend weiß ich nicht, warum wir das Ergebnis akzeptiert haben, denn es war zu weit vom ursprünglichen Konzept des Albums entfernt.</p>
<p>Wir haben auch bei „Precipice“ ein anderes Studio ausprobiert, aber das Ergebnis hat uns nicht gefallen. Es war einfach nicht „wir“. Externe Einflüsse sind also ein Risiko – sie können zu neuen Erkenntnissen führen oder einfach nur zu Unverständnis und damit zu einer gewissen Enttäuschung.</p>
<p><strong>Mit dem Beginn von „The Sleeper Awakens“ scheinen die Texte von einem distanzierten Beobachter zu stammen, der ein neues Mittel entdeckt, um die Menschheit zu versklaven. Das mag etwas konstruiert wirken, aber ich spüre eine Auseinandersetzung mit Kapitalismus („Mausoleum Of Steel“), Krieg und Gewalt („Terror Silence“) und sogar künstlicher Intelligenz („Hive Of Parasites“). Das Beeindruckende daran ist, dass die Texte durch ihre Ästhetik in den 1920er Jahren geschrieben worden sein könnten und dennoch auf das heutige Leben zutreffen. Ändert sich also für die Menschheit nie etwas?</strong></p>
<p>Ich würde jedem empfehlen, die Zusammenfassung von E. M. Forsters „Die Maschine steht still“ und dann den Text von „Mausoleum of Steel“ zu lesen. Er enthält einige recht eindeutige Verweise auf Forsters Vorstellung von einer Existenz in sechseckigen Zellen (wie auf dem Cover). Er bezieht sich auch auf Platons Höhlengleichnis, in dem Menschen (Gefangene), die in der Höhle angekettet sind, die Schatten verschiedener Objekte sehen, die auf die Wand vor ihnen geworfen werden. Dies ist die einzige Version der Realität, die die Gefangenen kennen – eine verzerrte Kopie der Realität aus zweiter Hand. Sie haben kein Verlangen, die Höhle zu verlassen, da sie kein besseres Leben kennen. Das ist eines der wichtigsten Konzepte in „Die Maschine steht still“. Alle anderen Titel beziehen sich darauf, zum Beispiel „Hive of Parasites“, das sich auf die parasitäre Existenz der Gefangenen im System bezieht, und „Terror Silence“, in dem das System zusammenbricht.</p>
<p>Ich vermute, dass sich für die Menschheit nichts ändert, weil wir uns nur langsam weiterentwickeln und physisch nicht mit den rasanten Veränderungen um uns herum Schritt halten können. Wir sind wie Jäger und Sammler, die sich an eine fremde, moderne Existenz angepasst haben. Wenn wir Machiavelli („Der Fürst“, 1513) oder sogar noch frühere Schriften lesen – beispielsweise von Cicero oder Tacitus –, sind diese für uns heute noch relevant. So viel Zeit ist vergangen, und doch finden solche Werke noch immer auf unheimliche Weise Resonanz.</p>
<p><figure id="attachment_401567" aria-describedby="caption-attachment-401567" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-401567" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/000103160024-Extended-Sepia-RGB-Reduced-size3-800x800.jpg" alt="LYCHGATE 2025 (c) DEBEMUR MORTI PRODUCTIONS" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/000103160024-Extended-Sepia-RGB-Reduced-size3-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/000103160024-Extended-Sepia-RGB-Reduced-size3-1200x1200.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/000103160024-Extended-Sepia-RGB-Reduced-size3-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/000103160024-Extended-Sepia-RGB-Reduced-size3-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/000103160024-Extended-Sepia-RGB-Reduced-size3-scaled.jpg 2560w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-401567" class="wp-caption-text">LYCHGATE 2025 (c) DEBEMUR MORTI PRODUCTIONS</figcaption></figure></p>
<p><strong> </strong><strong>Die beeindruckendsten Zeilen des Albums finden sich in „Death’s Twilight Kingdom“: „In increasing number rose ever defective states / Each new decay is gilded with splendour / The metastasis of human error“.</strong> <strong>Das klingt wirklich pessimistisch und bitter und vermittelt den Eindruck, dass in dir ein Luddit steckt – stimmt das?</strong></p>
<p>Im Kontext ist dies keine Ablehnung des technologischen Fortschritts – ganz im Gegenteil. Das Zitat bezieht sich auf die Tatsache, dass bei einer Verschlechterung des Systems jede Fehlfunktion ignoriert oder übersehen wird, indem man sie „vergoldet“ &#8211; wie wenn man ein bröckelndes Gebäude neu anstreicht, um seine wahre Form zu verbergen. Die Metastasierung menschlicher Fehler bedeutet, dass das System aufgrund menschlicher Fehler krebserregend wird. Es ist selbstreplizierend und institutionalisiert. Der Grund, warum dies nur Pessimismus und kein „Luddismus“ ist, liegt darin, dass es besagt: Fortschritt erfordert eine ausreichende Anzahl von Experten. Wenn es nicht genügend Experten gibt, wird es erstens kontraproduktiv, da niemand weiß, wie man das Geschaffene reparieren kann, und zweitens vergrößert oder vervielfacht das System nur seinen Input, wodurch es exponentiell schwieriger wird, es zu reparieren. Wenn seine Eingaben auf menschlicher Unvollkommenheit beruhen, sind seine Grundfesten nicht stark genug, um einem Zusammenbruch standzuhalten. In der Geschichte können menschliche Fehler toleriert und absorbiert werden, aber wenn ein System zu fortschrittlich wird, sind die Auswirkungen eines Zusammenbruchs zwangsläufig extremer.</p>
<p><strong> </strong><strong>Das Album endet mit „Pangaea“ mit einer irgendwie hoffnungsvollen Note, nachdem der Protagonist in „Anagnorisis“ gelernt hat, zu sehen. Ist das nur eine Erfindung meines Geistes?</strong></p>
<p>„Pangaea“ bezieht sich auf die Zeit vor etwa 335 Millionen Jahren, als die Erde aus einem Superkontinent bestand. Das war das Erste, was mir in den Sinn kam, als ich über die Folgen des Zusammenbruchs einer Zivilisation nachdachte, genauer gesagt über einen Fall, in dem alle Zivilisationen auf einmal zusammenbrechen &#8211; eine Superzivilisation, wie in dem Buch &#8211; und keine Menschen mehr übrigbleiben. Das entspricht der Vorstellung, dass wir in den riesigen geologischen Zeiträumen nur ein Wimpernschlag sind. „Anagnorisis“, der letzte Titel, bezieht sich auf Hegels Aphorismus: „Die Eule der Minerva breitet ihre Flügel erst mit der Dämmerung aus.“ Das bedeutet, dass wahres Verständnis oder Erkenntnis erst dann kommt, wenn es zu spät ist.</p>
<blockquote><p>&#8222;Freiheit ist eine Illusion.&#8220; &#8211; Die Grundessenz des Artworks von „Precipice“.</p></blockquote>
<p><strong> </strong><strong>Was das Design angeht, wurde „Precipice“ mit einem kraftvollen Artwork versehen, mit einem pervertierten Ouroboros, eventuell die Königin des „Hive Of Parasites“? Sie schwebt als endloser Kreis über einem Gebäude, das mir wie das „Mausoleum Of Steel“ erscheint, und tatsächlich scheinen viele Details aus den Texten zu stammen. Was ist die Grundidee hinter dem Artwork?</strong></p>
<p>Die ursprüngliche Idee für das Cover war, die Flucht des Protagonisten der Novelle aus der Unterwelt (sagen wir mal dem „Mausoleum Of Steel“) darzustellen. Dabei wird er von einem riesigen mechanischen Wurm gefangen genommen. Ich dachte, es wäre besser, dies mit einer Schlange zu illustrieren. Also entschied sich die Künstlerin für einen Ouroboros, mit dem Hauptunterschied, dass es sich um eine Schlange handelt, die mit einem menschlichen Körper verschmolzen ist, wie eine Lamia. Die Umkehrung dieses klassischen Symbols fordert uns eindeutig dazu auf, seine Bedeutung zu hinterfragen, sodass es verschiedene Interpretationen gibt. Der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam, war, dass die Menschheit mit ihrer eigenen Versklavung durch Zyklen, der Ewigkeit, und so weiter verwandelt wurde. Das erinnert mich ein wenig an die britische Serie „The Prisoner“ aus den Jahren 1967–1968, in der die Hauptfigur sich der Assimilation widersetzt, aber letztendlich nie frei ist, auch wenn es so aussehen mag. Freiheit ist eine Illusion. Eine andere Interpretation der Umkehrung des Ouroboros besteht darin, den menschlichen Schädel als Unterbrechung des Kreislaufs und der Wiedergeburt zu betrachten: Der Mensch &#8211; oder die Menschheit &#8211; zerstört sich selbst, wie in „Terror Silence“.</p>
<p><strong> </strong><strong>Wie war die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Nadiia Skidan und wie bist du mit ihr in Kontakt gekommen? Ich glaube, sie hat noch nie zuvor mit Metal-Bands zusammengearbeitet. War das eine Herausforderung für Nadiia?</strong></p>
<p>Ich habe ihre Porträtskizzen zufällig entdeckt und mochte etwas daran. Sie sahen tatsächlich aus wie etwas aus den 1920er Jahren. Am Ende hat sie etwas in einem völlig anderen Stil gezeichnet, als ich es mir vorgestellt hatte, aber ich habe mich daran gewöhnt. Sie hat sich von ihrer Inspiration in eine andere Richtung leiten lassen, was völlig in Ordnung ist. Ich glaube, ihre einzige Herausforderung bestand darin, mit mir zusammenzuarbeiten, weil ich wahrscheinlich zu pedantisch bin, haha! Am Ende dachte sie wahrscheinlich: „Ok, es ist genug &#8230; bitte, es reicht jetzt!“</p>
<p><strong> </strong><strong>Nun da das Album veröffentlicht wurde und das neue Jahr neue Schrecken mit sich bringt, gibt es Pläne für LYCHGATE in Bezug auf Tourneen? Ich weiß, dass ihr nie viele getourt seid, aber ist vielleicht dennoch etwas in Aussicht?</strong></p>
<p>Wir diskutieren dies gerade mit den Promotern. Ich bin mir nicht sicher, wann was stattfinden wird, aber wir werden sehen.</p>
<p><strong>Letzte Frage: Falls die Leute 2026 mehr lesen möchten – welche begleitenden Romane, die nicht in euren Album-Infos erwähnt sind, würdest du empfehlen?</strong></p>
<p>Es hat zwar nicht wirklich etwas mit unseren Themen zu tun, aber ich mag „Solaris“ von Stanisław Lem. Es ist eines meiner Lieblingsbücher, zusammen mit „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakov.</p>
<p><strong>Tolle Auswahl! V</strong><strong>ielen Dank für deine Zeit. Wenn du noch etwas sagen möchtet, hier ist die Gelegenheit dazu!</strong></p>
<p>Vielen Dank auch! <a href="https://www.instagram.com/lychgateofficial/">Folgt uns</a> für weitere Updates.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bilder (c) DEBEMUR MORTI PRODUCTIONS</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[LYCHGATE]]></band>
<genres><![CDATA[death metal, black metal]]></genres>
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	</item>
		<item>
		<title>THE BUTCHER SISTERS: „Dieses Album spaltet die Menschen – mit einer Axt“</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/the-butcher-sisters-dieses-album-spaltet-die-menschen-mit-einer-axt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christina Willems]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[TBS]]></category>
		<category><![CDATA[THE BUTCHER SISTERS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=400841</guid>

					<description><![CDATA[Pünktlich zum Release ihres vierten Albums „Das Schwarze Album“ haben wir mit Alex und Stroppo von THE BUTCHER SISTERS über die neuen Songs und die anstehende „Rap, Rock und Zaubershow“-Tour gesprochen. Und dabei nicht nur viel über Myspace, Spargelpipi und H.P. Baxxter erfahren, sondern uns auch bestens amüsiert. Ein Interview zwischen Kunst, Klamauk und Klettergerüsten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, mit mir über euer neues Album zu quatschen. „Das Schwarze Album“ erscheint am 23. Januar und ich habe natürlich schon mal reingehört.  Auf dem letzten <a href="https://vampster.com/bands/the-butcher-sisters/">THE BUTCHER SISTERS</a>-Album ging es um Themen wie Bauchtaschen, Nudeln und Sonnenbrillen. Dieses Mal um White Monster und Gassi gehen. Wie kommt ihr eigentlich auf diese Texte? Und wie viel aus eurem Alltag verpackt ihr in eure Musik?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">STROPPO: Die Inspiration liegt auf der Straße. Alles, was es gibt, braucht auch ein Lied.<br><br>ALEX: Ja, man muss nur die Augen aufmachen. Und manchmal sind es die kleinen Dinge. Also ich rege mich beim Gassi gehen ganz oft auf. Und dann denkt man irgendwann: „Eigentlich müssten wir jetzt mal ein Lied drüber schreiben.“ Und wir trinken alle gerne White Monster.<br><br>STROPPO: Was niemand weiß: Alex geht eigentlich mit mir Gassi. Wir haben das nur mit so ’ner Hundegeschichte verpackt. Ich hab’s manchmal ein bisschen schwer und dann muss er mir da halt helfen. Es tut mir leid. Bei mir ist es nicht so einfach. Aber Alex ist da sehr verständnisvoll.<br><br><strong>Geht ihr eigentlich mit vorbereiteten Ideen ins Studio oder improvisiert ihr viel? Und wie viel spontaner Unsinn, der euch da so eingefallen ist, hat es aufs Album geschafft?</strong><br><br>ALEX: Ich glaube, es ist nix spontan. Ich glaube wirklich, es gibt immer irgendeinen Aufhänger: irgendeinen Running Gag, irgendeinen Spruch. Und darum wird dann gebaut. Jeder bringt seine Inputs rein und dann trifft man sich.<br><br>STROPPO: Ich muss dazu sagen: Wir chillen nicht. Wir sind keine Freunde, wie sich das alle so vorstellen. Wir wohnen weit voneinander weg. Es gibt keine Zeit zum Chillen. Wenn wir sagen: „Hey, lass mal ein Lied über dies und das schreiben“, dann treffen wir uns genau dafür. Vorher machen sich alle Gedanken, kommen mit Sachen ins Studio und dann tauscht man sich aus. Manche Sachen sind dann auch schon fertig. Alex hat für dieses Hundelied zum Beispiel die Hook schon fertig gehabt. Man kommt mit verschiedenen Teilen ins Studio und trägt die dann zusammen.<br><br><strong>Also wie bei einer D&amp;D-Runde wo nichts feststeht und alle dann spontan losschießen?</strong><br><br>STROPPO: Nee. Manu ist ja unser Produzent, der macht immer die Vorarbeit. Der macht die Tracks fertig und hat dann auch schon eine Idee. Da kommen natürlich beim Produzieren auch Worte und Melodien dazu. Meistens gibt es schon so eine halbfertige Demo, und da hüpfen wir dann alle drauf.<br><br>ALEX: Ich weiß noch: Bei dem Detlef-D.-Soost-Ding hat Manu dann gemeint: „Hey, ich hab die Hook geträumt.“ Nee – Bierdurst! Bierdurst hat er geträumt. Mit diesem „Ich habe Bierdurst seit meiner Geburt“.<br><br>STROPPO: Und manchmal träumen wir sogar ähnliche Sachen. Wir sind connected.<br></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="TBS x HÄMATOM  -  Ü30  (Official Video)" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/ZebprXzr-mo?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Ihr habt ja mehrere Features auf dem Album, zum Beispiel mit <a href="https://vampster.com/bands/haematom/">Hämatom</a>, <a href="https://vampster.com/bands/doro/">DORO </a>oder auch <a href="https://vampster.com/bands/callejon">CALLEJON</a>. Warum habt ihr euch ausgerechnet für diese Features entschieden? Und wann gibt es endlich ein Feature mit Alexander Marcus oder H.P. Baxxter?</strong><br><br>STROPPO: Boah, wenn die Bock haben. Wenn die uns mal entblockieren. Die haben uns alle blockiert. Ja, ich weiß nicht, das war eher spontan. Und es gibt einfach nicht viele auf dem Markt, mit denen man gerade featuren kann. Ist irgendwie doch ein spezielles Genre. Wir gucken halt immer: Wer hat so ’nen Querschnitt von den Hörern?<br><br>ALEX: Der Zauber von dem DORO-Feature ist ja, dass wir so weit voneinander entfernt sind musikalisch, dass es dann irgendwie wieder cool ist. Hämatom haben ja auch ihre Partysongs, da passt es natürlich auch. Und klar, man hat natürlich so seine ein, zwei Künstler, mit denen man gern noch was machen würde. Aber es muss ja auch erst mal einen Moment geben, wo man sich über den Weg läuft.<br><br><strong>Gibt es jemanden, den ihr euch absolut wünscht für ein Feature?</strong><br><br>STROPPO: DJ Ötzi.<br><br>ALEX: Jeanette Biedermann.<br><br>STROPPO: Jetzt mal im Ernst: Ich fänd Ikkimel voll geil oder auch Finch. Das wäre einfach so ’ne geile Mischung, die viel Spaß machen könnte.<br><br><strong>Hat H.P. Baxxter eigentlich auf „Cityroller“ reagiert?</strong><br><br>STROPPO: Wir haben so ein kleines Video gemacht, wo wir die Frage wieder aufgreifen, wie viel jetzt der Fisch kostet und so, damit wir eben auf dieses Lied verweisen können. Und er wurde scheinbar übers Management gefragt, ob er dazu ein ganz kleines Video macht und die Antwort sagt. Er hat aber keine Lust, weil du nach vierzig Jahren halt wirklich auch einfach keinen Bock mehr auf diese Scheißfrage hast. Aber es sei ihm gegönnt. Wer so lange Gas gibt, ist ja auch gut irgendwann. Ich kann jetzt schon mein eigenes Gesicht nicht mehr sehen. Es ist also nicht schlimm, wenn der keinen Bock hat.<br><br><strong>Die 90er und 2000er-Jahre sind auf „Das Schwarze Album“ allgegenwärtig. Was ist denn für euch ein Trend aus dieser Zeit, der unbedingt mal zurückkommen muss – und über den ihr dann vielleicht auch mal ein Lied schreibt?</strong><br><br>ALEX: Das ist jetzt mein persönliches Ding, aber ich hasse Streaming. Ich will, dass die Leute wieder MP3-Player benutzen. Das fänd ich toll. Und Lavalampen.<br><br>STROPPO: Ich wünsch mir meine Gefühle zurück. Ich würd gern mal wieder so viel fühlen wie früher.<br><br><strong>Wenn ich daran denke: Meine Myspace-Gefühle möchte ich ja nicht zurück&#8230;</strong><br><br>STROPPO: Oh, ich will Myspace zurück. Myspace war so geil. Du hattest so einen Musikplayer auf deiner Seite und jeder hat irgendwie eine cool gestaltete Seite gehabt – und nicht alles immer dasselbe. War schon cool.<br><br>ALEX: Das Schlimmste war das Dach. (^^) Dach am Ende. Hinter jeder Nachricht.<br><br>STROPPO: Oh, ich will, dass das zurückkommt. Das Dach. Ohne Scheiß, lasst es wieder machen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/TBS_WTF_20250712_31-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-384490" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/TBS_WTF_20250712_31-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/TBS_WTF_20250712_31-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/TBS_WTF_20250712_31-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/TBS_WTF_20250712_31.jpg 2400w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stroppo (links) und Gitarrist David beim Wisdom Tooth Festival 2025 in Bissingen (Bayern).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Vom Dach zur New York Times. Stellt euch vor, die New York Times, der Guardian oder auch die FAZ würden eine Schlagzeile über „Das Schwarze Album“ veröffentlichen. Wie sollte die aussehen?</strong><br><br>ALEX: Wir mussten in der elften Klasse einen Artikel für die FAZ schreiben. Ich habe nichts abgegeben, deshalb ist das schwierig.<br><br>STROPPO: &#8222;Dieses Album spaltet die Menschen&#8220;.<br><br><strong>Spaltet die die Menschen oder spaltet die Menschheit?</strong><br><br>STROPPO: Spaltet die Menschen – mit einer Axt. Wir spalten wirklich Menschen, so viel kann man verraten, auf unserer Tour. Kleine Schleichwerbung: Ich habe eine Maschine gebaut und da wird auch gespalten. Also da werden die Menschen und die Ärsche gespalten. Wirklich, wir werden alles auseinandernehmen. Das wird so krass. Das ist keine falsche Versprechung. Es wird Wahnsinn.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Worauf darf man sich denn sonst noch freuen?</strong><br><br>STROPPO: Ey, das dürft ihr nicht verpassen. Mir wurde bewusst, dass es wirklich das krasseste Event meines Lebens ist. Der Moment, auf den ich ja lange hingearbeitet habe – und wo ich jetzt alles drüber ergieße. Ich habe schon coole Sachen erlebt und so, aber das ist wirklich das, worauf ich mich jemals am meisten gefreut habe, weil es auch so durchdacht und megageil und groß wird. Das ist keine Spielerei mehr. Das ist Wahnsinn.<br><br>ALEX: Mein bester Freund Stroppo hat eine geniale Sache für uns gemacht. Und zwar hat er einfach die komplette Show – mit Ansagen, mit den Songs, mit allem, was passiert – als Audio-Wurst quasi für uns aufgenommen. Ich hör das momentan auf Dauerschleife. Und dann wird mir jedes Mal bewusster, wie krass diese Tour wird. Ohne Witz: Das ist keine Übertreibung. Allein das Intro – ich kriege sogar auf der Bühne Gänsehaut bei diesem Intro.<br><br>STROPPO: Wir machen es mystisch. Es wird eine Traumreise für alle Sinne.<br><br>ALEX: Es wird einfach nur zauberhaft. Und es ist nicht ohne Grund die Rock-, Rap- und Zaubershow.<br><br><strong>Auf welchen der neuen Songs freut ihr euch auf der kommenden Tour am meisten? Und welcher Song hat für euch die größte Abrissgarantie?</strong><br><br>STROPPO: Boah, „Bierosaufus EX“ ist schon arschgeil. Den kennen die Leute auch schon ein bisschen länger. Der macht mir auch noch am meisten Spaß, weil er neu ist. Der ist noch heiß und da knallt’s immer richtig.<br><br>ALEX: Für mich auf jeden Fall „Cityroller“.<br><br><strong>Eine spezielle Frage zum Thema White Monster. Auf Instagram und TikTok gab es ja gerade den Hype, mit Monster Energy zu kochen, zu backen und alles Mögliche zu machen – Kuchen, Brötchen, irgendwelche Cocktails. Was haltet ihr davon? Und habt ihr Geheimrezepte?</strong><br><br>STROPPO: Wir haben mit Monster ein Rührei gemacht. Wir haben uns das in den Arsch geleert. Wir haben alle möglichen Sachen mit Monster gemacht.<br><br>ALEX: Ohne Witz: Wir haben einen Einlauf gemacht. Nee, nee, haben wir nicht gemacht. Aber durch die Nase gezogen.<br><br>STROPPO: Also ohne Scheiß, das Rührei hat mir sehr gut geschmeckt. Alex ist da empfindlich, aber ich liebe so ein bisschen kulinarische Experimente. Du machst ja auch Zucker oder so in Speisen oder Banane machst du ja auch in salzigen Reis. Süße ist ja wichtig für Mahlzeiten, für Umami und Geschmack und Monster ist halt süß. Die Kohlensäure verpufft beim Anbraten und das Rührei schmeckte tropisch. Hat sehr gut funktioniert. Ich war zwei Tage wach.<br></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/The_Butcher_Sisters_Impercon_2025-7-1200x800.jpg" alt="" class="wp-image-381583" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/The_Butcher_Sisters_Impercon_2025-7-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The_Butcher_Sisters_Impercon_2025-7-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The_Butcher_Sisters_Impercon_2025-7-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The_Butcher_Sisters_Impercon_2025-7.jpg 2500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Keine TBS-Show ohne Bauchtaschen! Hier charmant von Alex (links) und Stroppo in Szene gesetzt.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Erzählt doch mal mehr über eure limitierte Pipi-Kaka-Edition. Wie seid ihr darauf gekommen? Könnt ihr ein paar Geheimnisse verraten?</strong><br><br>STROPPO: Da sind so Snippets drauf. Wir gehen halt immer, wenn wir im Studio sind, zusammen scheißen. Wir haben im Studio ein ganz großes Klo. Also nicht mehrere – ein großes. Da sitzen wir alle auf der Brille am Rand nebeneinander und wir scheißen dann zusammen. Und dann sagen wir: „Lass uns das mal aufnehmen.“ Und was da halt sonst noch so gesprochen wird, ist auch auf diesem Album drauf. Diese Acht-Meter-Klobrille, die schweißt auch zusammen. Also dafür, dass wir uns so selten sehen, sind wir trotzdem ganz, ganz innig.<br><br>ALEX: Wenn ich jetzt TBS voll geil finden würde und ich wär Fan, dann hätte ich diese Pipi-Kaka-Edition in meinen Händen. Allein weil dieses Mysterium darum gestrickt wurde. Ich glaube, man ist sehr glücklich, wenn man es sich anhört.<br><br>STROPPO: Mir wär auch der Arsch geplatzt, weil das ist halt so geheim und besonders – und nur du bist einer von hundert Leuten, der das besitzt. Boah, das ist wie so ’ne goldene Pokémon-Karte.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr sammelt Pokémon-Karten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">STROPPO: Alex. Der Mann ist verrückt. Er ist der größte Nerd, den ich kenne. Er ist Profi. (<em>Alex präsentiert die Sammelkarten-Ordner aus seiner Kindheit.)</em> Ich habe auch mal eine geile Karte gezogen und ich wurde direkt vorm Laden bestohlen – von so ’nem Dorfgauner, den alle kannten. Es war dieser Zauberaffe… Simsa Bimsa oder so. Keine Ahnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ALEX: Ich muss dazu sagen, wir spielen damit halt auch. Also Magic, nicht Pokémon. Aber dazu komme ich jetzt mittlerweile auch nicht mehr wirklich.<br><br><strong>Über welche Themen außer Pokémon-Karten würdet ihr persönlich gerne mal einen Song machen? Und welche Getränke werden nach Bier, Aperol und Monster White als Nächstes besungen?</strong><br><br>ALEX: Ich habe schon lange das Thema Kanten. Das habe ich bestimmt schon zehn Jahre im Kopf, aber ich kriege es irgendwie nicht auf Papier gebracht. Nicht Kanten am Körper definiert, sondern gegen die man rennt. Weil ich renne an alles. Ich hatte letztes Jahr einen ganz, ganz schlimmen Fuß deswegen.<br><br>STROPPO: Ein Lied über Spargel will ich noch machen. Spargelpipi finde ich interessant. Also das Lied geht darum, dass man Spargelpipi gut findet.<br></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="TBS - Klettergerüst (Official Music Video)" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/EWHWBSpWyZM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br>ALEX: Wir gucken halt immer auch, was irgendwie im Trend ist oder gerade aktuell angesagt ist. Bei Detlef D. Soost war auch ganz klar, dass da ein Song kommen wird, weil der gerade wieder ein bisschen aufpoppt. Und die Idee zu „Klettergerüst&#8220; kam von David. Er wollte immer einen Country-Song und dann war klar, dass wir jetzt darüber ein Lied schreiben werden.<br><br>STROPPO: Vor allen Dingen diesen Spruch mit „Sag mal Klettergerüst“ mussten wir uns drei Jahre lang im Bus anhören.<br><br><strong>Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich bei eurem Konzert in Köln für Überraschungen erwarten.</strong><br><br>STROPPO: Sei gespannt. Wir werden dich auf jeden Fall enttäuschen. Und wir spritzen eimerweise Spargelpipi ins Publikum. Das wird richtig eskalieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://vampster.com/news/the-butcher-sisters-tbs-neuer-song-wacken-mit-doro/">THE BUTCHER SISTERS sind ab dem 22. Januar 2026 mit CALLEJON und MITTEL ALTA auf Tour. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[TBS, THE BUTCHER SISTERS]]></band>
<genres><![CDATA[Crossover, nu metal, CORE]]></genres>
<wpid>400841</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>Interview mit GLUECIFER: Das Geheimnis ewiger Jugend</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/interview-mit-gluecifer-das-geheimnis-ewiger-jugend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andrea]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2026 10:13:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[GLUECIFER]]></category>
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					<description><![CDATA[22 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum beweisen GLUECIFER, dass sie noch lange nicht zum Alteisen gehören. Arne Skagen, besser bekannt als Captain Poon, opferte seine Mittagspause und sprach mit uns über eine folgenschwere, alkoholinduzierte Entscheidung  und die neue Platte „Same Drug New High“. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hallo Arne, schön, dass du dir Zeit für ein Interview nimmst. </strong></p>
<p>Ich bin ja froh, dass jemand mit uns reden will! Bei den Konzerten in den vergangenen Jahren hatten wir eine saugute Zeit, so saugut, dass wir es nochmal wissen wollen und nach 22 Jahren mit „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gluecifer-same-drug-new-high/" target="_blank" rel="noopener">Same Drug New High</a>“ ein neues <a href="https://vampster.com/bands/gluecifer/">GLUECIFER</a>-Album aufgenommen haben. Jetzt sind wir gespannt, wie die Reaktionen drauf sind.</p>
<p><strong>Nach eurer Live-Reunion 2018 bei einem spanischen Festival wart ihr hier und da live zu sehen. Unter anderem habt ihr Ende 2023 drei Konzerte in Deutschland gegeben, die <a href="https://vampster.com/bilder/gluecifer-lka-longhorn-stuttgart-14-12-2023-konzertfotos/">Show in Stuttgart</a> fand ich grandios. </strong></p>
<p>Ich freue mich, wenn Menschen Spaß bei unseren Konzerten haben. Es ist nämlich schwierig für uns: Viele verbinden mit GLUECIFER Erinnerungen an ihre Jugend. Und plötzlich sind wir wieder da – und das weckt Erwartungen. Band wie Publikum, sind älter geworden, das lässt sich nicht leugnen. Andererseits ist unsere Art von Musik zeitlos. Rock&#8217;n&#8217;Roll gibt es schon so lange. Viele der Bands, die dieses Genre geprägt haben, sind schon seit mehr als 50 Jahren dabei. Für einige ist das sogar zu lange, vielleicht sollten sie aufhören. Nicht jeder kann wie Mick Jagger mit über 80 noch auf einer Bühne stehen ohne peinlich zu sein. Bei anderen Bands lässt einiges nach, ihr Aussehen, ihre Leistung auf der Bühne, ihre Fitness. Wir fühlen uns im Moment ziemlich gut, ich glaube, wir können noch eine ganze Weile gute Shows und gute Musik liefern.</p>
<p><figure id="attachment_326118" aria-describedby="caption-attachment-326118" style="width: 1500px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-326118 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-16.jpg" alt="" width="1500" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-16.jpg 1500w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-16-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-16-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-16-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px" /><figcaption id="caption-attachment-326118" class="wp-caption-text">Capain Poon beim GLUECIFER-Konzert am 14. Dezember 2023 in Stuttgart im LKA.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Zwischen der Reunion und dem neuen Album &#8222;Same Drug New High&#8220;  liegen acht Jahre, was hat da so lange gedauert?  </strong></p>
<p>Wir haben uns Zeit genommen, um über grundsätzliche Dinge nachzudenken. Hält unsere Freundschaft es aus, ein neues Album zu machen? Beim Songwriting stellte sich heraus, dass wir eine ziemlich klare Vorstellung teilen, wie wir jetzt klingen wollen. Nämlich so wie früher: „Same Drug New High“ hätte auch zwei Jahre nach unserem letzten Album „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gluecifer-automatic-thrill/">Automatic Thrill</a>“ von 2004 erscheinen können. Es gibt keinen Bruch oder Stilwechsel. Aber wir brauchten Zeit, um wieder in einen Flow zu kommen: Erst nach ein paar Sessions haben wir ein Gefühl dafür bekommen, in welche Richtung wir gehen können. Erst dann fühlte es sich gut an. Wir haben eine Menge Songs geschrieben. Viele dieser Songs waren verdammt schlecht. Aber wir mussten das durchstehen, um die guten Dinge auszugraben.</p>
<p><figure id="attachment_390769" aria-describedby="caption-attachment-390769" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-390769 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/gluecifer-same-drug-new-high-album.jpg" alt="gluecifer-same-drug-new-high-album" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/gluecifer-same-drug-new-high-album.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gluecifer-same-drug-new-high-album-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gluecifer-same-drug-new-high-album-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-390769" class="wp-caption-text">&#8222;Same Drug New High&#8220; ist das sechste GLUECIFER-ALbum, es wird am 16. Januar 2026 veröffentlicht.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, ein neues Album aufzunehmen? </strong></p>
<p>Im November 2022 gaben wir drei Konzerte in Spanien, die wirklich gut liefen. Wir hatten einen Riesenspaß und das Publikum auch. Wir wollten diese Energie festhalten – wir wussten aber nicht wie. Wir hatten Songs aus unserem Repertoire gespielt, das 2005 mit „Desolate City” endete. Wir wussten, dass es immer schwerer sein wird, diese gute Stimmung zu erzeugen und uns dazu zu motivieren, weiterzumachen. In einer Band ist es nicht anderes als bei deiner Arbeit oder in deiner Beziehung: Du brauchst von Zeit zu Zeit neue Impulse. Unser Sänger Biff Malibu  kam nach dem Konzert in Madrid ziemlich betrunken auf mich zu und meinte, dass es doch spannend wäre, neue Songs zu schreiben. ‚GLUECIFER klangen nie besser als jetzt‘, meinte er. ‚Lass uns ausprobieren, etwas Neues auf die Beine zu stellen‘. Ich wollte das nicht mit besoffenem Kopf besprechen und habe ihn deshalb erst am kommenden Tag beim Essen in Valencia gefragt, ob er es ernst gemeint hatte. Biff, Raldo und ich haben lange diskutiert, ob und wie es weitergehen könnte. Was ich zu dem Zeitpunkt noch niemandem verraten hatte: Ich hatte längst einige Songs geschrieben, in der Hoffnung, sie eines Tages der Band vorstellen zu können.  Wieder zu Hause, haben wir uns zusammengesetzt, diese Songs ausgearbeitet und neue Tracks geschrieben.</p>
<p><strong>Witzig, dass ausgerechnet Biff ein neues Album wollte.</strong> <strong>2005 lösten sich GLUECIFER auf, weil ihm die Motivation fehlte, mit der Band weiterzumachen.  </strong></p>
<p>Damals hatten es Biff und Raldo Useless (seit 1996 an der Gitarre), satt, alle Entscheidungen in ihrem Leben an einer Band und ihrem Tourplan auszurichten. Sie hatten keine Lust mehr darauf. Das war für mich schwer zu akzeptieren, den wir haben so viel Arbeit und Mühe in diese Band gesteckt und waren erfolgreich. Wir hatten sehr lange Zeit nicht die Absicht, wieder zusammen aufzutreten oder überhaupt gar über die Band GLUECIFER zu sprechen. Aber vieles im Leben ergibt sich einfach. Das hat mit Freundschaften zu tun, mit Zufällen, wo eins zum anderen führt. Wenn man fast 13 Jahre lang kaum miteinander gesprochen hat und plötzlich feststellt, dass der Spirit noch da ist. Wir haben uns offenbar vermisst ohne uns dessen bewusst zu sein. Natürlich hätten wir auch den Rest unseres Lebens weiterhin jeder für sich verbringen können. Aber es kam anders, und nun sitze ich hier und promote 22 Jahre nach der Veröffentlichung von „Automatic Thrill” ein neues Album, das macht mich glücklich.</p>
<p><figure id="attachment_326130" aria-describedby="caption-attachment-326130" style="width: 1500px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-326130 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-30.jpg" alt="" width="1500" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-30.jpg 1500w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-30-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-30-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-30-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px" /><figcaption id="caption-attachment-326130" class="wp-caption-text">GLUECIFER-Sänger Biff Malibu (links) und Gitarrist Captain Poon beim Konzert in Stuttgart im Dezember 2023.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Der Albumtitel „Same Drug New High“ beschreibt also eure Gefühlslage ganz gut, oder? </strong></p>
<p>Dieses Album musst du dir nicht mühsam erarbeiten, du musst nicht zu viel darüber nachdenken. Du legst es auf  und hast Spaß. Es ist ein perfekter Albumtitel, weil er Endorphine ausschüttet und Glücksgefühle auslöst. Und gute, schöne Erinnerungen an die Vergangenheit weckt.</p>
<p><strong>Brauchen wir vielleicht gerade jetzt ein solches Album? Die schlechten Nachrichten über Kriege, Umweltzerstörung und politischen Extremismus häufen sich. </strong></p>
<p>Wir brauchen diese Form der Unterhaltung mehr denn je. Wenn ich eine neue Platte höre, zu einem Konzert gehe oder etwas sehe, das mir gefällt, ist das eine kleine Pause, in der ich nicht über all die schlimmen Dinge im Leben nachdenke. Und darum geht es im Rock&#8217;n‘Roll: eine kleine Auszeit. Die muss weder anspruchsvoll sein noch lange dauern. Es dreht sich um positiven Input, um neue Energie. Wir können zumindest den Versuch unternehmen, Menschen das zu vermitteln. Das gibt uns einen zusätzlichen Schub. Wenn wir sehen, dass die Leute ausflippen und unsere Musik genießen, kickt uns das so. Nach einer so langen Pause ist das unglaublich motivierend, wir sind hungrig. Wenn du jahrelang auf Tour bist, wirst du müde. Dich langweilen die immer gleichen Gesichter, dich langweilen die immer gleichen Veranstaltungsorte, dich langweilt die immer gleiche Routine. Die meisten Künstler und Bands kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich Fragen stellen: Tue ich das, weil ich das Gefühl habe, dass ich es tun muss, weil ich eine Verpflichtung spüre? Oder tue ich das, weil ich es wirklich liebe? Wir können jetzt wieder tun, was wir lieben – und wir wissen das mehr denn je zu schätzen.</p>
<p><strong>Ihr seid aber nicht mehr so unbeschwert wie früher, oder? Der Song „Armadas“ hat einen ernsten Hintergrund. Laut Biff ist er inspiriert vom Hochwasser in Tiflis im Jahr 2015, er hat ihn als „präapokalyptischen Rock&#8217;n&#8217;Roll“ bezeichnet.</strong></p>
<p>Wir sind älter geworden sind und mussten lernen, was echte Probleme sind. Vor 20 Jahren wusste ich das nicht. Ich war trotzdem vom Biffs Text zu „Armadas“ überrascht, als Journalist ist er sehr wortgewandt. Er war schon immer gut darin, Worte zusammenzusetzen und nicht zu viel von dem preiszugeben, was in seinem Herzen oder in seinem Kopf vorgeht. Aber er ist wohl etwas offener geworden und gibt mehr von seiner eigenen Perspektive preis. Bei „Armadas“ vermittelt der Text das Gefühl vom Weltuntergang, und „I’m Ready“ ist der einzige Song, in dem Biff jemals sein Herz auf den Tisch legte.</p>
<p><strong>Wie ist das für dich, wenn Biff die Texte bei GLUECIFER schreibt? In deiner anderen Band <a href="https://vampster.com/bands/bloodlights/">BLOODLIGHTS</a> bist du für die Lyrics zuständig – und die sind ziemlich persönlich. </strong></p>
<p>GLUCIFER funktioniert ganz anders, weil Biff und ich sehr unterschiedliche Persönlichkeiten haben und komplett anders arbeiten. Ich finde es extrem schwierig, über Dinge zu schreiben, die mir nichts bedeuten. Vielleicht tauche ich deshalb manchmal ein bisschen zu tief in meine Persönlichkeit ein. Es ist eine riesige Erleichterung für mich, dass ich mir bei GLUECIFER darüber keine Gedanken machen muss. Ich kann nicht Songs schreiben, ohne über die Texte nachzudenken.</p>
<p><figure id="attachment_399807" aria-describedby="caption-attachment-399807" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-399807 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/gluecifer-bandfoto-2026-2.png" alt="" width="800" height="600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/gluecifer-bandfoto-2026-2.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gluecifer-bandfoto-2026-2-380x285.png 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-399807" class="wp-caption-text">Das aktuelle Line-up von GLUECIFER von links nach rechts: Raldo Useless (seit 1996 an der Gitarre), Peter Larsson (seit 2018 am Bass), die beiden Grünungsmitglieder Biff Malibu (Gesang) und Captain Poon (Gitarre), Danny Young (seit 1997 an den Drums)</figcaption></figure></p>
<p><strong>„Same Drug New High“ ist wie chronologischer Rückblick auf die Diskografie von GLUCIFER. Es geht los mit direkten, aggressiven Songs wie die von &#8222;Ridin The Tiger&#8220;, &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gluecifer-soaring-with-eagles-at-night-to-rise-with-pigs-in-the-morning/">Soaring with Eagles at Night to rise with Pigs in the Morning&#8220; </a>und &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gluecifer-tender-is-the-savage/">Tender Is The Savage</a>&#8220; dann nehmen die Punk-Einflüsse etwas ab und die Songs werden ruhiger &#8211; so wie auf &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gluecifer-basement-apes/">Basement Apes</a>&#8220; und &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gluecifer-automatic-thrill/">Automatic Thrill</a>&#8222;.  </strong></p>
<p>Wir haben versucht, eine sinnvolle Song-Reihenfolge zu finden. Wobei wir uns dabei wahrscheinlich viel zu viele Gedanken gemacht haben, denn am Ende werden viele Leute das gar nicht bemerken. Musik wird heute gestreamt, man sucht sich ein paar Lieblingstracks aus und hört nicht das ganze Album. Die ersten beiden Singles sollten den Leuten beweisen, dass es uns nach wie vor nicht darum geht, gefällige Hits zu produzieren oder bei einem Trend aufzuspringen. Wir wollen einfach nur ehrliche Musik machen. Und wir wollen beweisen, dass wir weder faul und noch energielos geworden sind. Wir machen keinen Altherrenrock.</p>
<p><strong>Ärgert es dich, wenn du siehst, wie Spotify die Hörgewohnheiten verändert? Man könnte mit wenig Aufwand eigene Playlists erstellen, wie früher Tapes oder CD-Sampler. Doch das machen nicht viele, vorgefertigte Playlists sind sehr beliebt.  </strong></p>
<p>Wir nutzen immer die einfachste Lösung, so ist der menschliche Verstand leider aufgebaut. Die Technologie hat in den letzten 15 Jahren gigantische Fortschritte gemacht. Alles, was in diesen Jahren passiert ist, macht den Geist träge. Wir sind inzwischen in so vielen verschiedenen Bereichen unfassbar faul. Früher mussten wir uns viel mehr anstrengen, um Dinge herauszufinden.</p>
<p><strong>Hast du Angst vor KI-generierter Musik? </strong></p>
<p>Menschen werden immer an echter Musik interessiert sein. Ich denke nicht, dass KI-Musik die Oberhand gewinnen wird. Ich bin überzeugt, dass Menschen andere Menschen sehen wollen, dass sie ausgehen und ein Bier trinken wollen, dass sie all die Dinge tun wollen, die für Menschen wichtig sind.  Und es ist fantastisch, dass man heute einen kleinen Clip auf Instagram sehen und so neue coole Künstler entdecken kann.  Es gibt auch die guten Dinge im technologischen Fortschritt. Auf die sollten wir uns konzentrieren, denn aufhalten können wir die Entwicklung ohnehin nicht.</p>
<p><figure id="attachment_326122" aria-describedby="caption-attachment-326122" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-326122 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-20.jpg" alt="" width="1000" height="1500" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-20.jpg 1000w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-20-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-20-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/2023-12-Gluecifer-Stuttgart-LKA-vampster-20-380x570.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-326122" class="wp-caption-text">Echter Rock &#8217;n&#8216; Roll von echten Menschen: GLUECIFER haben keine Angst vor KI-generierter Musik.</figcaption></figure></p>
<p><strong>GLUECIFER hatten schon sehr früh eine</strong> <strong>Bildsprache, die in gewisser Weise sehr traditionell ist. Ihr lebt die ganz großen Rock&#8217;n&#8217;Roll-Posen auf der Bühne. Und ihr hattet auch immer Live-Fotos in den Booklets eurer CDs und LPs. Und die sind immer verschwitzt, schmutzig und voller Energie. Wie das Video zu „Idiot”. </strong></p>
<p>Das Video-Team um Pål Laukli hat mit dem Clip das Gefühl eingefangen, das wir ihm geben. Wir brauchen nicht viele Requisiten. Es gibt nur dich, deine Gitarre und dein Outfit. Und man erkennt trotzdem sofort, dass es Glucifer ist. Das gilt auch für den Sound des ganzen Albums. Es ist die Essenz dieser Band und die mag man eben oder auch nicht.</p>
<p><strong><a href="https://vampster.com/news/gluecifer-same-drug-new-high-neues-album-nach-21-jahren-konzerte-im-februar-2026/">GLUECIFER sind ab Februar 2026 auf Tour</a>, als Support habt ihr <a href="https://vampster.com/bands/the-good-the-bad-and-the-zugly/">THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY </a>dabei. War es eure Entscheidung, diese Jungs mitzunehmen? </strong></p>
<p>Ich freue mich total auf die Tour habe aber schon jetzt Respekt davor. Wir müssen aufpassen, dass uns THE GOOD THE BAD THE ZUGLY nicht an die Wand spielen, die sind schon verdammt gut. Es war definitiv unser Wunsch, sie mit auf Tour zu nehmen. Davon werden alle profitieren, denn wir müssen echt auf Zack sein, um mithalten zu können.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[GLUECIFER]]></band>
<genres><![CDATA[hard rock, punk rock]]></genres>
<wpid>399791</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>PHANTOM CORPORATION: Interview zu &#8222;Time and Tide&#8220; &#8211; &#8222;Es gibt so viele krasse Sachen da draußen, die kann man ruhig mal thematisieren&#8220;</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/interview-mit-phantom-corporation-zu-time-and-tide/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andrea]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2025 15:31:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Weekly Metal News]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[PHANTOM CORPORATION]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=397449</guid>

					<description><![CDATA[PHANTOM CORPORATION-Sänger Leif sprach mit uns über das aktuelle Album "Time and Tide", Freudschaft innerhalb einer Band und warum man speziell als Musiker mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halten sollte. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leif,  euer neues Album &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/phantom-corporation-time-and-tide/">Time and Tide</a>&#8220; klingt schon ein bisschen anders als das Vorgängeralbum &#8222;Fallout&#8220; und die EP und Singles davor. Weniger <a href="https://vampster.com/bands/disfear/">DISFEAR</a>, weniger <a href="https://vampster.com/bands/wolfbrigade/">WOLFBRIGADE</a>, weniger <a href="https://vampster.com/bands/tragedy/">TRAGEDY</a>. Dafür mehr <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/NAPALM-DEATH/">NAPALM DEATH</a>, <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/BOLT-THROWER/">BOLT THROWER</a> und <a href="https://vampster.com/bands/at-the-gates/">AT THE GATES</a>. So würde ich die neue Ausrichtung zusammenfassen.</strong></p>
<p>Es ist langweilig, ständig genau das Gleiche zu machen. Wir haben zwar einen Stil, der enge Grenzen hat, aber die sollte man schon so weit wie möglich ausweiten. Bei diesem Album sind mehrere Songwriter involviert, das kann man wahrscheinlich hören. Aber wir sind noch immer PHANTOM CORPORATION. Es ist eine gute Mischung. Der D-Beat ist immer noch allgegenwärtig. Neu sind die Grindcore-Elemente, ein, zwei Songs haben sogar einen Blastbeat. Darauf hatten wir bislang verzichtet,  jetzt hat sich ganz okay angefühlt. Du findest auf dem Album Crustpunk, eher atmosphärische Sachen, aggressiven Thrash- und Death-Metal. Solange wir Bock auf einen Song haben, analysieren wir es nicht, ob es jetzt zu viel von dem einen, zu viel von dem anderen ist. Mehr Bandbreite statt Stillbruch, so könnte man alles zusammenfassen.</p>
<p><strong>Mit Neuzugang Ulf Imwiehe (Bass) kam auch ein neuer Songschreiber in euer Kollektiv. </strong></p>
<p>Ulf hat sich gleich mit ein paar Songs und einigen Texten eingebracht. Er kam praktisch nach dem Release von &#8222;Fallout&#8220; zur Band. Philipp und Arne, die beiden Gitarristen, haben jeder für sich Songs geschrieben, die relativ unterschiedlich sind. Wir haben dann versucht, allem einen gleichen Anstrich zu geben, dass sie zusammenpassen.</p>
<figure id="attachment_397498" aria-describedby="caption-attachment-397498" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-397498 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-bandfoto-quer.jpg" alt="" width="800" height="533" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-bandfoto-quer.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-bandfoto-quer-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-397498" class="wp-caption-text">PHANTOM CORPORATION in Studio-Besetzung: Bassist Ulf Imwiehe, Gitarrist Arne Berents, Gitarrist Philipp Schulte, Drummer Marc-Andrée Dieken, Sänger Leif Jensen</figcaption></figure>
<p><strong>Ihr macht ja eh gerne so kleine Veröffentlichungen, hier eine Single, da eine Split.</strong></p>
<p>Genau. Ich stehte da total drauf. Es für uns spannender immer wieder etwas Neues rauszubringen, als nur alle zwei, drei Jahre mit einem neuen Album um die Ecke zu kommen. Und um ehrlich zu sein, hat das auch was mit Effektivität im Studio zu tun, wir nutzen die Zeit optimal aus. Diesmal hatten wir bei den Aufnahmen besonders viel Spaß, weil wir zusammen ins Studio gehen konnten. &#8222;Fallout&#8220; entstand unter ganz anderen Umständen, wir konnten wegen der Covid- Kontaktbeschränkungen nicht zusammen abhängen. Diesmal sind wir tatsächlich wie bei einen Klassenausflug zusammen nach Ostfriesland gefahren, wir haben auch alle im Studio gepennt. Hatte einer nichts zu tun, blieb er trotzdem da, weil wie eine so  gute Zeit zusammen hatten. Neben der ernsthaften Arbeit im Studio hatten wir ein bisschen Urlaubsfeeling, mit Grillen und Sonnenschein. Ich glaube, das merkt man der Platte an, sie ist aus guter Laune und Leidenschaft entstanden. Weil wir uns so wohlgefühlt haben, haben wir mehr als eigentlich nötig aufgenommen – und hatten dann das Luxusproblem, Songs aussuchen zu müssen. Auf dem Album sind zehn Songs, aufgenommen haben wir 15 oder 16. Die haben wir dann in Ruhe angehört und sortiert.</p>
<p><strong>„Fallout“ und „Banner of Hatred“ entstanden während der Covid-Pandemie unter Einschränkungen. „Tide And Time“ ist jetzt ein richtiges Studioalbum?</strong></p>
<p>Die Songs für &#8222;Fallout&#8220; entstanden im Proberaum, erst als Pingpong zwischen Gitarristen und Schlagzeuger, erst später sind Bass und Gesang dazugekommen. Wir haben on und off an der Platte gearbeitet, immer wenn man sich treffen durfte, waren wir im Proberaum. Die Band und die Musik haben uns damals sehr durch den tristen Alltag geholfen.  Jetzt waren wir alle gemeinsam im Studio, die Songs hatten wir zuvor komplett im Proberaum fertiggestellt.  Diese Situation kenne ich seit den 90ern gar nicht mehr. Normalerweise lässt man die immer so 5, 15 oder sogar 50%  offen und macht erst im Studio alles nacheinander fertig. Wir sind aber wirklich mit kompletten Songs zu den Aufnahmen gefahren, das gibt dir eine ganz andere Selbstsicherheit. Und ich glaube, das hat der Platte auch gut getan.</p>
<p><strong>Man hört es „Fallout“ überhaupt nicht an, dass die Songs in Etappen entstanden sind. Es ist ein Album wie aus einem Guss, höchstens der Song „Vortex of Torment“ fällt ein wenig raus: Er hat eine Melodie! </strong></p>
<p>Beim Songwriting waren wir schon ständig im Austausch, nur die Aufnahmen waren ziemlich zerstückelt. So nehmen heute die meisten Bands auf, da kommt einer nach dem anderen ins Studio und spielt seine Parts ein. Viele arbeiten auch im Homestudio. Wir sind anders, wir sind eine Proberaumband. Wir treffen uns, spielen alles durch, sprechen über Änderungen, probieren bei der Probe einfach mal ein anderes Tempo aus, anstatt das mit Demos vorab zu simulieren. Klar verschicken wir auch mal eine Riff per WhatsApp oder nehmen zu Hause was auf. Aber die Songs schreiben wir zusammen. Das machen ja einige Bands heutzutage gar nicht mehr, weil ihnen die Zeit oder die Möglichkeiten dazu fehlen, weil sie weit entfernt voneinander leben &#8211; oder weil sie einfach keinen Bock aufeinander haben.  Wir wollen hingegen unsere Songs im Proberaum schreiben und im Studio so gut wie möglich aufnehmen. Bloß nicht anfangen, dort noch Sachen zu verändern oder auszuarbeiten. Für uns funktioniert das gut und macht auch mehr Spaß.</p>
<figure id="attachment_304731" aria-describedby="caption-attachment-304731" style="width: 400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-304731" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-fallout-album.png" alt="" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-fallout-album-800x800.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-fallout-album-768x768.png 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-fallout-album-80x80.png 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-fallout-album-110x110.png 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-fallout-album-380x380.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-fallout-album.png 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-304731" class="wp-caption-text">&#8222;Fallout&#8220; erschien 2023 und was das erste Album von PHANTOM CORPORATION, die zuvor einige EPs, Singles und Split-Singles veröffentlicht hatten</figcaption></figure>
<p><strong>So klingt „Tide and Time“ auch: Die Band kommt rein, stöpselt ein, dreht auf Elf und spielt los.</strong></p>
<p>Das ist alles Handwerk. Wir haben versucht, die Songs so roh und räudig wie möglich zu lassen. Nicht alles ist perfekt. Aber wenn sich Unsauberkeiten sich gut angefühlt haben, haben wir sie als Teil des Albums akzeptiert. Wir haben wieder mit Jörg Uken aufgenommen, er ist ein Zauberer im Studio, wir waren bei &#8222;Fallout&#8220; superzufrieden mit ihm.</p>
<p><strong>Das klingt alles sehr harmonisch, ihr schlagt euch also nicht die Köpfe ein, wenn ihr über Songs diskutiert? </strong></p>
<p>Es haben sich die richtigen Leute getroffen, mit den selben musikalischen Vorlieben, derselben Hingabe und ähnlichen Interessen und wir können über die gleichen Dinge lachen. Beim Songwriting für „Tide And Tim“ mussten wir uns neu zusammenfinden, da nun auch Ulf Songs beigesteuert hat. Das hat so gut funktioniert, dass wir zwei seiner Songs, &#8222;Pound of Flesh&#8220; und &#8222;Crisis&#8220;, direkt übernommen haben. Er hatte einfach einen Lauf, er hat auch ein paar Texte geschrieben.  Das war schon kreativer Push für die Band.</p>
<figure id="attachment_357636" aria-describedby="caption-attachment-357636" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-357636" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-10.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-10.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-10-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-10-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-10-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-357636" class="wp-caption-text">Bassist Ulf Imwiehe beim Konzert im Schwarzen Keiler in Stuttgart im Oktober 2024</figcaption></figure>
<p><strong>Als ich &#8222;Crisis&#8220; zum ersten Mal gehört hatte, hätte ich schwören können, dass die Backing-Vocals von Sabina Classen (<a href="https://vampster.com/bands/holy-moses/">HOLY MOSES</a>, <a href="https://vampster.com/bands/temple-of-the-absurd/">TEMPLE OF THE ABSURD</a>) sind.</strong></p>
<p>Nein, das ist Ulf. Er sollte wie so eine Art Hexer klingen mit seinem Gekreische. An den Backingvocals sieht man gut, wie diese Band funktioniert: Bei &#8222;Dead of Night&#8220; hat unser Gitarrist Philipp Schulte Vocals beigesteuert. Philipp schreibt Songs für PHANOM CORPORATION, spielt aber nicht live und ist eigentlich auch nicht an den Studioarbeiten beteiligt. Alle Gitarren hat Arne Berents eingespielt. Philipp ist im Studio vorbeigekommen – und hat dann spontan den Gesang übernommen und eine Akustik-Gitarre eingespielt. Das zeigt, wie gut die Stimmung zwischen uns ist: Wir haben in unserer Besetzung einen Live-Gitarristen und einen Gitarristen, der die Songs schreibt, Ego-Geschichten gibt’s nicht.  Ein bisschen ungewöhnlich, funktioniert aber wunderbar auf Basis unserer Freundschaft. Wir haben natürlich nicht immer die gleiche Meinung. Und wir sind auch eine sehr demokratische Band, was manchmal ja auch irgendwie schlaucht.  Aber wir stellen unsere Egos hintenan, damit die Band funktioniert.</p>
<p><strong>Wie schwierig war es denn, die richtige Reihenfolge der Songs für &#8222;Tide and Time&#8220; zu finden? </strong></p>
<p>Sehr schwierig. Das ist eines der großen Dramen bei uns. Für „Fallout“ haben wir ein paar Sachen geschrieben, so wie wir uns sie für die Platte vorgestellt haben, wie zum Beispiel &#8222;Dead Inside&#8220; als  Opener, der gut nach vorne losgeht. Das Einzige, was bei &#8222;Tide And Time&#8220; feststand, war, dass &#8222;Western Apocalypse&#8220; am Ende stehen wird. Weil der Track ein so ein episches Fade-Out-Ende hat.</p>
<p><strong>Episch ist das richtige Wort, was ich relativ witzig finde im Zusammenhang mit PHANTOM CORPORATION.</strong></p>
<p>Es ist halt einfach episch. Wir wollten, dass die Platte im Positiven ausplätschert und sich ein Kreis schließt, wenn du sie gleich im Anschluss nochmal anhörst, weil die CD nochmal startet. Und für die Vinyl-Hörer sollte natürlich ein bestimmter Songs die &#8222;B-Seite&#8220; eröffnen, die &#8222;A-Seite&#8220; braucht aber auch ein Ende, das dort dann anknüpft. Wir waren uns aber nicht einig, welche Songs das sein werden. Wir haben uns viele Gedanken gemacht und viel diskutiert. Es war nicht einfach, sich zu entscheiden, zumal wir ja noch fünf weitere Songs hatten. Ich bin übrigens immer noch der Meinung, dass zwei davon eigentlich auf &#8222;Tide And Time&#8220; gehören.</p>
<figure id="attachment_334601" aria-describedby="caption-attachment-334601" style="width: 534px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-334601" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/240309_PHANTOM-CORPORATION_Nuernberg_Kunstverein-VAM_5307-Enhanced-NR-scaled.jpg" alt="" width="534" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/240309_PHANTOM-CORPORATION_Nuernberg_Kunstverein-VAM_5307-Enhanced-NR-scaled.jpg 1067w, https://vampster.com/wp-content/uploads/240309_PHANTOM-CORPORATION_Nuernberg_Kunstverein-VAM_5307-Enhanced-NR-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/240309_PHANTOM-CORPORATION_Nuernberg_Kunstverein-VAM_5307-Enhanced-NR-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/240309_PHANTOM-CORPORATION_Nuernberg_Kunstverein-VAM_5307-Enhanced-NR-380x570.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" /><figcaption id="caption-attachment-334601" class="wp-caption-text">Gitarrist Arne Berents lbeim Konzert im Kunstverein Nürnberg im März 2024. Für &#8222;Time And Tide&#8220; hat er auch die Gitarren im Studio eingespielt.</figcaption></figure>
<p><strong>Tja, und dann hören sich Leute das Album auf Spotify im Shuffle-Modus an. </strong></p>
<p>Das finde ich furchtbar. Das kann richtig seltsam werden, vor allem bei alten Alben, bei denen man die Tracklist kennt. Das ist dann einfach vollkommen falsch. Der Titelsong &#8222;Time And Tide&#8220; eröffnent ja auch die B-Seite, da passt das relativ komplexe Stück gut hin.</p>
<p><strong>Der Albumtitel &#8222;Time and Tide&#8220;  bezieht sich auf ein englisches Sprichwort, &#8222;Time and tide wait for no man&#8220;, was so viel bedeute wie &#8222;Den Lauf der Zeit kann niemand aufhalten&#8220;. Klingt ziemlich düster. </strong></p>
<p>Ja, er passt auch gut zu &#8222;Western Apocalypse&#8220; als Rausschmeißer. Es ist ein sehr düsteres Album. In den Texten gibt es sehr persönliche Dinge, aber natürlich auch soziale Beobachtungen. Im Moment gibt es extrem viel Unruhe auf allen Ebenen der Gesellschaft. Angst vor Kriegen oder tatsächliche Kriege, gar nicht mal so weit entfernt.  Man kann es mit der Angst zu tun bekommen. Diese Grundstimmung hat uns bei dem Album begleitet. Die Songs sind dunkler, das wird mit den Texten unterstützt. Als der Titel feststand, haben wir uns auch für ein Artwork entschieden, das anders ist, als das, was man von uns gewohnt ist. Es kommt vom norwegisches Grafikdesignerteam <a href="https://www.skurktur.com/" target="_blank" rel="noopener">skurktur.com</a>, ich finde, die haben diese Stimmung sehr gut umgesetzt. Schön simpel und gerade, aber trotzdem halt knallig.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-392192" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-time-and-tide-abum.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-time-and-tide-abum.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-time-and-tide-abum-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-time-and-tide-abum-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-time-and-tide-abum-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></strong></p>
<p><strong>Ich war vom Artwork erstmal überrascht, es sah für mich nicht nach dieser doch recht punkigen, lärmigen Sache aus, für die PHANTOM CORPORATION steht. </strong></p>
<p>Es gab erst eine ganz andere Idee, sind aber nicht so ganz damit glücklich geworden, denn die Stimmung und den Inhalt des Albums war nicht richtig eingefangen. Und dann kam diese Idee rein und wir fanden, dass es schick und trotzdem hart rüberkommt in seiner Schlichtheit. Auch das Booklet ist bewusst clean und simpel gehalten.</p>
<figure id="attachment_357657" aria-describedby="caption-attachment-357657" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-357657 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-31.jpg" alt="" width="1600" height="1067" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-31.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-31-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-31-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-31-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-357657" class="wp-caption-text">PHANTOM-CORPORATION-Sänger Leif macht auf der Bühne wie hier im Schwarzen Keiler und auch im Interview in Stuttgart klare Ansagen. Im Hintergrund: Live-Schlagzeuer Jerome Reil.</figcaption></figure>
<p><strong>Ich freue mich inzwischen ja schon, wenn man mal kein lieblosen und offensichtlich KI-generiertes Design vorgesetzt bekommt. </strong></p>
<p>Da reagiere ich  auch allergisch drauf. Ich verurteile es nicht, wenn jemend KI sinnnvoll nutzt. Aber die KI ist kein Allheilmittel. Wir müssen sehen, wie wir vernünftig damit umgehen, denn stoppen können wir die Entwicklung sowieso nicht mehr.  Unser Tag hat nur 24 Stunden und doch gibt es immer mehr zu tun. Da kann KI helfen: Man spart Zeit, man spart Zeit, Geld, man spart Ressourcen, man spart Kommunikation. Aber wir machen Musik aus einer anderen Grundstimmung heraus: Wir wollen unsere Leidenschaft und unser Hobby leben und unseren Anspruch an uns selbst genügen. Deswegen versuchen wir, so viel Handarbeit wie möglich reinzustecken. Und dazu gehört das Schreiben, dazu gehört das Aufnehmen, dazu gehört aber auch die Verpackung, das Visuelle. Natürlich kostet es mehr, wenn du einen Cover-Künstler was malen lässt. Aber an dieser Stelle sparen zu wollen, ist ein Armutszeugnis.</p>
<p><strong>Ihr gebt euch auch mit eurem Merchandise richtig viel Mühe: Patches, DIY-Schlüsselanhänger aus dem 3D-Drucker, Pins und verschiedene Shirt-Motive, die ihr inklusive Druckverfahren und Künstler auf Social Media vorstellt. </strong></p>
<p>Wir haben jetzt zu der Platte fünf T-Shirt-Motive gemacht, also vier neben dem Cover-Artwork. Das sind auch alles selbstgemalte und gezeichnete Sachen von Leuten, und nicht irgendein billiger KI-Entwurf. Das gehört bei uns  dazu. Das sind  Freunde oder Künstler, die wir mögen und die genauso ein wichtiger Teil für das Gesangskonzept sind wie unser musikalischer Beitrag. Ich würde sogar noch mehr pushen wollen, aber teilweise sind das eher schüchterne Menschen, die lieber im Hintergrund bleiben. Alle, die 15, 20, 30 Euro in uns investieren, sollen dafür auch was Vernünftiges bekommen.</p>
<p><strong>Bei Konzerten habt ihr sehr faire Preise für eure Shirts. </strong></p>
<p>Leider wurde die Preisschraube echt hart angezogen in letzter Zeit. Alles teurer geworden, auch wir mussten die Preise erhöhen. Weiterhin 15 Euro für ein T-Shirt funktioniert nicht mehr, auch weil wir nur kleine Auflagen drucken. Wir versuchen, am untersten Minimum zu bleiben. Es geht es ja nicht darum, möglichst viel Profit aus dem Artikel zu schlagen. Wir wollen so viel wie möglich in Umlauf bringen, da müssen die Preise fair bleiben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-357635" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-09.jpg" alt="" width="1600" height="1067" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-09.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-09-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-09-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/20241017_Phantom-Corporation-Stuttgart-09-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></p>
<p><strong><br />Ihr gebt euch ohnehin immer sehr Fan-nah, seid nach dem Konzert selbst am Merchstand. Und für &#8222;Time And Tide&#8220; gibt&#8217;s zwei sehr spezielle Release-Events am </strong>2.12.2025 in <strong>Bremen bei Hot Shot Records und am </strong>13.12.2025 in <strong>Hamburg in der Plattenkiste. </strong></p>
<p>Es sollten ursprünglich nur Release-Partys werden, aber jetzt spielen wir live im Plattenladen.  Und die Idee dabei ist, zwei coole Läden zu unterstützen, die wir gerne selber mögen und die auch uns supporten.  Und wir wollen was Spezielles für alle Musikfans machen, die Partys kosten keinen Eintritt und hinterher shoppen wir alle gemeinsam Platten!</p>
<p><strong>PHANTOM CORPORATION arbeitet ja auch gerne mit anderen Bands zusammen. Ihr habt Split EPs mit <a href="https://vampster.com/bands/slaughterday/">SLAUGHTERDAY</a> und HARROWED aufgenommen,  das Artwork eurer ersten Veröffentlichung &#8222;First Commandment&#8220; ist von Michel „Away“ Langevin (<a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/VOIVOD/">VOIVOD</a>). und ihr habt eine sehr, sehr geile Coverversion von KREATORs &#8222;Take Their Lives&#8220; aufgenommen. Wie wichtig ist euch so das Miteinander in der Szene?</strong></p>
<p>Sehr, sehr wichtig. Ich spreche da gerne drüber, denn das ist eine Sache, die uns antreibt. Wir nennen uns ja auch ganz bewusst &#8222;Phantom Corporation&#8220;, weil wir wechselnde Live-Besetzungen haben. Das kommt ja nicht aus der Not heraus, sondern weil wir sehr viele nette, gute Musiker kennen, mit denen wir gerne Musik machen. Wir freuen uns, wenn wir mal den einen Kumpel aus Süddeutschland dabei haben. Zwischendurch ist unser Schlagzeuger ausgefallen, da haben wir mit zwei Kumpels von anderen Bands Musik machen können. Wenn du dich mit mehreren Leuten in deinem Freundeskreis austauschst, hält das frisch. Wir machen ja alle schon seit ein paar Jahrzehnten Musik und sind Teil der Szene, dadurch lernt man halt Leute kennen und es entwickeln sich enge Freundschaften. So entstand auch die Band.  Unser Schlagzeuger Marc-André ist ein alter Freund, wir haben uns zum Fußball getroffen, sind ins Stadion gegangen, haben uns unterhalten und beschlossen, was Crustpunkiges zu machen. Und dann hat er seinen besten Kumpel mitgebracht und ich hab hier meinen besten Kumpel mitgebracht, die auch darauf Lust hatten und so ging&#8217;s los. Bei allem, was die Band angeht, schauen wir erstmal ob wir nicht Freunde oder Bekannte haben, die mitmachen wollen. Oder wir fragen Bands, von denen wir Fans sind, nach einer Split.</p>
<figure id="attachment_397500" aria-describedby="caption-attachment-397500" style="width: 400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-397500" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-last-comandment.jpg" alt="" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-last-comandment.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-last-comandment-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/phantom-corporation-last-comandment-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-397500" class="wp-caption-text">Das Artwork der ersten PHANTOM CORPORATION-Veröffentlichung &#8222;First Comandement&#8220; ist von Michel &#8222;Away&#8220; Langevin (VOIVOD)</figcaption></figure>
<p><strong>Ihr sprecht aber auch ernste Themen an. In &#8222;Krokodil&#8220; geht&#8217;s um Drogen. </strong></p>
<p>Es gibt zur Zeit so viele krasse Sachen da draußen, die  kann man ruhig auch mal thematisieren. &#8222;Krokodil&#8220; ist ein Grindcoretrack mit einem sehr negativen, harten Text, den du auf das Tier und gleichzeitig auf auf die Droge beziehen kannst.</p>
<p><strong>Was ich auch bei beiden Konzerten, die ich von euch gesehen habe, bemerkenswert fand: Du sprichst auch gesellschaftliche Themen und Politik an. </strong></p>
<p>Ja, warum auch nicht?</p>
<p><strong>Das frage ich mich bei vielen Bands.</strong></p>
<p>Ich habe unpolitische Bands nie verstanden. Eine Band besteht aus Menschen mit einer Meinung und die haben sogar ein Mikrofon und eine PA und stehen vor Leuten, die sich diese Meinung anhören werden. Wir bei PHANTOM CORPORATION sind uns alle einig, dass man seine Meinung sagt, weil es für uns was ganz Logisches und Normales ist. Klar, ich meine, du kannst natürlich nicht jeden Kopf gucken, vielleicht haben auch manche Leute eine richtige Scheißmeinung, die man dann auch nicht hören möchte.  Aber ich finde, es gibt so essentielle Sachen, die in unserer Szene eigentlich gesetzt sein sollten. Dass man Rassismus nicht toleriert, dass man Minderheiten nicht ausschließt. Es gibt vieles wo man eigentlich nicht diskutieren muss. Deswegen verstehe ich auch teilweise diese Auseinandersetzung momentan nicht, weil manche Sachen sind eigentlich nicht diskutabel. Wir haben kurz vor der Wahl Konzerte gegeben. Ich wollte niemanden mit meiner persönlichen Meinung beeinflussen, ich wollte nur daran erinnern, dass morgen Wahlen sind und dass die Leute zum Wählen gehen sollen. Und selbst das schmeckt ja nicht allen.  Aber das ist mir persönlich egal. Denn es ist wichtig, dass man weiß, dass man eine Wahl hat, dass man eine Stimme hat. Wir leben in einem Land,  wo wir wählen dürfen. Und ich finde, dass eine absolute Frechheit ist, wenn sich irgendjemand sich nicht dafür interessiert und sich nicht an der Demokratie beteiligt. Ich weiß nicht, ob es zu selbstverständlich ist und ob gar nicht umrissen wird, was es bedeutet, dass wir wählen dürfen.</p>


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		<span>PHANTOM CORPORATION &#8211; Bilder</span>
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		<title>STEVE VON TILL: Wir alle wissen, dass wir etwas sehr Fundamentales verloren haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 11:04:04 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[STEVE VON TILL]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein neues Album von STEVE VON TILL ist stets eine Gelegenheit, zu reflektieren: Wo stehe ich im Leben? Wie sehr vereinnahmt mich das Weltgeschehen? Was fehlt mir derzeit? Wo sind die nötigen Stellschrauben? „Alone In A World Of Wounds“ gräbt dabei so tief, wie man es von dem Mann gewohnt ist, der mit NEUROSIS zu einer Legende im Bereich des Post Metals wurde, in den letzten zehn Jahren aber vor allem mit seinem Soloprojekt und mit der Improvisation von HARVESTMAN Akzente setzen konnte. Weil man mit diesem Menschen stundenlang sprechen und ihm zuhören könnte, war das anderthalbstündige Gespräch Ende März mehr als inspirierend – es geht unter anderem um das schlechte Verhältnis der westlichen Zivilisation zum Tod, wie Sprache uns prägt, warum es für ihn in Ordnung ist beim Touren draufzuzahlen und deutsche Gärten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hallo Steve, zunächst herzlichen Glückwunsch zum neuen Album „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/steve-von-till-alone-in-a-world-of-wounds/">Alone in a World of Wounds</a>“.</strong></p>
<p>Danke.</p>
<p><strong>Das Album läuft seit etwa einer Woche bei mir zu Hause. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass sich da ein Rabbit Hole aufgetan hat, aber ich habe es schon ein paar Mal gehört – vielleicht zehn, zwölf Mal.</strong></p>
<p>Ich würde das schon als Rabbit Hole bezeichnen. Und ich mag es, selbst in Soundwelten abzutauchen.</p>
<p><strong>Jedenfalls ist es schön, sich in dem Album zu verlieren, weil so viel darauf passiert und es sich ständig entwickelt. Als ich die neue Single zum ersten Mal gehört habe, war ich fertig mit der Gartenarbeit. Ich hatte eine neue Totholzhecke für Insekten und Vögel angelegt. Zuvor hatte ich vorher eine Auseinandersetzung mit meinem Vater, weil er meinte, das sei sinnlos. Und genau in dieser Nacht musste er mit einem schweren Herzinfarkt ins Krankenhaus. Zum Glück ist alles gut gegangen und er jetzt wieder zu Hause. Aber an diesem Tag war mental so viel los bei mir. Ich war stolz auf meine Hecke, weil sie ziemlich cool ist und ein Nistplätze für Vögel und Insekten ist. Gleichzeitig war ich besorgt um meinen Vater und körperlich erschöpft, nachdem ich mehr als ein Dutzend Holzpfähle in den Boden gehämmert hatte. Und dann habe ich dieses Lied gehört. Es war perfekt für den Moment, um am Abend zur Ruhe zu kommen. Dieses Gefühl, geerdet zu sein, mit allem um mich herum – Sorgen, Glück, Traurigkeit und so weiter – ist das auch das, worum es für dich auf dem Album geht?</strong></p>
<p>Je weiter ich auf meinem kreativen Weg voranschreite, desto mehr erkenne ich, dass ich mein ganzes Leben lang über dieselben Themen geschrieben habe. Und es wird immer klarer. Natürlich schreibe ich aus einer emotionalen Perspektive, aus meinen eigenen Erfahrungen – über Dinge, die mir passiert sind, über Liebe, Verlust, Herzschmerz, Trauer, Melancholie, intellektuelle Fragen und existenzielle Ängste. All das kommt zusammen, aber es dreht sich immer um bestimmte zentrale Fragen. Und eine davon ist: Wann haben wir als Menschen aufgehört, uns als Teil der natürlichen Welt zu sehen? Wann dachten wir, dass wir nicht mehr dazu gehören? Wann dachten wir, dass Steine, Flüsse, Bäume, Berge und die Tiere nicht unsere Brüder und Schwestern sind? Wann ist dieser Bruch passiert? Denn ich glaube, dass diese Trennung von der Natur ein großes Problem verursacht hat &#8211; und ich denke, dass die großen Religionen dazu beigetragen haben, indem sie Geist und Materie voneinander getrennt haben. Die Vorstellung, dass Materie und Geist unterschiedliche Entitäten sind, dass sie nicht miteinander verbunden sind, hat es uns ermöglicht, die Erde als etwas Nicht-Lebendiges zu betrachten. Es erlaubt uns, die nicht-menschliche Welt respektlos zu behandeln. Es erlaubt uns, den Weg der Gier zu gehen, anstatt den Weg der Fülle und des Reichtums der Erde, was eigentlich die natürliche Ordnung ist. Und ich glaube wirklich, dass das die Wurzel all unserer gesellschaftlichen Probleme ist – Rassismus, Krieg, Depression, psychische Gesundheit – all das entspringt unserer Entfremdung der Natur, oder zumindest einem großen Teil davon.</p>
<p><strong>Ja, und ich denke, das spiegelt sich in meiner Erfahrung wider, als ich das Lied zum ersten Mal gehört habe, während ich in meinem Garten stand. Kennst du diese Totholzhecken?</strong></p>
<p>Ja, ich war oft in Deutschland. Ich habe sie dort oft gesehen – wir nennen sie Insektenhotels.</p>
<p><strong>Nicht direkt. Wir schneiden unsere Büsche und stapeln den Zuschnitt zu einer Hecke. Sie ist etwa zehn Meter lang und zwei Meter hoch und dient Insekten und Vögeln als Lebensraum und kann dort über die Jahrzehnte langsam verrotten. Die Idee dahinter war, der Natur ein bisschen etwas zurückzugeben. Denn wenn ich mir die Gärten in meiner Nachbarschaft anschaue, sehe ich oft das typische Bild: Alles Unkraut wird entfernt, saubere, aufgeräumte Gärten. Du kennst das wahrscheinlich auch von Besuchen bei der Familie deiner Frau – sie haben bestimmt auch Nachbarn, oder?</strong></p>
<p>Ja, deutsche Nachbarn reden gerne über den Rasen des Nachbarn. Aber ich mag die Idee, selbst kleine Flächen wieder zu verwildern, wenn man kann. Wir leben hier auf zwölf Hektar Land, das größtenteils unberührt bleibt. Das meiste des ganzen Gebietes ist wild, außer der direkten Umgebung des Hauses, die ebenfalls ziemlich naturbelassen ist. Und ja, ich denke, in städtischen Gebieten ist es verrückt, was die Leute mit ihren Gärten machen, wenn sie stattdessen Lebensraum für Bestäuber und – bei euch drüben gibt es ja diese Igel – schaffen könnten. Die brauchen auch einen Platz.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich glaube nicht, dass wir in der westlichen Welt eine gesunde Beziehung zum Tod haben.&#8220; &#8211; STEVE VON TILL darüber, dass der Tod aus dem Leben gedrängt wird.</p></blockquote>
<p><strong>Absolut. Diese Trennung von der natürlichen Welt über die du sprichst, begann begann schon sehr früh. Als Menschen anfingen, umherzuwandern, die ersten Dörfer zu bauen und Männer begannen, die Frauen als Besitz zu betrachten. Das Patriarchat, das damit einherging. Mir kommt es so vor, als hätte es eine Wende in den frühen 2000ern bis Mitte der 2010er gegeben. Und jetzt scheint es mir, als wären all diese repressiven Kräfte zurück – und aggressiver als je zuvor. Machst du dir auch Sorgen darüber, wohin sich die Welt gerade entwickelt?</strong></p>
<p>Immer. Aber gleichzeitig versuche ich, alles in einen historischen Kontext zu setzen. Das ist allerdings nicht mein Fachgebiet. Das Einzige, was ich tun kann, ist, in meiner eigenen Gemeinschaft Gutes zu tun; dort, wo ich lebe. Es gibt so viele Dinge da draußen, die darauf ausgelegt sind, uns zu überwältigen und zu erschöpfen. Jeden Tag gibt es eine neue Wahnsinnsmeldung. Jeden einzelnen Tag. Würdest du morgens als erstes die Nachrichten lesen, würdest du durchdrehen. Jeden verdammten Tag gibt es eine neue „Heilige Scheiße, ich kann nicht glauben, dass das passiert ist“-Meldung. Haben wir diese oder jene Lektion nicht schon gelernt? Nein. Die Menschen vergessen es. Die Aufmerksamkeitsspanne ist kurz. Ich muss dir das nicht sagen – Deutschland war nicht vor allzu langer Zeit in einer dunklen Phase. Im historischen Kontext sind 80 Jahre nichts. Und hier in Amerika haben wir eine andere Perspektive. Aber der Vietnamkrieg ist auch noch nicht lange her. In den 1960er und 70er Jahren gab es politische Bewegungen, und Menschen von unserer Regierung wurden ermordet. Das war in meiner Lebenszeit. Also weiß ich nicht, ob es heute verrückter ist als damals. Es fühlt sich nur so an. Das bedeutet aber nicht, dass die Sorgen und Probleme nicht real sind. Denn es fühlt sich auch so an, als würde sich durch die Technologie alles schneller verändern. Dinge, die früher Jahrzehnte gebraucht haben, passieren jetzt über Nacht. Und es gibt Mächte, die wirklich alles zerstören wollen. Es ist unfassbar. Ich verstehe nicht, wie Menschen nachts schlafen können, wenn sie Teil davon sind. Es kommt alles aus dieser Entfremdung. Aber es wirkt wie ein Monster. Wie eine dämonische Energie. Wenn man aus der Vogelperspektive auf die Menschheit schaut, sieht sie aus wie eine krebsartiges Geschwür, das das eigene Bett beschmutzt. Ich verstehe es wirklich nicht. Das Einzige, was ich verstehe, ist, dass unsere einzige Hoffnung eine massive Bewusstseinsveränderung ist – weg von politischen Denkmustern, hin zu einer Wiederverbindung mit der Wildnis, mit der Natur. Wir sind Natur. Wir sind nicht getrennt von ihr. Ich habe keine Antworten, außer dass ich weiß, dass ich Kunst und Musik machen und gut zu meinen Mitmenschen sein kann.</p>
<p><strong>Aber was du tust, ist eine ziemlich große, inspirierende Sache. Im Jahr 2020, kurz nachdem COVID begann, hast du <a href="https://vampster.com/cd-reviews/steve-von-till-no-wilderness-deep-enough/">„No Wilderness Deep Enough“</a> veröffentlicht. Das war nicht einfach nur ein weiteres Album – du hast dich oder deine Solomusik mit diesem Album neu erfunden, meiner Meinung nach. Damals war ich ein junger Vater, meine Tochter war ein Jahr alt, und ich hatte mit vielem zu kämpfen – COVID, die Klimakrise, Erschöpfung, und so weiter. Das Album war eine wirklich beruhigende Erfahrung, ein Ort der Selbstreflexion für mich. Es hat mir durch diesen schwierigen Sommer sehr geholfen. Wie blickst du heute auf dieses Album?</strong></p>
<p>Das hat definitiv einen neuen Weg für mich eröffnet, um dorthin zu gelangen, wo ich jetzt bin. Und ich habe das Gefühl, obwohl ich 55 Jahre alt bin und das schon lange mache – es ist mein viertes Jahrzehnt, in dem ich Musik aufnehme –, dass ich immer noch meine Stimme finde. Ich habe das Gefühl, dass ich mich immer noch in einem Prozess des Werdens befinde. Es ist ein gutes Gefühl, sich inspiriert zu fühlen. In vielerlei Hinsicht fühle ich mich inspirierter als je zuvor. Selbst als junger Mann habe ich viel erreicht – Zeit ist seltsam. Die Dinge, an denen ich zwischen 19 und 24 beteiligt war, schienen unendlich, und die Zeit schien langsamer zu vergehen. Jetzt vergeht ein Jahr, und ich bemerke es kaum. Aber in meinem Denken habe ich das Gefühl, dass ich als Solo-Künstler wirklich herausfinde, was ich sein soll – na ja, vielleicht nicht was ich sein soll, denn ich glaube nicht, dass es ein festes Ziel gibt. Aber ich bin glücklich. Wobei, „glücklich“ ist ein bescheuertes Wort. Ich habe das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg des Werdens bin. Und ich denke, „No Wilderness Deep Enough“, das größtenteils ein zufälliger Prozess war und mich dem Unbekannten geöffnet hat, hat mich davon weggebracht, auf der Gitarre zu komponieren. An meinen alten Soloalben ist nichts falsch, ich liebe diese Musik immer noch. Aber ich habe versucht, in einer eher auf Americana, Folk und generell gitarrenbasierten Weise zu komponieren, aufgrund meiner Liebe zu Alternative Country, Americana und traditioneller Musik. Aber das sind nicht meine Stärken. Das war etwas, das diese Songs inspiriert hat. Eine meiner Stärken sind  Klangräume. Ich war nie ein guter Musiker. Ich bin kein guter Gitarrist und kein guter Pianist. Ich weiß gerade genug, um interessante Klänge zu erzeugen. Aber ich weiß, was ich mit diesen Klängen machen kann. Ich bin auch ein guter Editor. Ich weiß genau, was ich klanglich mag und was nicht. Und als ich erkannt habe, dass das die Grundlage ist, auf der ich singen sollte, hat sich für mich eine neue Welt eröffnet. Das neue Album „Alone In A World Of Wounds“ entstand nicht zufällig. Es wurde bewusst gemacht, mit den sind die klanglichen Wege, denen ich nun folge. Ich kann immer noch auf der Gitarre schreiben, aber ich fühle mich nicht mehr darauf beschränkt, ich fühle mich offen. Und einige dieser Ideen stammen sogar aus der Zeit vor „No Wilderness Deep Enough“. Sie haben nur darauf gewartet, ihren Platz zu finden. Und jetzt sind sie zurückgekommen, aber neu interpretiert mit dem, was ich gelernt habe.</p>
<p><figure id="attachment_377760" aria-describedby="caption-attachment-377760" style="width: 2560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-377760" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_05-scaled.jpeg" alt="" width="2560" height="1707" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_05-scaled.jpeg 2560w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_05-800x533.jpeg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_05-1200x800.jpeg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_05-380x253.jpeg 380w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-377760" class="wp-caption-text">Steve Von Till (c) Bobby Cochran</figcaption></figure></p>
<p><strong>Okay, das ist interessant, denn als ich „Alone In A World Of Wounds“ und gestern nochmal „No Wilderness Deep Enough“ hörte, hatte ich den Eindruck, als hättest du als Künstler dein Zuhause gefunden. Und wenn du sagst, dass du deine Stimme gefunden hast, könnte „Zuhause“ auch ein gutes Wort dafür sein, oder?</strong></p>
<p>Ja, das ist eine gute Art, es auszudrücken. Das werde ich mir merken, wenn ich das nächste Mal darüber sprechen muss. Ich finde mein musikalisches Zuhause – zumindest für den Moment. Ich habe einfach das Gefühl, dass das Singen in dieser Art von Musik etwas anderes aus meiner Stimme herausholt und es mir ermöglicht, mich mehr auszudrücken und mich selbst herauszufordern. Ehrlich gesagt ist es eine Herausforderung, mehr Melodie zu finden und mich als Sänger zu behaupten.</p>
<p><strong>Ja, und ich denke, „Alone In A World Of Wounds“ bringt einige der folkigen Elemente zurück in diesen neuen Stil. Die Strophe von „Distance“ erinnert mich ein wenig an „Valley of the Moon“ von <a href="https://vampster.com/cd-reviews/steve-von-till-a-grave-is-a-grim-horse/">„A Grave Is A Grim Horse“</a>. Ich finde das in dem neuen Kontext sehr passend.</strong></p>
<p>Ja, das Stück stammt tatsächlich aus der Zeit vor „No Wilderness Deep Enough“. Aber wenn ich darauf zurückblicke, wurde es nicht auf einem Instrument komponiert. Ich wusste, dass ich über diese vier Akkorde singen wollte. Das ganze Stück besteht im Grunde aus vier Akkorden, außer in den Übergängen. Und ich habe Mehrspuraufnahmen gemacht, bei denen ich die Akkorde mit verschiedenen Instrumenten komponiert habe – E-Bow-Gitarre, Synthesizer, Klavier mit einem Fader, sodass man nie den Anschlag hört, sondern nur die Resonanz. Ich habe die Akkorde aus all diesen verschiedenen Klängen aufgebaut und sie in einer langen Schleife aufgenommen. Dann habe ich sie auf ein Vierspurgerät übertragen und die Fader wie eine Tastatur gespielt. Also hier ist dieser Akkord, Akkord zwei, Akkord drei, zurück zu Akkord eins, mit einem Delay, sodass er eine gewisse Nachhallzeit hat. Aber während du jeden Akkord hörst, verändert sich der Akkord in sich selbst, weil verschiedene Instrumente die Noten spielen und sie nicht statisch sind – sie bewegen sich. Und das war etwas, mit dem ich vor „No Wilderness Deep Enough“ experimentiert habe. Es hat nur erst später seinen Platz gefunden. Wie du gesagt hast – ja, ich habe mein Zuhause gefunden, und das Stück hat sein Zuhause gefunden.</p>
<p><strong>Das gefällt mir. Es gibt also auch ein bisschen Out-Of-The-Box-Denken, wenn es um die Aufnahme geht &#8211; einfach Dinge auszuprobieren? Gerade eben war ich spazieren und habe „Triptych: Part Three“ von gehört. Mit kam der Gedanke, der Unterschied zwischen deiner Soloarbeit und <a href="https://vampster.com/bands/harvestman/">HARVESTMAN</a> könnte sein, dass HARVESTMAN mehr der Prozess ist, sich als Musiker und Performer im Klang zu verlieren, während deine Soloarbeit eher songorientiert ist. Aber was du mir gerade erzählt hast, klingt so, als hättest du einige dieser kreativen Ideen aus dem HARVESTMAN-Projekt in deine Soloarbeit übernommen.</strong></p>
<p>Ja, ich habe eigentlich keine festen Regeln beim Komponieren. Ich versuche, mich nicht einzuschränken. Selbst als ich<a href="https://vampster.com/bands/neurosis/"> NEUROSIS</a>-Material geschrieben habe – wir haben nicht nur Gitarren und Schlagzeug benutzt, wir hatten immer klangliche Experimente, nach dem Motto: „Oh, das wäre aber interessant.“ Das ist etwas, das ich schon immer in meinen Heimstudios gemacht habe. Natürlich habe ich jetzt einen ganzen Raum dafür, aber selbst als es nur eine Ecke im Schlafzimmer oder ein Teil der Garage war, habe ich immer Sounds erforscht. Ich hatte 1998 noch kein Solo-Projekt, aber ich habe die Songs aufgenommen, weil ich mit Klang und Ideen gespielt habe. Ich hatte 2000 auch noch kein HARVESTMAN-Projekt, aber ich habe die Stücke aufgenommen. Sie haben sich mir erst später als Projekt offenbart. Ich folge andauernd musikalischen Rabbit Holes. Und manchmal fühlt es sich an, als wären die Klänge selbst dafür verantwortlich, was sie werden. Ich muss nur zuhören und aufmerksam sein. Aber ja, alles inspiriert sich gegenseitig. Manchmal weiß ich nicht, wo etwas hingehört. Manche Tracks haben als das eine begonnen und sind dann etwas ganz anderes geworden. Aber generell schreibe ich die Musik von HARVESTMAN nicht. Ich speichere nie eine Gitarrenidee für den nächsten Tag, um weiter daran zu arbeiten und sie dann aufzunehmen. HARVESTMAN ist buchstäblich Spielen und Aufnehmen im Moment, über die Zeit gesammelt und ergänzt, dann zehn Jahre vergessen und wieder gefunden. „Oh, was ist das? Lass mich einen Synthesizer hinzufügen.“ Das ist irgendwie cool. Es ist improvisiert, und wird nie geschrieben und nie komponiert. Die einzige Komposition findet im Mix statt. Ich frage mich: „Was mache ich mit all diesen Elementen? Wie stehen sie zueinander? Oder fehlt etwas? Braucht es noch eine Spur? Muss ich etwas entfernen?“ Du hast recht, das Solomaterial hat Strophen, Übergänge, Refrains und so weiter. Es ist für die Stimme und als Song geschrieben.</p>
<p><strong>Die HARVESTMAN-Perspektive klingt es wie eine Art Meditation, und das ist wirklich schön.</strong></p>
<p>Musik ist meine Meditation. Ich bin miserabel im normalen Meditieren und wünschte wirklich, ich wäre besser darin &#8211; es würde mir guttun. Aber Musik ist meine Meditation. Das ist der Moment, in dem ich mich am wohlsten fühle und meine Gedanken loslassen kann.</p>
<p><strong>Das geht mir genauso. Ich habe jetzt einen MBSR-Kurs begonnen, weil mir Meditieren immer sehr schwer gefallen ist, also versuche ich jetzt es zu lernen – und es ist wirklich nicht einfach. Aber es ist großartig, dass jeder Mensch, der nach etwas sucht, seinen eigenen Platz finden kann. Das ist dann die spirituelle Seite der Musik. Es kann auch eine spirituelle Seite in der Gartenarbeit geben. Ich glaube, es kann eine spirituelle Seite in allem geben.</strong></p>
<p>Alles ist miteinander verbunden. Und das ist es, was unser modernes Gehirn vergessen hat – dass alles Kunst ist, Musik, Leben, draußen, drinnen, sogar die alltäglichen Aufgaben wie Nahrungsmittel anbauen, ernten, kochen und essen, Zeit mit Freunden und Familie teilen. All das ist Teil des Ganzen, aber wir unterteilen alles in einzelne Aspekte. Und ich bin daran genauso schuldig, ich verstehe das nur intellektuell. Somit begreife ich es nicht wirklich. Ich sehne mich danach, es auf einer tieferen Ebene zu verinnerlichen. Aber es ist alles verbunden. Es ist alles Teil eines einzigen Lebens. Viele Leute finden es seltsam, dass ich Lehrer bin und gleichzeitig Heavy-Musiker. Aber nein, es ist einfach das Leben. Es sind die verschiedenen Aspekte dessen, was es für mich bedeutet, Mensch zu sein. Und manchmal sind die kleinen, einfachen Dinge genauso tiefgründig und bedeutungsvoll wie die komplexen, lauten Aussagen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-371802" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/steve-von-till-alone-in-a-world-of-wounds.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/steve-von-till-alone-in-a-world-of-wounds.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/steve-von-till-alone-in-a-world-of-wounds-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/steve-von-till-alone-in-a-world-of-wounds-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Genau. Das bringt mich zum ersten Song von „Alone In A World Of Wounds”. Für meinen Geschmack baut „The Corpse Road“ eine Brücke zu „No Wilderness Deep Enough“, weil es einige dieser großen, Ambient-Klanglandschaften hat. Aber er klingt üppiger und gleichzeitig kompakter als „No Wilderness Deep Enough“. Was ich an diesem Song wirklich sehr liebe, ist diese Zeile: „The corpse road our only birthright.“ Für mich klingt es so, als wäre unser einziges Geburtsrecht, dass wir irgendwann sterben müssen – und dass wir nichts im Leben als selbstverständlich ansehen sollten.</strong></p>
<p>100 %. Ja, das ist unsere einzige Garantie. Und ich denke viel daran.  Und nochmal, meine Songs nie von nur einer einzige Sache. Die meisten von ihnen sind wie eine Collage des Lebens. All die verschiedenen Dinge, über die ich nachdenke und die mich beschäftigen, all die verschiedenen Gefühle, die ich habe, werden irgendwie zu Texten neu arrangiert. Texte müssen gut klingen, einfach aus klanglicher Sicht. Sie müssen eine bestimmte Anzahl von Silben haben. Sie müssen einen Vokalton haben, der sich richtig anfühlt. Sie müssen in der Musik leben. Es ist also anders als Poesie. Es muss sich richtig anhören. Manchmal stammen Zeilen aus verschiedenen Textstücken und werden dann zu etwas Neuem, das für mich selbst ein Rätsel ist. Aber die Themen Sterblichkeit und Tod ziehen sich durch dieses Album, ebenso wie die damit verbundene Melancholie. Da sind wir wieder bei der Entfremdung: Ich glaube nicht, dass wir in der westlichen Welt eine gesunde Beziehung zum Tod haben. Ich glaube nicht, dass wir verstehen, wie man gut stirbt. Ich glaube nicht, dass wir verstehen, wie man die Trauer über den Tod eines geliebten Menschen verarbeitet. Nicht, dass es eine perfekte Art gäbe – und ich spreche hier auch für mich selbst. Ich habe keine Antworten. Ich habe nur Fragen und Gedanken. Es ist das Natürlichste, was wir jemals tun werden, aber wir leben, als gäbe es den Tod nicht. Wir leben, als könnten wir ihn verhindern. Das ist natürlich, aber wir ignorieren, dass er irgendwann kommen wird. Ich glaube, dass unsere ungesunde Beziehung zum Tod Teil dieser Entfremdung ist und Teil davon, dass wir nicht mehr wild sind, oder den wilden Teil in uns nicht mehr verstehen. Ich lebe ein sehr privilegiertes Leben als weißer Mittelklasse-Mann. Verglichen mit so vielen Menschen auf diesem Planeten. Aber jeder leidet. Es ist unser Leiden, unser Verlangen und unsere Erfahrung von Verlust, die tatsächlich das gemeinsame Band zwischen allen Menschen ist. Wenn wir uns das mehr bewusst machen würden, könnte das vielleicht dazu beitragen, die Bewusstseinsveränderung zu fördern, die wir als Spezies so dringend brauchen, bevor wir alles kaputt machen. Vielleicht ist es schon zu spät. Aber selbst, wenn es zu spät ist, können wir zumindest mit dem Gefühl gehen, dass wir die Veränderung in unserem eigenen Bewusstsein vollzogen haben.</p>
<p><strong>Ich stimme dir vollkommen zu, was du über den Tod gesagt hast. Ich arbeite hier und da ehrenamtlich im örtlichen Hospiz als Trauerbegleiter. Immer wieder merke ich, dass Menschen noch nie etwas mit dem Tod zu tun hatten, bis einer ihrer Liebsten stirbt. Es ist natürlich immer schwer, aber das ist oft das erste Mal, dass sie ihre eigene Sterblichkeit spüren. Oft höre ich Sachen wie: „Ich könnte das nicht. Ich könnte nicht über den Tod von jemandem sprechen.“ Aber ich spreche da gar nicht so viel, ich höre zu und versuche zu verstehen. Das ist alles, was man tun muss. Aber genau deshalb halten sich die Menschen auf Distanz – weil sie nicht nur Abstand zum Tod wollen, sondern auch Angst haben, etwas Falsches zu sagen. So geht es mir übrigens auch in einem persönlichen und privaten Umfeld. Ich denke, es ist ein Tabu in unserer westlichen Welt. Vielleicht ist das der Grund, warum ich die Zeile „The corpse road our birthright“ so sehr liebe.</strong></p>
<p>Gibt es bei euch Leute, die sich Death Doula nennen? Ich habe dieses Wort erst vor etwa vier Jahren gelernt. Das ist jemand, der wie eine Hebamme hilft – sie ist sozusagen an ihrer Seite. Die Doula ist bei der Hebamme und der Mutter, der Gebärenden, als eine Art Begleiterin, nicht wirklich als Beraterin, sondern als jemand, der präsent ist, als Coach, um durch die Geburt zu helfen. Jemand, der kein medizinisches Fachpersonal ist, sondern emotionale Unterstützung bietet. Es gibt eine neue Bewegung von Menschen, die Sterbenden helfen, den Übergang zu bewältigen. Das sind Death Doulas. Es ist wie ein Hospiz, aber ich denke, es ist noch gezielter als ein traditionelles Hospiz. Es geht um eine tiefere emotionale Unterstützung. Sie helfen, da durchzukommen, den Übergang zu schaffen, auf die die andere Seite zu gelangen. Ich habe viele Interviews und Podcasts dazu gehört. Ich hatte dieses Wort vorher nie gehört, und es hat mich wirklich überrascht. Es gibt eine ganze Bewegung von Menschen, die versuchen, sinnvolle Arbeit in der Welt zu leisten. Es hat für mich ein neues Rabbit Hole geöffnet, in dem ich mich mit Bewegungen beschäftige, die versuchen, unsere schlechte Beziehung zum Tod zu überwinden.</p>
<p><strong>Ich kenne Sterbebegleitung, ich vermute, dass es dasselbe ist.</strong></p>
<p>Ja, gut. Aber das hängt mit dem zusammen, was du tust. Es gibt auch viele Bewegungen innerhalb der psychedelischen Therapie, die Menschen mit einer tödlichen Krankheit helfen, ihre Angst vor dem Tod zu verlieren und ihn als einzigartige Erfahrung zu akzeptieren. Es gibt auch ältere, eher buddhistisch geprägte Gruppen wie das „Living Dying Project“ oder das „Center For Living And Dying“, die östliche Meditation und Gedanken mit psychologischer Unterstützung verbinden. Es geht darum, Menschen zu helfen, gut zu sterben. Ich finde all diese Ansätze faszinierend. Es ist wie die Renaturierung von Land oder die Sehnsucht der Menschen nach Musik und Poesie oder der Natur. Das alles ist Teil eines tiefen Verlangens nach etwas, das wir verloren haben. Wir alle wissen, dass wir etwas sehr Fundamentales verloren haben.</p>
<blockquote><p>&#8222;Musik schuldet dir gar nichts. Musik schuldet niemandem irgendetwas. Wenn du sie liebst und sie machen willst, dann findest du verdammt nochmal einen Weg, es durchzuziehen&#8220; &#8211; Die alte DIY-Schule prägt STEVE VON TILL bis heute.</p></blockquote>
<p><strong>Genau das hast du am Anfang gesagt – dass das Themen sind, über die du schon immer geschrieben hast. Denn gerade musste ich an den Song „Lost“ von „Enemy Of The Sun“ denken.</strong></p>
<p>Ja, da war ich 23 Jahre alt. Das fühlt sich für mich auch wie ein Moment, an wo sich der Kreis schließt. Es fühlt sich so an, als ob viele der Dinge, die mich damals in dieser Lebensphase angetrieben haben – als ich meine Kreativität zum ersten Mal über das bloße Schreien politischer Parolen und lauten Punkrock hinaus erweitert habe, oder einfach nur extrem sein wollte –, als ich zum ersten Mal eine spirituelle Ebene oder ein Element von Geist und Verbundenheit in die Musik eingebracht habe, wieder an die Oberfläche gekommen sind. Aber natürlich habe ich jetzt 30 Jahre mehr Erfahrung, und hoffentlich kommt damit auch ein wenig Weisheit, oder zumindest etwas Wissen. Es fühlt sich an, als würde alles zusammenkommen. Ich bin nicht klug genug, um zu verstehen, wenn Leute sagen, dass Zeit nicht linear ist – das überfordert mein Gehirn. Ich kann sie nur von Punkt A nach Punkt B verstehen. Aber vielleicht hilft mir das Leben dabei. Ich weiß nicht, ob ich mich nach innen oder nach außen in einer Spirale bewege, oder beides gleichzeitig, aber es fühlt sich so an, als gäbe es ein Zentrum, von dem ausgehend ich mich immer nach innen oder außen bewege. Vielleicht haben wir alle das. Vielleicht ist das unser wahres Selbst. Es heißt ja auch, dass wir nicht unsere Gedanken und Handlungen sind. Es gibt ein Kern-Selbst, das außerhalb all dessen existiert. Ich verliere mich oft in Arbeit – das ist einer meiner Bewältigungsmechanismen. Ich mache einfach Dinge und bleibe beschäftigt. Aber vielleicht kreist all das um eine Art Kern oder ein grundlegendes Verständnis.</p>
<p><strong>Es gibt ein deutsches Wort dafür. Es heißt Entwicklung. Es bedeutet nicht nur Ausdehnen und Expansion, sondern auch ganz bildlich Auswickeln oder Entwirren. Genau das hast du gesagt – du hast diesen Kern, und wenn du dich entwickelst und dich mental an dich selbst annäherst, dann entwirrst du alles um dein inneres Wesen herum.</strong></p>
<p>Ja, als ich vorhin den Ausdruck des Werdens <em>(im Gespräch verwendete Steve das englische Wort, „Becoming“ – Anm. d. Verf.)</em>, meinte ich es wahrscheinlich genau in diesem Sinne. Normalerweise verwenden wir es in einem eher heldenhaften Kontext. Wir sagen, ich werde dies oder das. Nein, das Werden ist mehr im existenziellen Sinne gemeint. Ich werde, was ich sein soll. Also vielleicht entwickle ich mich.</p>
<p><strong>Ja, aber es ist großartig, dass es im Englischen ein ähnliches Wort gibt, das etwas in dieser Richtung bedeutet. Aber das bringt mich zu einer anderen Sache. Es ist fast zehn Jahre her, dass du das letzte NEUROSIS-Album veröffentlicht hast. Gibt es in dir noch ein Bedürfnis nach Heaviness, nach Lautstärke, nach Distortion?</strong></p>
<p>Ja, ich fühle definitiv, dass mir das körperlich fehlt. Ich spüre, dass da ein unerfülltes Bedürfnis ist.</p>
<p><strong>Ja, ich meine, nur weil du über das Werden und das Entwickeln sprichst, heißt das nicht, dass Bedürfnisse verschwinden. Wir sind komplexe Persönlichkeiten.</strong></p>
<p>Nein, ich brauche das immer noch.</p>
<p><strong>Ja, hin und wieder werde ich auch einfach müde von all dem Metal-Zeug, das ich noch vor einer Woche gehört habe – und dann kommt es plötzlich zurück, weil ich in Rage bin.</strong></p>
<p>Ja, genau. Es gibt diese Tage, an denen mein Autoradio nicht laut genug sein kann. Das ist dann ein <a href="https://vampster.com/bands/slayer/">SLAYER</a>-Moment, und es ist wieder Zeit für <a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/slayer-reign-in-blood-special/">„Reign In Blood“</a>.</p>
<p><strong>Das nutzt sich nie ab.</strong></p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/motoerhead/">MOTÖRHEAD</a> stecken auch tief in meinem Blut. Wenn ich einfach verzerrten Rock’n’Roll brauche, der die Lautsprecher zerstört, höre ich die klassische Ära von MOTÖRHEAD.</p>
<p><figure id="attachment_377755" aria-describedby="caption-attachment-377755" style="width: 2560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-377755" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_02-scaled.jpeg" alt="" width="2560" height="1707" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_02-scaled.jpeg 2560w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_02-800x533.jpeg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_02-1200x800.jpeg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_02-380x253.jpeg 380w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-377755" class="wp-caption-text">Steve Von Till (c) Bobby Cochran</figcaption></figure></p>
<p><strong>Aber jetzt zurück zu den ruhigeren Sachen. „Horizons Undone“ ist meiner Meinung nach ein bemerkenswerter Track. Du hast vorhin darüber gesprochen, mit deiner Stimme zu experimentieren – und es war das erste Mal, dass ich dich in einer höheren Tonlage singen gehört habe. Es klingt wirklich gut, meiner Meinung nach. Kennst du das Album „Ghosteen“ von <a href="https://vampster.com/bands/nick-cave-and-the-bad-seeds/">NICK CAVE AND THE BAD SEEDS</a>?</strong></p>
<p>Oh ja.</p>
<p><strong>Das ist eines meiner Lieblingsalben aus dem Jahr 2019. Aber ich war mir lange nicht sicher, ob ich Nicks Kopfstimme bei „Sun Forest“ gut finde. Aber bei „Horizons Undone“ finde ich deine Art so zu singen sehr passend.</strong></p>
<p>Was ich daran mag – und ich denke, das spüre ich wahrscheinlich auch –, ist der Mut, sich einfach so zu zeigen. Denn ich habe definitiv gezweifelt: „Oh wow, werde ich das wirklich tun?“ Und jetzt, während ich die Songs probe, denke ich: „Verdammt, werde ich das wirklich vor Leuten machen? Scheiße, ich will das nicht vermasseln.“ Aber der Song hat es verlangt. Und ich bin mir sicher, NICK CAVE würde dasselbe sagen – Du musst dem Song gehorchen. Er und Warren Ellis machen viele mutige Dinge. Ich denke, sie lassen sich mittlerweile von nichts mehr einschränken. Sie tun, was sie fühlen, sie tun, was sie wollen, sie folgen dem Song, sie folgen der Emotion, sie folgen dem Moment – und sie hinterfragen es nicht. Und ich versuche, ein bisschen davon für mich selbst zu lernen. Meine Gedanken dazu sind: Wenn ich diese Risiken jetzt nicht eingehe, wann werde ich es dann tun?</p>
<p><strong>Brauchtest du Ermutigung, um diese Vocals auszuprobieren? Es klingt so, als wäre das eine Produzenten-Sache gewesen – als hätte Randall Dunn gesagt: „Komm schon, mach es!“ Oder war es einfach so, dass du die Backing-Tracks aufgenommen hast und es dann einfach passiert ist?</strong></p>
<p>Ich habe einfach mit Gesangsideen hier im Haus herumgespielt. Ich war nicht im Studio. Ich hatte einfach meinen Laptop offen und die Grundspuren liefen. Um herauszufinden, was dazu passt, habe ich einfach gesungen. Und dann habe ich das improvisiert und direkt ins Laptop-Mikrofon aufgenommen – ohne ein professionelles Mikrofon. Ich dachte mir: Oh, ich will diese Idee nicht vergessen. Also habe ich einfach Play und Record gedrückt.</p>
<p><strong>Ja?</strong></p>
<p>Und dann habe ich vergessen, es neu aufzunehmen. Ich glaube, ich habe versucht, es mit einem guten Mikrofon neu aufzunehmen – aber es hatte einfach nicht die gleiche Energie. Also habe ich Randall gefragt: „Können wir das einfach so lassen?“ Und er meinte, dass das schon passen würde. Und als ich die Spur isoliert habe, um ihn für die Live-Performance neu zu lernen, habe ich meinen Hund im Hintergrund bellen gehört – genau auf diesem Track. Er hat mich gehört und angefangen zu heulen. Also vielleicht habe ich doch nach Ermutigung gesucht – nach dem Motto: „Kann ich das wirklich machen? Ist das wirklich okay?“ Ich mag es, Feedback zu bekommen. Ich fühle mich nicht klug genug oder gut genug, um zu glauben, dass alles, was ich tue, großartig ist. Ganz im Gegenteil – ich kann mich ziemlich leicht davon überzeugen, dass alles, was ich tue, Mist ist. Also suche ich manchmal nach Bestätigung. Manchmal frage ich mich, ob das Teil davon ist, überhaupt ein öffentlicher Musiker zu sein. Suche ich Bestätigung bei anderen? Ist das eine positive Sache oder gibt es eine negative Seite daran? Ich glaube, Kunst zu teilen ist positiv. Musik zu teilen ist positiv. Es schafft Verbindung und Gemeinschaft. Wenn etwas für mich emotional kraftvoll ist, kann es vielleicht auch jemand anderem helfen. Ich glaube an den Zweck der Kunst und an den Zweck der Musik. Aber die negative Seite flüstert manchmal: Vielleicht bist du eigentlich gar nicht so gut. Und das sind Dinge, über die ich nachdenke. Und solche Vocals sind ein gutes Beispiel dafür – ich weiß nicht, ob ich das kann.</p>
<p><strong>Meiner Meinung nach hat es wirklich gut funktioniert, und ich mag diesen Teil sehr. Und was die Suche nach Bestätigung angeht – ich denke, das betrifft nicht nur Menschen, die Kunst erschaffen, sondern viele andere auch. Ich glaube, es ist Teil des Menschseins. Wenn man irgendwie eine sensible Person ist – oder vielleicht auch nicht –, dann ist es einfach so, dass man Bestätigung sucht. Ich denke, es ist bis zu einem gewissen Grad eine gute Sache. Denn Menschen müssen verbunden sein, wir sind eine sehr soziale Spezies. Dass wir uns darum kümmern, was andere über uns denken, ist meiner Meinung nach etwas Positives, weil es zeigt, dass wir keine Soziopathen sind.</strong></p>
<p>Ja, vielleicht sind die Menschen, die keine Selbstzweifel haben, die wirklich kranken Menschen.</p>
<p><strong>Das denke ich auch.</strong></p>
<p>Wer weiß?</p>
<p><strong>Aber ja, ich glaube, ich sehne mich auch hin und wieder nach ein bisschen mehr Selbstbewusstsein. Ich denke, das ist nur natürlich. Ich möchte nun über das sprechen, was meiner Meinung nach der beste Song auf dem Album ist. „Calling Down The Darkness“ ist ein so bewegender Track, und er hält die perfekte Balance zwischen deinen folkigen Songs und der Ambient-Seite. Und am Ende klingt es mit einem kraftvollen Höhepunkt so, als würdest du aus der Dunkelheit emporsteigen. Dann gibt es dieses kraftvolle Duell zwischen der Lap-Steel-Gitarre und dem Cello. Das ist ein großartiger Track für das Zentrum des Albums, und es bewegt mich jedes Mal, wenn ich das Stück höre.</strong></p>
<p>Danke. Ja, das war vielleicht der erste Song, den ich für „Alone In A World Of Wounds“ geschrieben habe – ohne zu wissen, dass er Teil eines Albums sein würde. Ich habe ihn vor fast zehn Jahren geschrieben. Vielleicht war es nicht einmal die Akkordfolge, sondern die rohe Energie dessen, wie ich wollte, dass der Gesang klingt und sich anfühlt. Das kam mir auf dem Flug nach Hause von <a href="https://vampster.com/bands/roadburn-festival/">ROADBURN</a> im Jahr 2016. Ich saß im Flugzeug, fühlte mich wirklich inspiriert von dem, was an diesem Wochenende passiert war. Ich hatte eine wunderbare Zeit mit Freunden aus aller Welt, spürte die Verbindung und die Kraft der Musik. Ich fühlte mich gut mit meiner Stimme und mit der Richtung, in die meine Soloarbeit ging, nachdem ich vor Leuten gesungen hatte. Und als dieses Album Gestalt annahm, habe ich das Stück zurück – und es hat sein Zuhause gefunden. Ich habe viel über die Reihenfolge der Songs auf dem Album nachgedacht. Ich denke immer in Vinyl-Termini, und kam zu dem Entschluss, dass Track 1 der B-Seite werden musste.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich habe neulich über Sprache nachgedacht – über die geschriebene Sprache. Und darüber, dass die meisten Kulturen, die vielleicht vor dem Bruch, vor der Trennung, vor der Entfremdung existierten, orale Kulturen waren: Mit mündlichen Erzählungen, mündlicher Poesie, mündlicher Geschichte. Erzählkulturen eben.[&#8230;] und was waren die frühesten Beispiele für Schrift? Quittungen und Belege.&#8220; &#8211; STEVE VON TILL darüber, wie Sprache uns prägt.</p></blockquote>
<p><strong>Danach kommt „The Dawning Of The Day (Insomnia)“ – das Gedicht mit dem Klavier darunter. Ich musste dabei an „If I Should Fall To The Field“ und „The Harpy“ mit der Stimme deines Großvaters denken.</strong></p>
<p>Interessant.</p>
<p><strong>Das war für mich ein Moment, in dem sich ein Kreis schließt.</strong></p>
<p>Ich habe diese Verbindung noch nicht hergestellt, aber das ist interessant. Alles ist miteinander verbunden. Das war ein Stück, das ich fast hätte verwerfen müssen, weil ich keinen Weg gefunden habe, darauf zu singen. Ich mochte das Klavierstück wirklich sehr und liebe es darauf zu meditieren und dieses sehr einfache, repetitive Hauptmotiv zu spielen. Auf den letzten Touren seit „No Wilderness Deep Enough“, nachdem ich das Buch <a href="https://vampster.com/cd-reviews/steve-von-till-a-deep-voiceless-wilderness-harvestman-23-untitled-poems/">„HARVESTMAN &#8211; 23 Untitled Poems“</a> veröffentlicht hatte, begann ich, ein oder zwei Gedichte in das Set zu integrieren – einfach um Balance und Dynamik hinzuzufügen und Dinge auszudrücken, die ich in die Welt tragen möchte. Und irgendwann dachte ich: Vielleicht wäre es interessant, Poesie in das Album einzubinden. Ich habe es ein etwas mit Tempo und Stimmung herumprobiert. Tatsächlich ist Randall hierher geflogen, um mir zu helfen, meine Vocal Chain einzurichten, damit ich das Album zu Hause aufnehmen konnte und die Vocals in Ruhe hier fertigstellen konnte. Die meisten Basistracks wurden hier aufgenommen, und er konnte sich um ein paar andere Musiker in New York kümmern. Dann bin ich dorthin geflogen, um es zu mischen – einfach aus logistischen, zeitlichen und finanziellen Gründen. Aber als er hier war, habe ich es ein paar Mal improvisiert, und das war vielleicht der erste Track, bei dem das Tempo wirklich dazu passte. Außerdem mag ich dieses Gedicht. Es fühlt sich an, als ob das – nun, da ich es anerkannt und mir erlaubt habe zuzugeben, dass ich ein Dichter bin und dieses Buch veröffentlicht habe – jetzt ein Weg ist, der für mich offen ist. So wie damals, als ich mein erstes Soloalbum herausgebracht habe. Das war vorher kein Weg, der für mich offen war. Ich hatte diese Songs gesammelt, ohne zu wissen, was sie waren. Und dann wurde mir klar, dass das meine Solomusik ist. Dass das ich bin. Ab da gab es diesen neuen Weg. Also hat „As The Crow Flies“ die Tür zu dem geöffnet, wo ich jetzt bin. „HARVESTMAN &#8211; 23 Untitled Poems“ wiederum hat die Tür zu meinen zukünftigen Schriften geöffnet – und sie werden ein Zuhause haben. Und das ist irgendwie die Anerkennung dieser Momente zusammen. Ich mag wirklich, wie das zusammengekommen ist. Es fühlt sich sehr emotional kraftvoll an.</p>
<p><strong>Der letzte Track „River Of No Return“ ist auch eine interessante Wahl für Abschluss. Denn ich denke, er lässt die Zuhörer ohne ein Happy End zurück. Ich fühle mich dabei wie der Präriehund auf dem Cover. Als würdest du mich auf einem offenen Feld mit Fragen zurücklassen, über die ich nachdenken kann – wenn du verstehst, was ich meine.</strong></p>
<p>Ich liebe es, Menschen mit einer Sehnsucht zurückzulassen. Sehnsucht ist ein überwältigender Teil all meiner Musik – die existenzielle Sehnsucht. Es gibt ein walisisches Wort, das ich erst kürzlich kennengelernt habe, aber ich glaube, es war schon ein Songtitel für viele Künstler. Ich weiß nicht, ob ich es richtig ausspreche, aber es heißt „Hiraeth“. Das ist eine tiefe Sehnsucht nach etwas, nach einem Zuhause, zu dem man nicht zurückkehren kann – ein Zuhause, das vielleicht nie existiert hat. Eine Sehnsucht nach verlorenen Orten, die man vielleicht nie erlebt hat. Okay. Ich sehe das eher nicht als einen physischen Ort. Sondern da ist – wieder einmal – die Frage: Wo haben wir es verloren? Und was haben wir verloren? Und ich fühle mich traurig, dass wir das nicht wissen. Dabei sehne ich mich danach, es zu wissen – auch wenn mir nicht einmal klar ist, was das ist, das wir verloren haben. Und ich denke, diese Energie steckt in jedem Song. Wenn ich mir die Texte anschaue, gibt es viele Reflexionen über das Leben, über die Kindheit, über Verlust, Liebe und Sehnsucht, über Zeit und Sterblichkeit. Und darüber, die Verbindung wieder zu finden. Der Mond ist etwas, das wir immer am Nachthimmel sehen können. Er ist immer da. Und selbst als einfache Verknüpfung mit der Tatsache, dass wir auf diesem kleinen blauen Punkt im Kosmos sind – diesem wundersamen, wunderschönen Planeten –, ist der Mond unsere ständige Erinnerung.</p>
<p><strong>Das ist auch eine der Stärken deiner Gedichte – dass sie Raum bieten. Ich mag es immer, wenn Künstler, Schriftsteller, Musiker oder Filmemacher nicht nur unterhalten, sondern einem auch Raum geben, sich selbst zu erkunden. Und ich meine, ich brauche auch mal was Leichtes &#8211; hin und wieder schaue ich mir eine Komödie mit Will Ferrell an. Aber wenn es um Poesie geht, dann liest man sie und muss sie nicht bewusst verarbeiten, sondern sie wirkt unterbewusst, und dann führt sie einen zu neuen Gedanken und so weiter. Das war es, was mir an den HARVESTMAN-Gedichten wirklich gefallen hat. Arbeitest du schon am nächsten Gedicht oder Buch?</strong></p>
<p>Ja. Ich weiß noch nicht, wie es genau weitergehen wird. Das Buch hat eine Tür geöffnet. Ich habe danach viel Zeit mit Schreiben verbracht – mehrere Notizbücher voll. Ich habe noch keine Bearbeitung vorgenommen, ich weiß nicht, ob es ein Buch wird oder ob ich versuche, sie in Zeitschriften zu veröffentlichen. Ich habe keinen Plan. Aber Poesie ist definitiv etwas, an dem ich jetzt aktiver arbeite – nicht in letzter Zeit, weil ich gerade versuche herauszufinden, wie ich HARVESTMAN in zwei Wochen live umsetzen soll.</p>
<p><figure id="attachment_377757" aria-describedby="caption-attachment-377757" style="width: 2560px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-377757" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_03-scaled.jpeg" alt="" width="2560" height="1707" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_03-scaled.jpeg 2560w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_03-800x533.jpeg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_03-1200x800.jpeg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_03-380x253.jpeg 380w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-377757" class="wp-caption-text">Steve Von Till (c) Bobby Cochran</figcaption></figure></p>
<p><strong>Kennst du die Kinderbücher von Julia Donaldson und Axel Scheffler? Ich lese sie ständig mit meinen Kindern, die ganze Familie liebt sie. Sie haben eine sehr gute deutsche Übersetzung – was nicht selbstverständlich ist, wenn es um Gedichte und Reime geht. Ich habe dadurch auch ein wenig mit Gedichten experimentiert und versucht, gute Reime zu lernen, aber ich habe mich nie getraut, sie jemandem zu zeigen – nicht einmal meiner Frau. Ich denke Poesie ist eine großartige Möglichkeit, die eigene Sprache zu erleben, und das ist etwas, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich mich damit beschäftigen würde. Vielleicht ist das auch ein Reifeprozess.</strong></p>
<p>Ja, allein das Schreiben von Gedichten, selbst wenn es nur für dich selbst ist, ist ein Spiel mit Sprache. Wir betrachten Wörter und ihre Beziehungen zu anderen Wörtern auf so vielen verschiedenen Ebenen. Dir wird bewusst, dass sich Bedeutungen ändern können oder es mehrere Bedeutungen in anderen Kontexten. Oder, dass etwas an einen anderen Klang oder eine andere Ausdrucksweise erinnert. Ich bin oft überrascht, wie wenig Menschen über Sprache nachdenken. Sie ist etwas, mit dem wir geboren werden, also nehmen wir sie natürlich als selbstverständlich hin. Wir sprechen beide Englisch als germanische Sprache, also haben wir bestimmte gemeinsame Wurzeln. Aber so viel von unserem Bewusstsein wird durch die Sprache beeinflusst, die wir verwenden. Unser Verständnis des Universums basiert auf unserer Sprache. Und unsere Sprache begrenzt uns. Die Annahmen von denen Imperien ausgehen, die These, dass der Mensch über Erde herrscht, die Anschauungen der großen dominanten Religionen – all das ist in unserer Sprache eingebaut, ohne dass wir darüber nachdenken. Wir haben Patriarchat, Macht und Gier direkt in unsere Worte integriert, ohne es zu merken. Das ist nicht einmal negativ gemeint, sondern einfach eine Tatsache, dass uns für einige sehr wichtige Dinge keine Worte zur Verfügung stehen – oder für bestimmte Feinheiten. Ich habe neulich über Sprache nachgedacht – über die geschriebene Sprache. Und darüber, dass die meisten Kulturen, die vielleicht vor dem Bruch, vor der Trennung, vor der Entfremdung existierten, orale Kulturen waren: Mit mündlichen Erzählungen, mündlicher Poesie, mündlicher Geschichte. Erzählkulturen eben. Und dann dachte ich darüber nach, dass ich in Museen einige der frühesten Beispiele für Schrift gesehen habe – und was waren das für Beispiele? Quittungen und Belege: „So und so hat mir so viel Geld gezahlt.“ In Keilschrift. Einige der frühesten schriftlichen Aufzeichnungen waren verdammte Quittungen. Also frage ich mich: Stammt unser Bedürfnis zu schreiben aus der Anhäufung von Reichtum? Aus der Idee von Eigentum? Ich weiß es nicht. Aber das war nur ein Gedanke am Rande.</p>
<p><strong>Das ist interessant. Das erinnert mich an ein Buch, das ich immer lesen wollte – von den zwei deutschen Autor*innen Samira El-Ouassil und Friedemann Karig, „Erzählende Affen“. Wir sind Affen, die Geschichten erzählen, und wie Geschichten unsere Gedanken und unsere Denkweise geprägt haben. Das liegt auf meinem Pile of Shame, aber ich habe da jetzt Lust drauf bekommen.</strong></p>
<p>Aber ja, ich meine – was sind wir, außer den Geschichten, die wir uns selbst erzählen? Ich glaube, ich sage das in einem meiner Gedichte. Wir erzählen uns Geschichten – und gerade jetzt erzählt sich die Gesellschaft einige wirklich kaputte Geschichten darüber, was wir sind. Wir müssen anfangen, andere Geschichten zu erzählen. Und Geschichtenerzählen ist mächtig. Das ist nicht meine Gabe – ich bin kein Geschichtenerzähler. Aber ich verstehe die Kraft des Geschichtenerzählens. Wenn man sich ansieht, wie soziale Medien und andere Dinge das Erzählen von Geschichten verändert haben – was Narrative bedeuten und sind –, dann ist das verrückt. Wir erzählen uns nur noch Geschichten des Wahnsinns. Aber gleichzeitig sage ich das mit einer Einschränkung: Es gibt auch einige der erstaunlichsten Dinge, die ich je gehört habe – die schönsten Dinge, die je geschrieben oder erzählt wurden. Sie scheinen nur im Lärm unterzugehen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir sind Natur. Wir sind nicht getrennt von ihr.&#8220; STEVE VON TILL über Entfremdung in dieser Welt.</p></blockquote>
<p><strong>Wir haben viel über die Welt gesprochen und darüber, wie sehr sie sich verändert hat. Jetzt eine eher logistische Frage: Sie hat sich auch für Musiker stark verändert – besonders nach dem Aufstieg des Streamings. Ich habe gestern eine Radiosendung von einem deutschen Kulturmagazin gehört. Es ging um Bands, die sich das Touren nicht mehr leisten können, sodass sie nur noch als Solo-Künstler unterwegs sind, weil es günstiger ist. Aber selbst das ist vielleicht schon zu teuer. Hat dich das auch getroffen?</strong></p>
<p>Nun, abgesehen von ein paar Jahren mit NEUROSIS, in denen wir zwischen 2010 und 2019 getourt sind, habe ich nie Geld mit Musik verdient. Unsere frühen Touren – selbst in unserer Hochphase, als wir einige der Alben tourten, die heute als Klassiker gelten – liefen so: Wir arbeiteten das ganze Jahr über und sparten unser Geld, um es dann auf Tour zu verlieren. Wir kommen aus der DIY-Punkrock-Szene der Mitte der 80er Jahre – wir haben nie erwartet, mit Musik Geld zu verdienen. Die Generation nach uns musste von Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/henry-rollins-black-flag/">BLACK FLAG</a>, DOA und MINUTEMEN lernen – Bands, die tourten, als es noch keine Szene gab. Es gab keine Clubszene für Heavy-Musik. Es gab nur Coverbands. Das Motto war: „Oh, ihr spielt Songs von <a href="https://vampster.com/bands/journey/">JOURNEY</a> und <a href="https://vampster.com/bands/boston/">BOSTON</a>? Großartig, dann könnt ihr in der Bar auftreten.“ Aber wir spielten in Schlafzimmern, in Kellern, in gemieteten öffentlichen Räumen. Wir spielten sehr wenige Clubs – bis wir nach Europa kamen, wo es ein bisschen mehr Struktur gab. Aber selbst dort waren es oft besetzte Häuser und Jugendzentren, die Konzerte organisierten. Früher haben wir Gigs organisiert, weißt du, aber die Generationen an Bands danach scheinen mir ein bisschen anspruchsvoller zu sein.</p>
<p><strong>Okay.</strong></p>
<p>Sie denken irgendwie, dass das Musikmachen ihnen den Lebensunterhalt schuldet. Aber Musik schuldet dir gar nichts. Musik schuldet niemandem irgendetwas. Wenn du sie liebst und sie machen willst, dann findest du verdammt nochmal einen Weg, es durchzuziehen – selbst wenn das bedeutet, dass du dein Geld nicht sparst, um nach Hawaii in den Urlaub zu fliegen oder nach Spanien, oder wohin auch immer die Deutschen in den Urlaub fahren. Nein, du gehst verdammt nochmal nicht in den Urlaub. Du gehst auf Tour. Und genau das mache ich immer noch. Ich hatte die Tour meines Lebens in Europa im Jahr 2023. Ich habe in den unglaublichsten Locations gespielt und hatte eine wunderbare Erfahrung an diesen besonderen Orten.</p>
<p><strong>Richtig, die Burgruine in Prag.</strong></p>
<p>Ja. Und Orte für Kunst, Theater, Gemeinschaftsräume und Boote. Ich wollte „No Wilderness Deep Enough“ mit einer Band auf die Bühne bringen. Ich wollte diese Instrumente live spielen lassen, um in diese Klangtexturen hinein zu singen. Wenn ich es alleine mit einer Gitarre gemacht hätte, hätte ich vielleicht mit etwas Geld in der Tasche nach Hause kommen können – aber es wäre nicht dasselbe gewesen. Es wäre nicht das gewesen, was ich künstlerisch machen wollte. Ich habe nicht erwartet, dass ich damit Geld verdiene – ich habe auf dieser Tour Geld verloren, aber ich war glücklich darüber, und ich würde es wieder tun. Denn es war Leben. Es war das, was ich tun soll, was ich tun will. Und wenn man das Geld nicht hat, um es zu verlieren, dann hat man es eben nicht. Ich schwimme nicht in Geld – ich bin verdammt noch mal Lehrer. In einem der am schlechtesten finanzierten Bildungsstaaten unseres Landes. Aber ich erwarte nichts. Ich denke, wenn Leute wirklich etwas wollen, dann hören sie auf zu jammern ziehen es einfach durch. Das ist es, was mein Punkrock-Ich aus den 80ern mir immer wieder sagt. Natürlich würde ich gerne eine Schwarze Null erreichen – eine schöne Lebenserfahrung machen und dabei nicht draufzahlen. Flugtickets sind nicht billig. Drei Leute nach Europa zu fliegen ist nicht billig. Und als Solo-Künstler mit einer Band bedeutet es, dass ich die anderen Musiker bezahlen muss, weil sie nicht für den Ruhm dabei sind, so wie ich. Sie haben Spaß und wollen Teil davon sein, aber es ist ihre Zeit, die sie von ihren eigenen Projekten abziehen. Es ist schwierig derzeit. Aber ich denke, es war noch nie leicht. Vielleicht haben manche Leute einfach eine Weile im Überfluss gelebt. Ich verstehe die Musikindustrie nicht, ich war ja immer außerhalb davon; ich passe nirgendwo hinein und verstehe die Regeln nicht. Ich versuche nur meine Kunst zu promoten; deshalb bin ich in sozialen Medien aktiv. Deshalb spreche ich gerne mit Leuten über Musik. Es geht darum, Musik zu promoten und zu hoffen, dass sie ihre Menschen findet – Menschen, die sich mit ihr verbunden fühlen. Aber ich habe keine Erwartungen. Denn Erwartungen führen zu Enttäuschungen. Ich bin aber auch nicht perfekt. Ich habe definitiv meine Momente, in denen ich mich mit anderen vergleiche, die ich im Internet sehe – und das ist alles Gift.</p>
<p><strong>Das sind ein wenig unbequeme Ansichten, aber es ist gut zu hören, dass Ethik noch existiert.</strong></p>
<p>Es lässt einen unabhängig denken, meiner Meinung nach. Wenn du es tun willst, dann tu es. Du findest einen Weg und beschwerst dich nicht über hohe Flugpreise oder sonst etwas. Und besonders für Europäer und Amerikaner ist es unterschiedlich – Touren in Europa ist wahnsinnig einfach im Vergleich zu Amerika. Amerika ist verdammt hart. Die Strecken sind weit, besonders im Westen. Ich habe Freunde, die sagen: „Oh, ich wollte dein Konzert sehen, aber es war eine zweistündige Fahrt.“ Verdammt, ich fahre sechs Stunden für ein Konzert – wenn es in Seattle oder Portland ist, den nächstgelegenen großen Städten. In dieser Zeit wärst du in Europa durch drei verschiedene Länder gefahren. Aber das ist eben das Leben im amerikanischen Westen. Aber auch – in Europa bekommst du Essen und einen Schlafplatz. In Amerika nicht. Da bekommst du einen Tritt in den Hintern und wirst rausgeworfen. Wir haben kein Geld für Kunst, kein Geld für Kultur, nichts davon. Deshalb sage ich immer: Wenn du es tun willst, dann lass dich nicht von äußeren Vorwänden davon abhalten. Denn dann ist es keine äußere Ausrede, sondern eine innere.</p>
<p><figure id="attachment_377758" aria-describedby="caption-attachment-377758" style="width: 1707px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-377758" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_04-scaled.jpeg" alt="" width="1707" height="2560" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_04-scaled.jpeg 1707w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_04-533x800.jpeg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_04-800x1200.jpeg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SteveVonTill_c_Bobby_Cochran_2025_04-380x570.jpeg 380w" sizes="auto, (max-width: 1707px) 100vw, 1707px" /><figcaption id="caption-attachment-377758" class="wp-caption-text">Steve Von Till (c) Bobby Cochran</figcaption></figure></p>
<p><strong>Du hast eben noch deinen Beruf als Lehrer erwähnt. In Deutschland kämpfen viele Lehrer*innen mit ihrem Job, weniger als 30% erreichen den Ruhestand und mehr als 30% werden berufsunfähig. Wie läuft es bei Dir ab?</strong></p>
<p>Viele meiner Kollegen kämpfen auch, aber ich empfinde das anders. Ich finde, es ist ein wichtiger Job und ich mache mir keine Sorgen darüber, was meine Vorgesetzten sagen. Ich übe diesen Beruf seit 24 Jahren aus – ich weiß, was ich tue. Ständig wird der Lehrplan geändert, es gibt auch Politik hinter den Kulissen, und so weiter. Aber letztendlich zählt nur, dass ich in diesen Raum gehe, die Tür schließe und es nur mich und diese 20 Kinder gibt. Ich tue einfach das Richtige. Ich folge meinem Herzen, baue bedeutungsvolle Beziehungen zu ihnen auf und genieße die Zeit mit ihnen, während ich mein Bestes gebe. Natürlich habe ich auch mal einen schlechten Tag. Aber ich bin einfach ich selbst, so authentisch wie möglich. Und das kommt zurück. Wenn meine Kollegen sagen, dass es ein harter Job ist, denke ich: Verdammt, wir verbringen den ganzen Tag mit Kindern, die sich sich wie Kinder zu verhalten. Stell dir vor, wir wären in einem Büro voller Erwachsener, die sich wie Kinder benehmen. Mein schlimmster Tag als Lehrer ist besser als jeder Bürojob, den ich mir vorstellen kann. Ich empfinde einfach viel Dankbarkeit für diesen Job. Also denke ich, dass eine Dankbarkeitspraxis eine gute Möglichkeit ist, sich in schwierigen Situationen zu zentrieren. Aber ich würde raten, all das äußere Zeug loszulassen und einfach mit den Kindern präsent zu sein &#8211; denn das ist verdammt cool. Sie sind Kinder. Selbst die kleinen Nervensägen, die kleinen Mistkerle, denn es ist nicht ihre Schuld. Ihre Eltern sind wahrscheinlich die Arschlöcher. Und das sind die Kinder, die die meiste Zeit beanspruchen. Sie kämpfen wahrscheinlich mit Traumata oder heftigen Situationen – nicht immer -, und oft kommen sie aus schwierigen Verhältnissen. Manchmal ist die Schule der einzige stabile Moment in ihrem Leben. Selbst in schwierigen Jahren liebe ich den Beruf immer noch. Man muss sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist – und alles andere am besten außer Acht lassen.</p>
<p><strong>Ich habe noch zwei Fragen zu „Alone In A World Of Wounds“. Du hast zum zweiten Mal mit Brent Arnold als Cellisten gearbeitet, und ich mag wirklich, wie er die Songs mit seinem Instrument färbt. Hat er einfach gespielt, oder hast du ihm gesagt, was er tun soll?</strong></p>
<p>Bei „No Wilderness Deep Enough“ wusste ich nicht, dass es ein Soloalbum werden würde und dass ich darauf singen würde. Ich dachte, es wäre ein Ambient-Album, und ich schrieb Streicherparts mit Mellotron-Strings und Synthesizern. Diese hatten bereits Motive vorgegeben. Aber eines wusste ich damals schon: Ich bin kein Cellist. Also muss man den Leuten Raum geben, ihre eigenen Stärken und ihr Wissen über ihr Instrument einzubringen. Er hat meine Ideen respektiert und in diesen Tonarten gespielt. Manchmal funktionierte es mit den Synthesizer-Streichern, manchmal haben wir die Synthesizer entfernt und nur die Celli gelassen. Er hat sich damals noch enger an meine Ideen gehalten. Bei diesem Album war es anders. Da wir schon einmal zusammen gearbeitet hatten, hatte ich immer noch einige vorgeschlagene Melodien – besonders für das Horn, denn er hat auch die Hornparts arrangiert. Brent ist ein professioneller Musiker und versteht, wie das funktioniert, während ich nur Tasten auf einem Keyboard drücke. Er hat meine melodischen Ideen übernommen, aber ich habe ihm auch gesagt: Mach einfach, was du fühlst. Und dieses Mal fühlte er sich freier, wirklich ausdrucksstärker zu sein – so wie ich mit meiner Stimme. Er hat es an Orte gebracht, an die ich nie gedacht hätte. Besonders die Art, wie er einige der Noten angeht, gibt dem Ganzen eine neue Dimension. Und er wird dieses Jahr tatsächlich live mit mir spielen. Das ist sehr aufregend für mich.</p>
<p><strong>Du hast seit vielen Jahren eine enge Verbindung zu Toningenieur und Produzent Randall Dunn. Ist er mehr als nur der Typ, der zuhört, aufnimmt und hier und da einen guten Rat gibt? Ist er eher ein Sparringspartner für dich?</strong></p>
<p>Ja, er ist definitiv ein Partner, wenn es darum geht, wie die endgültige Version des Albums klingen wird. Er hat einige einzigartige Fähigkeiten. Erstens ist er schnell – und ich muss schnell arbeiten, einfach aus logistischen Gründen. Zweitens versteht er, woher ich komme. Wir teilen genug musikalische Interessen. Aber er ist wirklich gut darin, Dinge zu verfeinern. Die meisten Leute würden einfach Reverb auf einen Sound legen, der gut klingt, und das wäre dann genug. Er ist besessen von Reverb – nicht, dass er viel Zeit damit verbringt, aber er kennt die verschiedenen Arten und Hardware ganz genau. Er sagt dann: Er formt den Raum und verfeinert Dinge wie Hall und Textur. Ich mag wirklich, was er einbringt. Er macht auch gute Vorschläge. Ich stimme nicht immer mit seinen Vorschlägen überein, aber er bringt Ideen ein wie: Was wäre, wenn wir das einfach weglassen? Oder: „Ja, du hast den Song um diesen Teil herum geschrieben, aber was wäre, wenn wir ihn entfernen?“ Dann hören wir alles, was wir darüber gelegt haben, und lassen das weg, womit es angefangen hat. Das ist manchmal genau das Richtige. Zum Beispiel war „The Corpse Road“ ursprünglich eine dichte Schicht aus stark verzerrten Synthesizern – eine Art verzerrter Raum, verzerrter Hall, immer noch schön, aber durch einen Nebel aus Verzerrung. Das inspirierte alle anderen Teile – die Streicher und alles Weitere. Aber am Ende hatten wir folgende Idee: Was wäre, wenn wir nur die cleanen Synthesizer behalten und die verzerrten entfernen? Das öffnete den ganzen Song. Die verzerrten Synthesizer hatten den Raum gefressen – sie inspirierten alle anderen Teile, aber sie nahmen auch den gesamten Platz ein. Also mussten sie gehen. Sie hatten ihren Zweck erfüllt.</p>
<p><strong>Das ist interessant, denn als ich mir „The Corpse Road“ bildlich vorgestellt habe, hatte ich ein Bild im Kopf: ein Morgen auf einem offenen Feld, Spätsommer oder Frühherbst &#8211; die Jahreszeit, kurz bevor der erste Nebel aufzieht.</strong></p>
<p>Ja, genau. Es ist definitiv ein nebliger Sonntagmorgen – die Morgenstimmung nach etwas besonderem.</p>
<p><strong>Wundervoll.  Das waren jetzt anderthalb spannende Stunden &#8211; vielen Dank für deine Zeit und bis bald!</strong></p>
<p>Danke für das gute Gespräch!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bilder: (c) Bobby Cochran</em></p>
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		<band><![CDATA[STEVE VON TILL]]></band>
<genres><![CDATA[singer songwriter]]></genres>
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		<title>UULLIATA DIGIR: Von Kaffee in Büroküchen über Spreadsheets zur Geschichte der Menschheit</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/uulliata-digir-von-kaffee-in-buerokuechen-ueber-spreadsheets-zur-geschichte-der-menschheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2025 06:20:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[UULLIATA DIGIR]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerade weil mit „Goldstar“ von IMPERIAL TRIUMPHANT der experimentierfreudige Teil der extremeren Metalwelt viel zum Abhypen hat, darf „Uulliata Digir“, das im Januar aus dem Nichts erschiene Debütalbum von UULLIATA DIGIR nicht übersehen werden. Die polnische Formation spielt vom Jazz inspirierten extremen Metal zwischen technischem Death Metal, dissoantem Black Metal und Post Metal - oder umgekehrt. Die sechs Musiker*innen haben dabei nicht nur einen scharfen Sinn für abenteuerliche Epen, die ganze Welten erschaffen, für starke Spannungsaufbauten und mitreißende, hypnotische Songs, sondern auch ein gutes Händchen für Ästhetik, und Abstraktion. Wir versuchen hinter das Mysterium von UULLIATA DIGIR zu blicken und erhalten viel Auskunft und tiefe Einblicke - und das gleich von fast allen Bandmitgliedern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als<a href="https://vampster.com/bands/uulliata-digir/"> UULLIATA DIGIR</a> seid ihr neu in der Avant-Musik-Szene und habt mit eurem Debütalbum schon einige Aufmerksamkeit erregt. Wir wollen euch kennenlernen. Ihr stammt aus dem Poznaner Metal-Underground, aber auch von außerhalb des Metal-Szene. Wie habt ihr zusammengefunden? </strong></p>
<p>Krzysztof: Ein paar Schluck Kaffee und ein erstes Gespräch in einer Büroküche haben Marcin und mich zusammengebracht. Wir unterhielten uns über unsere Lieblingsbands und so weiter, und es hat schneller als erwartet Klick gemacht. Wir jammten ziemlich regelmäßig über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr oder so, bis uns klar wurde, dass Jammen allein uns nicht über den Proberaum hinausbringt &#8211; also haben wir einen etwas strukturierteren Prozess des Songwritings begonnen. Wie unfruchtbar er auch anfangs war, es kristallisierten sich einige Muster heraus und ein paar Skelette von Songteilen waren bereit, um daraus etwas Aufregenderes zu aufzusetzen. Marcin war bereits in ein Nebenprojekt mit Julita involviert, also lud er sie zu einer unserer Proben ein, während ich mich an Magda wandte, eine Freundin aus dem Bachelor-Studium. Unser Quartett versuchte dann, die bereits vorhandenen Stücke zu erweitern und einige neue zu erfinden, während wir einen Bassisten suchten. Unsere Vorstellung war, dass er nicht nur das tiefe Fundament für unsere Töne legen, sondern auch gerne improvisieren und sich eher auf Gefühl als auf Technik und gängige Muster konzentrieren sollte. Neben mehreren anderen Bassisten hat uns Bartek mit seinen Ideen und seinem Engagement überzeugt, und so haben wir uns zusammengetan. Außerdem brauchten wir einen männlichen Growling-Sänger in der Band, aber da es in unserer Stadt so gut wie keinen mit dem von uns gesuchten Timbre gab, hat das die Vervollständigung der Band verhindert. Wir hatten großes Glück, auf Michał zu stoßen &#8211; als er uns eine Kostprobe seines Könnens gab, war sofort klar, dass er die perfekte Wahl für die Rolle war.</p>
<blockquote><p>&#8222;UULLIATA DIGIR ist ein Amalgam aus allen Klängen, Gedanken und Gefühlen, die auch nur den kleinsten Einfluss auf unser musikalisches Selbst hatten.&#8220; &#8211; Drummer Krzysztof über die Einflüsse der Band.</p></blockquote>
<p><strong>Marcin spielt in <a href="https://vampster.com/bands/in-twilights-embrace/">IN TWILIGHT&#8217;S EMBRACE</a>, Michał in BLAST RITES, Bartek war in HERESY DENIED und Krzysztof in STRUGGLE WITH GOD &#8211; es gibt also eine Menge unterschiedlicher Erfahrungen mit extremer Musik. Habt ihr euch alle auch für Jazz interessiert? </strong></p>
<p>Marcin: Ich habe mich schon für Jazz interessiert, bevor ich zum Metal kam. Ich war schon immer ein Fan von Gypsy Jazz &#8211; so sehr, dass ich sogar die Möglichkeit hatte, ein paar Jahre in einer Band zu spielen. Mit Jazzmusikern zu spielen? Die beste Musikschule überhaupt.</p>
<p>Krzysztof: Da ich sozusagen aus einer musikalischen Familie stamme, hatte ich die Gelegenheit, in einem musikalisch vielfältigen Umfeld aufzuwachsen &#8211; als Kind habe ich Musik verschiedener Genres gehört, von klassischen Stücken über etwas Jazz (hauptsächlich Fusion, würde ich sagen), Rock und Metal, Post-Genres und etwas elektronische Musik. Seitdem sind meine musikalischen Interessen recht eklektisch, aber meist als passiver Zuhörer; als Schlagzeuger habe ich mich auf die Heaviness konzentriert.</p>
<p>Bartek: Obwohl ich schon von klein auf mit Jazz in Berührung kam &#8211; mein Vater ist großer Fan dieses Genres &#8211; hat er mich nicht sofort angesprochen, ich musste wohl erst ein bisschen reifen 🙂 Aber dann hörte ich „Mockroot“ von TIGRAN HAMASYAN, in dem sich Jazz und Metal-Einflüsse nahtlos vermischen, und ich war von Anfang an begeistert. Von da an tauchte ich in die Welt des Jazz und der Fusion ein.</p>
<p><strong>Ich habe keine Informationen über Julitas und Magdalenas musikalische DNA gefunden. Wie sind sie in die Band gekommen und welche Rolle spielen sie bei der Entwicklung des Sounds und der Ästhetik von UULLIATA DIGIR?</strong></p>
<p>Julita: Ich und Magdalena wurden zunächst als Freunde von Krzysztof und Marcin zu einer Probe eingeladen, nur um zu experimentieren und zu sehen, wie das Aufeinandertreffen verschiedener Stile zusammen funktioniert. Es klang tatsächlich ziemlich gut, und die Jams machten wirklich Spaß. Keine von uns hatte vorher Erfahrung mit Metal-Bands, was einen ziemlich frischen Ansatz mit sich brachte. Gleichzeitig hatten wir viele Ideen und unsere eigenen Stile, so dass wir beschlossen, dem Prozess zu vertrauen &#8211; zu improvisieren, zu komponieren und immer wieder zu probieren, bis alle Teile gut in die Komposition passten. Magdas Trompete setzt einen Kontrast zur dissonanten Musik, und meine Texte und mein Gesang fügen der Musik eine greifbare Geschichte hinzu. Ich glaube, dass wir beide der Musik eine sehr persönliche Note geben und sie dadurch noch einzigartiger machen.</p>
<p><figure id="attachment_374525" aria-describedby="caption-attachment-374525" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-374525" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_2_c_UULLIATA_DIGIR-800x534.jpg" alt="" width="1200" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_2_c_UULLIATA_DIGIR-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_2_c_UULLIATA_DIGIR-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_2_c_UULLIATA_DIGIR-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_2_c_UULLIATA_DIGIR.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-374525" class="wp-caption-text">(c) UULLIATA DIGIR</figcaption></figure></p>
<p><strong>Es ist unvermeidlich zu fragen: Was zum Teufel bedeutet euer Name? Ich habe sogar einige Anagramme ausprobiert und nichts gefunden, das Sinn ergibt. </strong></p>
<p>Marcin: Als wir uns entschieden hatten, wovon die Geschichte der Musik handeln sollte, haben wir uns auf die Suche nach einem Namen für die Band gemacht. Ich stieß auf ein sumerisches Wörterbuch und dachte, es wäre schön, ein paar Wörter daraus auszuwählen, die unserer Geschichte ähneln könnten. Von den ausgewählten Wörtern wählten wir „uulliata“ und „digir“, was so viel bedeutet wie&#8230; etwas, das wir noch nicht verraten wollen.</p>
<p><strong>Die Songtitel sind ebenfalls kryptisch und Texte sind nirgends zu finden. Ich habe nur „Eldrvari“ in „World Anvil“ gefunden, aber ich nehme an, das ist ein Zufall. Könnt ihr einen Hinweis darauf geben, um was sich das lyrischen Konzept dreht? </strong></p>
<p>Julita: Die Texte und Songtitel sind in einer Sprache geschrieben, die wir selbst entwickelt haben, inspiriert vom Sumerischen &#8211; die Suche nach Hinweisen in bestehenden Sprachen führt also nur in Sackgassen. Wir wollen noch nicht die ganze Geschichte enthüllen, aber wir können sagen, dass es eine Geschichte ist, die vor Jahrhunderten stattgefunden haben könnte &#8211; eine Geschichte über die Ursprünge der Menschheit und alte Götter. Wenn du gut aufpasst, wird sich der Sinn eines Tages von selbst erschließen 😉</p>
<p><strong>Avantgarde und Polen war schon immer eine sehr passende Kombination, vielleicht sogar noch vor Penderecki. In den letzten Jahren haben viele (Black) Metal-Bands sehr unkonventionelles Terrain betreten, wie <a href="https://vampster.com/bands/lux-occulta/">LUX OCCULTA</a>, <a href="https://vampster.com/bands/dola/">DOLA</a>, etc. Warum gedeiht diese Art der Kunst in Polen so gut? Liegt es an der konservativen Mehrheit im Land und an den Traumata des Zweiten Weltkriegs und darüber hinaus?</strong></p>
<p>Bartek, Julita, Marcin: Es hat definitiv mit der Kultur und den Erfahrungen zu tun, die die polnische Gesellschaft durchgemacht hat, aber eine ähnliche Regel gilt für jedes andere Land. (Black) Metal, ja, die ganze Musik insgesamt, ob aus Norwegen, Frankreich oder Deutschland &#8211; jede hat ihre eigene Atmosphäre und vermittelt unterschiedliche Emotionen, die sich aus den verschiedenen Erfahrungen und Herausforderungen ergeben, denen die Nationen gegenüberstehen. In Polen hat es sicherlich mit unserer Geschichte zu tun, aber ich würde es nicht nur darauf beschränken.</p>
<p>Musik entsteht, wie jede Kunst, aus dem Zusammenspiel verschiedener Inspirationen, Erfahrungen, Zeiten und zu einem großen Teil aus der Psychologie der Menschen. Wir vermuten, dass einer der Hauptaspekte beim Schaffen von Musik, die als avantgardistisch bezeichnet wird, der Versuch ist, sich von einigen Konventionen zu befreien oder sich außerhalb dessen auszudrücken, was durch gesellschaftliche Normen auferlegt wurde. Das ist also das, was in sensiblen Individuen vorhanden ist. Es ist nicht leicht, es freizusetzen, aber offensichtlich spricht es viele Menschen an, die die künstlerische Sensibilität teilen. Sind diese „Grenzen“, von denen wir uns zu befreien versuchen, in Polen stärker präsent als in anderen Ländern? Das ist schwer zu beurteilen.</p>
<p>Es gibt auch eine viel einfachere Erklärung, warum Metal-Musik in Polen so gut gedeiht. In den 90er Jahren feierten polnische Metalbands wie <a href="https://vampster.com/bands/behemoth/">BEHEMOTH</a> und <a href="https://vampster.com/bands/decapitated/">DECAPITATED</a> große Erfolge, und sie begannen, die „Marke“ des polnischen Metal in der Welt zu etablieren, und ihre Anerkennung wurde zu einer Chance für andere polnische Bands. Je mehr Möglichkeiten sich bieten, desto mehr Bands werden gegründet, und je mehr Bands gegründet werden, desto mehr Leute hören sich diese Musik an. Und je mehr Leute zuhören und sich inspirieren lassen, desto mehr neue Bands werden gegründet, und so weiter und so fort. Wir können uns also einfach glücklich schätzen, dass wir außergewöhnliche Bands haben, die immer wieder neue Generationen von Musikern mit einem reichen Erbe befruchten, das diesen sich selbst verstärkenden Kreislauf wiederholt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Emotionen sind das Herzstück unserer Musik.&#8220; &#8211; Bei UULLIATA DIGIR ist das Gefühl wichtiger als Technik, findet zumindest Sängerin Julita.</p></blockquote>
<p><strong>Auf eurer Bandcamp-Seite schreibt ihr: „<span class="bcTruncateMore"><span class="peekaboo-text">Step into the sonic maze and rediscover the ever-evolving metal boundaries while preserving the genre&#8217;s indispensable, monolithic core.</span></span>“ Kurzum: Seid ihr enttäuscht, wohin sich dMetal aktuell entwickelt? </strong></p>
<p>Krzysztof: Um enttäuscht zu sein, müsste man schon eine gewisse Erwartungshaltung haben. In jedem Jahr der Musik weltweit, entstehen mehr und mehr Vertreter von noch feineren Subgenres als in dem zuvor. Metal folgt dieser Tendenz ohne Ausnahme, ob es sich nun um Bands, Alben oder sogar einzelne Titel handelt. Wie bei jedem Phänomen gibt es auch hier echte Perlen, gedankenlose Nachahmungen und klangliche Abscheulichkeiten. Die „Grenzen“ der Genres werden immer miteinander verschmelzen und uns Neues und noch Unerforschtes bringen &#8211; und es ist eine befriedigende Erfahrung, einfach sein Ding zu machen und seinen Teil zu diesem Prozess beizutragen.</p>
<p><strong>Das bringt uns zu euren Einflüssen: Es wäre zu einfach, Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/imperial-triumphant/">IMPERIAL TRIUMPHANT</a> und <a href="https://vampster.com/bands/oranssi-pazuzu/">ORANSSI PAZUZU</a>, die späten <a href="https://vampster.com/bands/ephel-duath/">EPHEL DUATH</a>, die hypnotische Qualität von <a href="https://vampster.com/bands/neurosis/">NEUROSIS</a> in den 90ern oder die Ästhetik von David Lynch zu zitieren. Ich habe auch Kritiken gefunden, die euch mit <a href="https://vampster.com/bands/dodheimsgard/">DØDHEIMSGARD</a> und <a href="https://vampster.com/bands/blut-aus-nord/">BLUT AUS NORD</a> verglichen haben. Für mich klingt es so, als hätten UULLIATA DIGIR erfolgreich versucht, sich von stilistischen Grenzen zu befreien, obwohl sie im Metal verwurzelt sind. Würdet ihr dem zustimmen? Und welche Bands/Künstler haben euch inspiriert? </strong></p>
<p>Krzysztof: Sicher, wir sind mit diesen Bands so vertraut, dass wir sogar einige unserer Riffs nach diesen Bands benannt haben! Auch wenn es nicht unser Hauptziel war, aus dem Paradigma des Metals auszubrechen, sprechen die Kritiken und Meinungen der Rezipienten für sich. Wenn du jeden von uns fragst, werden wir dir auch nicht sagen, welches Genre wir genau vertreten &#8211; erstens, weil es das Publikum ist, das die ultimative Kategorisierung vornimmt, und zweitens, weil es nicht offensichtlich ist, wie man eine solche Frage beantworten soll, so dass in der Tat noch eine weitere Schublade in diese endlose musikalische Truhe eingefügt werden muss. Wenn wir über diejenigen sprechen, die uns inspiriert haben &#8211; sagen wir, sie passen in die Kategorie der „zeitgenössischen“ Künstler, wie auch immer man sie definiert. Es gab viel zu viele, deren Sound auf uns übergegangen ist, um sie einfach aufzuzählen und auf bestimmte herausragende Persönlichkeiten hinzuweisen; UULLIATA DIGIR ist ein Amalgam aus allen Klängen, Gedanken und Gefühlen, die auch nur den kleinsten Einfluss auf unser musikalisches Selbst hatten.</p>
<p><figure id="attachment_374518" aria-describedby="caption-attachment-374518" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-374518 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_1_c_UULLIATA_DIGIR.jpg" alt="" width="1200" height="540" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_1_c_UULLIATA_DIGIR.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_1_c_UULLIATA_DIGIR-800x360.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_1_c_UULLIATA_DIGIR-380x171.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-374518" class="wp-caption-text">(c) UULLIATA DIGIR</figcaption></figure></p>
<p><strong>Marcin, deine Gitarrenarbeit ist eher hypnotisch und rhythmisch komplex, was UULLIATA DIGIR von vielen shreddenden Avant-Bands unterscheidet. Wie entwickelst du den Gitarrensound und die Riffs weiter? </strong></p>
<p>Marcin: Nun, es geht mehr darum, welche Bilder ich im Kopf von jemandem malen möchte, als einfach nur anzugeben. Bei „Myrthys“ zum Beispiel war es mein Ziel, gegen die konventionelle Herangehensweise an das Schreiben von Musik anzugehen und einfach einen Akkord immer wieder zu spielen, um das Gefühl einer Fahrt in einem sehr langsamen Minenwagen zu erzeugen.</p>
<p><strong>Ich liebe die Tatsache, dass die Bassgitarre nicht nur ein rhythmisches Fundament liefert, sondern auch einige Obertöne zu bieten hat und improvisiert, wie in „Myrthys“ ab Minute 10, und ich liebe den warmen Klang. Bartek, wie ist deine Arbeitsweise bei UULLIATA DIGIR? </strong></p>
<p>Bartek: Um ehrlich zu sein, der Teil, den du erwähnst, wird von Marcin auf der Gitarre mit Oktav-Effekt gespielt, daher ist deine Verwirrung verständlich. Der Bass wurde nach dem Schlagzeug und den Gitarren aufgenommen, als so ziemlich die meisten Grundlagen für die Songs geschaffen wurden &#8211; meine Aufgabe war es also, den Songs Zusammenhalt zu verleihen. Einige Parts waren in der Tat dazu gedacht, Harmonien für Gesangs- oder Trompetenlinien hinzuzufügen und Akkordfolgen zu ergänzen.</p>
<p><strong>Auch das Drumming ist sehr stark. Krzysztof, du arbeitest mit vielen Kontrasten und bringst so Extreme Metal-Drumming in einen neuen Kontext. Ich finde es erstaunlich, wie jazzig die Akzente manchmal sind. Hast du dich sich als Schlagzeuger im Laufe seiner Karriere vom Metal zum Jazz entwickelt? </strong></p>
<p>Krzysztof: Weder in die eine Richtung, noch in die andere. Es ging hauptsächlich um Rockmusik im weitesten Sinne (mit einer Tendenz zum Metal), und das schon seit meinen ersten Schlagzeugversuchen. Wie jazzig das Schlagzeug auch immer hier und da klingen mag, ich habe zu großen Respekt und Bewunderung für Jazzer, als dass ich an irgendetwas denken könnte, das als echter Jazz in mein Spiel einfließen würde. Meine Methode hat sich im Laufe der Jahre verändert, aber der derzeitige Ansatz zur Komposition ist eher intuitiv als strukturiert. Es war schon immer eine gängige Praxis für mich, benachbarte musikalische Genres und weiter entfernte Klänge zu besuchen und zu versuchen, die gefundenen Techniken und Methoden zu verstehen und in der eigenen Musik anzuwenden &#8211; und das ist hier nicht anders.</p>
<blockquote><p>&#8222;Die „Grenzen“ der Genres werden immer miteinander verschmelzen und uns Neues und noch Unerforschtes bringen &#8211; und es ist eine befriedigende Erfahrung, einfach sein Ding zu machen und seinen Teil zu diesem Prozess beizutragen.&#8220; &#8211; Drummer Krzyszof über die Entwicklung der Avant-Szene.</p></blockquote>
<p><strong>Die Vocals sind fantastisch: Es gibt die Grundlage von Michałs sehr brutalen Vocals. Darüber hinaus singt Julita wie eine Schauspielerin mit einer intensiven Bandbreite von einer fantastischen klaren Stimme und gefährlichen, aggressiveren Vocals. Ich fand es auch schön, dass Michał auch mehr im Hintergrund singt und nicht nur growlt. Wie haben sich die Vocals für <a href="https://vampster.com/cd-reviews/uulliata-digir-uuliata-digir/">„Uulliata Digir“ e</a>ntwickelt, und war es ein eher strukturierter oder improvisierter Prozess?</strong></p>
<p>Julita: Zunächst einmal ist der Gesang in der Geschichte verwurzelt, die in den Liedern erzählt wird. Die Texte sind wie ein Theaterstück aufgebaut, mit verschiedenen Charakteren, die durch ihre Zeilen bestimmte Gefühle ausdrücken. Einige Gesangsparts wurden sorgfältig geplant, um sie mit der Erzählung in Einklang zu bringen, während andere improvisiert wurden, geleitet von dem natürlichen Gefühl der Musik. Der Kontrast zwischen den Stimmen entstand auf natürliche Weise &#8211; Michałs rohe Brutalität und meine Zerbrechlichkeit ergänzen sich auf eine Art und Weise, die die individuelle Wirkung jeder Stimme verstärkt.</p>
<p><strong>Der Gesang ist für mich der Beweis, dass UULLIATA DIGIR keine eine Band ist, bei der es ausschließlich um technische Leistungen geht, sondern um Emotion. Welche Bedeutung hat die Emotion in eurer Musik? Dient sie einem kathartischen Zweck?</strong></p>
<p>Julita: Die technische Leistung ist natürlich wichtig für uns, aber du hast absolut Recht &#8211; Emotionen sind das Herzstück unserer Musik. Wir glauben, das macht sie wirklich einzigartig. Wir erzählen die Geschichte von Schöpfung und Leidenschaft, Sünde und Verrat, Flüchen und Prophezeiungen. Sie handelt von Zerstörung, Krieg und Tod, aber auch von Aufopferung, Vergebung und Neuanfängen. Es ist eine Geschichte über die Menschheit als Ganzes, aber auch eine sehr persönliche Geschichte. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, diese Emotionen einzufangen, und noch mehr, dass sie beim Publikum ankommen.</p>
<p><strong>UULLIATA DIGIR sind in vielerlei Hinsicht eine besondere Band, aber der Bläsersatz von Magdalena ist unglaublich und fügt sich nahtlos in die Musik ein, obwohl ich eigentlich das Gefühl hatte, dass sie erst nach der Gründung der Musik dazugekommen sein könnte. Ist das wahr? Was, abgesehen von deinen Trompetenparts, war dein Beitrag, Magdalena? </strong></p>
<p>Magdalena: Du hast teilweise recht. Als ich zur Band stieß, waren einige Gitarren- und Schlagzeugmotive bereits vorhanden &#8211; natürlich nicht in ihrer endgültigen Form. Im weiteren Verlauf haben wir improvisiert und uns die Teile herausgepickt, die uns gefielen, um sie als Grundlage für die endgültige Komposition zu verwenden. Einige andere Teile wurden jedoch für alle Instrumente gleichzeitig vollständig komponiert und von den Bandmitgliedern gemeinsam diskutierten. Ich muss zugeben, dass die meisten Trompetenparts erst kurz vor der Aufnahme ihre endgültige Form erhielten, und einige von ihnen veränderten ihren Charakter drastisch.</p>
<p><figure id="attachment_367527" aria-describedby="caption-attachment-367527" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-367527" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/UulliataDigir-ST-Cover.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/UulliataDigir-ST-Cover.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UulliataDigir-ST-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UulliataDigir-ST-Cover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UulliataDigir-ST-Cover-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-367527" class="wp-caption-text">(c) UULLIATA DIGIR</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wie läuft das Songwriting ab? Die epischen Songs wie „Myrthys“ und „Eldrvari“ sind von der Struktur her sehr komplex. Wie lange dauert es, so etwas zu arrangieren?</strong></p>
<p>Marcin: Du hättest Michałs Gesicht sehen sollen, als er unsere EXCELente Tabelle sah, auf der jeder Teil des Songs aufgeschrieben war. Sie enthält die Namen der Abschnitte, wie viele Takte sie dauern und wer was spielt oder singt. Michał war der Letzte, der es gesehen hat &#8211; und der Letzte, der es gelernt hat. Viel Glück bei sowas.</p>
<p>Krzysztof: Der Kern unseres Schreibens ist natürlich die Improvisation. Wir nehmen jede Probe auf und wählen die interessantesten Teile aus, um sie weiter zu entwickeln. In dieser Phase sind die bereits erwähnten Spreadsheets sehr hilfreich. Es gibt keinen festen Zeitrahmen für das Schreiben eines Songs, aber es ist auf jeden Fall ein komplexer Prozess, der schon ein paar Monate dauern kann.</p>
<p><strong>Bei beiden langen Songs geht es um den Aufbau von Spannung, aber nicht aus einer Metal-Perspektive. Ich höre die Teile ineinander überfließen, ein bisschen wie eine Big Band, die durch einige Bewegungen improvisiert. War das eure Art zu arrangieren? </strong></p>
<p>Marcin: Ich denke, die beste Antwort darauf ist, dass wir von Anfang an beschlossen haben, Musik so dynamisch wie möglich zu schreiben und mit den Klängen, die wir spielen, eine Geschichte zu erzählen und uns nicht nur auf die Texte zu verlassen. Diese Herangehensweise führt natürlich dazu, dass wir auf die von dir beschriebene Weise arrangieren.</p>
<p><strong>Es ist fast schmerzhaft, wie lange es dauert, bis sich die Spannung, die diese beiden Lieder aufbauen, entlädt, und ich finde es irgendwie masochistisch, wie sehr ich das liebe. Bei „Myrthys“ war der erlösende Teil für mich bei 8:30, obwohl es bei 5:30 einen Vor-Klimax gibt. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würden Sie hier mit Ihrem Publikum und dessen Erwartungen spielen. Stimmt das? </strong></p>
<p>Marcin: Eigentlich geht es mehr um die bereits erwähnte Geschichte. Wir geben uns ihr hin. Die Geschichte treibt die Dynamik der Songs an. Wir sind nur ein Vermittler 😉</p>
<p><strong>„Omni Dirga“ ist ein Kontrast zu „Myrthys“ und „Eldrvari“. Das Stück ist sehr extrem, voller Blastbeats und dicht, schafft es aber trotzdem, einen Höhepunkt zu erreichen, auch wenn die Intensität und Lautstärke während des gesamten Songs extrem hoch sind. Habt ihr hier eine andere Art des Songwritings ausprobiert? </strong></p>
<p>Marcin: Der Unterschied in der Herangehensweise beim Komponieren von „Omni Dirga“ bestand darin, dass wir nur zu zweit waren &#8211; ich und Krzysztof. Die Idee für diesen Song entstand durch sehr intensive 2-3 Stunden Improvisation. Nachdem wir uns die Probenaufnahme angehört hatten, gab es ein fast perfektes, strukturiertes 5-6-minütiges Spiel.</p>
<p>Krzysztof: Der Grundstein für diesen Song wurde schon früh in der Band gelegt, wodurch er sich natürlich von den anderen beiden unterscheidet. „Myrthys“ und „Eldrvari“ wurden in einer Weise komponiert, die uns Raum für Improvisationen gibt, während „Omni Dirga“ das nicht tut, zumindest nicht in demselben Maße. Die Lockerung der musikalischen Grenzen schien unserem Spielstil besser zu entsprechen, also haben wir beschlossen, dabei zu bleiben.</p>
<blockquote><p>&#8222;Du hättest Michałs Gesicht sehen sollen, als er unsere EXCELente Tabelle sah, auf der jeder Teil des Songs aufgeschrieben war.&#8220; Gitarrist Marcin ist ein Freund der Organisation &#8211; auch wenn es auf neue Bandmitglieder verwirrend wirken mag.</p></blockquote>
<p><strong>Zwischen den Liedern gibt es mit „Asea“ ein kurzes Drone-Intermezzo und mit „Atti“ ein Spoken Words-Stück mit Soundscapes und improvisierter Gitarre. Was ist ihr Zweck? Um Grenzen zu den anderen Liedern zu setzen?</strong></p>
<p>Krzysztof: Unserer Meinung nach bieten sie einen kurzen Moment der Ruhe, der es dem Hörer ermöglicht, sich vor dem nächsten Kapitel zu erholen. Auf einer praktischeren Ebene dienen sie auch als kurze Pause für jedes Bandmitglied während eines Live-Auftritts, da wir in dieser Zeit die Gitarren wechseln.</p>
<p><strong>Ich fand das Artwork von Izabela Grabda sehr passend zur Musik. Es ist ziemlich verstörend und ich habe in meiner Rezension den Begriff „freudianisch“ verwendet. Es sind viele Formen und Strukturen enthalten, genau wie in eurer Musik. Wie war der Entstehungsprozess der Kunst und habt ihr gemeinsam daran gearbeitet? Was war die ursprüngliche Idee? </strong></p>
<p>Marcin: Ich stimme dem Teil mit den „Formen und Strukturen“ zu. Sie in einem Bild, Gemälde oder Ähnlichem festzuhalten, war unser Ziel. Izabela hatte die endgültige Idee nach ein paar Gesprächen über sehr abstrakte Dinge, die wir im Kopf hatten. Dabei ging es um Zeit, Materie, Leben, Liebe, Tod und so weiter. Die Worte, die der Idee zugrunde lagen, waren „warp“ und „twist“. Wir lieben das Ergebnis. Es ist genau das, was wir erreichen wollten.</p>
<p>Krzysztof: Der Hauptgedanke war, dass ein Abstrahieren Harmonie in neuen Bereichen schaffen sollte. Und so ist das Cover entstanden. Und: The owls are not what they seem.</p>
<p><strong>„Uulliata Digir“ wurde bisher nur digital und DIY veröffentlicht. Wird es auch physisch zu veröffentlicht und ist eine Kooperation mit einem Label in Arbeit? </strong></p>
<p>Marcin: Wir arbeiten im Moment an einer physischen Veröffentlichung. Es wird in ein paar Wochen Vinyl und CD geben &#8211; wir haben die Testpressung bereits genehmigt. Was das Label angeht, so waren und sind wir auf der Suche nach Möglichkeiten. Vorerst veröffentlichen wir das Album aber unabhängig.</p>
<p><strong>Ich muss UULLIATA DIGIR unbedingt live sehen. Ist eine Tournee in Planung, oder werdet ihr weiterhin nur ausgewählte Shows spielen? </strong></p>
<p>Marcin: Wir haben einzelne Shows und eine kleine Tour später in diesem Jahr gebucht. Wir würden uns freuen, wenn wir in Zukunft auch auf Bühnen außerhalb Polens spielen könnten. Wir werden sehen, was die Zeit bringen wird.</p>
<p><strong>Vielen Dank für eure Zeit und eure Antworten. Wenn ihr noch etwas zu sagen habt, ist jetzt die Gelegenheit. </strong></p>
<p>UULLIATA DIGIR: Hört nie auf zu erforschen, was jenseits der Kunst liegt, die ihr bereits kennt und genießt &#8211; es gibt immer etwas zu entdecken und man muss dankbar dafür zu sein, wenn man ihm begegnet. Vielen Dank, dass wir dabei sein durften!</p>
<p><figure id="attachment_374528" aria-describedby="caption-attachment-374528" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-374528 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_3_c_UULLIATA_DIGIR.jpg" alt="" width="1200" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_3_c_UULLIATA_DIGIR.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_3_c_UULLIATA_DIGIR-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/UULLIATA_DIGIR_Live_3_c_UULLIATA_DIGIR-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-374528" class="wp-caption-text">(c) UULLIATA DIGIR</figcaption></figure></p>
<p><em>Fotos: (c) UULLIATA DIGIR</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[UULLIATA DIGIR]]></band>
<genres><![CDATA[progressive metal, Post Metal, death metal, black metal, progressive death metal]]></genres>
<wpid>374268</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>Interview mit SPIRITWORLD: &#8222;Ich will riesige brennende Kakteen auf der Bühne haben, fiese Dämonen, einfach ein böses Spektakel!&#8220;</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/interview-mit-spiritworld-ich-will-riesige-brennende-kakteen-auf-der-buehne-haben-fiese-daemonen-einfach-ein-boeses-spektakel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andrea]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Mar 2025 14:41:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Weekly Metal News]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[SPIRITWORLD]]></category>
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					<description><![CDATA[Stu Folsom frühstückt morgens um neun Uhr nicht etwa Bohnen mit Speck. Dabei könnte man das erwarten, denn das neue SPIRITWORLD-Album „Helldorado“ überrascht unter anderem mit einer Countryballade, die Band zitiert also nicht nur mit dem Albumcover und ihrem Bühnenoutfit Wild- West-Klischees.  Was der Texaner stattdessen während des Interviews gegessen hat und warum der Wilde Westen lebendiger denn je ist, liest du hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„<a href="https://vampster.com/cd-reviews/spiritworld-helldorado/">Helldorado</a>“ überrascht an einigen Stellen, so viel Countrysongs gab’s noch nie auf einem SPIRITWORLD-Album.</strong></p>
<p>Es ist das erste Mal, dass ich meine musikalischen Einflüsse so offen zeige, „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/spiritworld-helldorado/">Helldorado</a>“ ist das bislang vollkommenste SPIRITWORLD-Album.</p>
<p><strong>Western-Elemente gab’s ja früher schon, auf dem ersten Album &#8222;Pagan Rhythms&#8220; zum Beispiel den Song &#8222;The Demon Storm&#8220;, das Outro, oder &#8222;Ritual of Human Sacrifice&#8220;, eine Art pervertierter Gospel-Song. </strong></p>
<p>Das ist der größte Unterschied zwischen den beiden anderen Alben und „Hellpodorado“: Was früher nur eine ein Zwischenspiel oder ein Teil eines Songs war, ist jetzt ein vollständig ausgearbeiteter Track. Das Album wird dadurch dynamischer. Ich hatte viel Spaß beim Songwriting. Ich liebe es, harte Sachen zu schreiben, aber ich spiele auch gerne meine Telecaster oder greife zur Akustikgitarre. Die Freiheit zu haben, einfach verschiedene Dinge auszuprobieren, ist etwas Wunderbares.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-366344" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-helldorado-album-cover.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-helldorado-album-cover.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-helldorado-album-cover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-helldorado-album-cover-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>„Helldorado“ soll das letzte Album einer Trilogie sein. </strong></p>
<p>Ja, so war das geplant. Ursprünglich dachte ich, dass ich alles Trilogie beende, weil Trilogien einfach cool sind. Das passt ja auch zur Western-Tradition, in der ein Charakter in drei Filmen eine zusammenhängende Geschichte erlebt. Aber: Ich mag dieses Album wirklich sehr. Und wenn ich jetzt zur Gitarre greife – ich habe mir eine Lap-Steel-Gitarre gekauft, mit der ich viel herumexperimentiere – dann entsteht einfach noch mehr Material in dieser Mischung aus Country, Rockabilly und Heavy Metal. Es könnte also durchaus ein viertes Album geben. Wenn ich inspiriert bin, dann folge ich diesem Gefühl.</p>
<p><strong>&#8222;Pagan Rhythms&#8220;, &#8222;Deathwestern&#8220; und &#8222;Helldorado&#8220; beruhen auf deinen Kurzgeschichten,  die zum Teil schon unter dem Titel „Godlessness“ veröffentlicht wurden. Worum geht es dabei?</strong></p>
<p>Die Handlung spielt in einer fiktiven Western-Welt, um die 1860er Jahre in den USA, unten in Texas, an der Grenze zu Mexiko.  Plötzlich erscheint ein riesiger, roter Mond. Daraufhin beginnen eine Menge verrückter, okkulter Dinge zu passieren. Verschiedene Charaktere versuchen, in dieser apokalyptischen Endzeit zu überleben. Schließlich finden sie die Tore zur Hölle. Es tauchen Dämonen auf, und Kreaturen aus der Unterwelt steigen empor. „Helldorado“ spoilert einige Teile der Geschichte, ich arbeite gerade daran, alles als Buch zu veröffentlichen.<br />
Mit diesen Projekten will ich verschiedene Erzählweisen nutzen – sei es mit der Gitarre, mit den Musikvideos, die wir machen, mit den Büchern, die ich schreibe, oder mit unserer Live-Performance. Wir versuchen, die Leute ein Stück weit in diese Welt hineinzuziehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-373128" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/godlessness-buch-stu-folsom.jpg" alt="" width="891" height="1500" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/godlessness-buch-stu-folsom.jpg 891w, https://vampster.com/wp-content/uploads/godlessness-buch-stu-folsom-475x800.jpg 475w, https://vampster.com/wp-content/uploads/godlessness-buch-stu-folsom-713x1200.jpg 713w, https://vampster.com/wp-content/uploads/godlessness-buch-stu-folsom-380x640.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 891px) 100vw, 891px" /></p>
<p><strong>Du hast bei „Godlessness“ mit Riley Gale von <a href="https://vampster.com/bands/power-trip/">POWER TRIP</a> zusammengearbeitet. </strong></p>
<p>Riley – möge er in Frieden ruhen, es ist ein großer Verlust, dass er nicht mehr lebt. Wir kannten uns schon sehr lange. Riley kam zu den Shows meiner  Hardcore-Band FOLSOM, als er noch in der Highschool war. Bevor &#8222;Pagan Rhythms&#8220; herauskam, wollte ich eigentlich nur ein zehnseitiges Magazin mit der Geschichte zum Album machen. Aber es wurde mehr und mehr. Ich sprach mit Riley darüber. Er kannte sich aus mit professionellem Schreiben und war sehr interessiert an Graphic Novels, kreativer Schreibarbeit &#8211; und er konnte lektorieren. Ich schickte ihm den ersten Entwurf. Ich hatte lange Zeit nichts mehr geschrieben, er hat mir sehr geholfen. Er wies er mich auf Sachen hin wie: „Yo, du musst einen einheitlichen Standard für deine Dialoge festlegen.“ Und er nahm mir die Angst vor dem Schreiben. Kurz bevor er starb, hatte ich ihm die finale Version des Buchs geschickt. Zehn Tage später habe ich erfahren, dass er gestorben ist. Ich vermisse Riley. Er wurde viel zu früh aus dem Leben gerissen. Aber ich bin froh, dass wir eine gemeinsame Zeit hatten. POWER TRIP sind die wichtigste Crossover-Band seit <a href="https://vampster.com/bands/anthrax/">Anthrax</a> und <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/CRO-MAGS/">CRO-MAGS</a>, für mich sind sie genauso wichtig wie <a href="https://vampster.com/bands/slayer/">SLAYER.</a></p>
<p><strong>Obwohl du alle Songs alleine schreibst, arbeitest du regelmäßig mit anderen Musikern zusammen. Dwid Hellion von <a href="https://vampster.com/bands/integrity/">INTEGRITY</a> hatte einen Gastauftritt auf Deathwestern und auch auf den neuen Album sind Musiker anderer Bands zu hören.<br />
</strong></p>
<p>Dwid Hellion ist wichtig für mich &#8211; bin mit den Bands von Victory Records wie INTEGRITY, <a href="https://vampster.com/tourdaten/strife/">STRIFE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/ringworm/">RINGWORM</a>, <a href="https://vampster.com/bands/hatebreed/">HATEBREED</a> aufgewachsen und liebe sie. Sie haben meine Liebe zur aggressiven Musik wirklich geprägt, nachdem ich Thrash und die Florida-Death-Metal-Szene entdeckt hatte. Ich habe INTEGRITY vor 20 Jahren für eine Show auf einem Schrottplatz gebucht und hätte mir nie vorstellen können, dass ich Dwid dazu bekomme, auf einer meiner Platten mitzumachen. Und INTGRITY haben uns auch mit auf Tour genommen!</p>
<p>Ich schreibe alles alleine, in Isolation. Ich probe nicht mit einer Band. Ich habe eine Live-Band, aber wir sind über verschiedene Orte verstreut. Wir treffen uns nicht zum Proben, sondern jammen einfach. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass andere auch etwas beitragen, alles ein bisschen besser machen können. Dann frage ich einfach Freunde oder Leute, deren Arbeit ich bewundere. Und es war wirklich cool zu sehen, was sie aus einigen meiner Songs machen.</p>
<p><strong>Auf „Helldorado“ sind Zach Blair (<a href="https://vampster.com/bands/rise-against/">RISE AGAINST</a>), Frederic Leclercq (<a href="https://vampster.com/bands/kreator/">KREATOR</a>) und Sgah’gahsowáh (<a href="https://vampster.com/bands/blackbraid/">BLACKBRAID</a>) zu hören &#8211; eine ganz schön vielseitige Auswahl.</strong></p>
<p>Ach, das mit diesen Genres…  Ich verstehe es, wenn jemand Black Metal liebt, in seiner Black-Metal-Phase ist und keine Bands hören kann, die nicht den pursten Black Metal machen. Aber ich habe mich in so viele verschiedene Arten von Musik verliebt – und deshalb sind auch so verschiedene Leute aus so verschiedenen Bands zu hören. Und ich war total überrascht, wie gut ihre Parts jeweils die Songs ergänzen. Stell dir vor, du bekommst nur einen fast fertigen Song und weißt nicht viel über den Rest des Albums – dann musst du überlegen, was dort hineinpasst. Es ist eine großartige Fähigkeit, wenn man das kann. Die Songs schickte ich einmal quer über den Kontinent zu John in New York, zu Zach in Austin. Musik kann diese Entfernungen heutzutage einfach überwinden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-366345" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-bandfoto-2025.jpg" alt="spiritworld-bandfoto-2025" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-bandfoto-2025.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-bandfoto-2025-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/spiritworld-bandfoto-2025-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Ihr wart mit KREATOR auf Tour, mit SEPULTURA. Und als Nächstes steht eine Tour mit OBITUARY und NAILS an.  Wie reagieren die Leute auf eure Bühnenpräsenz? Euer Outfit ist recht untypisch für eine Metal-Band.</strong></p>
<p>In den USA kennt man die glitzernden Nudie Suits mit den Strasssteinen, sie gehören zum kulturellen Erbe. Die Leute hier verstehen vielleicht nicht unbedingt, warum eine Metal-Band sie trägt, aber der Anblick ist ihnen vertraut. Trotzdem habe ich das Gefühl, wenn wir auf die Bühne kommen, gibt es immer ein paar, die denken: „Oh, das ist irgendeine alberne Gimmick-Scheiße, das kann ich nicht ernst nehmen.“ Spätestens in der Mitte des Sets haben wir sie dann aber überzeugt und sie denken:  „Okay, ich verstehe das nicht so ganz, ich weiß nicht, was das für ein komisches Theater-Ding ist…  Aber verdammt, diese Riffs sind echt gut!“ In Europa ist das anders, da ist der Überraschungseffekt viel größer. Doch wenn du authentisch bis und zeigst, dass du liebst, was du machst, dann mögen dich alle. Egal, was du anhast.</p>
<p><strong>Du hast schon angesprochen, dass dir auch der visuelle Aspekt wichtig ist. Wenn du unbegrenztes Budget hättest, wie würde deine Bühnenshow aussehen?</strong></p>
<p>Ich würde die Sphere in Las Vegas mieten, das ist eine der größten halbkugelförmigen Hallen der Welt.  Und dann hätte ich eine gigantische Videowand, die das Publikum direkt in diese ferne Welt hineinzieht. Die Leute sollen sich fühlen, als wären sie in einem Horror-Western. Wenn es um Festivals geht: Ich liebe Bühnenshows von Bands wie KREATOR, <a href="https://vampster.com/bands/behemoth/">BEHEMOTH</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/amon-amarth/">AMON AMARTH</a>, sie nutzen die moderne Bühnentechnik ziemlich clever und erschaffen eigene Welten. Ich will riesige brennende Kakteen auf der Bühne haben, Dämonen, ein komplettes Spektakel. Nach drei Stunden sollst du das Gefühl haben, dass Blut und Staub an dir kleben.</p>
<p><strong>Hast noch letzte Worte?</strong></p>
<p>Das Wichtigste, was ich sagen möchte, ist: Seid nett zueinander. Die Welt ist voller Konflikte – besonders in den USA. Und deshalb rate ich jedem: Seid freundlich zueinander. Man weiß nie, was jemand gerade durchmacht. Ich habe das Glück, dass Menschen auf der ganzen Welt mich unterstützt und mir Freundlichkeit gezeigt haben. Deshalb glaube ich nicht an all diese Unterschiede, von denen uns immer gesagt wird, dass wir sie haben. Ich hoffe, wir können bald wieder nach Europa kommen, ich vermisse es, auf großen Festivals herumzuhängen und Baguettes zu essen. Und Danke, dass ich meinen Donut während des Interviews frühstücken konnte!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[SPIRITWORLD]]></band>
<genres><![CDATA[hardcore, thrash metal, country]]></genres>
<wpid>373119</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>CHRIS HARMS: Interview zu seinem ersten Soloalbum  &#8222;1980&#8220;</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/chris-harms-interview-zu-seinem-ersten-soloalbum-1980/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura Spadafora]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Feb 2025 12:23:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[LORD OF THE LOST]]></category>
		<category><![CDATA[CHRIS HARMS]]></category>
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					<description><![CDATA[CHRIS HARMS, bekannt als Frontmann von LORD OF THE LOST, veröffentlicht mit 1980 sein erstes Soloalbum, das stark von den Synth-Pop-Klängen der 80er Jahre inspiriert ist und seine künstlerische Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Die Platte kombiniert Electro-, Wave- und Gothic-Einflüsse und bietet eine atmosphärische Zeitreise ohne Gitarren und Rock-Sound.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <strong>1980</strong> taucht <a href="https://vampster.com/bands/chris-harms/">CHRIS HARMS</a> in die klangliche Welt der 80er ein und lässt eine nostalgische Synthwave-Atmosphäre entstehen, die sich deutlich von seinem bekannten Sound bei <a href="https://vampster.com/bands/lord-of-the-lost/">LORD OF THE LOST</a> abhebt. Der Sänger selbst beschreibt das Album als eine „merkwürdige aber gelungene Mischung aus DEPECHE MODE, MODERN TALKING und SANDRA“, wobei seine markante Stimme das Projekt prägt. Gäste wie Sven Friedrich (<strong><a href="https://vampster.com/?s=solar+fake">SOLAR FAKE</a></strong>) und Ronan Harris (<a href="https://vampster.com/?s=VNV+NATION+">VNV NATION</a>) bereichern das Album mit zwei Duetten und verleihen ihm zusätzliche Würze. Für vampster nahm er sich die Zeit für ein kurzes Interview.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie geht es dir? Wir stehen kurz vorm Release-Date von &#8222;1980&#8220;</strong>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Release-Datum selbst ist für Musiker heutzutage nicht mehr so unglaublich spannend, weil das Album schon lange fertig ist. Es ist bereits seit September fertig. Es ist eher so, dass man froh ist, wenn es endlich draußen ist. Ich freue mich darüber, aber es hat weniger mit Spannung zu tun. Was ich allerdings immer am Release-Tag mache, ist, dass ich mir das ganze Album noch einmal anhöre – mit dem Wissen, dass jetzt überall auf der Welt tausende oder mehr Menschen das Album gleichzeitig hören. Eigentlich macht das keinen Unterschied, weil das Album ja nicht anders klingt. Aber irgendwie ist es trotzdem ein cooles Gefühl. Es fühlt sich an, als wäre man emotional ein bisschen „gleichgeschaltet“ mit den Leuten, die es zu der Zeit hören. Ich weiß, es ergibt eigentlich keinen wirklichen Sinn, aber es ist eine Gewohnheit, die ich seit Jahren pflege: Das ganze Album von vorne bis hinten zu hören, zumindest wenn die Zeit es zulässt. Manchmal ist man am Release-Tag auch anderswo oder hat Interviews, aber wenn es klappt, nehme ich mir die Zeit, es mir wirklich ganz anzuhören. Und auch diesmal werde ich das machen: Freitag geht’s zur Release-Party nach Leipzig, und in der Bahn werde ich mir Kopfhörer aufsetzen und das Album hören. Darauf freue ich mich schon.<br><br><strong>In mehreren Interviews hast du erwähnt, dass du schon lange den Wunsch hattest, ein Soloalbum zu machen, aber die Schwierigkeit darin lag, das Projekt mit deinem vollen Alltag zu vereinbaren. Wie verlief der Entstehungsprozess des Albums? Gab es besondere Herausforderungen, oder vielleicht auch besonders positive Momente, die dir in Erinnerung geblieben sind?</strong><br><br>Die einzige Herausforderung war tatsächlich nur die Zeit, weil ich so viele Dinge gleichzeitig mache. Es gibt <a href="https://vampster.com/bands/lord-of-the-lost/">LORD OF THE LOST</a> und ich bin Vater &#8211; und das ist für mich das Wichtigste. Ich arbeite eigentlich nur, wenn mein Sohn in der Schule ist oder schläft – es sei denn, ich bin auf Tour. Zudem mache ich viel Produktion und Songwriting für andere und verbringe viel Zeit im Studio. Und für all das war eigentlich gar keine Zeit. Ich habe mir auch keine Zeit dafür genommen, ich habe es einfach gemacht, obwohl ich sie nicht hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte mir einfach, dass ich es nicht noch zehn Jahre vor mir herschieben kann, dieses Album zu machen. Also habe ich beschlossen, es jetzt einfach zu tun. Und es ging mir nicht darum, ein Solo-Album zu machen. Ich weiß, dass viele Leute in der Musikindustrie, auch Kollegen, unbedingt ein Solo-Album machen wollen, um endlich das zu tun, was sie wirklich wollen. Aber bei <a href="https://vampster.com/bands/lord-of-the-lost/">LORD OF THE LOST</a> ist es nicht so, dass ich nicht das machen kann, was ich will. Die anderen Jungs aus der Band bremsen mich nicht aus, und es ist nicht so, dass ich etwas tun muss, was sie wollen und ich nichts davon will. Im Gegenteil, wir marschieren alle in die gleiche Richtung und wollen gemeinsam dasselbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist einfach so, dass ein 80er-Jahre-Synthpop-Album im <a href="https://vampster.com/bands/lord-of-the-lost/">LORD OF THE LOST</a>-Kosmos nichts zu suchen hat. Wir sind nach wie vor eine Gitarrenband. Das bedeutet, dass es etwas ist, das sich ganz logisch als Solo-Album realisieren lässt. Das ist mir wichtig, weil viele Leute denken, wenn jemand ein Solo-Album macht, geht es um Selbstverwirklichung oder einen positiven Ego-Trip, um endlich mal seine Freiheit auszuleben. Aber darum geht es nicht. Bei <a href="https://vampster.com/bands/lord-of-the-lost/">LORD OF THE LOST</a> bin ich ebenfalls völlig frei, zu kreieren, was ich möchte, aber ein Synthpop-Album passt einfach nicht zu uns. Seit über zehn Jahren wollte ich das machen, und jetzt habe ich es endlich umgesetzt, obwohl ich eigentlich keine Zeit dafür hatte. Es ist ein bisschen wie mit Kindern – es gibt keinen perfekten Moment. Entweder man möchte es oder nicht. Also habe ich letzten Sommer im Urlaub gesagt: „Jetzt mache ich es einfach fertig.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo7_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-1200x800.png" alt="" class="wp-image-368973" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo7_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-1200x800.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo7_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-800x533.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo7_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-380x253.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo7_Photo-Credit_Lennard-Schmitt.png 2500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Photo credits: Lennard Schmitt</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die ersten vier Singles sind schon länger veröffentlicht worden und seit gestern gibt es die letzte Single &#8222;Lunamor&#8220;. Gab es Reaktionen von Fans oder Kolleg*innen aus der Musikwelt? Wie fielen diese aus &#8211; gab‘s Überraschungen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Na ja, klar, es gibt immer irgendwelche Reaktionen, davon auch eine ganze Menge. Und viele Leute sind natürlich auch total happy. Aber ich versuche immer, mich von Kommentaren, auch von positiven Kommentaren, nicht so beeinflussen und fehlleiten zu lassen. Denn auch zu viele positive Kommentare können unterm Strich schädlich sein. Das geht alles in dein System und speichert sich irgendwie ab. Also ich zumindest bin so, dass ich solche Sachen schwer vergesse. Und auch positive Rückmeldungen sollten mich bei zukünftigen Entscheidungen nicht zu sehr beeinflussen, weil ich manchmal merke, dass etwas besonders gut angekommen ist und ich dann versehentlich beginne, Dinge zu machen, die den Leuten wieder genauso gut gefallen. Und das möchte ich eigentlich vermeiden, weil ich denke, dass ein Künstler nur dann authentisch bleibt, wenn er immer 100 % seinem Herzen folgt. Deshalb versuche ich, Kommentare und Komplimente eher peripher zu lesen und immer darauf zu achten, ob sich ein Fragezeichen in meinem Kopf regt. Wenn ich ein Fragezeichen sehe, dann antworte ich darauf. Aber ich versuche, mich weder von Hate-Kommentaren noch von Komplimenten ablenken zu lassen. Denn auch ich bin nur ein Mensch, und das hat natürlich einen Effekt auf mich. Was meine Kollegen betrifft: Es haben sich viele bei mir gemeldet, die sehr glücklich mit dem Album waren. Besonders Kollegen meiner Generation oder auch etwas älter, die in den 80ern als Teenager Musik gehört haben. Ich bin 1980 geboren, das heißt, ich habe in den 80ern keine 80er-Musik gehört, sondern die Musik, die meine Eltern zu Hause hatten – hauptsächlich aus den 60ern und 70ern. Aber gerade die Kollegen, die nur zehn Jahre älter sind und in den 80ern Teenager waren, haben sich natürlich gemeldet und waren total begeistert. Sie haben gesagt: „Endlich mal wieder ein Album, das so klingt wie damals.“ Das ist natürlich ein Kompliment, das mich freut und eine Kritik, die ich gerne annehme. Aber auch das versuche ich nicht zu ernst zu nehmen. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen seltsam. Ich möchte niemanden respektlos behandeln, und vielen Dank an alle da draußen für die Komplimente. Aber ich glaube, dass zu viele Komplimente genauso negativ sein können wie zu viel negative Kritik. Deshalb versuche ich, das Ganze ein wenig auszublenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf dem Album sind die Songs &#8222;Madonna of the Night&#8220; mit Sven Friedrich (<a href="https://vampster.com/?s=solar+fake">SOLAR FAKE</a>) und &#8222;The Grey Machines&#8220; mit Ronan Harris (<a href="https://vampster.com/?s=VNV+NATION+">VNV NATION</a>) zu hören. Wie kam es zu diesen Kollaborationen, und warum hast du dich gerade für diese beiden Künstler entschieden?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mag die Stimmen von Sven und Ronan total gerne. Svens Stimme kenne ich schon seit über 20 Jahren. Ich habe <a href="https://vampster.com/?s=DREADFUL+SHADOWS">DREADFUL SHADOWS</a> damals schon gehört, vor über 20 Jahren, und ich habe immer gedacht: „Mensch, mit dem würde ich gerne mal ein Duett machen.“ Mit Ronan ging es mir genauso. <a href="https://vampster.com/?s=VNV+NATION+">VNV NATION </a>kenne ich musikalisch erst seit einigen Jahren. Irgendwann vor ein paar Jahren bin ich über ein Live-Video von <a href="https://vampster.com/?s=m%27era+luna">M&#8217;ERA LUNA</a> gestolpert, in dem Ronan „Illusion“ gesungen hat. Zuvor dachte ich immer, <a href="https://vampster.com/?s=VNV+NATION+">VNV NATION </a>hätten nur irgendwelche Club-Tanzsongs. Aber plötzlich hörte ich diesen Song, der mich sehr berührt hat. Ab diesem Moment dachte ich: „Mit dem möchte ich irgendwann mal zusammen singen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Laufe der Jahre habe ich Sven und Ronan kennengelernt, mittlerweile wir sind befreundet. Ich hätte sie sicherlich schon viel früher fragen können, ob sie auf einem <a href="https://vampster.com/bands/lord-of-the-lost/">LORD OF THE LOST</a>-Album einen Song singen möchten. Aber es gab nie einen Song, der für ein Duett gepasst hätte. Ich finde es schade, wenn man sich für einen Song einen Gast holt, nur um „Name-Dropping“ zu betreiben – nur damit der Name im Marketing cool klingt. Das finde ich doof. Viele machen das so, Hauptsache ein großer Name. Für mich ist das Allerwichtigste bei einem Duett, dass es wirklich zum Song passt, weil es um das emotionalste Instrument geht, das es meiner Meinung nach gibt: die Stimme. Es muss zumindest so sein, dass beide Künstler finden, dass es zum Song passt – und nicht nur, um sich gegenseitig über den Social-Media-Algorithmus zu pushen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei diesen beiden Songs hatte ich schon beim Schreiben das Gefühl, die Stimmen der beiden irgendwie zu hören. Bei „Madonna of the Night“ die Stimme von Sven, bei „The Grey Machines“ die Stimme von Ronan. Also habe ich einfach gefragt, und zum Glück haben sie ja gesagt. Ich finde, die Mischung der beiden Stimmen passt sehr gut zusammen. Besonders bei Sven und mir ist es interessant, weil wir beide eine ähnliche Stimmlage haben – zumindest was die grundsätzliche Höhe unserer Stimmen betrifft. Wo wir beide gut performen, liegt in einem ähnlichen Bereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte ein wenig Sorge, dass, wenn wir den Refrain zusammen singen, den wir tatsächlich in der gleichen Oktave singen, es als Duett nicht richtig Sinn ergeben würde. Aber es ist tatsächlich witzig: Je nachdem, auf wen man sich konzentriert, kann man entweder 100% Sven zuhören oder 100% mir – selbst wenn wir beide gleichzeitig singen. Unsere Stimmen sind in der gleichen Lage stark, aber die Klangfarben sind trotzdem so unterschiedlich, dass das ganz gut funktioniert. Es ist fast wie ein Spiel, man muss es einfach ausprobieren. Im Refrain kann man den einen sozusagen ausblenden und den anderen ins Spotlight stellen. Das funktioniert wirklich gut. Es ist erstaunlich, wie das Gehirn die Signale filtert, die es nicht wahrnehmen möchte. Das ist faszinierend.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo4_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-1200x800.png" alt="" class="wp-image-368974" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo4_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-1200x800.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo4_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-800x533.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo4_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-380x253.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo4_Photo-Credit_Lennard-Schmitt.png 2500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Photo credits: Lennard Schmitt</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es einen Song auf dem Album, der dich besonders berührt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich sind einige der Songs emotional näher an mir dran. Zum Beispiel, wenn ich einen Song nennen müsste, der mich nicht so sehr im Herzen berührt, dann wäre es wahrscheinlich der mit Ronan. Der ist von der Aussage her eher ein politischer, dystopischer und gesellschaftskritischer Song. Das berührt mich natürlich auf eine gewisse Weise, weil der Song mein „Baby“ ist. Weltschmerz wiegt aber immer etwas weniger schwer als der persönliche Schmerz, den man mit sich herumträgt, und die Narben, die man auf der Seele hat. Das bedeutet, auf dem Album gibt es natürlich auch Songs, die näher an mir sind. Besonders ein Song wie „I Love You“, der mit einem sehr traurigen Text eine ganz merkwürdige Mischung ergibt. Die Musik ist eigentlich sehr beschwingt, sehr 80er Jahre. Ich würde nicht sagen „fröhlich“, aber es ist keine musikalisch niederschmetternde oder frustrierende Nummer – eher ein Uptempo-Song. Der Text ist tatsächlich sehr, sehr traurig und auch teilweise autobiografisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist jetzt niemand gestorben, von dem da berichtet wird, aber es wird ein Szenario gezeichnet, das letztlich zu der Frage führt: Werden wir alle irgendwann einmal sterben? Es ist einer dieser Songs, bei denen man sich fragt, wo es um richtige und falsche Entscheidungen im Leben geht. Wir alle kennen das Gefühl, dass wir manchmal wissen, „jetzt ist der Moment“, oder erst später erkennen, „damals hätte ich mich auch anders entscheiden können“. Und dann wäre vielleicht alles anders gelaufen. Vielleicht wäre ich die Person gewesen, zu der man am Sterbebett „I Love You“ sagt – oder ich hätte der Person an meinem Sterbebett &#8222;I Love You&#8220; gesagt. Dieser Song beschäftigt sich mit genau dieser Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So geht es auch bei einigen anderen Songs auf dem Album. Sie sind immer ein Stück weit autobiografisch, weil man bei solchen Themen natürlich auch verletzbar ist, wenn man ständig persönliche Geschichten erzählt. Deshalb verpacke ich das gerne in Bilder. Ehrlich gesagt finde ich es auch viel interessanter, es in Bilder zu verpacken. Denn die Menschen, die den Song hören, können sich darin viel besser wiederfinden, als wenn ihnen eine haarklein ausgearbeitete Geschichte präsentiert wird. So ist es mit vielen Songs auf diesem Album, und „I Love You“ ist vermutlich einer der Songs, der mir am nächsten geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kannst du dir vorstellen, das Album auf Tour umzusetzen oder wird Deine Show auf dem <strong><a href="https://vampster.com/?s=m%27era+luna">M&#8217;ERA LUNA</a></strong> 2025 vermutlich die erste und letzte Möglichkeit sein, das Album live zu hören?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann mir auch vorstellen, irgendwann auf dem Mars zu leben. Aber beides wird vermutlich nicht passieren, und das aus einem ganz einfachen Grund: Ich bin jetzt schon mehr als doppelt so viel auf Tour, wie ich eigentlich möchte. Das könnte sich allerdings ändern, wenn mein Sohn älter ist oder erwachsen. Es gibt ein Alter in der Entwicklung von Teenagern, in dem sie es cool finden, wenn die Eltern nicht zu Hause sind. Wenn dieser Punkt erreicht ist, fällt es mir vielleicht leichter, auf Tour zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Können wir in den nächsten Jahren noch ein Soloalbum von dir erwarten?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In zweieinhalb bis drei Jahren plane ich, ein zweites Album in einem ähnlichen oder vielleicht sogar gleichen Stil zu veröffentlichen. Zum einen, weil ich einfach Lust darauf habe, und zum anderen, weil ich tatsächlich einen Vertrag über zwei Alben mit Napalm Records abgeschlossen habe. Mit <a href="https://vampster.com/bands/lord-of-the-lost/">LORD OF THE LOST</a>, ist erstmal so ziemlich alles vom Frühling 2025 bis Sommer 2027 durchgeplant. Es würde also wenig Sinn machen, noch ein Solo-Album dazwischenzuschieben. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Herbst 2027, gerade zum Weihnachtsgeschäft, ein guter Zeitpunkt dafür wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stell Dir vor Du könntest in die 80er zurückzureisen – gibt es einen Künstler oder eine Band, mit dem/der du gerne zusammenarbeiten würdest? Roxette einmal ausgenommen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der ersten Künstler, zu denen ich im Zimmer herumgetanzt bin, und bei denen ich das Album auf Kassette aus einem kleinen Kassettenrekorder laut in meinem Zimmer abgespielt habe, war MICHAEL JACKSON mit dem <em>Bad</em>-Album. Und ich glaube, wenn ich könnte, würde ich wirklich sehr gerne mal mit MICHAEL JACKSON arbeiten. Aber wer will das nicht? Es gibt, glaube ich, kaum einen Musiker, der sagt, „Nee, das fände ich uninteressant, das möchte ich ungern machen.“ Aber es gibt erstaunlicherweise junge Menschen, die MICHAEL JACKSON nicht kennen, die aber in einem ähnlichen Bereich tätig sind. Ich kann mich erinnern, wir hatten vor ein paar Jahren im Studio eine Sängerin, die war so um die 20. Sie kam auch aus dem R&#8217;n&#8217;B-, Soul und Black Music-Bereich. Und in einem Gespräch über stilistische Richtungen in einem Song ging es darum, ob wir nicht versuchen wollen, so ein bisschen MICHAEL JACKSON-mäßig mit den Beats zu arbeiten. Und sie fragte: „Wer?“ Wir sagten: „MICHAEL JACKSON.“ Sie antwortete: „Kenn ich nicht.“ Und da war ich ganz erstaunt, dass jemand aus diesem Musikbereich in diesem Alter MICHAEL JACKSON nicht kannte. Das war das erste Mal, dass mir das passiert ist. Es war wirklich erstaunlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Alltag im Leben eines Musikers ist straff organisiert. Wir hatten genug Zeit, alle unsere Fragen zu stellen und haben ausführliche und vor allem aufschlussreiche Antworten erhalten. An dieser Stelle möchten wir Chris herzlich dafür danken, dass er sich die Zeit genommen hat, mit uns dieses Interview zu führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo11_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-1200x800.png" alt="" class="wp-image-368975" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo11_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-1200x800.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo11_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-800x533.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo11_Photo-Credit_Lennard-Schmitt-380x253.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/CHRIS-HARMS_Photo11_Photo-Credit_Lennard-Schmitt.png 2500w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Photo credits: Lennard Schmitt</figcaption></figure>


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					<a href="https://vampster.com/bilder/lord-of-the-lost-lordfest-hamburg-14-12-2024-konzertfotos/">LORD OF THE LOST – Lordfest, Hamburg – 14.12.2024 – Konzertfotos</a>
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		<band><![CDATA[LORD OF THE LOST, CHRIS HARMS]]></band>
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		<title>HARAKIRI FOR THE SKY: Interview &#8211; Hell erleuchtet wie der Sternenhimmel</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/harakiri-for-the-sky-interview-hell-erleuchtet-wie-der-sternenhimmel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Schaffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 18:32:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[HARAKIRI FOR THE SKY]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=368388</guid>

					<description><![CDATA[Realitätsflucht, Therapie, Katharsis. Wir neigen dazu, der Musik alle möglichen Attribute zuzuschreiben. Weil sie uns hilft, weil sie uns gut tut, weil sie tiefgreifende Emotionen in uns auslöst. Ganz besonders berührt sie uns aber immer dann, wenn sich in ihr das eigene Seelenleben offenbart. Authentisch und ungeschönt legt auch "Scorched Earth" (2025) den Finger in die Wunde. Mit ihrem sechsten Studioalbum verarbeiten HARAKIRI FOR THE SKY persönliche Erfahrungen, stellen sich der eigenen Zerrissenheit und lassen uns ganz unverblümt am Schmerz teilhaben. Weil sich hinter den dynamischen wie ausladenden Kompositionen aber für gewöhnlich mehr verbirgt als nur die vordergründige Melancholie, haken wir bei Frontmann J.J. nach, um gemeinsam ein wenig tiefer zu graben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hi, J.J.! Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Album! Gut vier Jahre liegen zwischen dem Release von „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/harakiri-for-the-sky-maere/">Maere</a>“ (2021) und „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/harakiri-for-the-sky-scorched-earth/">Scorched Earth</a>“ (2025). Das deutet natürlich nicht auf einen Schnellschuss hin. Auf welchen Aspekt des finalen Werks bist du denn am meisten stolz?</strong></p>
<p>Am meisten stolz bin ich darauf, dass das Album ein sehr vielseitiges geworden ist, und natürlich auf meine Texte. Es ist schön, wenn sich von Album zu Album ein gewisser Fortschritt erkennen lässt und man sich als Musiker und/oder Texter weiterentwickelt und nicht auf der Stelle tritt. Auch bin ich stolz auf uns, dass wir, wenn es um das Komponieren von Musik geht, keine Scheuklappen haben und immer schon auch Einflüsse aus anderen Rock-Genres zugelassen haben, was sich, denke ich, auf „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/harakiri-for-the-sky-scorched-earth/">Scorched Earth</a>“ bisher am besten erkennen lässt.</p>
<p><strong>Ist die Freiheit, sich alle Zeit der Welt zu nehmen, für euch eher Segen oder Fluch? Manchmal wecken ja gerade gewisse Einschränkungen oder sogar Deadlines das kreative Potenzial.</strong></p>
<p>So ist es. Ein gesunder Stress ist immer gut, soll aber nicht zu Schnellschüssen verleiten. Aber so nach zwei bis drei Jahren Arbeit an den neuen Songs kann man sich durchaus eine Deadline setzen oder einen Studiotermin buchen, sonst kann es passieren, dass man gewisse Dinge hinauszögert. Wir machen unsere Sache sehr gerne, aber trotzdem braucht man manchmal einen Arschtritt, damit man ein Stück oder einen Text soweit fertig stellt, dass man sich sicher ist, daran nichts mehr, oder höchstens Kleinigkeiten im Studio, ändern zu wollen.</p>
<p><strong>Seinerzeit hat MS im Gespräch mit uns gemutmaßt, dass man die Auswirkungen der damals noch vorherrschenden Pandemie wohl erst auf dem Nachfolger hören dürfte. Nun ist die Welt in den vergangenen Monaten allerdings von einer Krise in die nächste geschlittert. Welche Gefühlslagen und Gemütszustände gaben beim Songwriting schlussendlich den Ton an?</strong></p>
<p>Das trifft durchaus zu. Und Matthias hat recht damit, wenn er das sagt. Für ihn war es fast unmöglich, während der Zeit im Lockdown kreativ zu werden. Denn wenn man nur alleine zu Hause sitzt, gibt es auch keinen Input. Und wo kein Input, da auch kein Output. Ich persönlich habe aber viele Erlebnisse der Pandemie-Jahre in meinen Texten verarbeitet. Generell ist sogar der Titel „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/harakiri-for-the-sky-scorched-earth/">Scorched Earth</a>“ sowohl eine Anspielung auf meine eigene (jüngere) Vergangenheit, wie man zwischen den Zeilen der Texte lesen kann, als auch das momentane Weltgeschehen.</p>
<p>Wo wir bei dem Thema wären, dass eine Krise der nächsten folgt. Ungefähr seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine und spätestens seit dem 7. Oktober 2023 hat sich etwas in mir verändert. Denn obwohl ich auch schon schlechtere Zeiten hatte, merke ich, dass mich diese Geschehnisse und die Richtung, in die die Welt sich bewegt, extra nervös und wütend machen. Und obwohl die Texte keinesfalls als politisch zu betrachten sind, so hat die momentane Situation und die Grundstimmung, die diese Zeit geißelt, sie jedoch durchaus mitbeeinflusst, wenn sie auch nicht von diesen Themen, sondern meiner eigenen Geschichte handeln.</p>
<h2>&#8222;[&#8230;] ohne Melancholie und Sehnsucht wäre dieses Leben nicht viel wert, weil es sich nur durch diese Gefühle so richtig spüren lässt.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_249067" aria-describedby="caption-attachment-249067" style="width: 1400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-249067 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14.jpg" alt="Harakiri For The Sky live in München 2021" width="1400" height="933" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14-80x53.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Munich_20210925_14.jpg 1400w" sizes="auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px" /><figcaption id="caption-attachment-249067" class="wp-caption-text">HARAKIRI FOR THE SKY-Sänger J.J. live in München 2021</figcaption></figure></p>
<p><strong>„With Autumn I’ll Surrender“ ist textlich eine emotional aufwühlende Offenlegung zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Darin heißt es mit Verweis auf van Goghs Gemälde: <em>„Cause some days I’m the ‚Starry Night‘ / Then other days I’m the suicide letter“.</em></strong><br />
<strong>Hinter dem Bild verbirgt sich nicht allein Ruhe und Gelassenheit, sondern eine Geschichte: Van Gogh fertigte es während seines Aufenthalts in einer Nervenheilanstalt an und war mit dem Ergebnis offenbar nicht wirklich zufrieden. Eine versteckte Metapher, dass sich das Lyrische Ich selbst in vermeintlich guten Zeiten nie zu Einhundertprozent mit sich im Reinen ist?</strong></p>
<p>Ich war mir erst nicht sicher, ob die Leute diese Anspielung verstehen würden. Deine Interpretation trifft den Nagel so ziemlich auf den Kopf, denn natürlich lässt es sich leichter kreativ sein, wenn man eine gewisse Melancholie mit sich herumträgt. Generell geht es in der Textzeile aber darum, dass man als manisch depressiver Mensch, wo ich mich eigentlich den Großteil meines Lebens dazugezählt habe, halt wirklich oft von einer extremen Stimmungslage in die nächste kippt.</p>
<p>An einem Tag fühlt man sich hell erleuchtet wie der Sternenhimmel und am nächsten Tag plagen einen wieder negative Gedanken, die bis zu Selbstmordgedanken gehen. Das ist nicht immer einfach und manchmal wünscht man sich, dass man einfach „normal“ wäre. Aber ohne Melancholie und Sehnsucht wäre dieses Leben nicht viel wert, weil es sich nur durch diese Gefühle so richtig spüren lässt.</p>
<p><strong>Auch musikalisch ist die bandtypische Zerrissenheit noch immer zu spüren, wobei ich das Gefühl habe, dass die Melodieführung, insbesondere durch die Leadgitarre, auf „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/harakiri-for-the-sky-scorched-earth/">Scorched Earth</a>“ ein wenig mehr Präsenz genießt. Waren diese Melodien beim Songwriting häufig der Ausgangspunkt oder kommen sie für gewöhnlich erst später hinzu?</strong></p>
<p>Die Musik ist immer zuerst da, auch wenn die Texte dazu parallel entstehen und an den Song und die Rhythmik angepasst werden. Ich finde aber, dass die Leadgitarre bei <a href="https://vampster.com/bands/harakiri-for-the-sky/">HARAKIRI FOR THE SKY</a> schon immer ein tragendes Element war, wenn nicht sogar auf sie das Hauptaugenmerk gelegt wurde. Ich finde, das ist ein dominantes Merkmal, dass sich durch all unsere Alben zieht.</p>
<p><strong>Klar, ich finde sie eben diesmal &#8211; möglicherweise im Mix &#8211; nur noch prominenter platziert. Spannend finde ich außerdem die Art und Weise, wie sich das Piano in „Without You I’m Just A Sad Song“ immer wieder rastlos und aufwühlend zu Wort meldet. Stand der Gedanke, hier mit anderen Klangfarben zu arbeiten, schon früh oder stellt man irgendwann fest, dass einem Stück wie diesem noch etwas fehlt?</strong></p>
<p>Ich denke, dass kommt immer sehr auf die eigene Experimentierfreudigkeit an. Irgendwann wird es langweilig nur mit Schlagzeug, Bass und E-Gitarren zu arbeiten. Und so beginnt man zu überlegen, was sonst noch ins Bild eines Songs passen könnte. Klavier und Keyboards sind dabei Instrumente, die im Black Metal und Post Rock schon seit jeher Verwendung fanden, und sich auch sehr gut ins Soundgewand fügen.</p>
<p>Dabei muss es aber nicht bleiben. Mit meiner anderen Band <a href="https://vampster.com/bands/karg/">KARG</a> haben wir auch schon mit Trompeten, Xylophon, Geigen, Mundharmonika etc. gearbeitet, und auch das kann sehr gut funktionieren, wenn man diese, eigentlich genrefremden Instrumente, richtig einsetzt. Was nicht heißt, dass ich das habe, aber zumindest glaube ich das. Vielleicht kommt bei <a href="https://vampster.com/bands/harakiri-for-the-sky/">HARAKIRI FOR THE SKY</a> auch irgendwann der Moment, wo wir uns diesbezüglich weiter öffnen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir aber mit den jetzigen Soundelementen recht zufrieden.</p>
<h2>&#8222;Mit Helden aus der Jugend zusammenzuarbeiten ist für mich auch nach all den Jahren noch immer etwas Besonderes.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_268520" aria-describedby="caption-attachment-268520" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-268520 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34.jpg" alt="Harakiri For The Sky live in München 2022" width="1600" height="1067" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34-1536x1024.jpg 1536w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34-80x53.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI_FOR_THE_SKY_Backstage_Munich_20220416_34.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-268520" class="wp-caption-text">HARAKIRI FOR THE SKY-Gitarrist M.S. live in München 2022</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wie entscheidet ihr, welcher Song ein zusätzliches Instrument braucht und vor allem welches? Ist vorwiegend die Atmosphäre entscheidend?</strong></p>
<p>Ja, die Atmosphäre ist das Ausschlaggebende. Dies kann unterschiedlichen Ansätzen dienlich sein. Manchmal möchte man die Atmosphäre, jetzt nur als Beispiel, mit ein paar Klaviertönen auflockern, vor allem dann, wenn die Instrumentierung sonst eher minimalistisch gehalten wird, und manchmal möchte man sie verdichten, was zum Beispiel mit einem leichten Keyboard- oder Synthie-Teppich sehr gut funktioniert. Grundsätzlich ist es aber einfach eine Frage der Intention und passiert oft aus dem Bauch heraus.</p>
<p><strong>Wie schon in der Vergangenheit arbeitet ihr auch auf „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/harakiri-for-the-sky-scorched-earth/">Scorched Earth</a>“ wieder mit einigen anderen Künstler:innen zusammen. Führt ihr eine Art Wunschliste, wen ihr gerne mal dabeihättet, oder lasst ihr euch womöglich von einer bestimmten Atmosphäre inspirieren? Ich habe mich beispielsweise sehr über Serena Cherrys (<a href="https://vampster.com/bands/svalbard/">SVALBARD</a>) Beitrag in „Too Late For Goodbyes“ gefreut. Ich finde, ihre Stimme passt sehr gut zu eurem Sound, sowohl ihre sanfte, getragene Seite als auch die energischen Screams.</strong></p>
<p>Das finde ich auch, Serena ist großartig. Ich würde dir darum an dieser Stelle gerne eine kurze Beschreibung liefern, warum wir uns für die jeweiligen Gäste entschieden haben:</p>
<p>Tim Yatras, der auf „Heal Me“ mitgewirkt hat, war für mich schon immer ein großartiger Künstler. <a href="https://vampster.com/bands/austere/">AUSTERE</a> haben damals Ende der 00er Jahre einiges ins Rollen gebracht und waren neben Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/lifelover/">LIFELOVER</a> damals fast schon eine Religion für mich. Als ich Tim dann vor 1,5 Jahren auf einer Tour durch Großbritannien persönlich kennengelernt habe, hat es direkt gematcht und als wir etwaige Features für das neue Album besprochen haben, habe ich ihn gleich ins Spiel gebracht. Mit Helden aus der Jugend zusammenzuarbeiten ist für mich auch nach all den Jahren noch immer etwas Besonderes. Eine meiner größten Traumkooperationen wäre etwa mit Jochen von <a href="https://vampster.com/bands/dornenreich/">DORNENREICH</a>. Es bleibt zu hoffen, dass sich das eines Tages ergibt.</p>
<p>Das zweite Feature, mit Serena von <a href="https://vampster.com/bands/svalbard/">SVALBARD</a>, hat sich ebenso natürlich ergeben. Ich glaube, ich habe die Band das erste Mal 2015 in einem besetzten Haus in Wien gesehen, als die Band gerade am Anfang stand. Serenas Vocals, sowohl die cleanen als auch die geschrienen habe mich schon damals sehr beeindruckt. Und da ich schon immer mit einer Frau zusammenarbeiten wollte, die zu beidem fähig ist, war Serena sowohl diesbezüglich als auch menschlich die erste Wahl.</p>
<p>„Elysian Fields“, der als Bonus Track auf den Spezialausgaben des Albums zu finden ist, entstand mit Daniel Lang: Daniel ist ein alter Freund von mir. Wir haben seit 2013 zusammen in der Modern Hardcore-Band FIVE MINUTE FALL gespielt und nun spielt er seit 2018 auch bei meiner anderen Band <a href="https://vampster.com/bands/karg/">KARG</a>. Generell sind wir aber alle, bei <a href="https://vampster.com/bands/harakiri-for-the-sky/">HARAKIRI FOR THE SKY</a> als auch bei <a href="https://vampster.com/bands/karg/">KARG</a>, genretechnisch sehr aufgeschlossen, wie sich eben bei den Gastbeiträgen oder mittlerweile auch musikalischen Einflüssen gut erkennen lässt. Daniel als Freund zu haben hat uns die Möglichkeit gegeben, unsere Möglichkeiten und Grenzen erneut etwas auszuloten, und ich halte den Song für sehr gelungen.</p>
<h2>&#8222;Musik und Lyrik sind die Realitätsflucht schlechthin.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_318651" aria-describedby="caption-attachment-318651" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-318651 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY_Loewensaal_Nuermberg-20231002-025-BILDERBUBE.jpg" alt="Harakiri For The Sky live in Nürnberg 2023" width="1600" height="1067" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY_Loewensaal_Nuermberg-20231002-025-BILDERBUBE-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY_Loewensaal_Nuermberg-20231002-025-BILDERBUBE-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY_Loewensaal_Nuermberg-20231002-025-BILDERBUBE-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY_Loewensaal_Nuermberg-20231002-025-BILDERBUBE.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-318651" class="wp-caption-text">Harakiri For The Sky-Frontmann J.J. live in Nürnberg 2023</figcaption></figure></p>
<p><strong>Das finde ich auch! Außerdem ist im RADIOHEAD-Cover „Street Spirit” im Bonusteil der Platte <a href="https://vampster.com/bands/groza/">GROZA</a>-Frontmann P.G. zu hören. Für viele vermutlich nicht der erste Name, der einem für ein solches Feature einfallen würde, und doch passt er wie die Faust aufs Auge. Wie seid ihr denn auf sein Gesangstalent aufmerksam geworden?</strong></p>
<p>Die Kooperation mit P.G. von <a href="https://vampster.com/bands/groza/">GROZA</a> war tatsächlich auf lange Hand geplant. Was dabei rausgekommen ist, war aber eher ein glücklicher Zufall und ist seiner Experimentierfreude zu verdanken. Die cleanen Vocals waren erst nicht geplant, aber als wir dann seine erste Version des Songs zu hören bekamen, wussten wir: Genau so und nicht anders. Ich finde vor allem deshalb ist unsere Version ein wunderbarer Kompromiss zwischen dem Stil von <a href="https://vampster.com/bands/harakiri-for-the-sky/">HARAKIRI FOR THE SKY</a> und der Ursprungsversion von RADIOHEAD.</p>
<p><strong><a href="https://vampster.com/bands/groza/">GROZA</a>-Drummer Tim wiederum führte bei eurem Clip zu „Keep Me Longing“ Regie. Ruhige Naturaufnahmen wechseln sich hier mit teils verstörenden Bildern ab. Die weit angelegten Bilder der Berglandschaft setzen einen harten Kontrast zu den Nahaufnahmen, die oft einen zerstörerischen Aspekt einfangen – sei es der Prozess selbst oder das Resultat im Nachgang. Kam das Konzept komplett von ihm oder habt ihr für eure Musikvideos in der Regel eine klare Vorstellung?</strong></p>
<p>Das Konzept kam zu weiten Teilen von uns allen. Auch unser Bassist hat hier einiges beigetragen. Das Grundkonzept war aber, wie du gut erkannt hast, einen starken Kontrast zu erzeugen, wie die jeweiligen Protagonisten mit dem Gefühl des Verlustes oder ihrem Weltschmerz umgehen. Der eine flüchtet sich in Einsamkeit und Selbstzerstörung, während der andere sein Heil in destruktivem Verhalten gegen seine Umwelt findet. Der Rest ist, denke ich, selbsterklärend. Die Naturaufnahmen stammen dabei aus der Gegend, wo ich aufgewachsen bin, was für mich einen wichtigen Bezug zu meinem Charakter im Video darstellt.</p>
<p><strong>Wie viel Spaß hat es gemacht, das Auto zu demolieren und die Vasen zu zerschlagen? Fühlt es sich so befreiend an, wie man es sich vorstellt?</strong></p>
<p>Ich selbst war an diesen Szenen leider nicht beteiligt, ich kann mir aber vorstellen, dass es durchaus befriedigend war.</p>
<p><strong>Der Titel „Scorched Earth“ lässt vermuten, dass die Musik auch Mittel ist, all das, was euch aktuell in irgendeiner Weise bedrückt, auf kreativer, emotionaler Ebene zu verarbeiten. Nutzt du Musik denn privat auch mal zur Realitätsflucht? Falls ja, welche Bands bzw. Künstler helfen dir momentan dabei, abzuschalten?</strong></p>
<p>Ja, klar, Musik und Lyrik sind die Realitätsflucht schlechthin. Auch wenn sie durch ihre kathartische Wirkung natürlich auch wiederum einen Bezug zur eigenen Realität herstellen, je nachdem, ob man sich mit fremder oder der selbstgeschaffen Musik auseinandersetzt. Was Musik von anderen Bands betrifft, so muss ich zugeben, dass ich in den letzten Jahren etwas faul geworden bin, wenn es darum geht, mich mit neu erschienenen Alben auseinanderzusetzen, auch wenn 2024 ein echt starkes Jahr für neue Musik war. Mein Lieblingsalben des letzten Jahres wären dabei in etwa folgende:</p>
<p>• <a href="https://vampster.com/bands/planes-mistaken-for-stars/">PLANES MISTAKEN FOR STARS</a>: Do You Still Love Me<br />
• <a href="https://vampster.com/bands/counterparts/">COUNTERPARTS</a>: <a href="https://vampster.com/cd-reviews/counterparts-heaven-let-them-die-ep/">Heaven Let Them Die</a><br />
• <a href="https://vampster.com/bands/aara/">AARA</a>: <a href="https://vampster.com/cd-reviews/aara-eiger/">Eiger</a><br />
• SUNRISE PATRIOT MOTION: My Father Took Me Hunting in the Snow<br />
• FRAIL BODY: Artificial Bouquet<br />
• <a href="https://vampster.com/bands/infant-island/">INFANT ISLAND</a>: Obsidian Wrath<br />
• <a href="https://vampster.com/bands/ellende/">ELLENDE</a>: Totbringerin<br />
• <a href="https://vampster.com/bands/groza/">GROZA</a>: <a href="https://vampster.com/cd-reviews/groza-nadir/">Nadir</a><br />
• <a href="https://vampster.com/bands/alcest/">ALCEST</a>: <a href="https://vampster.com/cd-reviews/alcest-les-chants-de-laurore/">Les Chants de l&#8217;Aurore</a><br />
• <a href="https://vampster.com/bands/firtan/">FIRTAN</a>: <a href="https://vampster.com/cd-reviews/firtan-ethos/">Ethos</a><br />
• WELTENBRANDT: Transzendenz Schatten Romantik<br />
• <a href="https://vampster.com/bands/spectral-wound/">SPECTRAL WOUND</a>: Songs of Blood and Mire</p>
<p>Ich habe wahrscheinlich die Hälfte vergessen, aber das hier ist ein kurzer Überblick.</p>
<h2>&#8222;Generell muss einem als Fan [&#8230;] klar sein, dass Musikern nach dem Erscheinen eines neuen Albums die neuen Songs am meisten am Herzen liegen.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_318988" aria-describedby="caption-attachment-318988" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-318988 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY-ORWO-Haus-2023-008.png.png" alt="Harakiri For The Sky live in Berlin 2023" width="800" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY-ORWO-Haus-2023-008.png.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY-ORWO-Haus-2023-008.png-533x800.png 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HARAKIRI-FOR-THE-SKY-ORWO-Haus-2023-008.png-380x570.png 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-318988" class="wp-caption-text">HARAKIRI FOR THE SKY Live-Gitarrist Marrok in Berlin 2023</figcaption></figure></p>
<p><strong>Durchaus abwechslungsreich und doch mit rotem Faden &#8211; ein wirklich schöner Querschnitt. Ihr bezeichnet „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/harakiri-for-the-sky-scorched-earth/">Scorched Earth</a>“ als Schlussfolgerung eures bisherigen Schaffens, was sich ja auch in Form der Tiere im Artwork Bruno Gonzalez‘ spiegelt. Deutet sich damit auch ein Auf- bzw. Umbruch an? Was bringt die Zukunft für <a href="https://vampster.com/bands/harakiri-for-the-sky/">HARAKIRI FOR THE SKY</a>?</strong></p>
<p>Das lässt sich schwer sagen, wo die weitere Reise hingeht. Ich denke aber, dass gewisse Elemente, wie jene des Post Black Metals bei <a href="https://vampster.com/bands/harakiri-for-the-sky/">HARAKIRI FOR THE SKY</a> immer eine tragende Rolle spielen werden, deshalb rechne ich nicht mit einem musikalischen Quantensprung. Aber wer weiß? (grinst)</p>
<p><strong>Im Frühjahr steht ein Headline-Tour durch Europa an und im Sommer folgen dann einige Festival-Shows. Mit sechs Alben und größtenteils ausladenden Stücken im Repertoire dürfte die Songauswahl immer schwieriger werden. Habt ihr dafür ein erprobtes Rezept? <a href="https://vampster.com/bands/alestorm/">ALESTORM</a>-Sänger Christopher Bowes etwa nimmt laut eigener Aussage meist einfach die 15 beliebtesten Songs seiner Band auf Spotify.</strong></p>
<p>Das ist natürlich ein wichtiges und teils schwieriges Thema, da die Fanlieblinge meist andere sind als die eigenen, da man die einfach oft nach dem 100. Konzert mit ähnlicher Setlist schlicht nicht mehr hören kann. Man versucht aber dabei immer einen guten Kompromiss zu finden. Generell muss einem als Fan aber auch klar sein, dass Musikern nach dem Erscheinen eines neuen Albums die neuen Songs am meisten am Herzen liegen und der Fokus darauf gesetzt wird. Wir haben aber auch schon extra angesetzte Konzertabende gemacht, wo wir nur Songs der ersten beiden Alben gespielt haben, damit auch die Fans der Anfangsphase nicht zu kurz kommen.</p>
<p><strong>Das ist eigentlich auch eine schöne Idee, um der Zwickmühle zu entkommen, wie ich finde. Bleibt euer Live-Line-up voraussichtlich konstant oder sollten wir uns auf Veränderungen einstellen?</strong></p>
<p>Ich glaube, das Live Line-Up wird auch auf längere Sicht so bleiben. Ich wüsste nicht, warum nicht. Es passt gerade sehr gut so.</p>
<p><strong>Zum Abschluss noch eine Frage, die nicht unbeantwortet bleiben darf: Was ist dein Lieblingsdinosaurier?</strong></p>
<p>Pteranodon.</p>
<p><strong>Endlich mal keiner der üblichen Verdächtigen! Vielen Dank für deine Zeit, J.J.! Natürlich gehören die letzten Worte dir!</strong></p>
<p>Danke für das interessante Interview und die interessanten Fragen &#8211; vor allem keine zu unseren Erfahrungen im Studio, denn ich hasse sowas. (lacht)</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[HARAKIRI FOR THE SKY]]></band>
<genres><![CDATA[black metal, post rock]]></genres>
<wpid>368388</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>WITNESSES: Das Potenzial der freien Kooperation</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/witnesses-das-potenzial-der-freien-kooperation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Feb 2025 06:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[WITNESSES]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie gut „Joy“ ist? In meinen Top 25 aus dem Jahr 2024 hat das im November erschienen Album&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie gut <a href="https://vampster.com/cd-reviews/witnesses-joy/">„Joy“</a> ist? In meinen Top 25 aus dem Jahr 2024 hat das im November erschienen Album einen Platz ergattert. Doch vier Wochen nach dem Jahresrückblick und zahlreichen weiteren, intensiven Hördurchgängen, Entdeckens und Wachsens hätte das Album locker 10 Plätze gut gemacht und würde deutlich weiter vorne stehen. Die Vielschichtigkeit von „Joy“ erschließt sich erst nach und nach, da der Doom Metal von <a href="https://vampster.com/bands/witnesses/">WITNESSES</a> sowohl in der Epik, also auch im Schmerz des UK-Dooms und der Kraft des Power Dooms fußt. Greg Schwan, das einzige feste Mitglied der Band aus New York City, hat dabei ein kreatives Momentum: „Joy“ ist sein viertes Doom Metal-Album seit 2019, daneben veröffentlicht er experimentelle EPs und Alben im Ambient-Bereich. Im Interview erläutert er ausführlich seine Arbeitsweise, was er an seinen Sessionmusikern schätzt und welche Aufgaben er künftig lieber outsourct.</strong></p>
<p><strong>WITNESSES ist ein spannendes Musikprojekt mit einer großen stilistischen Bandbreite. Du hast mit Ambient bzw. elektronischen Alben begonnen, bevor du dich in Richtung Doom Metal bewegt hast. Wie kam es dazu?</strong></p>
<p>Das ist eine gute Frage. Im Grunde genommen habe ich mich acht bis zehn Jahre lang von der Musik zurückgezogen. Von meinen frühen Zwanzigern bis zu den frühen Dreißigern. Ich hatte bis dahin Metal und sehr Metal-ähnlichen Rock gespielt. Ich dachte wirklich, ich hätte damit abgeschlossen. Ich hatte einfach keine Lust darauf, Musik zu machen und wollte mich auf andere Prioritäten in meinem Leben konzentrieren. Aber als ich mich dann überraschend dazu entschloss, wieder musikalisch aktiv zu sein, wollte ich mich weiterentwickeln und andere Dinge tun. Ich habe schon immer Ambient und Soundtracks geliebt &#8211; einige der am inspirierendsten Musikstücke kommen aus diesen Bereichen. Und so schrieb ich, ohne eine Ahnung davon zu haben, was ich tat, „I“ und „II“. Ich blicke sehr gerne auf diese Zeit zurück. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass diese Werke eine Menge Unreife zeigen (verständlicherweise), bin ich mit dem, was ich mit „IV“ erreicht habe, ziemlich zufrieden.</p>
<p>Aber trotzdem konnte ich den Wunsch nicht abschütteln, Metal oder etwas Metal-ähnliches zu machen. Die Frage war nur, ob es WITNESSES oder ein anderes Projekt sein sollte. Ich entschied mich dafür, einen Namen beizubehalten. Natürlich wollte ich, dass die Leute die Musik hören, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass es egal sei, in mehreren Genres Musik zu veröffentlichen. Ich sah es nicht als Hindernis an. Jetzt denke ich allerdings anders darüber &#8211; es ist ein gefährlicher Weg, der die Leute eher verwirrt. Offensichtlich haben die großartigen <a href="https://vampster.com/bands/ulver/">ULVER</a> es geschafft in vielen Genres unter einem Namen zu operieren, aber wenn man bedenkt, wie besonders und selten sie sind, sagt das etwas darüber aus, wie schwierig es ist, das zu schaffen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Also, ohne Frage: Keine Kollaborateure, kein WITNESSES. Aber die Gesamtvision ist meine. Und zu dieser Vision gehört auch, dass begabte Musiker*innen kommen und gehen, wo es angebracht ist. Ich liebe diese Arbeitsweise, ganz ehrlich. Und ich möchte, dass die Mitmusiker ihre kreative Freiheit haben, solange ich mein Veto einlegen kann!&#8220; &#8211; Greg Schwan sieht WITNESSES nicht als Ein-Mann-Band, sondern als Projekt mit nur einem Vollzeitmusiker und Gästen.</p></blockquote>
<p><strong>All diese Musik unter dem Namen WITNESSES zu vereinen, mag eine knifflige Sache sein, aber wenn man beispielsweise an die frühen <a href="https://vampster.com/bands/anathema/">ANATHEMA</a> denkt, hatten sie auch von Anfang an Ambient in ihrer Musik. Andererseits sind Musikfans mittlerweile offen genug, um über Genregrenzen hinwegzusehen und sich an der Handschrift eines Musikers zu erfreuen, egal in welcher musikalischen Sprache er oder sie schreibt.</strong></p>
<p>Ich bin mir einfach nicht sicher. Was ANATHEMA angeht, liegst du goldrichtig, und ich liebe einfach alles, was sie je gemacht haben, mehr oder weniger. „The Silent Enigma“ und <a href="https://vampster.com/cd-reviews/anathema-weather-systems/">„Weather Systems“</a> sind sehr unterschiedliche Alben, und beide sind ein Wunder. Aber ich habe einfach das Gefühl, dass ich hier nicht viel mehr als meine eigenen persönliche Erfahrungen habe. Und die sind ziemlich gemischt. Es gibt definitiv Leute, die für alles offen sind, was WITNESSES gemacht hat, aber auch viele, die sich nur für eine der Dimensionen interessieren. Ich bin also etwas zurückhaltend, wenn es darum geht, zu allgemein zu sein. Für mich scheint es gemischt zu sein. Ich hoffe auf jeden Fall, dass mehr Menschen aufgeschlossen bleiben; es gibt tiefe Verbindungen, die sich durch alle musikalischen Facetten ziehen.</p>
<p><strong>Die letzten 10 Jahre waren sehr intensiv für WITNESSES. Du hast eine hohe Zahl an Alben und EPs veröffentlicht du hast mit vielen Musiker*innen zusammengearbeitet. Im Vergleich dazu war dein musikalischer Output davor kleiner &#8211; zumindest was ich aus den Metal Archives ersehen kann. Gab es zwischendurch andere Projekte?</strong></p>
<p>Da gab es nichts! Ich war mir nicht sicher, ob ich jemals wieder Musik machen würde. Also gab es eine lange Zeit absolut keine Aktivitäten. WITNESSES war wie ein Neuanfang. Ich hatte nicht nur als Musiker stagniert, sondern habe mich in mancher Hinsicht wahrscheinlich sogar rückentwickelt. WITNESSES war also eine Reise, auf der ich die Musik wiedergefunden habe. Und bis zu einem gewissen Grad habe ich herausgefunden, wie ich mein eigenes Material mischen und mastern kann. Ich bin sehr gewachsen und habe viel gelernt, aber ich vermute, dass ich mich in nächster Zeit von dieser Seite der Dinge mehr zurückziehen werde.</p>
<p><strong>Im Grunde genommen besteht die Band nur aus dir, mit einigen häufigen Kollaborateuren, wie Jørgen Munkeby auf den elektronischen Alben, Sängerin Gabbi Coenen und Gitarrist Matt Kozar. Wie hast du dein Netz von Gastmusikern aufgebaut und wie bist du mit ihnen in Kontakt gekommen?</strong></p>
<p>Ich denke, man muss alle Ängste vor Ablehnung beiseiteschieben und einfach loslegen. Fragt einfach die Leute. Fragt, wen immer ihr wollt. Das Schlimmste ist ein „Nein“, und das ist mir auch schon passiert. Ich finde, ein Vorteil des Internets ist, dass die Kontaktaufnahme viel einfacher ist. Du kannst die Kontaktdaten von fast jedem finden, also sei einfach respektvoll, sei du selbst, und erkläre, was dein Projekt ist. Es ist wirklich nicht mehr als das. Zu „Joy“: Ich kannte Arianna Mahsayeh vorher überhaupt nicht. Ich habe sie einfach auf Instagram gefunden &#8211; diese bad-ass Ambient/Metal-Cellistin. Und ich sagte: OK, ich brauche diese Person &#8211; also habe ich ihr geschrieben.</p>
<p><figure id="attachment_273953" aria-describedby="caption-attachment-273953" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-273953 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-The-Holy-Water-EP-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-273953" class="wp-caption-text">Auf dieser EP brilliert Sängerin Gabbi Coenen, die ansonsten nichts mit Metal am Hut hat &#8211; genau das reizt Greg Schwan an solchen Kollaborationen. &#8222;The Holy Water&#8220; ist ein Gänsehautgarant.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Arbeitest du gerne mit Musikern außerhalb der Metalszene für die Metal-Alben von WITNESSES zusammen? Entsteht dadurch eine neue Sichtweise auf eine traditionelle Musik wie Doom Metal?</strong></p>
<p>Ja, mehr als alles andere. Es gibt so viele Dinge, die ich in der Zusammenarbeit mit Nicht-Metal-Musikern erreichen möchte. Ich sehne mich nach Perspektiven, Herausforderungen und frischen Ideen. Im Metal gibt es viele davon – da passiert sehr viel. Aber ich sehe keinen Grund, mich darauf zu beschränken. Und es macht mir einfach Spaß, Nicht-Metaller einzubinden. Ich finde es selbst spannend, zu sehen, was sie einbringen und wie sie es interpretieren werden.</p>
<p>Das vielleicht jüngste Beispiel war „Holy Water“. Diese EP war ein Experiment, und ich persönlich finde, es hat funktioniert. Ich meine, hey, wenn du nicht auf ätherische Vocals und 45 BPM stehst, ist das nicht die richtige Musik für dich. Aber denen, die dafür offen sind, gefällt das, was wir gemacht haben, sehr gut. Aber wie auch immer, Gabbi hat nie gezögert. Sie hat einfach etwas gemacht, was nicht zu ihrem Spezialgebiet gehört, und hat Großes geschafft.</p>
<p><strong>Sänger Anlaik hat nur auf „The Collapse“ gesungen, Kody Ternes auf den ersten beiden Doom-Alben. Jetzt ist mit Simon Bibby (THY LISTLESS HEART) euer männlichen Sänger Nummer drei. Seine Performance passt sehr gut zu eurem neuen Ansatz. Aber auch die anderen Stimmen haben mir sehr gut gefallen. Werden Simons Vorgänger zu WITNESSES zurückkehren?</strong></p>
<p>Nein, das werden sie nicht. Ich denke, die Arbeit mit ihnen war Teil des Entdeckungsprozesses und der Entfaltung, die WITNESSES machen mussten. Ich finde ihre Beiträge sind erstaunlich, und sie haben sich beide in diesen für sie fremden Musikstil hineingesteigert. Die Reaktion auf <a href="https://vampster.com/cd-reviews/witnesses-doom-ii-eigenproduktion/">„Doom II“</a> war für mich geradezu schockierend. Einige Leute sagen immer noch Dinge über dieses Album, die ich nicht begreifen kann (in Bezug darauf, wie viel es ihnen bedeutet). Aber nein, aus verschiedenen Gründen werden sie nicht zurückkehren. Aber ihre Arbeit wird sehr geschätzt, und sie ist ein wichtiger Teil der Geschichte von WITNESSES, Punkt.</p>
<p><strong>Simon ist ein Szene-Veteran, während Kody und Anlaik von außerhalb der Metal-Szene kamen. Hattest du das Gefühl, dass „Joy“ eine traditionellere Metal-Stimme braucht?</strong></p>
<p>Das hatte ich, genau. Aber auch das war ein Glücksfall. Simon und ich hatten schon eine Weile auf Instagram gechattet, bevor „Pilgrims On The Path Of No Return“ von THY LISTLESS HEART herauskam. Ich war von diesem Album ziemlich angetan und bestand darauf, dass Simon der Mann für die nächste Veröffentlichung sein würde. Er war die Stimme, nach der ich gesucht hatte, auch wenn ich es damals noch nicht wusste. Um das klarzustellen: Es ist nicht unbedingt so, dass „Joy“ geschrieben wurde und ich danach jemanden gesucht habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Simons THY LISTLESS HEART-Album herauskam, bevor auch nur eine Note für „Joy“ geschrieben wurde. Als ich mit dem Schreiben begann, stand Simon also entweder schon fest oder ich hatte ihn im Kopf. Eine Tatsache, die ich fast vergessen hatte, war, dass ursprünglich nur eine EP mit zwei Songs geplant war. Aber sie ist gewachsen, und ich bin sehr froh darüber.</p>
<p><strong>Welche Songs von „Joy“ hätte es nicht gegeben, wäre es eine EP geblieben?</strong></p>
<p>Die gesamte zweite Hälfte war ungeplant. Ich kann mich nicht erinnern, welcher Song aus der ersten Hälfte ebenfalls später hinzu kam, aber „Joy (The Endings)“ und „Joy (Safety in Me)“ sind auf jeden Fall spontan entstanden.</p>
<blockquote><p>&#8222;[Kürzere Alben] lassen die Hörer nach mehr verlangen. Sie haben kein Füllmaterial und dauern nicht länger als nötig. Alles andere sind meiner Meinung nach große Fehler, die es schwer machen, ein Album ganz durchzuhören, ohne Teile zu überspringen.&#8220; &#8211; q.e.d.: Auf „Joy“ leisten sich WITNESSES keinen schwachen Moment.</p></blockquote>
<p><strong>Während die letzten beiden Alben programmierte Drums hatten, konntest du diesmal Angel Hernandez als Schlagzeuger gewinnen, und sein Spiel gibt der Musik wirklich mehr Dynamik, aber auch mehr Aggression. Wie hat er das Drumming auf „Joy“ entwickelt und hast du diese Art des Schlagzeugspiels gesucht, um einen besseren Live-Sound zu erreichen?</strong></p>
<p>Ich stimme dem zu 100% zu. Ich bin froh, dass ich mit dem Programmieren herumgespielt habe, aber bei „Joy“ wurde schon früh klar, dass es so einfach nicht geht. Drum-Samples sind heutzutage wirklich erstaunlich, und man kann einige großartige Sounds erzielen, aber es geht nichts über einen echten Schlagzeuger. Die Kreativität, die Dynamik und das Wissen um das Handwerk sind unerlässlich.</p>
<p>Was die Zusammenarbeit mit ihm angeht, so habe ich ihm nur ein grundsätzliches Feeling und die Arrangements vorgegeben. Ich kann keinen Song ohne ein paar grundlegende Drums schreiben und kann ohne das nicht herausfinden, wo es hingehen soll. Ich kann die Höhen und Tiefen nicht definieren. Meine einzige Anweisung an Angel war also: „Bitte behalte dieses Gefühl bei, ansonsten mach, was du willst“. Er ist ein geschmackvoller Schlagzeuger und ich glaube, er wusste genau, was gebraucht wurde. Ich kann mich also nicht an viele, wenn überhaupt, Überarbeitungen an seiner Arbeit erinnern. Wenn es welche gab, dann waren es nicht mehr als eins oder zwei. Du wirst noch mehr von Angel hören.</p>
<p><strong>Wo wir gerade beim Sound sind: Zum ersten Mal könnte ich mir vorstellen, dass WITNESSES als Live-Band auftritt &#8211; gibt es da eine Chance in der Zukunft, oder willst du es so belassen, wie es ist?</strong></p>
<p>Da stimme ich dir zu. Und es gibt eine Chance, da ich in den letzten Jahren viele großartige Musiker im Raum NYC kennengelernt habe. Aber es wird trotzdem nicht einfach sein. Ich möchte, dass es Spaß macht, und ich vermute, dass es anstrengend sein wird und viel Arbeit bedeutet. Es muss also ganz natürlich und ohne Qualen vonstatten gehen. Sonst lohnt es sich nicht, um ehrlich zu sein. Die Tür ist also offen, und das ist ein Novum. Aber es darf wirklich nicht mühsam sein, das ist die wichtigste Voraussetzung. Ich habe sogar schon eine Setlist im Kopf, falls es dazu kommt.</p>
<p><strong>Was den Mix betrifft, so klingt das Album sehr voll und reichhaltig. Du hast das Album ja selbst abgemischt: War das eine schwierige Aufgabe? Es klingt sehr durchdacht, da spricht also einiges an tontechnischer Erfahrung. Macht dir die Tontechnik genauso viel Spaß wie das Songwriting?</strong></p>
<p>Du hast völlig recht, dass es absichtlich war. Ich wollte, dass es so klingt, als wäre es in den 1990er Jahren erschienen, und ich war nicht so besorgt über den einen oder anderen Makel. Das ist offensichtlich kein üblicher Ansatz, aber das ist mir scheißegal. Ich bin mit dem Metal der 90er aufgewachsen, und das Zeug klang nicht wie der Metal von heute. Es gab viele „Mängel“ in den Produktionen, aber auch eine Menge Einzigartigkeit. Es gab verschiedene Sounds von Unisound, Woodhouse, Sunlight &#8211; all diese coolen Orte. Heutzutage habe ich das Gefühl, dass zu viel danach strebt, gleich zu klingen. In Interviews hat Fenriz diesen Sound als „Plastik“ bezeichnet, und ich stimme ihm zu. Mir gefällt das überhaupt nicht, auch wenn ich manche Bands sehr bewundere und respektiere.</p>
<p>Die einzige Erfahrung, die ich beim Abmischen habe, ist die bei WITNESSES, und dabei ging es vor allem darum, mir ein Verständnis und eine Grundlage zu schaffen. Auf dem Weg dorthin habe ich viele Fehler gemacht &#8211; so lernt man. Davon abgesehen, nein, es macht mir nicht viel Spaß. Ich empfinde es als ziemlich harte Arbeit und als anstrengend. In Zukunft möchte ich so wenig wie möglich davon machen. Sich die Musik auszudenken, ist wirklich genug!</p>
<p><strong>Kommen wir endlich zum Songwriting! „Joy“ war fünf Jahre in der Mache, dazwischen hast du eine Menge anderer Musik veröffentlicht. Wie verwaltest du deine Ideen und die Projekte, an denen du arbeitest? Hast du mit dem Schreiben von „Joy“ aufgehört, als du dich in einer Sackgasse befandest und dich einem anderen Projekt zugewandt?</strong></p>
<p>Die fünf Jahre, die in den Release Notes erwähnt werden, beziehen sich eher auf die gesamte Entwicklung des Doom-Sounds von WITNESSES. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mit dem Schreiben von „Joy“ begonnen habe, aber zum Glück hat es nicht so lange gedauert. „Joy“ wurde in einem kontinuierlichen Zeitraum geschrieben. Ich habe vielleicht ein paar andere Dinge währenddessen skizziert, aber mehr nicht.</p>
<p>Ansonsten, eine weitere gute Frage. Das variiert wirklich und hängt davon ab, wie inspiriert ich bin. Im Moment arbeite ich an drei sehr unterschiedlichen Dingen, und ich liebe das. Es hilft mir, nicht zu frustriert zu sein, wenn ich mit einer Sache nicht weiterkomme. Mit anderen Worten: Wenn ich zwei bis drei Projekte am Laufen habe, ist es selten, dass ich bei allen komplett feststecke.</p>
<p><figure id="attachment_210946" aria-describedby="caption-attachment-210946" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-210946 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WITNESSES-Doom-II-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-210946" class="wp-caption-text">Steht &#8222;Joy&#8220; stilistisch am nächsten: &#8222;Doom II&#8220;, das zweite Metal-Album von WITNESSES aus dem Jahr 2020.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Da du das einzige vollwertige Mitglied der Band sind, liegt die gesamte kreative Arbeit in deinen Händen. Aber haben deine Mitstreiter auch einen Anteil an der kreativen Arbeit?</strong></p>
<p>Die Mitwirkenden sind sehr wichtig, und ich versuche sicherzustellen, dass sie die gebührende Aufmerksamkeit und Anerkennung erhalten. Wenn Leute WITNESSES als Ein-Mann-Band bezeichnen, ist das nicht korrekt; es ist nur ein Projekt mit einem Vollzeitmusiker, der gerne die Fäden zieht. Um deine Frage zu beantworten: Ja, die Mitwirkenden schreiben ihre Parts meistens selbst. Ich bin kein Sänger, also lasse ich den Leuten freie Hand, obwohl ich darauf bestehe, die Texte zu schreiben. Für die Cello-Parts auf „Joy“ hatte ich die Idee für die Grundlinie, aber Arianna hat sie mit einer Harmonie und den richtigen Artikulationen verbessert. Dieses Modell funktioniert auch.</p>
<p>Also, ohne Frage: Keine Kollaborateure, kein WITNESSES. Aber die Gesamtvision ist meine. Und zu dieser Vision gehört auch, dass begabte Musiker*innen kommen und gehen, wo es angebracht ist. Ich liebe diese Arbeitsweise, ganz ehrlich. Und ich möchte, dass die Mitmusiker ihre kreative Freiheit haben, solange ich mein Veto einlegen kann!</p>
<p><strong>„Joy“ fühlt sich etwas anders an als die meisten eurer anderen Alben, ich würde sagen, es kommt am ehesten an „Doom II“ heran, ist aber viel epischer und komplexer. Hast du all die epischen Ideen in den „Joy“-Ordner gepackt und die dunkleren Ideen für „The Collapse“ verwendet?</strong></p>
<p>Schwierige Frage. Ich glaube, dass es nach der Pause der „Holy Water“-EP einfach bestimmte Dinge gab, die ich musikalisch umsetzen wollte. Ich wollte einfach mehr Harmonien, ausufernde Arrangements, die Rückkehr des Live-Schlagzeugs, und ich wollte mit einigen Tempo-, Takt- und Tonartwechseln abenteuerlicher sein. Ich meine, nichts wirklich Kompliziertes, wenn du mich fragst.</p>
<p>Bisher hat nur eine Person bemerkt, dass der Schreibstil auf diesem Album den frühen <a href="https://vampster.com/bands/opeth/">OPETH</a> nicht unähnlich ist. Das ist genau richtig. Ich wollte einfach diesen „Wandteppich“ entfalten, der immer weitergeht und eine Geschichte erzählt. Ob man es liebt oder hasst, das ist im Grunde das, was ich getan habe.</p>
<p><strong>Ich liebe den Fluss der Songs. In jedem der Tracks passiert eine Menge, aber meistens geht es so sanft ineinander über, dass es sich sehr natürlich anfühlt. Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig war, die Songs auf diese Weise zu arrangieren, richtig? Oder war es eher so, dass die Songs relativ schnell geschrieben waren, als die Ideen aufkamen.</strong></p>
<p>Ja, einige der Songs zu arrangieren war schwieriger als andere, keine Frage. Aber ehrlich gesagt fühlt es sich an, als wäre das Schreiben des Albums schon zehn Jahre her. Das ist schon seltsam. Man hat so eine intensive, konzentrierte Phase, und dann verblassen die Dinge ziemlich schnell, zumindest für mich. Ich kann mich also nicht an ein besonders teuflisches Arrangement erinnern. In diesem Zusammenhang war die Reihenfolge der Tracks auch sehr einfach zu entscheiden. Ich glaube, es gab noch eine andere Version, aber darüber gab es nie eine größere Debatte.</p>
<p>Ein witziges Detail dabei ist, dass mein Lieblingssong „Joy (Safety In Me)“ ist. Ich wollte also sichergehen, dass das nicht der erste Song des Albums ist. Es ist doch schade, wenn der erste Song der Beste ist! Und ich wollte ihn aus einem ähnlichen Grund nicht als Single veröffentlichen. Ich wollte nicht, dass irgendjemand, der einen ähnlichen Geschmack wie ich hat, das Gefühl hat, dass er schon das Beste von den Singles hat. Schon eine einzige Person hätte mich gestört!</p>
<blockquote><p>&#8222;[&#8230;]nein, es macht mir nicht viel Spaß. Ich empfinde es als ziemlich harte Arbeit und als anstrengend. In Zukunft möchte ich so wenig wie möglich davon machen. Sich die Musik auszudenken, ist wirklich genug!&#8220; &#8211; Greg Schwan ist kein Freund von der Arbeit als Tontechniker.</p></blockquote>
<p><strong>„Joy“ ist relativ kurz. Viele Doom Metal-Alben erstrecken sich über 50, 60 oder mehr Minuten und haben dabei weniger Ideen versammelt. „Joy“ fühlt sich dabei vollständig an, und nicht gehetzt. Stehst du persönlich eher auf kompakte Alben?</strong></p>
<p>Das ist ein großartiges Thema. Für mich ist ein Album fertig, wenn es fertig ist. Aber ja, ich mag ehrlich gesagt kürzere Alben. Sie lassen die Hörer nach mehr verlangen. Sie haben kein Füllmaterial und dauern nicht länger als nötig. Alles andere sind meiner Meinung nach große Fehler, die es schwer machen, ein Album ganz durchzuhören, ohne Teile zu überspringen. Und ich möchte, dass das Album dem entgegenkommt, keine Songs zu skippen. Das war auch angesichts der Vinyl-Veröffentlichung ein Glücksfall. Ich weiß noch, wie ich Dan Swanö von der Gesamtlänge des Albums erzählte, und er war ziemlich begeistert davon. Ich nehme an, das bedeutet, dass er beim Mastering nicht viele Abstriche machen musste. Obwohl ich die Details des Masterings für Vinyl nicht persönlich kenne, war es sehr beruhigend zu wissen, dass die Länge des Albums ideal für dieses Format war.</p>
<p><strong>Was den musikalischen Stil angeht, war das Album eine Überraschung: Zuerst hörte ich hauptsächlich Epic Doom, dann merkte ich mehr und mehr, dass es auch Peaceville Three-Doom und diese melancholischen Twin-Leads des Melodic Doom gibt, die so sehr an <a href="https://vampster.com/bands/warning/">WARNING</a> erinnern. Welche Bedeutung hatten die verschiedenen Richtungen im Doom Metal für dich persönlich?</strong></p>
<p>Die duellierenden Leads und Harmonien sind alles für mich. Viele Hörer sind auf der Suche nach dem ultimativen Riff, und daran ist sicher nichts auszusetzen. Aber ich persönlich bin ein großer Fan davon, das Zusammenspiel der Gitarren zu hören. Ich finde, das ist ein sehr lohnendes Element, weil beim wiederholten Hören kleine Nuancen herausspringen und deine Aufmerksamkeit erregen. Und es ist kaum zu übertreffen, wenn man ein nettes Delay einsetzt und eine Atmosphäre schafft. Es macht auch sehr viel Spaß, sie zu schreiben. Oft improvisiere ich einfach und behalte das, was am besten ist. Ich setze mich nicht hin und plane sie im Voraus.</p>
<p><strong>Das lyrische Konzept hinter „Joy“ ist überraschend erbaulich. Als ich die Texte las, hatte ich, knapp zusammengefasst, den Eindruck, dass es darum geht, sich vom Schwarz-Weiß-Denken zu lösen und im Hier und Jetzt zu sein, aber sich seiner Verantwortung bewusst zu sein. Stimmt das?</strong></p>
<p>Ja, es geht absolut um Verantwortung und die Kunst des Lebens. Es wäre ein Leichtes gewesen, sich auf die „Gott ist tot“-Themen des ersten Songs zu beschränken. Aber das hätte ich langweilig und zu sicher gefunden. Ich bin nicht wirklich daran interessiert, mich mit Blasphemie zu beschäftigen und Religion zu beschimpfen. Ich gehe lieber davon aus, dass das alles Blödsinn ist und frage: „OK, was nun?“ Ich wollte weiter gehen und darüber sprechen, was diese Welt nach Gott eigentlich bedeutet. Obwohl das Album also eher aufmunternd wirkt, ist nicht alles darin hoffnungsvoll und positiv. „Joy (Safety In Me)“ ist extrem, extrem pessimistisch. Und es spiegelt wirklich wider, wie ich mich in diesen Tagen fühle. Was genau hinterlassen wir den zukünftigen Generationen an diesem Punkt? Wenn man sich über so etwas keine Gedanken macht, ist das für mich schockierend. Die Zeilen in dem Text über die Nachwelt sind wörtlich zu nehmen. Angenommen, ich lebe lange genug, dann frage ich mich, was ich zu meinen Lebzeiten sehen werde. Ich glaube nicht, dass das gut sein wird. Und bei wem genau werde ich Sicherheit finden?</p>
<p><figure id="attachment_366052" aria-describedby="caption-attachment-366052" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-366052 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/WitnessesJoyCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/WitnessesJoyCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WitnessesJoyCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WitnessesJoyCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/WitnessesJoyCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-366052" class="wp-caption-text">&#8222;Joy&#8220; ist nicht nur lyrisch und musikalisch, sondern auch optisch sehr gelungen: Das Artwork des Duos Welder Wings ist ein ikonischer, surreal-poetischer Fiebertraum.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Welchen Stellenwert haben für dich die Texte? Bei vielen Bands sind sie zweitrangig, aber ich spüre, dass sie hier wichtig sind. Nicht nur, weil sie reichhaltig und intensiv sind, sondern auch, weil Simon die Texte mit so viel Leidenschaft vorträgt.</strong></p>
<p>Du hast absolut Recht. Sie bedeuten mir sehr viel, was heißt, dass sie manchmal extrem schwierig sein können. Du hast vorhin nach den Arrangements gefragt; Texte sind für mich zehnmal schwieriger. Es ist unheimlich knifflig, Klischees zu vermeiden &#8211; das ist ein wahres Minenfeld. Und was wollen sie eigentlich aussagen? Letztendlich ist es für mich am wichtigsten, wie die Zuhörer die Worte interpretieren, aber schon allein die Kohärenz ist schwierig. Ich mag Metaphern, Bilder und Geschichten sehr gerne. Texte, die zu sehr aus „Du“ und „Ich“ bestehen, sind für mich sehr anstrengend.</p>
<p><strong>Ich liebe die unglaublichen Artworks des Künstlerduos Welder Wings. Sie sind sehr talentiert und haben exzellente Ideen und Realisierungen. Das Artwork für „Joy“ passt perfekt zu eurer Musik und Doom Metal im Allgemeinen. Welder Wings sind in der Metalszene noch nicht wirklich bekannt &#8211; wie hast du sie gefunden?</strong></p>
<p>Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, welches Werk ich zuerst gesehen habe, aber ich glaube, ich bin gerade auf Instagram auf sie gestoßen. Und wow, sie sind einfach wunderbare Menschen. Sie haben jede Erwartung übertroffen, die ich jemals in Bezug auf eine Zusammenarbeit haben konnte. Super freundlich, geduldig und großzügig. Und ich stimme zu, dass es perfekt passt. Es ist fast unheimlich. Ich denke auch, dass es eine bestimmte Vorstellung davon vermittelt, was mit „Joy“ auf dem Album gemeint ist. Aber die Texte machen das Bild noch komplizierter, oder ich hoffe, dass er das tut.</p>
<p><strong>Ich habe sie nicht erhalten, aber die LP-Version von „Joy“ wird garantiert wunderschön sein. Könnte es eine Chance auf weitere Wiederveröffentlichungen von früheren Alben geben? Vielleicht über euer neues EU-Label <a href="https://vampster.com/bands/these-hands-melt/">THESE HANDS MELT</a>?</strong></p>
<p>Ich hoffe, du hast die LP inzwischen bekommen! Die Pressung ist exzellent geworden und hat eine Aufmachung, auf die alle Beteiligten sehr stolz sein können. Wir haben nicht nur eine schöne Vinylausgabe bekommen, was das Artwork und das Layout angeht, sondern das durchsichtige grüne Vinyl ist das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.</p>
<p>Ich werde manchmal nach Re-Releases gefragt, und ich denke, das ist eine schwierige Frage. Letztendlich wäre ich wahrscheinlich dumm, wenn ich nein sagen würde, aber meine Psyche priorisiert immer das Weitermachen. Wenn jemand, der hier mitliest, das tun möchte, kann er sich melden! Aber es ist nichts, das ich aktiv verfolge, und ich wurde noch nicht offiziell angesprochen. Aber Fans haben gefragt, definitiv. Es ist sehr schmeichelhaft, wenn es zur Sprache kommt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wenn ich zwei bis drei Projekte am Laufen habe, ist es selten, dass ich bei allen komplett feststecke.&#8220; &#8211; Greg Schwan arbeitet am liebsten an mehreren Projekten parallel.</p></blockquote>
<p><strong>Was steht als Nächstes bei WITNESSES an? Arbeitest du schon an neuen Projekten?</strong></p>
<p>Für WITNESSES ist es schwer zu sagen. Es war eine Menge Arbeit über die Jahre hinweg, und eine Art sanfte Pause fühlt sich angemessen an. Ich will damit nur sagen, dass ich wahrscheinlich in einem gemächlicheren Tempo schreiben und mich nicht zu sehr um das Timing kümmern werde. Ich denke, das ist gesund und zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Schritt. Ich möchte, dass der Nachfolger von „Joy“ genauso bedeutsam ist, wie es „Joy“ im Vergleich zum vorherigen Werk war. Ich habe kein Interesse daran, auf der Stelle zu treten.</p>
<p>Es sind jedoch einige Nebenprojekte in Arbeit. Ich freue mich sehr auf diese Projekte, sowohl um ihrer selbst willen als auch als Möglichkeit, WITNESSES zu stärken. Ich brauche ein Ventil für bestimmte Dinge, die sich für WITNESSES ein wenig unpassend anfühlen würden, also habe ich mich diesen verpflichtet. Ich habe keine wirklich kohärente Strategie, ich will es einfach tun. Es ist ziemlich bald eine Single zu erwarten, aber mehr möchte ich nicht verraten! Ich werde darüber in den sozialen Netzwerken von WITNESSES berichten, wenn die Zeit reif ist.</p>
<p><strong>Letzte Frage: Welche Facette von WITNESSES macht dir mehr Spaß? Die Doom Metal-Seite oder die Ambient-Seite? Und: Gibt es vielleicht noch mehr unbekannte musikalische Territorien, die darauf warten, kartographiert zu werden?</strong></p>
<p>Das hängt wirklich von meiner Stimmung ab! Ich brauche wirklich beides, um als Künstler gesund und motiviert zu bleiben. Ich denke, wenn ich mich für einen Stil entscheiden müsste, den ich für immer und ewig machen würde, wäre es wohl der von „Poltergeists“. Das ist wahrscheinlich eine sehr unerwartete Antwort, da es bisher nur vier Songs in diesem Stil gibt. Aber etwas an dieser kleinen EP passt für mich wirklich zusammen. Sie fühlt sich ziemlich dunkel, befreit und mühelos an. Aber diese Befreiung ist der Schlüssel. Ich habe das Gefühl, dass ich mit diesen Elementen fast alles machen kann und mir keine Sorgen um Regeln machen muss. Ich habe auch einige meiner beiden persönlichen Texte geschrieben, die mir am meisten Spaß machen. „One more thing about living in Santa Carla“ ist ein Song über den 80er-Jahre-Film „The Lost Boys“. Leider hat ihn noch nie jemand erwähnt. Aber es ist eine meiner liebsten kleinen Hommagen von allem, was ich je gemacht habe.</p>
<p><strong>Greg, vielen Dank für deine Zeit! Wenn du uns noch etwas mitteilen möchten, kannst du das gerne hier tun!</strong></p>
<p>In diesem Interview wurde so viel behandelt, dass ich nicht sicher bin, ob ich überhaupt noch etwas sagen kann. Die Fragen waren großartig und haben mich gezwungen, über Einiges nachzudenken. Ich weiß das wirklich zu schätzen! Ich hoffe, eure Leser werden sich „Joy“ anhören, und vielleicht sogar noch mehr von uns.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[WITNESSES]]></band>
<genres><![CDATA[doom metal]]></genres>
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	</item>
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		<title>THESE HANDS MELT: Auf der Suche nach Geschichten und persönlichen Reflexionen</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/these-hands-melt-auf-der-suche-nach-geschichten-und-persoenlichen-reflexionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2025 09:27:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[THESE HANDS MELT]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit zwei Jahren steht das italienische Label THESE HANDS MELT für dunkle Musik außerhalb von Genregrenzen: Mit Bands&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit zwei Jahren steht das italienische Label <a href="https://vampster.com/bands/these-hands-melt/">THESE HANDS MELT</a> für dunkle Musik außerhalb von Genregrenzen: Mit Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/reverb-on-repeat/">REVERB ON REPEAT</a>, <a href="https://vampster.com/bands/witnesses/">WITNESSES</a>, <a href="https://vampster.com/bands/foehn/">FÖHN</a>, <a href="https://vampster.com/bands/purgatorial/">PURGATORIAL</a> und <a href="https://vampster.com/bands/drownship/">DROWNSHIP</a> haben THESE HANDS MELT etwas für jeden: Post Metal, Black Metal, Shoegaze, Neofolk und Death Metal – wichtig ist für den Labelgründer Mauro, dass die Musik emotionaler Natur ist. Einen Auszug aus dem Programm des Label gibt es in <a href="https://vampster.com/cd-reviews/these-hands-melt-spotlight-mini-reviews-fuer-domhain-ephemeral-defying-still-wave-abyssielle-foehn-drownship/">unserem Spotlight</a>. Und es geht weiter: Für 2025 haben THESE HANDS MELT schon spannende Alben angekündigt. Grund genug bei Mauro mit ein paar Fragen vorstellig zu werden.</strong></p>
<p><strong>Hallo Mauro, THESE HANDS MELT wurde 2023 gegründet, und seitdem hast du bereits eine große Anzahl von Alben veröffentlicht. Wenn du auf die ersten zwei Jahre zurückblickst, bist du zufrieden damit, wie sich die Dinge entwickelt haben?</strong></p>
<p>Sehr sogar! Es war ein unerbittlicher Ritt in diesen zwei Jahren und es wird weitergehen, solange das Label profitabel und relevant bleibt! In diesen zwei Jahren gab es viele Höhen und Tiefen, Momente des Stolzes und Fehler, aus denen man lernen kann. Aber ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen und der geleisteten Arbeit, und vor allem damit, wie das Label ziemlich schnell seine eigene Identität und Anerkennung gefunden hat.</p>
<p><strong>Was war dein Impuls, ein Label zu gründen? Hattest du vorher Erfahrung im Musikgeschäft oder hast du einfach aus Idealismus angefangen?</strong></p>
<p>Ich hatte schon einige Erfahrung, vor allem durch gelegentliche Kollaborationen. Das hat mir geholfen, herauszufinden, was man tun kann und vor allem, was man mit einem Label NICHT tun sollte. Die Idee, ein eigenes Label zu gründen, bestand schon sehr lange, und der entscheidende Schritt dazu war eine Reihe von Verlusten, die mich sehr tief und persönlich getroffen haben. Die Vision von THESE HANDS MELT ist genau die, Musik zu veröffentlichen, die als Reaktion auf Gemütszustände der Trauer funktioniert, und diese Vision zementiert jedes unserer Releases, unabhängig von ihrem Genre. In diesem Sinne glaube ich, dass es eine Menge Idealismus gibt und geben MUSS, wenn man ein Label machen will, das einen gewissen künstlerischen Wert hat. Gleichzeitig ist es wichtig, nie aus den Augen zu verlieren, dass es sich um ein Geschäft handelt, das ich von Anfang an bewusst zu meinem einzigen Job gemacht habe.</p>
<p><strong>Ich nehme an, dass es eine Menge Vorbereitung gebraucht hat. Du hast einen Raketenstart hat mit ein bis zwei Veröffentlichungen pro Monat hingelegt. Wie lange hast du dich vorbereitet und wie bist du vorgegangen?</strong></p>
<p>Der eigentliche Aufbau des Labels ging sehr schnell, das Konzept war klar und die ersten Veröffentlichungen waren auch recht schnell da. Was ich von Anfang an wollte war, dass das Label produktiv ist und aufstrebenden, unbekannten Künstlern, die etwas Bedeutsames zu sagen haben, eine Stimme gibt. Ich habe mir schon lange vorgestellt, ein eigenes Label zu gründen, und als THESE HANDS MELT dann tatsächlich an den Start ging, war in meinem Kopf der Weg ganz klar. Aber nichts kann einen auf das wirkliche Geschäft vorbereiten, und so musste ich eine Menge lernen, während ich arbeitete. Das ist immer noch so.</p>
<p><figure id="attachment_367019" aria-describedby="caption-attachment-367019" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-367019 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DavidGalasADarkPlaceToHideCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DavidGalasADarkPlaceToHideCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DavidGalasADarkPlaceToHideCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DavidGalasADarkPlaceToHideCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DavidGalasADarkPlaceToHideCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-367019" class="wp-caption-text">LYCIA inspirierten Mauro zum Labelnamen THESE HANDS MELT, mittlerweile veröffentlicht Musiker DAVID GALAS selbst seine Musik auf dem Label. (c) THESE HANDS MELT</figcaption></figure></p>
<p><strong>Der Name THESE HANDS MELT ist abgeleitet vom Text des Songs „Distant Eastern Glare“ der Darkwave-Band LYCIA aus dem Jahr 1991. Es muss ein Kompliment gewesen sein, dass zwei Soloalben des Multiinstrumentalisten DAVID GALAS von LYCIA auf THESE HANDS MELT (wieder) veröffentlicht wurden. Hat er sich gefreut, dass sein neues Label von LYCIA inspiriert wurde?</strong></p>
<p>Das hat er! Die Werke von DAVID GALAS zu veröffentlichen, ist für mich sehr bedeutsam. Er ist ein extrem kreativer und bescheidener Künstler und er ist sehr offen dafür, gemeinsam Ideen zu diskutieren. Unsere Zusammenarbeit wird so lange fortgesetzt, wie er möchte! Mike und Tara von LYCIA waren auch sehr hilfsbereit, indem sie seine Werke mit mir teilten und mir erlaubten, dieses Zitat als Namen für das Label zu verwenden.</p>
<p><strong>Dein Label ist kein Alleingang, du arbeitest mit Tryfar und Lucia Macip zusammen, die dir bei der Gestaltung von Bildern, Artworks, Layouts usw. helfen. Wer ist sonst noch an Bord?</strong></p>
<p>Ich selbst und die Hilfe von Freunden, die zufällig sehr talentierte Profis sind. Neben Tryfar und Lucia macht auch Olga Kann viele der Videos unserer Band. THESE HANDS MELT wurde als ein extrem visuelles Label konzipiert, bei dem die Optik genauso wichtig ist wie die Musik, daher ist die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Künstlern, die diese Idee verstehen, von grundlegender Bedeutung. Lucia ist auch sehr stark in die Promotion und das Scouting involviert, sie hat ein immenses Wissen über die Szene und sie hat mich auf einige Bands aufmerksam gemacht, die ich schließlich unter Vertrag genommen habe.</p>
<p><strong>Obwohl ihr in den letzten zwei Jahren viel veröffentlicht hat, steht das Label für kein typisches Genre, es geht vor allem um dunkle und emotionale Musik. Könnte das ein Nachteil sein, oder denkst du, dass THESE HANDS MELT-Hörer*innen im Allgemeinen aufgeschlossener sind, wenn es um Genres geht?</strong></p>
<p>Es ist definitiv ein Nachteil in Bezug auf das Marketing! Ein einfach zu kategorisierendes, genreorientiertes Label zu gründen &#8211; ein richtiges Black Metal Label zum Beispiel &#8211; würde die Sache mit der Promotion und den kommerziellen Ergebnissen viel einfacher machen. Aber es wäre auch unvorstellbar langweilig für mich! Glücklicherweise hat das Label von Anfang an sein eigenes Publikum gefunden, das langsam, aber stetig wächst. Ich bin mir sicher, dass jeder, der THESE HANDS MELT folgt, ziemlich aufgeschlossen sein muss, besonders wenn es sich um Leute handelt, die hauptsächlich extreme Metal-Fans sind.</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Vision von THESE HANDS MELT ist genau die, Musik zu veröffentlichen, die als Reaktion auf Gemütszustände der Trauer funktioniert, und diese Vision zementiert jedes unserer Releases, unabhängig von ihrem Genre.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Melancholie und Emotionen sind die Dinge, die fast alle Bands auf deinem Label gemeinsam haben. Wäre es dein Ziel, diesen typischen melancholischen Signature-Sound zu haben, der THESE HANDS MELT ausmacht?</strong></p>
<p>Oh ja, einer meiner größten Einflüsse ist COLD MEAT INDUSTRY und wie sie es geschafft haben, ein konsistentes gemeinsames Universum mit Bands zu schaffen, trotz drastisch unterschiedlicher Musikstile, alles durch Ästhetik und Atmosphäre. Auch nur einen Bruchteil davon zu erreichen, als Label so bekannt zu werden, ist ein großes Ziel.</p>
<p><strong>Verglichen mit den restlichen Veröffentlichungen des Labels hatten „Ofelia“ von MARTRE und „Mente Captus“  von NULLA+ einen viel aggressiveren Sound. Wie passen diese Alben zu dem Label?</strong></p>
<p>Jede Band des Labels erforscht verschiedene emotionale Zustände, und genau wie im echten Leben gibt es diejenigen, die auf der ruhigeren, sanfteren Seite des Spektrums stehen, und diejenigen, die Verzweiflung, Wut und Aggression ausdrücken. Die Bands, die du erwähnt hast, zeigen auch eine sehr antagonistische Herangehensweise an ihr eigenes Musikgenre. Das ist etwas, das ich sehr liebe.</p>
<p><strong>Ich sehe im zweiten Jahr von THESE HANDS MELT eine klare Entwicklung, auch wenn es im ersten Jahr einige echte Perlen gab. Was war deine Lieblingsveröffentlichung im Jahr 2024?</strong></p>
<p>Es ist schwierig, eine auszuwählen, ohne den Anderen Unrecht zu tun. Ich glaube nicht, dass es übertrieben ist, wenn ich sage, dass REVERB ON REPEAT und <a href="https://vampster.com/cd-reviews/these-hands-melt-spotlight-mini-reviews-fuer-domhain-ephemeral-defying-still-wave-abyssielle-foehn-drownship/">FÖHN</a> zwei absolute Klassiker geschaffen haben. Ein Album, auf dessen Veröffentlichung ich sehr stolz bin, ist <a href="https://vampster.com/cd-reviews/these-hands-melt-spotlight-mini-reviews-fuer-domhain-ephemeral-defying-still-wave-abyssielle-foehn-drownship/">„Wadera“</a> der polnischen Band <a href="https://vampster.com/bands/defying/">DEFYING</a>, ein sehr ehrgeiziges Album in Bezug auf Musik und visuelle Präsentation. Es ist ein großes Glück, wenn eine Band weiß, wie wichtig es ist, ein reichhaltiges visuelles Konzept mit der Musik zusammenzubringen. Wenn du dir das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=khSkOgF9Zlw&amp;list=PLPjLvlFyuWfmwx_78k6wfuVhiX-sMI_y5">Video zum Song „Tempus Infaustum“</a> ansiehst, wirst du sehen, was ich meine.</p>
<p><figure id="attachment_365196" aria-describedby="caption-attachment-365196" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-365196 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/TheseHandsMeltThroughTheseDrearyWinterNightsCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/TheseHandsMeltThroughTheseDrearyWinterNightsCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/TheseHandsMeltThroughTheseDrearyWinterNightsCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/TheseHandsMeltThroughTheseDrearyWinterNightsCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/TheseHandsMeltThroughTheseDrearyWinterNightsCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-365196" class="wp-caption-text">Artwork zum digitalen Jahressampler &#8222;Through these dreary winter nights&#8220; (c) THESE HANDS MELT</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wie nehmt ihr Kontakt zu den Bands auf, vor allem zu wirklich unbekannten wie SÁASIL, deren Album „Ephemeral“ die erste Veröffentlichung von THESE HANDS MELT war, aber auch DEFAITISM, <a href="https://vampster.com/bands/evergarden/">EVERGARDEN</a>, ABSCISSOR und <a href="https://vampster.com/bands/abyssielle/">ABYSSIELLE</a>? Sucht ihr ständig nach Künstlern auf Bandcamp oder bewerben sich die Künstler bei THESE HANDS MELT?</strong></p>
<p>Es kann durch gegenseitige Verbindungen geschehen, wie zum Beispiel im Fall von SÁASIL und DEFAITISM. Das sind Bands, an denen Leute beteiligt sind, die ich schon vor der Gründung von THESE HANDS MELT kannte. Es gibt eine Menge Scouting auf Bandcamp und anderen Plattformen, eine Menge Tipps von vertrauenswürdigen Beratern und natürlich auch Bands, die sich melden, um ihre Werke einzureichen. Ich höre mir jede Einsendung an, und trotz des produktiven Outputs des Labels bin ich sehr wählerisch, wenn es darum geht, wen ich unter Vertrag nehme.</p>
<p><strong>Du arbeitest mit Künstlern aus fast allen Teilen der Welt zusammen, von Südamerika bis Russland. Ist diese melancholische Musik ein Bindeglied zwischen den Kulturen, die heute noch unterschiedlicher und fremder zu sein scheinen als in den letzten 40 Jahren? Mit anderen Worten: Verbindet die Musik und die Absicht, die dahinter steckt Menschen, auch wenn sie aus Ländern kommen, die heute als Feinde gelten?</strong></p>
<p>Das sollte Musik, und Kunst im Allgemeinen, sicherlich tun. Leider ist das nicht immer der Fall, und so viele Leute, selbst in der mikroskopisch kleinen Nische der Underground-Musik, scheinen so engagiert zu sein, jede Art von hässlicher Politik dieser Welt in die Szene und ihre eigene Kunst zu bringen. Was THESE HANDS MELT betrifft, so kann ich ganz offen sagen, dass es mir egal ist, woher eine Band kommt, solange sie etwas Sinnvolles zu sagen hat, das zum Konzept des Labels passt.</p>
<p><strong>Das bringt mich zu der Frage nach den Weltanschauungen: Gibt es etwas, das THESE HANDS MELT niemals veröffentlichen würden? Und glaubst du daran „den Künstler von der Kunst trennen“?</strong></p>
<p>Das tue ich, aber ich glaube auch, dass die Weltanschauung eines jeden auf sein Privatleben beschränkt bleiben sollte. Einige unserer Veröffentlichungen berühren sehr reale und dramatische soziale Themen, aber immer von einem sehr persönlichen, intimen Standpunkt aus. Ich interessiere mich für das Erzählen von Geschichten und persönliche Reflexionen, nicht für Ideologie oder politische Aussagen. Ich habe meine eigenen Weltanschauungen, und ich habe kein Problem damit, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die andere Ansichten haben, wenn ihre Arbeit sinnvoll ist. Deshalb wirst du auf THESE HANDS MELT niemals Künstler sehen, die Politik über ihre Kunst stellen, Musiker, die hässliche Ideologien durch ihre Kunst propagieren oder Bands, die sich faul an das böse-okkvlt-trve Black Metal-Klischee halten. Ich glaube, die Art und Weise, wie THESE HANDS MELT arbeitet, dieses sehr introspektive Konzept, das ich zuvor erwähnt habe, ist an sich schon ein ziemlich guter Filter gegen alle Arten von Unsinn, die die Szene plagen.</p>
<p><strong>Ich nehme an, es ist von entscheidender Wichtigkeit für euch, dass es eine Musikplattform wie <a href="https://thesehandsmelt.bandcamp.com/">Bandcamp</a> gibt, damit THESE HANDS MELT einigermaßen profitabel ist. Würde ein kleines Label wie THESE HANDS MELT nur über den Webshop und Spotify überleben?</strong></p>
<p>Theoretisch ist es möglich, ohne Bandcamp zu überleben, solange man bereits einen soliden Kundenstamm und eine etablierte Marke hat. Abgesehen davon wäre es bei den vielen Tools, die Künstlern und Labels zur Verfügung stehen, sehr dumm, sie nicht alle bestmöglich zu nutzen.</p>
<p><figure id="attachment_363421" aria-describedby="caption-attachment-363421" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-363421" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/NoctambulistIIDeDroomCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/NoctambulistIIDeDroomCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NoctambulistIIDeDroomCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NoctambulistIIDeDroomCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/NoctambulistIIDeDroomCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-363421" class="wp-caption-text">Als nächstes an der Reihe: Die Post Black Metal-Band NOCTAMBULIST veröffentlicht &#8222;De Droom&#8220; im Februar 2025. (c) THESE HANDS MELT</figcaption></figure></p>
<p><strong>Neben der digitalen Welt konzentrieren sich THESE HANDS MELT sowohl auf CDs als auch auf Vinyl. Aber ich habe das Gefühl, dass du besonders ein Auge auf schöne CD-Editionen hast, siehe die letzte BLACK AUTUMN-Compilation. Ist dieses Medium für dich heutzutage unterbewertet?</strong></p>
<p>Vielleicht schon, auf jeden Fall wird es im Vergleich zu Vinyl als „minderwertiges“ Format angesehen, und ich meine schicke farbige Vinyl-Editionen. Die CD ist mit Abstand mein Lieblingsformat, es ist das, mit dem ich aufgewachsen bin, und es ist extrem vielseitig, um etwas Schönes und Kreatives mit der Verpackung zu machen.</p>
<p><strong>Für 2025 ist schon einiges in Arbeit: Alben von <a href="https://vampster.com/bands/noctambulist-nl/">NOCTAMBULIST</a> und<a href="https://vampster.com/bands/last-forest-rain/"> LAST FOREST RAIN</a> stehen an, aber auch DAVID GALAS, VARHARA sowie die Neuzugänge <a href="https://vampster.com/bands/ailise-blake/">AILISE BLAKE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/astraya/">ASTRAYA</a> und <a href="https://vampster.com/bands/church-of-the-sea/">CHURCH OF THE SEA</a> sind am Horizont zu erkennen. Die Arbeit wird dir also nicht ausgehen. THESE HANDS MELT geht ins dritte Jahr: Kannst du das Tempo beibehalten?</strong></p>
<p>Das hoffe ich doch sehr! Es gibt auch ein paar Sachen, die noch nirgends erwähnt oder angekündigt wurden, die dieses Jahr vielleicht noch kommen! Die bisherigen Ergebnisse ermutigen dazu, den produktiven und abwechslungsreichen Veröffentlichungskalender aufrecht zu erhalten, und es ist ein großes Glück, mit talentierten Bands zu arbeiten, die auf das vertrauen, was wir tun.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich interessiere mich für das Erzählen von Geschichten und persönliche Reflexionen, nicht für Ideologie oder politische Aussagen. [&#8230;] Ich glaube, die Art und Weise, wie THESE HANDS MELT arbeitet, dieses sehr introspektive Konzept, das ich zuvor erwähnt habe, ist an sich schon ein ziemlich guter Filter gegen alle Arten von Unsinn, die die Szene plagen.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Was sind eure langfristigen Ziele für THESE HANDS MELT? Wollt ihr die Dinge so beibehalten wie sie sind und nur ein größeres Publikum erreichen und es DIY und undergroundig halten oder wollt ihr eines Tages expandieren?</strong></p>
<p>Um ehrlich zu sein wollte ich nie, dass THESE HANDS MELT mit einer DIY-Mentalität arbeitet. Es ist eher wie ein Boutique-Label, aber die Arbeit hinter jeder Veröffentlichung muss professionell sein und von Profis gemacht werden. Diese Boutique-Label-Attitüde ist die richtige für THESE HANDS MELT, denke ich, und so wird es auch bleiben. Es gibt natürlich viel Platz und Potenzial, um unser Publikum zu vergrößern. Das Ziel ist es, so viele Leute wie möglich zu erreichen.</p>
<p>Es gibt bereits Expansionen, die in Planung sind. Eine davon ist, unsere Platten in Nordamerika zu vertreiben, und eine andere ist, unser kleines Hauptquartier in Rom in einen echten Nischenplattenladen umzuwandeln, beides Dinge, die wir gerade verwirklichen! Ich habe auch eine Idee für ein Sublabel, aber das hat keine Eile und es ist definitiv zu früh, um darüber im Detail zu sprechen 🙂</p>
<p><strong>Realistisch oder nicht: Welche Künstler würdest du wirklich gerne auf deinem Label veröffentlichen?</strong></p>
<p>Zu viele, um sie zu nennen, aber nur sehr wenige aus der Welt des extremen Metals. Ich bin ein begeisterter und omnivorer Musikhörer und es gibt ganze Pantheons von Bands, die mich zu dem inspiriert haben, was ich mit dem Label mache und mit denen ich gerne arbeiten würde.</p>
<p><strong>Vielen Dank für die Antwort, Mauro! Wenn du noch etwas zu sagen hast, dann ist das die Gelegenheit dazu!</strong></p>
<p>Vielen Dank, Chris, für das ausführliche und tiefgründige Interview, ich habe es genossen! Ich hoffe, die Leser folgen THESE HANDS MELT auf all unseren sozialen Kanälen und unterstützen uns, indem sie unseren<a href="https://thesehandsmelt.bandcamp.com/community"> Fanclub auf Bandcamp</a> abonnieren! Und wenn jemand zufällig in Rom ist, kommt in unseren Laden!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[THESE HANDS MELT]]></band>
<genres><![CDATA[sludge, Post Metal, death metal, black metal, post rock, doom metal, dark wave]]></genres>
<wpid>366776</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>RAGE: Vom stillen Kämmerlein hinaus in die große weite Welt: Interview mit Peter „Peavy“ Wagner</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/rage-interview-vom-stillen-kaemmerlein-hinaus-in-die-grosse-weite-welt-interview-mit-peter-peavy-wagner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andrea]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Dec 2024 15:22:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[RAGE]]></category>
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					<description><![CDATA[40 Jahre RAGE und 60 Jahre Peter „Peavy“ Wagner – das sind 100 Jahre voller Geschichten: In seiner Biografie „Soundchaser – Lebenslänglich Heavy Metal. Mein Leben mit Rage“ gibt Peavy einen Einblick in sein Leben und seine Karriere - und wir haben ihm dazu einige Fragen gestellt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie fühlt sich es an, wenn man sein Leben aufschreibt? Sowas macht man ja nicht jeden Tag.</strong></p>
<p>Peavy: Durch die Arbeit an dem Buch habe ich etwas wichtiges gelernt: Ich bin wirklich unfassbar dankbar. Mir wurde bewusst, was ich Menschen auf der ganzen Welt verdanke. Es gibt eine Verbindung zu ihnen über die Musik, das ist eine ganz merkwürdige Sache. Man schreibt Songs für sich alleine irgendwo, in seinem stillen Kämmerlein und erreicht damit so unfassbar viele Leute, die Gedanken und Gefühle mit einem teilen. Und die einen über so lange Zeit immer wieder bestätigen, indem sie immer wieder Platten kaufen und zu den Konzerten kommen. Das ist der tollste Job, den man haben kann. Wobei Job die falsche Bezeichnung ist, es ist viel mehr als ein Job.</p>
<p>Es war gar nicht geplant, dass ich eine Biografie schreibe. Da muss ich jetzt ein wenig ausholen:  Während der Lockdowns in der Corona-Pandemie konnten wir ja nicht mehr live spielen. Es passierte nicht viel. Dehalb kam die Idee auf,  dass ich ein paar Anekdoten aus der Bandgeschichte aufschreibe, damit wir irgendwas für Social Media haben, so kleine Schmankerl. Ich habe losgelegt und mal ein bisschen frei Schnauze aufgeschrieben, was mir gerade einfiel. Ich gab es einigen Leuten aus meinem Umfeld zu lesen, ihnen gefiel es und so entstand der Plan, mehr draus machen. Es war zu viel und zu gut, um es auf Social Media zu verballern. SPV/Steamhammer-Labelchef Olli Hahn, hat vorgeschlagen, ein Buch draus zu machen. Und dann sind wir da nochmal ganz anders rangegangen.</p>
<p><strong>Und die Arbeit ging erst richtig los?<br />
</strong></p>
<p>Den größten Teil hatte ich schon fertig. Ich hatte mich schon dran gewöhnt, Erinnerungen aufzuschreiben. Schwieriger war, alles in die richtige Reihenfolge zu kriegen. Dazu musste ich viele Sachen nachrecherchieren. Nicht dass ich falsche Daten reinschreibe oder sonstigen Quatsch verbreite! Zum Glück kam Timon Menge dazu, denn wir haben erkannt, dass da auch noch ein professioneller Journalist mitarbeiten sollte. Seine Erfahrung war wahnsinnig hilfreich, er hat zum Beispiel auch eine Biografie über die <a href="https://vampster.com/bands/die-toten-hosen/">TOTEN HOSEN</a> geschrieben. Er hat einige Interviews mit mir gemacht, um zu ergänzen, was in meinen Aufschrieben für eine fortlaufende Geschichte fehlte. Er hat ein paar Fehler verbessert, aber er hat jetzt nicht alles komplett neu geschrieben. Das ist schon so mein Schreibstil &#8211; durch den Filter eines Profis. Ich habe ja überhaupt keine Erfahrung in sowas.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-357097" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-soundchaser.png" alt="" width="1000" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-soundchaser.png 1000w, https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-soundchaser-800x800.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-soundchaser-150x150.png 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-soundchaser-380x380.png 380w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></strong></p>
<p><strong>Du hattest eben gesagt, dass du einiges nochmal recherchiert hast. Hast du ein Archiv? Oder wie bist du an die Infos aus der Vergangenheit gekommen?</strong></p>
<p>Ja, ich habe ein Archiv, aber das ist sehr unordentlich. Ordnung ist nicht meine Stärke. Es war echt viel Arbeit, erstmal eine Struktur anzulegen, um die richtigen Sachen zu finden. Zum Beispiel, wann welcher Song veröffentlicht wurde oder wann wir auf welchem Festival gespielt haben. Das sind viele Details, da wollte ich dann auch nicht irgendwelchen Mist rauslassen. Manche Sachen hat man ja auch anders in Erinnerung, als sie dann tatsächlich waren. Ich habe deshalb viel mit anderen Leuten gesprochen. Es geht schließlich um 40 Jahre, das ist eine verdammt lange Zeit.</p>
<p><strong>Du gehst offen mit dem Thema Depressionen um und schilderst, wie es dir ging und welche Konsequenzen es gab. War das eine bewusste Entscheidung, um Öffentlichkeit zu schaffen?</strong></p>
<p>Erstmal war es mir wichtig, dass das alles verständlich ist. Ich kann das nicht unter den Tisch fallen lassen, weil man sonst einige Entwicklungen nicht verstehen würde. Hatte die Freude an der Musik verloren, die Freude an der Band, den Drive, den Willen, weiter daran zu arbeiten.  Ich muss erklären, woran das lag. Denn es hatte nichts damit zu tun, dass mich Musik an sich nicht mehr interessiert oder dass ich meine Band doof fand. Wer schonmal durch eine Depression gegangen ist, weiß, dass einem einfach alles egal wird. Dass man einfach nicht mehr richtig funktionieren kann. Das ist eben auch ein Teil meiner Persönlichkeitsstruktur, der immer wieder rausbrechen kann und sich zu einer längeren Episode entwickeln kann, wenn ich nicht reagiere. Ich weiß normalerweise, was ich machen muss, um mich aus diesem Loch wieder rauszuholen.</p>
<p><strong>Wenn du so zurückblickst auf das Leben, gibt es Situationen, in denen du Dinge gerne anders gemacht hättest?  </strong></p>
<p>Was wäre denn passiert, hätte ich mich da anders entschieden – diesen Gedanken kennt wahrscheinlich jeder. Aber im Endeffekt, ist es schon vorbei, man kann nichts rückgängig machen. Im Englischen sagt man dazu Don’t cry over spilled milk. Auch meine Fehlentscheidungen und meine Fehler haben mich zu dem gemacht und zu dem gebracht, was ich heute bin. Und ich bin ja nicht unglücklich. Insofern ist das alles gut für mich!  Man muss zu seinen Fehlern stehen und sie annehmen, man kann nicht gut weiterleben, wenn man ständig mit sich hadert.</p>
<p><strong>Du schreibst auch offen über Querelen innerhalb der Band, Besetzungswechsel und Streitereien.</strong></p>
<p>Ich wollte nie schmutzige Wäsche waschen. Aber Musik ist auch ein Business und hat auch Schattenseiten. Und dass die da auch mal geschildert werden, fand ich durchaus spannend. Und an mancher Stelle musste ich einfach auch paar Tatsachen auf den Tisch legen, damit man versteht, warum Besetzungen zerbrochen sind. Das kann man im Nachhinein nicht schön reden. Es wäre ja albern, wenn ich jetzt sagen würde, ich hätte mich von den Jungs getrennt, weil sie so tolle Typen waren.</p>
<p><strong>Zu den positiven Momenten: Der Auftritt beim Dynamo Open Air 1997 war offenbar ein spezieller Moment für dich. <a href="https://vampster.com/bands/rage/">RAGE</a> sind mit Orchester aufgetreten. Wenn ich mich recht an den Auftritt erinnere, habt ihr euer Set zweimal gespielt, weil das Publikum nicht aufhörte, nach Zugaben zu verlangen.</strong></p>
<p>Ja, das stimmt. Die Leute wollten uns nicht gehen lassen. Das war toll, ich war komplett überwältigt. Vor allem, weil ich leicht bekifft auf die Bühne gegangen bin und total fertig war (lacht). Aber dann ging vom Publikum eine unglaubliche Energie aus, das hat mich aufgeputscht. Dieser Moment hat sich eingebrannt in meine Seele. Die Erinnerung daran gibt mir auch heute noch richtig Kraft. Ich bin einfach total dankbar, dass ich sowas erleben durfte und auch immer noch erleben darf.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-315620" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/RAGE_Summer_Breeze_20230819_11.jpg" alt="" width="1600" height="1067" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/RAGE_Summer_Breeze_20230819_11-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/RAGE_Summer_Breeze_20230819_11-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/RAGE_Summer_Breeze_20230819_11-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/RAGE_Summer_Breeze_20230819_11.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></p>
<p><strong>Ihr habt Metal mit einem Orchester auf die Bühne gebracht, das war damals noch recht ungewöhnlich.</strong></p>
<p>Für die Heavy-Metal-Szene waren wir Pioniere oder zumindest die erste Band, die mit einer so großen Produktion aufgetreten ist. Es lag damals in der Luft, auch die Gothic Metal-Szene, die sich entwickelte, arbeitete mit klassischen Instrumenten. <a href="https://vampster.com/bands/waltari/">WALTARI</a> aus Finnland arbeiteten auch mit einem Orchester, hatten aber einen ganz anderen musikalischen Ansatz. In den Folgejahren haben sehr viele Bands die Idee aufgegriffen. Allen voran <a href="https://vampster.com/bands/metallica/">METALLICA</a>, die das Thema erst so richtig groß gemacht haben. Es war eine Zeit des musikalischen Umbruchs, in der Grenzen eingerissen wurden. Das fand und finde ich gut, Metal vereint inzwischen so vieles.</p>
<p><strong>Du bist mit klassischer Musik aufgewachsen, auch das kann man nachlesen. Was ist für dich der Unterschied zwischen Heavy Metal und klassischer Musik?</strong></p>
<p>Es gibt keinen großen Unterschied. Klassische Musik ist Heavy Metal mit anderen Instrumenten. Oder umgekehrt. Eine Band wie <a href="https://vampster.com/bands/dream-theater/">DREAM THEATER</a> macht sowas, das ist irgendwie Zwölftonmusik, vergleichbar mit Stücken von Arnold Schönberg oder solchen Komponisten. Im Grunde sind Metal und Klassik eng verwandt:  Beides ist sehr kraftvolle Musik, die viel mit Harmonien und Polyrhythmik arbeitet, weit mehr als Popmusik oder elektronische Musik.</p>
<p><strong>Ich bin über einen Satz gestolpert, du schreibst über die öffentliche Wahrnehmung von Metal:  „Am erstaunlichsten finde ich jedoch, dass diese Musikrichtung auch 50 Jahre später noch weitestgehend im Verborgenen stattfindet, im sogenannten Underground“. Ich finde, das hat sich in den letzten Jahren schon sehr verändert – vielleicht auch durch die Berichterstattung über das Wacken Open Air auf allen Kanälen.</strong></p>
<p>Es ist natürlich nicht mehr ganz so krass, wie in den 80er-Jahren. Ich erinnere mich an ein Plakat der Polizei, auf dem die bösen Metaller in Handschellen verhaftet wurden. Damals war alles ein bisschen rebellischer. Klar, heute findet der Metal schon, wie soll ich sagen, mehr Gehör und hat einen besseren Ruf. Aber es ist trotzdem kein Mainstream, auch wenn es ein paar sehr große Bands gibt.</p>
<p><strong>Ihr habt mit 2001 den Song „Straight To Hell“ zum Kinofilm „Der Schuh des Manitu“ von Michael Bully Herbig beigesteuert. Du schreibst, dass das eure Welt auf den Kopf gestellt hat.</strong></p>
<p>Dabei war das Zufall. Bulli Herbig hat den Song in seinem Film verwendet. Der Film ging so durch die Decke, dass dann natürlich dieser Track auch zu einem ikonischen Song wurde, den halt unfassbar viele Leute kennen. Sobald das Riff irgendwo erklingt, werden die meisten Leute sofort anfangen zu zucken. Ich denke aber, dass wahrscheinlich 90 Prozent gar nicht wissen, von wem der Song ist. Dennoch sind wir damit ein bisschen in das kollektive Mainstream-Gedächtnis der Nation eingedrungen. Stefan Raab hat das dann weiter unterstützt, ist selber auch ein Fan der Band, mag selber auch Metal total gerne. Finanziell und kommerziell war das übrigens gar keine entscheidende Sache für die Band. Aber es es ist eine gewisse Anerkennung, über die ich mich freue.</p>
<p><strong>Das Buch beinhaltet auch eine sehr ausführliche Diskographie, zu einzelnen Tracks hast du Linernotes geschrieben.  Wie hast du diese Songs ausgesucht?</strong></p>
<p>Ganz spontan! Eigentlich wollte ich noch ein paar mehr machen, dazu reichte dann aber die Zeit nicht mehr. Deswegen hörte das dann einfach irgendwo auch auf. Sonst hätte ich natürlich auch noch ein paar aktuellere Songs beschrieben, vielleicht kann ich das mal nachholen. Zur Auswahl: Es sind Songs, die bei vielen Fans beliebt sind. Ich wollte dazu ein bisschen Hintergrundinfos liefern: Wie sind die Stücke entstanden? Wovon handeln die eigentlich genau? Meine Texte halte ich für relativ verständlich, aber manche Sachen sind schon ein bisschen philosophisch. Da hilft es, wenn man den Hintergrund kennt.</p>
<p>Auch die Danksagungen wollte ich nicht nur so hinrotzen, das sollte auch möglichst vollständig und interessant zu lesen sein. Sehr wichtig war mir auch der Nachruf für den Jochen Schröder. Er ist ja der Gründer der Band und war eine sehr wichtige Person in meinem Leben. Er ist auch der Erste, der nicht mehr unter uns ist. Er hat unbedingt einen Platz in dem Buch verdient. Es gab auch eine sehr schöne Reaktion seiner Schwester darauf, die zu unserem Jubiläums-Konzert gekommen ist – wir haben in dem Raum, in dem vor 40 Jahren alles begann, zum ersten Mal miteinander gesprochen, das war sehr bewegend.</p>
<p><strong>Gibt es für dich eigentlich ein Thema, das sich durch alle 28 RAGE-Alben zieht?  Es gibt das Maskottchen „Soundchaser“, Lovecraft spielt eine Rolle, aber ist da noch mehr?</strong></p>
<p>Ja, ein wichtiges Thema für mich ist, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir sterblich sind, dass das Leben nicht selbstverständlich ist.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-363314" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-peavy-wagner2-2024.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-peavy-wagner2-2024.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-peavy-wagner2-2024-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/rage-peavy-wagner2-2024-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><br />
Spielt da auch deine Faszination für Knochen eine Rolle? In deiner Biografie schreibst du zum Beispiel: „Ich sitze gern in meiner Knochenwerkstatt und bastle an Präparaten herum.“</strong></p>
<p>Auf jeden Fall. Die Arbeit mit Präparaten ist für mich eine große Inspiration und bringt mich auch immer wieder dazu, über solche Themen nachzudenken.</p>
<p><strong>Von der Vergangenheit und dem Verfall zur Gegenwart. Mit Jean Baumann hast du einen sehr, sehr jungen Mitmusiker, 30 Jahre jünger. Wie ist da die Zusammenarbeit?</strong></p>
<p>Jean hat einen anderen Zugang zur Musik. Das ist sehr inspirierend für mich, während ich ihn auch inspirieren kann, mit meiner Erfahrung. Wir beide sprechen musikalisch eine sehr ähnliche Sprache und verstehen uns wunderbar. Nicht nur auf der Bühne haben wir Spaß, sondern auch beim Songschreiben. Wir sind da wirklich unfassbar kreativ und produktiv, wir haben schon wieder das nächste Album oder zumindest zwölf neue Songs in der Pipeline.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[RAGE]]></band>
<genres><![CDATA[heavy metal]]></genres>
<wpid>363312</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>DE MORTEM ET DIABOLUM: Interview mit Jan und André</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/de-mortem-et-diabolum-interview-mit-jan-und-andre/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura Spadafora]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 14:11:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DE MORTEM ET DIABOLUM]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist so weit. Das De Mortem Et Diabolum geht am 6. und 7. Dezember 2024 in die zehnte Runde. Das erste Nullen haben wir uns zum Anlass genommen, die Organisatoren Jan und André zu ihrem Festival zu interviewen und sie zu fragen, wie und womit man es schafft, zu einer Institution innerhalb der düster-schwarzmetallischen Szene Berlins zu werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"> <strong>Was hat Euch ursprünglich dazu inspiriert, das Festival ins Leben zu rufen, und wie hat sich das <a href="https://vampster.com/bands/de-mortem-et-diabolum/">DE MORTEM ET DIABOLUM</a> Festival seit seiner Gründung entwickelt? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Ursprünglich inspiriert haben uns damals andere Events, die in Europa stattgefunden haben und teils bis heute stattfinden. Festivals, bei denen man merkte, dass die Veranstalter mehr Wert auf ein stimmiges Billing legen, als nur auf die „größten“ Namen zu achten. Wo die Zusammenstellung der Bands schon ein eigenes Gefühl erzeugt hat. Das waren damals das Beyond The Gates, das Funkenflug und das Nidrosian Black Mass. All diese Festivals eint(e), dass die Macher vieles in den Hintergrund stellen, um ein Gesamterlebnis zu bieten und die Kunst und Atmosphäre in den Mittelpunkt zu rücken. So etwas fehlte uns damals in Deutschland beziehungsweise speziell in Berlin. Und dann haben wir unser Festival in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Herausforderungen gibt es bei der Organisation eines so spezialisierten Festivals im Metal-Genre und welche Rolle spielt der internationale Charakter des Festivals für das Programm? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Um den ersten Teil der Frage zu beantworten: Die größte Herausforderung ist inzwischen sicherlich, ein finanziell stabiles Event zu schaffen und trotzdem den Werten treu zu bleiben. Also ein Billing zu kreieren, dass genügend Leute begeistert und zumindest kostendeckend ist, gleichzeitig aber dieses Feingefühl für besondere Acts und Shows beibehält. Für uns ist das in den vergangenen Jahren ein Auf und Ab gewesen, da auch die Pandemie ihren Beitrag geleistet und uns ziemlich angeschlagen zurückgelassen hat. Wir sind aber guter Dinge, uns stabilisiert zu haben, um weiterhin großartige Billings zu basteln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für uns ist der internationale Charakter ebenso wichtig wie der regionale. Seit dem ersten <a href="https://vampster.com/bands/de-mortem-et-diabolum/">DE MORTEM ET DIABOLUM</a> haben wir viele internationale Besucher – darüber freuen wir uns jedes Mal enorm. Allein, dass wir als kleines Festival neben zahlreichen europäischen Gästen bereits Menschen aus den USA, Australien, Mexiko und Neuseeland begrüßen durften, macht uns sehr stolz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">André: Ich möchte ergänzen, dass die Konkurrenzsituation trotz der Spezialisierung auf sehr extreme Musik riesig ist. Wer sich in der Szene befindet, weiß das: Gerade im Herbst und Winter finden allein in Berlin permanent Konzerte statt. Zusätzlich gibt es Indoorfestivals mit ähnlicher Ausrichtung im selben Jahresviertel. Weitere finden zu einer anderen Jahreszeit statt, sprechen aber die gleiche Zielgruppe an. Das ist einerseits großartig, weil es zeigt, wie sehr die Szene floriert – und davon profitieren auch wir, denn wir gehen selbst zu Konzerten und Festivals und unterstützen andere Veranstalter:innen gern. Aber faktisch ist es ein Wettbewerb, in dem man um Gäste buhlt, die natürlich nicht jedes Event besuchen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Umso wichtiger ist es für uns, dass wir nicht nur ein besonderes Billing, sondern eine richtig gute Zeit bieten – bis hin zu einer transparenten Kommunikation rund um die Festivals. Bei aller Romantisierung, der wir an sich selbstverständlich zustimmen, ist auch ein Black-Metal-Festival auf diesem Level ein Geschäft, bei dem es um das private Geld des Veranstalterteams geht. Deshalb sind wir so dankbar für alle, die unsere Events besuchen, begeistert sind und wiederkommen. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" class="wp-image-342107" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-004.png" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-004.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-004-800x533.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-004-380x253.png 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wählt Ihr die Bands für das Festival aus, gibt es bestimmte Kriterien? Und was sind die Highlights der diesjährigen Ausgabe? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Das De Mortem Et Diabolum entsteht vor allem in meinem Kopf. Bei der Walpurgisnacht bucht André noch mit, um es vielseitiger und im positiven Sinne „anders“ zu gestalten. Es gibt Kriterien, aber ich bekomme sie nie verschriftlicht oder in Worte gefasst. Die Bands müssen zu uns passen. Was das genau bedeutet? Keine Ahnung, haha. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Highlights sind ja immer sehr subjektiv. Aber ich denke, wir haben wieder ein vielseitiges Billing mit bärenstarken Größen aus verschiedenen Subgenres und starken Geheimtipps zum Entdecken, die die Würze ausmachen. Von daher mag ich ehrlich gesagt keine einzelne Band herausheben – da ich von allen überzeugt bin. Besonders sind aber sicherlich die Special-Sets von THE RUINS OF BEVERAST, <a href="https://vampster.com/bands/ancient/">ANCIENT</a>, <a href="https://vampster.com/bands/drowned/">DROWNED</a> und <a href="https://vampster.com/bands/agrypnie/">AGRYPNIE</a>, die es so nicht allzu oft zu sehen geben wird. Aber auch <a href="https://vampster.com/bands/schammasch/">SCHAMMASCH</a> mit neuem Album oder die seltene Gelegenheit, <a href="https://vampster.com/bands/the-flight-of-sleipnir/">THE FLIGHT OF SLEIPNIR</a> in Europa zu sehen, sind definitiv herauszuheben. Trotzdem noch mal: Wir sind von jeder Band im Billing absolut überzeugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">André: Das <a href="https://vampster.com/bands/de-mortem-et-diabolum/">DE MORTEM ET DIABOLUM</a> ist bei Jan super aufgehoben. Es ist sein Baby, er hat das Festival mit einer klaren Vision gegründet, die er nach wie vor verfolgt. Aber ich kann es mir nicht nehmen lassen, zumindest zu betonen, dass <a href="https://vampster.com/bands/desaster/">DESASTER</a> ursprünglich mal meine Idee waren, haha. Genau sowas macht ein Billing auch richtig interessant: Wenn mal eine Band auftaucht, mit der man eigentlich nicht rechnet. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es eine bestimmte Band oder einen Künstler, den Ihr Euch unbedingt einmal auf dem Festival wünschen würdet? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Ja, da gibt es einige, aber ich möchte da nicht ins Detail gehen. Manche Dinge klappen vielleicht mal, andere nicht. Es ist aber beispielsweise kein Geheimnis, dass ich mir MARE sehr gut bei uns vorstellen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">André: Man hat so seine persönlichen Lieblinge. Wenn ich träumen darf, würde ich <a href="https://vampster.com/bands/arckanum/">ARCKANUM</a> mit exklusivem Fokus auf Album eins und zwei bei uns sehen. Nun, wie gesagt, Träumereien. Generell lasse ich mich immer gern von Livemomenten inspirieren. Eine der aktuell besten Livebands, mit großem Abstand, sind für mich beispielsweise <a href="https://vampster.com/bands/dool/">DOOL</a>, die bei uns auch aus dem typischen musikalischen Rahmen fallen würden. Ich hoffe sehr, sie mal auf unserer <a href="https://vampster.com/bands/walpurgisnacht/">WALPURGISNACHT</a>-Bühne zu sehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" class="wp-image-322308" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/GROZA-War-Against-War-2023-004.png" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/GROZA-War-Against-War-2023-004.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/GROZA-War-Against-War-2023-004-800x533.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/GROZA-War-Against-War-2023-004-380x253.png 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was macht die Fans des <a href="https://vampster.com/bands/de-mortem-et-diabolum/">DE MORTEM ET DIABOLUM</a> Festivals besonders? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Ich denke, jeder einzelne Gast trägt zur Gesamtstimmung des Festivals bei. Mein Eindruck ist, dass unsere Besucher wegen der Musik kommen, der Kunst mit viel Respekt begegnen und gleichzeitig Spaß vor Ort haben. Das führt insgesamt zu einer sehr angenehmen Grundstimmung, die sich auch auf uns und die Bands überträgt. In der Regel trifft es die Beschreibung „respektvoll“ daher sehr gut. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche neuen Erfahrungen erwarten die Besucher 2024 (z. B. Merchandising, Food-Stände usw.)? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Wir haben dieses Jahr nur Dinge im Detail angepasst, die vermutlich kaum auffallen werden. Große Neuerungen sind nicht geplant. Zum Jubiläum gibt es allerdings noch eine Band mehr als letztes Jahr, dass ist vermutlich die größte Änderung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">André: Wir möchten das Jubiläum auch gar nicht durch irgendwelche Extras künstlich aufplustern. Stattdessen sollen einmal mehr die Musik und Kunst im Vordergrund stehen. Und dafür gibt es dann eben, wie Jan schon sagt, noch eine Band on top. Allerdings möchte ich an der Stelle auch noch mal die Special-Sets erwähnen – das sind schon echte Leckerbissen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht noch ein kurzer Ausblick auf die <a href="https://vampster.com/bands/walpurgisnacht/">WALPURGISNACHT</a> im nächsten Jahr. Es steht auch schon auf dem Flyer: Wir haben zum ersten Mal einen Überraschungsauftritt geplant, der bei passendem Wetter draußen an der Feuerstelle stattfinden wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neben dem eigentlichen <a href="https://vampster.com/bands/de-mortem-et-diabolum/">DE MORTEM ET DIABOLUM</a> findet im Frühjahr seit ein paar Jahren die <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/WALPURGISNACHT/">WALPURGISNACHT</a> statt. Im Endeffekt seid Ihr also expandiert und veranstaltet somit jährlich gleich zwei Black Metal-Indoorfestivals. Gibt es Pläne, das Festival über die Grenzen Berlins hinaus zu erweitern oder neue Elemente hinzuzufügen? Wie seht Ihr die Zukunft des Festivals in den nächsten 5 bis 10 Jahren? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Die Idee zur Walpurgisnacht entstand, da uns aufgefallen ist, dass wir auch gerne etwas experimentierfreudiger werden – also musikalisch. Wie gesagt habe ich ein bestimmtes Bild vom De Mortem im Kopf und vieles, das wir auf der Walpurgisnacht bieten, würde beim De Mortem nicht zu diesem Bild passen. So entstand die Idee eines zweiten Events, bei dem man den Kosmos düsterer und extremer Musik zwar nicht verlässt, aber auch über den Tellerrand/Horizont blickt. Die Walpurgisnacht will bei uns keiner mehr missen und sie hat in unseren Planungen inzwischen das gleiche Gewicht wie unser Hauptevent. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt bei uns, wir sind fünf Leute, immer zahlreiche Ideen und Gedankenspiele. Spruchreif ist hier aber nichts, weshalb ich die Frage zu Plänen oder gravierenden neuen Elementen verneinen muss. But you never know. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In 5 bis 10 Jahren? Dass ist sehr lang gedacht. Wir sind zwar alle nicht alt, aber eben auch nicht jung. Und viele Lebensentwürfe- und Lebensrealitäten verändern sich. Daher ist es aktuell schwer zu sagen, wo wir die Events dann sehen – wir hoffen, dass wir beide Veranstaltungen noch lange machen. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" class="wp-image-342096" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-001.png" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-001.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-001-800x533.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Walpurgisnacht-2024-001-380x253.png 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche persönlichen Highlights habt Ihr im Laufe der Jahre als Veranstalter erlebt? </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Zahlreiche. Aber ich will hier nicht groß ausschmücken. Allgemein gesprochen lernt man unglaublich viele interessante Menschen kennen und hat tolle Momente. Im Grunde geht es für mich ohnehin viel um Erlebnisse und darum, für mich persönlich Erinnerungen zu schaffen – und da gibt es in diesem Kontext jetzt unzählige. </p>



<p class="wp-block-paragraph">André: Jetzt romantisiere ich dann doch, aber ich muss es einfach so formulieren: Wenn Gäste und Bands ehrlich begeistert sind, und das spüren wir ja in der direkten und indirekten Kommunikation, ist das wirklich ein grandioses Gefühl. Denn du hast etwas auf die Beine gestellt, das andere Menschen glücklich macht. Black Metal hin oder her, das schätze ich total.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und zu guter Letzt ein brisantes, aber besser nicht unangesprochenes Thema: Politik. In keinem anderen Subgenre des Metals unterwandert speziell im Black Metal leider der &#8222;braune Flügel&#8220; die Szene. Wie weitreichend sind Eure Recherchen, was die Connections und Aktivitäten der auftretenden Künstler abseits der Bühnen des DMED betrifft? Auf vergangene Auftritte möchten wir hier aber nicht speziell eingehen, sondern die Frage einfach allgemein halten</strong>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jan: Ja, ein Thema, dass uns natürlich immer wieder umtreibt. Ich möchte die Antwort aber relativ knapphalten: Wir recherchieren sehr genau, führen persönliche Gespräche und haben auch unsere Erfahrungen gemacht. Grundsätzlich haben bei uns keine Formen von Diskriminierung etwas verloren. Und wir achten auch sehr genau darauf, wer bei uns spielt. Allerdings sind wir uns auch bewusst, dass nicht alles, was im Internet steht, korrekt und dass die Welt nicht schwarz-weiß ist. Dementsprechend haben wir eigene Grenzen für uns gesteckt, hinter denen wir stehen können, die aber nicht zwingend jeder Einzelperson gefallen (in die eine wie die andere Richtung).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend können wir Jan und André nur noch danken, dass sie so viel Herzblut und Engagement in ihre beiden Festivals stecken. Wir jedenfalls sind schon hibbelig wie&#8217;n Hamster auf Koffeintablette und freuen uns wie Bolle auf das Happening. Stay tuned!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[DE MORTEM ET DIABOLUM]]></band>
<genres><![CDATA[black metal, doom metal]]></genres>
<wpid>361214</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>IMPELLITTERI: Wir spielen so gut, dass es keinen Grund gibt, aufzuhören!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/impellitteri-wir-spielen-so-gut-dass-es-keinen-grund-gibt-aufzuhoeren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wings]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 12:27:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[IMPELLITTERI]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=358912</guid>

					<description><![CDATA[Gitarrist Chris spricht über das neue Album "War Machine", die Zusammenarbeit mit Paul Bostaph und die Treue zu IMPELLITTERIs eigenem Sound. Ein spannender Einblick in die Entstehung der Musik, seine Leidenschaft für Tempo und Riffs – und wie es um die Aussicht auf eine Europatour steht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hallo Chris, als langjähriger Fan ist es mir eine Ehre und ein Vergnügen, dich interviewen zu können. Tatsächlich war die zweite CD, die ich in meinem Leben gekauft habe, „Stand In Line“, gleich als sie 1988 veröffentlicht wurde…</strong></p>
<p><strong>Erzähl uns etwas über die Entstehung des neuen Albums „War Machine“, das am 08. November bei Frontiers Records erscheinen wird:</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-353430 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/IMPELLITTERI-War-Machine-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/IMPELLITTERI-War-Machine-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/IMPELLITTERI-War-Machine-Cover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/IMPELLITTERI-War-Machine-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/IMPELLITTERI-War-Machine-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Wir haben das Album in den NRG-Studios in Hollywood, Kalifornien, aufgenommen. Unsere Band ist immer „on fire“, wenn wir live spielen.  Daher wussten wir, wenn wir unsere Live-Performances im Studio zusammen als Band einfangen könnten, dann würde die Platte großartig werden. Außerdem schienen die Songs, die wir für dieses Album geschrieben haben, magisch zu sein!  Chris, Rob, Paul und James haben gleichermaßen zu diesem Album beigetragen, mit der gemeinsamen Vision, das beste Metal-Album unserer Karriere zu machen.</p>
<p><strong>Als Schlagzeuger präsentiert ihr mit Paul Bostaph wieder einmal einen absoluten Ausnahmetrommler. Wie kam die Zusammenarbeit zustande? Und wie wichtig ist es für euch, dass es sich um Metal-Schlagzeuger handelt? Paul war ja vorher hauptsächlich im Thrash Metal (u.a. bei <a href="https://vampster.com/bands/testament/">TESTAMENT</a> und <a href="https://vampster.com/bands/slayer/">SLAYER</a>) unterwegs.</strong></p>
<p>Nachdem Rob, ich und James den Großteil der musikalischen Ideen für das neue Album ausgearbeitet hatten, war es an der Zeit, einen Schlagzeuger zu finden, der zu unserer Musik passt. Wir haben etwa fünf sehr bekannte Schlagzeuger zur Audition in Betracht gezogen, aber Pauls Schlagzeugspiel passte sofort zu unserer Musik und machte die Musik sogar noch heavier und aggressiver! Zu diesem Zeitpunkt wussten wir also, dass Bostaph der richtige Schlagzeuger für uns war. Unser Manager rief Paul an und er war sofort interessiert, da er die Band <a href="https://vampster.com/bands/impellitteri/">IMPELLITTERI</a> kannte. Wir brachten Paul nach Los Angeles und schufen unser Meisterwerk mit ihm im Studio.</p>
<p><figure id="attachment_359482" aria-describedby="caption-attachment-359482" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-359482 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-060-photo-by-Alex-Solca-800x534.jpg" alt="Impelliteri. Photo By Alex Solca." width="800" height="534" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-060-photo-by-Alex-Solca-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-060-photo-by-Alex-Solca-1200x801.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-060-photo-by-Alex-Solca-380x254.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-060-photo-by-Alex-Solca-scaled.jpg 2560w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-359482" class="wp-caption-text">Impelliteri. (Photo: Alex Solca)</figcaption></figure></p>
<p><strong>Eine Besonderheit von IMPELLITTERI ist, dass ihr in 37 Jahren auf 12 Longplayern und etlichen EPs ausschließlich mit <a href="https://vampster.com/bands/graham-bonnet/">Graham Bonnet</a> und <a href="https://vampster.com/bands/rob-rock/">Rob Rock</a> als Sänger gearbeitet habt, mit einer Ausnahme. Was gibt es darüber zu erzählen?</strong></p>
<p><figure id="attachment_359487" aria-describedby="caption-attachment-359487" style="width: 150px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-359487 size-thumbnail" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-010-Rob-Rock-photo-by-Alex-Solca-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><figcaption id="caption-attachment-359487" class="wp-caption-text">Impelliteri (Rob Rock). Photo By Alex Solca.</figcaption></figure></p>
<p>Rob war immer der Hauptsänger von IMPELLITTERI, tatsächlich hat Rob die Band mit mir zusammen gegründet. Bis heute haben Rob und ich einen sehr einzigartigen Sound geschaffen, der mit unserem ersten Album, der IMPELLITTERI Black EP (Anm. des Verf.: 1987 auf Relativity Records erschienen) begann. Diese erste Platte etablierte unseren Sound als schnelle Power Metal-Band mit Vivaldi-artigen Soli und großartigem Gesang. Gleichzeitig hat Graham Bonnet ein großes Vermächtnis mit IMPELLITTERI, da er 1988 das Album „Stand in Line“ mitgeschrieben, aufgenommen und live gespielt hat, dass in Amerika und Japan ein großer Erfolg war. Graham war auch am „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/impellitteri-system-x/">System X</a>“ Album beteiligt, dass viele unserer Fans lieben. Graham und Rob sind beide fantastische Sänger.</p>
<p><strong>Die einzige Ausnahme war Curtis Skelton auf „Pedal to the Metal“, von dem man weder vorher noch nachher im Metal-Zirkus etwas gehört hatte. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und wie bewertest du dieses Album rückblickend?</strong></p>
<p>Es gab ein Album, bei dem ein talentierter Sänger namens Curtis Skelton mit uns arbeitete und er machte einen tollen Job, aber das Album klang nicht wie IMPELLITTERI. Es war ein Experiment, um ein moderner klingendes Album zu machen. Es wurde gut aufgenommen, aber ich wollte wieder zu der schnellen, technischen Musik mit großen Melodien zurückkehren. So kam Rob zurück in die Band, damit wir weiter an unserem Vermächtnis arbeiten konnten.</p>
<p><strong>Graham Bonnet gilt als etwas schwierig, hat aber mit „Stand In Line“ und „System X“ zwei Spitzenleistungen abgeliefert. Wie war die Zusammenarbeit und wird er vielleicht in Zukunft wieder auf einem eurer Alben erscheinen?</strong></p>
<p>Graham ist ein erstaunlicher Sänger und verdient eine Menge Anerkennung für das, was er musikalisch mit unserem „Stand in Line“-Album zusätzlich zu „System X“ geschaffen hat. Graham ist ein netter, freundlicher Mensch, der die Stimme eines Löwen hat. Ich habe es genossen, mit Graham Musik zu machen und live aufzutreten, es war eine ganz besondere Zeit in der Karriere der Band! Allerdings ist Rob der Sänger der Band aber es wäre toll, wenn Rob und Graham in der Zukunft ein Duett machen würden!</p>
<p><strong>Für alle deutschen Fans ist es ein lang gehegter Wunsch, IMPELLITTERI auf Tour in Deutschland zu sehen. Ist das realistisch? Und wo würdet ihr gern mal spielen?</strong></p>
<p><figure id="attachment_359489" aria-describedby="caption-attachment-359489" style="width: 150px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-359489 size-thumbnail" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-031-Chris-IMPELLITTERI-photo-by-Alex-Solca-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><figcaption id="caption-attachment-359489" class="wp-caption-text">Impelliteri (Chris Impelliteri). Photo By Alex Solca.</figcaption></figure></p>
<p>Wir haben ja bereits auf dem Bang Your Head Festival in Deutschland gespielt (Anm. des Verf.: 2016) und es war fantastisch&#8230; die Fans schienen unsere Band zu lieben! Ich würde gerne in Wacken und bei den anderen großen Metalfestivals in Deutschland spielen.</p>
<p><strong>Ist Europa überhaupt ein interessanter Markt für euch?</strong></p>
<p>Ja, wir arbeiten mit einem Agenten zusammen und versuchen, bald eine Europatournee auf die Beine zu stellen!</p>
<p><strong>Ist die Musik ein Vollzeitjob für dich, oder hast du auch einen Tagesjob?</strong></p>
<p>Musik ist mein Vollzeitjob!</p>
<p><strong>Eine hierzulande eher unbekannte Episode ist deine Teilnahme an ANIMETAL USA. Was gibt es dazu zu sagen?</strong></p>
<p>Die Band ANIMETAL war eine Supergruppe, bei der jedes Mitglied von Sony Japan ausgewählt wurde. Die Band bestand aus mir, Scott Travis von <a href="https://vampster.com/bands/judas-priest/">JUDAS PRIEST</a>, Rudy Sarzo von <a href="https://vampster.com/bands/ozzy-osbourne/">OZZY OSBOURNE</a>/ <a href="https://vampster.com/bands/whitesnake/">WHITESNAKE</a> und Mike Vescera von <a href="https://vampster.com/bands/loudness/">LOUDNESS</a>. Es war eine verrückte Band und in Asien sehr beliebt.</p>
<p><strong>Was dich meiner Meinung nach von vielen anderen Gitarrenvirtuosen unterscheidet, ist, dass du auch der Rhythmusgitarre große Bedeutung beimisst. Was ist euer Ansatz beim Songwriting?</strong></p>
<p><figure id="attachment_359491" aria-describedby="caption-attachment-359491" style="width: 150px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-359491 size-thumbnail" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-026-James-Pulli-photo-by-Alex-Solca-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><figcaption id="caption-attachment-359491" class="wp-caption-text">Impelliteri (James Pulli). Photo By Alex Solca.</figcaption></figure></p>
<p>Unsere Musik beginnt immer mit einem großen Riff, gefolgt von einer großartigen Melodie. IMPELLITTERI haben immer großartige Riffs, die Soli sind nur ein zusätzlicher Bonus, der die Musik interessanter macht.</p>
<p><strong>Was über die Jahre hinweg auffällt, ist, dass ihr euch nie Trends und Tendenzen angepasst habt, sondern immer eurer Linie treu geblieben seid und reinrassigen Metal gespielt habt. War das nicht manchmal schwierig? Und gibt es andere Musikstile, die du gerne mal ausprobieren würdest?</strong></p>
<p>Für den größten Teil unserer Karriere sind wir unserem Sound treu geblieben, der zum Teil aus Power Metal, zum Teil aus klassisch angehauchtem Metal und einer Menge technischer Spielereien besteht. Ich liebe klassische Musik wie Vivaldi!</p>
<p><strong>Wen würdest du als deine größten Einflüsse im Bereich der klassischen Musik und als Gitarristen bezeichnen?</strong></p>
<p>Vivaldi, Bach, Beethoven, Grieg, Eddie Van Halen, Al DiMeola und John McLaughlin.</p>
<p><strong>Gibt es jüngere Gitarristen, die du als von dir beeinflusst erkennst?</strong></p>
<p><figure id="attachment_359492" aria-describedby="caption-attachment-359492" style="width: 150px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-359492 size-thumbnail" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Impellitteri-047-Paul-Bostaph-photo-by-Alex-Solca-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /><figcaption id="caption-attachment-359492" class="wp-caption-text">Impelliteri (Paul Bostaph). Photo By Alex Solca.</figcaption></figure></p>
<p>Ja, aber es ist deren Sache, dir das zu sagen, nicht meine.</p>
<p><strong>Das aktuelle Album „War Machine“ hat sich wieder einmal als Scheibe entpuppt, bei der das Up-Tempo regiert. Wird man mit dem Alter nicht einmal ruhiger?</strong></p>
<p>Danke. Aber es geht nicht ums Alter&#8230; es geht um Leidenschaft und Selbstentfaltung.</p>
<p><strong>Was erwartest du vom neuen Album?</strong></p>
<p>Endlich von der Metal-Gemeinde akzeptiert zu werden!</p>
<p><strong>Und wie seht ihr die Zukunft? Für die Band und dich persönlich und für den Metal und das Musikgeschäft im Allgemeinen.</strong></p>
<p>IMPELLITTERI werden weiter touren, neue Musik schreiben und neue Alben aufnehmen. Wir spielen so gut, dass es keinen Grund gibt, aufzuhören.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[IMPELLITTERI]]></band>
<genres><![CDATA[TRADITIONELL, heavy metal, power metal]]></genres>
<wpid>358912</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>THE CROWN: Interview mit Marko Tervonen zum neuen Album „Crown Of Thorns“</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/the-crown-interview-mit-marko-tervonen-zum-neuen-album-crown-of-thorns/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andrea]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2024 14:39:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Weekly Metal News]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[THE CROWN]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=356851</guid>

					<description><![CDATA[Ein Gründungsmitglied steigt aus, ein anderes kommt zurück, dazu ein neuer Drummer und ein Album, dessen Titel "Crown Of Thorns" an die 90er Jahre und die ersten Jahre der Band erinnert - was ist da los? Wir haben bei Marko Tervonen, Gitarrist und Gründungsmitglied der schwedischen Death Metal Band THE CROWN nachgefragt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als zweite Single habt ihr „Gone To Hell“ veröffentlicht – einen vergleichsweise langsamen Song. Gleichzeitig habt ihr euch gegen die „Death Metal Police“ in Stellung gebracht. Der Song war gerade veröffentlicht, da hast du schon geschrieben, dass du mit Reaktionen wie „Was ist das für softer Scheiß?!&#8220; rechnest.<br />
</strong></p>
<p>Und ich hatte Recht, denn natürlich kritisierten einige: „Oh, das klingt aber nicht wie <em>&#8218;</em>Under The Whip<em>&#8218;</em>“. Dabei könnte man nach all den Jahren wissen, dass wir immer auch langsamere Sachen gemacht haben. Aber manche reagieren, als hätten wir die Death-Metal-Szene komplett verraten.</p>
<p>Eigentlich sollte „Gone To Hell“ sogar der erste Vorab-Song von &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-crown-of-thorns/">Crown Of Thorn</a><a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-crown-of-thorns/">s</a>&#8220; werden. Ich wollte direkt mit dem ersten Video ein  Zeichen setzen und alle ein bisschen zu erschrecken. Aber es gab unterschiedliche Meinungen, also machten wir einen Kompromiss und veröffentlichten „Gone To Hell“ als zweite Single.  Andererseits mögen viele den Song. Mein Bauch sagte mir, es ist die richtige Wahl, wir haben damit vielleicht auch neue Leute erreicht. Dazu kommt, dass es der einzige Song ist, den ich jemals zusammen mit unserem Bassisten Magnus geschrieben habe. Es war eine kleine Abschiedsgeste für ihn, da er die Band ja nach 32 Jahren verlassen hat.</p>
<p><strong>Zumal „We Drift On“ vom letzten Album „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-royal-destroyer/">Royal Destroyer</a>“ sogar noch viel weniger mit Death Metal im klassischen Sinne gemeinsam hatte.  </strong></p>
<p>Ja, das stimmt. Das ist ein tatsächlich  ein echter Rocksong, da ist nichts Beängstigendes dabei, aber die Leute reagieren seltsam.</p>
<p><strong>Und unterm Strich hört man bei diesen beiden Songs oder Nummern wie „Bow To None“ von der „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-possessed-13/">Possessed 13</a>“ oder gar uralten, aber auch langsamen Stücken wie „13 Candles“ von eurem Debüt „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/crown-of-thorns-the-burning/">The Burning</a>“, dass es Songs von THE CROWN sind – denn ihr habt einen einzigartigen Sound, der mir auch auf dem neuen Album „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-crown-of-thorns/">Crown Of Thorns</a>“ ausgesprochen gut gefällt, weil er so schön altmodisch ist. Besonders mag ich das Schlagzeug und den Snare-Sound, weil er nicht klingt, als ob eine Blechbüchse auf Betonboden fällt.</strong></p>
<p>Man hört echte Drums, die Produktion ist einfach und rau. Normalerweise nimmt man die Gitarren mehrmals übereinander auf, um sie ein bisschen fetter zu machen. Das machen viele, wir haben das auch schon gemacht. Aber das ist ein alter Trick aus den 80ern, der damals nötig war. Heute gibt es andere Werkzeuge, um diesen Sound zu erzeugen.  Das lässt auch mehr Platz für das Schlagzeug und auch den Bass. Ich habe das zwar schon in der Vergangenheit gesagt, aber diesmal ist es wirklich die beste Produktion, die wir je hatten!</p>
<p><figure id="attachment_356857" aria-describedby="caption-attachment-356857" style="width: 1080px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-356857 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-bandfoto-2024.jpg" alt="" width="1080" height="657" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-bandfoto-2024.jpg 1080w, https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-bandfoto-2024-800x487.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-bandfoto-2024-380x231.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /><figcaption id="caption-attachment-356857" class="wp-caption-text">Das THE CROWN Line-up im Jahr 2024: Johan Lindstrand (Gesang), Mikael Norén (Schlagzeug), Marko Tervonen (Gitarre), Mattias Rasmussen (Bass), Marcus Sunesson (Gitarre)</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wo findest du eigentlich immer die fantastischen Drummer? Janne Saarenpää ist zwar nahezu unerreicht, aber mit Henrik Axelsson habt ihr nach seinem Ausstieg einen wirklich guten Ersatz gefunden. Und nun, da Henrik in Richtung <a href="https://vampster.com/bands/hypocrisy/">HYPOCRISY</a> abgewandert ist, zaubert ihr Mikael Norén aus dem Hut. Und der ist eine 11 von 10.</strong></p>
<p>Michael ist deutlich jünger ist als wir, quasi halb so alt. Er spielt auch bei der Band <a href="https://vampster.com/bands/impious/">IMPIOUS</a>, die wie wir aus Trollhättan kommen. Wir kennen uns seit Ewigkeiten. Sein erster Superheld-Schlagzeuger war Janne Saarenpää. Er weiß also ganz genau, wie das Schlagzeug bei THE CROWN sein sollte. Er ist unglaublich, er ist eine verdammte Maschine – das sage ich jetzt nicht, weil er bei THE CROWN spielt. Er hat nicht dieses Drummer-Ego. Viele Drummer haben offenbar das Gefühl, sich immer beweisen zu müssen.  Das ist bei ihm anders, wir müssen nicht darüber diskutieren, wenn ich bei Songs wie „Gone to Hell“ oder „Agitator“ keine Drum-Fills will. Aber wenn man ihm Freiraum lässt, dann macht wahnsinnige Dinge. Er ist unglaublich talentiert.</p>
<p><strong>IMPIOUS ist ein gutes Stichwort. Was wurde denn aus Gitarrist Robin Sörqvist, der auch dort spielt und bis vor kurzem auch bei THE CROWN Gitarrist war?</strong></p>
<p>Robin hat die Band aus ähnlichen Gründen wie unser Bassist Magnus verlassen. Beide hatten das Gefühl, dass sie nichts mehr beitragen können. Robin sagte zu mir, dass er nicht mehr mit dem Herzen dabei sei. Und das ist der beste Grund, eine Band zu verlassen. Es gab nie böses Blut, es ging einfach auseinander. So war es auch mit Magnus, er macht inzwischen eine Menge anderer kreativer Dinge, wahrscheinlich veröffentlicht er in ein paar Jahren ein Buch. Aber er fühlte einfach, dass das Death-Metal-Ding, das wir drei Jahrzehnte lang gemacht haben, nicht mehr genug war. Er konnte es nicht weiterentwickeln. Und Robin fühlte sich ähnlich.</p>
<p><strong>Reden wir über weitere Personalwechsel: Euer neuer Bassist Mattias Rasmussen kommt aus der Punk-Szene.</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-278925" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-Mattias-Arvid-Rasmussen.png" alt="" width="400" height="417" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-Mattias-Arvid-Rasmussen-380x397.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-Mattias-Arvid-Rasmussen-80x83.png 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-Mattias-Arvid-Rasmussen-77x80.png 77w, https://vampster.com/wp-content/uploads/the-crown-Mattias-Arvid-Rasmussen.png 712w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ja. Henrik hat ihn uns vorgestellt, Mattias kommt aus Mariestad, in dieser Kleinstadt gibt es unzählige Punk- und Crustbands und er hat seit seiner Jugend immer in vielen davon gespielt. Punks haben ja oft mehrere Bands gleichzeitig und sind total gut vernetzt. Er kennt unglaublich viele Leute, wenn wir Sticker oder sowas brauchen, weiß er sofort, wer in guter Qualität drucken kann. Seine andere Band heißt DENY, ich habe ihr aktuelles Album gemischt. Und dann gibt’s da noch die Band BÖDEL, in der er Gitarre spielt und seine Tochter Leya singt.</p>
<p><strong>Du bist nach dem Ausstieg von Magnus der Haupt-Songwriter, und hast zumindest für dieses Album fast alle Songs alleine geschrieben. Ist das einfacher oder schwieriger?</strong></p>
<p>Beides! Denn als Magnus ging, musste ich zwangsläufig einen Schritt machen: Hocharbeiten oder zurücktreten. Ich stand unter Druck, wir haben unseren eigenen Stil. Magnus ist eher der punkige, rockige Typ und ich bin der melodische Typ – das war unsere Mischung. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie es weitergehen soll – zum Beispiel auf meinen Laufrunden. Und dann entschied ich, dass ich nicht versuchen würde, Magnus’ Stil in einigen Songs zu kopieren. Das war eine große Erleichterung.ich konnte ich zum ersten Mal ein Album richtig planen. Am Ende hatte ich 19 Songs – und habe die ausgesucht, die jeweils einen eigenen Charakter haben.</p>
<p><strong>Euer neuer Bassist Mattias hat „Hunt With Devil“, den Opener des neuen Albums, geschrieben. Das ist überraschend, der genau dieser Track ist 100 Prozent THE CROWN.<br />
</strong></p>
<p>&#8222;Hunt With The Devil&#8220; und &#8222;Mind Collapse&#8220;, einer der Bonusssongs des Albums, sind von ihm, ich vermute, dass er Death-Metal-Songs schreiben wollte. Im Grunde sind alle Riffs darin von ihm, wir haben dann gemeinsam daran gearbeitet und ein bisschen herumgespielt,  Unser Sänger Johan hat die Texte dazu geschrieben. „Hunt With The Devil“ musste der erste Song sein, den danach beginnt all das melodische Zeug.</p>
<p><strong>Und wie kam Marcus Sunesson zurück zu The Crown? Er gehörte bis 2013 zur Band und ist nun wieder dabei<br />
</strong></p>
<p><figure id="attachment_356858" aria-describedby="caption-attachment-356858" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-356858" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-CROWN-marcus-sunesson.jpg" alt="" width="400" height="504" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-CROWN-marcus-sunesson.jpg 635w, https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-CROWN-marcus-sunesson-380x479.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-356858" class="wp-caption-text">Marcus Sunesson verließ THE CROWN im Jahr 2013 und kehrte jetzt wieder zurück</figcaption></figure></p>
<p>Wir waren zu 80 Prozent fertig mit dem Songwriting, als Robin uns mitteilte, dass er die Band verlassen werde. Wir brauchten einen neuen Gitarristen, aber mir fiel spontan niemand ein, den ich anrufen könnte. Ich habe es ewig vor mir hergeschoben, mir dazu Gedanken zu machen und ging davon aus, das es sich schon irgendwie von selbst regeln wird <em>(lacht)</em>. Ich hatte keine Lust auf Castings. Es war schon schwierig genug, unsere Ärsche in den Proberaum zu bekommen. Also verging die Zeit. Ich habe nicht an Marcus gedacht, weil es über ein Jahrzehnt her ist, dass er Teil der Band war. Er hat sein Ding gemacht, und ich hatte nur wenig Kontakt zu ihm. Er hatte THE CROWN damals wegen seiner neuen Band <a href="https://vampster.com/bands/engel/">ENGEL</a> verlassen, und war dann bei <a href="HTTPS://VAMPSTER.COM/BANDS/CYHRA/">CYHRA</a>. Als sein Name ins Spiel kam, hatte ich echt Hemmungen ihn anzurufen. Doch er sagte sofort zu, als ich ihn fragte, ob er die Soli einspielen wolle. Er hat einige Soli zu Hause, einige zusammen mit mir in meinem Studio aufgenommen. Wir kamen sehr schnell wieder in unseren Songwriter-Modus und hatten viel Spaß. Ich musste ihn deshalb fragen, ob er nicht komplett zurückkehren will – und er sagte sofort Ja. Im November geben wir das erste Konzert im neuen, alten Line-up in Göteborg &#8211; ich freu mich wahnsinig drauf!</p>
<p><strong>Ein wenig ist „Crown Of Thorns“ wie eine Reise in die Vergangenheit, der alte Gitarrist kehrt zurück, der Albumtitel bezieht sich auf euren ersten Bandnamen. Und das Cover zeigt eine markante Brücke in eurer Heimatstadt Trollhättan, in der in den 90er Jahren alles begann.<br />
</strong></p>
<p><figure id="attachment_351860" aria-describedby="caption-attachment-351860" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-351860" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/1283-the_crown-woa03_thecrown_63-1.jpg" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/1283-the_crown-woa03_thecrown_63-1.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/1283-the_crown-woa03_thecrown_63-1-380x253.jpg 380w" alt="Marcus Sunesson - THE CROWN - Live auf Dem Wacken Open Air 2003" width="400" height="267" /><figcaption id="caption-attachment-351860" class="wp-caption-text">Marcus Sunesson &#8211; THE CROWN &#8211; Live auf Dem Wacken Open Air 2003. Foto: Markus Veyhle</figcaption></figure></p>
<p>Ein Puzzle hat sich zusammengefügt. Den Anfang machte das Cover-Artwork. Nach <a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-cobra-speed-venom/">Cobra Speed Venom</a> und  <a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-royal-destroyer/">Royal Destroyer </a>hatten wir das Gefühl, dass wir eine Trilogie machen könnten. Ein weiteres, drittes Album, das im selben Studio aufgenommen wird,  ein ähnliches Artwork, ähnliche Songs. Doch das wäre zu einfach gewesen. Wenn es zu bequem wird, will ich nicht weitermachen. Raus aus der Komfortzone! Also haben wir entschieden, etwas Neues, Frisches in jeder Hinsicht zu schaffen. Es war klar, dass ich die Songs alleine schreiben werde, schon das machte einen Unterschied. Das Album wird also zwangsläufiger melodischer werden, weil das mein Stil ist. Und dann hatte ich die Idee, mit dem Artwork anzufangen und rückwärts arbeiten. Der Plan: Lasst uns das Cover anstarren und herausfinden, welche Songs dazu passen. Das Artwork hat eine lange Geschichte, der erste Entwurf von Giannis Nakos fühlte sich nicht richtig für uns an. Die Brücke war sehr klein, weit weg. Auf dem Cover gab es viele Details wie bei einem Dan Seagrave-Artwork. Es sah eher wie die Fortsetzung von &#8222;Cobra Speed Venom&#8220; aus. Genau das wollten wir aber nicht. Wir brauchen etwas anderes. Eines Abends öffnete ich das Artwork auf meinem Handy und begann daran rumzuspielen. Ich löschte viel, zoomte auf die Brücke, drehte an den Kontrasten, machte es schwarz-weiß. Dann schickte ich es zurück zu Giannis. „Das ist passender.“ Ich glaube, ich habe ihm damit das Herz gebrochen. Er war sicher sehr verletzt. Aber nach ein paar Wochen antwortete er mir und  sagte: „Das ist eigentlich doch ganz cool.“ Und irgendwie haben wir auch ihn aus seiner Komfortzone geholt. Denn es ist absolut das Gegenteil von dem, was er normalerweise macht. Wegen der Brücke aus Trollhättan fingen wir an, über alte Zeiten nachzudenken. So kamen wir auch auf den Titel &#8222;Crown of Thorns&#8220;. Er lässt viele Interpretationen zu, es könnte eine Retroplatte oder auch unser letztes Album sein.</p>
<p><strong>Die Befürchtung hatte ich ja auch, zumal darauf auch die „Iron Crown“, eines euerer Markenzeichen,  zu sehen ist und ein Friedhof.</strong></p>
<p>Dann funktioniert es ja, es macht sich jemand Gedanken. Unser Ziel, war, Dinge anders zu machen. Wir werden ein weißes Backdrop machen und  das Schwarz-Weiß-Thema durchziehen. Es wird weiße Shirts geben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-352097" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/The-Crown-Crown-Of-Thorns.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/The-Crown-Crown-Of-Thorns.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The-Crown-Crown-Of-Thorns-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The-Crown-Crown-Of-Thorns-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/The-Crown-Crown-Of-Thorns-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><strong>Das &#8222;Cobra Speed Venom&#8220;-Artwork hatte viele coole Details, darauf entdecken kann man den Joker oder einen <a href="https://vampster.com/bands/dobermann/">DOBERMANN</a> &#8211; eine Anspielung an ein Bandprojekt mit THE CROWN-Musikern aus den 2000er Jahren.</strong></p>
<p>Das Artwork ist wie immer viel mehr als das Cover, im Booklet und Gatefold gibt’s noch mehr zu entdecken.Und wir lieben diesen Old-School-Style mit vielen Kleinigkeiten.</p>
<p><strong>Zwischenzeitlich sprang dein Sohn Matteo, der bei <a href="https://vampster.com/bands/sarcator/">SARCATOR</a> spielt, als Gitarrist bei einigen Konzerten ein, deine Frau Elina ist als Sängerin auf „Crown Of Thorns“ beim Song „Where Nightmares Belong“ zu hören. Ihr seid eine musikalische Familie?</strong></p>
<p>Wir reden sehr viel über Musik zu Hause. Matteo hat ausgeholfen, als Marcus Sunesson nicht konnte, weil er noch seiner anderen Band <em>Cyrah</em> verpflichtet war. Der Junge hat sich alles in so kurzer Zeit alles draufgeschafft, das war für uns alten Säcke ganz schön peinlich.</p>
<p><strong>Ich stelle mir das aber nicht einfach vor, in der Band des Vaters zu spielen.</strong></p>
<p>Er ist tatsächlich verdammt talentiert und hat mich schon vor Jahren übertroffen. SARCATOR bringen bald ein neues Album raus, sie sind eine erstaunliche Band, weil sie so jung sind und gleichzeitig so reif klingen. Sie tragen sie die Fackel des Old School-Thrash Metals weiter.</p>
<p><strong>Dabei hat sich die Musikszene komplett verändert.</strong></p>
<p>Ja, es war früher wohl einfacher, ein wirklich gutes erstes Album zu machen. Es steckte mehr Überlegung drin, denn es war sehr teuer, überhaupt etwas aufzunehmen. Man musste zweimal überlegen und hat sich besser vorbereitet.  Heute kannst du mit  Home-Recording sofort alles einspielen und per Spotify teilen. Es ist großartig für Bands, dass sie günstiger aufnehmen und veröffentlichen können, gleichzeitig gibt es inzwischen so unglaublich viel Musik, dass du keinen Überblick mehr hast. Aber du und ich, wir hatten damals einen guten Überblick über die Szene. Wir wussten, wann jedes Album herauskam und wann etwas Neues anstand, aber jetzt ist es unmöglich, das alles zu verfolgen.</p>
<p><strong>Wo wir gerade über die Vergangenheit sprechen: Du erinnerst dich sicher an ein Schreiben eines Anwalts, dass du im Jahr 1997 bekommen hast, oder?</strong></p>
<p>Ja natürlich, es war übrigens nur ein Fax. Ein Anwalt teilte unserer damaligen Plattenfirma Black Sun Records mit, dass wir uns nicht mehr <a href="https://vampster.com/bands/crown-of-thorns/">CROWN OF THORNS</a> nenen dürfen, da es schon eine andere Band mit diesem Namen gibt.  Das war ein ziemlicher Schock. Jean Beauvoir von der US-amerikanischen Band <a href="https://vampster.com/bands/crown-of-thorns-us/">CROWN OF THORNS</a> wurde übrigens in einem Interview mit dem Sweden Rock Magazine darauf angesprochen – und er meinte, es täte ihm leid, und dass er gar nichts damit zu tun habe, es sei wohl eine Business-Entscheidung gewesen. Nun haben wir eben das Album so genannt. Besonders in den USA denken bis heute viele, &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/the-crown-hell-is-here/">Hell Is Here</a>&#8220; sei unser Debütalbum und kennen die beiden ersten Albem „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/crown-of-thorns-the-burning/">The Burning</a>“ und „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/crown-of-thorns-eternal-death/">Eternal Death</a>“, die unter dem Bandnamen CROWN OF THORNS erschienen sind, gar nicht.</p>
<p><strong> Dabei gab es 2002 beide Alben in den USA als Re-Releases.</strong></p>
<p>Diese Neuauflagen sind eine üble Geschichte, wir haben die Kontrolle darüber verloren. Black Sun Records verkauften die Rechte irgendwann an Century Media, rechtlich ist das in Ordnung. Aber ab da wurde es wirklich bizarr. Century Media verkaufte die Rechte weiter und plötzlich bekam ich einen Anruf mit der Bitte, Linernotes für die Re-Releases zu schreiben, von denen wir keine Ahnung hatten. Von manchen Releases erfahren wir erst, wenn Interview-Anfragen kommen. Da gibt es inzwischen einige Veröffentlichungen, die wir nicht unterstützen und die uns auch nichts bringen.</p>
<p><figure style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-CROWN-Bavarian-Battle-2019-vampster-101.jpg" alt="Gitarrist Marco Tervonen hat THE CROWN Anfang der 90er Jahre gegründet, bis 1997 waren die Band unter dem Namen CROWN OF THORNES aktiv. Foto: Markus Veyhle" width="1200" height="800" /><figcaption class="wp-caption-text">Gitarrist Marco Tervonen hat THE CROWN Anfang der 90er Jahre gegründet, bis 1997 waren die Band unter dem Namen CROWN OF THORNS aktiv. Foto: Markus Veyhle</figcaption></figure></p>
<p><strong>Dann lass uns doch nochmal über die neuen Songs sprechen: Bei „I Hunt with the Devil“ mag ich besonders den D-Beat &#8211; das ist so einfach, aber auch so effektiv.</strong></p>
<p>Kombiniert man dieses Drumschema mit den richtigen Riffs, wird der Song aggressiver als ein Blastbeat. Es hat mehr Energie – diesen Trick haben wir schon ein paar Mal angewendet. Meine Theorie ist, dass der D-Beat entstand, weil sich ein Drummer komplett verspielt hat. Rhythmisch gesehen ist er eine seltsame Sache. Magnus hat mich vor Jahren zu dieser Szene gebracht und ich mag sie, auch wenn mir der klassische Zeug auf Dauer zu monoton ist. Aber <a href="https://vampster.com/bands/wolfbrigade/">WOLFBRIGADE</a> haben es weiterentwickelt und großartige Alben gemacht, „Run With The Haunted“ und „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/wolfbrigade-the-enemy-reality/">The Enemy: Reality</a>“ hatten durchaus Einfluss auf unser letztes Album „Royal Destroyer“. Auch <a href="https://vampster.com/bands/driller-killer/">DRILLER KILLER</a> sind eine fantastische Band.</p>
<p><strong>Überrasc</strong><strong>ht hat mich „Martyian“ – das steckt ja fast schon ein wenig <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a>-Melodie drin.<br />
</strong></p>
<p>(lacht), Och nö, nicht BLND GUARDIAN! Dieser Song hat sich irgendwie von selbst geschrieben. Normalerweise füge ich einzelne Teile zu Songs zusammen – &#8222;Martyrian&#8220; entstand am Stück, das ist neu für mich. Ich konnte mich nicht dagegen wehren und hatte mit der Melodie im Refrain ganz schön zu kämpfen. Sie ist verdammt noch mal zu fröhlich und wirklich hart an der Grenze zum Kitschigen. Aber ich dachte, sie ist gut.</p>
<p><strong>In “The Storm”, höre ich ein Riff, das auch von Wolf Hoffman sein könnte, aber es ist perfekt eingebettet.</strong></p>
<p>Klar, auch auf diesem Album gibt es viele Dinge, die auf Old School Hard Rock und Heavy Metal zurückgehen. Ich habe lange nur altes Zeug gehört, das hat sicher seinen Einfluss. Ich bin aber gar kein großer <a href="https://vampster.com/bands/accept/">ACCEPT</a>-Fan. Sie gehören zu den Bands, die ich gerne mögen würde, aber mir nicht allzu oft anhören kann. Liegt glaube ich am Gesang (lacht).</p>
<p><strong> Auf „Crown Of Thorns“ gibt es plötzlich Backingvocals, das ist neu.  </strong></p>
<p>Das ist Matthias. Wir haben schon oft versucht, Clean Vocals im Hintergrund zu machen. Aber es hat nie so geklungen, wie wir es wollten. Und dann kam Matthias, röhrte einfach los und hat uns alle umgeblasen. Seine Stimme ist ein Extra, das er noch zusätzlich mitbringt.</p>
<p><strong> „Agitator“ ist der kürzeste Song, den ihr je gemacht habt.</strong></p>
<p>Ja, und er ist wirklich, wirklich schnell. Marcus bekam fast Krämpfe beim Spielen. Der Song ist inspiriert von <a href="https://vampster.com/bands/metallica/">METALLICA</a>s Cover von <a href="https://vampster.com/bands/misfits/">MISFITS</a> „Green Hell“. Er ist so kurz, weil ihn das auf das Maximum reduziert.</p>
<p><strong>„The Storm That Comes“ ist das exakte Gegenteil. Er ist episch, und ich bin immer noch erstaunt, wie viele Dinge darin passieren. Nach 90 Sekunden dreht sich die Atmosphäre komplett.   </strong></p>
<p>Auf diesen Track bin ich sehr  stolz. Es gibt einen einfachen Weg, Intro, Outro, und mach ihn acht Minuten lang. Aber ich wollte das nicht. Es beginnt mit diesem Intro, das wie Black Sabbath klingt. Mit diesem semi-cleanen, verzerrten Sound. Und dann explodiert es in, meiner Meinung nach, einen meiner besten Riffs. Es ist so verdammt eingängig. Dann geht es durch verschiedene Phasen, zurück zu diesem Intro, zwischen Gewittergeräusche und Sturm. da steckt eine Menge Arbeit drin, aber es ist auch der perfekte Song, um dieses Album zu beenden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[THE CROWN]]></band>
<genres><![CDATA[death metal, black metal, thrash metal]]></genres>
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	</item>
		<item>
		<title>INSECT ARK: Schmutzige Hände in der neuen Heimat</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/insect-ark-schmutzige-haende-in-der-neuen-heimat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2024 16:35:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[INSECT ARK]]></category>
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					<description><![CDATA[INSECT ARK loten wie kaum eine andere Formation den Raum zwischen Heaviness und Atmosphäre aus. Mit ihrem vierten&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://vampster.com/bands/insect-ark/">INSECT ARK</a> loten wie kaum eine andere Formation den Raum zwischen Heaviness und Atmosphäre aus. Mit ihrem vierten Album <a href="https://vampster.com/cd-reviews/insect-ark-raw-blood-singing/">„Raw Blood Singing“</a> beginnt aber selbst für das wandlungsfähige Duo eine neue Ära: Komponistin und Multiinstrumentalistin Dana Schecher hat sich mittlerweile in Berlin niedergelassen und in Drummer Tim Wyskida einen kongenialen neuen Songwriting-Partner gefunden. Dass sie mittlerweile wieder singt, verkommt da beinahe zur Nebensache. Grund genug, bei Dana nachzufragen.</strong></p>
<p><strong>„Raw Blood Singing“ schlägt für INSECT ARK ein neues Kapitel auf. Du bist von NYC nach Berlin umgezogen und hast dich mit Tim Wyskida zusammengetan. Siehst du das auch als eine Wiedergeburt?</strong></p>
<p>Hallo Christoph, vielen Dank für das Interview, es freut mich, dass du dich mit dem Album auseinandergesetzt hast.</p>
<p>Eine Wiedergeburt, auf jeden Fall; besonders in einer Duo-Band, hat all das das Potential, sich drastisch zu verändern wenn eine neue Person einsteigt. In diesem Fall hat es viel mehr bewirkt als erwartet, und das daraus resultierende Album ist eine klare Entwicklung hin zu etwas, das sich sehr neu anfühlt.</p>
<p><strong>Warum hast du NYC verlassen und was liebst du an Berlin?</strong></p>
<p>Ich bin ungewollt umgezogen &#8211; ich saß während der „The Vanishing“-Tour in Berlin fest, als die gesamte Tour und alle meine Pläne wegen Covid abgesagt wurden. Ich habe mich entschieden, nicht nach NYC zurückzukehren; es war eine klare Entscheidung, nachdem ich die Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen hatte. In Europa gibt es einen Respekt vor der Kultur, den die USA nicht haben. Es gibt Kunst und Musik, überall und ständig. Meiner Erfahrung nach ist es also ein besserer Ort, um als Künstler zu leben, vor allem im Vergleich zu New York City.</p>
<p><strong>Wie hast du Tim gefunden und wie ist die Zusammenarbeit mit ihm im Vergleich zu Ashley und Andy?</strong></p>
<p>Tim und ich waren bereits befreundet, und ich kannte seine Musik und Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/khanate/">KHANATE</a> und BLIND IDIOT GOD und war ein großer Fan seines Spiels. Als er nach Berlin zog und ich einen Schlagzeuger brauchte, passte das natürlich. Jeder Musiker hat seine eigene Art zu arbeiten, und die Zusammenarbeit mit Ashley (Spungin, auch bei <a href="https://vampster.com/bands/spirit-possession/">SPIRIT POSSESSION</a> – Anm. d. Verf.) und Andy (Patterson, ex-<a href="https://vampster.com/bands/subrosa/">SUBROSA</a> – Anm. d. Verf) war natürlich auch sehr gut. Tim und ich passen sehr gut zusammen &#8211; sowohl in Bezug auf das, was wir gerne hören, als auch auf unsere Neigungen und unsere Arbeitsmoral. Wir machen uns beide gerne die Hände schmutzig und graben uns in viele Details ein, um alle kleinsten Ecken eines Songs, eines Riffs oder einer Melodie zu erforschen, wobei wir großen Wert auf Dynamik und Gefühl legen. Wir sind beide sehr anspruchsvoll und haben den gleichen Sinn für kreativen Antrieb.</p>
<p><strong>Die wichtigste stilistische Veränderung bei INSECT ARK ist der Einsatz von Gesang und Texten, und ich bin sehr froh, deine Stimme wieder zu hören. Wenn ich mich nicht irre, war der einzige INSECT ARK-Song bisher „Piledriver“. Warum hast du dich nach drei Alben entschieden, wieder zu singen?</strong></p>
<p>Du hast Recht! „Piledriver“ war die B-Seite der ersten Veröffentlichung, einer 7“, und da habe ich gesagt, nee, vier Instrumente spielen und alleine touren ist schon zu viel, lass uns den Gesang erst mal weglassen. Ich mochte auch die Idee, unsichtbarer zu sein, als eine Nicht-Person hinter der Musik.</p>
<p>Um jetzt wieder auf den Gesang zurückzukommen: Tim und ich wollten sehen, wie weit wir die neuen Songs entwickeln können. Sie hatten sich drastisch verändert, als wir anfingen, sie auf der Grundlage meiner Demos zu überarbeiten, vor allem die Stücke, die am Ende mit Gesang versehen wurden.  Es war eine natürliche Entwicklung, sowohl kreativ als auch persönlich, und ich hatte etwas Ermutigung von außen.</p>
<blockquote><p>&#8222;In Europa gibt es einen Respekt vor der Kultur, den die USA nicht haben. Es gibt Kunst und Musik, überall und ständig.&#8220; &#8211; Dana Schechter fühlt sich nach dem interkontinentalen Umzug wohl in ihrer neuen Heimat.</p></blockquote>
<p><strong>Wie arbeitet ihr beim Songwriting? Gibt es zuerst eine Basis von Riffs, oder fangt ihr manchmal auch mit anderen Instrumenten an? Wie lange dauert es, bis ein Song fertig ist, und baut ihr auch Elemente der Improvisation ein?</strong></p>
<p>Es gibt keine einheitliche Vorgehensweise, aber normalerweise beginnt es mit einer Zeile, einer Melodie, einem Riff und so weiter. Das kann auf jedem Instrument sein. Wenn es mich begeistert, wächst die Idee schnell und ich mache daraus ein Demo. Die Zeit bis zur Fertigstellung kann zwischen einer Woche und mehreren Monaten liegen. Bei Auftritten lasse ich gerne Raum für Improvisation, aber beim Schreiben und Aufnehmen mag ich es, eine gewisse Struktur zu haben, damit man eine klare Vorstellung davon hat, wie die Teile zusammenpassen, wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Mit mehr Leuten in einer Band ergibt sich das von selbst, aber in einem Duo, wo ich so viele Instrumente spiele, möchte ich meine Entscheidungen mit einer gewissen Objektivität treffen.</p>
<p><strong>Hat sich der Songwriting-Prozess verändert, seit du nach Berlin gezogen bist und Tim dazugekommen ist?</strong></p>
<p>Es hat sich nicht wirklich verändert, aber erweitert. Tim und ich arbeiten von Natur aus auf eine sehr ähnliche Art und Weise &#8211; zuhören, Ideen ausprobieren, nachhorchen und sehen, wie kleine Änderungen im Gefühl den Song verändern und erleuchten können&#8230; das macht es produktiv und inspirierend. Ich habe traditionell allein Demos gemacht, die die Stimmung vorgeben, aber jetzt, wo wir so intensiv zusammengearbeitet haben, wird die nächste Runde vielleicht anders sein.</p>
<p><figure id="attachment_346078" aria-describedby="caption-attachment-346078" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-346078 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/InsectArkFotocLupusLindemann-800x533.jpg" alt="" width="800" height="533" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/InsectArkFotocLupusLindemann-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/InsectArkFotocLupusLindemann-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/InsectArkFotocLupusLindemann-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/InsectArkFotocLupusLindemann-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-346078" class="wp-caption-text">Insect Ark (c) Lupus Lindemann</figcaption></figure></p>
<p><strong>Was die Gitarren betrifft, verwenden INSECT ARK nur Bass und Lap Steel Guitar, aber keine traditionelle E-Gitarre? Was ist das Tolle an der Lap-Steel-Gitarre?</strong></p>
<p>Bass ist mein Hauptinstrument. Die Lap Steel Gitarre hat einen bizarren, berührungslosen Sound und ist sehr ausdrucksstark, mit all diesen biegsamen Mikrotönen. Sie hat von Haus aus einen völlig einzigartigen Sound, den ich sehr mag und der dazu beiträgt, dass der fertige Song noch einzigartiger klingt. Ich denke, es gibt schon genug Gitarren auf der Welt.</p>
<p><strong>Du hast bereits in vielen anderen Bands gespielt und in den letzten Jahren  viel ausprobiert. Wie schaffst du es, dass das Spielen und Schreiben von Musik für dich interessant bleibt?</strong></p>
<p>Ich habe, seit ich 16 war, mein ganzes Leben lang Musik gemacht. Mich hat nie die Inspiration durch die Welt um mich herum, die Menschen, die Musik und die Kunst verlassen. Die Musik hat mich schon früh gepackt und nie wieder losgelassen. Ich bin dankbar dafür, dass ich eine so starke Richtschnur in meinem Leben habe.</p>
<p><strong>Wie unterscheidet sich die Arbeit an INSECT ARK von deiner vorherigen Band BEE AND FLOWER, die stilistisch ganz anders war?</strong></p>
<p>Der Schreibprozess ist im Wesentlichen ähnlich &#8211; mein Instinkt hat mich immer geleitet. Ich fange damit an, mich darauf zu konzentrieren, wie es sich anfühlen soll, und mache mir später Gedanken darüber, wie ich es aufführen kann. Und ich mache mir keine allzu großen Gedanken darüber, ob ich mich live an die Albumversion halten muss. Ich mag es, dass man die Songs live neu interpretieren kann. Die Musik von INSECT ARK war immer dafür gedacht, live aufgeführt zu werden &#8211; zuerst von mir alleine, dann als Duo und jetzt als Trio &#8211; wir haben gerade ein drittes Mitglied für unsere Live-Shows hinzugefügt. Das ist ganz anders als bei BEE AND FLOWER, mit fünf oder sechs Leuten in der Band.</p>
<p><strong>Die Songs von „Raw Blood Singing“ haben eine recht große Bandbreite, von Doomgaze wie „Youth Body Swayed“ und „The Hands“ bis hin zu experimentelleren Stücken wie „Cleaven Hearted“, „Psychological Jackal“ und „Inverted Whirlpool“. Es braucht all diese verschiedenen Elemente, um das Album abzurunden. War es schwierig, die Reihenfolge der Songs so zu arrangieren, dass ein rundes Gesamtbild entsteht?</strong></p>
<p>Wir haben sorgfältig an der Reihenfolge des Albums gearbeitet &#8211; am Ende haben wir sie drastisch von unseren ersten Ideen abgewandelt, aber schlusse denken wir, dass sie einen dynamischen und energetischen Fluss hat. Die Idee war es, Spannung und Energie gut aufzubauen und freizusetzen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wir machen uns beide gerne die Hände schmutzig und graben uns in viele Details ein, um alle kleinsten Ecken eines Songs, eines Riffs oder einer Melodie zu erforschen, wobei wir großen Wert auf Dynamik und Gefühl legen.&#8220; &#8211; Dana genießt die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Drummer Tim Wyskida.</p></blockquote>
<p><strong>Ville Leppilahti von <a href="https://vampster.com/bands/oranssi-pazuzu/">ORANSSI PAZUZU</a> und <a href="https://vampster.com/bands/waste-of-space-orchestra/">WASTE OF SPACE ORCHESTRA</a> hat euch bei 3 Songs unterstützt. Sein Beitrag sorgt für eine psychedelische Atmosphäre &#8211; ähnlich wie bei ORANSSI PAZUZU. War das eure Hoffnung, als ihr ihn eingeladen habt?</strong></p>
<p>Ja, Ville hat einige wirklich wilde Synthies und erhabene und kraftvolle Pianos zu drei der Songs hinzugefügt. Ich hatte bereits einen Großteil der Synthesizer geschrieben, also kamen seine Parts zu meinen hinzu, aber er hat es geschafft, einen eigenen Raum zu finden. Was er beigesteuert hat, schimmert wirklich durch. Er hat einen ganz eigenen Stil, und ich bin ein großer Fan seines Spiels und seiner Bands.</p>
<p><strong>Colin Marston hingegen bringt etwas mehr verträumte Atmosphäre in die Musik. Am Ende habe ich mich gefragt, warum er nicht schon früher als Gast dabei war. Dass er auf dem Album mitspielt, war ziemlich offensichtlich. Vielleicht eine Art Abschied, da er noch in den USA ist?</strong></p>
<p>Colin hat bei einem Song, „Inverted Whirlpool“, etwa 30 Sekunden lang Synthesizer gespielt &#8211; er hatte eine coole Idee, um den Übergang zwischen zwei Abschnitten des Songs zu gestalten, und es war perfekt.  Kreativ gesehen mag es offensichtlich erscheinen, aber wir hatten nicht vor, neben Ville noch weitere Gäste zu haben.</p>
<p><strong>„Raw Blood Singing“ ist ein Album, das Zeit braucht, um sich zu entfalten; es ist nicht leicht zu verdauen. Die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Hörer ist sehr kurz &#8211; vielleicht zu kurz für eure intensive Art von Musik. Glaubst du an ein kleineres Publikum, das noch in die Musik eintaucht, anstatt ein Album (oder einen Song) nach dem anderen zu konsumieren?</strong></p>
<p>Ich verbringe nicht viel Zeit damit, darüber nachzudenken, ob es Leuten gefällt, die Musik en masse konsumieren. Mir ist klar, dass es sich nicht um kommerzielle Musik handelt. Es ist interessant, dass einige Leute dieses Album für zugänglich halten und andere das Gegenteil davon, wie du schon gesagt hast. Beides ist in Ordnung, die Menschen sollen es so nehmen, wie sie wollen. Wir machen keine Musik, um uns an ein Publikum zu richten oder uns darüber Gedanken zu machen, wie diese konsumiert wird, wir nutzen unsere eigenen Instinkte für das, was wir für gut halten.</p>
<p><strong>Wie hat sich das Musikgeschäft für dich seit dem Beginn deiner Karriere verändert? Jetzt haben die Leute sofortigen Zugang zu eurer Musik und können euch zum Beispiel über Bandcamp einfacher denn je unterstützen. Oder ist es komplizierter geworden, weil es überall so viele Bands gibt und es schwieriger ist, hervorzustechen?</strong></p>
<p>Die Dinge haben sich drastisch verändert, und ich glaube nicht, dass die Barrierefreiheit für Musik mit Qualität gleichzusetzen ist. Die Technologie hat sich verändert und wird sich nicht zurückentwickeln, daher ist es nicht sehr hilfreich, sentimental darüber zu sein, wie die Dinge in der Vergangenheit funktioniert haben. Der digitale Austausch ist ein großer Vorteil, aber er bedeutet auch, dass es jetzt so viele Bands und Künstler gibt, sodass es schwer ist, sich einen Weg durch all das zu bahnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-335935 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/insect-ark-raw-blood-signing-album.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/insect-ark-raw-blood-signing-album.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/insect-ark-raw-blood-signing-album-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/insect-ark-raw-blood-signing-album-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Als INSECT ARK in den USA ansässig waren, hattet ihr ein nordamerikanisches Label, jetzt seid ihr in Europa und arbeitet bei einem europäischen Label. Ist das ein Zufall?</strong></p>
<p>Wir mögen <a href="https://vampster.com/bands/debemur-morti/">DEBEMUR MORTI</a> sehr &#8211; sie haben einige exzellente Bands und wir stehen voll hinter ihrem Engagement, mit einzigartiger Musik zu arbeiten, die „die Norm“ herausfordert. Sie veröffentlichen Musik, die sie lieben und an die sie glauben, und das ist so wichtig, die Leidenschaft. Dass unser Label seinen Sitz in Europa hat, macht natürlich Sinn. Aber wir haben auch gerne mit PROFOUND LORE zusammengearbeitet, die Musik von vielen großartigen Bands veröffentlichen und einen großartigen Job machen. Beide sind hervorragende Labels.</p>
<p><strong>Es gibt weder bei PROFOUND LORE noch DEBEMUR MORTI viele Nicht-Metal-Bands. Genießt ihr es, auf einem Metal-Label stilistisch herauszustechen?</strong></p>
<p>Heutzutage gibt es so viele Überschneidungen zwischen den verschiedenen Musikstilen; viele Metalheads mögen Nicht-Metal und umgekehrt. Die Labels verstehen diesen Crossover und wissen, dass Fans von abenteuerlicher Musik nicht auf einfache Genres beschränkt sind. Wir passen sowieso nicht in eine Kategorie, aber ich denke, die Unterscheidung, anders zu sein, ist eher ein Vorteil.</p>
<p><strong>Das Artwork von Chris Friel ist sehr düster und faszinierend. Es hat etwas Archaisches, ich kann mich nicht entscheiden, ob es eine Küste oder einen nebligen Berg in Mordor zeigt. Aber ich bleibe an den Wurzeln im Boden hängen. Der Betrachter kann sich in dem Kunstwerk verlieren. Was denkst du über das Cover?</strong></p>
<p>Chris Friel ist ein Meister des Geheimnisses und der Schatten, und seine Bilder sind sehr eindrucksvoll. Mir gefällt, dass man sie nicht wirklich physisch zuordnen kann. Das Cover ist eigentlich eine Kombination aus zweien seiner Bilder, die ich zusammengesetzt habe; die Wurzeln waren eigentlich Bäume auf einem anderen Foto. Ich liebe es, mit der Rekonstruktion von Bildern zu spielen, und mir gefiel die Idee, dass der unterirdische Teil einen seltenen Einblick in das gibt, was sich unter der Oberfläche abspielt und wächst. Es ist ein wenig wie eine Allegorie auf das Mysterium von dem, was außerhalb des Sichtfeldes, unter den Schatten des Äußeren geschieht.</p>
<blockquote><p>&#8222;[&#8230;]ich glaube nicht, dass die Barrierefreiheit von Musik mit Qualität gleichzusetzen ist.&#8220; &#8211; Dana Schechter macht sich dennoch keine Gedanken über das veränderte Musikbusiness: &#8222;Die Technologie hat sich verändert und wird sich nicht zurückentwickeln [&#8230;]&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Vier Jahre sind seit „The Vanishing“ vergangen &#8211; wird es weitere vier Jahre dauern, bis der Nachfolger von „Raw Blood Singing“ erscheint?</strong></p>
<p>Höchst unwahrscheinlich. Der Grund für die Pause war, dass ich zwischen den Kontinenten umgezogen bin und noch einmal von vorne angefangen habe.</p>
<p><strong>Als Mitglied von <a href="https://vampster.com/bands/swans/">SWANS</a> hast du einen sehr vollen Terminkalender. Wird es auch eine Tournee für INSECT ARK geben?</strong></p>
<p>INSECT ARK werden auf jeden Fall auf Tour gehen, in Europa, den USA und Großbritannien. Wir freuen uns darauf, die Musik überall hin zu bringen. Live sind wir jetzt zu dritt, mit meinem Ex-Bandkollegen Lynn Wright an Lap Steel, Gitarre und den Backing Vocals; mit diesem Setup kann ich mich auf Bass und Gesang konzentrieren, und Tim spielt Schlagzeug und Elektronik. Früher spielten wir als Duo, und ich wechselte zwischen Bass und Lap Steel und machte viele Live-Loops. Diese technische Komplexität erlaubte es nicht, Gesang als weiteres Element hinzuzufügen. Jetzt sind wir in einer Position, in der wir einen viel größeren Spielraum haben, sich live darstellen lässt, und das ist eine sehr aufregende Entwicklung.</p>
<p><strong>Vielen Dank für deine Zeit, Dana! Wenn du noch etwas loswerden möchtest – das ist die Gelegenheit!</strong></p>
<p>Vielen Dank für deine Fragen und wir freuen uns darauf, euch alle bei den Konzerten zu sehen. Ein großes Dankeschön an unsere Fans und die Community für ihre kontinuierliche Unterstützung und Aufmerksamkeit!</p>
<p><em>Fotos (c) Lupus Lindemann</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[INSECT ARK]]></band>
<genres><![CDATA[sludge, doom metal, psychedelic rock]]></genres>
<wpid>345893</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>KOHLRABENSCHWARZ: Das Elend direkt vor der Almtür</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/kohlrabenschwarz-das-elend-direkt-vor-der-almtuer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2024 10:52:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[KOHLRABENSCHWARZ]]></category>
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					<description><![CDATA[Dass erfahrene Musiker hinter KOHLRABENSCHWARZ stecken, wird schon beim ersten Hören klar, dass es aber Constantin König (ex-LUNAR&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dass erfahrene Musiker hinter <a href="https://vampster.com/bands/kohlrabenschwarz/">KOHLRABENSCHWARZ</a> stecken, wird schon beim ersten Hören klar, dass es aber Constantin König (ex-<a href="https://vampster.com/bands/lunar-aurora/">LUNAR AURORA</a> und ex-<a href="https://vampster.com/bands/bald-anders/">BALD ANDERS</a>) ist, der verantwortlich für <a href="https://vampster.com/cd-reviews/kohlrabenschwarz-im-finstren-tal/">„Im finsteren Tal“</a> ist, überrascht dann doch. Das Debüt von KOHLRABENSCHWARZ ist</strong><strong> ein impulsives Stück Black Metal, voller Energie, aber auch mit packender Atmosphäre abseits der Mystik seines Vorgängers. Zusammen mit langjährigen Freunden wie Dirk Rehfus (ex-<a href="https://vampster.com/bands/grabnebelfuersten/">GRABNEBELFÜRSTEN</a>) schafft König hier das Kunststück gleichzeitig spontan und wild zu klingen, ohne auf Dynamik zu verzichten. Bandchef Constantin antwortet ausführlich zur Geburt seiner neuen Band.<br />
</strong></p>
<p><strong>Informelle Eisbrecherfrage zum Einstieg: Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, ob ich LUNAR AURORA 2004 im Januar im Garchinger Profil gesehen habe, oder hab ich mir das nur eingebildet? Wie blickst Du auf diese Zeiten zurück?</strong></p>
<p>Ob du da warst, kann ich Dir nicht sagen &#8211; wir waren es definitiv! Leider habe ich überhaupt kein gutes Gedächtnis, daher erinnere ich mich an vieles aus dieser Zeit nur anekdotisch. Das ist meines Wissens auch der einzige Auftritt, von dem ich keine Bilder habe &#8211; nachdem mir die sonst helfen, mich zu erinnern, kann ich hierzu leider nichts sagen.</p>
<p>Wenn Du allgemein die Zeit mit LUNAR AURORA meinst, dann ist das schon viel für eine kurze Antwort, aber man kann sicher sagen, dass es eine auf so vielen Ebenen bereichernde Zeit war mit coolen Erfahrungen, die halt auch nicht jeder in seinem Leben macht und mit coolen Leuten &#8211; ich möchte nichts davon missen.</p>
<p><strong>Zunächst die wichtigste Frage: Befindest du dich im finstren Tal oder bist du herausgekommen?</strong></p>
<p>Danke der Nachfrage, im Moment geht es mir sehr gut. Um im Bild zu bleiben: Kein Tal ist endlos, wenn man sich bewegt, aber auch der mühsamste Aufstieg zum Gipfel kann niederschmetternd sein, wenn dich Sturm und Wolken da erwarten.</p>
<p>Aber letztlich: Alles cool, genießen wir es, es kommen auch wieder andere Zeiten.</p>
<p><strong>Ist es dir überhaupt möglich, kreativ zu sein, wenn es um die mentale Verfassung gerade nicht so gut bestellt ist? Oder hast du danach eher produktive Phasen?</strong></p>
<p>Man muss dazu sagen, dass vieles von dem, was ich mit KOHLRABENSCHWARZ thematisiere, schon etwas her ist &#8211; das Album ist vor allem im Jahr 2021 / 22 entstanden und es hat in dem Moment wirklich für mich so etwas gebraucht, in das ich mich stürzen konnte. Einmal, um gewissen Themen eine Stimme zu geben, aber auch, weil die Art der Musik zu machen für mich eine Möglichkeit darstellt(e), sehr schnell und einigermaßen einfach etwas zu erschaffen und mit Leben zu füllen.</p>
<p>„Im finstren Tal“ ist tatsächlich in seiner Urform ziemlich hingeschlampt, aber genau diese Nicht-Perfektion, kein Grübeln und Herumperfektionieren, sondern sich an roher Form und Schlichtheit erfreuen können, war &#8211; und ist &#8211; für mich sehr wichtig, wenn ich diese Musik mache. Es ist eine Vorgehensweise, die im „echten Leben“ oft nicht möglich ist oder zu vielen Problemen führen kann und im Umkehrschluss hohe Erwartungen (von außen, aber auch an sich selbst) mental nicht nur bei mir sicher auf Dauer extreme Konflikte hervorrufen &#8211; und da tut es halt gut, was hinrotzen zu können, was genau so, wie es ist, auf Anhieb passen darf!</p>
<blockquote><p>&#8222;Manchmal denke ich, ich mache als Punk verkleidete Schlagermusik im Black Metal Gewand&#8220; &#8211; KOHLRABENSCHWARZ stehen nicht für verkopften Black Metal.</p></blockquote>
<p><strong>Als jemand der selbst genug Erfahrungen mit dem finstren Tal, dem schwarzen Hund und der grauen Wolke hat, kann ich an die Lyrics sehr andocken. Obwohl du nicht konkret schreibst, sind die Worte sehr direkt und es wirkt so, als wären die Worte aus dir heraus gesprudelt. Waren die Lyrics der Ausgangspunkt oder die Musik und magst du näher darauf eingehen?</strong></p>
<p>Die Texte sind hier sehr spät dazugekommen und ich habe mich sehr viel an Zitaten entlanggehangelt: „Keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt“ ist ja von Hesse und da gibt es ganz viel, was ich als Ausgangspunkt gebraucht habe, um irgendwo anfangen zu können &#8211; und in manchen Songs habe ich dann derartige Zitate als „unique selling point“ beibehalten, weil ich mir dachte, ich muss dieses Rad nicht neu erfinden.</p>
<p>Grundsätzlich glaube ich, bin ich eher ein schlechter Texter &#8211; ich finde Texte schreiben unfassbar mühsam und habe immer nur kurze Momente, in denen es flutscht &#8211; da aber kann es sein, dass ich in 5 Minuten einen Text beisammen habe, den ich dann nicht mehr ändern muss oder sogar zwei. Andererseits weiß ich oft schon sehr früh sehr genau, was ich inhaltlich gerne hätte, das macht es mir leider nicht einfacher, das auch wirklich zu erreichen.</p>
<p>Dirk hat auch schon angeboten, Texte zu schreiben, aber ich fürchte, das wäre genau deswegen ein sehr undankbarer Job, das will ich ihm nicht antun &#8211; da muss ich selber durch!</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-333045" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/KohlrabenschwarzImFinstrenTalCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/KohlrabenschwarzImFinstrenTalCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/KohlrabenschwarzImFinstrenTalCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/KohlrabenschwarzImFinstrenTalCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/KohlrabenschwarzImFinstrenTalCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Wie lange hat es insgesamt gedauert, bis Songs und Texte standen? Ging der Songwritingprozess schnell, oder hat es sich lange hingezogen?</strong></p>
<p>Die ganzen Songs zusammen zu haben, hat schon 2-3 Jahre gedauert, da ich es größtenteils neben BALD ANDERS gemacht habe und auch nicht regelmäßig gezielt danach gesucht habe. Wenn ich aber ein Lied begonnen habe, habe ich es in der Regel in einem Aufwasch binnen weniger Stunden fertig gestellt. Das hat sich für mich wie gesagt am besten angefühlt und zwar denke ich hört man, dass hier überhaupt nicht gefeilt wurde, aber es spricht mich genau diese Unverblümtheit sehr an und wie ich das sehe, geht es anderen genau so &#8211; das freut mich natürlich.</p>
<p>Das Schwierigste daran und meine größte Sorge ist, dass es irgendwann in die Banalität abgleitet &#8211; ich sehe ja selber mit welch schlichten Mitteln ich arbeite, aber dann wiederum weigert sich alles in mir, mit scheinbar technischer Finesse (die ich nicht habe) oder einem komplexen Songwriting (das ich nicht kann) davon abzulenken.</p>
<p>Manchmal denke ich, ich mache als Punk verkleidete Schlagermusik im Black Metal Gewand, aber das ist dann halt so.</p>
<p><strong>War dir gleich bewusst, dass KOHLRABENSCHWARZ eine Bandangelegenheit werden würde, oder hast du mit dem Gedanken gespielt, alles allein aufzunehmen? </strong><strong>Inwiefern hast du die Songs mit der Band ausgearbeitet – wirklich gemeinsam old-school im Proberaum oder lief es remote ab? </strong><strong>Drummer CA von ODEM ARCARUM ist ja auch Toningenieur von „Im finstren Tal“. Hat er Gitarrist Enrico mit ins Spiel gebracht? </strong><strong>Und warum ist dein Bruder Benjamin bei KOHLRABENSCHWARZ nicht mit von der Partie?</strong></p>
<p>KOHLRABENSCHWARZ war lange Zeit gar nicht richtig zu Ende gedacht &#8211; dass da was Ernstes draus geworden ist, habe ich Thomas (CA) zu verdanken: Ich hab ihm das gezeigt, kurz nachdem wir „Navigator“ (das dritte und letzte BALD ANDERS-Album &#8211; Anm. d. Verf.) bei ihm in den Five Lakes Studios aufgenommen hatten, und er hat angeboten, das Schlagzeug dazu einzuspielen und bei ihm ein Demo aufzunehmen.</p>
<p>Mein homemade Demo war ja noch mit Drumcomputer und ich hatte da auch Gitarren gespielt, aber als dann das Ganze ernster wurde, war klar, dass das jemand machen muss, der wirklich sein Handwerk versteht und vielleicht noch ein bisschen mehr rauskitzelt. An Bernhard habe ich da mit der Akustikgitarre sofort gedacht &#8211; er ist ein ziemlich guter Gitarrist und vor allem kommt er, wenn man so will, aus dem Jazz und hat eine sehr eigenwillige Art, Musik zu machen. Und genau das wollte ich dabei haben, wobei ich denke, dass man hier noch ein bisschen mehr hätte experimentieren können. Naja, vielleicht das nächste Mal.</p>
<p>Enrico spielt bei Thomas&#8216; Thrash-Band <a href="https://vampster.com/bands/white-mantis/">WHITE MANTIS.</a> Ich kannte ihn nicht, bis ich sie live gesehen habe. Enrico ist, denke ich, ein klassischer Metalgitarrist. Ich hoffe, ich tu ihm nicht unrecht oder bediene zu sehr Klischees, wenn ich sage, er würde spielerisch auch super in eine der italienischen Power Metal-Bands passen.</p>
<p>Und erst da ist mir klar geworden, dass ich für das bisher so hingerotzte Album eigentlich wen an der Gitarre brauche, der gut genug ist, um das schnell kompetent und vor allem gewollt sleazy zu spielen. Ich bin mir nicht sicher, ob Benjamin das gelegen hätte, aber Enrico war eh quasi vom Fleck weg gekauft, da hat sich die Frage schlicht nicht gestellt.</p>
<p>Musikalisch hat sich dann die Musik bei den Aufnahmen eigentlich kaum noch verändert &#8211; klar, Thomas hat das anders gespielt als meine rudimentären Drumcomputertracks, Enrico hat eben diese Fluffigkeit im Spiel, die dem Album echt gut tun und Bernhard hat seine ungewöhnliche Note z.B. beim Intro von „Erinnerungen“ gut eingebracht, aber im Großen und Ganzen ist das alles sehr nah am Demo.<br />
Ich habe auch keine Sekunde erwogen, das Material nochmal zu überarbeiten, denn für mich waren die Aufnahmen an dem Punkt auch erst mal nur ein weiteres Demo, um mal was zu haben &#8211; auch da hat letztlich Thomas die gute Frage gestellt, warum das eigentlich ein Demo sein soll und nicht gleich ein Album. Für mich wäre eben gerade die Tatsache, dass hier nicht mehr viel am Material gearbeitet wurde, der Grund gewesen, noch von einem Demo-Stadium zu sprechen, aber zum Glück hat mich Thomas davon überzeugt, dass das ja völlig egal ist und so hab ich das dann an HOUSE OF INKANTATION als Album übergeben können.</p>
<blockquote><p>&#8222;Dirk hat für mich alles, was ein guter Sänger braucht: Er ist extrem ausdrucksstark, scheut sich auch nicht, mal irgendwo drüber zu sein, dazu ist er vielfältig und er hat einen sehr guten Sinn für Dramatik und Theatralik.&#8220; &#8211; Constantin König über KOHLRABENSCHWARZ-Sänger Dirk Rehfus.</p></blockquote>
<p><strong>Die Zusammenarbeit mit Sänger Dirk ist keine Überraschung, da ihr auch schon bei KAMERA OBSKUR zusammengearbeitet habt. Aber die Freundschaft währt schon deutlich länger, richtig? War er deine First Choice und was liebst du an seinen Vocals?</strong></p>
<p>Dirk hat für mich alles, was ein guter Sänger braucht: Er ist extrem ausdrucksstark, scheut sich auch nicht, mal irgendwo drüber zu sein, dazu ist er vielfältig und er hat einen sehr guten Sinn für Dramatik und Theatralik.</p>
<p>Er war auch wirklich meine erste Wahl und es freut mich sehr, dass er hier gleich Feuer und Flamme war, sich wirklich reingekniet hat und auch jetzt noch mit vollem Elan dabei ist &#8211; das ist sehr wichtig und manchmal schiebt er mich sogar ein bisschen an &#8211; danke hierfür, Dirk!</p>
<p><strong>Was hat Dirk in der Zeit nach „Pro-Depressiva“ getrieben? Um ihn ist es sehr ruhig geworden – war er somit gleich wieder on fire, ein neues musikalisches Abenteuer zu erleben?</strong></p>
<p>Das stimmt wohl. Er hat zwar weiterhin Musik gemacht, aber hatte keinen offiziellen Labelrelease. Momentan hat er aber mit <a href="https://vampster.com/bands/allvaters-zorn/">ALLVATERS ZORN</a> und VOYAGER3 zwei weitere Projekte, denen er ambitioniert nachgeht. Und für KOHLRABENSCHWARZ war er auch sofort Feuer und Flamme.</p>
<p><strong>Besonders schön finde ich, dass die Akustikgitarre so prägnant auf dem Album ist und kein Gimmick. Sie steht teilweise sehr gleichberechtigt neben der E-Gitarre. Bernhard war auch Teil von BALD ANDERS; war es daher naheliegend und von Anfang an dein Plan, ihn ins Line-Up aufzunehmen?</strong></p>
<p>Die Akustikgitarre war von Anfang an eines der Hauptinstrumente &#8211; dafür kommt sie leider fast ein wenig kurz. Lieder wie „Erinnerungen“ oder „Der Weg nach unten“ sind fast komplett aus einer Idee an der Akustischen heraus entstanden und „Donnerwetter“, „Der Weg nach unten“ und „Der letzte Schrei“ habe ich definitiv zuerst so gespielt.</p>
<p>Ich finde Akustikgitarre, vor allem die Nylonversion wie sie hier verwendet wurde, ein wirklich großartiges Instrument, das ich leider viel zu lange vernachlässigt habe &#8211; hier ist es nun auch ein bisschen ein Lackmustest: wenn was akustisch gut klingt, kann es so schlecht nicht sein.<br />
Aber es war auch klar: Ich kann das nicht gut genug, das muss wer vom Fach machen und da lag Bernhard schon nahe.</p>
<p><figure id="attachment_341961" aria-describedby="caption-attachment-341961" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-341961 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Kohlrabenschwarz_visual-800x538.jpg" alt="Kohlrabenschwarz visual (c) House of Inkantation" width="800" height="538" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Kohlrabenschwarz_visual-800x538.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Kohlrabenschwarz_visual-1200x807.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Kohlrabenschwarz_visual-380x256.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Kohlrabenschwarz_visual-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-341961" class="wp-caption-text">Kohlrabenschwarz visual (c) House of Inkantation</figcaption></figure></p>
<p><strong>KOHLRABENSCHWARZ wirbt damit, dass du bei LUNAR AURORA warst, aber die Musik ist trotz der Genrezugehörigkeit eine ganz andere, viel direkter und bodenständiger. War es Dir wichtig, dich von LUNAR AURORA abzuheben, oder kam das ganz automatisch, auch durch das Älterwerden?</strong></p>
<p>Die Verbindung zu LUNAR AURORA hätte ich selber überhaupt nicht hergestellt &#8211; das kommt vom Label und aus deren Sicht ist es natürlich verständlich, das mitzunehmen.</p>
<p>Aber für mich ist das so lange her und musikalisch mache ich schon so lange so vieles anders, dass da eigentlich überhaupt keine Verbindung besteht &#8211; nicht mal die, mich abgrenzen zu wollen.</p>
<p><strong>Es gibt viele bemerkenswerte Songs auf „Im finstren Tal“. Allen voran „Tundra“ mit einer starken Western- bzw. Alternative Country-Atmosphäre durch die Akustikgitarre und die Black ´n´ Roll-Ausrichtung. Gibt’s eine Story zu dem Song?</strong></p>
<p>Das ist der einzige reine „storytelling“ Song auf dem Album &#8211; ich hab keine Ahnung mehr, wo das Anfangsriff herkommt, es ist aber wohl das einzig „echte“ Riff auf dem Album, das nicht auf einer harmonischen Progression aufbaut.</p>
<p>Die grundlegende Textidee stand übrigens mal für „Jagdnacht“ von BALD ANDERS zur Auswahl, aber ich hab ihn damals nicht fertig bekommen und der Text von Benjamin war dann eh der Bessere. Aber möglicherweise kann man immer noch Ähnlichkeiten erkennen &#8211; dieses Thema Dampflok in verschneiter Landschaft wird von Wölfen gejagt, ist ja tausendmal durchgekaut, aber irgendwie, finde ich, kann man das recht gut mit einem rollenden, schiebenden Sound verbinden. Letztlich steht aber hier wirklich das Black´n´Roll Element im Vordergrund&#8230; Davon möchte ich in Zukunft bisschen mehr machen.</p>
<p>Am Anfang und am Break vor dem Schluss hört man übrigens eine Resonatorgitarre, die hat Bernhard beigesteuert, der hat eh viele außergewöhnliche Instrumente. Mal schauen, vielleicht kann ich damit in Zukunft auch wieder arbeiten.</p>
<blockquote><p>&#8222;[&#8230;]da tut es halt gut, was hinrotzen zu können, was genau so wie es ist, auf Anhieb passen darf!&#8220; &#8211; Constantin König über den spontanen Charakter von KOHLRABENSCHWARZ&#8216; Debütalbum „Im finstren Tal“.</p></blockquote>
<p><strong>Auch wenn die Songs recht kompakt sind, schaffen sie es in relativ kurzer Zeit starke Spannungsbögen aufzubauen. Besonders zu Herzen gehen dabei „Erinnerungen“ und „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ mit diesen packenden Harmonien. Haben sich die Songs so ergeben, oder hast du bewusst auf eine Klimax hin komponiert?</strong></p>
<p>Ich denke schon, dass eine Progression in den Liedern Teil meiner Art ist, zu komponieren und zu arrangieren &#8211; ohne, dass das jetzt besonders ausgefeilt wäre, aber mir ist bei dem oft sehr schlichten Ausgangsmaterial wichtig, den Raum, den das bietet, auch zu nutzen und kleine Varianten einzubauen und nach und nach das Ganze anzureichern. Das ist aber nur ein kleiner Teil, vieles davon macht der Gesang aus, denke ich &#8211; das meinte ich, als ich sagte, Dirk hat einen guten Sinn für Dramatik, er kann gut feine Progressionen in Liedern aufgreifen und noch mal schön verstärken.</p>
<p><strong>Am Ende steht „Dunkler Stern“ und hat doch ein wenig LUNAR AURORA-Atmo, wirkt ein wenig abstrakter als die restlichen Songs durch die Keyboards und die Riffs. Ein Tribut an die damalige Zeit?</strong></p>
<p>Du hast Recht, hier gibt es sogar wirklich einen Aspekt, der ganz explizit eine Verbindung zu LUNAR AURORA hat: die Flächen, die man da hört, kommen von einem Yamaha PSR-73, das ist eigentlich ein ziemlich billiges Keyboard, war aber das, das bei den ersten beiden LUNAR AURORA-Demos zum Einsatz kam.</p>
<p>Was diesen Song etwas aus der Reihe tanzen lässt: Er war eigentlich für BALD ANDERS geschrieben, da natürlich ohne Blastbeats und so, ich habe aber schnell gemerkt, dass das eigentlich ein Black Metal-Lied ist, und mit diesem Gedanken ist überhaupt erst die Idee entstanden, Black Metal zu machen.</p>
<p><strong>Zwischendurch gibt es mit „Am Ende der Nacht“ ein instrumentales Akustik-Stück. Hat Bernhard das Lied geschrieben?</strong></p>
<p>Nein, das habe auch ich geschrieben &#8211; und sogar selber gespielt, da das Lied nach den eigentlichen Aufnahmen dazugekommen ist und ich schlicht zu faul war, das noch jemandem zu zeigen und es dann auch langsam schnell gehen sollte.</p>
<p><figure id="attachment_341963" aria-describedby="caption-attachment-341963" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-341963" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Consti-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Consti-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Consti-1200x1200.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Consti-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Consti-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Consti-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-341963" class="wp-caption-text">Constantin König / KOHLRABENSCHWARZ (c) House of Inkantation</figcaption></figure></p>
<p><strong>„Im finstren Tal“ hat eine Menge Facetten, die Songs sind stilistisch breit aufgestellt, und gleichzeitig sehr kompakt, mit Fokus auf Riffs und Leadgitarren. Sind KOHLRABENSCHWARZ also das Ergebnis aus deinen Wurzeln und der neuen Art des Songwritings, die du mit BALD ANDERS betrieben hast?</strong></p>
<p>Interessant, dass Du KOHLRABENSCHWARZ stilistisch breit aufgestellt siehst &#8211; es war eigentlich gar nicht so angelegt und ich gehe auch oft sehr ähnlich vor: Meist gibt es eine harmonische Progression an der Akustischen und davon ausgehend entwickelt sich das Lied &#8211; eigentlich ähnlich wie ein Popsong, der ja auch oft lediglich auf einer 4-Akkord-Folge basiert und das durchkaut.</p>
<p>Ich denke, dass eher diese stark reduzierte Formel ein Resultat daraus ist, dass ich mich auf Basics im Songwriting konzentrieren und sehr klassisch vorgehen wollte: eine Rhythmusgitarre, Leadgitarre, Bass, Schlagzeug und dann die Stimme, als Gimmick noch die Akustikgitarre. Das hebt das Ganze doch von den Klangkulissen bei BALD ANDERS stark ab und das war teilweise auch so beabsichtigt. Ich habe mal wo gehört: „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann“. Das stimmt natürlich nicht für jede Musik, ich mochte die Opulenz und überbordende Verspieltheit von BALD ANDERS, aber hier finde ich mich eben in der sehr klaren, einfachen Sprache wieder, die, denke ich, auch sofort und ehrlich klar macht, woran man ist.</p>
<p><strong>Das Cover ist sehr stimmungsvoll, passt zur Musik, zur Atmosphäre, den Lyrics und auch eurer Herkunft. Was verbindest Du mit dem Artwork?</strong></p>
<p>Ich hab mir über die optische Repräsentanz von KOHLRABENSCHWARZ sehr spät Gedanken gemacht. Bei den Portraits habe ich sowieso versucht, mit besonderem Licht Gesichter auf eine sehr rohe, direkte, wenig schmeichelhafte, aber dadurch intime und schonungslose Art darzustellen &#8211; das, denke ich, ist am ehesten das, was die Musik auch ist.</p>
<p>Eine mögliche Metapher, mit der man KOHLRABENSCHWARZ in der realen Welt darstellen könnte, ist das Leben des größten Teils der Bevölkerung im 19. Jahrhundert &#8211; besonders, da ich da einfach ein bisschen Einblick habe, Bergbauern: Es war in meiner Vorstellung ein entbehrungsreiches Leben, immer am Rande des Elends, eine Missernte, ein totes Stück Vieh und dein Kind verhungert, mühsam, freudlos und ich glaube, das „finstre Tal“ war immer direkt vor der Almtür. Wenn einen was am Leben erhalten hat, dann viel Aberglaube, Dislozierung vom allzu Menschlichen in der eigenen Psyche und die Hoffnung an Erlösung im Jenseits &#8211; das findet man ja bisweilen heute noch.<br />
Auf jeden Fall ist das Grausame, was man z.B. bei dem Bild des aufgehängten Raben als Vogelscheuche sieht, was vor 20 Jahren in der ländlichen Gegend hier völlig normal war. Das ist ein ganz gutes Abbild hiervon und auch die eigentlich menschenfeindlichen Berge, vor allem wenn nicht gerade Almsommer am Tegernsee ist&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8222;Wenn einen was am Leben erhalten hat, dann viel Aberglaube, Dislozierung vom allzu Menschlichen in der eigenen Psyche und die Hoffnung an Erlösung im Jenseits – das findet man ja bisweilen heute noch.&#8220; &#8211; Von wegen Postkartenidyll, Constantin König sieht ein ungeschöntes Bild seiner präalpinen Heimat.</p></blockquote>
<p><strong>Physisch erscheint „Im finstren Tal“ nicht auf Vinyl, nur auf CD und Tape, wobei die handgemachte CD-Version sehr schön ist. Was sprach gegen Vinyl?</strong></p>
<p>Mit den ganzen Releasethemen habe ich quasi nichts zu tun &#8211; das macht alles Martin bei HOUSE OF INKANTION. Bisher war natürlich überhaupt nicht klar, welche Form des physischen Tonträgers sich überhaupt lohnt &#8211; inzwischen wissen wir aber mehr, und somit wird es sehr wohl auch Vinyl geben. Wann genau, weiß ich aber leider nicht.</p>
<p><strong>Wie geht’s jetzt für KOHLRABENSCHWARZ weiter? Werdet ihr weitere Musik aufnehmen und eventuell auch live auftreten?</strong></p>
<p>Erst mal: Enrico und Thomas sind aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr dabei. Wir haben uns aber inzwischen neu aufgestellt und wir werden recht bald Genaueres veröffentlichen. Wir möchten auf jeden Fall live spielen und ein paar Optionen haben wir auch schon und von einem neuen Album ist auch schon vieles an Musik und Texten geschrieben. Mein Plan ist, diesmal vor den Aufnahmen dem Material ein bisschen mehr Möglichkeiten zum Reifen zu geben &#8211; ich glaube zwar nicht (und möchte es auch gar nicht), dass wir hier alle Lieder nochmal umkrempeln, denn was ich bisher habe, hat im Großen und Ganzen schon sehr viel von dem, was ich haben möchte. Aber ich möchte sie zumindest mal geprobt haben um vielleicht Schwachstellen zu finden, vor allem aber möchte ich diesmal ein bisschen mehr Varianz über den Song hinweg erreichen und gerade ruhigere Passagen deutlich organischer haben &#8211; da finde ich, wäre auf „Im finstren Tal“ noch deutlich mehr gegangen.</p>
<p><strong>Vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten. Wenn Du noch was loswerden willst, bitte gerne!<br />
</strong></p>
<p>Danke Dir für das gute Interview, es hat mir Spaß gemacht. Mal schauen, was nun die Zukunft bringt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bildmaterial: (c) HOUSE OF INKANTATION</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[KOHLRABENSCHWARZ]]></band>
<genres><![CDATA[black metal]]></genres>
<wpid>340350</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>EITRIN: Das Universum wächst in jeder Sekunde</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/eitrin-das-universum-waechst-in-jeder-sekunde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Apr 2024 14:19:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[EITRIN]]></category>
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					<description><![CDATA[Von EITRIN erscheint im zwanzigsten Jubiläumsjahr von DEBEMUR MORTI ein besonderes Album, auf dem drei der charismatischsten Musiker*innen,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von <a href="https://vampster.com/bands/eitrin/">EITRIN</a> erscheint im zwanzigsten Jubiläumsjahr von <a href="https://vampster.com/bands/debemur-morti/">DEBEMUR MORTI</a> ein besonderes Album, auf dem drei der charismatischsten Musiker*innen, die ihre Alben über das französische Label veröffentlichen, erstmalig musikalisch zusammenarbeiten. „Eitrin“ ist ein Gift und Galle spuckendes Post Black Metal-Album mit Hardcore-Anleihen, das von den brillanten Riffs von Vindsval (<a href="https://vampster.com/bands/blut-aus-nord/">BLUT AUS NORD</a>), der dunklen Atmosphäre von Dehn Sora (<a href="https://vampster.com/bands/throane/">THROANE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/treha-sektori/">TREHA SEKTORI</a>) und der extrem intensiven Gesangsperformance von Marion (<a href="https://vampster.com/bands/muetterlein/">MÜTTERLEIN</a>) lebt. Selten werden Jubiläen so würdig gefeiert, wie dieses. Große Freude empfindet auch der Verfasser: Vindsval, der so gut wie keine Interviews gibt, beantwortet Fragen zu diesem spannenden Projekt.</strong></p>
<p><strong>EITRIN feiert 20 Jahre DEBEMUR MORTI &#8211; ich denke, es ist ziemlich selten, dass sich Musiker zusammenfinden, um das Jubiläum ihres Labels mit einem Album zu feiern. Was ist das Besondere an der Partnerschaft zwischen den Individuen hinter EITRIN und dem Label?</strong></p>
<p>DEBEMUR MORTI ist ein sehr wichtiges Label für uns, und das Band, das uns verbinden, geht weit über eine einfache Geschäftsbeziehung hinaus. Phil / Void widmet sich voll und ganz seinen Bands, er zeigt Leidenschaft für seine Bands und das, was sie schreiben. Er steckt sein Herz und seine Seele in sein Label, und es ist nur natürlich, dass wir ihm mit EITRIN Tribut zollen. Es ist vor allem eine Geschichte von persönlichem Engagement, Leidenschaft und Freundschaft.</p>
<p><strong>Wer kam auf die Idee, EITRIN zu gründen? Waren es die Protagonisten oder Phil? </strong></p>
<p>Phil suchte nach einer Idee, um das Jubiläum des Labels zu feiern, aber ich weiß nicht, wer dieses spezielle Projekt initiiert hat.</p>
<p><strong>Die Protagonisten, die hinter diesem Projekt stehen, kannten sich schon vorher. War dies also eine Gelegenheit, eure Kreativität zu wecken, so als hättet ihr nur auf eine gute Gelegenheit gewartet, um dieses Projekt zu starten?</strong></p>
<p>Genau das ist es, wir kennen uns schon seit vielen Jahren, aber wir haben noch nie zusammen Musik gemacht. Ich habe Anfang der 2000er Jahre die beiden Alben von OVERMARS, der Band, in der Marion spielte, auf meinem Label APPEASE ME&#8230; veröffentlicht, und ich habe oft mit Dehn Sora an verschiedenen Artworks für BLUT AUS NORD zusammengearbeitet. Marion und Dehn Sora sind schon seit langem befreundet. In den letzten Jahren haben wir immer wieder über die Möglichkeit gesprochen, etwas zusammen zu machen, aber bisher hat sich nichts wirklich ergeben. Als dieses Projekt aufkam, war das die perfekte Gelegenheit: Es musste schnell gehen, wir hatten nicht viel Zeit, und es war der Instinkt, der diese endlosen Diskussionen ablöste, die oft dazu führen, dass die Energie, die man am Anfang hatte, verloren geht. EITRIN war genau das Gegenteil: wenige Worte, nur rohe Energie. Der Zwang der Deadline war wahrscheinlich eine rettende Gnade, ohne die wir uns wohl immer noch fragen würden, wie EITRIN klingen und in welche Richtung das Album gehen sollte.</p>
<p><strong>War es anders, Musik für EITRIN zu schreiben, als für BLUT AUS NORD, da EITRIN aus Musikern besteht, von denen jeder sozusagen seine eigene Verantwortung hat?</strong></p>
<p>Die Tracks wurden in wenigen Tagen komponiert, Marion hat die Texte in Windeseile geschrieben und die Vocals aufgenommen, und Dehn Sora hat seine Vocals und Ambient-Parts in wenigen Tagen aufgenommen. Wir haben in Eile gearbeitet und wollten, dass diese Dringlichkeit beim Hören des Albums spürbar ist. Ich habe auch nicht stundenlang an der Abmischung gefeilt, sondern einen rauen, rohen Sound angestrebt. Dehn Sora ist offensichtlich sehr gut darin, diese Atmosphären zu kreieren, die nur er kennt, und Marions absolut unglaubliche Stimme wurde sofort zur Achse, um die sich alles drehen musste und die diesem ersten Album seinen ganzen Charakter gab.</p>
<blockquote><p>&#8222;Man erschafft nichts an sich. Viele „Schöpfer“ oder Genies werden das Gegenteil behaupten, aber es ist die Bescheidenheit, die es jemanden ermöglichen kann, diese wenigen kostbaren Momente zu erleben, in denen man in den Zustand des Flows kommt und Magisches geschieht.&#8220; &#8211; Frei nach Thomas Alva Edisons berühmten Ausspruch sieht Vindsval die kreative Arbeit ganz ähnlich.</p></blockquote>
<p><strong>Was schätzt du am meisten an deinen Mitstreitern bei EITRIN, sowohl persönlich als auch in Bezug auf ihre Kreativität?</strong></p>
<p>Ihre totale Hingabe an ihre Kunst, die Tiefe und den großen Teil von sich selbst, den sie dort hineinstecken. Deshalb sind ihre jeweiligen Projekte auch so emotional aufgeladen, manchmal bis zum Äußersten. MÜTTERLEIN, TREHA SEKTORI und THROANE sind einzigartige, radikale Wesen mit einer sehr starken Persönlichkeit&#8230; eben weil ihre Schöpfer einzigartige, radikale Künstler mit einer sehr starken Persönlichkeit sind. Ich habe Glück, mit so engagierten Menschen arbeiten zu können.</p>
<p><strong>Ihr habt das Album in verschiedenen Studios aufgenommen. War es also ein komplett „virtuelles“ Projekt oder habt ihr euch beim Schreiben der Songs auch persönlich getroffen?</strong></p>
<p>Marion und Dehn Sora haben mir alle ihre Tracks geschickt und dann wurde alles in den Earthsound Studios abgemischt. Wir wohnen nicht in der gleichen Gegend und unsere jeweiligen Zeitpläne erlauben es uns nicht, zusammen zu proben, also ist das eine Situation, die mir sehr entgegenkommt.</p>
<p><strong>Es ist bemerkenswert, wie anders die Riffs &#8211; die eindeutig Vindsval-Riffs sind &#8211; im EITRIN-Kontext klingen, ich musste dabei an Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/hexis/">HEXIS</a>, <a href="https://vampster.com/tourdaten/oathbreaker/">OATHBREAKER</a> und <a href="https://vampster.com/bands/plebeian-grandstand/">PLEBEIAN GRANDSTAND</a> denken, die im Hardcore verwurzelt sind. War es ein bewusster Schritt, in diese Richtung zu gehen, oder ist es zufällig passiert?</strong></p>
<p>Nein, du hast recht, aus irgendeinem Grund wollte ich schon zu Beginn des Kompositionsprozesses etwas mehr Hardcore, ja sogar Punk, machen, vielleicht um die Dringlichkeit, die ich vorhin in der Herangehensweise an die Songs selbst erwähnte, auszunutzen.Marions Stimme passte auch sehr gut zu dieser musikalischen Richtung.</p>
<p><strong>Wenn es um Riffs und (Dis-)Harmonien geht, schlagen Songs wie „Ricin“ und „Muscarine“ eine Brücke zwischen „Hallucinogen“ und den <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blut-aus-nord-disharmonium-nahab/">„Disharmonium“</a>-, bzw. „Lovecraftian Echoes“-Serien. Sie sind hässlich und fies, aber sehr harmonisch. War EITRIN also die perfekte Gelegenheit, diese Markenzeichen zu kombinieren?</strong></p>
<p>Wenn das der Fall ist, dann ist das völlig zufällig. Wie gesagt, ich habe nicht lange nachgedacht, bevor ich mit der Komposition begonnen habe, und ich persönlich kann keine Verbindung zwischen „Eitrin“ und „Hallucinogen“ herstellen, so unterschiedlich erscheinen mir die beiden&#8230; „Hallucinogen“ ist ein sehr gut geschriebenes, eindeutig progressives Album, sehr melodisch, himmlisch, und die Atmosphäre, die es ausstrahlt, ist von einer gewissen Form der Gelassenheit durchdrungen. „Eitrin“ ist so ziemlich das genaue Gegenteil davon. Aber das ist meine Vision, mein Gefühl, das der „Wahrheit“ nicht näher ist als dein persönliches Gefühl. Wenn du die Brücke zwischen diesen drei Werken hören kannst, dann ist sie einfach da. Ich habe nicht viel Perspektive auf all das.</p>
<p><strong>Es gibt einen Aphorismus, der besagt: „Sei zu gleichen Teilen nach innen und nach außen gerichtet“. Trifft das zu, wenn es um das Komponieren von Musik geht? Ist ein Teil deiner Musik durch Inspiration entstanden, wie z.B. von Lovecraft und durch die Arbeit mit anderen Künstlern, während Alben wie „Hallucinogen“ eher intrinsisch geprägt sein könnten. Wenn ja, ist deine Rolle bei EITRIN eher extrinsisch motiviert, da du mehr mit anderen Leuten zusammenarbeitest?</strong></p>
<p>Der Prozess ist derselbe, er ist immer extrinsisch, egal bei welchem Projekt. Etwas anderes zu behaupten, würde bedeuten, dass ich die Verantwortung für die Musik, die ich komponiere, übernehme, dass ich für die Emotionen, die ich fühle oder zum Leben erwecke, verantwortlich bin, hieße, ein riesiges Ego-Problem zu haben, und Ego hat keinen Platz in der Welt der reinen Kunst, auch wenn es leicht ist, das Gegenteil zu glauben, wenn man zum Beispiel irgendein Musik-, Film- oder Literaturmagazin aufschlägt. Unabhängig vom Medium, von Lovecraft, den du nennst, oder von der Richtung, die du einschlägst, nimmst du letztendlich Energie auf und gibst sie mit mehr oder weniger Talent weiter&#8230; Man erschafft nichts an sich. Viele „Schöpfer“ oder Genies werden das Gegenteil behaupten, aber es ist die Bescheidenheit, die es jemanden ermöglichen kann, diese wenigen kostbaren Momente zu erleben, in denen man in den Zustand des Flows kommt und Magisches geschieht.</p>
<blockquote><p>&#8222;MÜTTERLEIN, TREHA SEKTORI und THROANE sind einzigartige, radikale Wesen mit einer sehr starken Persönlichkeit&#8230; eben weil ihre Schöpfer einzigartige, radikale Künstler mit einer sehr starken Persönlichkeit sind.&#8220; &#8211; Vindsval hat großen Respekt für seine Projektpartner*innen Dehn Sora und Marion.</p></blockquote>
<p><strong>Wie forderst du  dich selbst als Komponist nach 30 Jahren heraus, oder ist dein kreatives Schaffen Herausforderung genug?</strong></p>
<p>Musikalische Komposition, und Kunst im Allgemeinen, ist eine niemals endende Reise. Ich muss mich nicht selbst herausfordern, ich entwickle mich als Musiker, ich entwickle mich als Zuhörer und ich entwickle mich als Mensch, und all das nährt meine täglichen Bedürfnisse und Wünsche in meiner Arbeit. Das Leben entwickelt sich ständig, in jeder Sekunde verändert sich das Universum und wächst. Nichts ist in Stein gemeißelt, und wenn das Leben deine Kunst nährt, ist auch sie in ständiger Bewegung &#8211; und dann kann es kein Ende und keine Grenzen geben. Kreativität ist keine Herausforderung, sondern bedeutet einfach nur ganz lebendig zu bleiben, zu wissen, wo man hinschaut und wie man zuhört.</p>
<p><strong>Hast du den (Fretless) Bass als eine Art neues Lieblingsinstrument entdeckt? Von den Anfängen in <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blut-aus-nord-lovecraftian-echoes/">„Lovecraftian Echoes Season 2“</a> bis hin zu EITRIN klingt das Spiel immer besser und trägt so viel zu dieser bizarren Atmosphäre bei. Kannst du uns von deinem Weg zum Bass erzählen, wann hast du angefangen, ihn zu spielen?</strong></p>
<p>Bei BLUT AUS NORD hatte ich zum Beispiel schon auf <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blut-aus-nord-mort-2/">„MoRT“</a> Fretless Gitarren verwendet, aber noch keinen Freless Bass. Durch „Lovecraftian Echoes“ kam ich auf die Idee, denn ich suchte nach einem Sound, der etwas Wucherndes, Schweres und Veränderliches heraufbeschwören sollte, und nach mehreren Versuchen konnte ich das mit dem Fretless Bass erreichen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-325213" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/EitrinCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/EitrinCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/EitrinCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/EitrinCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/EitrinCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Dehn Sora fügt eine Menge Ambient-Texturen, Schichten und Chöre hinzu. Hatte er auch einen Einfluss auf die metallische Seite von EITRIN?</strong></p>
<p>Nein, nicht auf dem ersten Album. Ich habe alle Riffs komponiert, aber auf dem zweiten Album, an dem wir gerade arbeiten, sollte er präsenter sein.</p>
<p><strong>Marions Gesang ist hervorragend, sie verleiht der Musik eine zusätzliche Aggression. Wie hat sie die Vocals für das Album entwickelt? Er klingt ziemlich direkt, als ob er sehr spontan entstanden wäre. Stimmt das? </strong></p>
<p>Marion hat mir all ihre Vocals nur ein paar Tage nach Erhalt der Tracks geschickt, was sehr beeindruckend war. Ich habe nichts nachbearbeitet, um die Intensität ihrer Aufnahmen und den radikalen Umgang mit ihrer Stimme zu erhalten. Für mich fußt das ganze Album auf ihr. Sie ist das entscheidende Element, das dem Ganzen seinen Charakter verleiht, sie ist diejenige, die das Ganze trägt.</p>
<p><strong>Marions Texte sind wieder sehr intensiv. Ich finde vieles, das auf persönliche Themen wie den Kampf mit Depressionen deutet. Davon abgesehen neigen die Lyrics dazu, auf eine ziemlich realistische Weise sehr apokalyptisch zu sein. Ich denke zan um Beispielt die Klimakatastrophe und die Unterdrückung durch das Patriarchat. Da EITRIN ein so spezielles Projekt ist: Spiegeln die Texte auch das wider, wofür der Rest von euch und vielleicht auch das Label steht?</strong></p>
<p>Nein, Marion ist die Einzige, die an den Texten beteiligt ist, die, wie bei MÜTTERLEIN, sehr persönlich und ziemlich abstrakt sind. Ich habe mit ihr nicht über die eigentliche Bedeutung dieser Texte gesprochen. Sie steckt generell sehr viel von sich selbst in das, was sie schreibt, es ist ein sehr intimer Prozess, und ich bin mir nicht sicher, ob sie will, dass der Zuhörer den tieferen Sinn versteht. Es ist ein sehr kathartischer Prozess, ein Bedürfnis, sich auszudrücken, sich Luft zu machen, aber nicht unbedingt, gehört, geschweige denn verstanden zu werden. Ich respektiere diese Bescheidenheit.</p>
<blockquote><p>&#8222;Nichts ist in Stein gemeißelt, und wenn das Leben deine Kunst nährt, ist auch sie in ständiger Bewegung &#8211; dann kann es kein Ende und keine Grenzen geben. Kreativität ist keine Herausforderung, sondern bedeutet einfach nur ganz lebendig zu bleiben, zu wissen, wo man hinschaut und wie man zuhört.&#8220; &#8211; Kreativität prägt das Leben von Vindsval.</p></blockquote>
<p><strong><em>„We are poets and nobodies, outcasts and troublemakers“</em> &#8211; Der Text von „PHENOL &#8211; Sinister“, ist die große Ausnahme auf „Eitrin“ &#8211; es könnte eine Art Geburtstagsständchen sein, das sich auf die zwanzig Jahre bezieht?</strong></p>
<p>Happy Birthday? Ich würde sagen, ein trauriger und verzweifelter Geburtstag, furchtbar pessimistisch, der Geburtstag eines Wesens, das sich mit Leib und Seele dem Schicksal hingibt &#8211; das ist furchteinflößend. DEBEMUR MORTI hingegen ist voller Leben, sprudelt vor Ideen und Projekten.</p>
<p><strong>Wenn man im Internet nach der Bedeutung von EITRIN sucht, findet man als erstes den Plural von „eitur“ im Isländischen &#8211; das bedeutet Gift. Ist das die Bedeutung hinter dem Bandnamen?</strong></p>
<p>Eigentlich ist EITRIN einfach der offizielle Name der Firma, die hinter Debemur Morti steht. Wir haben nicht nach einem Namen für dieses Projekt gesucht, da die Namenswahl angesichts des Kontextes und des Jubiläums des Labels offensichtlich war.</p>
<p><strong>Jeder Song ist nach einem Gift benannt, jedes dieser Gifte ist auf eine andere Art und Weise schädlich oder tödlich. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Substanzen und der Musik in Bezug auf die Tödlichkeit? Also je brutaler der Song, desto tödlicher das Gift?</strong></p>
<p>Ich kann mich irren, aber ich glaube nicht, dass Marion eine solche Verbindung herstellen wollte, als sie ihre Texte schrieb.</p>
<p><strong>Das Album hat ein krankes Artwork von Maciej Kamuda, das mir sehr gefällt, da es eine weitere Facette seines Stils zeigt. Ich spüre darin die Verbindung zwischen Gift und Musik, mit dem Rauch, der von der Orgel in der Höhle aufsteigt. Was sind Maciejs Gedanken hinter dem Kunstwerk?</strong></p>
<p>Ich hatte schnell dieses Bild im Kopf mit dem Komponisten, der Orgel und den giftigen, halluzinogenen Ausdünstungen. Wir haben diese Vision Maciej vorgelegt, und er hat sie veredelt. Maciej ist ein äußerst talentierter Künstler, der Ideen, die manchmal recht abstrakt sind, schnell auf Papier bringt. Ich erinnere mich, dass ich von seinen ersten Skizzen für das Cover von <a href="https://vampster.com/cd-reviews/blut-aus-nord-disharmonium-undreamable-abysses/">„Disharmonium &#8211; Undreamable Abysses<strong>“</strong></a> völlig überwältigt war: Er hatte buchstäblich meine Gedanken gelesen, und was er vorschlug, entsprach genau dem, was ich mir vorgestellt hatte. Es ist eine wahre Freude und ein Privileg, mit ihm zu arbeiten.</p>
<p><strong>Warum hat Dehn Sora nicht das Artwork für EITRIN entworfen?</strong></p>
<p>Neben seiner Beteiligung am EITRIN-Sound arbeitete er bereits an einer Reihe anderer Projekte und hatte absolut keine Zeit, über das Artwork für dieses erste Album nachzudenken. Auf jeden Fall wollten wir unbedingt, dass Maciej am Jubiläum des Labels teilnimmt, und wir haben ihn schon in den ersten Tagen der Entstehung darum gebeten.</p>
<p><strong>Könnte es nach dieser Geburtstagsparty mit einem so außergewöhnlich intensiven Album noch mehr geben, oder ist EITRIN ein einmaliges Projekt?</strong></p>
<p>Wir arbeiten bereits am zweiten Album, das sich von dem Debüt stark unterscheiden wird. Wie du sicher weißt, mag ich keine Stagnation; ich langweile mich sehr schnell. Deshalb werden wir auf dem zweiten Album andere Einflüsse einfließen lassen, langsamere Sachen, Doom, Sludge, aber auch einen Industrial-Ansatz. Wieder einmal ist es Marions Stimme, die das Projekt in gewisser Weise leitet. Ich möchte sie in einem anderen Kontext hören, um herauszufinden, wie weit sie gehen kann. Ich sehe keine wirklichen Grenzen für EITRIN, so kolossal ist die Summe unserer jeweiligen Einflüsse und Wünsche&#8230;</p>
<p><strong>Ich weiß, es ist eine überflüssige Frage, da du nicht auf die Bühnen gehst, aber trotzdem: Gibt es eine Chance, EITRIN live zu sehen, vielleicht auf dem <a href="https://vampster.com/bands/servants-of-chaos/">SERVANTS OF CHAOS</a>-Festival nächstes Jahr?</strong></p>
<p>Es ist möglich, es ist sogar wahrscheinlich, dass Marion und Dehn Sora mit Eitrin auf der Bühne stehen wollen, aber ohne mich. <em>(Anm. d. Verf.: EITRIN wurden für das SERVANTS OF CHAOS-Festival bereits bestätigt &#8211; ohne Vindsval.)</em></p>
<p><strong>Vielen Dank für deine Zeit und deine Antworten. Wenn es noch etwas zu sagen gibt, hier ist die Gelegenheit!</strong></p>
<p>Vielen Dank.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[EITRIN]]></band>
<genres><![CDATA[hardcore, Post Metal, black metal]]></genres>
<wpid>337243</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>BLIND CHANNEL: Interview &#8211; Heavy Metal auf der Rave-Party</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/blind-channel-interview-heavy-metal-auf-der-rave-party/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Schaffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Apr 2024 08:15:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[BLIND CHANNEL]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=337469</guid>

					<description><![CDATA[Neues Album, neuer Look, neue Tour: Für BLIND CHANNEL hat mit "Exit Emotions" (2024) ganz offensichtlich auch ein neues Kapitel begonnen. Im Vorfeld ihres Konzerts im Münchner Backstage Werk verrät uns das Sängergespann Joel Hokka und Niko Vilhelm Moilanen bei einem entspannten Plausch, wie es bei den Finnen auf ihrer bislang größten Headliner-Tour durch Europa läuft, was es mit dem Albumtitel auf sich hat und warum die Kommunikation untereinander gerade auf Tour besonders wichtig ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: center">&gt;&gt; <a href="#english">Read the English version</a> &lt;&lt;</p>
</blockquote>
<p><strong>Hallo, Niko und Joel! Ihr seid jetzt seit ein paar Tagen unterwegs, aber ihr befindet euch aktuell noch immer in der ersten Hälfte der Tour. Wie ist es bisher gelaufen?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Ja, es waren sechs Shows und bis jetzt ist es, als wäre ein Traum wahr geworden. Es ist unsere bisher größte Headline-Tour, und wir sind super glücklich darüber, wie zahlreich das Publikum ist, wie groß die Hallen sind. Außerdem ist es erfrischend, neue Songs auf die Setlist zu setzen. Das neue Album wurde aus einer Live-Perspektive geschrieben, weshalb die neuen Songs in ihrer natürlichen Umgebung sind, wenn wir sie live spielen. Das ist großartig!</p>
<p><strong>Joel:</strong> Ja, es ist super verrückt, wie viele Leute wir anlocken: etwa 1000 oder nahezu 1000 jeden Abend. Es ist Wahnsinn, so viele Fans hier in Deutschland zu haben, es ist wirklich ein Traum, der für uns wahr geworden ist.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Es ist noch gar nicht so lange her, da spielten wir in der gleichen Halle <em>[Backstage München – Anm. d. Verf.]</em>, aber auf der kleineren Bühne nebenan, und haben nur davon geträumt, auf der größeren zu spielen &#8211; und heute Abend tun wir es. Man kann also wirklich den Fortschritt direkt vor seinen Augen sehen.</p>
<p><strong>Das hört sich großartig an! Letztes Jahr wart ihr auch als Support von <a href="https://vampster.com/bands/electric-callboy/">ELECTRIC CALLBOY</a> in Deutschland und habt zwischendurch einige Headline-Shows gespielt. Und dort wart ihr als Vorband in den großen Arenen zu sehen. Jetzt, wo ihr den Vergleich habt: Was bevorzugt ihr? Sind es auch die großen Arenen, die ihr anstrebt?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Es ist eine andere Situation, wenn du als Vorband in einer Arena spielst, weil die Leute nicht für dich da sind. Sie fragen sich nur: <em>&#8222;Was zum Teufel ist das?&#8220;</em> Also musst du dich mehr verkaufen. Wenn man aber als Headliner spielt, kennen die Leute die Songs schon. Sie sind für dich da, sie genießen einfach den Moment. Es macht also mehr Spaß, für sein eigenes Publikum zu spielen. Aber sich vorzustellen, eine Headline-Show in einer Arena zu spielen, das wäre schon gewaltig. Das ist auf jeden Fall unser Ziel.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Ja, wir haben in genau einem Monat eine Arenashow in Finnland vor uns. Es gibt ein Sprichwort in der Branche, das besagt, dass es gut ist, ein Headliner zu sein &#8211; und das ist wirklich wahr. Es hat bislang auf Tour super viel Spaß gemacht.</p>
<p><strong>Wie viele Leute werden denn in Finnland dabei sein?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Ungefähr fünftausend Leute.</p>
<p><strong>Das ist eine schöne Menge, man kann sich nur vorstellen, wie das sein muss.</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Und auch, weil es unser Heimatland ist und die ganzen Familien und Freunde da sind, was es super spannend macht.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Es ist etwas Besonderes!</p>
<p><strong>Joel:</strong> Ja, es ist besonders schön zu sehen, wie engagiert unsere Fans sind. Viele reisen auch aus Deutschland und anderen Ländern nach Finnland. Es ist cool, dass sie unsere Musik genauso mögen wie wir.</p>
<h2>&#8222;Da ist dieses Gefühl, dass keine Bühne jemals groß genug sein wird.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337177" aria-describedby="caption-attachment-337177" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337177 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337177" class="wp-caption-text">Gitarrist Joonas Porko, Sänger Niko Vilhem Moilanen, Bassist Olli Matela (v.l.n.r.)</figcaption></figure></p>
<p><strong>Ich schätze, die Hingabe geht in beide Richtungen, denn du warst es, Niko, der gesagt hat: &#8222;Dieses Gefühl, nie genug zu sein, ist das, was uns im Moment antreibt.&#8220; Das spricht also für eine Menge Ehrgeiz.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Ja, auf jeden Fall. Wir sind eine hungrige Band und wir sind es gewohnt, als Außenseiter aufzutreten. Auch wenn man beispielsweise sagen könnte, dass es unsere Headline-Tour ist und alles mittlerweile so groß geworden ist, haben wir das alles schon sieben Jahre vor unserem ersten Durchbruch gemacht. Die Mentalität ist also immer noch da, dass man einfach immer weiterwachsen will. Da ist dieses Gefühl, dass keine Bühne jemals groß genug sein wird.</p>
<p><strong>Als Band muss man irgendwann die Diskussion führen, ob man tatsächlich bereit ist, alles zu geben, alles auf eine Karte zu setzen. Habt ihr dieses Gespräch schon geführt bzw. habt ihr diesen Moment schon hinter euch?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Ich denke, wir waren uns alle einig, als wir die Band gegründet haben, dass wir nur ein Leben haben und diesen Weg gehen wollen. Und seither ist es ziemlich natürlich für uns. Ich denke, dass der Eintritt Aleksis <em>[Kaunisvesi, DJ – Anm. d. Verf]</em> in die Band das letzte fehlende Teil war, das uns noch gefehlt hatte. So fühlte es sich jedenfalls an, denn alles, was er vor seiner Aufnahme zu mir sagte, war:<em> &#8222;Wenn ich jetzt einsteige, werde ich eine Menge Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass die Sache durch die Decke geht.&#8220;</em></p>
<p>Das tat er dann auch, weil er mir es versprochen hatte und weil er wusste, dass ich eines der Gründungsmitglieder war und mit der Band eine große Last auf den Schultern hatte. Also bot er mir an, uns bei der Entwicklung der Band zu unterstützen und versicherte mir, ihr zum Durchbruch zu verhelfen. Das war also der Moment, in dem mir klar wurde, dass es jetzt passieren würde. Und seitdem sind wir uns alle einig, dass dies die Mission ist, die wir haben, und dass wir sie zum Erfolg führen müssen. Als gäbe es nichts anderes, was wir tun könnten: Es gibt nur die eine Mission.</p>
<p><strong>Aber manchmal kann das eine Menge Druck bedeuten. Sehr viel Stress.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Es ist natürlich nicht immer alles rosig und schön. Es kann stressig sein. Ich glaube, wir hatten erst vor ein paar Tagen eine Diskussion darüber. Wir waren schon unterwegs, als wir darüber sprachen, dass es Tage gibt, an denen dich die Angst überkommt und du dich fragst: Was ist, wenn es das war? Was ist, wenn man nur so groß wird?</p>
<p>Aber das ist eine gute Sache, denn es bedeutet, dass du immer noch hungrig bist. Man ist nicht so schnell befriedigt, nur weil man gerade auf Tour ist. Man kann das bei vielen Bands beobachten, dass sie einen bestimmten Punkt in ihrer Karriere erreichen und sich mit ihrer Größe oder den Orten zufriedengeben, an denen sie spielen. Sie verlieren irgendwie dieses fast verzweifelte Gefühl, größer werden zu wollen.</p>
<p>Ich selbst muss weiter nach oben klettern! Ich denke, die Tatsache, dass wir immer noch diese Tage haben, an denen wir Angst haben und uns fragen, ob es das nun ist, zeigt uns, dass wir immer noch hungrig und bereit sind, nach vorne zu gehen.</p>
<h2>&#8222;Wir arbeiten als Team, also sitzen wir alle im selben Boot [&#8230;]&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337168" aria-describedby="caption-attachment-337168" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337168 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337168" class="wp-caption-text">Niko Vilhelm Moilanen &#8211; Vocals</figcaption></figure></p>
<p><strong>Auf jeden Fall! Was macht ihr denn, um abzuschalten, wenn der Stress zu viel wird, sei es auf Tournee oder zu Hause?<br />
</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Weißwein! Das ist das Mittel der Wahl für mich. (lacht)</p>
<p><strong>Niko:</strong> Ich trinke heutzutage gar nichts mehr, nur noch alkoholfreies Bier [zeigt auf die Flasche].</p>
<p><strong>Joel:</strong> Eine erholsame Nachtruhe ist das Beste.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Ja, gut schlafen, gut essen. Wir reden auch viel über Dinge, jetzt, wo wir auf Tour sind. Jeder Ort kann prinzipiell ein schlechter Ort sein, aber besonders ist das der Fall, wenn man unterwegs ist; sei es im Tourbus oder auf der Bühne. Eine Tournee ist ein schlechter Zeitpunkt, um über seine Probleme zu schweigen oder darüber, was gerade in einem vorgeht. Wir versuchen, viel anzusprechen und über die Dinge zu reden. Ich glaube, es hilft sehr, dass wir das gemeinsam machen. Wir arbeiten als Team, also sitzen wir alle im selben Boot, wenn es um diese Sache geht.</p>
<p><strong>Joel:</strong> Es ist wirklich sehr wichtig, das zu verstehen. Wenn du das alles alleine tun würdest, würdest du verrückt werden: Sich um alles selbst zu kümmern, wäre zu viel zu bewältigen. Ich bin so verdammt dankbar, dass wir in einer Band sind. Wir teilen uns das Risiko.</p>
<p>Die Crew ist übrigens auch ein Teil davon, weil sie all ihre Zeit und Energie investiert, um das alles zu ermöglichen. Die Band und die Crew sind sich alle einig, dass wir dieses Risiko eingehen wollen, und das macht es viel einfacher.</p>
<p><strong>Es ist wirklich großartig, dass ihr so offen über diese Themen sprechen könnt. Ich glaube nicht, dass das unbedingt die Norm ist.</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Nein, in vielen Bands und Crews gibt es eine Menge Leute, die anfangen, gierig zu werden. Zum Beispiel denkt der Leadsänger oft, dass er der Star ist und alles alleine machen kann. Aus seiner Sicht sollte er also mehr Geld bekommen. Aber ich habe immer verstanden, dass wir als Sänger einfach automatisch die meiste Aufmerksamkeit bekommen. Und auch wenn wir vorne auf der Bühne stehen, wissen wir doch, dass wir ohne die Jungs und ohne die Proben und ohne all die andere Arbeit, die sie leisten, nicht hier wären.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Keiner ist entbehrlich. Ich denke, es ist auch ein wichtiger Aspekt, dass wir alle Kindheitsfreunde sind. Wir haben uns als Kinder kennengelernt, die meisten aus der Crew auch: Sie sind einfach ein verlängerter Arm der Band. Eigentlich waren wir alle auf derselben musischen Schule und im Grunde waren wir nur ein Haufen Kids, die Rock&#8217;n&#8217;Roll spielten und anfingen zu touren; zuerst in Finnland und jetzt touren wir schon seit elf Jahren und machen immer noch das Gleiche. Und es ist schon witzig, dass wir immer noch die gleichen Kinder sind, wenn wir in den Tourbus steigen. Das liegt auch daran, dass wir uns gegenseitig so gut kennen.</p>
<p>Ich meine, wir müssen manchmal nicht einmal miteinander reden, um zu wissen, was die andere Person durchmacht. Das macht es viel, viel einfacher. Ich glaube, vor ein paar Tourneen gab es einen Punkt in unserer Karriere, an dem wir eben nicht über solche Themen sprachen und bemerkten, dass die Spannungen dadurch zunahmen &#8211; es gab einfach eine Menge negativer Energie -, also hatten wir eine interne Besprechung, dass wir genau das ändern müssen: Wenn dich etwas stresst, dann sprich es aus! Ich glaube, das hat wirklich geholfen. <em>[Joel stimmt zu]</em></p>
<h2>&#8222;[&#8230;] beim letzten Album hatten wir das Gefühl, dass wir angesichts des Eurovision-Hypes ein bisschen in der Mainstream-Welt verloren waren.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337186" aria-describedby="caption-attachment-337186" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337186 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337186" class="wp-caption-text">Joel Hokka &#8211; Vocals</figcaption></figure></p>
<p><strong>Es ist wirklich gut, in dieser Hinsicht eine gesunde Politik zu haben. Und darüber hinaus habt ihr es zwischen all dem Touren noch geschafft, ein neues Album namens &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/blind-channel-exit-emotions/">Exit Emotions</a>&#8220; zu schreiben und aufzunehmen.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Irgendwie scheint es so! (Joel &amp; Niko lachen)</p>
<p><strong>(lacht) Was mir an diesem Album wirklich gefällt &#8211; ich denke, es könnte euer bisher gelungenstes sein &#8211; ist die Vielfalt der Songs. Was war der Plan für die Produktion des Albums in kreativer Hinsicht? Ging es explizit darum, neue Wege zu beschreiten?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Es gab ein paar Aspekte, die sehr wichtig waren und die wir tatsächlich analysiert haben. Zwischen dem vorherigen Album und diesem haben wir etwa 240 Shows gespielt. Der Live-Musik-Aspekt hatte also definitiv einen großen Einfluss. Außerdem spielten wir auf Metal-Festivals, was bedeutete, dass wir auch jene Bands sahen &#8211; Metal-Bands, härtere Bands &#8211; die uns inspirierten, als wir anfingen. Und beim letzten Album hatten wir das Gefühl, dass wir angesichts des Eurovision-Hypes ein bisschen in der Mainstream-Welt verloren waren. Aber jetzt fühlt es sich so an, als würden wir zu unseren Wurzeln zurückkehren, zurück zu der rohen Live-Energie, die wir immer erreichen wollten.</p>
<p>Das ist also ein wichtiger Aspekt; der andere ist, dass wir das vorherige Album komplett alleine geschrieben haben, weil Aleksi <em>[DJ &#8211; Anm. d. Verf.]</em> zur Band gestoßen ist. Wir haben unsere Chemie im Studio erprobt.<em> [Joel stimmt zu]</em> Aber bei diesem Album wussten wir, dass wir nicht in unserer Art, Songs zu schreiben, feststecken wollten. Also verließen wir Finnland, gingen nach Berlin, nach London und nach Los Angeles, um mit den Leuten vor Ort und englischen Muttersprachlern zu arbeiten. Ich denke, das Ergebnis ist unsere klanglich bislang internationalste Platte.</p>
<p><strong>Ja, der Aussage kann ich zustimmen &#8211; es klingt wirklich international! Auf welchen Aspekt des fertigen Albums seid ihr am meisten stolz?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Ich denke, es ist das ganze Konzept des Albums: Wenn man sich die zwölf Songs von Anfang bis Ende anhört, ist es wie eine Achterbahnfahrt. Es hat Höhen und Tiefen und es fühlt sich wie ein solides Paket an &#8211; darauf bin ich am meisten stolz. Wenn man das Cover sieht und sich die Songs anhört, spürt man, dass es ein Gesamtpaket ist.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Ich hab mal einen Witz darüber gemacht, dass ich am meisten stolz darauf bin, dass wir das Album tatsächlich fertiggestellt haben.</p>
<p><strong>Joel:</strong> Oh ja! (beide lachen)</p>
<p><strong>Niko:</strong> Nur weil wir so beschäftigt waren. Aber da steckt mehr dahinter, denn der letzte Sommer war die verrückteste Zeit, weil wir unseren ersten internationalen Festivalsommer gespielt haben. Das bedeutete, dass wir in Europa herumflogen, 72 Stunden lang weg <em>[vom Studio]</em> waren und drei Shows spielten, ohne auch nur ein bisschen zu schlafen. Dann gingen wir zurück ins Studio, um das Album aufzunehmen, und zwar so lange, bis wir wieder zum Flughafen fahren mussten.</p>
<p>Wir können uns nicht einmal an den letzten Sommer erinnern! Dein Gedächtnis ist im Eimer, wenn du überhaupt nicht schläfst. Und als wir das Album dann fertig hatten, war da diese Angst: Was, wenn wir einfach etwas Beschissenes gemacht haben? Aber dann haben wir uns die Platte angehört und gemerkt, dass die Tatsache, dass wir die ganze Zeit auf Tour waren, dass wir so erschöpft waren, auch bedeutete, dass wir keine Kraft hatten, auf dieser Platte zu lügen. Dass wir absolut ehrlich waren: jeder Gitarrenakkord, jeder Trommelschlag, den man hört, jede Gesangsleistung. Es ist so roh und so authentisch. Ich glaube, wir haben in dieser Zeit wirklich etwas Besonderes eingefangen. Und das ist es, worauf ich am meisten stolz bin.</p>
<h2>&#8222;Stell dir vor, auf dieser Rave-Party würde eine Metal-Band spielen &#8211; wie wäre das?&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_323956" aria-describedby="caption-attachment-323956" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg" data-lbwps-width="1200" data-lbwps-height="1200" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323956 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-323956" class="wp-caption-text">&#8222;Exit Emotions&#8220; &#8211; Cover-Artwork</figcaption></figure></p>
<p><strong>Ja, das ist genau das, was &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/blind-channel-exit-emotions/">Exit Emotions</a>&#8220; von der letzten Platte unterscheidet, denke ich. Joel, du hast ein zugrundeliegendes Konzept erwähnt. Ich erinnere mich, dass in der Pressemitteilung von einem Club die Rede war, in dem ihr wart und in dem Stachelkugeln von der Decke hingen. Ist das ein realer Ort oder war das eher eine Vision, die ihr versucht habt, zum Leben zu erwecken.</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Oh, das ist ein echter Ort! Wir kennen den Namen des Clubs leider nicht. Vielleicht war es in Hamburg.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Es war entweder Hamburg oder Berlin.</p>
<p><strong>Ein Club wie dieser klingt nach Berlin. (lacht)</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Ja, es könnte Berlin gewesen sein, aber ich erinnere mich nicht mehr.</p>
<p><strong>Joel:</strong> Ich erinnere mich, dass es ungefähr vier Uhr nachmittags war, als wir an unserem freien Tag während der ersten Europatournee mit <a href="https://vampster.com/bands/electric-callboy/">ELECTRIC CALLBOY</a> aufgewacht sind, und Niko und ich einen Kater hatten.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Wir waren gerade aus Finnland zur Tour zurückgekommen, wo wir sechs finnische Grammys gewonnen hatten. Du bist also ziemlich glücklich, aber du bist verkatert und denkst: &#8222;Okay, damit ist dieses Kapitel irgendwie abgeschlossen.&#8220; Eben weil wir mit unserem letzten Album gerade so viele Preise gewonnen hatten, hatten wir das Gefühl, dass dies der perfekte Zeitpunkt sein könnte, um mit der Planung des nächsten Albums zu beginnen.</p>
<p><strong>Joel:</strong> Uns ist aufgefallen, dass im Gebäude nebenan eine Underground-Party stattfindet, und wir sahen rote Lichter aus dem Gebäude kommen. Das brachte uns zum Nachdenken: Stell dir vor, auf dieser Rave-Party würde eine Metal-Band spielen &#8211; wie wäre das? Klar, es klingt wie <a href="https://vampster.com/bands/electric-callboy/">ELECTRIC CALLBOY</a>, aber nein, es muss dunkler sein. Es muss verdrehter sein, denn wir hatten das Gefühl, dass es den Leuten in diesem Club nicht gut geht. Sie haben irgendwelche Probleme, sie nehmen Drogen. Wir wollten das Gefühl einfangen, mitten im Club unter Hunderten von Leuten zu sein, während Techno läuft &#8211; oder was auch immer für superdüstere Klänge &#8211; und man einfach nur raus will. Das Gefühl, vor etwas zu fliehen, ist der Grundpfeiler des Albums.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Es scheint auch, als gäbe es mehrere Betrachtungsmöglichkeiten: Du siehst den Club, du siehst die Leute und es hat diese Art von Schönheit an sich: Hier gibt es gutaussehende Leute, die die Zeit ihres Lebens haben, aber es gibt auch das Gefühl von Dunkelheit und Gefahr in diesem Club.</p>
<p>Außerdem gibt es die leuchtenden Ausgangsschilder: Entweder sucht man an diesem Ort nach einem Ausgang, oder vielleicht ist dieser Ort der &#8222;Ausgang&#8220; [„Exit“], wie in einem Titel: Das ist der Ausweg aus dem Alltag, den die Leute brauchen. Wir haben uns überlegt, wie es wäre, wenn unsere Live-Shows so aussehen würden und wir selbst den Leuten, denen es schlecht geht, einen Ausweg bieten könnten. Das wurde zu einem so inspirierenden Konzept, dass alle Songs aus dieser Perspektive geschrieben wurden.</p>
<h2>&#8222;Ich glaube, der Schlüssel ist, absichtlich einige Teile wegzulassen, damit die Leute sie selbst ergänzen können.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337176" aria-describedby="caption-attachment-337176" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337176 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337176" class="wp-caption-text">Joel Hokka &#8211; Vocals</figcaption></figure></p>
<p><strong>Das klingt fast wie eine Szene aus einem Film. Wenn ich nur davon höre, möchte ich diesen Club finden.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Ja, wir lassen es dich wissen, wenn wir ihn jemals wieder finden.</p>
<p><strong>Klar, danke. (lacht) Um auf die Songs des Albums zu sprechen zu kommen: Ich denke, textlich ist einer der interessantesten &#8222;One last time&#8230;again&#8220;, da er sich wie ein Liebeslied anfühlt, aber man könnte auch sagen, dass er sich zum Beispiel um Sucht dreht. Ist diese Zweideutigkeit beabsichtigt?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Das war beabsichtigt. Ich bin für die Texte verantwortlich und ich wollte Worte wie &#8217;sie&#8216; oder &#8218;Mädchen&#8216; oder &#8218;Mann&#8216; unbedingt vermeiden. Ich wollte, dass Leute, die in einer schlechten Beziehung waren oder Pech in der Liebe hatten, ihre eigene Geschichte darauf projizieren können. Aber es muss nicht unbedingt Liebe sein: Es können Drogen sein, es kann Alkohol sein, es kann alles sein.</p>
<p>Es ist einfach dieser ständige Kampf, bei dem man sich sagt, dass man das nie wieder tun wird. Und dann tut man es ein letztes Mal wieder&#8230; und wieder&#8230; und wieder. Also, ja, das war durchaus beabsichtigt. Schön, dass es dir aufgefallen ist.</p>
<p><strong>In ähnlicher Weise ist mir beim Lesen des Textes von &#8222;Deadzone&#8220; aufgefallen, dass es auch hier eine Art von Mehrdeutigkeit gibt: Er könnte einen emotionalen Zustand beschreiben, er könnte über die Welt an sich sprechen. Er könnte sogar von der Musikindustrie handeln. Ist es für euch wichtig, dass die Fans ihre eigene Bedeutung in euren Songs finden können?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Sie können sich ihre eigene Welt erschaffen, definitiv!</p>
<p><strong>Niko:</strong> Das ist es, was jeden großen Song groß macht. Wir erinnern uns, dass wir Songs von <a href="https://vampster.com/bands/linkin-park/">LINKIN PARK</a> hörten und dachten: &#8222;Das ist aus meinem Leben. Wie können <a href="https://vampster.com/bands/linkin-park/">LINKIN PARK</a> wissen, was ich durchmache?&#8220;</p>
<p>Ich denke, man kann große Hits aus jedem Genre heranziehen und wenn man sich die Texte anschaut, können die Leute immer ihre eigenen Geschichten hineinprojizieren. Und das haben wir hier auch versucht. Wir wussten nicht immer, wie wir es anstellen sollten. Aber ich glaube, wir werden immer besser darin, die Art von Songs zu schreiben, mit denen sich die Leute wirklich identifizieren können. Sie nehmen etwas aus ihrem eigenen Leben und ergänzen es um die fehlenden Teile. Ich glaube, der Schlüssel ist, absichtlich einige Teile wegzulassen, damit die Leute sie selbst ergänzen können.</p>
<p><strong>Zumindest bei mir hat es funktioniert. Es sieht also so aus, als hättet ihr damit Erfolg gehabt. &#8222;Not Your Bro&#8220; hingegen ist ziemlich unverblümt. Es ist eine direkte Botschaft an die Leute, die sich an euch gewandt haben, nachdem ihr eine gewisse Berühmtheit erlangt hattet. Es ist doch kein Zufall, dass es der wahrscheinlich härteste Song auf der Platte ist, oder?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Nein, das ist es nicht. Es ist ein direkter Mittelfinger an alle von ihnen. Wir wurden in der Schule furchtbar gemobbt; für mich war es fast schon gewalttätig. Ich hatte so eine Scheißangst, in die Schule zu gehen, deshalb ist der Song auch so persönlich. Wir alle in der Band teilen das Trauma; vielleicht nicht jedes Mitglied im gleichen Ausmaß, aber wir teilen das meiste davon. So haben wir uns gefühlt, als wir den Song geschrieben und versucht haben, das härteste Material einzufangen, das man sich für diese Band vorstellen kann</p>
<p><strong>Niko:</strong> Ich glaube, der wichtigste Satz war: &#8222;Bevor du mir sagst, ich solle darüber hinwegkommen, was mich nachts wachhält, werde ich dir genau zeigen, wie meine Vergangenheit klingt.&#8220; Und wie hört sich diese an? Wir wussten von da an, dass es der verdammt härteste Song auf dem Album sein musste.</p>
<h2>&#8222;Wir sind als Band sehr autark. Das zu sein war auch einer unserer Träume, weil LINKIN PARK das gemacht haben.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337180" aria-describedby="caption-attachment-337180" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg" data-lbwps-width="1067" data-lbwps-height="1600" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337180 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg" alt="" width="1600" height="2400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg 1067w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14-380x570.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337180" class="wp-caption-text">Olli Matela &#8211; Bass</figcaption></figure></p>
<p><strong>Und als diese Leute damals auf euch zugekommen sind, wie seid ihr damit umgegangen? Habt ihr ihnen ins Gesicht gesagt, was ihr denkt, oder habt ihr sie einfach ignoriert?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Ich habe überhaupt nicht geantwortet. Ich habe sie einfach ignoriert.</p>
<p><strong>Niko:</strong> In meinem Fall waren es meistens Direktnachrichten. Ich habe im Grunde nur etwas geantwortet wie &#8222;Vielen Dank, pass auf dich auf. Man sieht sich.&#8220; So etwas in der Art. Es ist schwierig, weil diese Vorfälle schon Jahre her sind. Ich habe buchstäblich seit zehn oder 15 Jahren nichts mehr von diesem Typen gehört, aber wenn dann dieser Name aufpoppt, kommen all die schlimmen Dinge wieder hoch. Wie groß sind diese Narben? Ich glaube, das war eine der Inspirationen für den Song.</p>
<p><strong>Ich bin froh, dass ihr offenbar einen Weg gefunden habt, damit umzugehen.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Wir gehen jeden Abend auf der Bühne damit um.</p>
<p><strong>Joel:</strong> Ja, es ist eine Art Therapie, da rauszugehen.</p>
<p><strong>Da wir gerade von der Bühne sprechen: Wir können eure Outfits hinter euch auf der Garderobe hängen sehen. Bühnenkleidung, Image und Aussehen sind heutzutage für viele Bands sehr wichtig. Arbeitet ihr mit Profis zusammen, um euren Look zu bestimmen, oder macht ihr alles selbst?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Unser Bassist Olli [Matela &#8211; Anm. d. Verf.] hat sie mit seinen eigenen kleinen Händen gemacht und er hat auch alles entworfen, was man heutzutage sieht, z.B. die Albumcover. Manchmal heuern wir einen Assistenten oder eine externe Unterstützung an, um bei der Arbeit zu helfen. Aber die Ideen kommen von uns und Olli ist immer noch derjenige, der das meiste macht. Er kümmert sich zum Beispiel um unser Merchandise.</p>
<p>Wir sind als Band sehr autark. Das zu sein war auch einer unserer Träume, weil <a href="https://vampster.com/bands/linkin-park/">LINKIN PARK</a> das gemacht haben. Um unabhängig zu sein, muss man alles, was man tun kann, selbst machen, und dann sind alle Labels, Agenten und das Management nur Werkzeuge, die einem helfen.</p>
<p>Wir haben den besten Weg gefunden, der für uns funktioniert, weil wir so strikt an unserer Vision der Band festhalten, d.h. daran, wie sie klingen und aussehen soll. Also versuchen wir, so unabhängig wie möglich zu sein.</p>
<h2>&#8222;[&#8230;] wir werden mit diesem Album so lange touren, wie wir können.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337185" aria-describedby="caption-attachment-337185" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337185 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /><figcaption id="caption-attachment-337185" class="wp-caption-text">Niko (l.) und Joel</figcaption></figure></p>
<p><strong>Da ihr den Großteil der Arbeit selbst erledigt, wie geht es für <a href="https://vampster.com/bands/blind-channel/">BLIND CHANNEL</a> nach dieser Tour und nach eurer großen Arena-Show weiter? Gibt es irgendwelche konkreten Pläne, die ihr verraten wollt?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Wir werden mit <a href="https://vampster.com/bands/p-o-d/">P.O.D.</a> durch die USA touren und versuchen, den amerikanischen Markt weiter zu erobern. Das ist eine Menge Arbeit. Wir müssen weiterhin der Support-Act sein und unser Publikum vergrößern. Es wird unsere bisher größte US-Tournee und ist eine große Chance für uns.</p>
<p>Dann werden wir zwei große Festivals in den USA spielen und etwa zehn weitere, hauptsächlich in Finnland und Deutschland. Danach werden wir einen vergleichsweise entspannten Sommer haben, weil es im Frühling so verdammt hektisch wird. Im Herbst wird es ein oder zwei Touren geben, von denen eine bald angekündigt wird. Ich schätze, wir werden einfach nur touren.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Ja, wir werden mit diesem Album so lange touren, wie wir können. Die Platte wurde für das Touren geschrieben. Und wenn wir damit fertig sind, werden wir wohl anfangen, Album Nummer sechs zu planen. Wir kennen den Namen schon seit einiger Zeit, weil wir in Trilogien denken. Die ersten drei Alben sind eine Art Trilogie und wir sind jetzt mitten in der zweiten. Aber wir können den Titel des letzten Kapitels noch nicht verraten.</p>
<p><strong>Joel</strong>: Es wird auch eine Überraschung vor Album Nummer sechs geben.</p>
<p><strong>Na, da freue ich mich schon drauf. Wie dem auch sei, die wichtigste Frage habe ich mir für den Schluss aufgehoben: Was ist euer Lieblingsdinosaurier?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Ich weiß nicht, ob es ein Dinosaurier ist, aber nennen wir ihn doch einen modernen Dinosaurier: der Komodowaran. Er ist ziemlich nah an einem Dinosaurier.</p>
<p><strong>Niko</strong>: Ich glaube, ich habe einmal in &#8222;Giants&#8220; gerappt, dass ich ein T-Rex bin. Außerdem weiß ich weniger über Dinosaurier, als mir lieb ist, weshalb ich mich für den T-Rex entscheiden muss &#8211; der naheliegendste von allen.</p>
<p><strong>Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mit uns zu sprechen. Wenn ihr unseren Lesern noch etwas sagen wollt, dann gehören die letzten Worte euch.</strong></p>
<p>Niko: Vielen Dank für eure Unterstützung! Hört mal in unsere Musik rein, wenn ihr uns noch nicht kennt, und kommt zu einem Auftritt in einer Halle in eurer Nähe!</p>
<hr />
<h1 style="text-align: left">English version<a title="english" name="english"></a></h1>
<p><strong>New album, new look, new tour: <a href="https://vampster.com/bands/blind-channel/">BLIND CHANNEL</a> have clearly also started a new chapter with &#8222;Exit Emotions&#8220; (2024). Prior to their concert at Backstage Werk in Munich, vocalists Joel Hokka and Niko Vilhelm Moilanen reveal to us in a laid-back conversation how things are going for the Finns on their biggest headlining tour of Europe to date, what the album title is all about and why communication with each other is particularly important on tour.</strong></p>
<p><strong>Hi, Niko and Joel! You&#8217;ve been on the road for a couple of days now but it&#8217;s still the first half of the tour. How’s it been going so far?</strong></p>
<p><strong>Niko</strong>: Yeah, it’s been six shows, and so far, it&#8217;s been a dream come true. It’s our biggest headline-tour up till now, and we&#8217;re super happy about how big the audiences are, how big the venues are. Also, it&#8217;s refreshing to get new songs to the setlist. The new album was written from a live perspective so the new songs are in their natural environment when we&#8217;re performing them live. It&#8217;s awesome!</p>
<p><strong>Joel:</strong> Yeah, it&#8217;s been super crazy, especially how many people we’re pulling in: around 1000 or close to a thousand every night. It&#8217;s so crazy to have that many fans here in Germany, it&#8217;s really a dream come true for us.</p>
<p><strong>Niko:</strong> It wasn&#8217;t that long ago when we played the same venue [Backstage Munich], but the smaller side, and were only dreaming about playing the bigger one. But we&#8217;re doing it tonight so you can really see the progress right in front of your eyes.</p>
<p><strong>That&#8217;s awesome! Last year, you were also in Germany supporting <a href="https://vampster.com/bands/electric-callboy/">ELECTRIC CALLBOY</a> with some additional headline shows in between. This allowed you to play some big arenas as well. Now that you experienced both: What do you prefer? Is it the big arenas you&#8217;re aiming for as well?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> It&#8217;s a different story when you play an arena as a support band because the people are not there for you. They&#8217;re just there thinking: &#8222;What the fuck is this?&#8220; So you have to sell yourself more. But when you play headlines, the people already know the songs. They are there for you, they&#8217;re just enjoying the moment. So it&#8217;s more enjoyable to play for your own audience, but to imagine having an headline arena show, it will be massive. For sure we’re aiming for that.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Yeah, we have an arena show coming up in Finland in exactly one month. There&#8217;s a saying in the industry that it&#8217;s good to be a headliner, and it&#8217;s really true. It&#8217;s been super fun so far on tour.</p>
<p><strong>How many people will be there in Finland?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Round about five thousand people.</p>
<p>That sounds like a nice amount, one can only imagine what that must be like.</p>
<p><strong>Joel:</strong> And it&#8217;s also because it&#8217;s our home country, and there are all the families and friends which makes it super exciting.</p>
<p><strong>Niko:</strong> It’s special!</p>
<p><strong>Joel:</strong> Yeah, there is this special excitement seeing how dedicated our fans are. A lot of them are traveling to Finland from Germany and other countries as well. It&#8217;s cool to see that they like our music just as much as we do.</p>
<h2>&#8222;There is this feeling that no stage will ever be big enough.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337177-2" aria-describedby="caption-attachment-337177-2" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337177 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_11-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337177-2" class="wp-caption-text">Guitar player Joonas Porko, singer Niko Vilhem Moilanen, bass player Olli Matela (left to right)</figcaption></figure></p>
<p><strong>I guess the dedication goes both ways because it was you, Niko, who said: “This feeling of never being enough is what drives us forward right now.” So that speaks of a lot of ambition.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Yeah, definitely. I think we&#8217;re this hungry band and we&#8217;re so used to the underdog attitude when we do things. For example, even though you could say that it&#8217;s our headline tour and everything is so big by now, we spent around seven years before our first breakthrough already doing this. So the mentality is still there that you just want to get bigger and bigger. And there is this feeling that no stage will ever be big enough.</p>
<p><strong>At some point as a band, you have to have the discussion whether you&#8217;re willing to go all in, put all the eggs in one basket. Have you passed that moment already?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> I guess, we all agreed when we started this band that we have just this one life and want to go down that road. And it&#8217;s been pretty natural since then. I guess Aleksi [Kaunisvesi, DJ] joining the band was the final piece that told us that now it&#8217;s going to happen. It felt like that because all he said to me before becoming a part of this was: “If I join now, I will take on a lot of responsibility and I will make this blow the shit up.”</p>
<p>And that&#8217;s what he did because he promised me and because he knew that I was one of the founding members and had a lot of weight on my shoulders with the band. So he offered me to help with the direction of the band and to make sure that it will blow up. That was the moment when I realized it: “Okay, now it&#8217;s going to happen!” Since then we have all agreed that this is the mission we have and that we need to make it work. Like there&#8217;s nothing else that can happen. There&#8217;s only one mission.</p>
<p><strong>But at times, that can mean lots of pressure. Lots of stress.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Obviously, it&#8217;s not always roses and butterflies. It can be stressful. I think we just discussed this a couple of days ago. We were already on the road when we talked about how there are some days when this fear finds you and you ask yourself, what if this is it? What if this is how big you&#8217;re going to get?</p>
<p>But it&#8217;s a good thing, it means you&#8217;re still hungry. You&#8217;re not satisfied as opposed to just saying that life&#8217;s good because you&#8217;re on tour. You actually see this happening to a lot of bands that they reach a certain point in their careers and get satisfied with how big they are and where they&#8217;re touring. They kind of lose this almost desperation-like feeling to get bigger.</p>
<p>I need to keep climbing up and I think the fact that we still have those days, when we&#8217;re scared and ask ourselves if this is it, tells us that we’re still hungry and willing to push forward.</p>
<h2>&#8222;Wir arbeiten als Team, also sitzen wir alle im selben Boot [&#8230;]&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337168-2" aria-describedby="caption-attachment-337168-2" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337168 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_01-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337168-2" class="wp-caption-text">Niko Vilhelm Moilanen &#8211; Vocals</figcaption></figure></p>
<p><strong>Absolutely! But when the stress gets too much, or if you start to feel it, is there anything in particular you do to wind down, be it on tour or at home?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> White wine! That’s the one for me. (laughs)</p>
<p><strong>Niko:</strong> I don’t drink at all these day, only non-alcoholic beer [points at bottle].</p>
<p><strong>Joel:</strong> A good night’s sleep is the best.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Yeah, sleep well, eat well. We also talk about things a lot now that we’re on tour. Any place can be a bad place, but especially when you&#8217;re on the road, in the tour bus or on stage. It&#8217;s a bad place to be silent about your issues, problems or what is going on. We try to vocalize a lot and talk about things. I think what helps a lot is that we&#8217;re in this together. We&#8217;re working as a team so we&#8217;re all kind of in the same boat when it comes to this.</p>
<p>Joel: That’s actually very important to understand that. If you would do this alone, you would go crazy. It would be so much to handle if you were in it solo. I’m so fucking thankful that we are in a band. We share the risk, right?</p>
<p>The crew is kind of part of the risk as well because they give all their time and energy to make this happen. The band and the crew we all agree that this is a risk we want to take and that makes it a lot easier.</p>
<p><strong>It&#8217;s really awesome that you have this open-minded attitude to talk about these issues. I don&#8217;t think that&#8217;s necessarily the norm.</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> It&#8217;s not, in many bands and crews there are a lot of people that start to be greedy. For example, often the lead singer might begin to think that they are the star and can do this on their own. So from their point of view, they should get more money. But I have always understood that we, as singers, get most of the attention. And while we might be at the front of the stage, we still know that without the guys, and without the practice, and without all the other work they do we wouldn&#8217;t be here.</p>
<p><strong>Niko:</strong> No one is expendable. I think it’s also an important aspect that we&#8217;re all childhood friends. We met when we were kids, most of the crew as well: They&#8217;re just an extension of the band. Actually, we were all in the same music high school. Basically, we were just this bunch of kids who played rock and roll and started touring; first in Finland and now we&#8217;ve been touring for 11 years and are still doing the same thing. It&#8217;s funny that we&#8217;re still kind of the same kids when we enter the tour bus. That&#8217;s also because we know each other so well.</p>
<p>I mean, we might not even have to talk to know what the other person is going through. So it makes it a lot, lot easier. There was this point in our career a couple of tours ago when we wouldn&#8217;t be talking about things and saw that tensions were rising – there was just a lot of negative energy around -, so we actually had a discussion internally that we need to start adressing these issues: If something’s stressing you, be vocal about it, and I think that really helped. [Joel agrees]</p>
<h2>&#8222;[&#8230;] with the previous album, we felt like we were a bit lost in the mainstream world with the Eurovision hype going on.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337186-2" aria-describedby="caption-attachment-337186-2" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337186 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_21-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337186-2" class="wp-caption-text">Joel Hokka &#8211; Vocals</figcaption></figure></p>
<p><strong>It’s really good to have a healthy policy in that regard. And what is more, in between all this touring you still managed to write and record a new record called “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/blind-channel-exit-emotions/">Exit Emotions</a>”.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Somehow, it seems so! [Joel &amp; Niko laughing]</p>
<p><strong>[laughs] What I really like about that record &#8211; I think it might be your most accomplished one yet &#8211; is the diverse nature of the songs. What was the plan going into the production of the album creatively speaking? Was it explicitly about exploring new avenues?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> There were a couple of aspects that were super important that we actually broke down. Between the previous album and this one we played around 240 shows. So the live music aspect definitely had a big influence. Also, we were playing metal festivals which meant we were seeing these bands &#8211; metal bands, heavier bands &#8211; that inspired us back when we started. With the previous album, we felt like we were a bit lost in the mainstream world with the Eurovision hype going on. But now, it feels like we&#8217;re going back to the roots, back to the raw live energy that we always wanted to achieve.</p>
<p>So, that&#8217;s an important aspect, and the other one is that we wrote the previous album completely by ourselves because Aleksi <em>[Kaunisvesi, DJ</em>] had joined the band. We were practicing the chemistry in the studio. [Joel agrees] But with this record, we knew that we didn’t want to be stuck in our own ways of writing songs. So we left Finland; we went to Berlin, we went to London, we went to Los Angeles to work with the local people and the native English speakers. I think the outcome is our most international sounding record today.</p>
<p><strong>Yeah, I could agree with that statement – it does sound international! What aspect of the finished album are you most proud of?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> I think it&#8217;s the whole concept of the album: If you listen to the 12 songs from start to finish, you can feel that it&#8217;s like a rollercoaster. It has the highs and lows and it feels like a solid package &#8211; that&#8217;s what I&#8217;m most proud of. When you see the cover and you listen to the songs, you can feel that it&#8217;s a whole package.</p>
<p><strong>Niko:</strong> I&#8217;ve had this joke that of what I&#8217;m most proud of is that we actually got the album done.</p>
<p><strong>Joel:</strong> Oh, yeah! [both laughing]</p>
<p><strong>Niko:</strong> Just because we were so busy. But there&#8217;s more to this because last summer was the craziest time as we did our first international festival summer. It meant flying around Europe, being away [from the studio] for 72 hours and playing three shows while not sleeping at all. Then we would go back to the studio to record this album and would do so until we had to go to the airport again.</p>
<p>We don&#8217;t even remember last summer! Your memory gets fucked up when you don&#8217;t sleep at all. And when we got the album done, there was this fear: What if we just did something shitty? But then we listened to the album and realized that the fact that we were touring all the time, that we were so exhausted, meant that we had no power to lie on that record; that we were so honest: every guitar chord, every drum you hear, every vocal performance. It&#8217;s so raw and it&#8217;s so true. I think we really captured something special because of that time. And that&#8217;s what I&#8217;m most proud of about this.</p>
<h2>&#8222;Imagine that rave party having a metal band playing &#8211; how would it be?&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_323956-2" aria-describedby="caption-attachment-323956-2" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg" data-lbwps-width="1200" data-lbwps-height="1200" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-323956 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Blind-Channel-Exit-Emotions-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-323956-2" class="wp-caption-text">&#8222;Exit Emotions&#8220; &#8211; Cover-Artwork</figcaption></figure></p>
<p><strong>Yeah, that&#8217;s exactly what sets “Exit Emotions” apart from the last record, I think. Joel, you mentioned an underlying concept. I remember the press release mentioning a club you&#8217;ve been to with spiked balls hanging from the ceiling. Is that a real place or was it more of a vision you tried to bring to life.</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> Oh, it’s a real place! We don&#8217;t know the name of the club, unfortunately. Maybe it was in Hamburg.</p>
<p><strong>Niko:</strong> It was either Hamburg or Berlin.</p>
<p><strong>A club like that sounds like Berlin. [laughs]</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Yeah, it could have been Berlin but I don’t remember.</p>
<p><strong>Joel:</strong> I remember it was like 4 pm in the afternoon when we woke up on our day off during the first European run with <a href="https://vampster.com/bands/electric-callboy/">ELECTRIC CALLBOY</a>, and me and Niko had a hangover.</p>
<p><strong>Niko:</strong> We had just come back to the tour from Finland where we won six Finnish Grammys. So you&#8217;re pretty happy but you’re hungover and you&#8217;re thinking: “Okay, this kind of closes this chapter.” We won a lot of awards with our previous album, so we felt like this could be the perfect time to start planning the next album.</p>
<p><strong>Joel:</strong> We realized that the building next door hosts this underground party, and we saw red lights coming out. That got us thinking: Imagine that rave party having a metal band playing &#8211; how would it be? Sure, it sounds like <a href="https://vampster.com/bands/electric-callboy/">ELECTRIC CALLBOY</a>, but no, it needs to be darker. It needs to be more twisted because we felt that the people inside that club are not feeling well. They have some kind of issues, they do drugs. We wanted to capture that feeling of being in the middle of the club among hundreds of people while there is this techno playing &#8211; or whatever super dark sounds &#8211; and you just want to get out. The feeling of escaping something is the main key for the album.</p>
<p><strong>Niko:</strong> It also feels like there&#8217;s multiple ways to look at it. You saw the club, you saw the people, and there was this kind of beauty to it: Here you have good-looking people having the time of their lives, but there is also the sense of darkness and danger in that club.</p>
<p>Additionally, there are the exit signs that are glowing: You are either looking for an exit at that place, or maybe that place is the Exit, as in a title. That&#8217;s the exit the people need. We started to think, what if our live shows were like this and what if we ourselves could offer an exit for the people who are feeling bad? That became such an inspiring concept that all the songs were written from that perspective.</p>
<h2>&#8220; I think the key is to intentionally leave some pieces out so people can fill them in themselves.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337176-2" aria-describedby="caption-attachment-337176-2" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="1067" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-380x253.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337176 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_10-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337176-2" class="wp-caption-text">Joel Hokka &#8211; Vocals</figcaption></figure></p>
<p><strong>It almost sounds like a scene in a movie. Just hearing about it makes me want to go and find that club.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Yeah, we’ll let you know if we ever find it again.</p>
<p><strong>Sure, thank you. [laughs] Talking about the songs on the album. I think, lyrically one of the most interesting ones is “One last time…again” since it feels like a love song, but you could also argue that it revolves around addiction, for example. Is that ambiguity intentional?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> It was intentional. I&#8217;m in charge of the lyrics and I really wanted to avoid saying words like ‘her’ or ‘girl’ or ‘man’. I wanted people who have been in a bad relationship or have been unlucky with love to be able to project their own story onto it. But it doesn&#8217;t have to be love: It can be drugs, it can be alcohol, can be anything.</p>
<p>It’s just that constant battle going on that you say that you’re never going to do this again. And then, you’ll do it one last time again…and again…and again. So, yeah, it was totally intentional. Glad you noticed.</p>
<p><strong>Similarly, while reading the lyrics to “Deadzone”, I noticed there&#8217;s also some sort of ambiguity: they could describe an emotional state, they could be talking about the world itself. It could even be the music industry. Is it important to you that fans can find their own meaning in your songs?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> They can create their own world, definitely!</p>
<p><strong>Niko:</strong> That&#8217;s what makes any huge song huge. We remember listening to songs by <a href="https://vampster.com/bands/linkin-park/">LINKIN PARK</a> and thinking: “It&#8217;s from my life. How could <a href="https://vampster.com/bands/linkin-park/">LINKIN PARK</a> know what I&#8217;m going through?”</p>
<p>I think you can take big hits from any genre and when you look at the lyrics, people can always project their own stories. That&#8217;s what we&#8217;re trying to do here. We didn&#8217;t always know how to, but we tried and now I think we&#8217;re getting better and better at doing the kind of songs people can really relate to. They take something from their own lives and add the missing pieces to it. I think the key is to intentionally leave some pieces out so people can fill them in themselves.</p>
<p><strong>It worked for me, at least, so it looks like you succeeded. “Not Your Bro” on the other hand is quite on the nose. It’s a direct message to people who approached you after you arose to some fame. It&#8217;s not a coincidence that it&#8217;s probably the heaviest song on the record, is it?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> No, it&#8217;s not. It&#8217;s a straight-out middle finger to all of them. We were horribly bullied in school; it was almost violent for me. I was so fucking scared to go to school, so that&#8217;s why the song is really personal. We all share the trauma in the band right now. Maybe not every member to the same extent but we share most of it. That&#8217;s how we felt writing that song trying to capture the heaviest stuff you can imagine for this band.</p>
<p><strong>Niko:</strong> I think the key line was: <em>“Before you tell me to get over what keeps me up at night, I&#8217;m going to show you exactly what my past sounds like.”</em> And what does it sound like? We knew from there that it needed to be the heaviest fucking song on the on the album.</p>
<h2>&#8222;We’re very self-sufficient as a band. That&#8217;s also been one of our dreams because LINKIN PARK did that.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337180-2" aria-describedby="caption-attachment-337180-2" style="width: 1600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg" data-lbwps-width="1067" data-lbwps-height="1600" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337180 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg" alt="" width="1600" height="2400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14.jpg 1067w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14-800x1200.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_14-380x570.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></a><figcaption id="caption-attachment-337180-2" class="wp-caption-text">Olli Matela &#8211; Bass</figcaption></figure></p>
<p><strong>When those people approached you back then, how did you deal with it? Did you just give it to them straight or did you simply ignore them?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> I didn&#8217;t answer at all. I just ignored them.</p>
<p><strong>Niko:</strong> In my case it was mostly direct messages. I basically just replied something like “Thank you so much, take care. See you around.” Stuff like that. It&#8217;s difficult because it happened years ago. I literally haven&#8217;t heard of this guy in 10 or 15 years but, still, when the name pops up, all the bad stuff is coming back. How big are those scars? I think it was one of the inspirations for the song.</p>
<p><strong>I&#8217;m glad that you apparently found a way to deal with it.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> We&#8217;re dealing with it on stage every night.</p>
<p><strong>Joel:</strong> Yes, it&#8217;s therapy to go out there.</p>
<p><strong>Speaking about being on stage, we can see your outfits hanging behind you on the dresser. Stage clothing, image and appearance are very important for lots of bands, nowadays. Do you work with professionals to determine your look or do you do everything yourselves?</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Our bass player Olli [Matela] made them with his own little hands and he also designed all that you see nowadays, e.g. the album covers. Sometimes we hire some assistant or outside assistance to help with the work. But the ideas come from us and Olli still is the one who&#8217;s doing most of it. He handles our merchandise, for example.</p>
<p>We’re very self-sufficient as a band. That&#8217;s also been one of our dreams because <a href="https://vampster.com/bands/linkin-park/">LINKIN PARK</a> did that. To be self-sufficient, you need to do everything you can do by yourself, and then all the labels, agents and management are just tools that help you.</p>
<p>We’ve found the best way that works for us, because we&#8217;re so strict with our vision of the band, i.e. what it’s going to sound and look like. So we try to be as self-sufficient as possible.</p>
<h2>&#8222;[&#8230;] we&#8217;re going to tour with this album as long as we can [&#8230;]&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_337185-2" aria-describedby="caption-attachment-337185-2" style="width: 2400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-337185 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19.jpg" alt="" width="2400" height="1600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/BLIND_CHANNEL_Muenchen_20240327_19-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /><figcaption id="caption-attachment-337185-2" class="wp-caption-text">Niko (l.) und Joel</figcaption></figure></p>
<p><strong>So handling the bulk yourselves, what&#8217;s next for <a href="https://vampster.com/bands/blind-channel/">BLIND CHANNEL</a> after this tour, and after your big arena show? Are there any specific plans you&#8217;re ready to share?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> We’re going to tour the US with <a href="https://vampster.com/bands/p-o-d/">P.O.D.</a>, trying to continue taking over the American market. That&#8217;s a lot of work. We need to continue being the support act and grow our audience. That&#8217;s going to be our biggest US tour so far and it&#8217;s a huge opportunity for us.</p>
<p>Then we’ll play two big festivals in the USA and around 10 more mostly in Finland and Germany. Afterwards, we’ll have a comparably chill summer because it&#8217;ll be so fucking hectic in spring. In fall, there&#8217;s going to be one or two tours, with one being announced soon. I guess it&#8217;s going to be just touring.</p>
<p><strong>Niko:</strong> Yeah, we&#8217;re going to tour with this album as long as we can as it was written for touring. And after that, when we&#8217;ve done all the tours that we want and need to do, we&#8217;re going to start planning album number six. We already know the name but we can’t share it. But we&#8217;ve known it for some while because we think in trilogies. The first three albums are sort of a trilogy and we’re now midway through the second one. That’s why we already know what the last chapter will be called. However, we can’t spoil it yet.</p>
<p><strong>Joel:</strong> There’ll also be a surprise before album number six.</p>
<p><strong>Well, I’m looking forward to it then! In any case, I saved the most important question for last: What&#8217;s your favourite dinosaur?</strong></p>
<p><strong>Joel:</strong> I don&#8217;t know if it&#8217;s a dinosaur but let&#8217;s call it a modern one: the Komodo dragon. It&#8217;s so close to a dinosaur.</p>
<p><strong>Niko:</strong> I think I once rapped in “Giants” that I&#8217;m a T-Rex. Also, I know less about dinosaurs than I’d like to, so I have to go with T-Rex – the most obvious one.</p>
<p><strong>Alright, thank you for taking the time to speak with us. If there’s anything you’d like to tell our readers, the last words are yours.</strong></p>
<p><strong>Niko:</strong> Thank you for your support! Check us out if you haven’t and come to see us perform in a venue near you!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[BLIND CHANNEL]]></band>
<genres><![CDATA[modern metal, nu metal, alternative metal]]></genres>
<wpid>337469</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>LOCRIAN: Musik als Dungeons-And-Dragons-Quest</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/locrian-musik-als-dungeons-and-dragons-quest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 16:11:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[LOCRIAN]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=336479</guid>

					<description><![CDATA[Keine zwei Jahre nach „New Catastrophism“ und der angehängten EP „Ghost Frontiers“ lassen LOCRIAN wieder von sich hören: Ihr neues Album „End Terrain“ schlägt den Weg ein, den sie mit „Return To Annihilation“ und „Infinite Dissolution“ betraten: Zwischen Post Metal und Drone, Progressive Rock und Noise erschafft das US-amerikanische Trio weiter dystopische Welten, die sowohl konzeptionell als auch musikalisch unter die Haut gehen. Mit „End Terrain“ erreichen Gitarrist André Foisy, Sänger und Keyboarder Terence Hannum und Drummer Steven Hess ihre bisherige Höchstleistung. Umso erfreulicher, dass sich alle drei Zeit nehmen für eine zweistündige sonntägliche Zoom-Runde Anfang März.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„New Catastrophism“ erschien 2022 nach einer langen Pause. Ihr wart sehr aktiv bis „Infinite Dissolution“, dann herrschte plötzlich Stille. Was war in der Zwischenzeit los?</strong></p>
<p>Steven: Das Leben. (lacht)</p>
<p>Terence: Ja, das Leben und die Pandemie&#8230; Aber wir waren immer eine Band, und direkt nach „Infinite Dissolution“ haben wir neue Ideen gesammelt. Einige davon sind auf „End Terrain“ zu hören.</p>
<p>Steven: Wir waren schon vier Jahre vor Covid inaktiv. Es kam viel dazwischen, wie neue Jobs und Umzüge. Aber wir waren in Kontakt, haben viel miteinander gesprochen und uns gegenseitig Ideen zugeschickt. Es gab Pläne 2020 ins Studio zu gehen, aber das hat offensichtlich nicht funktioniert. Aber das sagen hunderte von Bands. (lacht) Wir haben uns dennoch ein paar Mal in Baltimore getroffen und Ideen ausgearbeitet. Als wir dann ins Studio gingen, haben wir uns bewusst dafür entschieden, etwas im Stil der frühen LOCRIAN aufzunehmen („New Catastrophism“ &#8211; Anm. d. Verf). Das war unser Soundtrack für das, was während Covid abging, und das war ziemlich finster. Aber es hat zu dem gepasst, was eben los war. Und als die Zeit reif dafür war, nahmen wir „End Terrain“ auf. Wir waren ein paar Mal im Studio und nahmen immer in Stücken auf.</p>
<p><strong>Es verging nicht viel Zeit zwischen „New Catastrophism“ und „End Terrain“. Ich dachte eigentlich, ihr hättet eine große Session gehabt und die Aufnahmen das Material Stück für Stück als zwei verschiedene Alben veröffentlicht.</strong></p>
<p>Terence: „New Catastrophism“ und die „Ghost Frontiers“-EP waren eine Session. Wir haben dafür einen neuen Tontechniker ausprobiert (J. Robbins &#8211; Anm. d. Verf). Als wir an dem arbeiteten, das zu „End Terrain“ werden sollte, wurden daraus zwei Sessions mit je vier Tagen, zwischen denen ein paar Monate lagen. Da nahmen wir auch das COIL-Cover „Solar Lodge“ auf. In der ersten Session legten wir den Grundstein und ein paar Monate später finalisierten wir „End Terrain“.</p>
<blockquote><p>&#8222;Um die äußere Welt wegzuwerfen, muss man auch die innere Welt wegwerfen.&#8220; &#8211; Terence Hannum über das Konzept hinter den Interludes &#8222;Innenwelt&#8220; und &#8222;Umwelt&#8220;.</p></blockquote>
<p><strong>Mein intensivster Moment mit „New Catastrophism“ war, dass ich meinem Sohn, der damals  noch ein Baby war, durch die Wälder gestreift bin, und überall wuchs der invasive Riesenbärenklau. Da fiel mir auch auf, wie sich die Gegend verändert hat, seit ich ein Kind war. Das ist nur eines der vielen Beispiele, an denen ich erkenne, dass wir mitten in der Klimakatastrophe stecken, und es sich nicht besonders gut anfühlt, den Kindern den Planeten so zu hinterlassen. War das auch der initiale Gedanke zu „End Terrain“?</strong></p>
<p>Terence: Es ist ein ähnliches Kernkonzept, aber es gibt Unterschiede. „New Catastrophism“ war recht improvisiert und ist für unsere Verhältnisse recht minimalistisch und die Lyrics sind vergleichsweise distanziert. Auf „End Terrain“ haben wir uns an neue Richtungen herangetraut. Und für mich als Texter ging es darum, aus meinem persönlichen Blickwinkel zu schreiben, auch wenn es noch immer eine Art Sci-Fi-Story ist. Aber es war eine Veränderung in der Perspektive. Ich habe dabei an meine Kinder gedacht und die kommenden Generationen. Ich denke, wir veränderten unseren Blickwinkel auch musikalisch. Wir dachten maximalistischer, und das unterscheidet „End Terrain“ nicht nur von „New Catastrophism“, sondern auch von anderen Alben.</p>
<p>André: Jeder von uns bringt seine Perspektive ein, wie wir Musik arrangieren. Die Vorschläge, die ich angeboten habe, haben „End Terrain“ etwas direkter werden lassen. Wir haben uns angeschaut, wie man Themen in unterschiedlichen Momenten und auf unterschiedliche Arten einbauen kann. Zum Beispiel die zweite Single „Excarnate Light“: Das Stück fängt mit dieser Melodie an, die eigentlich die rückwärts gespielte Gitarrenmelodie ist. Danach kommt ein Break mit vielen Riffs, bevor es zu der Rückwärtsmelodie zurückgeht, auf die aber viele Schichten gelegt wurden. Terences Frau (Erica Burgner-Hannum &#8211; Anm d. Verf) flüstert die Texte und dann verändert sich das später auf unterschiedliche Arten. Ich habe bei dem Album Wert darauf gelegt, Konzepte zu wiederholen, die in der Musik und den Lyrics stecken. Terence macht dieses geniale Ding in „Black Prisms Of Our Dead Age“, der relativ minimalistisch und von NEIL YOUNGs „Trans“-Album inspiriert ist. Er singt mit der Band, aber am Ende stoppt die Musik und Terence wiederholt diese Melodie, nur mit den Vocals. Das war für mich die perfekte Art, den Song enden zu lassen. Wenn ich den Song als Hörer betrachte, finde ich die Musik so einprägsamer.</p>
<p>Terence: Und wir haben die Vocals durch einen Leslie-Lautsprecher gejagt. Das war cool!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-330837 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/locrian-end-terrian-album-cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/locrian-end-terrian-album-cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/locrian-end-terrian-album-cover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/locrian-end-terrian-album-cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/locrian-end-terrian-album-cover.jpg 871w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Ihr selbst habt ja geschrieben, dass „End Terrain“ der logische Nachfolger zu „Infinite Dissolution“ ist. Und ich finde, dass beide Alben schon gewisse Ähnlichkeiten haben, in Bezug auf die Strukturen. Aber „Chronoscapes“ ist als Opener herausfordernd. Es ist ein recht brutaler, chaotischer Song, der gleich mit einem ersten Punch in medias res geht und viele verschiedene Wege erkundet.</strong></p>
<p>Terence: Ja, als wir die Reihenfolge des Albums festgelegt haben, war das ein großes Thema. Es war Andrés Idee, so zu beginnen, wie wir es bisher noch nicht gemacht haben. Es ist ein lautes Album, aber normalerweise bauen wir &#8211; auch auf „End Terrain“ &#8211; Songs eher mit langen Intros auf. Aber ich glaube, mit diesem Start ändert sich auch die Art, wie man das Album hört, verglichen mit „Infinite Dissolution“ oder „Return To Annihilation“. So können wir die Sichtweise unseres Publikums etwas verändern. Klingt zumindest so, als hätte das bei dir funktioniert. (lacht) „Chronoscapes“ ist ziemlich noisy, hat coole Gitarrenriffs, das Death Metal-artige Ding in der Mitte und ist am Ende recht lose gehalten mit diesem Ambient-Part. Und das sind alles Facetten, die auf dem Album enthalten sind. Ich finde „Chronoscapes“ ist ein cooler Teaser, der alle Richtungen anreißt, in die „End Terrain“ geht.</p>
<p>Steven: Richtig. Und es gibt Elemente von früheren LOCRIAN-Sounds und Schnipsel von neueren Sounds. Der Song ist ein Schlag ins Gesicht, der sagt: Das alles hier bekommst du. (lacht) Aber auf eine nette Art.</p>
<p>Terence: Ein sehr freundlicher Schlag.</p>
<p><strong>An zweiter Stelle steht mein persönlicher Lieblingssong auf dem Album, „Utopias“ – der längste auf dem Album. Ich versuche da regelmäßig am Schlagzeug mitzuspielen, erst bei dem Ambient-Intro mit dem pulsierenden Drumming, danach kommt der Teil mit dem akzentuierten Rhythmus.</strong></p>
<p>Terence: Das ist einer meiner Lieblingsrhythmen von Steven.</p>
<p>André: Das ist ein 5/4-Takt. Richtig Steven?</p>
<p>Steven: (lacht) Super, jetzt bringt ihr mich in Verlegenheit.</p>
<p>Terence: Ich glaube nicht, dass es ein anderer Rhythmus ist, es ist nur die Benotung.</p>
<p>Steven: (lacht) Oh Mann&#8230; Ich spiele nach Gefühl. Ich glaube nicht, dass das ein 5/4-Takt ist. Ich muss mir den Song nachher nochmal anhören.</p>
<p>Terence: Ich mag den Drumbeat, da muss man unweigerlich mitzählen.</p>
<p>Steven: Ich auch. (lacht)</p>
<p><strong>Mein Schlagzeuglehrer mag den Rhythmus auch.</strong></p>
<p>Steven: Ich glaube, dieser Song wurde im Studio fertig gestellt. Der Rhythmus war das Erste, das mir einfiel. Da steckt etwas von Charles Hayward (THIS HEAT – Anm d. Verf.) drin. Mehr kann ich dazu nicht sagen.</p>
<p>André: Ich nenne es den „Bill Bruford“-Beat.</p>
<p>Steven: Ja, den habe ich auch immer in meinem Kopf. Freut mich aber, dass du den Song magst und dazu spielst.</p>
<p><strong>Die Struktur von „Utopias“ erinnert mich durch die Struktur an „An Index Of Air“, weil es auch aus drei Teilen besteht.</strong></p>
<p>Terence: Das stimmt. Diese Songs mit mehreren Schichten von <a href="https://vampster.com/bands/yes/">YES</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/king-crimson/">KING CRIMSON</a> haben einen großen Einfluss auf uns. „An Index Of Air“ war das erste Stück von uns, das Zwischentitel für die einzelnen Sätze hat. „Utopias“ hat auch ein Intro als Part 1, dann den Rhythmuspart, über den wir gesprochen haben als Part 2. Das ist ja auch ein langer Song.</p>
<p>Steven: Aber es hat nur etwas mehr als acht Minuten.</p>
<p>Terence: Am Ende gibt es dann das <a href="https://vampster.com/bands/hellhammer/">HELLHAMMER</a>&#8211; oder <a href="https://vampster.com/bands/celtic-frost/">CELTIC FROST</a>-Finale. (lacht)</p>
<p>André: Das Ende mit dem Gebrüll und dem HELLHAMMER-Gedresche macht uns glücklich. Aber „Utopias“ ist auch mein Lieblingssong auf „End Terrain“ – schön, dass er dir gefällt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Das Bild soll aussehen wie eine digitale Störung, ist aber per Hand mit Farbe gemacht, und dann kam erst die Bearbeitung mit dem Computer. Das Schreiben unserer Musik fühlte sich genauso an.&#8220; &#8211; Für Terence Hannum haben Musik und Bild einige Gemeinsamkeiten.</p></blockquote>
<p><strong>Auf „End Terrain“ stehen zwei Songs mit deutschem Titel, „Umwelt“ und „Innenwelt“. Ich finde es spannend, dass „Umwelt“ sowohl die äußere Welt, als auch die Umwelt im Sinne von Natur bedeutet, gerade in dem Kontext eures Konzeptes der Klimakrise. Die Songs selbst haben ähnliche Motive.</strong></p>
<p>Terence: Ich dachte da an etwas Persönlicheres, da ich auch die Texte zum ersten Mal in der Geschichte von LOCRIAN in der ersten Person geschrieben habe. Es sollte um die innere Landschaft der Person gehen, die das Chaos generiert, die damit lebt und es akzeptiert, da es keine Möglichkeit gibt, es zu ändern. Um die äußere Welt wegzuwerfen, muss man auch die innere Welt wegwerfen. Das waren meine Gedanken dazu. Die anderen mochten diese Idee und es passt ja auch, da die beiden Instrumentals auch zusammenpassen.</p>
<p>Steven: Es ging los mit ein paar Aufnahmen von Synthesizern, die ich verfremdet hatte. Ich fügte ein paar Dutzend Soundschnipsel hinzu, von Umweltkatastrophen wie auseinanderfallenden Gletscher, Waldbränden, auch Bomben und Sounds aus dem Ukraine-Krieg. Ich habe das alles vermischt und das wurde zum Klangbett der Stücke. Das passt dazu, dass das im Äußeren der Welt passiert, in der wir alle leben. Vieles von dem, was da draußen furchtbar ist, betrifft jeden von uns. Ich wollte etwas machen das auf morbide Art kurz und schön klingt und alles beinhaltet, was an der Welt gerade scheiße ist. Ich denke, wir haben zwei schöne Interludes gemacht, aber wir werden sie sicherlich nicht live nachbauen können. (lacht) Sie passen einfach gut in das Gesamtbild des Albums.</p>
<p>André: Ich habe bei diesen Songs das großartige Pedal „The Wizard of Pitch“ benutzt, von einer Firma aus Wisconsin, die leider nichts mehr herstellt (Dwarfcraft Devices – Anm. d. Verf.). Das ist ein Active-Pedal, das ich durch meine Delay-Pedale gejagt habe, und daraus entstanden wirklich bizarre Obertöne, die mir sehr gefallen haben. Ich habe eine neue Bariton-Gitarre von der Electrical Guitar Company und es hat großen Spaß gemacht, damit neue Musik zu schreiben und es durch dieses seltsame Set von Pedalen zu schicken, da unvorhersehbare Klänge daraus entstanden.</p>
<p><strong>Großartig, ich werde sicherlich noch viel mehr entdecken, wenn ich das Album das nächste Mal höre. Generell geht es mir so, dass Songs wie „Excarnate Light“ so viele Schichten haben, dass ich jedes Mal etwas Neues höre. Da ist auch ein Cello, richtig?</strong></p>
<p>André: Gordon Withers spielt in J. Robbins Band und er hatte gerade Zeit, als wir im Studio waren und konnte spontan über ein paar Songs improvisieren.</p>
<p>Terence: Im Studio sagte ich, dass ich eigentlich Streicher auf dem Album haben wollte, und J. sagte: „Wenn ihr Streicher wollt, könnt ihr sie haben.“</p>
<p>Steven: Er schickte Gordon die Datei mit dem Song und ein paar Stunden später kam eine Datei mit Cellosounds zurück. Wir fanden, dass es perfekt klang. (lacht)</p>
<p>Terence: Er spielte auf „Excarnate Light“ und „Black Prisms Of Our Dead Age“.</p>
<p><strong>Daneben hat auch wieder Erica einige Auftritte.<br />
</strong></p>
<p>Terence: Ja, Erica macht seit „The Crystal World“ (2010 &#8211; Anm. d. Verf.) für uns Vocals. Ich hatte diese maximalistische Idee und wolle so viel wie möglich darin haben und wir passten ihre Spuren im Mix an. Sie singt auf „Excarnate Light“, „After Extinction“ und „Utopias“. Wir haben den Gesang bearbeitet, es klingt mal etwas nach Synths oder geisterhaft. Aber es sollten einfach so viele Ideen pro Song wie möglich vorkommen und um die Aufmerksamkeit buhlen. Ich denke, das ist sehr gut geworden.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-337432 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianInfiniteDissolutionCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianInfiniteDissolutionCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianInfiniteDissolutionCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianInfiniteDissolutionCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianInfiniteDissolutionCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Wenn das Album am 5. April rauskommen wird, erscheinen wahrscheinlich hunderte Alben mehr am selben Tag und sind sofort auf Spotify und Co. verfügbar. Viele Leute werden sich „End Terrain“ vermutlich genau einmal anhören, bevor sie zum nächsten Album springen. Ist das ein Problem für LOCRIAN, oder denkt ihr, dass euer Publikum sich intensiver mit dem Album beschäftigen wird und es öfter hören wird</strong>?</p>
<p>André: Ja, das ist absolut ein Problem. Wenn wir natürlich die meisten Hörer erreichen wollten, hätten wir das Album schon so laut wie möglich Mastern lassen müssen. Wenn man sich anhört, wie Songs klingen sind, die auf Spotify trenden, sind sie so laut gemastert, dass man meint, die Boxen würden explodieren. Ich habe mir aus Neugierde die Apple Music „Breaking Metal“-Playlist angehört, und vieles darauf klingt für mich wie Müll. Das ist nichts, wofür wir uns entscheiden. Einige unserer Stücke haben ausgedehnte Intros, dadurch werden wir womöglich auch einige Hörer verlieren, deren Aufmerksamkeit wir nicht sofort haben.</p>
<p>Steven: Wir hatten das schon immer. Wir hatten Songs mit fünf Minuten langen Intros. Das sieht man dann auch immer in den Kommentaren auf Youtube, sowas wie: „Wann fängt der Song endlich an?“ (lacht)</p>
<p>Terence: Die Aufmerksamkeitsspanne von vielen Leuten ist wirklich kurz, sie wollen während sie einen Song hören, dass er schon vorbei ist, um den nächsten zu hören. Aber ich hoffe, dass unsere Hörer die zweite oder dritte Runde schon hören, um Nuancen zu finden. Wir schreiben eben so, dass Dinge im Hintergrund passieren, dass es dynamisch ist und eben viel passiert. Auch wenn ich denke, dass „End Terrain“ unser bisher direktestes Album ist, gibt es viele akustische Tiefen und ein Auge für Details wie auf „New Catastrophism“, und trotzdem schreiben wir Songs mit Riffs. Ich persönlich gehe schon gerne zu alter Musik zurück oder höre Bands, von denen ich nie dachte, dass ich sie mal mögen würde. Ich würde mir auch wünschen, dass es den Leuten mit uns auch so geht.</p>
<p>André: Wir leben in einer spannenden Welt, in der die Menschen über Spotify und immer mehr über TikTok neue Musik entdecken, es aber auch Leute gibt, die zum neuen LOCRIAN-Song „Utopias“ auf den Drums jammen. Ich hoffe schon, dass das hilft, dass unsere Musik gehört wird. Einer meiner Lieblingssongs von uns ist fast 20 Minuten lang und hat nicht annähernd so viele Streams wie unsere kurzen Stücke. „Obsolete Elegies“ von „Return To Annihilation“ hat diese klar abgegrenzten Sektionen über die gesamte Dauer. Ich bin sehr stolz auf diesen Track. Es braucht sehr geduldige Hörer, um durch den gesamten Song zu kommen. Meine Lieblingsband ist <a href="https://vampster.com/bands/genesis/">GENESIS</a> und ich liebe diese ausufernden Songs, die viel Geduld brauchen.</p>
<p>Terence: Ich glaube, du hast das mal gesagt, dass GENESIS auf jedem Album einen Prog-Song stehen haben, selbst auf „Invisible Touch“. Ich hatte das zuvor nie wahrgenommen, dass sie neben den Hits in der Mitte wirklich immer einen weirden dunklen Song stehen haben, bei dem man sich denkt: Was zum Teufel? Und das machen sie auch live. Diese Hingabe zu mehr als „I Can’t Dance“ finde ich großartig.</p>
<p>André: Ich mag sogar die Popsongs von GENESIS. (Lacht)</p>
<blockquote><p>&#8222;[&#8230;] ich bin sicher, dass Bildung hilft, mit diesen riesigen Problemen zurechtzukommen.&#8220; &#8211; André Foisy sieht in der Bildung die Antwort auf die Klimakatastrophe.</p></blockquote>
<p><strong>Kein Kommentar meinerseits. Wenn meine Kollegen mich triggern wollen, senden sie mir Bilder von Phil Collins oder photoshoppen mein Gesicht auf ihn. André, du hast das Mastering erwähnt. Ich muss jetzt auch zu eurem Tontechniker kommen. J. Robbins und früher Greg Norman schaffen es, euch trotz all der vielen Schichten und Tonspuren, natürlich klingen zu lassen. Ist das euer Geschmack, weil ihr auch viel Krautrock und andere Musik aus den Siebzigern hört?</strong></p>
<p>Terence: Krautrock ist gewaltig. Diese Musik ist eine wichtige Inspiration für uns und wir kommen immer wieder darauf zurück. Eine meiner Inspirationen auf „End Terrain“ war Harald Grosskopf. Das war eine echt spannende Zeit, egal ob <a href="https://vampster.com/bands/kraftwerk/">KRAFTWERK,</a> NEU! oder<a href="https://vampster.com/bands/tangerine-dream/"> TANGERINE DREAM</a>, keine der Bands klang gleich. Sie erweiterten Möglichkeiten, auch in Bezug auf Songlängen. Bei TANGERINE DREAM war die A-Seite oft nur ein Stück. Da geht es beim Hören in die Tiefe, man begibt sich auf eine Reise. Es gibt so viel Unerwartetes, es kann mal nur Tape Manipulationen, was komplett Abstraktes oder Stockhauseneskes geben. Ich sehe britischen Prog und Krautrock wie zwei Fäden, die sich parallel entwickelt haben. Und gerade in Krautrock oder der kosmischen Musik gibt es dieses freie Rock-Element, das eine Gravitas um diese großen Sounds hat. Wir drei sind ständig im Austausch, wenn es um solche Klangästhetiken geht.</p>
<p>Steven: Wenn es um das Mixing geht, wissen sowohl Greg als auch J. genau, was wir wollen. Und wir natürlich auch. Ich finde, sie haben einen großartigen Job abgeliefert.</p>
<p>André: Das Mastern gab uns auch einigen Raum. Würden wir um die Aufmerksamkeit der Hörer kämpfen, hätten wir Dynamik geopfert. Und wir entschieden uns genau das nicht zu tun. Unser Publikum, das vermutlich zu den eher abenteuerlustigen Hörern gehört, ist vermutlich auch der Meinung, dass jedes Instrument seinen Platz verdient. Und wenn es lauter sein soll, sollte man die Stereoanlage einfach aufdrehen.</p>
<p>Steven: Ich glaube auch, dass unsere Fans eher physische Medien wie LPs und CDs kaufen, um es auf der heimischen Anlage zu hören.</p>
<p>Terence: Wir haben viel Zeit darauf verwendet, das Album musikalisch und optisch so zu gestalten, dass es physisch gekauft wird.</p>
<p>Steven: Ich hoffe, dass wir eine der Bands sind, die sich bewähren und die noch in zwanzig Jahren gehört und entdeckt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-337430 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianSolarLodgeCover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianSolarLodgeCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianSolarLodgeCover-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianSolarLodgeCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianSolarLodgeCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Wo wir gerade bei Einflüssen sind: Für LOCRIAN ist auch Industrial aus den späten Siebzigern und Achtzigern von großer Bedeutung. Nachdem ihr das COIL-Cover „Solar Lodge“ als EP im Dezember veröffentlicht habt, ist das auch ziemlich offensichtlich. „Solar Lodge“ beschloss oft euer Liveset. Was genau liebt ihr diesem Song?</strong></p>
<p>Terence: Der Beat! (lacht) Der Beat ist der absolute Killer. „Scatology“ ist mein Lieblingsalbum von COIL. Und den Song live zu spielen macht großen Spaß. Es gibt darin diese einfachen Sektionen, über die man super improvisieren kann und mit denen man das Set beenden kann. Als wir ins Studio gingen, war das ein guter Startpunkt. Wir konnten dadurch in die Energie zurückgehen, die wir damals aus den Liveshows generierten.</p>
<p>Steven: Das ist ein sehr powervoller Song, gerade am Ende des Sets. „Scatology“ ist auch mein Lieblingsalbum von COIL. Nicht alle Alben von ihnen sind Easy Listening. Ich kenne auch gar nicht alle von ihnen und nicht alle, die ich hab, mag ich auch. Aber auf „Scatology“ ist wirklich jeder Track phänomenal. „Solar Lodge“ ist einfach eine tolle Vorlage, um sie zu covern, perfekt für Caveman-Drumming (lacht).</p>
<p>André: Das war der letzte Song den wir gespielt haben, als wir zum letzten Mal 2016 aufgetreten sind. Mit diesem eher einfach strukturierten Stück konnten wir uns wieder darauf einzuschwingen, die Flugbahn von „Infinite Dissolution“ fortzusetzen. Mit „New Catastrophism“ und „Ghost Frontiers“ gingen wir ja nicht zurück, sondern blickten zurück auf unser früheres Schaffen, in dem Dungeons-And-Dragons-Quest, das unsere Musik darstellt.</p>
<p><strong>Auf der EP stehen auch noch 3 Remixes. Mir ist dabei aufgefallen, dass der erste Remix noch am nächsten an eurer Coverversion ist, und es dann immer mehr in Richtung Noise und Ambient geht</strong>.</p>
<p>Terence: Wir fragten für die Remixes einige unserer Freunde. Wir machten keine Vorgaben, getreu dem Motto: Wenn wir dich um einen Remix bitten, vertrauen wir dir. Jonathan Canady (ex-DEAD WORLD – Anm. d. Verf.) verabreichte uns eine Noise-Ohrfeige, Dome von FULCI hat ein Projekt namens TV CRIMES. Mit ihm habe ich viel gesprochen, als sie auf Tour in den USA waren. Paul Riedl von <a href="https://vampster.com/bands/blood-incantation/">BLOOD INCANTATION</a> hat zuvor noch nie einen Remix gemacht, aber seine Solosachen sind richtig gut, und da wusste ich, dass auch sein Remix gut werden würde. Ich finde sie alle super. Ein sogar weiterer Remix kam vor kurzem erst zurück. Remixes ist eine seltsame Welt, und interessante Leute, von denen man es gar nicht erwarten würde, machen da spannende Sachen.</p>
<p>Steven: Paul war der Einzige, bei dem ich nicht wusste, was wir zurückbekommen würden. Mir war klar, dass es gut werden würde, aber es hätte in jede erdenkliche Richtung gehen können. Ich liebe seinen Remix und bin froh, dass er ihn gemacht hat.</p>
<p><strong>Nachdem „Solar Lodge“ euer letztgespielter Livesong ist, stellt sich die Frage, ob ihr doch wieder auftreten werdet.</strong></p>
<p>Terence: Wir planen eine Tour in den Staaten im Sommer und wir würden sehr gerne wieder nach Europa reisen. Deutschland war immer gut zu uns. Unsere letzte Show war auch in Berlin.</p>
<p>Steven: Ja, hoffentlich lässt sich das in naher Zukunft realisieren. Die Zeit ist reif dafür, wir waren lange nicht mehr da.</p>
<p><strong>Es ist ja vermutlich schwieriger geworden, als noch vor acht Jahren, zumal ja vieles teurer geworden ist.</strong></p>
<p>Steven: Ja, das auf jeden Fall. Die Logistik ist auch nicht gerade einfacher geworden, da wir in verschiedenen Staaten leben. Aber ich denke, es lässt sich durchziehen. Zuerst kommen die Shows in den USA – das wird Spaß machen. Hier haben wir ja auch schon lange nicht mehr gespielt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich habe Kunst durch SONIC YOUTH-Alben kennengelernt.&#8220; &#8211; LOCRIAN wollen durch die Auswahl ihrer Artworks auch Kunst kuratieren.</p></blockquote>
<p><strong>Das Konzept ist bei LOCRIAN ein sehr wichtiger Part. Der Künstler hinter dem brillanten Artwork von „End Terrain“ ist Chris Dorland. Wie habt ihr zusammengefunden?</strong></p>
<p>Terence: Ich kenne ihn seit etwa zwanzig Jahren. Ich war Kunstkritiker in Chicago und habe über eine seiner Shows geschrieben. Damals machte er utopische Landschaften, wie diese Sci Fi-Architektur aus den Sechzigern. Seine Kunst veränderte sich über die Jahre und ich bin begeistert davon. Als wir an „End Terrain“ arbeiteten, erinnerte ich mich an seine Kunst und wusste, dass es perfekt passen würde. Das Besondere ist, dass er malt, dann druckt und es abschabt und neue Farbe aufträgt. Es ist also schwer zu sagen, was die Basis ist und was die hinzugefügte Farbe. Das passt gut zu unserem maximalistischen Anspruch, weil auf dem Bild jeder Zentimeter voll ist. Es fühlt sich defekt und falsch an, ist überladen mit Information.</p>
<p>Steven: Es ist auch schwer zu sagen, was daran von einem Menschen gestaltet wurde und was AI ist.</p>
<p>Terence: Chris ist die Grenze zwischen digital und analog sehr wichtig. Das Bild soll aussehen wie eine digitale Störung, ist aber per Hand mit Farbe gemacht, und dann kam erst die Bearbeitung mit dem Computer. Das Schreiben unserer Musik fühlte sich genauso an. Wir haben AI und digitale Technik verwendet, aber auch sehr analoge Synthesizer, Drums und Drumcomputer.</p>
<p><strong>Terence, du bist ja selbst Künstler. War es für dich wichtig, Input von außen zu bekommen?</strong></p>
<p>Terence: Als ich ein Kid war und ein SONIC YOUTH-Album geschenkt bekam, war es nicht nur wegen der Musik wichtig, sondern auch weil ich Mike Kelley, Gerhard Richter und Richard Prince dadurch kennen gelernt habe. Ich habe Kunst durch SONIC YOUTH-Alben kennengelernt. Das habe ich mir auch für unsere Covers vorgestellt. Ich wollte Kunst von Richard Misrach („Return To Annihilation“ – Anm. d. Verf.), David Altmejd („Infinite Dissolution“ – Anm. d. Verf) oder Elijah Burgher („Solar Lodge“-EP &#8211; Anm. d. Verf.) kuratieren. Wir verwenden viel Zeit darauf, das passende auszuwählen. Wir haben ein Moodboard, auf dem wir permanent neue Ideen sammeln und vermerken, ob wir den Künstler kennen, Kontakt zu einer Gallerie herstellen können, und so weiter.</p>
<p>Steven: Oder ob wir uns den Künstler leisten können. (lacht)</p>
<p>Terence: Wir haben aber auch manchmal Glück. Trevor Paglen („New Catastrophism“ &#8211; Anm. d. Verf.) sagte: „Klar, kannst du das Bild nehmen, schick mir einfach ein paar LPs.“ Und das war großartig, weil ich keine Ahnung hatte, dass er LOCRIAN mochte. Es ist immer sehr lohnenswert mit Künstlern und Galerien in Dialog zu treten. Ich mag das sehr, und mit Chris war es super, weil ich ihn schon lange kenne.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-278542 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-797x800.jpg" alt="" width="797" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-797x800.jpg 797w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-768x771.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-380x382.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-800x803.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism-1160x1165.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianNewCatastrophism.jpg 1195w" sizes="auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px" /></p>
<p><strong>Mein Eindruck ist, dass das Konzeptuelle für LOCRIAN wichtiger ist, als bei vielen anderen Bands. Sind Musik, Bild, Message und Texte für euch gleichwertige Teile, oder steht die Musik an erster Stelle?</strong></p>
<p>Terence: Für mich persönlich steht die Musik an erster Stelle, denn darauf baut alles andere auf.</p>
<p><strong>Wenn ihr ein neues Album wie „End Terrain“ schreibt, beginnt also alles ganz klassisch mit Riffs?</strong></p>
<p>André: Es kommt darauf an. Einige Ideen des Albums reichen bis in die Jahre 2013 und 2014 zurück, wurden damals schon aufgenommen und für „End Terrain“ neu aufgegriffen. Ich erinnere mich daran, dass wir „Excarnate Light“ 2013 gejammt haben.</p>
<p>Terence: „The World Is Gone, There Is No World“ war auch lange Zeit in Arbeit. Manchmal ist da eine Stimmung oder ein Riff, an dem wir festhalten. Ich notiere mir dazu öfter Worte oder Phrasen und wo ich die Vocals platzieren würde. Manchmal schreibe ich auch die Stimmung, die diese Musik erzeugt auf, oder welche Bilder ich dazu im Kopf habe. Ich bin ein recht visueller Autor und habe oft Landschaften im Kopf und versuche, das Terrain des Songs zu erkunden. Das teile ich dann mit den anderen in unserem gemeinsamen Moodboard und füge Zitate, Bücher und andere Kunst dazu, die mir einfällt.</p>
<p>André: Wir haben einen konzeptuellen Sack mit Riffs, auf den wir uns beziehen, wenn wir im echten Leben zusammenkommen und jammen. Wenn wir das dann aufnehmen, ist das manchmal recht hohe Qualität, manchmal klingt es eher abgenutzt. Aber als wir für „End Terrain“ zusammenkamen, haben wir uns diesen Sack voller Riffs nochmal angeschaut und haben uns notiert, was wir rauskitzeln wollten. So entstand das Album. Ich war vergangenen Sommer in Washington D.C. und konnte recht einfach nach Baltimore zu Terence reisen um an den Ideen zu arbeiten. Wir schickten die Aufnahmen dann zu Steven, der dann seine Ideen hinzufügte und mit dem wir uns im Studio trafen. Das war die Genesis des Albums. Ich versuche hier das Wort GENESIS so oft wie möglich zu verwenden. (lacht)</p>
<blockquote><p>&#8222;[&#8222;New Catastrophism&#8220;] war unser Soundtrack für das, was während Covid abging &#8211; und das war ziemlich finster.&#8220; Steven Hess über den Start nach der langen Pause.</p></blockquote>
<p><strong>Mir liegen die Lyrics leider nicht vor, aber auf euren früheren Alben war es stets so, dass sie recht kurz waren und ihr mit wenigen Worten viel ausgesagt habt. Ist es auf „End Terrain“, auf dem ihr eine Generation zwischen Ruinen beschreibt, ähnlich?</strong></p>
<p>Terence: In der Vergangenheit nahm ich eher die Perspektive eines Beobachters ein, in den Texten von „End Terrain“ habe ich die Perspektive eines Beteiligten. In „Chronoscapes“ und „After Extinction“ ist die Person, die singt oder schreit eine handelnde Person, die alles verursacht, kein Erzähler, der über allem steht. Das war für mich eine Herausforderung, aber „End Terrain“ war das richtige Album, um das zu versuchen. Aber es hat sich gelohnt, die Perspektive zu wechseln und Teil dieser Generation nach der Katastrophe zu werden. Ich erzähle der Zukunft, unserer Zeit nicht nachzuweinen, weil wir nichts getan haben, um etwas zu verändern. Die nachfolgenden Tracks bauen darauf auf. Mit dem Album kommt noch ein kleines Booklet mit Science Fiction-Kurzgeschichten. Diese Geschichten füllen die Welt aus. Das Buch entstand während des Mixings. Ich fing an zu schreiben und Steven und André ermutigten mich, weiter zu machen. Wir saßen tagelang da und hörten das Album wieder und wieder, und schließlich hatte ich eine Story fertig, dann noch eine und noch eine, und schließlich hat es echt Spaß gemacht zu schreiben. Am Ende gab es für jeden Song eine Geschichte.</p>
<p><strong>Ich dachte, es wäre andersherum gewesen und du hättest einen Pool mit Storys. Hast du einen Tipp für Schreibende, die extrem langsam sind und einen furchtbaren Perfektionismus an den Tag legen?</strong></p>
<p>Terence: Weißt du, ich hatte eine Deadline, und die hat Druck ausgeübt. Und ich habe viel experimentiert. Eine Kurzgeschichte ist nur eine Liste mit Dingen. Ich mag Listen und mache sehr gerne welche. Eine Andere ist eine semi-echte, aber gefakte Bibliographie aus der Zukunft mit akademischen Artikeln über das Aussterben der Menschheit, aber mit echten Referenzen, also echten Büchern und Filmen aus unserer Zeit. Das machte Spaß und ich nutzte KI um Autoren, die Namen von Zeitschriften und Artikeln in meine Lyrics einzubauen und einen akademischen Artikel daraus zu machen. Diese Mischung aus traditionellen Geschichten und Experimenten ließ es für mich sehr interessant werden. Ich konnte dabei auch nicht kleinlich sein, sondern ich tat es einfach. Das Album war für mich ein guter Weg, um als Person hinter der Geschichte zurückzutreten. Ich konnte sagen, was ich wollte, aber auf eine andere Art und Weise. Das gab mir auch Schutz. Ich fühle mich aber gut mit den Stories und es war eine schöne Übung, eine Art Flashfiction. André und Steven gefiel es auch, und das beflügelte mich. Ansonsten war da eine Deadline und ein gewisser Druck, also musste ich fertig werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-278541 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers-789x800.jpg" alt="" width="789" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers-789x800.jpg 789w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers-768x778.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers-380x385.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers-800x811.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers-1160x1176.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/LocrianGhostFrontiers.jpg 1184w" sizes="auto, (max-width: 789px) 100vw, 789px" /></p>
<p><strong>Das Ganze ist als Buch bei der LP dabei, richtig?</strong></p>
<p>Terence: Ja, aber mit der CD kommt ein pdf. Das alles passt auch zu unserem maximalistischen Ansatz, dass das Album überladen mit Inhalt ist. Dadurch wird diese Welt größer, ganz im Sinne unserer Wurzeln im Progrock. Wir dehnen den Rahmen aus, statt ihn einzuengen.</p>
<p>Steven: Jetzt musst du nur noch neun Regisseure für neun Minimovies finden. Und ein Netflix-Special.</p>
<p>Terence: (lacht) Bitte gib mir dieses Projekt nicht.</p>
<p><strong>Es gibt zumindest ein Minimovie, den <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Hu_SJ9rrOM0">Videoclip von John Bradburn zu „Chronoscapes“</a>. Es passiert darin echt viel, gibt viele verschiedene Schichten, es ist schnell und sonderbar – und hat eine altmodische Ästhetik.</strong></p>
<p>Terence: Wir arbeiten schon sehr lange mit ihm zusammen.</p>
<p>André: Das erste Mal zu <a href="https://www.youtube.com/watch?v=jvSmGdtma4A">„Visitation From The Wrath Of Heaven“</a> von „Return To Annihilation“ 2013.</p>
<p>Terence: Das ist ganz schön lange. Er hat immer coole Ideen und hohe Produktionsstandards. „Ich engagiere Schauspieler“, sagte er. „Warum, was hast du vor?“, fragte ich ihn dann. (lacht) Er hat eine professionelle Crew und dadurch sind wir immer sehr gespannt, mit was er auf uns zukommt. Dadurch, dass er einen Dialog an den Anfang des Films gestellt hat, wirkt es noch filmischer. Ich bin großer Fan seiner Arbeit.</p>
<p><strong>Der Clip erzeugt auch das richtige Feeling über das, was thematisch passiert. Die Protagonistin hat diese Kugeln auf den Augen.</strong></p>
<p>Terence: Ja, sie blockiert ihre Sinne und besucht die Vergangenheit. Es erinnert mich an den französischen Kurzfilm „La Jetée“, auf dem „12 Monkeys“ basiert. Das ist auch einer meiner Lieblingsfilme.</p>
<p><strong>Ich habe „Chronoscapes“ so interpretiert: Die Protagonistin sieht in die Vergangenheit und die Zukunft und sieht einerseits Wunder, aber auch Zerstörung. So als würde es sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft Gutes und Schlechtes geben und dass es auch in der Zukunft etwas gibt, auf das man hoffen darf, um nicht vollständig zu verzweifeln.</strong></p>
<p>Terence: Da ist es ein wenig wie bei den Remixes. Wir haben das große Glück, dass wir Menschen wie John und seinen Ideen vertrauen können. Was er daraus gemacht hat, lag ganz bei ihm. Wir schickten ihm die Lyrics, ich habe ihm das ein oder andere dazu erklärt, und das wars. Jeder Künstler ist da ein wenig anders. Der eine will nähere Hintergründe, während der andere sagt: „Cooler Song, ich mach was draus“, und das war es dann. Und dann kommt sowas großartiges wie „Chronoscapes“ raus, das uns überwältigt. John hat auch ein Video zu <a href="https://www.youtube.com/watch?v=EhzcT0YC3zw">„Incomplete Map Of Voids“</a> von „New Catastrophism“ gedreht, das völlig anders war mit 3D-Scanning-Technology und mich auch echt überwältigt hat. Das war wieder ganz anders als der sehr narrative Film von Sean Dack und Lucy Swope <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9AbJdEQkXkU">(„Mortichnia“ aus „New Catastrophism“</a> – Anm. d. Verf.). Ich liebe diese Videos, in denen die Künstler viel Zeit darauf verwenden, basierend auf unserer musikalischen Vorlage solche großartige Welten zu erschaffen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich hoffe, dass wir eine der Bands sind, die sich bewähren und die noch in zwanzig Jahren gehört und entdeckt werden.&#8220; &#8211; Steven Hess sieht LOCRIAN als Band für Musikliebhaber.</p></blockquote>
<p><strong>„End Terrain“ hat immer wieder kleine hoffnungsvolle musikalische Motive, wie in „After Extinction“. Textlich kann ich das leider nicht beurteilen, aber der Titel scheint nicht besonders hoffnungsvoll zu sein. Dennoch: Hilft euch LOCRIAN, um mit der Klimakatastrophe umzugehen und eure Ängste in Kunst umzuwandeln?</strong></p>
<p>André: Ja, es ist ein Teil davon. Die Musik ist eine emotionale und kreative Antwort darauf. Jeder von uns hat unterschiedliche Wege, um sich mit dieser Situation auseinanderzusetzen. Ich arbeite im Bereich der Hochschulbildung, und ich bin sicher, dass Bildung hilft, mit diesen riesigen Problemen zurechtzukommen. Das ist ein Hebel in meinem Leben. Die Musik ist für mich ein künstlerischer und kreativer Weg, um damit umzugehen.</p>
<p>Terence: Wir haben das Glück, dass wir dieses Thema gefunden haben, auch wenn es Angst manchen kann. Aber ich finde schon, dass es hoffnungsvolle Momente in der Musik gibt. Aus künstlerischer Sicht, ist die Klimakrise eines der großen Themen unserer Zeit und wir haben diese Ausrichtung, sodass wir uns darauf fokussieren können. So können wir darüber sprechen, können Artikel und Bilder teilen. Für mich ist es so, als würde ich Jeff Vandermeer oder J.G. Ballard lesen. Das richtet den Fokus auf die Umwelt und Seltsames und Unheimliches. Für mich ist es nicht notwendigerweise so, dass die Band Aktivismus betreibt, aber wir können dadurch in einen Diskurs gehen.</p>
<p>Steven: Ja, es ist wichtig durch unseren kreativen Output darüber zu sprechen, auch wenn es düster ist, und sich viel nach Doom and Gloom anhört. Aber ich schaue optimistisch in die Zukunft, auch wenn es derzeit wirklich schwierig ist, wo es so viele schlimme Themen auf der Welt gibt. Aber das geht nicht nur uns so, ich denke, viele Menschen nutzen die Kreativität um mit dem Thema Klima umzugehen.</p>
<p>Terence: Das ist ja auch nichts Neues. Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/black-sabbath/">BLACK SABBATH</a> bis zu <a href="https://vampster.com/bands/napalm-death/">NAPALM DEATH</a> thematisierten schon all das. Es gibt diese Tradition in Metal, die das möglich macht. Ich denke nur an <a href="https://vampster.com/bands/voivod/">VOIVOD</a> und <a href="https://vampster.com/bands/sodom/">SODOM</a>. Und wir als Menschen beziehen uns auf diese Alben – und vielleicht beziehen sich andere Menschen auf unsere Alben.</p>
<p>Steven: Das gilt aber für alle Genres, auch in der klassischen Musik.</p>
<p>Terence: Ich setzte Metal in Relation zum Pop, wo es oft darum geht, dass alles gut wird. Diesen dunklen Anstrich und passt gut zur inneren Aufruhr in uns allen. Da muss am Ende des Albums nichts aufgelöst werden, und man darf solche Themen ansprechen.</p>
<p><strong>Ihr drei, vielen Dank für eure Zeit!</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[LOCRIAN]]></band>
<genres><![CDATA[electronic, Drone, Post Metal]]></genres>
<wpid>336479</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>ULRIKE SEROWY: Märchen sind der Goldstandard</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/ulrike-serowy-maerchen-sind-der-goldstandard/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Arlette Huguenin Dumittan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2024 12:54:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[ULRIKE SEROWY]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=335206</guid>

					<description><![CDATA[Gerade noch “Die Festung” gelesen, dann erfahren, dass ULRIKE SEROWY mit “Highway to Hel” in die ausgedehnteren Romanweiten vorstößt. Island, auferstandene Tote (keine Angst, der Nekrophilie-Alarm kann unbestätigt bleiben) und zack auf über 300 Seiten eine Geschichte erzählen, die einen von ersten bis zur letzten Seite packt. Zeit also, wieder bei ULRIKE SEROWY vorstellig zu werden und mehr über aktuelles literarisches Schaffen zu erfahren. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Momentan ist bei dir ja bereits dein Roman “Highway to Hel” aktuell &#8211; wie geht die Promotion dafür voran? </b></p>
<p>Es gibt die ersten schönen Reviews, weitere folgen; ganz wichtig für die Buchpromo sind auch Lesungen, aber darauf kommen wir ja später noch zu sprechen.</p>
<h2>Die Geschichte steht im Vordergrund</h2>
<p><b>“Highway to Hel” richtet sich an ein breites Publikum, “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” war eine limitierte Kleinstveröffentlichung. Weisst du schon zu Beginn des Schreibprozesses, welche Art von Buch es wird? Gehst du dann mit anderen Gedanken an die Schreibarbeit?</b></p>
<p>Meistens ist es so: Die Geschichte steht im Vordergrund; mir kommt eine Idee und diese Idee bringt ihre Form mit. So war es bei allen Büchern und Texten bisher, von denen viele ja sehr düster, verträumt, vielleicht etwas entrückt sind.</p>
<p>“<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-skogtatt-buch/">Skogtatt</a>”, “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-woelfe-vor-der-stadt-buch/">Wölfe vor der Stadt</a>”, “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>”, alle diese Texte sind sehr dicht, sehr auf eine Stimmung ausgerichtet, vielleicht sehr ernst, wenn man so will.</p>
<p>Auch sprachlich sind die älteren Texte sehr konzentriert, teilweise harsch und reduziert, mit bewussten Wiederholungen, die etwas Zwingendes, Monolithisches haben – “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-skogtatt-buch/">Skogtatt</a>” und “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” sind ja beide stark von Black Metal inspiriert und das spiegeln die Texte und die Sprache darin auch wider.</p>
<h2>&#8222;Highway to Hel&#8220; ist leichtherzig</h2>
<p>„Highway to Hel“ ist dagegen ein leichtherziger, lustiger Text, bei dem es mir um die Freude am Erzählen ging, um den Spaß, den es beim Lesen macht, wenn die Figuren von einem skurrilen Abenteuer ins nächste stolpern. Das hat natürlich auch das Schreiben beeinflusst, es war mehr ein lustvolles Fabulieren, es hat mich weniger in die Schatten geführt als die anderen Texte; gleichwohl es bei „Highway to Hel“ ja auch um Tod, Sterben und die Unterwelt geht…aber eben auf amüsante Art!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b> “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” ist ja &#8211; in gewisser Art und Weise &#8211; das Resultat der Zusammenarbeit mit der Black Metal-Band <a href="https://vampster.com/bands/beltez/">BELTEZ</a>. Würdest du einen solchen Schreibauftrag wieder annehmen oder war das für dich eine einmalige Geschichte?</b></p>
<p>Ich würde ähnliche Projekte immer wieder machen. Gerade der Austausch mit anderen Künstlern kann ein Kunstwerk besonders machen, besonders kreativ, besonders einzigartig. Wer Interesse an einem gemeinsamen Projekt hat, egal ob Musiker, visuell arbeitender Künstler oder Autor, kann sich gerne bei mir melden.</p>
<h2>Märchen sind der Goldstandard</h2>
<p><b>Vieles an “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” wirkt parabel- oder märchenhaft. Sind Märchen im Jahr 2024 noch zeitgemäss? </b></p>
<p>Ich denke, Märchen haben eine überzeitliche Botschaft, die nicht an einen bestimmten Augenblick oder eine historische Epoche gebunden ist. Sie sind unzeitgemäß insofern, als dass sie nicht besonders modern sind, sie sind im Moment überhaupt nicht „in“.</p>
<p>Sie sind trotzdem sehr zeitgemäß, indem sie von Werten handeln, die uns prägen, und indem sie uns eine Kausalität von Handlungen und Ergebnis präsentieren, die viele von uns für grundlegend halten. Etwa: Wer fleißig ist, wird belohnt; wer Böses tut, wird bestraft; wer mutig in die Welt hinauszieht, wächst über sich hinaus.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Natürlich werden diese Erwartungen oft enttäuscht, aber ich glaube doch, dass sie wichtig für unser Miteinander sind, als Goldstandard, nach dem wir irgendwie alle streben.</p>
<p>Außerdem verbinden Märchen uns miteinander. Wer mit den gleichen Geschichten aufwächst wie seine Mitmenschen, der kann auf Bilder, Elemente, Motive zurückgreifen, die auch andere gleich erkennen. Und es gibt wenig, das Menschen so sehr lieben, wie die Wiederholung einer alten Geschichte in einem neuen Gewand.</p>
<h2>Momo und Minas Tirith als Inspiration</h2>
<p><b><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-322235 alignright" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/ULRIKESEROWY-DieFestung-vonLabel.jpg" alt="" width="285" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ULRIKESEROWY-DieFestung-vonLabel.jpg 570w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ULRIKESEROWY-DieFestung-vonLabel-380x533.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 285px) 100vw, 285px" /></b><b></b><b>Manchmal erinnerte mich “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” auch an das düstere “Mio, mein Mio” von Astrid Lindgren. Haben dich Geschichten aus deiner Kindheit inspiriert? Wenn ja, welche?</b></p>
<p>Für “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” kann ich keine Geschichten aus meiner Kindheit nennen, an die ich beim Schreiben bewusst gedacht habe. Aber vielleicht sind die Gezeichneten, die die Stadt unterhalb der Festung heimsuchen, die erwachsene Version der Grauen Herren aus “Momo”, die in ihrer Strenge und Gleichförmigkeit das Leben ersticken.</p>
<p>Eher aus meiner Jugend stammt der Einfluss, den “Der Herr der Ringe” auf “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” hatte – für mich war Minas Tirith aus der Peter Jackson-Verfilmung eine große Inspiration für die sterbende Stadt in meiner eigenen Geschichte. Diese verwehte Größe, dieses Wissen um das eigene Absterben, um das Versinken in den Nebeln der Zeit, das durch die Stadt weht, bevor der Weiße Baum wieder blüht, hat mir damals im Kino Schauer über den Rücken gejagt.</p>
<h2>Wahre Freundschaft ohne Neid</h2>
<p><b>Was macht für dich eine wahre Freundschaft aus?</b></p>
<p>Sich so nehmen, wie man ist; dem anderen wohlwollen, seine Erfolge nicht neiden, sondern sie feiern. Verlässlich sein, ehrlich sein, sich unangenehme Dinge sagen, füreinander das Korrektiv sein, dass man manchmal braucht, um in dieser merkwürdigen Welt nicht lauter Unsinn zu veranstalten.</p>
<p><b>Bis jetzt hast du dich ja vor allem Erzählungen beziehungsweise Romanen gewidmet. Denkst du auch über Ausflüge in Richtung Drama / Drehbuch nach? </b></p>
<p>Ja, Drehbücher zu schreiben reizt mich sehr!</p>
<p><b>Wenn man “<a href="https://vampster.com/multimedia/ulrike-serowy-die-festung-buch/">Die Festung</a>” verfilmen würde, wer wäre deine Wunschbesetzung für “den Jüngling” und wer müsste sonst noch dabei sein? </b></p>
<p>Am besten wäre jemand mit viel jugendlicher Energie, vielleicht jemand wie Heath Ledger, bevor er vom Joker besessen wurde. Der “Freund” steht mir nicht so klar vor Augen, aber das müsste jemand sein, der eher verhuscht und schicksalsergeben wirkt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Ein Schmöker, der Spass macht</h2>
<p><b>Interessant. Aktuell beschäftigst du dich primär mit “Highway to Hel”. Dieser Roman ist ja wesentlich länger als deine bisherigen Bücher. Wusstest du schon bei Schreibbeginn, dass die Geschichte um Max ein größeres Projekt würde? Wenn nicht zu Beginn, wann zeichnete sich das für dich ab? </b></p>
<p>Als mir die Idee zu “Highway to Hel” kam, war gleich klar, dass dieses Buch anders wird als meine früheren Bücher, nämlich eher ein klassischer Roman, ein Schmöker, den man genüsslich runterlesen kann. Auch dass die Geschichte länger wird, war ziemlich schnell klar.</p>
<p>Ich wollte ja so vieles unterbringen, was mir selbst Spaß macht: Mein Interesse an jenseitigen Themen wie Zauberei, Geisterbeschwörungen und solchen Dingen. Meine Begeisterung für Nordische Mythologie, meine Liebe zu Island…all das wollte ich in der Geschichte drin haben, die dazu noch an vier größeren Schauplätze spielt. Es hat gut geklappt und das Schreiben war ein Riesenspaß! Ich habe seitdem auch große Lust, sowas noch mal zu machen, vielleicht auch als Serie.</p>
<h2>Zuhörer, die sich fallen lassen</h2>
<p><b>Was darf für dich bei einer deiner Lesungen nicht fehlen und warum? </b></p>
<p>Ein Publikum, das sich auf den Text einlässt – bei Lesungen kann man oft spüren, wenn sich die Zuhörer wirklich in die Geschichte fallen lassen, das ist immer wunderschön.</p>
<h2>Im Literatursalon am 23. März</h2>
<p><b>Wo bist du in nächster Zeit an Lesungen zu hören und zu sehen?</b></p>
<p>Es ist einiges geplant: Zum Beispiel werde ich auf der Buchmesse in Leipzig lesen, beim Literatursalon meines Verlags, der Edition Outbird, am 23. März 2024. Außerdem lese ich natürlich in Köln! Am 05. April gibt es ein besonderes Event im Literaturhaus, zusammen mit Ása Ástardóttir. Wir veranstalten eine Literatur meets Comedy-Show und werden der Frage nachgehen, ob Island wirklich das Tor zu Hölle ist, wie manche behaupten…</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[ULRIKE SEROWY]]></band>
<genres><![CDATA[black metal, SONSTIGE]]></genres>
<wpid>335206</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>CHAPEL OF DISEASE: Das Betreten offener Türen und Räume</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/chapel-of-disease-das-betreten-offener-tueren-und-raeume/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 17:41:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[CHAPEL OF DISEASE]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=332205</guid>

					<description><![CDATA[Zugegeben, ein wenig hat der Verfasser schon um „Echoes Of Light“ gezittert, als CHAPEL OF DISEASE-Gitarrist und Sänger&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zugegeben, ein wenig hat der Verfasser schon um <a href="https://vampster.com/cd-reviews/chapel-of-disease-echoes-of-light/">„Echoes Of Light“</a> gezittert, als <a href="https://vampster.com/bands/chapel-of-disease/">CHAPEL OF DISEASE</a>-Gitarrist und Sänger Laurent Teubl nach den Aufnahmen ohne Band dastand. Fast anderthalb Jahre später erscheint nun das vierte Album der Kölner Band, die sich nun noch weiter vom Death Metal entfernt hat und den Weg des 2018er Albums <a href="https://vampster.com/cd-reviews/chapel-of-disease-and-as-we-have-seen-the-storm-we-have-embraced-the-eye/">„&#8230;And As We Have Seen The Storm We Have Embraced The Eye“</a> mutig weiter ausbaut: Mehr NWOBHM, Classic Rock, Psychedelic Rock aber auch Goth Rock fließt in die Musik und erschafft ein kosmisch gutes Hörerlebnis. Wir haben bei dem derzeit einzigen Bandmitglied Laurent Teubl per E-Mail nachgebort.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hallo Laurent! Stand „Echoes Of Light“ auf der Kippe? Wäre es möglich gewesen, dass ihr das Album nie veröffentlicht hättet?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde natürlich viel miteinander besprochen letztes Jahr und dabei kam es zu verschiedenen Ideen, wie man die Situation handhaben sollte. Das Album aber gar nicht erst zu veröffentlichen, war eigentlich nichts, was irgendwem von uns als eine gute Lösung erschien. Jeder von uns hat viel Mühe und Herzblut in dieses Album gesteckt, weshalb eine Veröffentlichung für alle selbstverständlich war und als richtig empfunden wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie lief der Split mit den ehemaligen Mitgliedern ab? Kam es überraschend? Ich hoffe, die Stimmung zwischen euch ist immer noch gut – immerhin stieg ja auch Dein Bruder aus, das ist nochmal eine engere Bindung.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben uns zu dritt dazu entschlossen, die Gründe und den Ablauf unserer Trennung für uns zu behalten. Ich kann nur sagen, dass wir sehr viel miteinander gesprochen und eine gemeinsame Entscheidung getroffen haben. Insofern ist zwischen uns auch weiterhin alles gut. Wir haben mehr als 15 Jahre Musik gemacht, das ist eine sehr innige und komplexe Beziehung, die man währenddessen zueinander aufbaut und uns war am wichtigsten, dass diese während des ganzen Prozesses nicht zerstört wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die neuen Bandmitglieder agieren nun als Livemusiker. Suchst Du noch aktiv nach einer festen Besetzung, oder werden deine neuen Mitmusiker fest ins Bandgefüge aufgenommen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich bin nicht weiter auf der Suche nach einer weiteren Besetzung. Nach der ganzen Geschichte im letzten Jahr, die natürlich auch von jedem von uns verarbeitet werden muss, habe ich mich jedoch dazu entschlossen, es erstmal ungezwungen und langsam anzugehen. In dem Sinne, dass man nun einfach etwas Live spielt, ohne schon irgendwelche konkreten Pläne für die Zukunft festzulegen. Ich möchte einfach sehen, wie es sich anfühlt und ich bin der Überzeugung, dass sich alles weitere dann auch ergeben wird. Ich denke, dass ist nach einem so beständigen Lineup und so einem innigen Bandgefüge auch das einzig Vernünftige, zumindest fühlt es sich für mich auf diesem Wege am besten an.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Gedanke, ein ziemlich anderes Endergebnis bei anderen zu erzielen, als ursprünglich gedacht, gefällt mir eigentlich.&#8220; &#8211; Laurent hat kein Problem damit, dass die zweite Single &#8222;Shallow Nights&#8220; kontrovers aufgenommen wird.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Echoes Of Light“ nutzt Death Metal höchstens noch als Fundament. Mit Prog Rock, NWOBHM, Goth Rock und Post Punk darauf geschichtet, tobt ihr euch aus nach dem Motto: Alles kann, nichts muss. War der Songwriting-Prozess befreiend, oder fühlt es sich manchmal „zu groß“ an, wenn schier alles möglich ist?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu groß eigentlich nie… Wir haben ja trotz der Offenheit einen Sound von uns selber im Kopf während des Schreibens und der gibt quasi instinktiv eine Richtung vor, sodass man sich nicht komplett verlieren kann. Ich denke hier kommen einfach sehr natürlich die persönlichen Vorlieben hervor, die eigene Identität im Spiel, könnte man sagen. Deswegen fühlte es sich auch dieses Mal recht natürlich an, sobald man einmal drin war. Das war bei unserer letzten Platte ebenfalls so: Wirklich verbalisiert haben wir die Gedanken über den Sound oder die Richtung des Albums nie. Wir haben ganz einfach das gespielt, was wir spielen wollten und was sich im Kontext der Band richtig angefühlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Entwicklung kam nicht überraschend, immerhin war „&#8230;And As We Have Seen The Storm We Have Embraced The Eye“ ein erster Schritt in diese Richtung. Aber es fühlt sich an, als würdet ihr jetzt all in gehen. War der Vorgänger ein Übergangsalbum, um euch langsam aus dem Death Metal zu lösen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war unter keinen Umständen ein bewusstes Übergangsalbum, das kann ich sagen. „&#8230;And As We Have Seen The Storm We Have Embraced The Eye“ ist damals auch sehr natürlich entstanden, man wusste eventuell noch gar nicht, was dieses Album für einen Stellenwert in der Diskographie einnehmen würde. Wenn ich heute zurückblicke, empfinde ich beispielsweise unser zweites Album (<a href="https://vampster.com/cd-reviews/chapel-of-disease-the-mysterious-ways-of-repetetive-art/">„The Mysterious Ways Of Repetivive Art“</a> &#8211; Anm. d. Verf.) als ein sehr klassisches Übergangsalbum- man konnte quasi schon erahnen, was kommen könnte, nur waren wir noch nicht so weit (was ebenfalls erst eine Erkenntnis ist, die man rückblickend erlangt). Aber natürlich kann ich jetzt mit etwas Abstand sagen, dass es „Echoes Of Light“ ohne „&#8230;And As We Have Seen The Storm We Have Embraced The Eye“ nie gegeben hätte. Das Vorgängeralbum hat unbewusst einfach sehr viele Türen und Räume für uns geöffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Death Metal-Trademarks sind aber schon noch zu hören: Die Growls, das Drumming, einige Riffs. In Songs wie „Echoes Of Light“ und „A Death Through No Loss“ ist ist mehr als deutlich, wo ihr herkommt. War es euch wichtig, eure Wurzeln hörbar zu lassen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube hier geht es weniger um die Wichtigkeit unserer Wurzeln für uns, sondern ist es die eigene Identität, die durchkommt. Ich möchte damit sagen, dass es uns nie wichtig war, weiterhin unter Zwang einen Draht zu dem zu halten, wo man herkommt. Dann wäre es quasi nicht mehr authentisch. Aber es ist generell etwas, was in uns steckt und somit automatisch in die Musik mit einfließt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="960" class="wp-image-323620" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-logo-2024.jpg" alt="" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-logo-2024.jpg 960w, https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-logo-2024-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-logo-2024-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-logo-2024-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Classic Rock, Psychedelic Rock, NWOBHM, Post Punk und Gothrock fließen auf „Echoes Of Light“ ineinander über, als wäre es das Normalste auf der Welt. Das ist es auch, was mich an dem Album so begeistert, es ist nicht originell um der Originalität willen, es klingt sehr natürlich. Wie wichtig ist dir Originalität?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, das ist mir eigentlich immer das Wichtigste und das, worauf ich vorher bereits angespielt habe: Für uns waren die Prozesse der letzten beiden Alben nichts, worüber man sich viele Gedanken gemacht hat und was man groß besprochen oder gar geplant hätte. Es waren tatsächlich einfach nur sehr „normale“ Prozesse, in dem Sinne, dass man generell das gemacht hat, was sich richtig angefühlt hat. Authentizität ist für mich persönlich ganz wichtig, wenn es um Kunst an sich geht. Sobald etwas nicht authentisch hergestellt ist, merkt man es auf irgendeine Art und Weise. Natürlich gehört dabei auch dazu, Dinge wieder fallen zu lassen, die nicht miteinander funktionieren möchte. Auch das passierte in unserem Songwriting-Prozess natürlich regelmäßig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich persönlich hatte meine Death Metal-Zeit vor 20, 25 Jahren, dann gab’s ein kleines Revival Anfang der 2010er. Mir ist die Musik mittlerweile oft zu wenig emotional und eindimensional, dann sind da aber ein, zwei Alben im Jahr, die wirklich zünden. Geht es Dir genauso? Entfernst Du Dich von dem Genre?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich höre noch gerne die Klassiker der 80er und frühen 90er, wenn auch hier nicht mehr so häufig, wie noch vor 15 Jahren. Es gibt natürlich auch noch sehr interessante aktuellere Bands, die einen Sound für sich gefunden haben, auch innerhalb des Genres an sich. Generell wirkt es aber heute oft so, als wäre das oberste Ziel, keinen Sound für sich zu finden, sondern fast exakt so klingen zu wollen, wie die Vorbilder. Das finde ich persönlich dann sehr schade und gibt mir wenig und ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass es einem selber über längere Zeit viel geben wird. Aber falls doch, sei das natürlich jedem Einzelnen gegönnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie lief das Songwriting generell ab? Die Songs klingen so locker und schmissig, sie fließen ineinander über, als Songs und die Teile darin, dass man meint, ihr hättet sie aus dem Ärmel geschüttelt. War es stattdessen harte, akribische Arbeit? Wie bist du vorgegangen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war schon harte Arbeit, weil die Songs dieses Mal etwas komponierter sind. Wir hatten auch zwischendurch mal eine Durststrecke, während der wir nicht wirklich weiter kamen. Ich finde, dass das Material- obwohl die Songs nicht wirklich kürzer sind- dieses Mal kompakter ist, als bei dem Vorgänger, der einen etwas jammigeren Charakter hat. Das war etwas Neuland für uns: den Fokus etwas mehr auf den Song an sich verschieben, alles darauf auszurichten, was dem Song am besten dienen würde und herauszuarbeiten, welches Instrument an welcher Stelle den nötigen Platz benötigt und welches andere Instrument dafür sich zurücknehmen muss. Es war also durchaus sehr konzentriertes und sehr kritisches Songwriting, sobald man einmal ein Gerüst für eine Nummer hatte.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Kein Equipment auf dieser Welt macht einen mittelmäßigen Song gut. Während ein wirklich guter Song mit wirklich jedem Verstärker und so ziemlich jeder Gitarre ganz einfach ein guter Song bleibt.&#8220; &#8211; Laurent Teubl stellt Songwriting über Technik.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meine Favoriten auf dem Album stehen am Schluss: „Gold/Dust“ hat so ein geiles Maiden-Finale und „An Ode To The Conqueror“ ist in Sachen Epik unfuckwithable. Der Aufbau gefällt mir sehr gut, er steigert sich enorm und am Ende ist da dieses Gänsehaut-Chorsample. Im Review hab ich von Dramaturgie und Timing geschrieben. Hast Du das Album auf dieses Finale hinkomponiert?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Danke dir, das Ende von „Gold/Dust“ ist auch für mich persönlich ein Highlight auf dem Album. Und auch den Aufbau von „An Ode To The Conqueror“ finde ich recht speziell und interessant. Wobei ich nicht sagen kann, dass das Album hier drauf hingeschrieben wurde. Es war jedoch einer dieser Songs, bei dem man sofort wusste, dass es die letzte Nummer auf dem Album werden muss, das war ganz selbstverständlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Echoes Of Light“ ist ein echtes Gitarrenalbum. Die Riffs, die Leads, die verschiedenen Sounds – da steckt so viel Liebe und Detail drin. Dann lese ich noch in der Dankesliste, dass du noch einige besondere Gitarren verwenden durftest. Was ist Laurent als am ehesten: Songwriter, Bandleader, Tontechniker oder doch Gitarrist?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwierige und gute Frage… Ich muss schon sagen, dass ich sehr viel während eines Tages an Gitarren und Verstärker denke und eventuell durchaus auch etwas obsessiv hierbei werden kann. Dennoch würde ich sagen, dass der Song immer Vorrang hat. Kein Equipment auf dieser Welt macht einen mittelmäßigen Song gut. Während ein wirklich guter Song mit wirklich jedem Verstärker und so ziemlich jeder Gitarre ganz einfach ein guter Song bleibt. Insofern, wenn es wirklich wichtig wird, dann liegt mein Fokus immer auf dem Songwriting und ich schaffe es, den Rest auszublenden. Man kann sich in diesem ganzen Gear so verlieren, dass man gerne mal vergisst, einfach Musik zu machen, anstelle über Sounds zu diskutieren und nachzudenken. Dann ist es immer wichtig, dass es einem überhaupt auffällt und man zurück zum Kreativen kehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Den Vorgänger fand ich eigentlich perfekt, nur die Vocals hätten für meinen Geschmack vielseitiger sein dürfen. Nun setzt Du erstmalig zusätzlich Cleanvocals ein, und es hat einen sehr schönen Gothy-Touch. Wie lange hast du daran gefeilt?</strong></p>





<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mit dem Klargesang ca. 2020 angefangen. Es ist neu für mich, eine ganz neue Rolle und ein neues Instrument und somit ein neues Layer, was eingesetzt werden kann. Gitarre spiele ich jetzt seit ca. 25 Jahren, da ist es manchmal schwer, gedanklich auch umzudenken und sich Zeit zu geben. Ich habe schon wirklich lange und exzessiv an den Vocals gebastelt, endlos viele Demos und Probeaufnahmen gemacht. Das Schöne ist, dass ich hier noch recht viel Verlangen haben, weiterzukommen und noch viel mehr mit dem neuen Instrument ausprobieren und lernen möchte.</p>



<div class="wp-block-cover is-light is-cnvs-vert-align-bottom" style="font-style: normal; font-weight: 300; min-height: 460px;aspect-ratio:unset;"><img loading="lazy" decoding="async" width="1600" height="1067" class="wp-block-cover__image-background wp-image-332733" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Chapel_Of_Disease_221209_0038-scaled.jpg" alt="CHAPEL OF DISEASE (c) VAN RECORDS" data-object-fit="cover" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Chapel_Of_Disease_221209_0038-scaled.jpg 1600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Chapel_Of_Disease_221209_0038-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Chapel_Of_Disease_221209_0038-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Chapel_Of_Disease_221209_0038-380x253.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" />
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<p class="has-text-align-right is-style-default has-secondary-color has-text-color has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph" style="font-size: 15px; padding: 0;">CHAPEL OF DISEASE (c) VAN RECORDS</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich hoffe, ich ziehe nicht deinen Unmut auf mich, aber „Shallow Nights“ ist das einzige Stück, mit dem ich nicht warm geworden bin. Hier fehlt mir die Power – „Gold/Dust“ klingt für mich in der ersten Hälfte stilistisch ähnlich, ist aber viel kraftvoller. Ich will „Shallow Nights“ ebenso lieben wie den Rest von „Echoes Of Light“, also: Was ist der Hintergrund des Songs? Was zeichnet ihn für Dich aus, warum liebst Du ihn und warum wurde es die zweite Single?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles gut, so schnell geht das mit der Unmut nicht. Tatsächlich fällt mir generell auf, dass der Song wohl am meisten spaltet: Manche sind total begeistert, anderen geht es wie dir und man hört immer wieder, dass für viele der Song nicht funktioniert. Und das ist auch absolut in Ordnung so, schließlich weiß man bei so einem Album auch, dass es sich mit manchen reiben wird. Der Song war eigentlich ein Versuch, eine recht psychedelische und progressive 70s Nummer zu schreiben. Raus kam anscheinend etwas sehr anderes dabei. Viele ziehen Grunge-Vergleiche, das kam auch zum ersten Mal bei Michael Zech im Studio auf. Der Gedanke, ein ziemlich anderes Endergebnis bei anderen zu erzielen, als ursprünglich gedacht, gefällt mir eigentlich. Es war bisher der einzige Song, bei dem ich eine Vocalmelodie vor dem Instrumentalen gehört habe. Sprich, ich hatte die Chorus Vocalline und habe darum den Song gebastelt. Und tatsächlich war es eine schwierige Entscheidung zwischen „Gold/Dust“ und „Shallow Nights“ als zweite Singleauskopplung. Schließlich habe ich mich irgendwann einfach entschieden, ohne dir jetzt die genauen Gründe für die Wahl nennen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du bist selbst Tontechniker, „Echoes Of Light“ wurde aber von Michael Zech aufgenommen und gemischt. War es das externe Paar Ohren, das ihr gebraucht habt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, absolut. Ich wollte auch einfach mal diese Verantwortung innerhalb der eigenen Band abgeben und mich mehr auf meine Instrumente konzentrieren können. Ich habe Michael im Mai 2022 kennengelernt, als ich in seinem Studio war um meine Parts für den gemeinsam geschriebenen Song „Seven Crowns And Seven Seals“ von <a href="https://vampster.com/bands/sulphur-aeon/">SULPHUR AEON</a> aufzunehmen. Es hat sehr schnell sehr gut zwischen uns beiden funktioniert und so war es dann relativ schnell klar, dass er auch unsere Platte machen sollte. Und die Entscheidung war vollkommen richtig und hat sich ausgezahlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Echoes Of Light“ klingt deutlich räumlicher als der Vorgänger. Das klang auch schon super, aber „Echoes Of Light“ hat einen wirklich exzellenten Klang. Jedes Instrument hat seinen Platz und das Album wirkt voluminös und doch sehr transparent. War das Deine Vorgabe, oder hatte hieran Michael und auch Viktor (Woodshed Studios) einen Anteil?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie haben natürlich noch viel mehr Anteil als ich, würde ich sagen. Ich bin auch noch immer begeistert davon, wie räumlich und differenziert die Platte klingt, ich hätte das auf keinen Fall so hinbekommen, wie es Michael getan hat. Wir haben sie zwar gemeinsam produziert und auch abgemischt, aber ich muss durchaus sagen, dass ich hier Michael die Credits geben möchte, weil er die Zügel in der Hand hatte. Ich bin sehr stolz darauf, dass die Platte so einen eigenständigen und guten Sound bekommen hat. Michael und ich haben uns hier auch wirklich ausgetobt, wir haben viel Soundsuche betrieben, sodass die Dinge als Rohaufnahme schon so klingen, wie sie am am Ende klingen sollen. Hier war es wirklich gut, dass wir beide ähnlich obsessiv sind und uns den ganzen Spielereien voll hingeben konnten, ohne uns aber in unnötige Kleinigkeiten zu verlieren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Schöne ist, dass ich hier noch recht viel Verlangen haben, weiterzukommen und noch viel mehr mit dem neuen Instrument ausprobieren und lernen möchte.&#8220; Laurent hat noch viel vor im Bereich des Clean-Gesangs.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Textlich hattet ihr auf den ersten beiden Alben ein Faible für Horror und Grusel. Lovecraft könnte nun, wenn man das Kosmische, das die Musik umweht, auch wieder Pate stehen, aber die Lyrics scheinen deutlich persönlicher als zuvor. Ich meine, einen persönlichen Umbruch zu spüren, so intensiv liest sich das. Ist da was dran?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, das stimmt schon. Wie persönlich das Album am Ende geworden ist, ist mir jedoch relativ spät aufgefallen, eigentlich erst nach oder während der Aufnahmen. Ich kann für meinen Teil der Texte sagen, dass ich mit jedem einzelnen ein sehr bestimmtes Bild oder eine sehr bestimmte Erinnerung verbinde, die ich dann auf sehr natürlichem Wege durch das Schreiben verarbeitet habe und ich denke, dass es meinem Bruder hierbei genauso geht. Hierdurch verbindet man auch mit bestimmten Songs nochmal etwas viel spezifischeres, als ich es bei „&#8230;And As We Have Seen The Storm We Have Embraced The Eye“ noch getan habe, bei dem es oftmals etwas allgemeiner/ fiktiver gehalten war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eure letzten Alben hatten stets für jeden Song eine eigene Illustration. Im Booklet von „Echoes Of Light“ wird das Cover künstlerisch fortgeführt, der ästhetische Gesamteindruck ist dadurch geschlossener. Dass hier keine Lyrics Illustriert werden, lässt mich auch mutmaßen, dass es eine konzeptuell persönliche Platte geworden ist. Richtig?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wollten dieses Mal den Fokus rein auf die Musik stellen, weniger drum herum haben, was eventuell ablenken könnte. In gewissem Maße sehe ich es so, dass alles durch die Musik und die abgedruckten Lyrics gesagt wird, was zu sagen ist. Alles weitere wäre zu viel und würde keinen Mehrwert mehr ergeben, sondern nur einem Prinzip folgen, dem wir alle mittlerweile durch Gewohnheit sehr zugeneigt sind. Es ist zwar kein Konzeptalbum, aber es ist durchaus in sich so geschlossen, dass es für mich nichts Weiteres benötigt, um sich voll entfalten zu können.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" class="wp-image-323619" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-echoes-of-light-album.jpg" alt="chapel-of-disease-echoes-of-light-album" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-echoes-of-light-album.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-echoes-of-light-album-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/chapel-of-disease-echoes-of-light-album-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Bild einer Gaswolke passt super zur Musik, da die Musik auch recht spacy ist. Das Cover stammt von Waeik, mit der ihr schon öfter zusammen gearbeitet habt. Wie ist sie vorgegangen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Waeik ist eine sehr gute Freundin und zudem eine super Künstlerin. Und bei der Idee, die wir für das Cover im Kopf hatten, wussten wir, dass sie genau die richtige sein wird. Es ist ein „oil on canvas“ Gemälde und spannend an einer solchen Zusammenarbeit ist, dass es hierbei kein Skizzen oder große WIPs gibt: Man schildert seine Gedanken und bekommt letzten Endes etwas fertiges vorgelegt &#8211; es wurden nach dem ersten Ergebnis nur nochmal von ihrer Seite minimale Anpassungen gemacht. Das Schöne hierbei war, dass der erste Versuch sofort gelungen ist und ein Cover entstanden ist, was nicht passender hätte sein können. Ich könnte nicht zufriedener sein und muss wirklich sagen, dass es für mich das perfekte Artwork für genau diese Platte ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zur neuen minimalistischeren Ästhetik passt das Logo, das aus den drei Mondsicheln besteht – sehr stilvoll. Hat sich das alte Logo nun in den Ruhestand verabschiedet?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich denke nun ist es soweit, sich von dem alten Logo zu verabschieden. Wir wollten das eigentlich bereits bei der „&#8230;And As We Have Seen The Storm We Have Embraced The Eye“ machen und hatten da bereits mit neuen Motiven gearbeitet, aber durchaus auch noch das alte Logo mit einbezogen. Aber ehrlich gesagt fände ich es nicht authentisch, nun weiterhin hier dran festzuhalten &#8211; es spiegelt einfach nicht mehr den Inhalt der Band wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bonusfrage: Ein weiteres grafisches Element ist das tolle Siegel von Thibaut Wantz, das war ja auch schon in etwas anderer Form auf dem letzten Album zu sehen. Da steht im thebanischen Alphabet der Songtitel: „Oblivious – Obnoxious – Defiant“. Ist das nicht nur ein Song, sondern auch eine Art Wahlspruch für CHAPEL OF DISEASE?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau, auch Thibaut hat einen hervorragenden Job hier gemacht. Ähnlich wie bei Waeik kann ich auch nur sagen, dass er die Idee, mit der man zu ihm kam, perfekt umgesetzt hat. Es ist quasi das Siegel, welches wir immer haben wollten und dass es eine Kombination aus seinen neuen Ideen aber auch Elemente von dem Siegel von Waeik beibehält, finde ich perfekt. Der von dir angesprochene Satz hat natürlich eine Bedeutung für einen selber. Ich bevorzuge aber hierbei, jedem seine Interpretation zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hast Du mit CHAPEL OF DISEASE für die kommende Zeit noch weitere Pläne? Es stehen ein paar Konzerte an, aber gibt es evtl. auch Tourpläne?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkrete Tourpläne stehen zur Zeit nicht im Raum, jedoch einiges an Konzerten. Und der Plan ist, diese erstmal in Ruhe zu spielen und sehr bewusst noch keine konkreten Pläne für die Zukunft zu schmieden. Wir müssen einfach sehen, wie wir uns dabei fühlen die nächste Zeit und ich denke, alles Weitere wird sich dann auf sehr natürlichem Wege ergeben. Es ist die letzte Zeit zu viel passiert, um sich sofort auf neue Pläne festzulegen. Ich denke es ist das Schlauste, alles erstmal wirken zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das war’s! Vielen Dank für Deine Zeit und Deine Mühen. Wenn Du noch was loswerden willst, schieß los!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Danke dir für das Interview. All hail the Plexi.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Bildmaterial: (c) VÁN Records</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[CHAPEL OF DISEASE]]></band>
<genres><![CDATA[Post Punk, death metal, progressive rock, gothic, psychedelic rock]]></genres>
<wpid>332205</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>ERSHETU: Geisterbeschwörung auf der Pyramide von Chichén Itza</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/ershetu-geisterbeschwaerung-auf-der-pyramide-von-chichen-itza/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jan 2024 07:28:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[ERSHETU]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach &#8222;Xibalba&#8220;, den Ort der Angst, trauen sich ERSHETU auf ihrem Debütalbum. Das Duo Sacr (Komponist und Multiinstrumentalist)&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach <a href="https://vampster.com/cd-reviews/ershetu-xibalba/">&#8222;Xibalba&#8220;</a>, den Ort der Angst, trauen sich <a href="https://vampster.com/bands/ershetu/">ERSHETU</a> auf ihrem Debütalbum. Das Duo Sacr (Komponist und Multiinstrumentalist) und Void (Konzeptualist und Lyriker) holt sich illustre Verstärkung für die Erkundung der berüchtigten Unterwelt der Maya-Kultur. Gitarrist und Bassist Vindsval (<a href="https://vampster.com/bands/blut-aus-nord/">BLUT AUS NORD</a>) und Sänger Lars Nedland (<a href="https://vampster.com/bands/borknagar/">BORKNAGAR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/solefald/">SOLEFALD</a>) vervollständigen das Line-Up der Band, die weit entfernt ist vom typischen Symphonic Black Metal und besticht durch eine üppige Soundlandschaft und cineastische Dramaturgie. Wir schnappen uns Fackel und Machete und fragen bei den beiden Hauptakteuren nach.</strong></p>
<p><strong>ERSHETUs Geschichte ist unkonventionell: Geboren als Idee von Lyriker und Konzeptualist Void, tat er sich mit dem Songwriter Sacr zusammen. Wie habt ihr zueinander gefunden?</strong></p>
<p>Void: Sacr und ich sind seit der Oberstufe befreundet. Wir haben die ganze Zeit zusammen abgehangen. Dann hat das Leben uns getrennte Wege gehen lassen, bis wir uns wieder getroffen haben. Es war vorherbestimmt, dass wir etwas zusammen machen würden. Lange Rede, kurzer Sinn: Als ich Sacr wieder traf, hatte er seine Karriere als Komponist von Filmmusiken begonnen, und ich leitete seit einiger Zeit <a href="https://vampster.com/bands/debemur-morti/">DEBEMUR MORTI PRODUCTIONS</a>. Ich fragte ihn, ob er bereit wäre, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten, und er war sofort dabei! So seltsam es auch sein mag, ich schreibe keine Musik, habe aber eine sehr klare Vorstellung davon, wie ERSHETU klingen soll. Ich kümmere mich um alle Konzepte sowie die Texte und die allgemeine künstlerische Leitung, während Sacr die gesamte Musik schreibt. Wir treffen uns, hören gemeinsam zu und besprechen, was wir beibehalten können und was nicht, oder was geändert werden sollte, usw. So hat es beim Debütalbum funktioniert und so wird es auch beim zweiten Album sein, das bereits in Arbeit ist.</p>
<p><strong>Bei ERSHETU dreht sich alles um den Tod &#8211; oder um Todeskulte, um genau zu sein. Ihr habt mit &#8222;Xibalba&#8220; begonnen &#8211; das Konzept dreht sich dabei offensichtlich über die Maya-Kultur. Das ist eine originelle Wahl, denn diese Epoche wurde bisher nicht allzu oft im Metal-Kontext behandelt. Was ist das Faszinierende an dieser Kultur?</strong></p>
<p>Void: Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Thema nicht schon häufig verwendet wurde. Ich glaube, die Mayas sind eine faszinierende Zivilisation für viele Leute, besonders in der Metal-Szene. Es war eine natürliche Wahl, mit diesem Thema zu beginnen, denn sowohl Sacr als auch ich sind seit Jahren davon fasziniert. Wir fühlen uns von dieser Welt angezogen und wollten uns zuerst damit beschäftigen.</p>
<p><strong>Welche Quellen hast du benutzt, um in diese Todeskulte einzutauchen? Hast du viel darüber gelesen, und war es schwierig, diese antike kulturelle Welt in Texte zu übertragen?</strong></p>
<p>Void: Ich habe alle Arten von Quellen verwendet, Bücher, Zeitschriften, Videos, etc. Alles, was es wert war, gelesen oder gesehen zu werden, haben wir genutzt, um in die Materie einzutauchen und so viele Informationen wie möglich aufzunehmen. Aber wir wollten keinen Dokumentarfilm über die Mayas machen, wir möchten den Hörer auf eine Reise mitnehmen. Ich sehe das Album als Filmmusik zu einem nicht existierenden Film. Ein Film, den man sich selbst im Kopf ausdenken kann, während man das Album anhört.</p>
<blockquote><p>&#8222;[&#8230;]zeitintensiv [&#8230;] ist die historische, musikalische und kulturelle Recherche, schließlich muss man die richtigen Instrumente finden und auswählen &#8211; und man muss sie mit den Gitarren und allem anderen zum Klingen bringen.&#8220; &#8211; Komponist Sacr über die Besonderheiten beim Komponieren für ERSHETU.</p></blockquote>
<p><strong>Es gibt eine Menge World-Building in der Musik, &#8222;Xibalba&#8220; lässt den Hörer sofort in dieses dunkle Reich eintauchen und klingt dabei sehr authentisch. Habt ihr neben den Texten auch traditionelle und originale Maya-Melodien verwendet?</strong></p>
<p>Sacr: Die gesamte Musik auf &#8222;Xibalba&#8220; wurde für dieses Album komponiert. Ich denke, die Hörer werden in die Welt der Maya durch die Arrangements und die verwendeten Instrumente versetzt. Es gibt einige epische Melodien und einige Inspirationen aus ihrer kulturellen Musik (ich denke besonders an das Finale von &#8222;Cult Of The Snake God&#8220;), aber die Arrangements haben viel damit zu tun. Die Strukturen der Songs sind auch nicht &#8222;konventionell&#8220;. Es funktioniert wie mehrere Filmszenen, die aufeinander folgen. Das ist der Vorteil, wenn man in der Welt des Kinos arbeitet &#8211; alles ist möglich. Das Ziel war es, den Hörern eine Richtung vorzugeben und sie eintauchen zu lassen oder sie zumindest zu begleiten. Auch die Arbeit die Lars geleistet hat, ist einfach unglaublich! Er hat die Texte von Void nicht nur interpretiert, wenn man genau hinhört verkörpert er sie! Es wirkt, als ob er auf der Spitze der Pyramide von Chichén Itza steht und die Geister beschwört!</p>
<p><strong>Anders als beim typischen Symphonic Extreme Metal führen die Synthesizer und nicht die Gitarren. Kommt das von der Tatsache, dass Sacr der Hauptkomponist ist?</strong></p>
<p>Void: Synthesizer? Es sind hauptsächlich Flöten, Streicher, etc. zu hören. Es wurden keine Synthesizer auf dem Album verwendet. Aber ja, das war eine bewusste Entscheidung. Sacr hat zuerst die gesamte Orchestermusik geschrieben und dann erst die Gitarren hinzugefügt.</p>
<p><strong>Sacr hat einen sehr ausgereiften Kompositionsstil, sodass man seine Erfahrung hören und spüren kann. Soweit ich weiß, ist er neben ERSHETU nicht in der Metal-Szene aktiv. Was sind seine anderen Projekte und wo können wir sie hören?</strong></p>
<p>Void: Sacr hat beschlossen, dass seine anderen musikalischen Aktivitäten vorerst nicht mit ERSHETU in Verbindung gebracht werden sollen, also werden wir keine Informationen preisgeben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-317557" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-xibalba-album-cover.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-xibalba-album-cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-xibalba-album-cover.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Ich meine, viele musikalische Einflüsse neben der Maya-Musik und dem Metal auszumachen. Die Streicherarrangements klingen bisweilen furchteinflößend &#8211; ich dachte zum Beispiel an den berühmten &#8222;Psycho&#8220;-Soundtrack von Bernhard Herman. Was hat dich musikalisch inspiriert?</strong></p>
<p>Sacr: Danke für den Vergleich! Die Komponisten, die ich bewundere, sind unter anderem John Williams, James Horner, Micheal Kamen und John Barry. Sie sind sehr unterschiedlich, aber ich finde ihre Fähigkeit, sich an die Bilder anzupassen faszinierend! Es gibt eine kleine Geschichte dazu: Ich hörte mir nach dem fünften Song James Horners Arbeit zu &#8222;Apocalypto&#8220; noch einmal an fand eine gewisse Ähnlichkeit bei den Arrangements, den Flöten und Percussions. Die Einflüsse sind also da, aber nicht immer bewusst.</p>
<p><strong>Apropos, die Maya-Flöte ist auf dem Album sehr präsent und verleiht der Musik eine gewisse Authentizität. Wer hat sie eingespielt?</strong></p>
<p>Sacr: Das war ich.</p>
<p><strong>Das Album ist sehr dicht und folgt einer Geschichte, anstatt eine Sammlung von Songs zu liefern. Dennoch gibt es einige sehr einprägsame Momente, wie in &#8222;From Corn To Dust&#8220;. Ich denke hier an das Songwriting von Symphonic Black Metal-Legenden wie <a href="https://vampster.com/bands/limbonic-art/">LIMBONIC ART</a> &#8211; ist das auch ein Background von ERSHETU?</strong></p>
<p>Void: Ja, in der Tat. Wie ich schon sagte, ist das Album wie die Filmmusik eines nicht existierenden Films, also war es eine Entscheidung, es zu einem kohärenten Ganzen zu machen. Man kann sich die Tracks einzeln anhören, aber die ganze Magie entsteht meiner Meinung nach erst, wenn man das ganze Album in seiner Gesamtheit spielt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich schreibe keine Musik, habe aber eine sehr klare Vorstellung davon, wie ERSHETU klingen soll.&#8220; &#8211; Konzeptualist und Lyriker Void prägt ERSHETUs Musik deutlich.</p></blockquote>
<p><strong>ERSHETU haben Vindsval und Lars Nedland im Line-Up. Beide Musiker sind in der Metal-Szene sehr bekannt und ziemlich ausgelastet. Musstet ihr viel Überzeugungsarbeit leisten, damit sie bei ERSHETU mitmachen, oder waren sie sofort an Bord?</strong></p>
<p>Beide waren begeistert, nachdem sie sich die Demos angehört hatten. Es war keine intensive Überzeugungsarbeit nötig. Das hätte auch keinen Sinn gehabt, denn wir haben sie nicht wegen ihres &#8222;Ruhms&#8220; engagiert, sondern weil wir sie an dem Projekt beteiligen wollten.</p>
<p><strong>Der Schlagzeuger wird als Inza Roca angegeben, doch in der Spotify-Biografie heißt es, dass Vindsval auf &#8222;Xibalba&#8220; Schlagzeug gespielt hat. Wer ist also Inza Roca und gibt es ihn wirklich?<br />
</strong></p>
<p>Void: Du weißt ja, wie das ist, Pläne ändern sich im Laufe der Zeit. Natürlich gibt es Inza Roca, den Schlagzeuger.</p>
<p><strong>Hat Vindsval es genossen, hier anders arbeiten zu können, als bei seinen anderen Projekten? Diesmal spielte er zwar Gitarren und Bass ein, überließ die Komposition jemand anderem &#8211; war es also eine Art &#8222;Entspannung&#8220; für ihn?</strong></p>
<p>Void: Ich glaube, es war sowohl interessant und als auch eine Herausforderung für ihn. Interessant, weil es völlig anders klingt als das, was er mit BLUT AUS NORD (oder eines seiner anderen Projekte) zu tun pflegt, und auch, weil er ausnahmsweise mal nicht die Musik geschrieben hat. Ich nehme an, dass er diese Arbeitsweise zu schätzen wusste, da er sagte, dass er auch bei Album Nummer zwei mitmachen würde!</p>
<p><strong>Lars Nedlands Stimme passt hervorragend zur Musik, sie ist episch und kraftvoll, manchmal kämpft er mit den opulenten Songs, manchmal spielt er mit den Instrumentalstücken. Hat er sich an eurer Komposition orientiert oder hat er seine Vocals selbst entwickelt?</strong></p>
<p>Void: Lars bekam zu 100% Freiraum, was man auch auf dem Album hört. Wir glauben, dass es genau so gut war. Nur so konnte er seine eigene Seele (und Stimme) in das Album einbringen. Das Einzige, worum wir ihn, irgendwann gebeten haben, war ein paar härtere Vocals hinzuzufügen, aber ansonsten ist alles sein eigenes Handwerk!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-328335" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-logo_c_Debemur_Morti-1200x747.jpg" alt="" width="1200" height="747" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-logo_c_Debemur_Morti-1200x747.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-logo_c_Debemur_Morti-800x498.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-logo_c_Debemur_Morti-380x236.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ershetu-logo_c_Debemur_Morti-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><strong>Wenn ich mich nicht irre, hat Void vor Jahren in einigen Projekten selbst Bass gespielt. Wie stehen die Chancen, dass du auf dem nächsten Album wieder zu einem Instrument greifst?</strong></p>
<p>Void: Das ist richtig. Aber ich habe vor Jahren auch in meinem eigenen Soloprojekt Gitarre gespielt. Aber es ist aus Zeitgründen sehr unwahrscheinlich, dass ich wieder ein Instrument spielen werde. Ich muss mich bereits um viele Dinge kümmern und ich fürchte, dass ich ERSHETU so nur ausbremsen würde. Ich konzentriere mich viel lieber auf die Konzepte, Texte und die künstlerische Leitung.</p>
<p><strong>Wie funktionierte das Songwriting? Ich nehme an, ihr habt viel Filesharing betrieben, richtig? Hat sich Sacr von Voids Texten inspirieren lassen, der im Anschluss das Grundgerüst der Songs schrieb und sie an Vindsval und Drummer Inza Roca schickte und dann alles gesammelt nach nach Norwegen zu Lars geschickt?<br />
</strong></p>
<p>Void: Sacr hat das gesamte Album komponiert (beginnend mit den orchestralen Teilen). Dann wurde alles zu Vindsval geschickt, um es in seinem Studio neu aufzunehmen. Ich schrieb die Texte ohne direkten Bezug zur Musik. Als alles fertig war, schickten wir es zu Lars nach Norwegen, damit er die Vocals aufnehmen konnte. Nach der Fertigstellung kam das Gesamtpaket zurück zu Vindsval zum Abmischen und schließlich zu Bruno (Varea, Upload Studios &#8211; Anm d. Verf.) zum Mastern.</p>
<p><strong>Wie zeitaufwendig war das Songwriting generell und wie lange dauerte es von den ersten Ideen bis zum fertigen Album?</strong></p>
<p>Sacr: Ehrlich gesagt, hat es sehr lange gedauert hat, bis wir überhaupt angefangen haben. Unser Ziel war es, die Dinge anders zu machen. Void und ich wollten keine unnötigen Riffs und auch keine klassischen Metal-Riffs mit Geigenschichten, die die Basis untermalen &#8211; auch wenn ich persönlich absolut nichts dagegen habe! Daher die Idee, zuerst cineastisch zu komponieren und dann Bass, Schlagzeug und Gitarren hinzuzufügen, wie Void es schon beschrieb. Das braucht mehr Zeit. Ein weiterer Schritt, der zeitintensiv ist, ist die historische, musikalische und kulturelle Recherche, schließlich muss man die richtigen Instrumente finden und auswählen &#8211; und man muss sie mit den Gitarren und allem anderen zum Klingen bringen. Es dauerte also mehr als ein Jahr, vielleicht sogar anderthalb Jahre, zwischen dem der Idee von Void und dem fertigen Album-Demo. Aber für das nächste Album geht es viel schneller, da die Grundidee von ERSHETU feststeht.</p>
<blockquote><p>&#8222;[&#8230;]es ist aus Zeitgründen sehr unwahrscheinlich, dass ich wieder zu einem Instrument greifen werde.&#8220; &#8211; Void prägt ERSHETU weiterhin vom Regiesessel aus.</p></blockquote>
<p><strong>Die digitale Version auf Bandcamp kommt mit der instrumentalen Version als Bonus. Die Musik klingt auch ohne Lars&#8216; Vocals immer noch sehr opulent und funktioniert gut. War das der Grund, warum ihr diese Instrumentals hinzugefügt habt?</strong></p>
<p>Void: Wir haben die Instrumentalversion beigelegt, weil wir dachten, dass es eine interessante Interpretation des Albums ist. Wie du schon bemerkt hast, ist die vollständige Orchestrierung sehr wichtig bei ERSHETU und wir waren der Meinung, es wäre schön, eine Instrumentalversion des Albums zu teilen.</p>
<p><strong>Maciej Kamuda, der recht häufig Artworks für DEBEMUR MORTI-Releases zeichnet, hat ein hervorragendes Cover für das Album geschaffen. Es sieht sehr authentisch aus, hat aber dennoch einen frischen Stil. Er scheint ein sehr breites Spektrum zu haben. Wie war die Arbeit mit ihm?</strong></p>
<p>Void: Die Arbeit mit Maciej ist immer wieder erstaunlich, denn er ist wie wir: Er legt wert auf Details und will immer das bestmögliche Ergebnis erzielen. Er liebt es, seine eigenen Fähigkeiten herauszufordern und etwas Erstaunliches zu schaffen. Es ist immer ein Vergnügen, mit Leuten wie Maciej zu arbeiten, weil sie es schaffen, ein Stück Kunst zu vervollständigen und zu einem Gesamtwerk werden zu lassen.</p>
<p><strong>Das Bandlogo gefällt mir auch sehr gut, denn es ist sehr komplex und weit entfernt von stereotypen Logos. Wer hat es entworfen?</strong></p>
<p>Void: Unser Logo und das Siegel wurde von View From The Coffin gestaltet. Same here, er ist ein erstaunlicher Künstler, der in Dinge eintaucht, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen! Er hat umfangreiche Nachforschungen über den Ursprung von ERSHETU angestellt, um ein passendes Logo anfertigen zu können. Ein sehr empfehlenswerter Künstler!</p>
<p><strong>Wird die Reise in Richtung Tod also bald weitergehen? Wie weit sind die Pläne für das zweite Album vorangeschritten, und ist schon klar, welchen lyrischen und musikalischen Weg ihr einschlagen werdet?</strong></p>
<p>Void: Auf jeden Fall! Zum jetzigen Zeitpunkt können wir sagen, dass wir bereits vier fertige Tracks für Album Nummer 2 haben und ein fünfter und sechster Song sollten bald folgen. Wir werden an einen anderen Ort reisen, völlig anders als &#8222;Xibalba&#8220; und wir freuen uns darauf, wenn wir mehr Details darüber enthüllen können. Wir haben sogar schon angefangen, Ideen für das dritte Album zu sammeln! Die Ideen sind da, also bleibt dran, wenn ihr mit uns reisen wollt!</p>
<p><strong>Vielen Dank für eure Zeit! Wenn ihr noch etwas mitteilen möchtet, hier ist die Gelegenheit.</strong></p>
<p>Void: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Musik zu hören und in die Details einzutauchen! Wir möchten uns bei allen bedanken, die das hier lesen und unsere Musik hören. Wenn es euch gefällt, teilt es mit euren Freunden und zögert nicht, uns eine Nachricht zu schicken, wie ihr euch fühlt, wenn ihr ERSHETU hört. Das würde uns viel bedeuten!</p>
<p>Sacr: Vielen Dank für dein Interesse an unserer Musik, so etwas ist immer sehr berührend!</p>
<p><em>Bildmaterial (c) Debemur Morti Productions</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[ERSHETU]]></band>
<genres><![CDATA[progressive metal, death metal, black metal]]></genres>
<wpid>325857</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>DEBEMUR MORTI: Interview &#8211; Am Anfang war die Leidenschaft</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/debemur-morti-interview-am-anfang-war-die-leidenschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2024 13:20:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DEBEMUR MORTI]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer Black und Death Metal liebt, ist in den vergangenen Jahren garantiert nicht an dem französischen Label DEBEMUR&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer Black und Death Metal liebt, ist in den vergangenen Jahren garantiert nicht an dem französischen Label <a href="https://vampster.com/bands/debemur-morti/">DEBEMUR MORTI PRODUCTIONS</a> vorbeigekommen. Neben ambitionierten Underground-Acts wie <a href="https://vampster.com/bands/pestifer/">PESTIFER</a>, <a href="https://vampster.com/bands/anarkhon/">ANARKHON</a>, <a href="https://vampster.com/bands/pestilent-hex/">PESTILENT HEX</a> und <a href="https://vampster.com/bands/pure-wrath/">PURE WRATH</a> veröffentlichen auch Phänomene wie <a href="https://vampster.com/bands/aara/">AARA</a>, <a href="https://vampster.com/bands/plebeian-grandstand/">PLEBEIAN GRANDSTAND</a> und <a href="https://vampster.com/bands/the-amenta/">THE AMENTA</a> ihre Alben über DEBEMUR MORTI. Nicht zu vergessen moderne Legenden wie <a href="https://vampster.com/bands/blut-aus-nord/">BLUT AUS NORD</a>, <a href="https://vampster.com/bands/ulcerate/">ULCERATE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/akhlys/">AKHLYS</a> und <a href="https://vampster.com/bands/white-ward/">WHITE WARD</a>. Stilistisch breit gefächert, stets mit einem scharfen Sinn für Ästhetik und ausgerichtet nach höchsten Qualitätsstandards, feierte das Label im Dezember 2023 sein zwanzigstes Jubiläum. Grund genug für uns, Labelgründer Phil zu gratulieren und nebenbei die Arbeitsweise des Labels beleuchten zu lassen.</strong></p>
<p><strong>20 Jahre DEBEMUR MORTI ist schon eine ganze Menge. Wenn du dir die ersten Veröffentlichungen ins Gedächtnis rufst, empfindest du eine Art Nostalgie?</strong></p>
<p>Ich habe absolut keine Zeit, nostalgisch zu sein, haha. Aber im Ernst: Manchmal wird mir bewusst, was ich erreicht habe, und ich bin ziemlich stolz darauf. Es war eine Menge Arbeit (das wissen nur wenige!), aber das war es wert! Am Anfang war die Leidenschaft, und sie hat mir geholfen, über die Jahre hinweg erfolgreich zu sein!</p>
<p><strong>Die Bands des Labels sind in den letzten 20 Jahren sehr gereift. Hörst du dir immer noch die frühen Sachen an, die du veröffentlicht hast? Gibt es einen Favoriten aus der Anfangszeit, den du im Regal stehen hast?</strong></p>
<p>Wir veröffentlichen so viel Musik, dass es manchmal schwer ist, die Zeit zu finden, in die Vergangenheit zurückzugehen und die alten Klassiker wieder aufleben zu lassen. Aber ja, es passiert. Ich habe so viele Favoriten, dass es schwer wäre, einen auszuwählen, aber vielleicht würde ich mich für &#8222;Cocaine&#8220; von (V.E.G.A.) entscheiden, denn es war die Prämisse für all das Seltsame, was danach kam.</p>
<p><strong>Gibt es eine Art Routine bei den Alben, die du veröffentlichst? Erst das endgültige Master, dann der Druck, die Gestaltung, der Siebdruck, usw. Bist du immer noch aufgeregt, wenn du eine neue Veröffentlichung in den Händen hältst, oder denkst du dir: &#8222;Puh, endlich fertig&#8230;&#8220;?</strong></p>
<p>Ja, natürlich ist der Prozess im Grunde derselbe, aber wir arbeiten ständig daran, Dinge zu verbessern und zu verfeinern. Wir wollen in Bestform beiben, also stellen wir uns immer wieder selbst in Frage und fragen uns immer, ob wir unser hart verdientes Geld in das stecken würden, was wir verkaufen. Ich bin immer noch begeistert, weil ich liebe, was ich tue. Es ist immer ein Vergnügen und ich hoffe, dass das so bleibt. Wenn es mit &#8222;puh, endlich&#8220; endet, wäre es wohl an der Zeit, mit allem aufzuhören!</p>
<blockquote><p>&#8222;Es ist eher ein nostalgisches Medium und erinnert mich an meine Jugend.&#8220; &#8211; Phil ist kein Freund von Tapes.</p></blockquote>
<p><strong>Die Alben erhalten in der Regel einen Siebdruckschuber für das Vinyl und manchmal auch für die CDs.</strong><strong> Was ist der Grund dafür, dass die Special Editions nur über den eigenen Shop vertrieben werden und nicht über Distros?</strong></p>
<p>Diese erfordern viel zusätzliche Handarbeit und sind teuer in der Herstellung, daher bin ich mir nicht sicher, ob es sich lohnen würde, sie an Großhändler weiterzuverkaufen. Außerdem ist es für Kunden, die uns bzw. unsere Bands direkt unterstützen, schön, wenn sie beim Kauf bei uns einige exklusive Produkte erhalten. Die meisten davon sind handgefertigte Teile, die in größeren Stückzahlen nur schwer zu produzieren sind. Nicht zuletzt ziehen wir es vor, diese selbst sorgfältig zu verpacken, damit sie bei den Bestellenden in tadellosem Zustand ankommen.</p>
<p><strong>DMP ist eines der Labels, die großen Wert auf das physische Medium legen, es steckt viel Liebe und Handarbeit in der Musik. Was ist das Besondere für dich persönlich, wenn es um das physische Medium geht?</strong></p>
<p>Das liegt wahrscheinlich an meinem Alter. Als ich aufgewachsen bin, gab es kein Spotify und ganz am Anfang auch kein Internet, so dass die einzige Möglichkeit, Musik zu genießen, Radio, Fernsehen oder der Kauf von physischen Tonträgern war. Ich war schon immer sehr davon angetan Musik zu kaufen, sowie vom Durchblättern des Booklets und des Artworks im Allgemeinen. Bei Vinyl ist es das ganze Ritual, es auf den Plattenteller zu legen, es anzuhören und dann aufstehen, um die andere Seite einzulegen. Da muss man sich selbst einbringen. Das ist es, was ich an der heutigen Art des Musikhörens mit vorgefertigten Playlists und dem einfachen Massenkonsum nicht mag.</p>
<p><strong>DMP ist ein Label, das vor allem für Vinyl bekannt ist. Tapes liegen im Trend, aber ihr veröffentlicht nur selten Tape-Editionen. Ist das Tape kein attraktives Medium für euch?</strong></p>
<p>Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich höre mir Kassetten nicht so gerne an wie Vinyl oder CDs. Außerdem sind die ganzen Artworks sehr klein. Also ja, das ist überhaupt nicht mein Lieblingsmedium. Es ist eher ein nostalgisches Medium und erinnert mich an meine Jugend.</p>
<p><strong>CDs sind weniger wichtig als noch vor ein paar Jahren, aber ihr bringt immer noch CDs als Special Edition heraus. Verkauft ihr immer noch mehr CDs als Vinyl, oder hat sich das Blatt gewendet?</strong></p>
<p>Tatsächlich haben wir (und nicht nur DMP) einen neuen Anstieg der CD-Verkäufe und einen Rückgang der Vinyl-Verkäufe im Jahr 2023 festgestellt. Ja, wir verkaufen immer noch mehr CDs. Ich glaube, einige Alben liegen verkaufsmäßig bei circa 50/50 zwischen CDs und Vinyl, aber ich glaube nicht, dass sich Alben mehr auf Vinyl als auf CD verkauft haben.</p>
<p><strong>Eure LPs werden mit Bandcamp-Downloads geliefert, was ich persönlich sehr schätze. Allerdings verliert Bandcamp mehr und mehr den Indie-Spirit. Denkt ihr auch über Alternativen nach, z.B. einen Download-Bereich auf der DMP-Webseite?</strong></p>
<p>In diesem Stadium nicht. Ich mag Bandcamp immer noch sehr, auch wenn es einige Verbesserungen geben könnte &#8211; insbesondere die mobile App. Mal sehen, ob es in Zukunft eine echte Alternative gibt.</p>
<p><figure id="attachment_327565" aria-describedby="caption-attachment-327565" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-327565" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DMPPhil-800x534.jpg" alt="" width="800" height="534" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DMPPhil-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DMPPhil-1200x800.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DMPPhil-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DMPPhil.jpg 1300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-327565" class="wp-caption-text">Phil / DEBEMUR MORTI (c) Debemur Morti</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wie plant DEBEMUR MORTI den Veröffentlichungsrhythmus? Es gibt einige Monate ohne Veröffentlichungen, dann, wie diesen Oktober, gibt es vier Alben pro Monat. Was ist der Grund für diesen Zeitplan? Ist der Oktober ein guter Monat für Veröffentlichungen, da er nach den Sommerfestivals, nach der Sommersaison, vor dem Weihnachtsgeschäft, etc. liegt? Ich dachte immer, dass dies für Independent-Labels keine Auswirkungen hat&#8230;</strong></p>
<p>Haha, nein, es gibt weder eine &#8222;gute&#8220; noch eine &#8222;schlechte&#8220; Zeit, um Underground-Musik zu veröffentlichen, außer vielleicht zwischen Mitte Juli und Mitte August, wenn viele Leute (nicht ich!) im Urlaub sind. Das ist nun mal so. Wir planen einen Release, wenn die Band uns alle Songs übergibt, damit produziert werden kann. Die meisten unserer Bands arbeiten ohne Deadline. Wir wollen keinen Druck auf sie ausüben, etwas fertig zu stellen. Manchmal kommt es vor, dass wir mehrere Alben in kurzer Zeit geliefert bekommen und dann versuchen wir einfach, diese so schnell wie möglich zu veröffentlichen, und manchmal passiert eine Weile lang nicht viel. Ich ziehe es so vor, denn wenn etwas auftaucht, habe ich normalerweise immer Platz für einen unaufgeforderten &#8218;Crush&#8216;.</p>
<p><strong>Derzeit nimmt DEBEMUR MORTI keine Demos an, da der Terminkalender voll ist, richtig? Neue Künstler werden also direkt von euch kontaktiert?</strong></p>
<p>Nicht, weil unser Terminkalender voll ist, sondern weil unser Roster schon ziemlich groß ist und wir nicht zu viele Bands unter Vertrag nehmen wollen. Ich habe schon immer Qualität vor Quantität gestellt und möchte, dass das auch so bleibt. Und ja, in der Tat, ich nehme keine Bewerbungen an, aber ich könnte einer Band trotzdem einen Vertrag anbieten, wenn ich das möchte.</p>
<p><strong>DEBEMUR MORTI ist ein Familienunternehmen, du machst alles selbst, mit Hilfe von engen Freunden und Deiner Partnerin. Warum diese bewusste Entscheidung?</strong></p>
<p>Erstens, weil es praktisch ist. Zweitens, weil wir von zu Hause aus arbeiten und keine &#8222;fremden&#8220; Mitarbeiter in unser Haus aufnehmen wollen oder können. Ich bevorzuge ein kleines, engagiertes Team, das wahre Wunder vollbringt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich glaube, dass weniger mehr und Qualität wichtiger als Quantität ist! Es gibt sowieso viel zu viel von allem da draußen. Niemand kann das alles genießen.&#8220; &#8211; DEBEMUR MORTI hat eine klare Arbeitsethik.</p></blockquote>
<p><strong>Eine Person, die zur DEBEMUR MORTI-Familie gehört, ist einer der geheimnisvollsten Künstler im Black Metal: Vindsval (<a href="https://vampster.com/bands/blut-aus-nord/">BLUT AUS NORD</a>) veröffentlicht seine Werke exklusiv über dein Label. Kannst du uns ein wenig darüber erzählen, wie ihr in Kontakt gekommen seid und wie sich eure Partnerschaft entwickelt hat?</strong></p>
<p>Es ist schon eine ziemlich alte Geschichte, aber einmal, vor vielen Jahren, bekam ich eine Bestellung von Vindsval und ich erkannte seine E-Mail-Adresse, also fing ich an, mit ihm zu schreiben, da ich bereits ein RIESIGER Fan seiner Arbeit war. Wir unterhielten uns eine ganze Weile und fanden heraus, dass wir die gleiche Vision von Kunst hatten und beschlossen, zusammenzuarbeiten. Das ist jetzt Jahre her, und ich glaube nicht, dass wir uns vorstellen können, dass es anders funktionieren könnte! Er sagte einmal, wenn DEBEMUR MORTI aufhören würde, könnte er genauso gut BLUT AUS NORD auflösen.</p>
<p><strong>Partnerschaft ist ein guter Punkt: Es ist großartig mitzuverfolgen wie ein Label dazu beiträgt, eine Band wachsen zu lassen, siehe <a href="https://vampster.com/bands/white-ward/">WHITE WARD</a>. Sie haben einen Punkt erreicht, an dem sie sicherlich auch zu größeren Labels wechseln könnten. Hast du Angst, dass ihr Bands nicht halten könnt, wenn sie zu groß werden?</strong></p>
<p>Natürlich ist das Teil des &#8222;Spiels&#8220;. WHITE WARD haben Angebote von einem großen Label bekommen, aber sie haben sich, zumindest im Moment, dafür entschieden, bei uns zu bleiben. Auch BLUT AUS NORD, <a href="https://vampster.com/bands/ulcerate/">ULCERATE</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/archgoat/">ARCHGOAT</a> könnten bei (fast) jedem Label unterschreiben, aber sie entscheiden sich für uns, weil unsere Bindung stark ist.</p>
<p><strong>Einige eurer Künstler sind sehr talentiert, aber die Chancen, dass sich die Alben gut verkaufen, sind gering. Ihr veröffentlicht sie trotzdem. Habt ihr also weniger finanziellen Druck als größere Labels?</strong></p>
<p>Ich veröffentliche grundsätzlich das, was ich mag. Natürlich würde es nicht funktionieren, wenn wir von jeder unserer Veröffentlichungen zehn Exemplare verkaufen würden, zumindest nicht als Unternehmen, aber mein erstes Ziel ist es, die Musik zu verbreiten, die ich liebe. Und wenn sie sich dann auch noch verkauft, ist das umso besser! Ich glaube nicht, dass wir weniger finanziellen Druck haben als größere Labels. Ich glaube eher, dass das Gegenteil der Fall ist, denn sie haben viel größere Verkaufszahlen und verdienen daher wahrscheinlich mehr Geld als wir, so dass sie es sich leisten können, etwas zu veröffentlichen, das sich nicht gut verkauft, weil es von einem starken Zugpferd abgedeckt wird? Ich weiß es nicht.</p>
<p><strong>Bist du auf langfristige Beziehungen mit Ihren Künstlern aus und schließt Verträge für mehrere Alben ab, oder verhandelst du mit den Bands für jede Veröffentlichung neu?</strong></p>
<p>Ich versuche normalerweise, langfristige Beziehungen aufzubauen. Du hast vielleicht bemerkt, dass ich &#8222;aufbauen&#8220; geschrieben habe, nicht &#8222;erzwingen&#8220; oder &#8222;sichern&#8220;. Ich glaube, dass es einen guten Bindungsaufbau zwischen Band und Label braucht, wenn eine Beziehung lange halten soll.</p>
<p><figure id="attachment_327566" aria-describedby="caption-attachment-327566" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-327566" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DMP_Logo2021_1280-800x800.png" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DMP_Logo2021_1280-800x800.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DMP_Logo2021_1280-1200x1200.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DMP_Logo2021_1280-150x150.png 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DMP_Logo2021_1280-380x380.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DMP_Logo2021_1280.png 1280w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-327566" class="wp-caption-text">DEBEMUR MORTI Logo (c) Debemur Morti</figcaption></figure></p>
<p><strong>Abgesehen von der erstklassigen Verpackung und der großartigen Pressqualität habt ihr einige Alben auch als Wax Mage und Party Monster Pressungen veröffentlicht. Die sind nämlich super limitiert und sehr teuer. Ich nehme an, das ist eine reine Fan-Sache?</strong></p>
<p>Ja, ich bin selbst ein Fan und ich liebe Vinyl, also mache ich sie in erster Linie für Leute wie mich. Aber wichtig ist: Die Limitierung für diese Editionen werden durch das Presswerk auferlegt!</p>
<p><strong>Ich kann mir auch vorstellen, dass es manchmal frustrierend sein kann, ein Label zu betreiben. Entweder ist man ein Hipster-Label, weil man Vinyl nicht nur in klassischem Schwarz veröffentlicht, oder die Leute beschweren sich, weil man Bands unter Vertrag hat, die sie nicht mögen. Was ist deine Antwort an diese Leute und wie hältst du dein inneres Gleichgewicht?</strong></p>
<p>Nun, meine Antwort lautet: Gründet euer eigenes Label und macht es auf eure eigene Art!</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich glaube, dass es einen guten Bindungsaufbau zwischen Band und Label braucht, wenn eine Beziehung lange halten soll.&#8220; &#8211; Phil strebt langfristige Partnerschaften mit seinen Bands an.</p></blockquote>
<p><strong>Es muss einen Punkt gegeben haben, an dem du dich entschieden hast, deinen Brotjob aufzugeben, um dich ganz auf das Label zu konzentrieren und es wachsen zu lassen. Warum hast du dich nicht für diesen Weg entschieden?</strong></p>
<p>Ich möchte mir den &#8222;Luxus&#8220; gönnen, nicht auf DEBEMUR MORTI angewiesen zu sein, um meine Rechnungen zu bezahlen. Es ist eine schwierige Entscheidung, denn zwei Jobs zu haben ist hart und sehr anstrengend, aber es befriedigt mich, dass ich wählen kann, welche Alben ich veröffentlichen möchte. Nicht weil ich meine Rechnungen bezahlen muss, sondern weil ich die Musik einfach liebe!</p>
<p><strong>Ist dieser Weg auch der Grund, warum DEBEMUR MORTI weniger als zwölf Alben pro Jahr veröffentlichen?</strong></p>
<p>Ganz und gar nicht. Wie ich schon sagte, arbeite ich ohne Fristen mit Bands, das ergibt sich also ganz natürlich. Aber noch einmal: Ich glaube, dass weniger mehr und Qualität wichtiger als Quantität ist! Es gibt sowieso viel zu viel von allem da draußen. Niemand kann das alles genießen.</p>
<p><strong>Untrve Musikalarm: Deine Künstler wurden alle von dir selbst ausgewählt, DMP spiegelt also viel von deinem persönlichen Geschmack wider. Gibt es Musik, die dir gefällt, die du aber nie veröffentlichen würdest?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall! Eigentlich eine ganze Menge, haha.</p>
<p><strong>Gibt es irgendwelche Bands/Künstler, von denen du geträumt hast, ihre Musik zu veröffentlichen, vielleicht auch außerhalb der Metal-Szene?</strong></p>
<p>Ja und nein. Sagen wir so, ich liebe eine Menge unterschiedlicher Musik und würde natürlich gerne dazu beitragen, die Musik von Künstlern, die ich liebe, zu verbreiten. Aber am Ende erinnere ich mich selbst immer daran, dass ich mich nicht teilen kann, und das würde in einer Katastrophe enden. Aber im Metal-Genre hätte ich gerne <a href="https://vampster.com/bands/summoning/">SUMMONING</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/limbonic-art/">LIMBONIC ART</a> veröffentlicht.</p>
<p><strong>Das Jahr 2024 hat gerade begonnen und es wird sicherlich eine Menge neuer Alben geben. Kannst du uns ein paar Tipps geben, worauf wir uns 2024 freuen können?</strong></p>
<p>Neues Material von <a href="https://vampster.com/bands/akhlys/">AKHLYS</a>, <a href="https://vampster.com/bands/modern-rites/">MODERN RITES</a>, <a href="https://vampster.com/bands/selbst/">SELBST</a> und ULCERATE steht an. Außerdem findet das allererste DEBEMUR MORTI-Festival im kommenden Oktober statt. Das ist eine Menge, auf das man sich freuen kann! Ich bin sehr gespannt darauf!</p>
<p><strong>Das war&#8217;s für den Moment. Vielen Dank für deine Antworten! Wenn du noch was loswerden willst, los geht&#8217;s!</strong></p>
<p>Kommen Sie im nächsten Oktober zum DMP-Festival nach Oberhausen, Deutschland. Wir wollen etwas Unvergessliches machen!</p>
<p><em>Bilder (c) Debemur Morti Productions</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[DEBEMUR MORTI]]></band>
<genres><![CDATA[black metal, SONSTIGE]]></genres>
<wpid>325854</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>NEBELKRÄHE: Interview &#8211; Die berüchtigten letzten Prozent</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/nebelkraehe-interview-die-beruechtigten-letzten-prozent/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian Schaffer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2023 18:32:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[NEBELKRÄHE]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=321440</guid>

					<description><![CDATA[NEBELKRÄHE sind keine gewöhnliche Black-Metal-Band: Ohne Scheuklappen und Berührungsängste überwinden die Münchner auf ihrem dritten Studioalbum "ephemer" festgefahrene Konventionen. Dass hinter den Kompositionen und dem stimmigen Konzept auch eine Menge Arbeit steckt, verrät nicht nur der zehnjährige Entstehungsprozess der Platte. In einem entspannten Videocall verrät uns Gitarrist Morg, was in all dieser Zeit wirklich passiert ist und warum man als Perfektionist nicht zwingend zu Hause aufnehmen sollte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hi, Morg! Zehn Jahre ist der Vorgänger „Lebensweisen“ (2013) mittlerweile her. Ich nehme an, der Release von „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ fühlt sich dadurch sicherlich wie das Ziel einer langen Reise an. Auf welchen Aspekt des finalen Werks bist du am meisten stolz</strong>?</p>
<p><strong>Morg:</strong> Auf alles zusammen, würde ich sagen. Also einfach auf die Tatsache, dass nun nach all diesen Jahren alles ineinandergreift und von den einzelnen Bestandteilen letztendlich nichts nicht geklappt hat. Tatsächlich gibt es vom Cover über die Fotos und den Sound bis hin zu den Songs einfach nichts, an dem ich jetzt noch irgendetwas anders machen wollen würde. Das kenne ich so nicht, weil das nach den letzten Alben eigentlich nie so war.</p>
<p>Dementsprechend glaube ich, dass das auch das zentrale Kriterium ist, welches das Album auszeichnet: Vom Konzept, über die Texte bis hin zur Musik ist schlussendlich alles genauso geworden, wie es sein soll. Das ist dann auch, was das Album meiner Ansicht nach so stark macht und worauf ich am Ende sehr stolz bin – es ist sozusagen ein stimmiges Gesamtkonstrukt.</p>
<p>Ich könnte natürlich jeden einzelnen Aspekt noch herausheben und sagen, warum ich genau diesen besonders gut finde, aber schlussendlich ist es das Gesamtwerk, das schlicht funktioniert.</p>
<p><strong>Also eigentlich genau so, wie man es sich wünscht.</strong></p>
<p>Ja, aber das ist nicht selbstverständlich! Oft ist es einfach so, dass man am Ende irgendwelche Kompromisse eingehen muss. Dann ist man gezwungen, aus Zeit-, Geld- oder sonstigen Gründen etwas wegzulassen; oder man kann eine Sache nicht wie geplant umsetzen und lässt es dann sein.<br />
Im Nachhinein wurmen solche Dinge einen dann auf ewig, weil man es sich ursprünglich anders vorgestellt hatte. Diesmal ist das nicht so, weil wir schlussendlich so viel Zeit hatten, dass wir eben auch jedes kleine Detail nochmal angehen und anpassen konnten.</p>
<p><strong>War dann die Entstehung des Albums auch ein Prozess, der schon vor zehn Jahren angefangen hat? Wann waren die Songs fertig?</strong></p>
<p>Es hat tatsächlich schon vor mehr als zehn Jahren angefangen. Auch bei „Lebensweisen“ (2013) war viel schiefgelaufen und die Platte kam deutlich später raus, als wir geplant hatten. Wir fingen deshalb bereits an, neue Songs und Texte zu schreiben, bevor das Album veröffentlicht wurde.</p>
<p>Ich glaube, ein bis zwei Stücke waren zumindest im Proberaum mehr oder weniger fertig, als „Lebensweisen“ dann erschienen ist. Die Songs sind von da an über all diese Zeit gewachsen und es ist tatsächlich so, dass wir diese zehn Jahre mehr oder minder komplett genutzt haben. Natürlich arbeitet man nicht zehn Jahre lang jeden Tag an den Songs und der Prozess war auch ein wenig zäher als geplant.</p>
<p>Aber manche Stücke sind eben doch schon so alt und im Endeffekt haben wir auch bis kurz vor knapp noch an ihnen gearbeitet: Die letzte Gastgesangsspur ist tatsächlich am letzten Tag noch eingetrudelt, als wir eigentlich nur noch für das Mastering im Studio waren. Wir haben dann in letzter Minute unseren Platzhalter-Gesang ausgetauscht. Dementsprechend ging der Prozess mit Lücken, die sich eben ergeben, wirklich über diese zehn Jahre.</p>
<h2>&#8222;Bläser in der Pandemie einzuspielen war nicht unbedingt etwas, wozu dir geraten wurde.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_321518" aria-describedby="caption-attachment-321518" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Morg.jpg" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Morg.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321518 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Morg.jpg" alt="" width="1000" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Morg.jpg 1000w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Morg-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Morg-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Morg-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption id="caption-attachment-321518" class="wp-caption-text">NEBELKRÄHE-Gitarrist Morg.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wäre „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ denn auch früher erschienen, wäre die Pandemie nicht gewesen? Also hat euch das nochmal zurückgeworfen?</strong></p>
<p>Ja, das war definitiv ebenfalls ein großer Faktor, wenn auch nicht der einzige. Als wir beispielsweise mit den Songs angefangen hatten, ging zunächst nichts so richtig zusammen und die Stimmung innerhalb der Band erstmal nach unten. Schlussendlich verlor unser Gitarrist [Euphorion – Anm. d. Verf.] ein bisschen die Lust, woraufhin wir wiederum zu spät schalteten.</p>
<p>Grundsätzlich muss man dazu sagen, dass es kein Problem ist, wenn jemand den Drive dafür nicht mehr hat. Aber wenn es sich dann über so lange Zeit hinzieht und den Zug rausnimmt, kostet es auch die ganze Band Zeit, schließlich muss man dann erst jemanden finden, der musikalisch und menschlich genau reinpasst. Das war also ein weiterer Faktor.</p>
<p>Als das erledigt war und die Songs fertig waren, gingen wir ins Studio, um die Schlagzeugaufnahmen zu machen – ich glaube, das war dann sogar in der letzten Woche, bevor alles zugemacht wurde. Wir hatten also die Schlagzeugspuren, aber der gesamte restliche Plan für die Albumaufnahmen war dahin, weil einfach nichts mehr ging: Unser Proberaum war zu, weil er in einem großen Komplex gelegen war, in den niemand mehr hineingehen durfte. Gemeinsame Aufnahmen waren nicht mehr möglich, weil man sich nicht mehr treffen konnte und sich noch dazu alle Regularien ständig geändert haben.</p>
<p>Die Gastgesänge und Gastinstrumente aufzunehmen war natürlich auch super schwierig: Bläser in der Pandemie einzuspielen war nicht unbedingt etwas, wozu dir geraten wurde. Noch dazu hatten die beteiligten Musiker:innen teilweise selbst kein Recording-Equipment oder Erfahrung damit, ihre Spuren selbst aufzunehmen. Dementsprechend lief während der Pandemie alles ganz anders als geplant, weil wir uns plötzlich selbst mit dem Thema ‚Home Recording‘ auseinandersetzen mussten. Außerdem ging es darum, die Zeiten effektiv zu nutzen, wenn es Bestimmungen und Fallzahlen gerade zuließen.</p>
<p>Schlussendlich waren wir nach der Pandemie zwar mit den Aufnahmen „fertig“, aber das Studio, in das wir eigentlich für Mix und Master gehen wollten, hatte in der Zwischenzeit zugemacht. Wir standen also erstmal ratlos da, weil wir das selbst erst sehr spät erfahren haben. Am Ende entschieden wir uns für ein Upgrade, indem wir zu Victor Bullock (<a href="https://vampster.com/bands/dark-fortress/">DARK FORTRESS</a>, <a href="https://vampster.com/bands/triptykon/">TRIPTYKON</a>) ins Woodshed Studio gehen. Aber so jemand hat natürlich nicht gleich morgen Zeit, sondern eine Vorlaufzeit von rund einem Jahr. Wir warteten also nochmal zwölf Monate und betrieben in dieser Zeit viel Feinarbeit.</p>
<p>Anschließend kam noch die Labelsuche und dann kostete es nochmal Zeit, bis die physischen Produkte fertig waren. Es ist also schon immer etwas passiert, aber es wäre definitiv ohne die Pandemie schneller gewesen. Vielleicht nicht besser, aber auf jeden Fall schneller. (lacht)</p>
<p><strong>Gelohnt hat es sich ja glücklicherweise: Das Resultat klingt trotz der Rückschläge richtig gut und so gar nicht nach billigem DIY-Garagensound. Inwiefern konnte denn Victor Bullock durch seinen Mix und das Mastering der Musik noch den einen oder anderen Impuls entlocken?</strong></p>
<p>Was Noten angeht, hatte er natürlich keinen Einfluss mehr, da die Spuren zu dem Zeitpunkt bereits fertig waren. Aber trotzdem war es bei ihm im Studio eine wahnsinnig lehrreiche und produktive Zeit, weil er einfach ein extremes Gespür für diese Art von Musik hat.</p>
<p>Es war wirklich faszinierend: Er wollte unsere Pre-Mixe, die wir für einen ungefähren Eindruck angefertigt haben, gar nicht hören, sondern fing stattdessen mit den komplett nackten DI-Spuren an und erarbeitete sich die Songs quasi selbst. Anstatt ihm zu erklären, wie die Songs klingen sollten, „baute“ er sich die Stücke nach seinen Vorstellungen erstmal selbst zusammen, was am Ende enorm gut zu dem gepasst hat, was wir selbst im Kopf hatten.</p>
<p>Beeindruckend war, mit wie viel Gefühl er an die Sache heranging und welche Ideen er hatte, um gewisse Dinge soundmäßig zu lösen. Das hob das Album sicher nochmal auf ein ganz anderes Level und ich würde es auf jeden Fall wieder machen.</p>
<p>Er hat schon großen Anteil daran, wie „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ letzten Endes klingt und dass jede einzelne Idee so gut herauskommt. Denn ich denke, dass das bei uns schon ein wenig schwieriger ist als bei der gemeinen 08/15-Black-Metal-Band, wo du nur die Standardbesetzung hast. Wenn man aber zusätzlich noch mit einem sechsköpfigen Bläsersatz oder einer Mundharmonika arbeitet, muss man diese im Sound auch sinnvoll und organisch unterbringen, so dass es am Ende in sich stimmig ist. Dafür hat Victor ein wahnsinniges Gespür und ich größten Respekt für seine Arbeit.</p>
<h2>&#8222;Ich fand diese Erkenntnis faszinierend, dass eine solche Grenze plötzlich da sein kann oder eben auch nicht, wenn sie niemand proklamiert.&#8220;</h2>
<p><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-Band-2023-02.jpg" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="442" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-Band-2023-02-380x168.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321521 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-Band-2023-02.jpg" alt="" width="1000" height="442" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-Band-2023-02.jpg 1000w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-Band-2023-02-800x354.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-Band-2023-02-380x168.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></p>
<p><strong>Genau dieses Gespür hilft letzten Endes auch, die Texte von „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ in Szene zu setzen. Die zweite Single „Nielandsmann“ zeichnet etwa Bilder eines recht erbarmungslosen Schlachtfelds, auf dem es keine Gewinner gibt. Besonders spannend, finde ich, wie sich die Auffassung des Heimatbegriffs im Verlauf wandelt: Was erst als Grund für den Kampf herangezogen wird („Weh dem, der keine Heimat hat), wird zu Sorge („Weh dem, der jetzt noch Heimat hat“) und schließlich einer fast schon zynischen Haltung („Wohl dem, der keine Heimat hat“). Spricht hier nur die Frustration über Krieg an sich oder steckt da noch mehr dahinter?</strong></p>
<p>„Nielandsmann“ ist ganz klar als Anti-Kriegs-Song zu werten und in keiner Weise als Kriegsverherrlichung zu verstehen – das möchte ich zunächst vorwegnehmen. Wir wollen mit der Thematik über den Ersten Weltkrieg auch nicht auf einer Trend-Welle mitschwimmen. Tatsächlich ist „Nielandsmann“ einer der ersten Songs, die für „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ entstanden sind: Den Text habe ich ca. 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise geschrieben.</p>
<p>Dementsprechend siehst du das ganz richtig, dass es vielmehr darum geht, diesen Heimat- bzw. Grenzbegriff aufzulösen und sich Gedanken zu machen, was er eigentlich bedeutet. Das Kriegsgeschehen an sich ist eher als die Rahmenhandlung zu verstehen, an der das Ganze aufgehängt ist.</p>
<p>Ich wohnte damals an der deutschen Grenze zu Österreich und arbeitete auch dort. Als ich gerade drüben war, wurden die Übergänge geschlossen, wodurch ich ungefähr zweieinhalb Stunden nach Hause laufen musste, weil die Züge nicht mehr fuhren. Für mich war das ein extrem beeindruckendes Erlebnis, weil wir alle damit groß geworden waren, dass Europa immer mehr zusammenwächst und Grenzen irrelevant werden.</p>
<p>Aber in diesem Moment war auf einmal eine solche Grenze da, die vorher niemand auf dem Schirm hatte. Bis dahin fuhr der Zug über die Brücke und das war’s – und plötzlich eben nicht mehr. Ich fand diese Erkenntnis faszinierend, dass eine solche Grenze plötzlich da sein kann oder eben auch nicht, wenn sie niemand proklamiert: An sich existiert sie ja erstmal nicht, sondern irgendjemand muss die Grenze ausrufen.</p>
<p>Das ist, was auch in diesem Text passiert: Vorher ist ihm [das lyrische Ich – Anm. d. Verf.] völlig klar, zu welcher Seite er gehört und dass er für sie kämpft. Aber dann verirrt er sich in diesem Niemandsland zwischen den Fronten und realisiert, dass es diese Grenze eigentlich nur in den Köpfen gibt. Er stellt sich schließlich die Frage nach dem Sinn seiner gegenwärtigen Situation.</p>
<p>„Nielandsmann“ ist deshalb ganz klar ein antipatriotischer Song, der zwar nicht aus der Frustration über irgendwelche Kriege geprägt ist, weil das damals ein weniger aktuelles Thema war als heute. Aber allein die Tatsache, dass er für mich heute aktueller denn je ist, spricht sehr dafür, dass diese Thematik auch nicht alt wird. Ich hätte mir eigentlich gewünscht, dass der Song bei Erscheinen weniger aktuell ist als damals und jetzt ist es genau umgekehrt – auf einem noch viel zynischeren Level. Aber man kann es sich ja nicht aussuchen. Ich bin trotzdem froh, dass es den Song gibt und dass er zu alldem, was gerade passiert, ein Statement ist.</p>
<p><strong>Klar, das kann ich verstehen. Du hast erwähnt, dass „Nielandsmann“ auch ein Versuch ist, den Heimatbegriff aufzubrechen. Was macht denn für dich persönlich Heimat aus?</strong></p>
<p>Wahnsinnig wenig von dem, was man allgemein darunter versteht. Ich empfinde „Heimat“ ohnehin als schwierigen Begriff, weil er eben mit so viel aufgeladen ist, womit ich gar nichts anfangen kann.</p>
<p><strong>Stimmt, vor allem in Deutschland.</strong></p>
<p>Ja, aber nicht nur hier, sondern überall. Ich will das auch gar nicht verteufeln: Es ist ja schön, wenn man sich irgendwo zuhause fühlt. „Zuhause“ ist überhaupt ein sehr schönes Wort, weil da eine gewisse Wohligkeit mitschwingt.</p>
<p>Aber bei „Heimat“ gibt es für mich persönlich diesen Subtext, dass meine Heimat nicht gleich deine Heimat ist. Zuhause können dagegen alle Menschen sein – am gleichen Ort oder anderswo. Es ist für mich viel wichtiger, dass man sich irgendwo wohlfühlt. Ein Zuhause kann ja auch selbstgewählt sein, während man unter Heimat immer die Herkunft, also wo man geboren ist, versteht. Damit kann ich gar nichts anfangen.</p>
<p><strong>Ich finde, dass du das sehr schön auf den Punkt gebracht hast, gerade den Punkt mit „zuhause sein“ kann ich sehr gut nachvollziehen. Das spiegelt sich meiner Meinung nach auch in den letzten Zeilen „gleiche Erde – falscher Graben“ wider.</strong></p>
<p>Auf jeden Fall! Schlussendlich hat nicht der Wald den Unterschied gemacht, sondern derjenige, der den Graben ausgehoben hat. Eigentlich müsste das alles nicht sein.</p>
<h2>&#8222;[&#8230;] Dinge aus der Hand zu geben und dann damit leben zu müssen, [ist] für mich als Kontrollfreak und Perfektionist enorm schwierig.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_321523" aria-describedby="caption-attachment-321523" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-umbrA.jpg" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-umbrA.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321523 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-umbrA.jpg" alt="" width="1000" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-umbrA.jpg 1000w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-umbrA-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-umbrA-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-umbrA-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption id="caption-attachment-321523" class="wp-caption-text">NEBELKRÄHE-Sänger umbrA</figcaption></figure></p>
<p><strong>„Nielandsmann“ hat mit Noise (<a href="https://vampster.com/bands/kanonenfieber/">KANONENFIEBER</a>) auch ein Feature. Es ist nicht der einzige Song mit Gastgesang: In „Dornbusch (Im Norden kein Westen)“ ist sG (ex-<a href="https://vampster.com/bands/secrets-of-the-moon/">SECRETS OF THE MOON</a>) zu hören. Was verleitet euch konkret dazu zu sagen, dass einem Song ein Gastauftritt guttun würde? Pures Bauchgefühl oder geht man schon mit Hintergedanken ans Songwriting?</strong></p>
<p>Beim Songwriting ist das vielleicht weniger der Fall als beim Texteschreiben. In beiden Fällen ist es eher durchs Storytelling bedingt und natürlich, dass es in atmosphärischer Hinsicht funktioniert. Wie vorher schon angedeutet, gab es von beiden Songs eine „Backup-Version“, bei der unser Sänger Umbra alles alleine gesungen hat. Diese Versionen waren beileibe nicht schlecht und hätten wir durchaus verwenden können!</p>
<p>Aber ich mag das Konzept von Gastbeiträgen auch in kreativer Hinsicht, um zu sehen, was jemand aus dem Material macht, der selbst überhaupt nicht in den Entstehungsprozess involviert war. Dazu gehört auch, Dinge aus der Hand zu geben und dann damit leben zu müssen, was für mich als Kontrollfreak und Perfektionist enorm schwierig ist. Man kann ja dann auch nicht solchen Gästen, die sich dafür bereiterklärt haben, am Ende sagen, dass es zwar ganz nett sei, sie es aber komplett anders machen sollen.</p>
<p>Dementsprechend ist es also auch ein kleines Wagnis, die Kontrolle teilweise abzugeben. Dafür kommt im Gegenzug etwas Cooles heraus, wie etwa im Fall von Noise, der den geflüsterten Part über den Clean-Teil beigesteuert hat. Das war eigentlich nicht vorgesehen, aber er schickte uns die Spuren mit dem Vermerk, dass er auf einer der Dateien noch etwas ausprobiert habe. Ich hatte beim Anhören dann richtig Gänsehaut, weil das eine Lücke gefüllt hat, von der ich vorher nicht einmal wusste, dass sie existiert.</p>
<p>Derlei Dinge ergeben sich eben nur, wenn du mit Menschen zusammenarbeitest. Das ist das Schöne daran, genau wie beim dritten „prominenten“ Gastbeitrag von Markus Stock (<a href="https://vampster.com/bands/empyrium/">EMPYRIUM</a>), der das Hackbrett in „Kranichträume“ spielt. Ursprünglich hatten wir für das Stück ein Vibraphon als Begleitung geplant, aber dann niemanden gefunden, der dieses Instrument beherrscht.</p>
<p>Wir mussten also umdisponieren. Ich hatte dann das großartige Album von <a href="https://vampster.com/bands/grab/">GRÀB</a> [„<a href="https://vampster.com/cd-reviews/grab-zeitlang/">Zeitlang</a>“ – Anm. d. Verf.] im Hinterkopf, wo er eben auch schon das Hackbrett gespielt hatte. Ich fragte ihn also und am Ende machte er sogar viel mehr, als ich gedacht hatte. Er baute zusätzlich noch eine komplette Melodie mit ein, was dem Song eine schöne weitere Ebene gibt und die ich selbst so nie im Kopf hatte. Das Resultat ist ganz anders als gedacht, aber es funktioniert. Daran wächst dann auch ein Album.</p>
<p><strong>Denke ich auch und es ist ja zudem so, dass gerade die für den Black Metal eher untypischen Instrumente bei euch eine wichtige Rolle spielen. Das Hackbrett und die Blechbläser hast du schon erwähnt, auch Cello und Mundharmonika sind zu hören. Wie entscheidet ihr, welcher Song ein zusätzliches Instrument braucht und vor allem welches? Ist vorwiegend die Atmosphäre entscheidend?</strong></p>
<p>Dafür gibt es kein allgemeingültiges Rezept, nach dem wir vorgehen. Manchmal entsteht der Gedanke schon beim initialen Songwriting: Man hat etwa eine coole Melodie, die aber nicht für jedes Instrument geeignet ist. Gerade, da wir auf dem letzten Album schon mit Cello gearbeitet hatten, hatten wir das für entsprechende Passagen ohnehin ein wenig im Hinterkopf. Auch das Klavier denken wir sowieso immer als Option mit, weil unser Sänger es spielt.</p>
<p>Manchmal ergibt es sich aber auch spontan wie im Fall des Hackbretts oder wenn im Verlauf der Songentwicklung der Text in eine Richtung geht, in der es sich atmosphärisch anbietet. Bei „Dornbusch“ mit seinem maritimen Thema beispielsweise bot sich die Ziehharmonika an, welche die Atmosphäre weiter untermauert.</p>
<p>Ich finde aber wichtig, dass man so etwas von Anfang an mitdenkt und nicht etwa erst ein Album schreibt und dann auf irgendwelche Sounddatenbanken zurückgreift, weil man im Nachhinein noch den Entschluss fasst, es solle orchestral klingen. Auf „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ sind alle Instrumente tatsächlich von Menschen eingespielt. Mir ist es wichtig, dass solche Instrumente am Ende auch echt sind.</p>
<p><strong>Es war also noch nicht der Fall, dass man direkt vom Instrument her denkt? Also beispielsweise die Mundharmonika als Ausgangspunkt nimmt, weil man die Klangfarbe gerne auf dem Album hätte.</strong></p>
<p>(überlegt) Ich denke gerade darüber nach, aber ich denke nicht. Es wäre auch schwierig, weil man dann den ganzen Song so schreiben müsste, dass in diesem Fall eine Mundharmonika genau reinpasst. Vielleicht würde sich dann sogar ergeben, dass ein anderes Instrument an der Stelle viel geiler wäre, man sich aber vorab zu sehr auf die Mundharmonika eingeschossen hat.</p>
<p>Ich glaube, man darf sich nicht zu früh und nicht zu starr festlegen, sondern muss die Atmosphäre im Kopf behalten und sich überlegen, wo der Song hingehen soll. Was will man am Ende damit ausdrücken? Von da an ist es ein Herantasten, mit welchem Instrument man das am besten einfangen kann.</p>
<p>Zusätzlich ist es immer auch eine Frage, was man realisieren kann: Ob man jemanden auftreiben kann, der dieses Instrument spielt. Es war beispielsweise auch nicht so ganz einfach, die Bläser für „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ zusammenzubekommen. Es kostete mich tatsächlich sogar das eine oder andere graue Haar. Wir arbeiteten nämlich erst mit anderen Musiker:innen aus einer Art Orchester, aber sie konnten unsere Vision einfach nicht umsetzen. Das waren beileibe keine schlechten Musiker, verstanden aber einfach das Konzept nicht. Ich war sogar zwischenzeitlich kurz davor alles hinzuschmeißen.</p>
<p>Schlussendlich kamen wir durch Glück und Kontakte an die jetzigen Jungs, die völlig bereit waren, sich auf den Song einzulassen, obwohl sie eigentlich in anderen Genres unterwegs sind. Sie verstanden, dass man die Musik trotzdem ernstnehmen muss, um sie umsetzen zu können. Das war dann arbeiten auf einem ganz anderen Level.</p>
<h2>&#8222;[&#8230;] die Texte [sind] bei uns weit mehr als bloße Grundlage dafür, dass jemand schreien kann.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_321526" aria-describedby="caption-attachment-321526" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Kar.jpg" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Kar.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321526 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Kar.jpg" alt="" width="1000" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Kar.jpg 1000w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Kar-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Kar-150x150.jpg 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-band-2023-Kar-380x380.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption id="caption-attachment-321526" class="wp-caption-text">Ex-NEBELKRÄHE-Bassist Kar steuerte auch Texte für &#8222;ephemer&#8220; bei.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Das Ergebnis spricht dann auch für sich. Du hast „Kranichträume“ bereits erwähnt. Beim Lesen des Textes habe ich mir gedacht, dass er auch alleine für sich als Gedicht stehen könnte. Ist es bei euch auch mal so, dass der Text sogar vor der Musik kommt?</strong></p>
<p>(überlegt) Auch da muss ich kurz nachdenken, weil es zum Teil schon so lange zurückliegt und ich dir keinen Quatsch erzählen will. Ich würde sagen ja und nein. Einige Texte sind von mir und die anderen von unserem ehemaligen Bassisten [Kar – Anm. d. Verf.].</p>
<p>Oft sind die Texte schon für sich genommen entstanden. Man hat zunächst ein Thema, über das man schreibt, bis zu einem gewissen Zeitpunkt dann die Musik dazukommt. Das kann auch ganz früh sein, wenn man beispielsweise nur ein paar Riffs hat. Manchmal ist auch beides individuell entstanden: Man hat einen fertigen Text und einen eigentlich fertig geschriebenen Song. Um das unter einen Hut zu kriegen, muss man dann natürlich beides nochmal angehen. Teilweise sind natürlich auch Texte auf die Musik geschrieben.</p>
<p>Schlussendlich haben wir auch hier kein festgelegtes Konzept. Jeder Ansatz hat seinen Reiz. Du hast ja schon festgestellt, dass die Texte bei uns weit mehr sind als bloße Grundlage dafür, dass jemand schreien kann. Deshalb darf man sich meiner Meinung nach nicht allzu sehr limitieren: Wenn der Text noch eine Strophe braucht, muss man überlegen, ob der Song nicht noch länger werden kann.<br />
Es muss nicht immer nur ein starres Songkonzept sein, in das der Text gezwängt wird.</p>
<p>Dementsprechend haben wir alles davon ausprobiert und gemacht. Die Vorgehensweise hängt immer vom jeweiligen Thema, Text und was du musikalisch aussagen willst ab.</p>
<p><strong>Ich finde es interessant, dass ihr da recht offen an die Sache herangeht, weil es ja auch einige Bands gibt, wo die Musik immer zuerst steht und der Text erst im Anschluss geschrieben wird.</strong></p>
<p>Ja, das ist sicherlich der „Standard“. Du schreibst deine Songs und dann bekommt sie der Sänger, der irgendetwas darauf texten soll. Wenn du das wirklich so – ich möchte fast sagen – plump machst, verschenkst du die Möglichkeit, dass du musikalisch auf den Text eingehst. Du kannst dann immer nur in eine Richtung denken: Jetzt kommt ein ruhiger Part, also muss die Stimmung im Text dazu passen. Aber manchmal hast du eine viel bessere Dramaturgie im Text selbst, wo du dann weißt, dass es eigentlich rabiat werden müsste. Also warum nicht den Song so schreiben, dass an dieser Stelle der Einsatz knallt?</p>
<p>Das steht bei uns immer ganz oben, egal in welcher Reihenfolge wir etwas schreiben: Der Song muss an jeder Stelle die Atmosphäre vermitteln, die der Text zu diesem Zeitpunkt hat. Wenn der Text gerade aggressiv ist, muss der Song auch ballern. Wenn er aber getragen, pathetisch oder traurig ist, muss sich das auch in der Musik wiederfinden. Alles andere ist Unsinn. In welcher Reihenfolge man das beim Songschreiben erreicht, ist schlussendlich egal. Ich denke aber, dass es einfacher ist, wenn man in beide Richtungen offen ist.</p>
<p><strong>Das kann man meiner Meinung nach auf „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ auch deutlich hören. Zu „Kranichträume“ habt ihr auf den Färöer-Inseln auch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=P0bTaCd2LFU" target="_blank" rel="noopener">ein Video gedreht (Link zu YouTube)</a>, was zumindest mir auch ein paar nostalgische Erinnerungen entlocken konnte, da ich dort auch schon im Urlaub war. War es eher eine spontane Entscheidung, dort ein bisschen Filmmaterial für ein potenzielles Musikvideo zu drehen oder war das von vornherein das Ziel?</strong></p>
<p>Natürlich nimmt man das Bühnenoutfit nicht spontan in den Urlaub mit. Wir hatten die Idee schon im Hinterkopf, aber es war letztendlich ziemlich ungerichtet. Wenn man schon mal dort ist und einen Song hat, wozu die Bilder passen würden, dann überlegt man schon, was man daraus machen kann. Aber es ist weit weg von jeder Professionalität und ein ganz anderes Level als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CcE9LKev9S4" target="_blank" rel="noopener">das Video zur zweiten Single „Nielandsmann“ (Link zu YouTube)</a>. Ich denke aber, dass es nichtsdestoweniger die Stimmung des Songs gut einfängt.</p>
<p>Grundsätzlich geht es in dem Video mehr um die Atmosphäre als um Storytelling. Es ist nicht mit dem allergrößten Aufwand und zudem mit wenig Erfahrung gedreht, was man sicherlich auch sieht.</p>
<p><strong>Ich finde gar nicht, dass man sich dafür rechtfertigen muss! Es ist ein schöner, atmosphärischer Clip, der zum Song passt. Die Färöer eignen sich dafür auch perfekt.</strong></p>
<p>Ja, auf jeden Fall!</p>
<p><strong>Hast du denn auch irgendwelche Tipps, was man dort unbedingt gesehen oder gemacht haben muss?</strong></p>
<p>Einfach mit offenen Augen herumfahren, weil es dort eigentlich immer in irgendeiner Weise spektakulär und schön ist &#8211; nicht nur bei den Touri-Spots. Wobei die kleine Insel Mykines mit der Papageientaucherkolonie ein ganz besonderes Erlebnis war. Das kann ich jedem nur empfehlen, der sich ein wenig für Natur…oder Seevögel interessiert. (beide lachen)</p>
<h2>&#8222;Dieses Foto riss mich atmosphärisch [&#8230;] so mit, dass mir sofort klar war, dass es das perfekte Cover für &#8218;ephemer&#8216; sein würde.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_311387" aria-describedby="caption-attachment-311387" style="width: 1080px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer.jpg" data-lbwps-width="1080" data-lbwps-height="1080" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-311387 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer.jpg" alt="" width="1080" height="1080" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-ephemer.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></a><figcaption id="caption-attachment-311387" class="wp-caption-text">&#8222;ephemer&#8220;-Cover &#8211; Fotografie von Josef Beyer.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Da kann ich nur zustimmen, ein sehr schöner Fleck! Wir haben es vorher schon gehört: Gerade die Ästhetik scheint überhaupt eine wichtige Rolle für die Band zu spielen. Dezent gehaltenes Corpsepaint, überlegte Outfits, die zwischen Nostalgie und Tradition sitzen, und nicht zuletzt die immer wiederkehrenden Seifenblasen als Sinnbild für „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“. Wie wichtig ist das richtige Auftreten für <a href="https://vampster.com/bands/nebelkraehe/">NEBELKRÄHE</a>?</strong></p>
<p>Im Endeffekt hast du es schon selbst beantwortet: Es ist definitiv extrem wichtig und meiner Meinung nach nicht nur für uns. Eigentlich verschenkt jede Band Potenzial, wenn sie das nicht tut.<br />
Ich meine damit nicht, dass man das immer auf einem Showlevel betreiben muss oder perfekt bis ins letzte Detail ausstaffiert sein muss – obwohl das auch schön sein kann. Ich finde, man sollte aber immer über das große Ganze nachdenken, zumindest wenn man atmosphärische Musik macht.<br />
Klar, als Thrash oder Death Metal-Band gehst du in Jeans und dem Bandshirt, das du gerade trägst, auf die Bühne und rockst. Das ist auch cool und vollkommen okay! Trotzdem gibt es meiner Meinung nach auch in dem Bereich Bands, wo es mit dem entsprechenden Auftreten noch einmal einen Zacken cooler wäre – gerade, wenn die Formation ein gewisses Konzept hat, das man auf diese Weise auch optisch zum Ausdruck bringen könnte.</p>
<p>Gerade im Black Metal kommt es häufig vor, dass sich Bands Gedanken darüber machen. Das kann man dann teils übertrieben finden oder genau richtig – wie weit das gehen soll, ist immer eine persönliche Entscheidung. Dass sich eine Band überhaupt sichtbar Gedanken darüber gemacht hat, finde ich aber enorm wichtig.</p>
<p>Im Kontext dieses Albums war mir wichtig, dass alles zusammenpasst. Dass eben die Seifenblasen, die du schon angesprochen hast, nicht nur im Cover vorkommen, wo die Idee tatsächlich herkommt. Das Foto war quasi die Inspiration. Wir wollten das Motiv dann auch auf den Bandfotos und im Layout inklusive Vinylfarbe wiederfinden. Nur auf diese Weise bekommt man ein allumfassendes Konzept auf allen Ebenen ausgedrückt.</p>
<p><strong>Dann hat euch also die Fotografie zur Idee mit den Seifenblasen geführt. Ich habe mich schon gefragt, was zuerst da war: die Seifenblasen als Sinnbild oder eben das Foto.</strong></p>
<p>Die Fotografie war ein „Zufallsfund“ sozusagen. Der Fotograf ist ein guter Freund von mir und dieses Bild tauchte eines Tages in meiner Facebook-Timeline auf. Ich weiß gar nicht mehr, ob es eine oder zwei Minuten dauerte, bis ich ihn anschrieb und ihn fragte, ob er mir dieses Foto reservieren kann. (lacht)</p>
<p>Das ist auch schon viele, viele Jahre her und er stellte das Ganze trotzdem nie in Frage. Das hat mich sehr gefreut, weil die beiden Fotos – auf der Rückseite ist ein weiteres zu sehen &#8211; sicherlich auch anderweitig hätten Verwendung finden können. Dieses Foto riss mich atmosphärisch in dieser Sekunde so mit, dass mir sofort klar war, dass es das perfekte Cover für „<a href="https://vampster.com/cd-reviews/nebelkraehe-ephemer/">ephemer</a>“ sein würde. Dabei existierte das Album zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in vollem Umfang.</p>
<p>Darüber hinaus hat uns die Aufnahme auch wahnsinnig inspiriert: Der Text des Titelstücks dreht sich um dieses Bild und drückt ein Szenario aus, das dieses Motiv für mich abbilden könnte. Es ist bestimmt nicht das, was wirklich passiert ist – das war sicherlich ein lustiger Nachmittag in Portugal. Aber wenn man ein wenig an den Farben spielt, kann es auch ganz andere Gefühle wecken. Man sieht dort diese Vergänglichkeit des Moments. Die Grenzen, welche Emotionen das Bild transportiert, sind hier fließend. Das fand ich wahnsinnig faszinierend.</p>
<p>Darüber hat dann alles andere zueinandergefunden. Die exakte Reihenfolge, in der alles an seinen Platz fiel, kann ich zwar nicht mehr rekonstruieren, aber als das Bild da war, merkten wir, dass die Texte ebenfalls alle in eine ähnliche Richtung gingen. Durch ein Brainstorming kamen wir dann zum Albumtitel, es folgte der Text zum Titelstück und auf diese Weise hat sich im Entstehungsprozess alles miteinander verzahnt.</p>
<p><strong>Für mich ist das spannend zu hören, wie sich dann doch alles Stück für Stück ineinanderfügt. Es zeigt auch, wie viele Gedanken ihr euch darüber macht. Du hast vorhin auch erwähnt, dass du in mancher Hinsicht ein „Kontrollfreak“ und „Perfektionist“ bist. Wie viel Zeit geht denn für die letzten zehn Prozent drauf, damit ihr zufrieden seid?</strong></p>
<p>(lacht) Das geht ja schon vor den letzten zehn Prozent los! (beide lachen) Es gibt ja Menschen, die in zwei Wochen ein Album schreiben und dann zufrieden sind – oder eben im festen Zwei-Jahres-Rhythmus. Ich würde das nervlich gar nicht durchstehen, weil ich teilweise über Tage oder Wochen an einzelnen Takten hänge und massiv frustriert bin, weil etwa der Übergang nicht funktioniert oder die Atmosphäre noch nicht dem entspricht, was ich mir vorgestellt habe.</p>
<p>Für mich ist Songwriting teilweise ein extrem zehrender Trial-and-Error-Prozess, bei dem ich lange dasitze und Noten durch die Gegend schiebe – sei es mit Gitarre in der Hand oder am Rechner. Das geht dann so lange, bis das Ergebnis exakt passt &#8211; nur weiß ich oft vorher nicht, was am Ende genau dastehen soll. Es endet dann oft in einem munteren Ratespiel und Rumprobieren. Songwriting ist nichts, was ich mal eben nebenher mache oder was schnell gehen muss. Dementsprechend sind bereits die ersten 90% enorm viel Arbeit.</p>
<p>Und dann kommen erst diese berüchtigten letzten Prozent, die im Verhältnis natürlich nochmal mehr ausmachen. Das gilt für alles, nicht nur fürs Songwriting: Im Homerecording ohne Supervisor aufzunehmen bedeutet auch, dass du selbst entscheiden musst, wann ein Song fertig ist. Das ist eine Herausforderung, wenn du so akribisch arbeitest, wie ich es tue (lacht). Meine Frau ist zwischendrin fast verrückt geworden, weil ich an manchen Parts Abende lang gesessen bin und teilweise einzelne Tönen feinjustiert habe.</p>
<p>Den Punkt zu finden, an dem man es gut sein lässt, ist also gar nicht so einfach, gerade wenn du niemanden in der Rolle hast, der dir dann einen Riegel vorschiebt. Dann kommen noch die ganzen Zusatzspielereien, die man möglicherweise noch dazu packen könnte. Im Studio beim Sound ist es dann das Gleiche. Die zehn Jahre Entstehungszeit kommen schon auch nicht von ungefähr. (beide lachen)</p>
<p>Es steckt definitiv in allem viel Arbeit. Was glaubst du, wie oft bei den Texten einzelne Wörter herumgeschoben wurden, nur um am nächsten Tag wieder alles rückgängig zu machen?</p>
<p>Ich glaube aber, das Resultat ist es dann auch wert. Manchmal denke ich mir, wenn mehr Bands auf diese Weise arbeiten würden, hätten wir vielleicht insgesamt weniger, aber dafür bessere Musik. Ohne natürlich irgendwem etwas unterstellen zu wollen, kommt es mir so vor, als ob manche professionelle Band oft aus finanziellen Zwängen einfach regelmäßig ein Album veröffentlicht, obwohl es das vielleicht gar nicht gebraucht hätte.</p>
<h2>&#8222;Ich würde dieses Album wirklich sehr gerne live präsentieren [&#8230;]&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_321525" aria-describedby="caption-attachment-321525" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-.jpg" data-lbwps-width="1000" data-lbwps-height="714" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg--380x271.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321525 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-.jpg" alt="" width="1000" height="714" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-.jpg 1000w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg--800x571.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg--380x271.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><figcaption id="caption-attachment-321525" class="wp-caption-text">NEBELKRÄHE live: Gitarrist Morg und Sänger umbrA (v.r.n.l.) &#8211; Foto: Afra Gethöffer-Grütz</figcaption></figure></p>
<p><strong>Oder eben einfach nur aus Gründen der geistigen Gesundheit, was ich gerade so höre (beide lachen). Aber jetzt wo alles fertig ist, fühlt es sich ja sicher befreiend an und das neue Material will natürlich auch live gespielt werden. Ihr habt am 29. Dezember 2023 im Backstage in München ein Release-Konzert geplant. Darf man etwas Besonderes erwarten? Wird man bei dem Anlass beispielsweise auch das eine oder andere zusätzliche Instrument live hören können? <a href="https://vampster.com/bands/disillusion/">DISILLUSION</a> machen das ja beispielsweise manchmal mit Cello und Horn.</strong></p>
<p>Allein, dass es unsere erste Show seit sechs Jahren ist, dürfte spannend genug sein (lacht). Genau aus diesem Grund halten wir es basal. Wir haben ein über einstündiges Set einstudiert und mit zusätzlichen Gästen wäre das schlicht zu aufwändig und komplex.</p>
<p>In der Vergangenheit haben wir tatsächlich schon mal live mit Cello oder zusätzlichem weiblichen Gesang gearbeitet, aber diese „unbekannte Komponente“ bedeutet zugleich immer noch ein zusätzliches Stresslevel. Ehrlich gesagt will ich im Rahmen dieser Show auch niemanden auf der Bühne haben, der nicht zur Band gehört.</p>
<p>Schlussendlich sind alle Songs so geschrieben, dass sie auch ohne diese Elemente funktionieren. Einzig bei „Nielandsmann“ werden wir aller Voraussicht nach mit einem Backing Track arbeiten, weil die Bläser für den Song wichtig sind. Im Großen und Ganzen finde ich es aber total dämlich, wenn du jeden Song nur mit Click spielen kannst, weil irgendwo noch eine Fanfare kommt, die genau an dieser einen Stelle sein muss. Dementsprechend achten wir beim Songwriting bereits darauf, dass man die Stücke zu fünft live umsetzen kann.</p>
<p>Alles andere ist die Spielerei fürs Album und hat live nicht notwendigerweise etwas verloren. Weder durch zusätzliche Instrumentierung auf der Bühne, weil das oft nicht so cool wird, wie man es sich im Kopf ausgemalt hat, noch mit überflüssig vielen Backing Tracks. Das hat dann mit Metal auch nicht mehr viel zu tun.</p>
<p><strong>…und am Ende kannst du nicht auftreten, weil der Laptop nicht funktioniert.</strong></p>
<p>Genau sowas, ja! Oder die Pausen zwischen den Songs sind fest durchgetaktet, weil du einen einzigen Track laufen lässt – das habe ich auch neulich gesehen.</p>
<p><strong>Aber du hast schon Recht: Warum sich nicht erstmal langsam wieder reintasten. Sind denn für 2024 noch mehr Konzerte in Aussicht?</strong></p>
<p>Ich wünschte, es wäre so. (lacht) Ich weiß nicht, ob es mir nur so vorkommt, aber gefühlt ist es wahnsinnig viel schwieriger geworden, an Konzerte zu kommen. Seit der Pandemie ist, wie wir wissen, alles teurer geworden: Produktionskosten, Hallenmieten usw.</p>
<p>Viele Shows selbst veranstalten kommt auf unserem Level somit aktuell nicht in Frage, da wir nicht jeden Abend das Risiko eingehen können, vierstellige Beträge zu investieren und dann auf Zuschauer:innen zu hoffen. Du siehst nach wie vor bei Underground- und mittelgroßen Bands, dass Shows aufgrund schwacher Vorverkaufszahlen abgesagt werden. Solange man sich nicht auf vernünftige Zahlen im Vorverkauf verlassen kann, kann man solche Dinge einfach nicht durchziehen.<br />
Alles, was über Selbstveranstalten hinausgeht, ist – so blöd es klingt &#8211; ein großer „Konkurrenzkampf“, weil das Angebot nicht da ist. Gefühlt sind gerade diese kleineren Events am Abend weggebrochen. Es gibt nach wie vor die großen Festivals und die mehrtägigen Indoor-Festivals, aber dafür braucht man einen gewissen Bekanntheitsgrad. Nach zehn Jahren seit dem letzten Album fangen wir aber wieder bei null an – da brauchen wir gar nicht diskutieren.</p>
<p>Was verschwunden ist, sind die Leute, die einfach aus persönlichem Antrieb oder Lust an der Sache Shows veranstalten, indem sie drei bis vier Bands buchen, die sie selbst gut finden. Viele unserer Konzerte in der Vergangenheit basierten auf diesem Konzept und scheinbar gibt es das aktuell nicht mehr. Ob das an den Clubs selbst liegt oder dass diese Leute ihrerseits das finanzielle Risko nicht mehr eingehen können, kann ich nicht sagen. Es ist jedenfalls wahnsinnig schwierig geworden.</p>
<p>Deshalb haben wir außer dieser einen Show aktuell nichts in Aussicht. Wer uns live sehen will, muss also entweder im Dezember nach München kommen oder jemanden dazu bewegen, uns zu buchen. Wir sind für alles zu haben! (lacht) Ich würde dieses Album wirklich sehr gerne live präsentieren, auch weil man die Leute auf diese Weise direkt erreicht und mit ihnen sprechen kann. Ich schätze das auch sehr! Ich selbst bin aber leider einfach keine Booking Agentur und habe nicht die Zeit, mich um all die Organisation selbst zu kümmern. Das ist traurig, aber wahr.</p>
<h2>&#8222;Hinter dem Ganzen steckt auch im Underground und gerade für kleine Bands enorm viel Kohle.&#8220;</h2>
<p><figure id="attachment_321529" aria-describedby="caption-attachment-321529" style="width: 714px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-01.jpg" data-lbwps-width="714" data-lbwps-height="1000" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-01.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-321529 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-01.jpg" alt="" width="714" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-01.jpg 714w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-01-571x800.jpg 571w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Nebelkraehe-interview-2023-live-Morg-01-380x532.jpg 380w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></a><figcaption id="caption-attachment-321529" class="wp-caption-text">NEBELKRÄHE live: Gitarrist Morg &#8211; Foto: Afra Gethöffer-Grütz</figcaption></figure></p>
<p><strong>…und auch absolut verständlich! Drücken wir mal die Daumen, dass sich mit dem Album-Release auch in der Hinsicht was tut. Wir haben es fast geschafft, es gibt nur eine Frage, die ich noch stellen muss, damit mir die Redaktion nicht den Kopf abreißt: Was ist dein Lieblingsdinosaurier?</strong></p>
<p>(lacht) Als Vertreter von <a href="https://vampster.com/bands/nebelkraehe/">NEBELKRÄHE</a> muss ich da ja eigentlich schon den Archaeopteryx nennen: Einfach mal Federn erfinden, wie cool ist das denn?</p>
<p><strong>(lacht) Also selbst hier bleibst du dem Bandkonzept treu! Morg, vielen Dank für deine Zeit und die ausführlichen Antworten. Wie immer gehören die letzten Worte natürlich dir!</strong></p>
<p>Ich habe das schon mehrfach so gehandhabt und werde auch diesmal wieder einen flammenden Appell für den Underground halten. Es ist ungemein wichtig, dass die Leute auch auf kleine Shows gehen oder ab und zu mal eine CD, Vinyl oder ein Shirt kaufen. Selbst wenn man sonst nur streamt: Macht das bei <a href="https://vampster.com/bands/iron-maiden/">IRON MAIDEN</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/metallica/">METALLICA</a>, aber wenn man weiter kleine Bands sehen will, muss man ihnen auch Geld zukommen lassen.</p>
<p>Hinter dem Ganzen steckt auch im Underground und gerade für kleine Bands enorm viel Kohle. Wenn aber gar nichts zurückkommt, überlegt man es sich am Ende doch zweimal. Das ist jetzt nicht rein auf uns bezogen, sondern es wäre generell schade, wenn wir zu einem Punkt kämen, an dem nur noch irgendwelche rich kids mit reichen Eltern Metal machen könnten, indem sie sich in Shows einkaufen und mit teuren Produzenten zusammenarbeiten.</p>
<p>Es geht gar nicht darum, jede Menge Kohle zu verdienen, sondern zumindest einen Bruchteil der Investition zurückzubekommen, um sie in das nächste Projekt zu stecken. Über Streaming kommt eben nichts bei den Künstlern an.</p>
<p>So sehr ich es eigentlich hasse, am Ende über Geld zu reden, ist es mir einfach ein Anliegen, dass die Leute darüber nachdenken. Alles kostet viel Geld: In Vinyl, CDs und auch der Musik an sich stecken tausende Euro. Wenn wir wollen, dass es irgendwann auch weiterhin große Bands gibt, müssen wir auch die kleinen supporten, weil die Großen auch alle mal klein waren. Das klingt total platt, ist aber einfach so.</p>
<p>Wenn am Ende kein Geld zurückfließt, wird ganz viel wegbrechen, da alles teurer wird: die Proberäume, das Equipment, die Produktion, Gigs. Es wäre extrem schade, wenn das alles nicht mehr existieren würde. Und dann wäre es zu spät.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[NEBELKRÄHE]]></band>
<genres><![CDATA[black metal, AVANTGARDE]]></genres>
<wpid>321440</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>MAYHEM: Ein Kühlschrank wie ein Ofen</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/mayhem-ein-kuehlschrank-wie-ein-ofen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Arlette Huguenin Dumittan]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Oct 2023 04:30:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[MAYHEM]]></category>
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					<description><![CDATA[Nächstes Jahr feiert das norwegische Black Metal-Urgestein MAYHEM sein 40-jähriges Bandjubiläum. Zurzeit verströmen die Norweger Live-Atmosphäre in heimischen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Nächstes Jahr feiert das norwegische Black Metal-Urgestein <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a> sein 40-jähriges Bandjubiläum. Zurzeit verströmen die Norweger Live-Atmosphäre in heimischen Schwarzmetallhöhlen mit “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mayhem-daemonic-rites-live-album/">Daemonic Rites</a>” und touren mit <a href="https://vampster.com/bands/cannibal-corpse/">CANNIBAL CORPSE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/gorguts/">GORGUTS</a> und <a href="https://vampster.com/bands/blood-incantation/">BLOOD INCANTATION</a> durch die USA. Irgendwo zwischen Bühne und Tourbus findet Gitarrist Ghul (SHINING) Zeit, ein paar Fragen zum Drumherum von “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mayhem-daemonic-rites-live-album/">Daemonic Rites</a>” zu beantworten.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p><b>Euer neuestes Live-Album “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mayhem-daemon/">Daemonic Rites</a>” besticht durch seine Transparenz und Wucht. Was hat euch 2022 dazu motiviert, wieder ein Live-Album aufzunehmen?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Wir wollten <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a> in der Ära 2022 einfangen. Wir haben als Band lange an der Setliste und an dieser Show gearbeitet &#8211; bis wir das Gefühl hatten, es sei eine perfekt balancierte Erfahrung. Es war uns wichtig, dies zu verewigen mit einem Live-Album.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>&#8222;Wir spielten direkt am Strand&#8220;</h2>
<p><b>Gibt es eine spezielle Anekdote bezüglich der 2022-Gigs?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Das erste, was mir da einfällt, ist diese Show, die wir in Brasilien gespielt haben &#8211; direkt am Strand! Eine merkwürdige Location für uns, aber irgendwie hat es dennoch funktioniert. Oder unser Gig am <a href="https://vampster.com/bands/hellfest/">HELLFEST</a>, wo es so heiß war, dass der Kühlschrank in der Umkleide wie ein Ofen agierte und unsere Drinks fast zum Kochen gebracht hat! Natürlich gab es auch eindrückliche Geschehnisse aus dieser Zeit &#8211; etwa unser Auftritt am BEYOND THE GATES in Bergen. Das war eine Riesensache, weil wir zusammen mit <a href="https://vampster.com/bands/emperor/">EMPEROR</a> und <a href="https://vampster.com/bands/enslaved/">ENSLAVED</a> im Grieghallen spielten. Das fühlte sich durch und durch legendär an und es wird wohl nie mehr geschehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Ihr seid ja für euer “Kult”-Live-Album “Live in Leipzig” berühmt und berüchtigt. Wenn du an die Live-Alben <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a>s denkst: Welches ist dein Favorit und warum?</b></p>
<p>Ich würde für mich sagen, dass ich keinen Favoriten habe. Es ist einfach gut, dass man diese Augenblicke <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a>s zu genau diesem jeweiligen Zeitpunkt verewigt hat. Gerade bei <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a> ist das wichtig, wir hatten verschiedene Line Ups und die verschiedenen Zeitpunkte unterscheiden sich voneinander. Außerdem sind <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a> vor allem eine Live-Band.</p>
<h2>&#8222;Videoaufnahmen killen die Spontaneität&#8220;</h2>
<p><b>Letzteres sieht man ja auch in euren Shows, <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a> sind ja visuell stets intensiv. Plant ihr auch noch eine DVD-Veröffentlichung für “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/mayhem-daemonic-rites-live-album/">Daemonic Rites</a>”, damit der visuelle Aspekt ebenfalls zum Zug kommt?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Leider haben wir dafür nicht genügend Videomaterial. Videoaufnahmen sind ja sowieso schon unsäglich viel komplexer als Audiomitschnitte. Die Spontaneität geht flöten, man muss Videoaufnahmen weit im Voraus planen und an spezifische Locations anpassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Haben die Live-Alben anderer Bands euch auf irgendeine Weise inspiriert? Und welches ist dein persönliches Lieblings-Live-Album?</b></p>
<p>Ich war schon immer ein großer Fan des “101% proof”-Albums von <a href="https://vampster.com/bands/pantera/">PANTERA</a> &#8211; einfach weil man so gut hören konnte, wie unglaublich gut sie zusammen spielten und wie sie gleichzeitig locker und frei sein konnten, aber dennoch tight zusammen spielten. Es braucht ganz viel persönliche Musikalität, aber auch Harmonie in einer Band, um das so zu können. Ein weiterer Favorit von mir ist “Empyreal Live Ceremony” von <a href="https://vampster.com/bands/emperor/">EMPEROR</a>, zum Teil auch, weil ich selber bei der Show dabei war.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>&#8222;Ich bin besessen von John Williams&#8220;</h2>
<p><b>Wenn du nicht auf der Bühne bist, sondern selber im Publikum: Was macht ein Konzert großartig für dich? Da du so viel Live-Erfahrung hast: Kannst du ein Konzert als Zuschauer überhaupt noch einfach genießen?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Ehrlich gesagt bin ich extrem selten im Publikum heutzutage. Aber ja, hier und da geschieht es doch und ich genieße es. Als wir am BEYOND THE GATES spielten, schaute ich mir <a href="https://vampster.com/bands/emperor/">EMPEROR</a> und <a href="https://vampster.com/bands/enslaved/">ENSLAVED</a> an, einfach weil ich schon immer ein großer Fan von ihnen war. Außerdem ging ich “Star Wars &#8211; A New Hope” anschauen. Der gesamte John Williams-Soundtrack wurde von einem Orchester gespielt in Amsterdam &#8211; während man den Film ansah. Das war großartig für mich, weil ich besessen von John Williams Musik bin und das Ganze so live zu erleben, war für mich als Fan und Interessierter von Komposition / Orchestrierung unvergesslich.</p>
<p><b>Wechseln wir die Perspektive: Gibt es eine Location, an der du noch nicht gespielt hast, an der du jedoch gerne auftreten würdest?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Die meisten großen Venues, die bei mir auf der Wunschliste standen, konnte ich abhaken. Ich denke, für mich ginge es heute eher darum, an ungewöhnlichen oder außergewöhnlichen Locations zu spielen, z.B. in Schlössern oder an speziellen Orten in der Natur.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>&#8222;Die gestiegenen Touring-Kosten killen uns&#8220;</h2>
<p><b>Momentan tourt ihr durch die USA mit <a href="https://vampster.com/bands/cannibal-corpse/">CANNIBAL CORPSE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/gorguts/">GORGUTS</a> und <a href="https://vampster.com/bands/blood-incantation/">BLOOD INCANTATION</a>. Wie läufts?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Es geht ganz wunderbar, die anderen Bands sind sehr professionell und die Fans zeigen viel Einsatz und sind engagiert. Es ist schön zu sehen, wie die Black- und Death Metal-Szenen zusammen kommen und zusammen eine gute Zeit haben.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Überall steigen ja die Kosten, auch im Touring-Bereich. Wie siehts aus für <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a>?</b></p>
<p>Auf uns hat es ebenfalls große Auswirkungen, genau wie auf die anderen Bands. Die Ausgaben killen uns. Es wird schwieriger und schwieriger, auf Tour zu gehen. Es muss sich vieles ändern in der Musikindustrie &#8211; sonst stirbt sie.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Nächstes Jahr ist das 40jährige Jubiläum <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a>s. Habt ihr da schon Pläne für spezielle Live-Events?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Ja, wir arbeiten daran, aber konkret ist außer dem Auftritt am <a href="https://vampster.com/bands/wacken-open-air/">WACKEN FESTIVAL</a> noch nichts.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[MAYHEM]]></band>
<genres><![CDATA[black metal]]></genres>
<wpid>318049</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>SACRED OUTCRY: Lasst mich euch die Geschichte der Sacred Chronicles erzählen!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/sacred-outcry-lasst-mich-euch-die-geschichte-der-sacred-chronicles-erzaehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2023 04:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[SACRED OUTCRY]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=316919</guid>

					<description><![CDATA[Die Fertigstellung und Veröffentlichung ihres Debütalbums “Damned For All Time” war eine regelrechte Odyssee für die griechische Epic&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Fertigstellung und Veröffentlichung ihres Debütalbums “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” war eine regelrechte Odyssee für die griechische Epic Metal-Band <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a>. Mit dem Nachfolger “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>” ging es dann deutlich schneller, was aber nicht zu Lasten der Qualität ging. Im Gegenteil, mit “Towers Of Gold” haben sich SACRED OUTCRY einen Platz in meiner Jahres Top 3 gesichert. Ich nutzte die Gelegenheit, dem Bandkopf und letztem verbliebenen Gründungsmitglied George Apalodimas einen ausschweifenden Fragenkatalog zu schicken. </strong></p>
<p><strong>Hi George! Wie geht es dir und was ist gerade bei <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a> los?</strong></p>
<p>Hi Daniel, danke für dein Interesse! Hier ist alles gut, ich bin gerade aus meinem Sommer-Urlaub zurückgekommen und passe mich gerade wieder so langsam an. Bei SACRED OUTCRY ist momentan eine Menge los, aber das aufregendste sind einige frühe Songwriting-Ideen für das nächste Album, welches in einigen Monaten unser Fokus sein wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-316932" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1566" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-800x490.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-1200x734.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-380x233.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<p><strong>Herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung von &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>&#8222;. Ich finde das Album fantastisch, noch besser als euer Debüt &#8222;Damned For All Time&#8220;.</strong></p>
<p>Vielen Dank, wir sind sehr stolz auf das Album und das Feedback, welches wir bekommen, ist absolut wahnsinnig. Ich kann meine Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die Zeit mit &#8222;Towers Of Gold&#8220; verbracht haben, gar nicht ausdrücken, ihr sollt nur wissen, dass ich versuche, jeden Kommentar, jede Nachricht und jedes Feedback zu lesen und es bewegt mich wirklich. Mal schauen, was als nächstes kommt!</p>
<p><strong>Es hat fast zwei Dekaden gedauert, euer erstes Album fertig zu bekommen und zu veröffentlichen. Was ist in all den Jahren passiert? Warum habt Ihr so lange gebraucht?</strong></p>
<p>Nach unserer Auflösung war die Band eine lange Zeit inaktiv, die meiste Zeit haben wir also damit verbracht, in anderen Bands zu spielen und anderen Projekten nachzugehen. Um 2015 rum haben wir uns dann langsam dazu entschlossen, “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” wieder neu aufzunehmen. Danach war es eher ein Timing-Problem, die richtige Stimme für das Album zu finden, alles nach unseren besten Möglichkeiten aufzunehmen und die orchestralen Parts zu komponieren, welche wir im Vergleich zur 2003er Version hinzugefügt wurden.</p>
<p>Wir haben viele längere Pausen gemacht, da wir keinen Zeitdruck hatten, was geholfen hat, sicherzustellen, dass wir möglichst nahe an die ursprüngliche Vision heran kommen. Dann ging es an Mix, Mastering und darum, den richtigen Platz im Veröffentlichungsplan von <strong>No Remorse Records</strong> zu finden. So haben sich die Verschiebungen ganz schön angehäuft. Wir haben unser Zeitmanagement bei “Towers Of Gold” allerdings deutlich verbessert, ha ha!</p>
<h2>&#8222;Als wäre ein Traum wahr geworden&#8220; &#8211; George Apalodimas über die Veröffentlichung von &#8222;Damned For All Time&#8220;</h2>
<p><strong>Wie haben du und der Rest des alten Line-Ups dich gefühlt, als im September 2020 “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” endlich draußen war?</strong></p>
<p>Für mich war es verrückt, als wäre ein Traum wahr geworden. Wir reden hier über ein Album, welches ich tausende Male gehört habe, bevor die Öffentlichkeit überhaupt wusste, dass es existiert. Einen Sänger wie Yannis an Bord zu haben und die Songs in ihrer vollständigen Version zu hören, war ein unglaubliches Gefühl und ich halte dieses Album sehr nah an meinem Herzen. Es ist ein Begleiter eines Lebensabschnitts. Die anderen empfinden mehr oder weniger ähnlich, auch wenn einige nicht ganz so begeistert waren. Das ursprüngliche “Damned For All Time” war eine echte Teamleistung in Sachen Songwriting, man sollte also davon ausgehen, dass alle das gleiche Gefühl der Erfüllung hatten, als wir es geschafft hatten, das Album zu veröffentlichen. Aber das hat leider nicht jede so gesehen.</p>
<p><strong>Es gibt ja auch eine Demo-Version des Albums. Wie sehr unterscheidet sich diese von der 2020er Version? Gibt es die Möglichkeit, diese Version noch zu hören?</strong></p>
<p>Das Album ist praktisch identisch, nur deutlich schlechter ha ha. Nein, ernsthaft, die 2020er Version ist ausgereifter, durch den Gesang von Yannis und das “Orchester”, welches zur Band spielt, ist sie deutlich überlegen. Davon abgesehen gab es ein paar kleinere Änderungen an den Texten, abgesehen von “Sacred Outcry”, welches ursprünglich geschrieben wurde, als ich ungefähr 15 war und so natürlich textlich überarbeitet werden musste.</p>
<p>Wir haben aber versucht, die Änderungen so gering wie möglich zu halten, da der Sinn des Ganzen ja war, das zu veröffentlichen, was wir damals erschaffen haben. Ich habe die Originaldateien noch irgendwo, es wäre schön sie abmischen und einer zukünftigen Veröffentlichung als Bonus beizufügen oder sie umsonst auf bandcamp zu veröffentlichen, wir werden sehen. Oh, und die Orignalversion wurde in Standard E-Tuning aufgenommen, in der neuen Version haben wir einen Halbton tiefer gestimmt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-216239" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><strong>Nach der Veröffentlichung von “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” hat sich die Besetzung von <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a> komplett geändert, du bist der einzige, der vom alten Line-Up noch übrig ist. Warum haben die anderen Musiker die Band verlassen?</strong></p>
<p>Menschen entwickeln sich und manchmal entwickeln sie sich auseinander, das ist nur natürlich. Nach der Veröffentlichung unseres Debütalbums hatten wir ein langes Gespräch mit den Jungs, aber es wurde schnell klar, dass es unterschiedliche Prioritäten und Blickwinkel gab, wie es weitergehen sollte. Wir waren einfach nicht mehr auf Augenhöhe. Einer hat beschlossen komplett aufzuhören, ein anderer wollte nicht mehr Teil der Band sein, wenn die Originalbesetzung nicht mehr intakt wäre.</p>
<p>Ich habe absurd viel Zeit damit verbracht, alles für “Damned For All Time” zu geben und ich verbringe weiterhin viel Zeit mit praktisch allem, was SACRED OUTCRY betrifft. Ich erwarte nicht von jedem, dermaßen irre viel Zeit zu investieren, andererseits habe ich aber auch nicht die Energie, mich mit Kleinigkeiten aufzuhalten, die nichts sind im Vergleich zum großen Ganzen. Und das große Ganze sollte immer die Band und die Musik sein.</p>
<p><strong>Yannis Papadopoulos war ja nur Gastsänger auf “Damned For All Time”. Gab es nie die Option, dass er ein festes Bandmitglied wird?</strong></p>
<p>Nein, nicht wirklich. Yannis ist ein fantastischer Sänger, wahrscheinlich mein Favorit aus dieser Generation und es ist wirklich großartig, mit ihm zu arbeiten. Aber er war von Anfang an sehr ehrlich dahingehend, dass <a href="https://vampster.com/bands/beast-in-black/">BEAST IN BLACK</a> seine einzige Priorität sind. Wir haben ein paar Szenarien durchgespielt, um zu schauen, ob wir es irgendwie möglich machen könnten, aber es ging einfach nicht. Vielleicht können wir ja mal ein geiles Duett machen, wenn er Zeit dafür hat. Er ist hier immer willkommen.</p>
<h2>&#8222;Daniel war immer mein Traumkandidat für die Band&#8220; &#8211; George hält große Stücke auf seinen Sänger</h2>
<p><strong>Wieso war euer Originalsänger Vagelis Spanakis nicht für “Damned For All time” verfügbar?</strong></p>
<p>Vagelis hat nichts mehr mit Musik zu tun, aber ich wollte ihn wirklich auf dem Album haben, weil er einen wichtigen Anteil daran hatte, unseren Sound damals zu entwickeln. Die Akustikgitarren auf “Damned For All Time” sind noch jene, die er 2003 aufgenommen hat, sie fungieren also als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ich habe ihn auch vor “Towers Of Gold” kontaktiert, weil er ein paar Intros komponiert hatte, die ich modifiziert und auf dem Album verwendet habe. Ich wollte wirklich, dass er sie einspielt, aber er war leider nicht verfügbar. Ich denke, er wird immer auf die eine oder andere Art “involviert” sein, ich habe immer noch eine Menge Ideen, die wir zusammen zwischen 2001 und 2003 komponiert haben, einige davon werden vielleicht noch auf einer zukünftigen Veröffentlichung landen.</p>
<p><strong>Euer neuer Sänger ist Daniel Heimann, der einen wirklich großartigen Job gemacht hat. Seine Gesangsleistung ist herausragend! Wie bist du mit ihm in Kontakt gekommen?</strong></p>
<p>Daniel war immer mein Traumkandidat für die Band, sogar damals, als wir diese lange Pause gemacht haben. Ich wollte immer mit ihm arbeiten, weil ich das Gefühl hatte, dass seine Stimme gut zu unserer Musik passen würde. Er hat diese süße Melancholie in seiner Stimme und unsere Musik ist voller Melodien, welche diesen Aspekt weiter verstärken können, ohne dabei etwas von der unglaublichen Kraft zu verlieren, die er in der Stimme hat.</p>
<p>Ich hatte das Glück, mit Yannis für das Debüt arbeiten zu können, daher habe ich Daniel gar nicht erst kontaktiert. Aber als Yannis mir mitteilte, dass er auf dem nächsten Album nicht dabei sein könne, gab es keine andere Option mehr in meinem Kopf. Ich habe Daniel kontaktiert, ihm das ganze Projekt präsentiert und erklärt, weshalb ich ihn für den idealen Kandidaten halte und er war dann ziemlich schnell an Bord.</p>
<p><strong>Ich habe in einem anderen Interview mit dir gelesen, dass du ihn schon für “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” im Hinterkopf hattest. Wieso hat das damals nicht geklappt?</strong></p>
<p>Das lustige ist, dass ich damals 2006 eine Mail an Daniel geschrieben, aber nie abgesendet habe, da ich nichts Vorzeigbares hatte, was ich ihm hätte zeigen können. Nun spulen wir zehn Jahre vor, in die Zeit, als wir das Debüt neu aufgenommen haben &#8211; ich traf Yannis und die Chemie zwischen uns stimmte, so dass es ganz natürlich war, ihn mit ins Boot zu holen. Aber ich wusste ja, dass es für Yannis schwer werden würde, dabei zu bleiben. Und da ich so fest entschlossen war, mit Daniel zusammenzuarbeiten, habe ich ein kleines Runenrätsel im Booklet von &#8222;Damned for All Time&#8220; versteckt. Somit konnte jeder, der sich damit beschäftigt hat, die Geheimnisse des Debüts zu entschlüsseln, eine Ahnung davon bekommen, was auf ihn zukommen würde, ha ha.</p>
<p><strong>Er singt auch bei WARRIOR PATH, einer weiteren griechischen Band. Eigentlich kommt er ja aus Schweden. Lebt er noch dort?</strong></p>
<p>Ich glaube nicht, dass Daniel noch bei WARRIOR PATH ist. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er je ein Bandmitglied im traditionellen Sinne war. Er lebt noch in Schweden, aber er ist ein Profi, die Distanz ist also egal. Es ist allerdings etwas schwieriger, Dinge wie Videoclips oder Fotoshootings zu arrangieren.</p>
<p><strong>Wie ist die Arbeit an den Songs für “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>” gelaufen? Hast du das ganze Songwriting, Arrangement und so weiter alleine gemacht oder haben die anderen Musiker auch etwas beigetragen?</strong></p>
<p>“Towers Of Gold” wurde vollständig geschrieben, nachdem wir die Aufnahmen zu “Damned For All Time” abgeschlossen hatten. Mix und Mastering des Albums haben sehr viel Zeit verschlungen, da wir verschiedene Ansätze ausprobiert haben, bis es dann endlich soweit war. Ich wusste, dass wir mit der Veröffentlichung des Debüts ordentlich Schwung haben würden, fragte also das alte Line Up nach Ideen, damit wir die freie Zeit nutzen könnten, um so langsam mit der Arbeit am Nachfolger zu beginnen. Der erste vollständige Song, den ich geschrieben habe, war “The Sweet Wine Of Betrayal”. Ich teilte ihn mit dem Rest der Jungs, um sie vielleicht dazu zu kriegen, Songs oder Ideen beizusteuern, aber niemand von ihnen schickte mir irgendwas.</p>
<p>Es gab einige Akustik-Passagen und ein paar Riffs aus den frühen Tagen, die ich ausgraben und zu vollständigen Songs entwickeln musste. Ich hab dann einfach weiter gemacht und irgendwann hatte ich genug Material für ein komplettes Album zusammen, noch bevor “Damned For All Time” veröffentlicht war. Also war eigentlich alles fertig, bevor der Line Up-Wechsel stattgefunden hat. Als die neuen Jungs dann an Bord waren, sind wir die Songs durchgegangen und alle haben hervorragende Arbeit dabei abgeliefert, ihnen ihre persönliche Note zu verleihen, sei es durch ihre Art zu spielen oder Vorschläge zu machen, welche die Songs verbessert haben.</p>
<p><strong>Wird die Band immer mehr oder weniger dein Projekt bleiben oder möchtest du eine richtige Band mit gleichwertig beitragenden Musikern?</strong></p>
<p>Meiner Meinung nach gibt es in jeder Band einen, vielleicht zwei Leute, die alle wichtigen Entscheidungen treffen. Das soll nicht schmälern, was irgendjemand beiträgt, aber das Level, auf dem man sich einbringt, ist eine Entscheidung, die jeder selbst trifft. Ich habe eine sehr klare Vorstellung davon, in welche Richtung die Band gehen soll und ich arbeite rund um die Uhr an so ziemlich allem, bin also natürlich auch in so ziemlich jede künstlerische Entscheidung involviert. Es ist schwierig, weil wir nicht proben, um Ideen auszutauschen und spontan etwas zu komponieren. Aber ich fände es großartig, wenn mir jeder seine egal wie verrückten Ideen schickt, um zusammen daran zu arbeiten, denn ich denke, dass wir von anderen Ansätzen profitieren könnten, die sich von meiner üblichen Songwriting-Methode unterscheiden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-317070" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1566" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-800x489.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-1200x734.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-380x232.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<p><strong>So wie ich es verstanden habe, gibt es für die Story auf den Alben ein Konzept, “The Sacred Chronicles”. Kannst du uns etwas mehr darüber erzählen? Hast du die Geschichte komplett alleine geschrieben und weißt du schon wann und wie sie endet?</strong></p>
<p>Das erste Album wurde im Booklet als Nachricht an alle Menschen, die gewartet und die Band mit ihrer Unterstützung und Hingabe geehrt haben, so bezeichnet. Das hat zu einem kleinen Missverständnis geführt, da die Leute dachten, es ginge um ein Konzept, dabei war es nur ein Weg den Menschen, die Zeit mit unserem Album verbracht und uns unterstützt haben, zu danken und mitzuteilen, dass noch mehr von uns kommt.</p>
<p>Der Begriff “Sacred Chronicles&#8220; war eine Zeitlang mal ein potentieller Name für die Band, falls wir uns entschieden hätten, den Namen vor der Veröffentlichung des Debütalbums zu ändern. Das ging auf einen Insider-Witz zurück, den ich mit ein paar Freunden hatte, bevor die Band wieder zusammen gekommen ist. Ich meinte, dass wir irgendwann in der Zukunft aufhören würden (Nachdem wir <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a>s Folge großartiger Alben gebrochen haben) und dann ein alter Mann die Geschichte unserer Band erzählen würde, wie im Intro von “Conan der Barbar”: “Lasst mich von den Tagen großer Abenteuer erzählen!&#8220; “Lasst mich euch die Geschichte der “Sacred Chronicles” erzählen!”</p>
<p><strong>Was ist für dich schwieriger zu schreiben? Musik oder Texte?</strong></p>
<p>Mir fällt es generell sehr leicht, Texte zu schreiben, solange mir ein interessantes Thema einfällt. Oft brainstorme ich eine Textzeile zur Musik und benutze ein paar “Schlüsselwörter”, von denen ich denke, dass sie gut zum speziellen Part passen. Dann arbeite ich mit diesen Worten, die in meinen Ohren so großartig klingen ha ha ha. Bei der Musik ist es etwas schwieriger, weil ich möchte, dass die Songs interessant sind und für sich selbst stehen können, noch bevor die Gesangslinien und Texte dazu kommen. Die größte Herausforderung ist es aber, diese beiden Dinge in Harmonie zusammenzuführen und die Musik die Gefühle vermitteln zu lassen, welche die Texte beschreiben.</p>
<p><strong>Als Haupteinflüsse nennst du <a href="https://vampster.com/bands/manowar/">MANOWAR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/warlord/">WARLORD</a> und BASIL POLEDOURIS. Das kann ich soweit nachvollziehen, finde allerdings, dass euer erstes Album etwas mehr nach WARLORD klingt als “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>”. Welche Bands würdest du noch als Einflüsse bezeichnen, sowohl als Musiker als auch als Fan? Vielleicht auch der eine oder andere Künstler, den man nicht sofort erwarten würde?</strong></p>
<p>Hm, ich würde nicht wirklich zustimmen, dass “Towers Of Gold” weniger WARLORD-Einfluss hat, speziell, wenn es um die Gitarrenmelodien geht. Vielleicht liegt es daran, dass im Großen und Ganzen noch so viel mehr passiert und ich versuche, niemals wirklich eins zu eins nach einer bestimmten Band zu klingen. Ich habe meine Haupteinflüsse beim Schreiben von “Towers Of Gold” im Booklet angegeben. <a href="https://vampster.com/bands/manowar/">MANOWAR</a> und <a href="https://vampster.com/bands/warlord/">WARLORD</a> sind immer dabei, <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a>, <a href="https://vampster.com/bands/virgin-steele/">VIRGIN STEELE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/crimson-glory/">CRIMSON GLORY</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/helloween/">HELLOWEEN</a> ebenfalls.</p>
<p>Ein bisschen <a href="https://vampster.com/bands/angra/">ANGRA</a> und frühe <a href="https://vampster.com/bands/avantasia/">AVANTASIA</a> sind auch zu finden und der weniger erwartbare Einfluss wären dieses Mal wohl <a href="https://vampster.com/bands/dissection/">DISSECTION</a>. Ich wollte auf dem nächsten Album eigentlich die extremeren Seiten etwas mehr ausloten, doch das haben TRIUMPHER jetzt auf ihrem Debüt so gut gemacht, dass ich mir noch einen wirklich cleveren Weg dafür überlegen muss ha ha.</p>
<p><strong>In meiner Rezension zu “Towers Of Gold” habe ich die Musik mit “als hätten BLIND GUARDIAN und <a href="https://vampster.com/bands/rhapsody/">RHAPSODY</a> ein Kind der Liebe gezeugt” beschrieben. Kannst du mit dieser Beschreibung leben?</strong></p>
<p>Sicher, das könnte passen. Eine Menge Leute haben einen gewissen frühe/düstere RHAPSODY-Vibe gefühlt und auch wenn dies, aufgrund der deutlich geringeren symphonischen Ausrichtung, niemals meine Intention war, so liegt die Schönheit der Musik doch darin, dass jeder sie anders interpretieren kann. Die Menschen fühlen sich dem verbunden, was sie am meisten lieben, ich denke also, dass es keine hundertprozentig korrekte Antwort auf die Frage gibt, wie wir klingen, weil all diese Einflüsse ihren Weg in unsere Musik finden und das Album letztendlich jeden Hörer anders anspricht. Eine Leute sagten mir, dass wir jetzt mehr nach Euro Power Metal klingen, andere meinten, dass wir jetzt eine bessere Balance zwischen Euro und US Power Metal haben. Ich mache mir also nicht allzu viele Gedanken darüber, wie man unsere Musik wahrnimmt, solange es gut ist ha ha.</p>
<p><strong>&#8222;The Flame Rekindled&#8220; bietet klassischen, europäischen Melodic Speed Metal, aber auch etwas US Metal-Riffing im Mittelteil sowie ein großartiges Gitarrensolo.</strong></p>
<p>Danke dir! Ich wollte das Album mit einem Schlag ins Gesicht starten und versuche außerdem beim Kombinieren niemals zu einseitig zu sein. Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Ich wollte auf jeden Fall dieses “happy power metal” feeling verhindern, weil ich generell tragische Geschichten mit emotionaler Tiefe bevorzuge. Und auch, wenn der Song nicht so düster ist wie die zweite Hälfte des Albums, erfüllt er seine Aufgabe, dich in die Welt hineinzuziehen, die ich zu erschaffen versucht habe. Ein episches Abenteuer beginnt!</p>
<p><strong>Der Song geht nahtlos in &#8222;The Voyage” über. Es klingt so, als würde der Song nach dem Break einfach mit anderem Tempo und anderer Stimmung weitergehen, als ob die beiden Songs eigentlich zusammengehören, als ein großes Stück.</strong></p>
<p>Exakt! In meinem Kopf gibt es drei Akte auf dem Album, weil ich wollte, dass es wie eine Kurzgeschichte wirkt. Diese beiden Songs bilden also zusammen mit dem Intro den ersten Akt. Ich liebe es, dass dieser Teil noch etwas hoffnungsvoller wirkt und ein vages Gefühl von Optimismus hat, was ein direkter Kontrast zum allmählichen Versinken in Verzweiflung ist, welches sich mit dem Fortschreiten des Albums entwickelt. Deshalb denke ich, dass “Towers Of Gold” seine wahre Stärke zeigt, wenn man sich die Zeit nimmt, die ganze Geschichte zu lesen und den Texten zu folgen. Alles wurde so gestaltet, um tief eintauchen zu können, wie es bei einer guten Geschichte sein sollte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-302504" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><strong>Wenn ich eine Sache an “Towers Of Gold” kritisieren muss, dann die Tatsache, dass es keinen weiteren schnellen Song wie &#8222;The Flame Rekindled&#8220; gibt, weil er einfach so gut ist!</strong></p>
<p>Ha ha, ich weiß, ich weiß. Es ist komisch, denn in meinem Kopf fallen wir nicht so richtig in die Kategorie, aber wir werden als reine old school Power Metal-Band bezeichnet und vermarktet, also kommen natürlich viele Leute mit der Erwartung, dass die Hälfte des Albums aus Doublebass-Nummern mit großen Refrains usw besteht. Ich versuche, alles möglichst abwechslungsreich zu halten, denn ich denke, dass das Album dadurch interessanter wird und denjenigen, die Zeit damit verbringen, mehr zu geben hat.</p>
<p><strong>Der Titelsong ist, wie schon “Damned For All Time”, knapp fünfzehn Minuten lang. Er enthält einige der heftigsten Passagen des Albums inklusive einiger harscher Gesangsparts von Daniel Heimann. Erneut ein großartiges Stück Musik. War es eine bewusste Entscheidung, dass der Titelsong wieder so ein langes Epos wird?</strong></p>
<p>Ja, das ist zu einer Art Markenzeichen geworden und ich genieße es wirklich, solche langen Epen zu schreiben. Daher denke ich, dass wir immer etwas in dieser Art machen werden. Das gibt mir eine gute Gelegenheit, Muster, die über das ganze Album verstreut sind, nochmal aufzugreifen und mit allem zu experimentieren, von super schnellen, aggressiven Ideen bis zu langsameren, orchestralen Parts und so weiter.</p>
<p><strong>Das Cover mit dem Rahmen und so erinnert mich an “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/blind-guardian-imaginations-from-the-other-side/">Imaginations From The Other Side</a>” von <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a>. Nicht vollkommen zufällig, oder?</strong></p>
<p>Nein, ich liebe das Album sehr und Andreas Marschalls Cover ist eines meiner absoluten Lieblingsartworks. Es war eine tolle Art, ihm ein wenig Tribut zu zollen und passte gut in das Konzept und das generelle Feeling des Albums.</p>
<p><strong><a href="https://vampster.com/bands/warlord/">WARLORD</a> scheinen für die meisten griechischen Metalheads DIE wichtigste Band überhaupt zu sein. Würdest du da zustimmen?</strong></p>
<p>Wir lieben sie sehr, so viel steht fest. Epic Metal ist generell wirklich groß im griechischen Underground und WARLORD waren für unsere Generation eine legendäre Band.</p>
<p><strong>Ich vermute mal, dass du ein großer Fan von Fantay-Literatur bist. Welche Bücher, Geschichten aber vielleicht auch Filme oder Serien sind deine Favoriten und haben die Texte für <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a> beeinflusst?</strong></p>
<p>Das sind viel zu viele, um sie aufzuzählen. Textlich ist Michael Moorcock und sein “Eternal Champion”-Zyklus ein Haupteinfluss. Ich habe eine starke Vorliebe für tragische Antihelden im Vergleich zu Geschichten mit Happy End, bei denen am Ende alles gut geht und die Guten gewinnen. Alles muss graue Schattierungen haben, schwarz/weiß funktioniert für mich nicht. Robert Howard und JRR Tolkien sind ebenfalls offensichtliche Einflüsse. Kentaro Miura’s “Berserk” ebenfalls, was für ein großartiges Stück Kunst!</p>
<p>“Towers Of Gold” wurde als Liebesbrief an all die Dinge geschaffen, die mich geformt haben, als ich jünger war. Eine großartige Fantasy-Autoren und Geschichten, einige Alben meiner liebsten Bands oder auch Videospiele, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich bin ein großer Fan des Geschichtenerzählens, davon in eine Welt einzutauchen. Deshalb möchte ich, dass die Band die Möglichkeit bietet, dem Alltag mit all seinen Fragen und Problemen zu entkommen. Es gibt eine Tonne an versteckten Anspielungen im Booklet für alle, die willens sind zu suchen und ich liebe es, wenn Leute mich anschreiben und fragen, ob eine bestimmte Idee oder ein Teil der Geschichte sich auf etwas bezieht, was sie möglicherweise in der Vergangenheit gelesen oder gespielt haben.</p>
<p><strong>Währende der Vorbereitung des Interviews habe ich natürlich auch dein Facebook-Profil gestalkt und dort einen Screenshot von “<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Breath_of_Fire">Breath Of Fire</a>” gesehen. Den ersten Teil hab ich damals wie blöde gespielt, den zweiten später ebenfalls. Ich hab mein Super Nintendo mit “Breath Of Fire 2” immer noch. Welche aktuellen Rollenspiele gefallen dir?</strong></p>
<p>Ich habe eine Tonne an Rollenspielen gespielt, während ich aufgewachsen bin. Ich liebe all die Spiele aus den Neunzigern und frühen Zweitausender, vor allem für das Super Nintendo und die erste Playstation. Ich habe früher alle paar Jahre meine Lieblingsspiele (Die “Final Fantasy”-Reihe, “Xenogears”, die “Breath of Fire”-Reihe, &#8222;Chrono Trigger&#8220; um mal ein paar zu nennen) nochmal gespielt aber ich habe nicht mehr soviel Zeit, also versuche ich bei den neuen Sachen dran zu bleiben.</p>
<p>Es gibt heutzutage nicht so viele old school Rollenspiele. Ich habe “Sea Of Stars” hier, das sieht großartig aus. Außerdem habe ich &#8222;Baldur&#8217;s Gate 3” im Auge, aber ich habe noch einen riesigen Haufen ungespielter Spiele, mit denen ich mich noch beschäftigen muss (<em>Anmerkung des Verfassers: Ich kenne das Problem nur zu gut</em>). Das letzte Spiel, mit dem ich sehr viel Zeit verbracht habe, war “Elden Ring”. Davon abgesehen spiele ich viele <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Metroidvania">Metroidvanias</a> und bin gerade dabei “Death´s Door” zu beenden, das unglaublich viel Spaß macht und sehr schön ist.</p>
<p><strong>Was ist dein Lieblings-Dinosaurier?</strong></p>
<p>T-Rex dominance! Ich liebe den großen Kerl mit seinen kleinen Ärmchen.</p>
<p><strong>Hast du mit <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a> schon live gespielt oder gibt es entsprechende Pläne?</strong></p>
<p>Wir haben in der Zeit von 2002 bis 2003 viel live gespielt. Wir haben für <a href="https://vampster.com/bands/doomsword/">DOOMSWORD</a> eröffnet, als sie ihre erste Show in Griechenland gespielt haben. Das waren gute Zeiten! Aber seit der Reunion ist das aufgrund der Struktur der Band und der Standorte aller Mitglieder ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Der Wille ist da und es gibt definitiv auch entsprechende Anfragen, wir müssen nur schauen, wie wir das logistisch geregelt bekommen. Im jetzigen Status dürfte es etwas zu kompliziert sein, aber das ist ein Thema, über das wir regelmäßig sprechen und versuchen eine Lösung zu finden.</p>
<p><strong>Was sind die nächsten Schritte für dich und SACRED OUTCRY? Schreibst du schon neues Material? Ich habe das Gefühl, die Band hat gerade Momentum.</strong></p>
<p>Ja, das Momentum ist großartig. Um ehrlich zu sein, hatten wir großes Vertrauen in die Qualität von “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>”, hätten aber niemals gedacht, dass es so abgeht. Es fühlt sich sehr unwirklich an und ich kann den Leuten gar nicht genug für das tolle Feedback danken, das wir bekommen. Für das nächste Album habe ich einen groben Plan, einige Songtitel und eine generelle Richtung, in die ich mich musikalisch und textlich bewegen möchte. Das richtige Songwriting beginnt vermutlich in ein paar Monaten, weil ich erstmal alles zu Papier bringe und dann schauen muss, wie meine Ideen außerhalb meines Kopfes klingen. Aber es wird dich freuen, dass ich mit ein paar schnelleren Songs für das nächste Album plane. Schauen wir mal!</p>
<p><strong>Du hast das Ende des Interviews erreicht. Vielen Dank für deine Zeit, deine Antworten und vor allem für die großartige Musik. Die letzten Worte gehören dir!</strong></p>
<p>Vielen Dank für das fantastische Interview und dein Interesse an der Band. Wir sind sehr glücklich, Menschen auf der ganzen Welt zu treffen und über die Musik eine Verbindung zu haben. Die Menschen, welche die Musik kaufen und dabei helfen, die Bands, die sie lieben, bekannter zu machen, sind die wahren Helden, denn jedes kleine bisschen hilft uns mehr als ihr euch vorstellen könnt. Ich hoffe, euch alle irgendwann unterwegs zu treffen, ein Bier zu trinken und die geekigsten Gespräche zu führen!</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[SACRED OUTCRY]]></band>
<genres><![CDATA[power metal, melodic metal, symphonic metal, speed metal]]></genres>
<wpid>316919</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>SACRED OUTCRY: Let me tell you the story of The Sacred Chronicles! [English]</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/sacred-outcry-let-me-tell-you-the-story-of-the-sacred-chronicles/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Sep 2023 03:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[SACRED OUTCRY]]></category>
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					<description><![CDATA[It was kind of an odyssey for the greek epic metal-band SACRED OUTCRY to get their first album “Damned For All Time” finished and released. With th successor “Towers Of Gold” things went a lot faster, but this was not at the expense of quality. On the contrary, with "Towers Of Gold" SACRED OUTCRY have secured themselves a place in my Top 3 of the year. I took the opportunity to send the band head and last remaining founding member George Apalodimas an extensive questionnaire.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>It had been kind of an odyssey for the greek epic metal-band <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a> to get their first album “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” finished and released. With its successor “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>” things went a lot faster, but this was not at the expense of quality. On the contrary, with &#8222;Towers Of Gold&#8220; SACRED OUTCRY have secured themselves a place in my personal Top 3 of the year. I took the opportunity to send band leader and last remaining founding member George Apalodimas an extensive questionnaire.</strong></p>
<p><strong>Hi, George! How are you doing and what&#8217;s up with <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a> right now?</strong></p>
<p>Hi, Daniel, and thank you for reaching out! All&#8217;s well here, just got back from my summer holidays and slowly starting to readjust. A lot is going on in SACRED OUTCRY at the moment, but the most exciting thing is some early ideas for the songwriting for the next album, which will go in full focus in a couple of months.</p>
<p><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="979" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-380x233.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-316932 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1566" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-800x490.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-1200x734.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-380x233.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Bandfoto2023_1-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a></p>
<p><strong>Congratulations for the release of “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>”. I think it is a fantastic album, even better than your debut “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>”.</strong></p>
<p>Thank you very much, we’re very proud of the album and the feedback we’ve been getting is absolutely insane. Can’t express my gratitude to the people that spent time with “Towers of Gold”, just know that I try to read every comment, every message, and every single piece of feedback, and it’s really moving. Let’s see what we can come up with next!</p>
<p><strong>It took almost two decades to get your first album ready and released. What happened in these years? Why did it take so long?</strong></p>
<p>There was a very long period that the band was completely inactive after our initial “disbanding”, so most of the time was spent doing other projects or playing in other bands until we decided to slowly start re-recording “Damned for All Time” around 2015. After that, it was more of a timing issue, finding the right voice for the album, recording everything to the best of our abilities, as well as composing the orchestral parts that were added compared to the 2003 version.</p>
<p>We took many lengthy breaks as we had no time pressure, so this helped to make sure everything was as close to the original vision as possible. And then, there was mixing and mastering as well as finding the right slot on No Remorse’s release schedule, so the delays piled up significantly. We did better on the time management for “Towers of Gold”, though, hahah!</p>
<h2>&#8222;A dream come true&#8220; &#8211; George Apalodimas about the release of &#8222;Damned For All Time&#8220;</h2>
<p><strong>How did you and the rest of the old line up feel in September 2020 when “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” was finally out?</strong></p>
<p>For me it was crazy, a dream come true. We’re talking about an album that I’ve listened to thousands of times, even before the public was aware it existed. Having a voice like Yannis on board and hearing those songs in their absolute form was an unbelievable feeling and I hold this album very dear to my heart, it’s a companion of a lifetime. The rest of the guys shared that sentiment more or less, but there were some not as excited. The original “Damned for All Time” was an exemplary team effort in terms of songwriting, so you’d expect everyone to have the same feeling of fulfilment when we managed to release it, but not everyone saw it that way unfortunately.</p>
<p><strong>There also exists a demo version of the album. How much does it differ from the 2020 release? Is there still a chance to hear it?</strong></p>
<p>The album is practically identical, just a lot worse, haha. No, really, the 2020 version is more refined, it has a huge advantage with Yannis singing, and has “the orchestra” playing along with the band. Other than that, there are a couple of minor lyric changes, apart from “Sacred Outcry” which was originally written when I was 15 or so, so it naturally needed a lyrical makeover. We tried to keep the changes to a minimum though, since the whole point was to release what we had created back then. I still have the original files somewhere; it would be nice to mix them and include it as a bonus in a future release, or give it for free on Bandcamp, we’ll see. Oh, also the original version is in standard E tuning, everything since is tuned half a step down!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-216239" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Damned-For-All-Time-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><strong>After the release of “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>” the line up of <a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a> completely changed, you are the only remaining member of the old line up. Why did the other musicians leave the band?</strong></p>
<p>People grow and sometimes they grow apart, it’s only natural. After the release of the debut, we had a long talk with the guys, but it quickly became apparent that there were different priorities and viewpoints on how to move forward. We just didn’t see eye to eye anymore. One decided to quit altogether, and another decided he didn’t want to be a part of the band if the “original” line-up couldn’t stay intact. I spent a ridiculous amount of time doing everything for “Damned for All Time” and I keep spending a ton of time on practically everything around SACRED OUTCRY. And while I don’t expect everyone to put in my crazy hours, I really don’t have the energy to dwell on things I think are trivial against the big picture. And the big picture should always be the band and the music.</p>
<p><strong>I understood that Yannis Papadopoulos was only a guest vocalist for “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>”. Was it never an option to have him join the band as a permanent member?</strong></p>
<p>No, not really. I mean, Yannis is a fantastic vocalist, most probably my favourite “from this generation” and a great guy to work with, but he was very sincere about <a href="https://vampster.com/bands/beast-in-black/">BEAST IN BLACK</a> being his one and only focus right from the start. We went through some possible scenarios to see if we could make it happen, but it was just impossible. Maybe we can make a killer duet in the future if he finds the time, he will always be welcome here!</p>
<h2>&#8222;Daniel has always been my dream candidate for the band.&#8220; &#8211; George thinks highly of his singer</h2>
<p><strong>Why wasn&#8217;t your original singer Vagelis Spanakis available for “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All time</a>”?</strong></p>
<p>Vagelis is not involved with music anymore, but I really wanted him on the album because he was a crucial part of developing our sound back in the day. The acoustic guitars on “Damned for All Time” are actually the parts that he recorded back in 2003, so they work well as a bridge between the past and the present. I also contacted him before starting “Towers of Gold” because he had composed some intro parts that I modified and used on the album, and I really wanted to have him play those, but he wasn’t available. I think he will always be “involved” in one way or another, I still have a lot of ideas we had composed together back in 2001-2003, so some of those things will eventually find their way in a future release.</p>
<p><strong>The new singer is Daniel Heiman, who did an awesome job. His vocal performance is outstanding. How did you get in touch with him?</strong></p>
<p>Daniel has always been my dream candidate for the band, even back when we first went on that prolonged hiatus. I always wanted to work with him because I felt his voice would really fit our music, he has that sweet melancholy on his tone and our music is full of melodies that could further enhance that aspect, while maintaining the tremendous amount of power he carries. I was fortunate enough to work with Yannis on the debut, so I never actually contacted him, but when Yannis informed me officially he could not sing for another album, there was no other option in my head. I reached out to him and presented the full project and why I thought he would be the most ideal candidate for it, and he got on board pretty fast.</p>
<p><strong>I read in another interview with you, that you already had him in mind for “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-damned-for-all-time/">Damned For All Time</a>”. Why didn&#8217;t it work out back then?</strong></p>
<p>It’s funny, but I had originally written an email to Daniel back in 2006 or so, but obviously never sent it, since I didn’t have anything presentable to show him. Fast forward ten years, when we started re-recording the debut, I met Yannis and we had such a good chemistry that it seemed very natural to have him on board. But I knew it would be difficult for Yannis to stick around and was so set on my path to work with Daniel, that I had hidden a small runic riddle in the inlay of “Damned for All Time”, so anyone who sat down and tried to decipher the secrets of the debut, might have had an early idea what was coming, hahah.</p>
<p><strong>He is also the singer in WARRIOR PATH, another greek band. He is from Sweden, does he still live there?</strong></p>
<p>I don’t think Daniel is still with WARRIOR PATH, I’m not even sure he was ever a band member in the traditional sense. He still lives in Sweden, but he is a professional so distance doesn’t really matter. It’s a bit trickier to arrange stuff like video clips or photoshoots, though!</p>
<p><strong>How did you work on the songs for “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sacred-outcry-towers-of-gold/">Towers Of Gold</a>”? Did you do all the songwriting, arrangement alone or did the other musicians contribute something?</strong></p>
<p>“Towers of Gold” was entirely composed after we finished the recordings of “Damned for All Time”. That album took a lot of time to mix and master as we tried several different approaches until it actually happened. I knew we would have a good momentum upon the release, so I asked the old lineup to start sending any ideas they had in order to slowly start working on a follow-up, so we could take advantage of the downtime. The first full song I wrote was “The Sweet Wine of Betrayal” and I shared it with the rest of the guys to maybe kickstart them into contributing songs or ideas, but no one ever sent me anything.</p>
<p>There were some acoustic passages and a couple of riffs from the early days that I had to dig up and develop into full songs, so I kept going until I found myself with a full album’s worth of material, even before “Damned for All Time” was released. So pretty much everything was ready before the line-up change took place. When the new guys came on board, we went over the songs and they did a tremendous job putting their signature on them, either by their personal style of playing, or by suggesting some ideas that ultimately worked for the better.</p>
<p><strong>Will the band always be more or less your project or are you aiming for it to be a real band with equally contributing musicians?</strong></p>
<p>In my eyes, in every band there are one or maybe two people handling every major decision. That’s not to downplay anyone’s contributions, but the level of involvement of every individual is a choice. I have a very clear idea on what direction I want the band to head towards, and I work around the clock for everything here, so naturally I am involved in pretty much every artistic decision. It’s tricky because we don’t rehearse to exchange ideas and write something on the spot. But I would love if anyone sent me whatever crazy idea they might have and work together on something, as I think we could benefit from some out of the box thinking compared to my usual process of writing a song.</p>
<p><a href="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild.jpg" data-lbwps-width="1600" data-lbwps-height="979" data-lbwps-srcsmall="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-380x232.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-317070 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1566" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-800x489.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-1200x734.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-380x232.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Interview2023-Titelbild-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a></p>
<p><strong>As I understood, there is a concept called “The Sacred Chronicles” for the story of your albums. Can you tell us more about that? Have you written the story completely by yourself and do you already know how and when it will end?</strong></p>
<p>The first album was described as such in the booklet, as a part of a message to all the people that waited and honored the band with their support and dedication. This created a slight misunderstanding because people thought it was a concept album, while it was more of a loose way of saying “thank you, and there is more coming!” to all the people who spent their time listening to the album and sending us messages, helping us get bigger etc etc.</p>
<p>The term “Sacred Chronicles” was at some point a potential name for the band in case we had decided to change it before the release. It originated from an inside joke I had with some friends before we reunited, where I joked about a future that we would eventually stop playing (after managing to break BLIND GUARDIAN’s streak of awesome albums), and there would be an old guy narrating the story of the band, like the intro of &#8222;Conan the Barbarian&#8220;: Let me tell you of the days of high adventure! Let me tell you the story of “The Sacred Chronicles”!</p>
<p><strong>What is harder for you to write? The music or the lyrics?</strong></p>
<p>I have a very easy time writing lyrics in general, as long as I can think of something interesting to write about. Many times, I brainstorm a vocal line over the music and I’m using some “key words” that I think fit the specific part, then work my way around those words because they sound so great in my ears, hahah. Music is a bit trickier, since I want to make sure the songs can be interesting and stand on their own, way before the vocal lines and lyrics are added. The biggest challenge though is to make sure those two blend together in harmony, and the music generates the feelings that the lyrics potentially describe.</p>
<p><strong>As main influences you stated <a href="https://vampster.com/bands/manowar/">MANOWAR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/warlord/">WARLORD</a> and BASIL POLEDOURIS. I can see where that is coming from, though I think the first album was a little bit more “warlordy” than “Towers Of Gold”. Which other bands influence you as a musician and which one as a fan? Some odd bands/artists we wouldn&#8217;t expect maybe?</strong></p>
<p>Hmm I don’t really agree that &#8222;Towers of Gold&#8220; has “less” of a WARLORD influence, especially when it comes to the guitar melodies. Maybe it’s because we have a lot more going on in the big picture and never try to go for a 1:1 influence of any given band. I have included my main influences when writing “Towers of Gold” in the booklet, MANOWAR and WARLORD are always there, so is <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a>, <a href="https://vampster.com/bands/virgin-steele/">VIRGIN STEELE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/crimson-glory/">CRIMSON GLORY</a> or <a href="https://vampster.com/bands/helloween/">HELLOWEEN</a>. There’s a bit of <a href="https://vampster.com/bands/angra/">ANGRA</a> and early <a href="https://vampster.com/bands/avantasia/">AVANTASIA</a> in as well, and the odd one out this time would be <a href="https://vampster.com/bands/dissection/">DISSECTION</a>. I wanted to explore the extreme side a little more on the next album, but TRIUMPHER did it so well on their debut, that I have to find a clever way to work around it, hahah.</p>
<p><strong>In my review for “Towers Of Gold” I described the music as “if BLIND GUARDIAN and <a href="https://vampster.com/bands/rhapsody/">RHAPSODY</a> had a child of love”. Can you live with that description?</strong></p>
<p>Sure, could work. I’ve had a lot of people getting early/dark RHAPSODY vibes, and while it was never my intention due to the much less symphonic direction we have, I think the beauty of the music is that everyone can interpret it differently. People will connect with what they love the most, so I don’t think there is a 100% correct answer to “how we sound like”, because all these influences find their way to our music, and the album speaks differently to every individual. Some people told me we sound “more Europower now”, others that we have “a greater EU/US power balance”, so I don’t spend too much time worrying how we are perceived, as long as it’s good, hahah.</p>
<p><strong>&#8222;The Flame Rekindled&#8220; offers classic european style melodic speed metal, but also with some more US Metal style riffing in the middle and an awesome guitar solo.</strong></p>
<p>Thank you! I really wanted the album to start with a slap in the face and I always try not to be one-sided when composing, so I’m very happy with how it turned out. I really wanted to avoid the “happy power metal” feeling as I generally prefer the tragic stories with an emotional depth, and while it’s not as somber as the second half of the album, I think it does a great job pulling you into the world I tried to create. An epic adventure is about to begin!</p>
<p><strong>It blends seamlessly into &#8222;The Voyage&#8220;. It sounds just like the song would continue in another pace and mood after the break, as if the songs belong together as one big piece.</strong></p>
<p>Exactly! In my head there are three “Acts” on the album, since I wanted it to play out like a short novel, so those two songs along with the intro piece would be the first “Act”. I love how they’re a bit more hopeful and have a vague feeling of optimism that is a direct contrast to the gradual sinking towards despair as the album moves forward. This is why I think “Towers of Gold” shows its true strength if you take your time to read the full story and follow the lyrics, everything was built around the immersion that a good story should be able to provide.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-302504" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sacred-Outcry-Towers-Of-Gold-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><strong>The only thing I would maybe criticize on &#8222;Towers Of Gold&#8220; is that there is no other fast tune like &#8222;The Flame Rekindled&#8220;. Because it is just so good!</strong></p>
<p>Haha, I know, I know. It’s weird, because in my head we don’t strictly fall into the power metal category, but we are “labeled” and marketed as a pure old school power metal band, so naturally many people come with expectations of at least half the album being double bass / big sing along choruses etc. I try to keep a good variety on everything, as I feel this makes the album more interesting and can give more to anyone who spends time on it.</p>
<p><strong>The title track is &#8211; like &#8222;Damned For All Time&#8220; &#8211; nearly fifteen minutes long. It contains some of the heaviest parts on the album, including some harsh vocals by Daniel Heimann. Again, a great piece of music. Is it intentional that the title track is again such a long epic?</strong></p>
<p>Yes, it has become somewhat of a trademark and I really enjoy writing those long epics, so I think we will always have something of the sort. Gives me a good opportunity to reuse patterns that are scattered throughout the album, and can experiment with everything, from super-fast aggressive ideas to slower orchestral parts etc.</p>
<p><strong>The cover artwork with the frame and all reminded me of <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a>&#8217;s “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/blind-guardian-imaginations-from-the-other-side/">Imaginations From The Other Side</a>”. Not completely coincidental I guess?</strong></p>
<p>No, I really love that album and Andreas Marschall’s cover is one of my all-time favorites. It was a great way to pay a small tribute, and it fitted the concept and the general feeling of the album.</p>
<p><strong><a href="https://vampster.com/bands/warlord/">WARLORD</a> seem to be THE most important band for most greek metalheads. Would you agree?</strong></p>
<p>We do have a lot of love for them, that’s for sure. Epic metal in general is really big in Greece’s underground and WARLORD was a legendary band for our generation.</p>
<p><strong>I guess that you are a huge fan of fantasy literature. Which books, stories, but maybe also movies and TV shows are your favorites and were an influence for the lyrical themes in SACRED OUTCRY?</strong></p>
<p>Way too many to mention! Lyrically, one major influence is Michael Moorcock and his Eternal Champion cycles. I strongly prefer that tragic antihero approach compared to the happy ending stories where everything worked out and the pure heart prevailed. Everything must have shades of gray, black and white doesn’t really work for me. Robert Howard and JRR Tolkien are obviously also a big influence. Kentaro Miura’s Berserk as well, what a great piece of art!</p>
<p>“Towers of Gold” was created as a love letter to all those things that shaped me when I was younger, some great sword &amp; sorcery authors and stories, some albums from favorite bands or even video games that I grew up obsessing with. I am a big fan of storytelling and immersion so I’d like the band to work as a way of escaping the daily problems and the mundane issues of everyday life. There’s a ton of easter eggs in the booklet for anyone willing to search, and I love it when people send me messages to ask if a certain idea or story passage is a direct reference to something they had perhaps played or read in the past.</p>
<p><strong>While preparing the interview I was of course also stalking your facebook page and saw that “<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Breath_of_Fire_(video_game)">Breath Of Fire</a>” screenshot. Man, I played the hell out of that game and its successor back in the day. I still have my SNES with “Breath Of Fire II”. Which recent RPGs did you enjoy?</strong></p>
<p>I played a ton of RPGs while growing up! I really love all the 90s and early 2000s output, especially on the SNES and the first Playstation. I used to do replays of old favourites every couple of years (&#8222;Final Fantasy&#8220; series, &#8222;Xenogears&#8220;, &#8222;Breath of Fire&#8220; series, &#8222;Chrono Trigger&#8220; to name a few), but I don’t have much time anymore, so I just try to keep up to date with all the new stuff. There are not many old-school RPGs these days, I have the “Sea of Stars” lined up which seems amazing and I got my eye on &#8222;Baldur’s Gate 3&#8220;, but I have a huge backlog of games to go through! Last game I spent A LOT of time on was obviously &#8222;Elden Ring&#8220;. Other than that, I play many <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Metroidvania">Metroidvanias</a> and I’m currently finishing up &#8222;Death’s Door&#8220;, which is unbelievably fun and beautiful!</p>
<p><strong>What is your favorite dinosaur?</strong></p>
<p>T-Rex dominance! Love that big guy with it’s tiny arms.</p>
<p><strong>Did you play concerts with SACRED OUTCRY or do you have plans for doing so?</strong></p>
<p>We used to play a lot back in 2002-2003, we even opened up for the first <a href="https://vampster.com/bands/doomsword/">DOOMSWORD</a> show in Greece, good times! But since our reunion, it was super far fetched due to the structure of the band and location of all the members. There is a will, and there is certainly a lot of demand, but we’re just trying to figure out the logistics around it and see if something would be possible. It’s a bit too complicated with the current status, but it is something that we regularly bring up and try to find a way to make it work.</p>
<p><strong>What are the next steps for you and SACRED OUTCRY? Are you already writing new material? I feel that the band really has kind of a momentum going on right now.</strong></p>
<p>Yes, the momentum is great. To be honest, we were very confident about the quality of “Towers of Gold”, but we never expected it to blow up the way it did. It feels very surreal and can’t thank the people enough for the kind of feedback we have been receiving. For the next album, I have a rough roadmap planned, some song titles, and a general direction I want to move towards both lyrically and musically. Full songwriting will probably start in a couple of months, since I need to put everything down and see how my new ideas actually sound like outside my head, but you’ll be happy to know I’m aiming for a couple of faster songs for the next album! Let’s see!</p>
<p><strong>You have reached the end of the interview. Thank you for your time, your answers and most of all the awesome music. The last words are yours!</strong></p>
<p>Thank you for this fantastic interview and your interest in the band. We’re very happy we get to meet people around the world and connect through music! The people that buy music and spread the word about the bands they love, are the real heroes as every little bit helps us more than you can imagine.<br />
Hope to see you all on the road some day, have a beer and have the geekiest conversations possible!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[SACRED OUTCRY]]></band>
<genres><![CDATA[power metal, melodic metal, symphonic metal, speed metal]]></genres>
<wpid>315369</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN: &#8222;Wir geben den Dingen mehr Raum!&#8220;</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/einstuerzende-neubauten-wir-geben-den-dingen-mehr-raum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[gnadiator]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Aug 2023 08:44:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Interview-Riemen ist schon ein wenig älter: Mitten in der Corona-Krise im Mai 2020 sprach ich mit Blixa&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dieser Interview-Riemen ist schon ein wenig älter: Mitten in der Corona-Krise im Mai 2020 sprach ich mit Blixa Bargeld von den <a href="https://vampster.com/bands/einstuerzenden-neubauten/">EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN</a>. Aufhänger war das neue (immer noch aktuelle) Studioalbum „Alles in Allem“, darüber hinaus ging es um Klang und Krach, Schrottplätze und Philharmonien, <a href="https://vampster.com/bands/nick-cave-and-the-bad-seeds/">NICK CAVE</a> und <a href="https://vampster.com/tourdaten/henry-rollins/">HENRY ROLLINS</a>, „Babylon Berlin“ und andere Hauptstadt-Filme, um notierte Träume und verlorene Heimaten, den konsequenten D.I.Y-Ansatz und mit was man sich im Lockdown sonst so die Zeit vertreibt. Am Ende verrät uns der Meister eines seiner Lieblingsrezepte.</strong></p>
<p>Blixa Bargeld ist so, wie man ihn sich vorstellt. Einer der wenigen Rockstars, die diese Republik hervorgebracht hat. Und eine der wenigen glaubhaften Figuren zwischen Underground und Hochkultur, zwischen Feuilleton und Punkclub. Stolz und unantastbar. Hellwach, präzise und klar in seinen Formulierungen, was er auch von seinem Gegenüber erwartet. Viel Namedropping. Humor, oft zwischen den Zeilen. Bargeld lauert auf Fehler, kann aber auch charmant und witzig sein. Wenn er sich wohl fühlt, dann berlinert er für wenige Augenblicke. Die Gesamtwetterlage kann mit jeder neuen Frage abrupt umschlagen.</p>
<p>Pressepromoterin Alexandra Dörrie weiß um meine langjährige Verehrung des NEUBAUTEN-Œuvres und schanzt mir den letzten Slot des Interviewtages zu – ohne Anschlusstermin. Beste Frau! Schnell noch die Frage der Anrede geklärt („Ich tät mal sicherheitshalber Sie sagen“) &#8230; und dann gespannt vor dem Rechner eingefunden. Pünktlich auf die Minute bimmelt der Meister via Videokonferenz durch. Er sitzt an seinem Schreibtisch bei sich daheim in Berlin-Mitte.</p>
<p><strong>Herr Bargeld, kurz nach der Jahrtausendwende begannen die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN damit, das Internet zum regen Austausch mit ihren Fans zu nutzen – ein wenig so, wie die Welt gerade zu großen Teilen miteinander kommuniziert …</strong></p>
<p><figure id="attachment_314389" aria-describedby="caption-attachment-314389" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-314389 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Einstuerzende_Neubauten_Alles_in_Allem_Albumcover.jpg" alt="" width="800" height="792" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Einstuerzende_Neubauten_Alles_in_Allem_Albumcover-768x760.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Einstuerzende_Neubauten_Alles_in_Allem_Albumcover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Einstuerzende_Neubauten_Alles_in_Allem_Albumcover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Einstuerzende_Neubauten_Alles_in_Allem_Albumcover-380x376.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Einstuerzende_Neubauten_Alles_in_Allem_Albumcover.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-314389" class="wp-caption-text">Das Cover des aktuellen EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN-Albums &#8222;Alles in Allem&#8220;</figcaption></figure></p>
<p data-wp-editing="1">Das ist nicht ganz richtig. Meine Frau, die hier jetzt gerade auch der Host für dieses Zoom-Meeting ist, hat 2002 das Crowdfunding erfunden. Sie hat den Code dafür geschrieben und die Plattform gebastelt. Mit den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN haben wir seit 2002 in insgesamt vier Phasen in so einer Crowdfunding-Situation gearbeitet. Teil unseres Angebots war dabei immer auch etwas, das damals ebenfalls als Begriff noch nicht existierte: Webcasts. Zu festgelegten Zeiten konnte man sich zu uns ins Studio schalten und sehen, wie wir arbeiten. Dazu gab es ein eigenes Forum und einen eigenen Chat – das alles ist Teil unseres sogenannten Unterstützer-Modells, wie wir es damals genannt haben. Heute ist das alles bekannt als Crowdfunding. Mit unserem neuen Album „Alles in Allem“ schließen wir gerade Phase IV dieses Unterstützer-Modells ab. Diesmal haben wir jedoch nicht wieder eine eigene Plattform aufgezogen, sondern einen der inzwischen vielen Anbieter genutzt: Patreon hat uns alle Legosteine geboten, die wir brauchten, um dieses Album so zu realisieren, wie wir uns das vorgestellt haben – von der Kreditkartenabrechnung über das Streaming hin zur deutschen Steuererklärung, all das konnten wir über Patreon abwickeln und mussten uns dafür nicht wieder ein eigenes Programm schreiben. Das ist die Art und Weise, wie wir mit unseren Unterstützern verkehren. Fans nenne ich sie aus etymologischen Gründen nicht. (lächelt)</p>
<p><strong>Thema des neuen NEUBAUTEN-Albums „Alles in Allem“ ist Berlin &#8230;</strong></p>
<p>Das Album hat kein Thema. Die Idee, die der Platte zugrunde liegt, war diesmal: Wir arbeiten ein Jahr und insgesamt 100 Tage lang daran. Berlin war ein Referenzpunkt – ganz am Anfang. Als ich damals gefragt wurde, ob es ein Thema oder ein Konzept gibt, habe ich gesagt „Vielleicht hat es etwas mit Berlin zu tun …“ Das blieb dann eine ganze Weile so stehen, wir haben auch konkret an einem Stück gearbeitet, das „Welcome To Berlin“ hieß. Das war lange ein provisorischer Arbeitstitel. Das Stück hat es aber nie durch die Qualitätskontrolle geschafft, damit ist dieses Referenzzentrum irgendwann gekippt. Es gibt nun zwar mehrere Stücke auf dem neuen Album, die nach Berliner Bezirken bekannt sind – „Tempelhof“ und „Wedding“ etwa oder „Am Landwehrkanal“, auch das ist Berliner Topographie. Aber in der Mitte ist es leer. Echte Referenzen oder ein übergeordnetes Thema „Berlin“ gibt es nicht. „Alles in Allem“ ist kein Konzeptalbum geworden.</p>
<p><strong>Da bin ich zugegeben ein wenig erleichtert, denn bis auf die genannten Lieder habe ich auf „Alles in Allem“ nämlich wenig Berlin gefunden &#8230;<br />
</strong><br />
Richtig. Vielleicht hätte ich den Waschzettel (das Presseinfo – Red.) doch korrigieren sollen … Aber nennen Sie mir ein Stück, dann erzähle ich Ihnen etwas dazu!</p>
<p><strong>Meine erste Liebe auf „Alles in Allem“ war witzigerweise eine Nummer, die bei den Bonustracks gelandet ist: „Si Takka Lumi“.</strong></p>
<p>Ah, okay. Dieses Stück entstand, als die NEUBAUTEN zum ersten Mal seit der letzten Platte „Lament“, einem Themenalbum über den 1. Weltkrieg, wieder gemeinsam im Studio zusammengekommen sind: für eine Auftragsarbeit von Arte zu „100 Jahre Bauhaus“. Die Originalversion von „Si Takka Lumi“ ist erheblich länger und erheblich schwächer. Das Lied musste damals eine bestimmte Länge haben und tourt noch immer unter dem Titel „Das Totale Tanz Theater“, so eine Art 3-D-Virtual-Reality-Show mit Musik von den NEUBAUTEN. Für „Alles in Allem“ habe ich diese lange Version von „Si Takka Lumi“ zusammengeschnitten, erst dann machte sie für mich Sinn. Die ursprüngliche Version kann man aber immer noch auf Arte finden.</p>
<p><strong>Zweiter Lieblingssong auf „Alles in Allem“: „Taschen“.</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-314391" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Screenshot_Polenkoffer.jpg" alt="" width="640" height="361" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Screenshot_Polenkoffer-380x214.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Screenshot_Polenkoffer.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" />Ja, „Taschen“ ist super. Darf ich Ihnen kurz die Taschen zeigen, um die es geht? (Er sucht auf seinem Smartphone und hält dann ein Bild in die Kamera). Um diese Teile hier geht es, im Berliner Volksmund auch „Polenkoffer“ genannt: Diese Plastik-Gewebetaschen mit dem ubiquitären blau-roten Karomuster und einem großen Reißverschluss oben drüber. Mit der Idee, damit mal etwas zu machen, war ich schon lange schwanger gegangen. Dass die erst jetzt Verwendung fand, liegt schlicht daran, dass sie einen nicht mehr auf Schrottplätze lassen – versicherungstechnisch. Wir haben lange telefoniert und schließlich auch einen gefunden in Brandenburg unweit der polnischen Grenze, der uns reinlassen wollte. Aber als wir da ankamen, hat man uns gerade bis zur Müllhalde gelassen. Weiter rein durften wir nicht. (Mit verstellter Stimme): „Haben Sie auch Edelstahl? Chrom?“ – „Ja, haben wir, verkaufen wir aber nicht …“</p>
<p><strong>Warum ist es wichtig, auf Schrottplätze zu gehen?</strong></p>
<p>Es ist nicht wichtig. Aber man kann dort Dinge finden, die vielleicht in sich eine Geschichte tragen, mit der wir etwas anfangen können – etwas Neues. Dinge, die wir überlisten können, so dass sie etwas von sich preisgeben. Es geht nicht um Sound. Wir sind nicht darauf angewiesen, mit Schrott zu spielen. Wir sind mit allen Materialien schon durch und auch mit allem, was sich in irgendeiner Weise überlisten lässt, um etwas von sich preis zu geben. Aber manchmal ist es doch gut, irgendeinen Gegenstand zu finden, der eine andere Geschichte hat. Wie gesagt, da geht es nicht um Klang, sondern darum, dass sich ein metaphorisches Feld öffnet, mit dem wir arbeiten können und mit dem wir irgendwo hin kommen, wo wir noch nie zuvor waren. In der Richtung Schrottplatz ist das für uns aber scheinbar nicht mehr länger abgreifbar. Doch die alte Idee, etwas mit diesen „Polenkoffern“ zu machen, wurde für „Alles in Allem“ neu initialisiert.</p>
<p><strong>Sie hatten sich also woher auch immer diese alten Taschen besorgt. Wie ging das dann weiter?</strong></p>
<p>Zuerst habe ich sie mit Helium gefüllt, weil ich dachte, ich könne sie schweben lassen. Ich stellte mir vor, dass wir auf der Bühne stehen und die Dinger plötzlich abheben und Richtung Bühnenhimmel entfleuchen – und dass das ein großartiges Bild abgäbe. Aber die Taschen wollten weder fliegen noch schweben. Daraufhin haben wir sie mit Styroporflocken gefüllt – Packing Peanuts. Doch da ging in der Band die Diskussion los, ob man überhaupt noch mit Styropor und solchen Materialien arbeiten sollte. Es endete damit, dass wir die Taschen mit Lumpen gefüllt und ein Mikrofon reingesteckt haben. Die Lumpen schaffen ein Volumen, und dieses Volumen zusammen mit dem Anschlag der Schlagzeugstecken auf diesem Plastikgewebematerial hat gereicht, um dem eine Berechtigung zu verschaffen. Und dann gibt es noch eine weitere Tasche, auch als Resultat dieser Diskussion, die ist voll mit kleinen Containern: Tupperware-Dosen, die wiederum mit kleinen Gegenständen wie Erbsen, Nägeln und Münzen gefüllt sind. Die ganze Tasche voll damit! Und die kann man spielen wie eine Mega-Maracas, also eine Rumba-Rassel. Das ist Alexander Hackes Solo-Tasche. Als wir dann gespielt haben &#8230; Rudolf Moser mit seiner Gamelan-Idee, Jochen mit zwei Taschen und Andrew mit zwei Taschen, die übrigens den Rhythmus einer chinesischen Baustelle spielen, die ich mal in Wuhan aufgenommen habe … und als da dann noch Alex’ Solotasche dazu kam, dachte ich mir nur: „Das ist das Meer!“ Ich sah die Wellenbewegung vor mir, das Rudern.</p>
<p><strong>Wie es das Meer in den Text von „Taschen“ geschafft hat, habe ich noch immer nicht kapiert.</strong></p>
<p>Ich hatte ohnehin vor, ein Stück weiterzuschreiben, das auf unserem Album „Perpetuum Mobile“ ist: „Grundstück“. Das beginnt mit dem Satz „Was ich in deinen Träumen suche? Ich suche nichts, ich räume nur auf.“ Das Weiterschreiben ging in diesem Fall so: „Was wir in deinen Träumen suchen? Wir suchen nichts. Wir warten.“ So läuft das oft bei mir: Ich mache mir ein Problem, und dann muss ich dafür eine Lösung finden – das ist für mich Komponieren und Schreiben. Die Frage hier war: Wie komme ich auf die andere Seite von diesem Meer? Da fiel mir Ghayath Almadhoun ein, ein syrisch-palästinensischer Dichter, der gerade auf Deutsch ein Buch veröffentlicht hat mit dem Titel „Ein Raubtier namens Mittelmeer“. Ihn habe ich gefragt, ob ich diese Zeile verwenden darf, und er sagt „I would be honored“. Dieser Buchtitel stand da dann lange als Platzhalter. Bis ich eines Morgens aufwachte und eine Zeile aus „Ich gehe jetzt“ (ebenfalls auf „Perpetuum Mobile“) weiterdachte. Aus der wurde dann „wälzt die Wogen ungeheuer, ein gefrässiges Ungetüm“. Das hat letztendlich diesen Platzhalter von Ghayath Almadhoun ersetzt. Es war tatsächlich die allerletzte Zeile, die ich für das neue Album geschrieben habe. Die einzige Frage, die sich mir dann noch stellte: Kann man Wogen wälzen? (Kunstpause; er lächelt) Das habe ich gegoogelt – ob es irgendwo ein Wogenwälzen gibt. Und siehe da: Ein bedeutender deutscher Dichter hat schon einmal Wogen gewälzt.</p>
<p><strong>Nämlich?</strong></p>
<p>Friedrich Nietzsche (lacht). Wenn er das kann, ist es grammatikalisch wohl justiziabel. Die Zeile war damit gekauft.</p>
<p><strong>Sind Sie zufrieden mit „Alles in Allem“?</strong></p>
<p>Ich finde die ganze Platte großartig. Wir hatten letzte Woche drei Listening-Sessions mit jeweils hundert von unseren Unterstützern, wo wir ihnen das komplette Album vorgespielt haben. Da haben wir sehr viel schönes Feedback gekriegt. „Taschen“ finden alle wunderbar, aber die meisten bezeichnen „Seven Screws“ als das zentrale Stück auf dem Album.</p>
<p><strong>Lassen Sie uns über eine andere Nummer auf „Alles in Allem“ sprechen. In „Grazer Damm“ ruft der Protagonist die Bullen, weil die jungen Leute von Gegenüber die Nacht zum Tag machen. Fiktive Story oder sind Sie schon so weit?</strong></p>
<p>Neee neee neee, das ist ganz anders. Der Grazer Damm ist ja die Straße, in der ich aufgewachsen bin. Meine Schwester wohnt da immer noch. Das Lied fängt an mit fünf realistischen Splittern – von wegen „Der Senat lagert Briketts für schlechte Zeiten ein“ – und hört auf mit fünf realistischen Splittern. Alles dazwischen ist ein Traum. In dem rufe nicht ich die Polizei, die kommt einfach. „Gegenüber auf der Strasse lärmen Leute in Kostümen. Sie trommeln und sie johlen, es soll wohl etwas Festliches sein. Ein festlich verbrämter Krawall.“ Und dann geht es nur noch ums Fallen: Menschen purzeln vom Dach, Fallschirmspringer in Astronautenkostümen landen auf der Straße – das ist einfach ein Traum. Im Original gab es da noch Treibsand, der unter den Personen wegbricht, aber das habe ich gekürzt.</p>
<p><strong>Faszinierend: Sie erinnern sich an Ihre Träume.</strong></p>
<p>Ich habe nicht immer das Glück. Aber ich habe es mir zur Disziplin gemacht, grundsätzlich jeden Tag etwas zu schreiben, und wenn es mir vergönnt ist, mich an einen Traum zu erinnern, dann schreibe ich auch den auf. Ich habe eine ganze Mappe nur mit Traum-Protokollen. Es gibt auch ein NEUBAUTEN-Album, da sind alle Texte nur Träume: „Jewels“.</p>
<p><strong>Nach San Francisco und Peking leben Sie jetzt wieder in ihrer Heimatstadt Berlin. Kann Berlin Sie noch überraschen?</strong></p>
<p>Als wir 2010 aus Peking und San Francisco zurückgekommen sind, sind wir nach Berlin-Mitte gezogen. Ich bin aber gebürtiger West-Berliner. Das vor meiner Haustür ist für mich quasi Terra incognita. Ich verbinde mit diesem Teil der Stadt nichts. Wenn ich hingegen durch den Tiergartentunnel nach West-Berlin fahre, kann ich sagen „dort hat meine Freundin gewohnt“ und „hier war mein Zahnarzt“. Wo ich jetzt lebe, is’ nix, da stammen alle Erinnerungen aus der Zeit nach 2010. Ich bin zwar de facto in Berlin, aber ich komme aus West-Berlin. Und West-Berlin gibt es nicht mehr. Dieses Schicksal teile ich mit anderen Leuten wie Carsten Nicolai: Bei dem steht im Paß „Geburtsort: Karl-Marx-Stadt“. Gibt es auch nicht mehr &#8230; (lächelt)</p>
<p><strong>Die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN durften als erste Künstler in der Hamburger Elbphilharmonie auftreten. Unter uns: Wie steht es denn dort nun um den Klang? Die einen sagen so, die anderen so &#8230;</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-314390" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/einsturzende-neubauten-2023.png" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/einsturzende-neubauten-2023-768x768.png 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/einsturzende-neubauten-2023-80x80.png 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/einsturzende-neubauten-2023-110x110.png 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/einsturzende-neubauten-2023-380x380.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/einsturzende-neubauten-2023.png 800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />(lacht). Schwer zu sagen. Von der Bühne herunter kann ich ja nicht beurteilen, wie sich was anhört. Für uns war es jedenfalls sehr angenehm, dort zu spielen. Aber als kleines Bonmot: Das Problem ist nicht, wie gut ist der Sound – das Problem ist, dass die Leute alles glauben, was sie hören. Wirklich alles, auch, wenn ich mir bei „Silence Is Sexy“ eine Zigarette anzünde &#8230; (Er lächelt) Ich darf noch anfügen: Das letzte Konzert dieser Tour fand ebenfalls in einer Philharmonie statt, nämlich in Luxemburg, und die wurde von dem selben japanischen Sounddesigner eingerichtet und eingemessen. (Pause) Die fand ich besser. (lächelt)</p>
<p><strong>Täuscht mich der Eindruck oder sind die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN ähnlich wie die Kollegen von <a href="https://vampster.com/bands/kraftwerk/">KRAFTWERK</a> inzwischen weitgehend im Museum angekommen? So schäbige Rockclubs spielt Ihr ja kaum noch …</strong></p>
<p>Naja, die Philharmonien stellen noch nicht den größten Teil unseres Tourneekalenders. Es ist aber immer schön und uns vergönnt, etwa in Rom im „Parco della Musica“ oder im „Koncerthuset“ in Kopenhagen zu spielen, das ist wunderbar. Da sind die Voraussetzungen für uns einfach gut. Gerade bei der „Lament“-Tour war es von Vorteil, in bestuhlte Hallen zu spielen statt Open Air. Obwohl: Ein Festival war tatsächlich dabei, Umsonst&amp;Draußen in Belgien. Raten Sie mal, wer da unsere Vorgruppe war?</p>
<p><strong>Verraten Sie es uns!</strong></p>
<p>DONOVAN. (lacht)</p>
<p><strong>Schön!</strong></p>
<p>Finde ich auch. Der hat alle seine Hits gespielt und danach kamen die NEUBAUTEN mit ihrem Erster-Weltkrieg-Programm.</p>
<p><strong>An so einem Abend hat man dann wenigstens nicht zweimal das Gleiche gesehen …</strong></p>
<p>Ja, da war für alle Altersstufen etwas dabei.</p>
<p><strong>Darf ich noch ein paar Fanboy-Fragen loswerden?</strong></p>
<p>Nur zu.</p>
<p><strong>Besteht die Chance, dass Ihr nochmal irgendwann irgendwelche ganz frühen NEUBAUTEN-Sachen live spielt?</strong></p>
<p>Naja, zu unserem 30-jährigen Bandjubiläum hatten wir eine Tour, wo wir immer an zwei aufeinanderfolgenden Tagen an einem Ort gespielt haben: Einen Abend unser ganz normales Programm und am anderen Abend dann spezielle Sachen, die wir nur für diese Tour eingeübt haben. Da war alles dabei, auch Uralt-Stücke wie „Seele brennt“. Aber die Band, die jetzt EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN ist – Version 3.0 -, die operiert ja länger als irgendeine Version davor. Wir sind jetzt mehr als 20 Jahre in dieser Besetzung unterwegs. Die Sachen, die ich mit 1.0 und 2.0 gemacht habe, entsprechen ja gar nicht mehr dem Realismus der Personen, die da heute auf der Bühne anwesend sind. Es gibt Lieder, die spielen wir noch aus dem Repertoire von 2.0, aber es werden immer weniger. Man muss dazu sagen: Viele Dinge, die die NEUBAUTEN über die Jahrzehnte aufgenommen haben, lassen sich gar nicht mehr reproduzieren, weil sie so verhaftet waren mit bestimmten Instrumenten, und wenn diese Gegenstände nicht mehr da sind, dann sind die betreffenden Lieder auch gar nicht mehr spielbar. Ein Stück wie „Draußen ist feindlich“ von unserem Debütalbum „Kollaps“ etwa, das mir jetzt gerade ständig wieder durch den Kopf geht … mit den Textzeilen „Schließ Dich ein mit mir, hier sind wir sicher. Ich liebe Dich, vergiss es!“ übrigens ein ganz wunderbares Quarantänestück …</p>
<p><strong>… zweifelsohne!</strong></p>
<p>… diese Nummer können wir nicht mehr bringen, weil der Deckel, auf dessen drei Ecken diese drei Töne gespielt wurden, nicht mehr existiert. Das müssten wir sampeln und dann auf Knopfdruck vom Keyboard abrufen, was aber ein bisschen uninteressant ist …</p>
<p><strong>Stimmt.</strong></p>
<p>Aber selbst die alten NEUBAUTEN konnten ein Stück wie „Feurio“ live nie so spielen, wie es auf dem Album war. Das ist jetzt ganz anders. „Lament“ wurde nicht als Platte konzipiert, sondern als Live-Ereignis. Und auch die neue Scheibe wurde unter den Gesichtspunkten geschrieben und komponiert „können wir das live?“. Und wir können das ganze Album live spielen. Vielleicht erklärt das auch, warum sowohl „Lament“ als auch „Alles in Allem“ viel mehr Raum haben. Früher hatte ich immer das Gefühl „Hier muss noch was hin“ und „Dort muss noch was gemacht werden“. Jetzt ist da ganz einfach mehr Raum. Wir geben den Dingen mehr Raum.</p>
<p><strong>Eines meiner ewigen Lieblingsstücke der NEUBAUTEN ist „Merle (Die Elektrik)“. Aber was ist das für eine Stimme, die da erzählt, dass Merle eine rothaarige Schwester hatte und dass die auch nicht länger durchhalten wird. Das war ein Polizei-Tonband, oder?</strong></p>
<p>Das ist richtig. Aber dieses Tonband war gar nicht der Ausgangspunkt von dem Stück. Als wir 1983 an „Die Zeichnungen des Patienten O.T.“ gearbeitet haben, war der Arbeitstitel „Jäger &amp; Sammler“. Das war eine Entwicklung aus dem Album vorher – „Kollaps“ – wo wir dieses Schlagzeug hatten, das auseinander bricht in seine Einzelteile, sich in ganz viel Metall verwandelt. Der nächste Schritt von dort war für uns der Ansatz: Wir spielen nicht nur auf Metall, wir erforschen jetzt alles! Alle Materialien, die uns zugänglich sind. Wir sammeln, was wir finden können, auch Audioaufnahmen. „Merle“ fängt an mit einem großen Blech, das an mehreren Stellen mit Kontaktmikrofonen versehen wurde und auf dem alles mögliche gemacht wird – herumgekratzt, draufgehauen. Dazu kamen kleine Elektrogeräte wie ein Gravurstift. Das ist der instrumentale Hintergrund. Auf Tour fiel uns dann eine Tageszeitung in die Hand, in der eine Telefonnummer angegeben war, die man anrufen und die Stimme eines Kindesentführers identifizieren sollte. Das war dann dieses „Kennen Sie eine Merle? Sie wird auch nicht länger durchhalten!“ Es stellte sich später aber heraus, dass das ein Trittbrettfahrer war. Relativ disperate Sachen, die hier zusammengefasst wurden. Aber für uns war das Forschung.</p>
<p><strong>Jetzt hab’ ich ja einen soliden Rock-Hintergrund …</strong></p>
<p>Ich auch!</p>
<p><strong>… durch den ich seinerzeit auf die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN aufmerksam geworden bin. Weil ich mich wunderte, welch komisches Männchen dieser HENRY ROLLINS da tätowiert hatte. Dasselbe Männchen tauchte bei Al Jourgensen von <a href="https://vampster.com/bands/ministry/">MINISTRY</a> auf und bei dem Typen von <a href="https://vampster.com/bands/mayhem/">MAYHEM</a>. Oder auf T-Shirts, die Max Cavalera von <a href="https://vampster.com/bands/sepultura/">SEPULTURA</a> trug &#8230;</strong></p>
<p>Stimmt, SEPULTURA. Die habe ich aber nie getroffen. Wir waren aber auch nur einmal in Brasilien auf Tour. HENRY ROLLINS kenne ich, der hat uns mal live gesehen. Das war ein Auftritt in „Max’s Kansas City“ in Los Angeles, bei dem sich Mufti (FM Einheit) schwer verletzt hat und genäht werden musste. Als ROLLINS nach der Show zu uns in Hotel kam, saßen wir da, tranken Wodka und waren schwer bandagiert. Das muss ihn schwer beeindruckt haben. War voller Körpereinsatz damals … (lacht) Aber was die ganzen Metalbands angeht, da kenne ich mich nicht aus. Der solide Rockhintergrund, das sind in meinem Fall die BEATLES, die ROLLING STONES, THE DOORS und THE VELVET UNDERGROUND. Was Metal angeht, müssen Sie Alex (Alexander Hacke) fragen, der kennt sich da aus. Ich nicht. Ich bin so weit weg von dem ganzen Kram … (überlegt) Ich kenne BILLIE EILISH, weil meine Tochter die hört. Finde ich gut. Aber wenn Sie jetzt sagen KAYNE WEST, dann habe ich den Namen schon mal gehört, aber mehr kann ich zu ihm nicht sagen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-314393" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Einsturzende-neubauten-Logo.jpg" alt="" width="500" height="575" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Einsturzende-neubauten-Logo-380x437.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Einsturzende-neubauten-Logo.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></p>
<p><strong>Nochmal zu Berlin: Die NEUBAUTEN haben sich ja immer mal wieder mit der Architektur und der Stadtgeschichte ihrer Heimatstadt beschäftigt, sei es in dem Filmprojekt „Berlin Babylon“ (2001) oder bei dem Konzert, das die Band 2006 im Palast der Republik gespielt hat, bevor dieser abgerissen wurde.</strong></p>
<p>Im Palast der Republik haben wir gespielt, weil es uns im Rahmen der Phase III angeboten wurde. Da muss ich ein wenig ausholen. Wir haben ja in diesen verschiedenen Konstellationen unseres Supportermodells aka Crowdfunding immer versucht, Fehler aus der Phase vorher auszumerzen. In diesem Fall hatten wir uns überlegt, ans Ende der Phase III ein großes exklusives Supporterereignis zu stellen. Und da kam Matthias Lilienthal vom Theatercombinat Hebbel am Ufer auf uns zu. Der durfte damals eine Woche lang den Palast der Republik bespielen und bot uns an, dass wir dort etwas machen können. Für uns hat es sich angeboten, unser Supporterkonzert dort zu machen. Genau genommen sind wir zweimal im Palast der Republik aufgetreten, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen: Einmal ohne Bühne und ohne Security nur für die Supporter und ein zweites Mal mit einem offiziellen Konzert auf einer Bühne mit Licht, Eintritt, Sicherheitsleuten undsoweiter. Der erste Abend war natürlich ein komplett außergewöhnliches Konzert mit einem ganz anderen Programm und ganz anderen Stücken. Wir haben auch das Gebäude selbst bespielt, haben Pfeiler und Geländer mikrofoniert und mit dem Gebäude selbst gespielt. Die ganze Aktion war eine brillante Lektion in der Kraft sich selbst organisierender Menschenmengen. In den Tagen zuvor hatten wir mit den Supportern einen Chor einstudiert. Die sind früh um 5 Uhr aufgestanden, um mit Andrew 50 Trommeltische irgendwo in Berlin-Dahlem abzuholen, jemand anderes kommt und sagt, er macht die Teeküche undsoweiter. Dieser Tag war ein wunderbares Beispiel an anarchistischer Selbstorganisation und eines meiner Lieblingskonzerte in der gesamten NEUBAUTEN-Geschichte. Dem folgte am Tag danach wie gesagt ein weiteres Konzert im Palast der Republik, das wir dann auch als DVD veröffentlicht haben …</p>
<p><strong>Haben Sie „Berlin Babylon“ gesehen – die Serie?</strong></p>
<p>Sie meinen „Babylon Berlin“ &#8230;</p>
<p><strong>Äh … ja. Sorry, da hatte ich einen Dreher drin.</strong></p>
<p>Weil „Berlin Babylon“ gab es ja schon – mit Musik der EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN. Deshalb durfte sich die Serie auch nicht so nennen.</p>
<p><strong>Witzig: Den Film „Berlin Babylon“ (2001) habe ich gestern als Vorbereitung auf dieses Gespräch noch einmal geguckt und war überrascht: Der ist richtig gut gealtert.</strong></p>
<p>Finde ich auch. Es gibt ja nicht viele Filme, die man ausdrücklich als Architekturfilme bezeichnen kann, aber das ist einer. Zu ihrer Frage: Ja, ich habe in Australien ein paar Folgen von „Babylon Berlin“ gesehen. Hmmm … sagen wir mal ganz unverdächtig: Wenn jetzt nicht Corona-Krise wäre, dann hätten wir uns 2020 auf ein Jahr einstellen können, in denen wir die ganze Zeit mit „Die goldenen Zwanziger“, Charleston und Kokain konfrontiert gewesen wären. Und darauf habe ich mich nicht gefreut.</p>
<p><strong>Die „Roaring Twenties“ sind ja mythisch ähnlich überhöht wie die 80er Jahre in West-Berlin …</strong></p>
<p>Die hatten wir in den Jahren zuvor, wo die ganzen 80er-Jahre-Westberlin-Bücher und -Filme rauskamen. „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ mit Alexander Scheer als Blixa Bargeld zum Beispiel.</p>
<p><strong>Wie ist es, wenn man sich selbst im Kino groß auf der Leinwand sieht?</strong></p>
<p>Ich habe mich köstlich amüsiert. Ich hatte mich ja vorher mit Alexander Scheer getroffen, der hatte sich tatsächlich in persona auf die Rolle vorbereitet. Dem musste ich den berühmten Blixa-Quietscher zeigen, wie man so schreit (gibt eine Kostprobe). Ein großartiger Schauspieler. Den, der NICK CAVE gespielt hat, fand ich weit weniger beeindruckend als den, der mich gespielt hat. (lacht)</p>
<p><strong>Als NICK CAVE zuletzt auf der Waldbühne in Berlin gespielt hat, sind wir im Vorfeld schwer davon ausgegangen, dass Sie sich zumindest mal kurz auf der Bühne blicken lassen werden &#8230;</strong></p>
<p>Keine Ahnung, hab ich gar nicht mitgekriegt. Wahrscheinlich war ich an dem Tag ganz wo anders. Er sagt eigentlich schon Bescheid, wenn er in der Stadt ist, und ich bin auch immer eingeladen, vorbeizuschauen.</p>
<p><strong>Wie war das bei seinem Film „20.000 Days on Earth“ (2014), wo Sie ja auch auftauchen?</strong></p>
<p>Hab ich nicht gesehen. Ich gucke mir die Filme, in denen ich selber vorkomme, nie an.</p>
<p><strong>Aha. Warum nicht?</strong></p>
<p>Wees ick nich’ … Halt: Den Film von Sophie Kluge, in dem ich ihren Nachbarn spiele, den habe ich mir angeguckt. Ich war ja tatsächlich ihr Nachbar, denn sie wohnte gleich dort gegenüber (deutet zum Fenster hinaus). Wir kannten uns aber nur vom Über-die-Straße-Zuwinken. Genau diese Rolle hatte sie mir in ihren Film geschrieben, das war köstlich und amüsant. Diesen Film („Golden Twenties“, 2019) habe ich tatsächlich gesehen. Aber sonst gucke ich mir Filme mit mir nie an.</p>
<p><strong>Krass.</strong></p>
<p>Wieso?</p>
<p><strong>Naja, die NICK-CAVE-Doku fand ich zum Beispiel wirklich großartig. Wie er selbst seine Biographie strickt und damit auch ein Stück weit sein eigenes Leben inszeniert, das hat schon was.</strong></p>
<p>Wissen Sie, was lustig war? Ich sitze hinten bei ihm im Auto und er erzählt mir was von „20.000 Days on Earth“. Und ich sage: „Oh, witzig. Da gibt es einen NEUBAUTEN-Song, in dem setze ich mich hin und zähle nach, wie viele Tage ich denn schon lebe. Um dann festzustellen: Das hier ist gerade meine 12305 Nacht.“ Daraufhin drehte sich NICK zum Produzenten um und rief: „Wir müssen den Filmtitel ändern!“ (lacht)</p>
<p><strong>A propos NICK CAVE &amp; THE BAD SEEDS: Sie haben auf dem neuen NEUBAUTEN-Album nach langer Zeit mal wieder Gitarre gespielt …</strong></p>
<p>Ja. Ich hab mir sogar eine gekauft, weil ich zu faul war, die anderen wieder in Schuss zu bringen. Die Gitarren, die ich bei NICK CAVE gespielt habe, die alte 67er-Fender etwa, die stecken immer noch in denselben Koffern, in die ich sie verpackt habe, als ich die BAD SEEDS verlassen habe.</p>
<p><strong>Und: Ist Gitarrespielen wie Fahrradfahren – man verlernt es nicht?</strong></p>
<p>Naja, sagen wir mal so: Ich habe es nie gelernt. Ich bin ja der bekannteste Nicht-Gitarrist, der Gitarre spielt. Mein Ideal des Gitarrespielens ist es, eine Gitarre anzuschließen und dann mit Missachtung zu strafen.</p>
<p><strong>Ein ganz hervorragender Ansatz.</strong></p>
<p>Ja. Die New York Times hat mal geschrieben, ich spiele Gitarre, als würde ich auf den Bus warten – also von der Bühnenpräsenz her. Das ist auch ungefähr das, was ich will. Umgekehrt ist vor ein paar Jahren eine Graphic Novel über NICK CAVE erschienen, in der sieht man mich immer nur breitbeinig dastehen, wie Gitarrengötter das eben so machen sollen – also genau so, wie ich auf der Bühne nie Gitarre gespielt habe, diese ganze Form, wie ich sie verachte.</p>
<p><strong>Stimmt es, dass die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN für einen speziellen Klang oder für ein spezielles Geräusch schon mal mit ihrem Equipment um die halbe Welt reisen, um dieses einzufangen und aufzunehmen?</strong></p>
<p>In den 80er Jahren mag das zugetroffen haben, bei Konzepten wie „Jäger &amp; Sammler“ – wir sprachen vorhin darüber. Da hatte ich immer einen Walkman-Recorder dabei. Wenn ich heute mal etwas aufnehmen will, dann habe ich mein iPhone. Die alten Kassetten von damals gibt es aber alle noch. Das NEUBAUTEN-Kassettenarchiv – 500 bis 600 Kassetten, alle sauber beschriftet und durchnummeriert – ist komplett digitalisiert und wurde zum Teil den Supportern zugänglich gemacht. Alles, was irgendwann mal aufgenommen wurde, ist immer noch da. Es gibt ja keine Notwendigkeit, das zu löschen.</p>
<p><strong>Ist aber schon auch ein Aufwand, das alles zu digitalisieren und beschriften.</strong></p>
<p>Die Kassetten sind beschriftet und nummeriert gewesen. Die wurden dann eingeschickt und digitalisiert. Da gab es viele Sachen, die ich beim Hören nicht mehr identifizieren konnte, wann, wo und wie sie entstanden sind. Aber vieles lässt sich auch noch rekonstruieren. Seltsam ist, dass in letzter Zeit immer mehr Nachfragen kommen, was unser Archiv betrifft. Zum Beispiel der letztjährige Berlinale-Gewinner, ein rumänischer Film namens „Touch Me Not“: Die Regisseurin und die Produzentin haben mich vorher kontaktiert, um mir ihren noch nicht fertigen Film zu zeigen. Da kommt dann an einer Stelle plötzlich eine Musik, und ich denke mir „Das kennst du doch …“: Das war eine Aufnahme, die es nur auf Kassette gab oder vielleicht als Bootleg, die ich und Andrew (N. U. Unruh) 1980 im Inneren einer Autobahnbrückenauffahrt aufgenommen haben. Dieses Stück hatte sie sich ausgesucht und wollte es in ihrem Film haben. Das, was da in dem Film zu hören war, war die vierte oder fünfte Generation vom Original entfernt … und das Original musste ich natürlich erst einmal in diesem Kassettenarchiv finden und digitalisieren, damit die das in ihrem Film verwenden können. Das Erstaunliche war, dass wenig später die nächste Anfrage kam, ebenfalls für ein Stück aus dieser Autobahnbrücke – diesmal von einem New Yorker Filmemacher. Ich wundere mich, woher diese Menschen plötzlich diese Stahlmusik von 1980 kennen …</p>
<p><strong>Sie scheinen sehr strukturiert zu arbeiten. Viele Künstler haben ihren Kram unsortiert in irgendwelchen Kisten im Keller oder auf dem Dachboden – wenn überhaupt etwas die Jahre und Jahrzehnte überlebt hat …</strong></p>
<p>Es gibt ein NEUBAUTEN-Archiv, für das sich in Deutschland aber noch nie irgendjemand interessiert hat. Das wird wahrscheinlich nach Stanford gehen. Ein Germanist und Kommunikationswissenschaftler von der Stanford University hat dafür Interesse angemeldet &#8230;</p>
<p><strong>NEUBAUTEN-Archiv heißt: Die digitalisierten Kassettenaufnahmen, Ihre Texte und Aufzeichnungen &#8230;</strong></p>
<p>Ich habe Berge an Aufzeichnungen. Schauen Sie … (er greift hinter sich und holt ein gebundenes Buch hervor): Das hier ist Band 70 meiner Notizen – und die fangen erst 1993 an. Dann gibt es die ganzen Kassetten, die ganzen Videokassetten, die Aufnahmebänder aus dem Studio, die ganzen Webcasts, seit wir Crowdfunding erfunden haben … Letzteres ist natürlich der Grund, warum Stanford das haben will: Wegen dieser Crowdfunding-Erfindung.</p>
<p><strong>Und: Kriegen sie es?</strong></p>
<p>Bis jetzt ja. Sonst hat ja niemand anderes Interesse angemeldet.</p>
<p><strong>Ich habe den Eindruck, dass die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN noch immer sehr analog arbeiten – analog im Sinne von Stift und Papier &#8230;</strong></p>
<p>Wir arbeiten auf eine recht altmodische Weise, das ist richtig. Wir gehen in ein Tonstudio mit einem Toningenieur und sind dort meistens zusammen in einem Raum, wo wir unsere Musik gemeinsam einspielen. Dann hören wir uns das an und machen Take 2, Take 3 undsoweiter. Das sind alles Techniken, die ökonomisch nicht mehr rechtfertigbar sind und die aufgrund der Produktionsweise direkt wieder eine Rückwirkung haben auf das, was überhaupt an Musik produziert wird. Das, was sich für eine Plattenfirma heute rechnet, ist ein Duo, das zu Hause mit einem Laptop alles fertig macht. Sowas rechnet sich, das kann man erklären. Alles, was in Richtung einer Band geht, fängt automatisch an, ökonomisch eine ganz andere Kategorie zu werden. Deswegen haben wir ja auch diese Flut von elektronischer Musik. Sie haben vorhin Heavy Metal angesprochen, da ist Band noch das normale Format. Ansonsten ist es zunehmend schwierig, das in der Musikindustrie durchzusetzen, weil es sich nicht wirklich rechnet. Wir wissen inzwischen alle: Das einzige, was du machen kannst, ist touren. Live spielen und Merchandise verkaufen ist das einzige, was bleibt. Die Platte ist nur noch Beiwerk. Deshalb sind Plattenfirmen ja auch schon lange umgestiegen auf das Konzept „Wir verkaufen den ganzen Künstler“: Die wollen einen Teil vom Merchandise und einen Teil der Toureinnahmen haben. Dafür machen sie die Promo für die Platte. Zumindest in der Größenordnung MADONNA läuft das längst so.</p>
<p><strong>Und Ihr habt Euch mit den NEUBAUTEN so weit es geht aus diesem ganzen Zirkus rausgenommen.</strong></p>
<p>Im Prinzip ja.</p>
<p><strong>Die Promoterin etwa, die dieses Interview angeleiert hat, bezahlt Ihr selbst?</strong></p>
<p>Die haben wir engagiert, das wird alles aus unseren Patreon-Einnahmen bezahlt. Eine große Neuerung für uns ist: Bislang haben wir uns den ganzen Streaming-Diensten verweigert. Weil das Geschäftsmodell für die Künstler beschissen ist. Das Geld, das man aus diesen Streamingdiensten bekommt, ist viel zu wenig. Aber die machen inzwischen einen so hohen Prozentsatz im gesamten Musikkonsum aus, dass wir nicht länger maschinenstürmerisch unterwegs sein und uns dem verweigern konnten. Unsere ganzen letzten Platten haben wir alle mit Download-Code veröffentlicht. Kürzlich habe ich darüber mit jemandem von einer Plattenfirma gesprochen, und der hat mir erzählt, dass die das mal überprüft haben: Kaum einer dieser Download-Codes wird benutzt. Das heißt, wir bezahlen für die Bereitstellung dieser Downloads, die aber niemand nutzt. Das Modell für die meisten unserer Musikkonsumenten ist: Ich kaufe mir das Vinylalbum, ansonsten habe ich ja Spotify – fürs Joggen oder im Auto. Da lädt keiner mehr irgendwelche Mp3s runter.</p>
<p><strong>Streamen Sie?</strong></p>
<p>Ich höre ziemlich viel Radio übers Netz – vor allem BBC 3, die Sendung „Late Junction“. Ein genreübergreifendes Programm, in dem ich dann tatsächlich auch noch überrascht werden kann von irgendetwas Musikalischem. Hier … (er kramt nach einer Notiz) … gestern dort entdeckt: eine Künstlerin namens DERADOORIAN. Schon mal gehört?</p>
<p><strong>Noch nie.</strong></p>
<p>Beeindruckend! Ein Drumming wie Jaki Liebezeit, der CAN-Schlagzeuger. Toll!</p>
<p><strong>Ist es Ihnen wichtig, dass die aktuellen NEUBAUTEN-Platten auf Vinyl erscheinen?</strong></p>
<p>Mir nicht, aber vielen anderen Menschen. Aber auch für mich ist es schön, sie als Schallplatte zu haben. Nur verbringe ich nicht viel Zeit damit, mir meine eigenen Platten anzuhören.</p>
<p><strong>Letzte Frage: Wird bei den Bargelds zu Hause gerade viel gekocht?</strong></p>
<p>Jeden Tag. Ich habe einen Quarantäne-Videoblog für die Unterstützer. In meiner Bibliothek steht inzwischen eine PA mit Mixer, Mikrofon und diversen Loop-Maschinen, damit kann ich alle möglichen Sachen machen. Einmal in der Woche gibt es außerdem die Sonder-Edition „Cooking With Blixa“. Heute gebe ich wieder bekannt, was wir am Freitag machen werden, und dann ist Synchronkochen angesagt. Die Unterstützer loggen sich ein, haben die gleichen Zutaten vor sich, und dann koche ich mit denen zusammen. Wir essen auch gemeinsam – also nicht wie in einer Kochshow, von wegen „Ich hab da mal was vorbereitet“, sondern tatsächlich alles in Echtzeit. Das alles landet dann auf InstagramTV, inklusive der Playlist, was da für Musik im Hintergrund läuft.</p>
<p><strong>Ist das dann so Artsy-fartsy-Kram, den Sie zubereiten?</strong></p>
<p>Nein, gar nicht. Zeiten wie diese verlangen nach einfachen Gerichten – aber immer mit einem ungewöhnlichen Dreh. Eine Brokkolisuppe zum Beispiel, aber dann als „Seared Broccoli Soup“ nach dem Rezept von Melissa Clark von der New York Times. Die unterscheidet sich dadurch, dass man den Brokkoli erst einmal konsequent anbrennen lässt. Wenn man den dann rausnimmt, ist er auf der einen Seite grün und auf der anderen Seite braun. Dann macht man alles fertig und hat am Ende eine Brokkolisuppe, die schmeckt, wie man noch nie zuvor eine Brokkolisuppe gegessen hat. So’ne Rezepte mach ick. Oder das römische Stadtrezept „Spaghetti Cacio e Pepe“: Spaghetti mit Pecorinokäse und schwarzem Pfeffer. Hier ist der Trick, dass man aus dem Pfeffer einen Sud machen muss: Grob zermalen, mit dem Nudelwasser ein wenig aufgießen und so lange kochen, bis man eine Flüssigkeit hat, die wie Kaffee aussieht. Dann erst wird das mit den Nudeln und dem Käse vermischt. Drei Zutaten – fertig!</p>
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		<band><![CDATA[EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN]]></band>
<genres><![CDATA[electronic, AVANTGARDE, SONSTIGE]]></genres>
<wpid>314386</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>Interview mit DJUNAH: Sexuelle Kraft statt sexueller Scham</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/interview-mit-djunah/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2023 08:45:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DJUNAH]]></category>
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					<description><![CDATA[Zugegeben, es fühlt sich in Zeiten von Streaming-Portalen häufig redundant an, über Musik zu schreiben, wenn der neueste&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zugegeben, es fühlt sich in Zeiten von Streaming-Portalen häufig redundant an, über Musik zu schreiben, wenn der neueste Hype immer nur einen Klick entfernt ist. Wenn allerdings eine DIY-Band wie <a href="https://vampster.com/bands/djunah/">DJUNAH</a> mit ihrem zweiten Album<a href="https://vampster.com/cd-reviews/djunah-femina-furens/"> „Femina Furens“</a> ganz unverhofft via <a href="https://djunah.bandcamp.com/album/femina-furens">Bandcamp</a> den Weg von Chicago nach Süddeutschland findet, sich auf AOTY-Kurs begibt und die Welt eines Rezensenten auf den Kopf stellt, dann ist sie wieder da, die Mission, der ganzen Welt diese eine Band vorzustellen und zu hoffen, dass sie bald in jeder gut sortierten Sammlung emotionaler Musik zu finden ist. Also, Bühne frei für die sympathische und humorvolle Donna Dianne, mit der ich anderthalb Stunden über Trauma, Selbstermächtigung, Multitasking mit den Instrumenten und das DIY-Leben sprach.</strong></p>
<p><strong>Hi Donna, ich hoffe dir geht’s gut.</strong></p>
<p>Ja, es ist Freitag, ich bin happy. (lacht)</p>
<p><strong>Ich sehe, du bist in einem sehr schönen Raum mit einer Menge Equipment.</strong></p>
<p>Das ist mein Büro. The place where the magic happens.</p>
<p><strong>Donna, ich habe in letzter Zeit sehr meine Aufgaben vernachlässigt, weil ich nur DJUNAH gehört habe. Das hat mich an die Prä-Internet-Zeit erinnert, als man im Monat nur Geld für eine CD hatte und die dann pausenlos hörte.</strong></p>
<p>Das finde ich toll! Das ist auch eine meiner liebsten Erinnerungen. (lacht)</p>
<p><strong>„Femina Furens“ hat so unglaublich viel zu bieten. Es ist nicht nur ein lautes, lärmendes Album, da ist so eine emotionale Tiefe darin. Ich mag dieses Klischee nicht, von Musik als Therapie zu sprechen, aber hier spürt man wirklich, dass du dir etwas von der Seele geschrieen und geschrieben hast. Wenn ich die Lyrics lese und die Musik dazu höre, finde ich zwei Geschichten. Eine über alte Verletzungen und eine über Selbstermächtigung.</strong></p>
<p>Ja, absolut. Das passt!</p>
<p><strong>Du wurdest mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (C-PTSD) diagnostiziert, in der Folge hast du die Texte geschrieben, was zum Album führte.</strong></p>
<p>Einige der Texte hatte ich schon vorher geschrieben, aber als ich mit C-PTSD diagnostiziert wurde, verstand ich meine Kunst auf ganz neue Weise. Ich verstand, warum und wie ich über manche Themen schrieb. Dabei wurde mir klar, dass ich schon immer Poesie mit Musik verbinden wollte. Zu dieser Zeit entstand das Grundgerüst des Albums.</p>
<p><strong>Eins der Gedichte, das zu einem Songtext geworden ist, trifft mich regelmäßig wie ein Hammer. „Reining“ ist so eine Art zentrales Stück auf dem Album, zumindest textlich. Musikalisch ist es das leiseste Lied auf „Femina Furens“. War das eine Art Startpunkt?</strong></p>
<p>Es war nicht eines der ersten Lieder, das ich geschrieben habe, aber das ist das älteste Gedicht. Ich habe damit schon begonnen, als ich vor langer Zeit verheiratet war. (lacht) Ich habe einen seltsamen Sinn für Humor und das ist ein Gedicht über die Ehe. Ich konnte es erst zu den Arbeiten an „Femina Furens“ fertig stellen. Es behandelt Themen wie die Rollen der Frauen und die Ambivalenz in einer Ehe. Es geht um das Gefühl, Besitz zu sein, wie es Frauen noch heute oft gelehrt wird. Es geht darum, dass das auf eine seltsame Art und Weise genossen wird, auch wenn es nicht genossen werden kann, dreht sich aber auch um Geschlechtsrollen und sexuelle Identität.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich habe meine eigene Stimme gedrosselt, obwohl ich mit einer recht lauten Stimme geboren wurde. [&#8230;] Aber die gute Nachricht ist, dass es niemals zu spät ist, das schätzen kann, was man hat und sagen kann: &#8218;Fuck it, ihr liegt falsch.&#8216; Das Tolle ist, dass es Menschen gibt, die zu mir gesagt haben, dass ich eine der besten Stimmen habe, die sie je gehört haben. Es ist egal welche Stimme du hast, es gibt jemand da draußen, der oder die sie liebt.&#8220; &#8211; Donna Diane lernte erst spät ihre eigene Stimme einzusetzen.</p></blockquote>
<p><strong>Das finde ich sehr interessant, denn im Text zu „Lopsided“ findet sich eine Referenz zur Mutter, und hier habe ich Geschlechterrollen vermutet und darin die Wurzel des Übels.</strong></p>
<p>Als Frau, die in Traumabehandlung ist, ist das nicht mein Haupttrauma, aber darin geht es um die allererste Erfahrung mit sexualisierter Scham, wenn man bemerkt, dass der Körper schambehaftet ist, oder dass man sexuell unperfekt ist. Ich meine, jeder ist körperlich etwas „lopsided“, also schief. Das ist natürlich eine größere Metapher für das Unperfekte. In der Traumatherapie passiert es oft, dass eine frühere, völlig verdrängte Erinnerung während einer Sitzung plötzlich glasklar wieder zum Vorschein kommt. Diese Geschichte war auch eine Erinnerung, die mich sehr überrascht hat. Der Text zu „Lopsided“ ist auch fast genauso abgedruckt, wie ich ihn aufgeschrieben habe. Das ist eine recht ausschweifende Geschichte, also mehr Storytelling als traditionelle Lyrik.</p>
<p><strong>Die Musik passt perfekt zu dieser Art des Storytellings. Das war auch einer der Songs, in denen so viel passiert und es dauert, bis sich die Struktur erkennen lässt und es klick macht. Und schließlich wird daraus ein großes Ganzes und ist sehr kraftvoll.</strong></p>
<p>Ich war mir nicht so ganz sicher, wie die Leute darauf stehen werden. Ich habe viele verschiedene Sachen auf dem Album ausprobiert, nicht nur Wall Of Sound, Wall Of Sound, Wall Of Sound. Als wir auf Tour waren, haben mir viele Leute gesagt, dass „Lopsided“ ihr Lieblingssong ist und in ihnen etwas auslöst. Ich liebe es, wenn die Menschen so auf diese Experimente reagieren. Als ich meinen Drummer Jared erstmals vorgespielt hat, war er etwas verhalten. Er fand ihn etwas lang und ich musste ihm klar sagen, welche Vision ich hatte. Aber als er den Song dann verstand, war er wirklich drin und fing an, ihn zu lieben. Ich persönlich mag es auch gerne, wenn man etwas Arbeit hineinstecken muss, um einen Song wertzuschätzen, denn dann bleibt er auch hängen.</p>
<p><strong>Die Texte sind natürlich aus der Perspektive einer Frau, ist ja auch keine Überraschung bei einem Titel wie „Femina Furens“. Ist das Album eigentlich ein feministisches, oder ist das schon zu politisch – immerhin ist es ja ein sehr persönliches Werk. Andererseits lässt sich das Persönliche und das Politische nicht trennen.</strong></p>
<p>„The personal is political and the political is personal“ ist eine der wichtigsten Aussagen des Feminismus. Und da ist auch diese Ambivalenz in Bezug auf Geschlechterrollen für viele Menschen. Nicht jede Person kann sich mit den Eigenschaften des eigenen Geschlechts identifizieren. Einige Teile des Geschlechts sind passend, andere nicht. Es gibt diese seltsame Nostalgie, die uns sagt, wie man zu sein hat, auch wenn wir einige Eigenschaften dieser Rollen ablehnen – das sorgt für Wut und Frustration. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Sicht auf Geschlechterrollen revolutioniert und auf gewisse Art und Weise sage ich good bye zu diesen Rollen, weil ich erfahren habe, wie zerstörerisch das sein kann.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-313241" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover-800x800.jpg" alt="" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DjunahFeminaFurensCover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Darüber denke ich auch seit einigen Jahren nach. Ich bin zweifacher Vater von einem Sohn und einer Tochter. Meine Frau und ich dachten nie, dass wir niemals auf klassische Familienstrukturen zurückgeworfen werden könnten, aber das lässt sich nicht so leicht ändern. Es ist schwer, dem zu entkommen, und wir sind schon einige Schritte weiter als die Generation vor uns, aber es ist immer noch nicht ideal.</strong></p>
<p>Du nimmst ja immer noch das Bild mit, das du als Kind erhalten hast. Da wurdest du geprägt, mit dem, was eine gute Mutter und was ein guter Vater ist. Wir alle haben diese Bilder in uns und es ist ein Kampf sich davon zu lösen. Man fühlt sich nicht genug, weil man es anders macht, und das ist eigentlich ziemlich traurig. Nur weil uns eine Geschlechterrolle etwas sagt, müssen wir dem Bild nicht folgen. Warum fühlen Frauen Scham in Bezug darauf, wie sie ihr Familienleben leben? Das ist auch Teil der westlichen Kultur, in der wir leben.</p>
<p><strong>Und was hast du getan, um all dem zu entfliehen? Du wurdest zu einer Kriegerin.</strong></p>
<p>Ja!</p>
<p><strong>Die Kriegerin auf dem Cover, ist das dein Alter Ego, oder bist das du direkt als Person? In „Soft Would Circle“ schreist du am „I Lay Out My Heart So Loud“ – damit zückst du auch dein Schwert.<br />
</strong></p>
<p>Absolut. Frauen wurden im Metal auf Covers seit Jahrzehnten so dargestellt. Und das ist auch etwas, von dem diese Ambivalenz herrührt. Wenn du in jungen Jahren mit den Medien auf diese Art aufgewachsen bist, ist da diese komische Nostalgie für diese weibliche Sexualität, aber daneben steht auch Wut und Abneigung gegen so eine Objektifizierung, die einem nicht erlaubt eine Person zu sein, die sich selbst ausdrückt und ihre eigene Sexualität, die eigene Wut, die eigene Kraft leben darf. Daher kommt die Idee, eine Kriegerin entstehen zu lassen. Außerdem ist da noch die Traumatherapie. Man muss echt stark sein, um sich darauf einzulassen. Das ist nichts für die Furchtsamen, man darf nicht den Glauben daran verlieren, dass man am Ende stärker wieder herauskommt. Ich habe lange Zeit keinen Ärzten getraut, das war also wirklich schwierig für mich, aber ich fand Kraft und Vertrauen in mir. Ich wollte das auf dem Cover versinnbildlichen &#8211; vor allem, da ich auf dem Cover von „Ex Voto“ in Schwesterntracht zu sehen bin. (lacht) Beide Bilder zeigen traditionelle Abbilder von Frauen, aber sie sind sehr unterschiedlich. Es ist auch so, als hätte ich auf dem Cover von „Femina Furens“ die Schwesterntracht abgenommen und darunter verbirgt sich die Rüstung.</p>
<p><strong>Die Kriegerin taucht auch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YuRIujYDi2c">im Video zu „Seven Winds Of Sekhmet“</a> auf, das ein ziemlich wichtiger Teil des ästhetischen Konzepts von „Femina Furens“ ist. Hat dieser Auftritt dir Mut abverlangt?</strong></p>
<p>Ich hatte die Idee zu dem Video schon vor längerer Zeit, aber ich dachte zunächst nicht, dass ich es durchziehen könnte – aus den verschiedensten Gründen. Irgendwann entschied ich mich dazu, es zu drehen, und ich ließ das Zögern und die Angst beiseite. Ich sah es dann weniger persönlich, sondern eher von außen. Als wir dann daran arbeiteten, sah ich noch kritischer als der Regisseur Dave Rentauskas darauf. Ich war sehr darauf aus, was darin passiert und wie es rüberkommt. Generell haben die Menschen ja immer ihre Assoziationen über Stereotype, darüber was Frauen tun sollen und wann sie ausgenutzt werden. Aber ich war echt erstaunt, wie wohl ich mich fühlte, mich auf diese Art auszudrücken, weil ich eben eine konkrete Vision hatte. Die Story ist eine Referenz an die Geschichte von Eva aus der Bibel und es war sehr wichtig für mich, eine Geschichte der Ermächtigung auf andere Art zu erzählen. Es geht um sexuelle Kraft und nicht um sexuellen Scham. Das ist sehr bedeutungsvoll für mich. Und es geht nicht um mich, die halbnackt vor der Kamera steht. (lacht)</p>
<blockquote><p>&#8222;Manchmal geht die emotionale Sonne unter, manchmal geht sie auf. Auf diese Wellen zu reiten macht es so wundervoll, ein Mensch zu sein.&#8220; &#8211; Donna Diane über die Fülle der Emotionen.</p></blockquote>
<p><strong>Der Song selbst ist auch wirklich kraftvoll und eingängig. Die Wut ist spürbar, aber nicht im Sinne von „verbrannte Erde hinterlassen“. Der andere Pol des Albums ist etwas melancholischer, und das Besondere ist, dass sich diese Extreme abwechseln. Hast du bewusst diese Abwechslung einer Heldenreise im Sinne von „vom Trauma zur Ermächtigung“ vorgezogen? Das ist eher ein Zyklus, der sich immer wiederholt.</strong></p>
<p>Es freut mich, dass du das erkannt hast, weil es auf „Femina Furens“ viel um Zyklen geht. So ist es mit den Emotionen generell: Es kommt alles in Zyklen und wiederholt sich dann. Es gibt auch nicht so recht einen Ausstieg daraus, auch wenn ich mir das manchmal wünschen würde. Einmal glücklich sein bis zum Ende des Lebens? Ja, das nehme ich, danke! (lacht) Durch meine C-PTSD durchlaufe ich sehr große und intensive emotionale Zyklen, und durch die Musik feiere ich das – das muss nichts Schlechtes sein, sondern kann kraftvoll und schön sein. Wut und Trauer werden in der westlichen Gesellschaft gern als destruktive Gefühle angesehen, dabei können sie sehr konstruktiv sein. Sie haben eine Bedeutung, eine Kraft und das macht das Leben komplett. In Amerika zählt nur „sei Glücklich, hab keine Probleme und keine Sorgen“. Das ist nicht realistisch und verstärkt das Unglück nur. Manchmal geht die emotionale Sonne unter, manchmal geht sie auf. Auf diese Wellen zu reiten macht es so wundervoll, ein Mensch zu sein.</p>
<p><strong>Das klingt wundervoll. Da bin ich wieder bei „Soft Would Circle“ und dieser brillanten Textzeile „I lay out my heart so loud“. Da steckt alles drin, die ganze Kraft. Vielleicht komme ich deshalb von dem Album nicht weg. Ich liebe viele verschiedene Genres, von extremen Metal bin hin zu ganz ruhiger Musik, aber ich bemerke immer wieder, dass gut gemachte Rockmusik mit die meiste Emotion in sich trägt. Das trifft auch auf „Femina Furens“ zu, das Album hat so ein „larger than life“-Feeling, auch weil es so etwas Theatralisches hat.</strong></p>
<p>Ich finde es spannend, dass du das erwähnst, weil ich solche Alben auch als musikalisches Theater empfinde, in denen wirklich eine Geschichte erzählt wird. „Suicidal On Christmas“ ist beispielsweise einer dieser Songs, da fühle ich mich, als würde ich einen Monolog auf der Bühne halten. Ich mag Filme, die wie Theaterstücke geschrieben sind, die auf Dialogen basieren und darauf, wie diese Dialoge präsentiert werden. So ist es mit der Musik zwar nicht, weil die Gefühle, die ich präsentiere echt sind, aber es ist schon so, dass ich auf der Bühne eine Art Theater-Performance gebe. Auf der Bühne stehen bedeutet, die Emotion so zu präsentieren, dass es authentisch ist und so groß wird, dass es ein Auditorium füllen kann. Zumindest gehe ich so live und auf LP vor.</p>
<p><strong>Und das Krasse ist, dass all das nur durch zwei Menschen ausgelöst wird</strong>.</p>
<p>Ja, absolut (lacht). Eine meiner Lieblingsgeschichten vom Touren ist, als wir in einer Bar in Champaign, Illinois gespielt haben und Leute die über der Bar wohnen herunterkamen und völlig geschockt waren, dass wir nur zu zweit auf der Bühne standen. Sie hatten sich eine Band mit fünf großen Typen vorgestellt. (lacht) Aber das liegt bis zu einem gewissen Grad an dem Moog, den ich mit dem Fuß spiele. Das macht echt großen Spaß, weil man sich wie der gewaltigste Mensch vorkommt, wenn man gleichzeitig singt, Gitarre spielt und auf den Moog stampft. Es ist das Größte, dass so viel Sound aus mir herauskommt.</p>
<p><figure id="attachment_313249" aria-describedby="caption-attachment-313249" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-313249" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-640x800.jpg" alt="" width="640" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-640x800.jpg 640w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-960x1200.jpg 960w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-768x960.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-1229x1536.jpg 1229w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-380x475.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-800x1000.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1-1160x1450.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_josh_ray_1.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-313249" class="wp-caption-text">DJUNAH (c) Josh Ray</figcaption></figure></p>
<p><strong>Wie schwer ist es eigentlich, Moog und Gitarre zu spielen und gleichzeitig zu singen?</strong></p>
<p>Das kommt ganz auf den Song an. Einige der Stücke auf dem neuen Album haben einen simpleren Moog als auf „Ex Voto“, weil ich ich die Stimme als viel zentraler erachte. Ich lerne auch gerade Songs von „Ex Voto“ für die kommende Tour wieder und finde das dann oft kompliziert. (lacht) Aber es ist meistens eine Sache des Timings. Insgesamt sind die wesentlichen Bewegungen nicht so schwer zu lernen. Die Lernkurve ist nicht jedenfalls zu steil. Ich hoffe, dass ich bald ein paar Youtube-Tutorials fertig bekomme, in denen ich zeige, wie ich spiele &#8211; für Leute die daran interessiert sind und das selbst nachbauen wollen. Nach den Shows kommen Menschen zu mir und sprechen mich darauf an, dass ihnen das sie sowas auch ausprobiert haben und es ihnen schwerfällt. Ich möchte sie damit Ermutigen, das weiter zu versuchen. Eigentlich ist es nichts anderes als ein Instrument zu lernen. Nach etwas Übung müssen sich die einzelnen Bewegungen setzen und dann muss man das Ganze verbinden.</p>
<p><strong>Ich hab einige eurer Videos gesehen, unter anderem vom Chicago Music Exchange. Da ist deutlich zu sehen, dass du auch viele Gitarreneffekte nutzt.</strong></p>
<p>Ja (lacht). Das ist wie eine Choreografie, die ich einstudieren muss, fast wie ein Tanz. Die Schritte müssen schon sitzen.</p>
<p><strong>Wie oft probt ihr als Band?</strong></p>
<p>Jared spielt auch noch bei THEIR / THEY’RE / THERE und sie touren, wenn DJUNAH nicht spielen. Jetzt sind sie gerade unterwegs, also haben wir seit einem Monat nicht mehr zusammen gespielt. Aber ich habe mein Zeug auch hier, also probe ich für mich und wir können uns auf ihn konzentrieren, wenn wir proben.</p>
<p><strong>Jared ist aber erst seit einem Jahr dabei, richtig?</strong></p>
<p>Seit anderthalb Jahren. Er kam zu DJUNAH quasi direkt als wir an „Femina Furens“ arbeiteten. Ich suchte erstmal nach einem Sessiondrummer für die Aufnahmen. Das war kurz nach der Pandemie, es war nicht klar, wie viele Shows wir spielen würden und ich überließ es ihm, ob er fest einsteigen wollte oder nicht. Aber er liebte das Album auch, wir veröffentlichten es und gingen gemeinsam auf Tour und jetzt ist er offizieller Teil von DJUNAH.</p>
<p><strong>Zuvor hatten DJUNAH einen anderen Drummer.</strong></p>
<p>Ja, die ersten vier Jahre war Nick Smalkowski dabei, er ist auch auf „Ex Voto“ zu hören.</p>
<p><strong>Das macht deutlich, dass DJUNAH ganz klar Donnas Band ist.</strong></p>
<p>Ja, ich habe die kreative Vision, weil ich die Songs und Lyrics schreibe. DJUNAH ist das Mittel, um mich kreativ auszudrücken. Irgendwann mag ich vielleicht ein Soloalbum machen oder mit Bläsern aufnehmen, oder was weiß ich. Die Band ist einfach meine persönliche Form des Ausdrucks.</p>
<p><strong>Hast du nicht mal daran gedacht bei DJUNAH mit einer Schlagzeugerin zu spielen, da es ja auch eine Band mit feministischer Message ist.</strong></p>
<p>Ich hätte das schon cool gefunden. Aber Schlagzeugerinnen sind gerade in Chicago echt schwer zu finden. Drummer sind generell  immer in zig verschiedenen Bands aktiv. Zumindest die Guten sind immer eingespannt. Generell läuft es so ab, dass man jemanden bekommt, weil sich seine alte Band gerade aufgelöst hat und er oder sie bereit für das nächste Projekt ist. Mit Jared hatte ich in Sachen Timing echt glück, weil er eine andere Art des Drummings einbringt. Es klingt noch immer nach DJUNAH, aber er hat einen Prog-Background und arbeitet die Songs sehr schön aus. Manchmal klappt es einfach und man bekommt perfekte Mitmusiker genau zur richtigen Zeit.</p>
<blockquote><p>&#8222;Es ist das Größte, dass so viel Sound aus mir herauskommt.&#8220; Donna beherrscht als Gitarristin, Sängerin und Moog-Spielerin eindeutig Multitasking auf hohem Niveau.</p></blockquote>
<p><strong>Dann ist es auch egal, welches Geschlecht die Person hat.</strong></p>
<p>Richtig, solange wir auf einer Wellenlänge sind und wir politische Einstellungen teilen, ist das egal.</p>
<p><strong>Zuvor hast du bei BEAT DRUN JUEL gespielt. Da lässt sich deine Beteiligung nicht verleugnen, man hört deine Art Riffs zu spielen und deine Stimme. Was ist mit der Band passiert – einfach aufgelöst?</strong></p>
<p>Ja, das war die Vorgängerband von DJUNAH. Unser Debütalbum „Ex Voto“ wurde eigentlich noch für BEAT DRUN JUEL geschieben und sollte unser erstes Full Length-Album werden. Aber die Band öste sich auf, bevor die Songs fertig arrangiert und aufgenommen waren. Also hatte ich die Ideen, als ich mit DJUNAH als Soloprojekt startete. Dann kam Nick dazu und wir haben als Band weiter gemacht. So wurde „Ex Voto“ zum ersten DJUNAH-Album. Aber es ist eben eng verknüpft mit BEAT DRUN JUEL. Das ist der nächste Schritt in der Entwicklung meines Songwritings.</p>
<p><strong>Hast du zuvor noch in Bands gespielt?</strong></p>
<p>Das ist sehr lange her. Ich spielte in der High School und im College in Bands, aber in meinen Zwanzigern hatte ich aufgehört, Musik zu machen. Heute, nach der Diagnose mit C-PTSD weiß ich auch, an was das gelegen hat. Ab 18 traf es mich sehr hart, und damals wusste ich nicht, was das war. Ich war zu dieser Zeit depressiv, in turbulenten Beziehungen und war damals der Meinung, dass ich genug hatte von Musikern und Bands und verbannte das aus meinem Leben. Nach zehn Jahren wurde mir klar, das ich einen großen Teil meines Lebens aufgegeben hatte und fing an in diversen Bands um Chicago herum zu spielen. Schließlich dämmerte mir, dass es immer schon mein Traum war, meine eigene Band zu haben, zu der ich die Musik schreiben und singen könnte. Ich musste mir das Singen in meinen Dreißigern erst beibringen. (lacht) Für mich ist es ein Wunder und eine große Freude, Musik zu performen, weil ich eben so lange aufgehört hatte. Und BEAT DRUN JUEL war meine erste wirkliche Band, für die ich Songs schrieb und bei der ich die Frontfrau war.</p>
<p><figure id="attachment_313247" aria-describedby="caption-attachment-313247" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-313247" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-800x640.jpg" alt="" width="800" height="640" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-800x640.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-1200x960.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-768x614.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-1536x1229.jpg 1536w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-2048x1638.jpg 2048w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-380x304.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-1160x928.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_credit_courtney_brooke_hall_2-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-313247" class="wp-caption-text">DJUNAH (c) Courtney Brooke Hall</figcaption></figure></p>
<p><strong>Aber du warst dabei immer DIY, richtig? Mit einem Album wie „Ex Voto“ müsstest du doch eigentlich ein solides Label gefunden haben.</strong></p>
<p>Nein, überhaupt nicht. Ich hatte immer furchtbares Pech mit Labels. Ich habe vielen Leuten „Ex Voto“ und „Femina Furens“ vorgespielt, aber es hat nie geklappt. Bei „Ex Voto“ zweifelte ich sehr und dachte, dass niemand das Album mögen würde. Dann haben wir es selbst veröffentlicht und richtig gute Resonanz dazu erhalten. Für „Femina Furens“ hatten einige Labels Interesse daran, das Album zu veröffentlichen, aber da war niemand dabei, der uns wirklich auf das nächste Level bringen wollte. So entschied ich mich wieder dafür, selbst zu veröffentlichen. Und das ist mittlerweile das Verrückte an Musik. Du kannst auch sehr erfolgreich sein, wenn du alles selbst machst. Wenn man ein Talent für Social Media hat, geht da einiges. Die meisten Menschen habe ich über Instagram, Youtube und Bandcamp erreicht. Es macht mich schon stolz, das alles selbst umzusetzen. Ich versehe bespielsweise alle Platten und das Merchandise mit Dankesbotschaften und verschicke alles selbst. Das ist etwas sehr Besonderes und Persönliches für mich, weil es mir nicht darum geht, berühmt zu werden. Ich will mein Gefühlsleben mit DJUNAH ausdrücken und bekomme dadurch auch mit, welches Publikum es dafür gibt. Ich suche das richtige Label, um mich dabei zu unterstützen und mir zu helfen, das zu bewahren. Labels sind auch nicht die gleichen wie vor zwanzig Jahren. Wir leben jetzt in einer anderen Welt, die Beziehung zu den Künstlern ist eine andere. Manchmal werden sie von großartigen Menschen geleitet, aber als Künstler muss man nicht zwingend eins haben, man kann auch ohne Erfolg haben.</p>
<p><strong>Das ist echt gut zu hören, auch für mich als Schreibender. Ich habe lange nach einem Verlag oder Agenten für meinen Roman gesucht, aber ich denke, es wird auf Selfpublishing rauslaufen.</strong></p>
<p>Das bin ich total bei dir. Gerade wir, die vor dem Siegeszug des Internet geboren wurden, glauben oft, dass es einen Verlag braucht, der dich promotet und unterstützt. Aber ich sehe es mittlerweile so, dass egal es egal ist ob Label, Verlag oder sonst wer, alle suchen nach Leuten, die präsent auf Social Media sind, weil sie selbst Probleme haben, ihr Zeug zu promoten. Und darauf liegt einfach der Schwerpunkt, weil die meisten Menschen diese Netzwerke nutzen, um an ihre Informationen zu kommen. Die Leute sollen sich nicht entmutigen lassen, wenn sie keine Repräsentation der Musikindustrie bekommen, weil sich die Industrie auf die Künstler*innen selbst verlässt, sich eine Basis aufzubauen um ihr Zeug zu verkaufen. Das ist Segen und Fluch zugleich. Man hat so viel in der Hand und kann nach seinen eigenen Regeln spielen und muss sich nichts vorschreiben lassen. Die Kehrseite ist aber, dass es schwierig ist, ein Publikum zu finden, bevor überhaupt etwas rauskommt. Das ist unglaublich mühsam. Aber dieses Publikum wird dann auch da sein, wenn das nächste Werk veröffentlicht wird, dann wird es doppelt so erfolgreich werden. Da muss man langfristig denken.</p>
<p><strong>Du sagtest vorhin, dass du erst mit Ü30 angefangen hast zu singen. Das ist sehr spannend, weil überall zu lesen ist, dass du wie PJ HARVEY und DIAMANDA GALAS klingst – das klingt so, als hättest du schon früh deinen eigenen Stil gefunden. Wie hast du deine Gesangsstimme entdeckt?</strong></p>
<p>Als ich mich entschieden habe zu singen, nahm ich Unterricht. Davor war ich absolut nicht selbstbewusst und hatte Angst davor in der Öffentlichkeit zu singen. Meine Gesangslehrerin sagte, dass ich eine einmalige Stimme habe und das niemals vergessen dürfe. Viele andere Sänger*innen würden dafür töten, so eine einzigartige Stimme zu besitzen. Man wird mit der Stimme geboren, die man hat, und es gibt nicht viel, das man tun kann, um sie zu ändern. Man muss sie als das akzeptieren, was sie ist. Ich war anfangs recht verlegen, weil meine Stimme nicht nett oder besonders weiblich ist, sie ist tief und kann ziemlich hässlich werden. (lacht) Ich hatte früh verinnerlicht, wie Frauen zu klingen haben und ähnlichen Gender-Unsinn.</p>
<p>Ich mag den Vergleich mit PJ HARVEY und DIAMANDA GALAS sehr, denn beide sind Frauen, die nicht davor zurückschrecken, ihre Stimme hässlich werden zu lassen. Und beide sind echte Performer. Sie performen nicht nur die Songs, sondern auch ihre Emotionen und die Bedeutung ihrer Kompositionen. Sie werden dafür geliebt, weil sie – wie du es ausdrückst – „larger than life“ werden. Nicht jeder x-beliebige Mensch auf der Straße kann ein PJ HARVEY-Stück spielen, das kann nur sie. Und das empfinde ich auch über meine Musik. Manche Künstler*innen schreiben erstklassige Songs, jeder kann sie covern und es klingt immer gut, weil es der Song ist. Bei anderen ist es so, dass es fast schon egal ist, was sie spielen, es geht darum, dass diese Künstler*innen es sind, die performen und ihre Persönlichkeit es ist, die die Musik groß werden lassen. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es nicht darum geht, wie gut ich singe oder wie perfekt ich bin. Wenn ich auf die Bühne gehe, bin ich todernst, ich meine jedes Wort, dass ich singe. Ich meine jede Emotion, jeden Schrei, alles absolut so, wie ich es sage und singe. Als ich das akzeptiert habe, ließ ich meine Stimme das tun, was sie am besten kann. Viele Leute finden meinen Gesang fürchterlich, weil sie diese rigide Denkweise haben, wie gute weibliche Vocals deren Meinung nach zu klingen haben. Ich frage mich dann oft, ob diese Menschen unter einem Stein leben und nie etwas von Kim Gordon gehört haben. Frauen mit so einer Stimme haben den heiligen Gral entdeckt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Es macht mich schon stolz, das alles selbst umzusetzen. Ich versehe bespielsweise alle Platten und das Merchandise mit Dankesbotschaften und verschicke es selbst. Das ist etwas sehr Besonderes und Persönliches für mich, weil es mir nicht darum geht, berühmt zu werden. Ich will mein Gefühlsleben mit DJUNAH ausdrücken und bekomme dadurch auch mit, welches Publikum es dafür gibt.&#8220; Donna Diane ist stolz darauf, DIY zu operieren.</p></blockquote>
<p><strong>Meine Frau wurde in der fünften Klasse aus dem Schulchor geworfen, weil ihre Stimme nicht gepasst hat. Jetzt mag sie ihre Gesangsstimme noch immer nicht.</strong></p>
<p>Ich kann mich da sehr einfühlen. Mir ging es ja ähnlich. Diese frühen Botschaften bleiben einfach zurück. Ich hörte als Heranwachsende oft, dass meine Stimme störend war, ich sollte immer die Klappe halten – darauf bezieht sich auch teilweise mein C-PTSD. Sei leise, mach keinen Lärm, und so weiter. Ich habe meine eigene Stimme gedrosselt, obwohl ich mit einer recht lauten Stimme geboren wurde. Solche Botschaften glaubt man dann das ganze Leben. Aber die gute Nachricht ist, dass es niemals zu spät ist, das schätzen kann, was man hat und sagen kann: „Fuck it, ihr liegt falsch.“ Das Tolle ist, dass es Menschen gibt, die zu mir gesagt haben, dass ich eine der besten Stimmen habe, die sie je gehört haben. Es ist egal welche Stimme du hast, es gibt jemand da draußen, der oder die sie liebt.</p>
<p><strong>Als ich in „Femina Furens“ zum ersten Mal reingehört habe und es mit den Urschrei-Vocals in „Grooming“ losgeht, da wusste ich sofort, dass das großartig wird und DJUNAH sich vom Rest der Musikwelt abheben. Gerade in der Metal-Szene gibt es viele Bands mit Frontfrauen mit Soprangesang oder moderne Bands, deren Frontfrauen sehr tief growlen. Das langweilt mich, weil es zu &#8211; das klingt jetzt komisch – professionell klingt.</strong></p>
<p>Du meinst zu stark produziert? Da stimme ich zu. Ich respektiere alle, die so singen und denen das gefällt. Es gibt dieses SAM COOKE-Zitat, das durch das Internet geistert, das besagt: „Voices ought not be measured by how pretty they are. Instead they matter only if they convince you that they are telling the truth.“ Das zieht mich eben an. Es muss echt klingen, die Stimmen müssen die Wahrheit sagen. In anderen Bands wird Fokus auf die Produktion oder die Effekte gelegt, statt auf Authentizität. Das kommt dann oft nicht aus der Seele. Ich fürchte, ich generalisiere hier gerade etwas, aber im Metal kommt es mir so vor, als wäre ein neues Subgenre erschaffen, weil jemand etwas derart Wildes, Authentisches und Persönliches macht, dass etwas Neues entsteht. Das wird dann häufig massenweise robotermäßig immitiert, was aber niemals so gut ist, wie das Original. Und da ist Metal schon oft schuld und produziert Massenware ohne Seele.</p>
<p><strong>Da stimme ich dir zu 100% zu. Ich höre relativ breit, habe in den meisten Genres aber nur ein paar Bands, die mich wirklich berühren und die ich regelmäßig höre.</strong></p>
<p>Die Erfahrung haben wir schon gemacht, dass uns vor allem Menschen mit eher breitgefächertem Musikgeschmack mögen. Solche Hörer*innen, die vielseitige Musik mögen, bemerken am ehesten das, was wir tun und welche Einflüsse wir haben. Wer die ganze Zeit Thrash Metal hört, wird uns nicht wirklich gut finden und die emotionalen Unterströmungen heraushören (lacht).</p>
<p><figure id="attachment_313248" aria-describedby="caption-attachment-313248" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-313248" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-546x800.jpg" alt="DJUNAH / Donna Diane (c) Courtney Brooke Hall" width="400" height="586" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-546x800.jpg 546w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-819x1200.jpg 819w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-768x1125.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-1048x1536.jpg 1048w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-1398x2048.jpg 1398w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-380x557.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-800x1172.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-1160x1700.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/djunah_donna_diane_credit_courtney_brooke_hall_1-scaled.jpg 1092w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-313248" class="wp-caption-text">DJUNAH / Donna Diane (c) Courtney Brooke Hall</figcaption></figure></p>
<p><strong>Mit Kurt Ballou habt ihr auch den perfekten Produzenten gefunden. Beide Alben haben einen exzellenten Klang, aber „Ex Voto“ ist viel roher und „Femina Furens“ ist deutlich massiver.</strong></p>
<p>Ich finde es sehr lustig, das viele Hörer*innen froh sind, dass wir mit Kurt Ballou für „Femina Furens“ gearbeitet haben, weil es viel fetter klingt als „Ex Voto“. Dabei haben sie nicht gemerkt, dass Kurt beide Alben aufgenommen und gemischt hat. Aber sie bedenken oft nicht, dass das auch mit der Studiozeit zusammenhängt. Wir konnten uns für „Ex Voto“ nur ein paar Tage leisten und quetschten da allen hinein. Das Album ist auch zehn Minuten länger als „Femina Furens“. Wir packten zu viel Musik in die zu geringe Studiozeit, weshalb das Album ein recht rohes und unterproduziertes Feeling hat. Aber ich mag solche Alben schon. Es war aber auch so wichtig zu sehen, wie Kurt im Studio arbeitet, deshalb wusste ich genau, wie ich für das zweite Album mit ihm arbeiten musste. Ich wusste, was ich vorbereiten musste und es war klar, wie viele Tage wir buchen mussten. Der größere Sound kommt auch daher, weil viele Leute das erste Album supporteten und wir uns daher ein paar Tage mehr leisten konnten. Das baut sich auf alles auf: Mehr Unterstützung bringt mehr Zeit und man wird besser, um die Vision konsequent ins Leben rufen zu können.</p>
<p><strong>Jedes Mal wenn ich seinen Namen lese, weiß ich mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass mir die Musik gefallen wird. Kurt Ballou bürgt schon für eine gewisse Qualität.</strong></p>
<p>Ja, und er sucht sich auch immer die richtigen Bands aus, mit denen er arbeiten will. Er macht nicht nur Metalcore, sondern er hat Spaß daran, Musik aufzunehmen, die etwas sonderbar und anders ist. Ich finde es sehr smart, so zu arbeiten, weil er sich auf dieser Weise als Toningenieur und Produzent bessere Fähigkeiten erarbeiten konnte. So hat er seine eigene Marke erschaffen.</p>
<p><strong>Da kommen wir zur unvermeidlichen Genreeinordnung. Wie soll man DJUNAH eigentlich beschreiben? Ihr werdet oft Noiserock-Band genannt, aber das ist für mich eher die klassische Schiene, <a href="https://vampster.com/bands/unsane/">UNSANE</a>, THE JESUS LIZARD, vielleicht noch <a href="https://vampster.com/bands/made-out-of-babies/">MADE OUT OF BABIES</a> und so weiter. DJUNAH passt für mich da nicht rein.</strong></p>
<p>Ja, wie man die Musik labeln soll war schon immer der Fluch meines Lebens. Wir sind keine Metal-Band, aber wir haben viel Kontakt mit anderen Bands der Szene. Wir spielen auch keinen Noiserock, aber haben da auch Berührungspunkte. Es geht eher so herum: Wenn man diese Bands mag, mag man vermutlich auch uns. Gerade wegen der Szene in Chicago ist es so, dass wir mit vielen Bands spielen, die das Label Noiserock noch am ehesten gültig erscheinen lassen. Aber wir spielen keine Riffs wie THE JESUS LIZARD, und unsere Musik ist auch noisy, aber es gibt einfach mehr darin, wie Doom-Elemente in manchen Songs.</p>
<p><strong>Ihr wart drei Monate im Frühling auf Tour und jetzt kommen im Herbst nochmal zweieinhalb Monate dazu. Das geht dann DIY aber nicht mehr, richtig?</strong></p>
<p>Unsere Tour im Frühjahr war größtenteils DIY gebucht. Wir haben inzwischen einen Agenten, der uns ein paar zusätzliche Dates verschafft hat, den Großteil der Shows habe ich selbst an Land gezogen, und ich war echt erstaunt, dass ich das kann. Aber die Herbsttour hat unser Agent komplett gebucht. Ich kann noch immer nicht glauben, wie viel wir spielen werden. Und ich habe noch gute Neuigkeiten: Seit gestern haben wir einen europäischen Booker, also werden wir endlich nach Europa kommen. Ich habe jahrelang daran gearbeitet, und Daumen gedrückt, kommendes Frühjahr werden wir in Europa touren.</p>
<p><strong>Hurra, da freue ich mich darauf!</strong></p>
<p>Ja, wir uns auch! Die Pandemie hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es freut mich auch für viele Leute, die unsere LPs kaufen wollen, aber wegen der irren Versandkosten zögern. Also werden wir hoffentlich unsere ganzen Platten mitbringen, für alle, die sie kaufen wollen. Ich versuche auch eine Distro zu finden, aber ohne Label ist das echt schwierig. Aber ich schwöre bei Gott, wir kommen nächstes Jahr nach Europa. Es wird passieren! (lacht)</p>
<p><strong>Donna, vielen Dank für das Gespräch, es hat mir echt Freude bereitet!</strong></p>
<p>Vielen Dank auch dir!</p>
<p><em>Bilder (c) Courtney Brooke Hall / Livebild (c) Josh Ray</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[DJUNAH]]></band>
<genres><![CDATA[alternative rock, sludge, progressive rock, stoner rock, indie, heavy rock]]></genres>
<wpid>313108</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>AARA: Irgendwo zwischen Euphorie, Chaos und Trauer</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/aara-irgendwo-zwischen-euphorie-chaos-und-trauer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jun 2023 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[AARA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=305953</guid>

					<description><![CDATA[Mit „Triade III: Nyx“ beenden AARA ihre seit 2021 andauernde Trilogie über Charles Robert Maturins Roman „Melmoth, der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit <a href="https://vampster.com/cd-reviews/aara-triade-iii-nyx/">„Triade III: Nyx“</a> beenden <a href="https://vampster.com/bands/aara/">AARA</a> ihre seit 2021 andauernde Trilogie über Charles Robert Maturins Roman „Melmoth, der Wanderer“. Mit insgesamt 18 Songs auf 3 Alben schafft es das schweizer Trio, ein emotionales und auch im Jahr 2023 relevantes Konzeptwerk abzuliefern, dass mit seiner Leidenschaft und Finesse zu begeistern weiß. Wir befragen Komponist und Gitarrist Berg zum Schaffensprozess, dem gleichzeitigen Entdecken der Musik und der Romanvorlage sowie zum Thema Kreativität.</strong></p>
<p><strong>„Triade I &#8211; III“ am Stück zu hören ist schon intensiv. Habt ihr das schon mal versucht und auch durchgehalten?</strong></p>
<p>Berg: Ich glaube, wir brauchen alle ein bisschen Abstand, bevor wir uns wieder mit der Trilogie beschäftigen. Es war eine spannende, aber auch etwas anstrengende Herausforderung, so lange an einem Thema zu arbeiten. Generell hören wir unsere eigene Musik nicht so oft, da arbeiten wir lieber an etwas Neuem.</p>
<p><strong>Eine Trilogie zu schreiben, aufzunehmen und zu veröffentlichen ist ein großes Projekt. Wie geht es euch damit,  jetzt da dieses Projekt abgeschlossen ist? Ist in euch Leere oder Aufbruchstimmung?</strong></p>
<p>Berg: Definitiv das zweite. Wir haben schon parallel zur Veröffentlichung von <a href="https://vampster.com/cd-reviews/aara-triade-ii-hemera/">„Triade II: Hemera“</a>, als „Triade III: Nyx“ in Arbeit war, angefangen, über ein neues Konzept nachzudenken und auch erste Demos aufgenommen. Die Trilogie brauchte einen musikalischen und inhaltlichen Zusammenhang, den wir nicht zu sehr mit neuen Ideen strapazieren wollten. Deshalb ist es jetzt schön, einen Schritt weiter zu gehen und AARA in verschiedenen Aspekten voranzutreiben.</p>
<blockquote><p>&#8222;&#8218;Melmoth der Wanderer&#8216; ist teilweise wirklich ein sehr zähes Unterfangen, also Respekt an alle, die sich vielleicht durch uns motiviert durch die Erzählung gequält haben.&#8220; &#8211; Multiinstrumentalist Berg über die Romanvorlage zur Albentriade.</p></blockquote>
<p><strong>„Triade II: Hemera“ war ziemlich furios und brutal, und man könnte meinen, das trifft auch auf „Triade III“ zu. Aber unter der schnellen Fassade sind viele ausladende und introvertierte Momente zu hören. Dabei steuert doch im Roman alles auf den Höhepunkt zu. Oder wolltet ihr die tragischen Wendungen damit untermalen?</strong></p>
<p>Berg: Wir halten uns sehr eng an das Buch und ich denke, jeder, der Melmoth gelesen hat, weiß, dass das Ende nicht gerade einen Spannungsbogen besitzt. Wir haben versucht, die ersten beiden Teile miteinander zu verbinden, um ein schlüssiges Ende zu haben. AARA ist an sich schon in vielen Passagen recht theatralisch, auch auf „Triade III: Nyx“, also glaube ich nicht, dass es am Ende einen großen Knall gebraucht hätte.</p>
<p><strong>Die Songs selbst sind wieder sehr impulsiv und rasant, aber für die Verhältnisse von AARA dennoch oft getragen. Dadurch entsteht viel mehr Dynamik als auf euren vorherigen Alben. Ist das der Romanvorlage geschuldet, oder eine künstlerische Entwicklung?</strong></p>
<p>Berg: Es ist vielleicht eine Mischung aus beidem. Wie gesagt, haben wir bereits an dem Nachfolger der Triade gearbeitet, wodurch sicherlich ein paar Dinge mit eingeflossen sind, welche AARA zumindest auf dem nächsten Release ausmachen könnten.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-294570" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-800x800.jpg" alt="" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-1200x1200.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-triade-III-Nyx-album-cover.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Unter der Raserei sind viele Harmonien und theatralische Momente, im Sinne von „große, ausladende Gesten“, vorhanden. Das entdeckt man mitunter erst nach einigen Hördurchgängen. Siehe „Emphase der Seelenpein“, wo das tiefe Riff unter der Melodie einen wundervollen Kontrast ergibt. In Zeiten von totaler Überforderung der Hörer durch 20 neue Alben jede Woche auf Spotify: Sind solche Arrangements überhaupt noch zeitgemäß? Auch Metalfans hören immer oberflächlicher und haben weniger Konzentrationsfähigkeit, so mein (subjektiver) Eindruck.</strong></p>
<p>Berg: Wenn wir viele Hörer erreichen wollten, müssten wir eine ganz andere Musik machen. Ich will jetzt nicht mit dem Klischee „Wir machen die Musik für uns“ kommen, denn sonst gäbe es ja keinen Grund, sie zu veröffentlichen, aber ehrlich gesagt ist es mir egal, ob sich die Leute intensiver damit beschäftigen oder nicht. Man darf sich da auch nicht als Ausnahme sehen, denn auch ich skippe meistens mehr oder weniger gelangweilt durch neue Alben. Die Aufmerksamkeitsspanne ist definitiv gesunken, aber ich glaube nicht, dass wir schon so weit sind, dass es nur noch 2-minütige Black Metal-Singles gibt, wie es in anderen Genres heute der Fall ist.</p>
<p><strong>Immerhin erzeugt ihr auf diese Art mit auch mit „Moribunda“ und „Edo Et Edam“ einige der besten Songs eurer Karriere, zumindest für mein Verständnis. Gerade dann, wenn ihr Pathos zulasst, ohne es zu mächtig werden zu lassen und dann, wenn Schmerz und Melancholie spürbar werden, ist „Triade III: Nyx“ am leidenschaftlichsten. Gehören Melancholie und Leidenschaft für euch zusammen? Für viele ist es ein eher ein Gegensatz.</strong></p>
<p>Berg: Danke. Nun, ich denke, beides gehört irgendwie zu einem erfüllten Leben. Ich finde, man kann der Musik viel Leben einhauchen, wenn man nicht zu sehr auf einzelne Emotionen abzielt. Ich könnte nie ein DSBM-Projekt machen, das über Jahrzehnte immer die gleichen Akustikparts und schleppenden Drums verwendet, da geht irgendwann die Überraschung und Spannung verloren, schließlich weiß man immer schon vorher, was einen erwartet. AARA spielen verschiedene Rollen gleichzeitig, irgendwo zwischen Euphorie, Chaos und Trauer. Am stärksten wirkt die Musik im Zusammenspiel, wenn man in der Düsternis die Hoffnung und in der Euphorie den drohenden Untergang spürt.</p>
<p><strong>Die 3 Alben fließen stilistisch ineinander. Das Ende von „Triade I: Eos“ ist so rastlos und wütend wie „Triade II: Hemera“ insgesamt. „Mitgift“ am Ende von „Triade II“ ist so melancholisch wie „Triade III“ – so als wolltet ihr schon einen Hinweis darauf geben, was auf dem nächsten Album erwartet. Ist da was dran? Und gebt ihr mit „Edo et Edam“ auch so einen Hinweis?</strong></p>
<p>Berg: Die Verbindung zwischen den drei Teilen ist durch den jeweils letzten Song gegeben, ja. „Edo et Edam“ schlägt aber eher eine Brücke zu den ersten beiden Alben. Es orientiert sich eher an „Aare I &amp; II“. Das nächste Album wird definitiv anders, auch weil wir ein ganz anderes Konzept verfolgen, aber es wird immer noch AARA sein.</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Aufmerksamkeitsspanne ist definitiv gesunken, aber ich glaube nicht, dass wir schon so weit sind, dass es nur noch 2-minütige Black Metal-Singles gibt, wie es in anderen Genres heute der Fall ist.&#8220; &#8211; Berg sieht keine akute Gefahr, dass Black Metal vom Streaming zerstört wird.</p></blockquote>
<p><strong>„Des Wanderers Traum“ ist im Buch die Schlüsselstelle und eigentlich das große Finale. Das dazugehörige Lied geht bei mir relativ schwer ins Ohr, es lässt sich nicht so recht greifen. Ist das auch der Vorlage geschuldet?</strong></p>
<p>Berg: Wie bei den meisten Songs hat sich die Struktur letztendlich einfach so entwickelt. Unsere Adaption des Buches ist sehr subjektiv. Für mich persönlich ist der Abschied von Melmoth kein Moment, der mit epischen Chören und Trompeten untermalt werden muss. Ich glaube, dass Maturin beim Schreiben des Buches oft den Fokus verloren hat, weshalb die eigentlich große Schlussszene eher überhastet kommt und viele Fragen offenlässt.</p>
<p><strong>Überhaupt: Wart ihr selbst während des Schreibens überrascht, wie sich der Roman und die Figur Melmoth entwickeln? Hätte die Musik anders geklungen, hättet ihr den Roman schon vorab gänzlich gelesen?</strong></p>
<p>Berg: Wir haben ab und zu darüber diskutiert, ob wir die Triade überhaupt gemacht hätten, wenn wir das Buch vorher gelesen hätten. Es ist nicht gerade das Paradebeispiel eines gelungenen, spannenden Romans. Aber dieses blinde und ungewisse Vorantasten macht es natürlich auch irgendwie aus.</p>
<p><strong>Triade I – III hat eine sehr klare Struktur: 3 Alben mit je 6 Stücken, das hat sowas „ordentliches“. Ich empfinde diese Struktur auch als wohltuenden Gegenpol zur verschachtelten, manchmal chaotischen und von Längen geprägten Erzählweise von Maturin. War das Zufall oder eine bewusste Abgrenzung?</strong></p>
<p>Berg: Ein System zu haben macht bei Konzeptalben immer Sinn, das zeigt einfach eine Zusammengehörigkeit und hat nichts mit Maturin zu tun. „Melmoth der Wanderer“ ist teilweise wirklich ein sehr zähes Unterfangen, also Respekt an alle, die sich vielleicht durch uns motiviert durch die Erzählung gequält haben.</p>
<p><strong>Nicht nur die Struktur ist eindeutig, AARA sind auch ästhetisch sehr eingespielt, Artwork von Michael Handt, Slipcase, Intro von Jonny Warren, Produktion aus den Chäuer Studios. Das wirkt oberflächlich sehr routiniert. Ist diese Ästhetik mit dem Ende der Triade nun voll ausgeschöpft, sprich: Brauchen AARA für künftige Alben nun neue äußere Kollaborateure, oder ist das Team so perfekt?</strong></p>
<p>Berg: Es wird einige Änderungen geben. Zum einen hat J. (Chäuer Studios Bärn) nicht mehr die zeitlichen Möglichkeiten sich um Mix und Mastering zu kümmern, das wird jemand anderes übernehmen. Ob Jonny wieder ein Intro beisteuert, wird sich auch noch zeigen. Das Artwork für das nächste Album ist aber schon fertig und stammt wieder von Michael Handt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-282207 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022-800x741.png" alt="AARA Pressefoto (c) Debemur Morti" width="800" height="741" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022-800x741.png 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022-1200x1111.png 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022-768x711.png 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022-380x352.png 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022-1160x1074.png 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022-80x74.png 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/aara-bandfoto-2022.png 1280w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Den Prozess habt ihr zwischendurch schon verändert, zwischen den Alben gab es eine starke EP. „Photonos“ wurde in einem Tag geschrieben und aufgenommen, gemischt wurde es von Markus Stock. Kreativität soll für euch spontan sein, da kommt viel aus dem Bauch, das ist impulsiv. Habt ihr schonmal was veröffentlicht (egal ob mit AARA oder einem anderen Projekt), von dem ihr im Nachhinein dachtet, da hätten wir lieber ein bisschen gewartet, da war die Impulsivität eher nachteilig?</strong></p>
<p>Berg: „Photonos“ war tatsächlich ein erster Versuch, einige Dinge anders zu machen. Letztendlich hat das Ergebnis DEBEMUR MORTI und uns so gut gefallen, dass wir es veröffentlicht haben. Wahrscheinlich wird es nie eine Veröffentlichung geben, mit der man komplett zufrieden ist, deshalb stelle ich nicht so extreme Erwartungen an ein Projekt, ein Album oder einen Song. Musik entsteht im Moment und manchmal war es einfach die richtige Entscheidung für diesen Moment, das ist das Wichtigste.</p>
<p><strong>Spontaneität ist etwas, das den Black Metal in seiner Primitivität ganz am Anfang ausgezeichnet hat, das war eher Bauchmusik als andere Genres. Als das Genre immer komplexer und symphonischer wurde, ging auch viel von der Spontaneität verloren. Wie seht ihr das, als Band, die Komplexität und Spontaneität verbinden, und fühlt ihr euch wie Geschwister im Geiste mit Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/fluisteraars/">FLUISTERAARS</a>, die ganz anders klingen, aber ähnliche Arbeitsweisen haben?</strong></p>
<p>Berg: Ehrlich gesagt habe ich nicht viele Berührungspunkte mit FLUISTERAARS. Die Frage ist, welche Art von Musik man machen will. Will man sich an anderen Bands orientieren und etwas Ähnliches machen oder etwas Eigenes finden. Wenn es etwas Eigenes sein soll, führt eigentlich kein Weg daran vorbei, sich von der Spontaneität leiten zu lassen. Es gibt kein Analysieren und Umsetzen, sondern ein freies Entstehen lassen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Es [Das Buch Melmoth, der Wanderer] ist nicht gerade das Paradebeispiel eines gelungenen, spannenden Romans. Aber dieses blinde und ungewisse Vorantasten macht es natürlich auch irgendwie aus.&#8220; &#8211; AARAs Songwritingprozess und das Lesen von Maturins Roman fanden parallel statt.</p></blockquote>
<p><strong>Ich mache die Klischeeschublade auf und danach ganz schnell wieder zu. Aber Thomas Edison sagte: „Genie ist 99% Transpiration und 1% Inspiration.“ Trifft das auch auf AARA zu, und wenn ja, inwiefern?</strong></p>
<p>Berg: Ich weiß jetzt nicht, inwiefern das Wort „Genie“ auf AARA zutrifft, aber um auf das Zitat zurückzukommen, es ist sicherlich von Vorteil, sich intensiv mit etwas zu beschäftigen, wenn man in diesem Bereich etwas erreichen will, wobei im Black Metal sicherlich Gefühl und Atmosphäre eine größere Rolle spielen als technisches oder musikalisches Können.</p>
<p><strong>Ich bin der Typ, der viele Sachen zerdenkt und deshalb für mache Sachen echt ewig braucht, siehe Fragen für dieses Interview. Das ist aber auch so eine interne Qualitätssicherung, wenn ihr wisst, was ich meine. Wie schaut es bei euch aus, ihr seid sehr schnelle Umsetzer – welche Qualitätssicherung habt ihr in eueren kreativen Prozess eingebaut?</strong></p>
<p>Berg: Unsere interne Qualitätssicherung ist der eigene Musikgeschmack. Wenn ein Riff gut ist, bleibt es drin, wenn nicht, wird es gnadenlos gelöscht. Wir haben nicht zig Ideen und halbfertige Songs und dann wird in einem langen Prozess alles ausprobiert, verglichen und ein Optimum zusammengestellt. Wenn wir, wie bei der Trilogie, sechs Songs planen, dann machen wir genau sechs Songs.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-264901" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-800x800.jpg" alt="" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-1200x1200.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Aara-Triade-II-Hemera.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p><strong>Der Sound ist dieses Mal deutlich wenig brutal als auf dem Vorgänger, was ich sehr wohltuend finde. Wart ihr im Nachhinein mit „Triade II: Hemera“ nicht zufrieden?</strong></p>
<p>Berg: „Triade II: Hemera“ ist nicht nur von der Produktion her, sondern auch musikalisch chaotischer, also passt das ganz gut. Der Sound für „Triade III: Nyx“ hat sich so entwickelt, dass er mit der Musik harmoniert. Es gibt mehr ruhige und langsamere Passagen, da wäre ein „Knüppelsound“ nicht passend gewesen.</p>
<p><strong>Michael Handts Artworks sind auf allen drei Alben recht dezent und atmosphärisch, sie wirken viel ruhiger als die rastlose Musik. Gefällt euch dieser Kontrast?</strong></p>
<p>Berg: Seine Art zu malen gefällt uns natürlich sehr. Er hat die Gabe, bestimmte Stimmungen einzufangen, die sich auch auf den Betrachter übertragen. Ich habe nie darüber nachgedacht, welche Musik man erwartet, wenn man sich die Cover ansieht. Meistens sind es zwar eher ruhige Motive, aber das passt insgesamt besser zu AARA als Schwarz-Weiß-Fotos von Wäldern oder der tausendste Baphomet.</p>
<p><strong>Die Artworks wurden durch die Slipcases für CD und LP erweitert, alle drei Alben haben einen Kupferstich, der die Titel der Alben und das Konzept gut verbindet. Habt ihr sie deswegen ausgesucht?</strong></p>
<p>Berg: Natürlich achten wir darauf, dass alles eine Einheit bildet. Gerade bei einer Trilogie spielt eine aufeinander bezogene Gestaltung eine wichtige Rolle.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wahrscheinlich wird es nie eine Veröffentlichung geben, mit der man komplett zufrieden ist, deshalb stelle ich nicht so extreme Erwartungen an ein Projekt, ein Album oder einen Song. Musik entsteht im Moment und manchmal war es einfach die richtige Entscheidung für diesen Moment, das ist das Wichtigste.&#8220; &#8211; Berg über Spontaneität in der Kreativität.</p></blockquote>
<p><strong>Ausblick, Teil 1: Geht es nun im selben Tempo weiter für AARA, oder nutzt ihr den Trilogieabschluss, um euch neu zu sortieren? Wenn die Reise für AARA doch schon bald weitergeht – das nächste Frühjahr kommt ja bald –, möchtet ihr einen Ausblick geben?</strong></p>
<p>Berg: Im Moment nehmen wir die Drums für das nächste Album auf und die ersten Demos für das übernächste sind auch schon fertig, aber bis zur Veröffentlichung wird es noch eine ganze Weile dauern. Wir sind ziemlich zuversichtlich, dass wir 2024 ein Album herausbringen können. Thematisch ist es etwas ganz anderes als Melmoth, also wird sich auch stilistisch etwas ändern, aber alles zu seiner Zeit.</p>
<p><strong>Ausblick, Teil 2: „Keiner von uns hat sonderlich viel Zeit um Musik zu machen“, hast du im letzten Interview geschrieben. Dem steht gegenüber, dass<a href="https://vampster.com/bands/taubra/"> TAUBRA</a> und <a href="https://vampster.com/bands/modern-rites/">MODERN RITES</a> zwei neue Projekte von und mit dir sind. Hat sich an der Situation etwas geändert? Was bedeuten dir diese Projekte und was bedeuten sie für AARA selbst?</strong></p>
<p>Berg: Da hat sich leider nichts geändert, eher im Gegenteil. AARA hat eine andere Herangehensweise als viele Bands und Projekte im Genre, denke ich. Wenn ich morgens zwei Stunden Zeit habe, bevor ich in den normalen Alltag starten muss, nehme ich noch 3-4 Riffs auf, gehe nicht am Wochenende in die nächste Kneipe oder auf Konzerte/Festivals, sondern versuche lieber in ein paar Stunden einen Song fertigzustellen. Der Vorteil ist natürlich auch, dass wir nicht live spielen und daher auch nicht proben müssen. MODERN RITES ist im Moment noch ein etwas leidiges Thema, hier sind wir seit fast zwei Jahren mit dem zweiten Album fast fertig, kommen aber zeitlich nicht wirklich zum Abschluss. TAUBRA ist ein Projekt, in dem ich die Art von Black Metal mache, die ich privat am meisten konsumiere, es ist viel primitiver und traditioneller als AARA und das Songwriting geht daher noch schneller voran.</p>
<p><strong>Zum Ende hin noch eine Bonusfrage von meinem Kollegen und AARA-Fan Andreas: Warum nennt sich eure Drummer J. und nicht „Tal“? 🙂</strong></p>
<p>Berg: Für J. war es wichtig, in allen Projekten den gleichen Namen beizubehalten. Daher leider kein „Tal“ 😉</p>
<p><strong>Vielen Dank für eure Zeit und Mühen! Wenn ihr noch was loswerden wollt, könnt ihr das hier gerne tun.</strong></p>
<p>Vielen Dank für das beständige Interesse an AARA.</p>
<p><em>Pressefotos &amp; Artworks (c) Debemur Morti Productions</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[AARA]]></band>
<wpid>305953</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>Interview mit GATEKEEPER: &#8222;Irgendwer hat immer was zu meckern&#8220;</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/gatekeeper-irgendwer-hat-immer-was-zu-meckern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2023 17:16:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[GATEKEEPER]]></category>
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					<description><![CDATA[Fünf Jahre ist es her, dass GATEKEEPER ihr Debüt &#8222;East Of Sun&#8220; veröffentlicht haben. Zwischendurch wütete die Corona-Pandemie&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fünf Jahre ist es her, dass <a href="https://vampster.com/bands/gatekeeper/">GATEKEEPER</a> ihr Debüt &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gatekeeper-east-of-sun/">East Of Sun</a>&#8220; veröffentlicht haben. Zwischendurch wütete die Corona-Pandemie und GATEKEEPER mussten sich nach einem neuen Sänger umsehen. Taylor Anderson hat mit der Nachfolge von Jean-Pierre Abboud große Fußstapfen auszufüllen, was ihm auf &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gatekeeper-from-western-shores/">From Western Shores</a>&#8220; hervorragend gelingt. Somit zählt das zweite Album der Kanadier zu den Highlights des ersten Halbjahres und wir erkundigten uns bei Bandkopf Jeff Black nach dem aktuellen Stand. </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hey, Jeff! Wie geht es dir und was ist gerade los im <a href="https://vampster.com/bands/gatekeeper/">GATEKEEPER</a>-Lager?</strong></p>
<p>Jeff Black: Hallo, danke für das Interview. Es ist gerade etwas ruhiger bei uns, weil unser Sänger letzten Monat ein Baby bekommen hat und mit dieser neuen Phase seines Lebens sehr beschäftigt ist. Davon abgesehen haben wir tonnenweise Platten, CDs und Merch verschickt.</p>
<p><strong>Glückwunsch und vielen Dank für “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gatekeeper-from-western-shores/">From Western Shores</a>”. Das Album ist nun ein paar Wochen draußen. Wie zufrieden bist du mit dem Album und den Reaktionen der Fans und Medien?</strong></p>
<p>Das weiß ich zu schätzen! Ich bin sehr glücklich damit, wie es gelaufen ist. Wir haben eine Menge Arbeit in das Album gesteckt, es ist erfreulich, die großartigen Rezensionen und das Feedback zu sehen. Es fühlt sich an wie eine große Last, die von unseren Schultern genommen wurde.</p>
<p><strong>Mir persönlich gefällt es sogar besser als euer erstes Album. Es ist meiner Meinung nach konsistenter als “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gatekeeper-east-of-sun/">East Of Sun</a>”, welches ich ebenfalls mag. Ich denke, ihr habt euer Niveau mit “From Western Shores” noch mal auf ein neues Level gehoben. Aber ich scheine recht einsam mit dieser Meinung zu sein&#8230;</strong></p>
<p>Danke für die freundlichen Worte. Bist du dir da sicher? Ich habe viele Kommentare gelesen, die sagen, dass es unsere bisher stärkste Arbeit ist, viele jubelnde Kritiken und nur die eine oder andere Person hier und da, der das erste Album besser gefällt. Unsere Spotify-Zahlen sind höher als je zuvor und die erste Pressung der LP ist seit letztem Monat [das Interview fand im Mai statt] ausverkauft. Wir warten schon auf die zweite Pressung.</p>
<p><strong>Wie läuft das Songwriting bei GATEKEEPER ab? Schreibst du die Musik komplett alleine oder sind andere auch in den Prozess involviert?</strong></p>
<p>Das unterscheidet sich von Song zu Song. Oft geht es mit einer Riff-Idee von David oder mir los. Manche Songs werden größtenteils von einer Person geschrieben (“Desert Winds” wurde komplett von Adam geschrieben) und manche Songs werden von David und mir zusammen geschrieben. Seit dem ersten Album ist es deutlich gemeinschaftlicher geworden, was eine schöne Veränderung ist.</p>
<p><strong>Euer früherer Sänger JP hat die Band irgendwann zwischen Ende 2019 und Anfang 2020 verlassen, Was war der Grund dafür?</strong></p>
<p>JP ist im Herbst 2020 ausgestiegen. Es war in dieser Zeit ziemlich schwierig, weil wir mitten in der Lockdown-Zeit der Pandemie waren. JP lebte in Michigan, USA, und der Rest von uns in Vancouver, was sehr herausfordernd war. Wir hatten Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Texte und der Gesangslinien und nach einigen Diskussionen entschied er, die Band zu verlassen.</p>
<p><strong>Er singt oder sang in diversen Bands. Welches Album &#8211; “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/gatekeeper-east-of-sun/">East Of Sun</a>” ausgeschlossen &#8211; mit ihm gefällt dir am besten?</strong></p>
<p>Wahrscheinlich das selbstbetitelte Debüt von BORROWED TIME. Es ist ein tolles, einzigartiges Album. Außerdem mag ich seine Performance auf “Hades Triumphant” von FUNERAL CIRCLE sehr. Ich habe das Gefühl, dass er da Teile seiner Stimme entwickelt hat, die ein Schlüsselelement seines Sounds bei <a href="https://vampster.com/bands/traveler/">TRAVELER</a> sind.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-306004" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-konzertfoto-2023.jpg" alt="" width="800" height="534" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-konzertfoto-2023-768x513.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-konzertfoto-2023-380x254.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-konzertfoto-2023.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Wie bist du auf Tyler gestoßen und gab es noch weitere Kandidaten?</strong></p>
<p>Wir haben auf Social Media öffentlich zum Vorsingen aufgerufen. Viele der Leute, die sich gemeldet haben, sind Leute, die wir kennen und die in Bands spielen, mit denen wir die Bühne geteilt haben. Es war wirklich cool, einen Haufen unserer Freunde, unsere Songs singen zu hören. Wir hatten auch ein paar Fremde, die vorgesungen haben und da waren einige Überraschungen bei. Tyler war einer der ersten, der uns eine Gesangsprobe zugeschickt hat und er hat eine tolle Version von “Blade Of Cimmeria” abgeliefert. Wir haben ihn dann ein paar weitere Songs singen lassen und es wurde klar, dass er eine coole Stimme für die Band hat und den Vibe der Musik versteht.</p>
<p><strong>Fünf Jahre zwischen dem ersten und dem zweiten Album sind eine relativ lange Zeit. Natürlich war da die Pandemie, die uns alle gequält hat. Aber war dies der einzige Grund, weshalb es so lange gedauert hat, das Album fertigzustellen?</strong></p>
<p>Die Pandemie war schwierig. Wir mussten deswegen unsere Schlagzeugaufnahmen etwa sechs Monate nach hinten schieben. Kurz danach hat JP die Band verlassen, was zeitlich gesehen der größte Rückschlag war. Wir haben uns ein paar Monate Zeit genommen, um über die Band und wie wir weitermachen nachzudenken und haben dann die Sängersuche durchgezogen. Als wir Tyler gefunden haben, schrieben wir alle Texte und Gesangslinien komplett neu. Dann mussten wir die Aufnahmen noch um unsere unterschiedlichen Zeitpläne, Arbeit und anderen Scheiß, der zum Leben dazu gehört, herum durchziehen.</p>
<p><strong>Wie sind du und der Rest der Band durch die Pandemie gekommen?</strong></p>
<p>Wir hatten alle ziemlich viel Glück, weil wir alle im Handwerk gearbeitet haben, also haben wir einfach weitergearbeitet. Ich unterrichte auch Gitarre und Klavier, also habe ich in dieser Zeit online unterrichtet. Ich habe auch angefangen, meine Fähigkeiten als Produzent weiterzuentwickeln und viel Zeit in mein Songwriting gesteckt. Tatsächlich war ich in der Lage, meinen Job zu kündigen und mich während der Pandemie ganz auf die Musik zu konzentrieren. Der Rest der Jungs sparte Geld, um Häuser zu kaufen, sich um ihre persönlichen Beziehungen zu kümmern und Videospiele zu spielen. Einige von uns trafen sich einmal pro Woche, um Vorproduktions-Demos zu machen und so, aber die meisten von uns lebten im Jahr 2020 ein Leben hinter dem Bildschirm.</p>
<p><strong>Ist es nicht ein großartiges Gefühl, Live-Konzerte und all das wieder zu haben?</strong></p>
<p>Ja, es hat etwas gedauert, bis ich wieder auf Konzerte gegangen bin, aber dann hat es sich wie eine große Befreiung angefühlt. Ich hatte vergessen, wieviel Spaß diese Dinge machen. Und persönlich Musikunterricht zu geben ist viel besser als online zu unterrichten.</p>
<h2>&#8222;Es ist das erste Album, auf dem ich gespielt habe, das ich mir wirklich anhören und genießen kann&#8220; &#8211; Jeff Black ist sehr zufrieden mit dem Sound von &#8222;From Western Shores&#8220;</h2>
<p><strong>Der Großteil des neuen Albums wurde in deinem Homestudio produziert. Hast du das aus finanziellen Gründen gemacht oder weil du die volle Kontrolle über die Produktion haben wolltest?</strong></p>
<p>Ein bisschen was von beidem. Wir waren in der Vergangenheit in High-End-Studios, aber das Ergebnis war nie exakt das, was wir gehofft haben. Ich habe in eine Menge Aufnahme-Equipment investiert und habe mich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, sodass ich das Gefühl hatte, bereit zu sein, mich um unser Album zu kümmern. Wir sind trotzdem noch in ein tolles Studio mit einem großartigen Techniker (Michael Kraushaar) gegangen, um das Schlagzeug aufzunehmen, aber davon abgesehen, haben wir das alles bei mir gemacht. Wir haben dann den Meister Arthur Rizk angeheuert, um Mix und Master zu übernehmen. Es ist das erste Album, auf dem ich gespielt habe, das ich mir wirklich anhören und genießen kann.</p>
<p><strong>Gibt es einen bestimmten Produzenten, mit dem du in Zukunft gerne mal arbeiten würdest?</strong></p>
<p>Es wäre cool, mal eine Produktion komplett von Anfang bis Ende mit Arthur Rizk zu machen, aber er ist nicht mehr billig! Ich könnte mir vorstellen, noch mehr mit Michael Kraushaar zu machen. Davon abgesehen, denke ich nicht. Die Produzenten, die ich vergöttere, wirst du wahrscheinlich hassen und vermutlich wären sie eh nicht angemessen für GATEKEEPER.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-296521" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Gatekeeper-From-Western-Shores-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Das Einzige, was ihr nicht bei dir aufgenommen habt, ist das Schlagzeug. Und das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich an “From Western Shores” habe. Ich mag den Klang des Schlagzeugs echt nicht, es klingt ziemlich künstlich. Wie ist deine Meinung dazu?</strong></p>
<p>Das ist mir egal. Jeder hat mir gesagt, dass der Mix auf unserem ersten Album scheiße klingt. Also habe ich mir selbst beigebracht, wie man vernünftig aufnimmt und habe den besten Schlagzeugtechniker in Vancouver sowie den besten Underground-Lieblingsproducer für Mix und Master angeheuert und die Leute finden immer noch etwas zum Meckern. Wir haben ein großartig klingendes Schlagzeug aufgenommen. Tommy hat echt die Scheiße aus seinem Drumkit geprügelt. Wir haben schnellere Songs auf dem Album und wollten, dass man alle Details hören kann.</p>
<p><strong>Ich mag das Cover des Albums sehr gerne. Aber warum ist die Spitze des rechten Turms abgeschnitten?</strong></p>
<p>Weil es ein Konzeptalbum über die Geschichte der Beschneidung ist.</p>
<p><strong>Was meinst du, wer sind die Leute, die da vom Turm hängen? Die Feinde des echten Metal?</strong></p>
<p>&#8222;Deaf Forever&#8220;-Forum-User. Ich mache nur Spaß.</p>
<p><strong>Die Texte auf “From Western Shores” sind von Geschichte und Fantasy beeinflusst, scheinen sich aber nicht auf bestimmte Personen, Bücher etc. zu beziehen, sondern eher universell zu sein, richtig?</strong></p>
<p>“Exiled King” basiert auf Harald Hardrada, dem letzten Wikinger-König von Norwegen. “Shadow And Stone” handelt von den toten Männern von <a href="https://lotr.fandom.com/de/wiki/Dunharg" target="_blank" rel="noopener">Dunharg</a> aus dem Herrn der Ringe. “Death On Black Wings” basiert auf einem Dragonlance-Roman. “Keeper Of The Gate” handelt von unseren großartigen Fans und davon, wie viel Spaß es macht, ein Teil der Epic-Metal-Szene zu sein. “From Western Shores” ist ein Song über uns, wenn wir auf Tour gehen. Ich glaube, &#8222;Desert Winds” handelt vom Tod &#8211; es ist ein sehr persönlicher Song für Adam. &#8222;Twisted Towers” ist aus der Sicht eines Tyrannen geschrieben, der von seinen Bürgern niedergeworfen wird. &#8222;Nomads&#8220; handelt von der Diaspora &#8211; Menschen, die versuchen eine neue Heimat in einer harten, gnadenlosen Welt zu finden.</p>
<p><strong>Was ist dein Lieblingsdinosaurier?</strong></p>
<p>Tyrannosaurus Rex. Leg dich nicht mit dem König an!</p>
<p><strong>Zwischen all den epischen Hymen sticht “Death On Black Wings” heraus. Der Song hat einen europäischen Melodic Speed Metal-Vibe. Würdest du zustimmen und welche Bands aus dem Bereich sind deine Favoriten?</strong></p>
<p>Ja, den Song mag ich wirklich auch sehr gerne. Er unterscheidet sich ein wenig von dem, was wir sonst machen, aber es macht sehr viel Spaß ihn zu spielen und er hat eine Menge Energie. Ich bin froh, dass wir ihn mit auf das Album genommen haben, denn viele Leute haben ihn jetzt schon erwähnt. Ich bin ein großer Power Metal-Fan, bin also stark von Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a>, <a href="https://vampster.com/bands/helloween/">HELLOWEEN</a>, <a href="https://vampster.com/bands/iron-savior/">IRON SAVIOR</a> und so weiter beeinflusst. Wir sind auch alle große <a href="https://vampster.com/bands/running-wild/">RUNNING WILD</a>-Fans.</p>
<h2>&#8222;Wir arbeiten  an den Konzertterminen für 2024, inklusive eines Festival in Deutschland&#8220; &#8211; Wir müssen und noch ein bisschen gedulden bis GATEKEEPER wieder bei uns spielen</h2>
<p><strong>Gibt es Pläne für eine Compilation der Songs aus der Zeit vor “East Of Sun”, also die Songs von den EPs und Splits? Ich denke, das wäre eine interessante Angelegenheit für Fans wie mich, die etwas spät dran waren.</strong></p>
<p>Wir haben das schonmal gemacht. Wir haben CDs mit hübschen Hüllen aus Karton gemacht und diese mit Wachs versiegelt. Die gab es nur bei unseren Konzerten vor der Pandemie. Wenn wir das nächste Mal nach Europa kommen, machen wir das vielleicht nochmal. Ich wäre auch offen für Wiederveröffentlichungen unserer alten Sachen, sofern ein Label daran interessiert wäre, dafür mit uns zusammenzuarbeiten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-306001" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-bandfoto-2023.jpg" alt="" width="794" height="798" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-bandfoto-2023-768x772.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-bandfoto-2023-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-bandfoto-2023-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-bandfoto-2023-380x382.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/gatekeeper-bandfoto-2023.jpg 794w" sizes="auto, (max-width: 794px) 100vw, 794px" /></p>
<p><strong>2021 und 2022 hast du einige Singles als Solokünstler veröffentlicht. Kommt da noch mehr, vielleicht ein Album?</strong></p>
<p>Ich arbeite immer an neuen Songs. Ich habe ein paar Stücke, die ich gerade fertigstelle mit einigen coolen Gästen. Ich hatte nun schon ein paar Nachfragen die bestehenden Songs auf CD zu veröffentlichen, aber das ist ehrlicherweise momentan keine große Priorität für mich. Wenn es genug Interesse gibt, mache ich vielleicht eine kleine Auflage, aber ich will nicht mit einer weiteren Box unverkaufter CDs bei mir zu Hause enden.</p>
<p><strong>Was sind deine fünf liebsten, traditionellen Metal-Alben von neuen Bands?</strong></p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/seven-sisters/">SEVEN SISTERS</a>: “Shadow of a Fallen Star”<br />
<a href="https://vampster.com/bands/eliminator/">ELIMINATOR</a>: “Ancient Light”<br />
<a href="https://vampster.com/bands/sacred-outcry/">SACRED OUTCRY</a>: “Towers of Gold”<br />
<a href="https://vampster.com/bands/wytch-hazel/">WYTCH HAZEL</a>: “III: Pentecost”<br />
<a href="https://vampster.com/bands/spell/">SPELL</a>: “Tragic Magic”</p>
<p><strong>Gibt es eine Chance, euch in der näheren Zukunft in Europa zu sehen?</strong></p>
<p>Ich kann noch nicht viel sagen, aber wir arbeiten gerade an den Konzertterminen für 2024, inklusive mindestens eines coolen Festivals in Deutschland!</p>
<p><strong>Was wäre das perfekte Tourpaket für GATEKEEEPER? Ich persönlich fände eine Tour mit <a href="https://vampster.com/bands/smoulder/">SMOULDER</a> fantastisch.</strong></p>
<p>Ja, SMOULDER würden perfekt passen. Ich würde liebend gerne mehr Shows mit <a href="https://vampster.com/bands/seven-sisters/">SEVEN SISTERS</a>, <a href="https://vampster.com/bands/vultures-vengeance/">VULTURES VENGEANCE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/greyhawk/">GREYHAWK</a> und <a href="https://vampster.com/bands/ironflame/">IRONFLAME</a> spielen. Oder <a href="https://vampster.com/bands/visigoth/">VISIGOTH</a>. Es wäre außerdem unglaublich, mit einer Band zu spielen, die uns beeinflusst hat, wie <a href="https://vampster.com/bands/twisted-tower-dire/">TWISTED TOWER DIRE</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/atlantean-kodex/">ATLANTEAN KODEX</a>.</p>
<p><strong>Das war&#8217;s, du hast das Ende des Interviews erreicht. Danke für deine Zeit, deine Antworten und natürlich das großartige Album, welches “From Western Shores” geworden ist. Die letzten Worte gehören dir!</strong></p>
<p>Vielen Dank für die nette Rezension und das Interview Wir wissen das alles zu schätzen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[GATEKEEPER]]></band>
<genres><![CDATA[heavy metal, power metal]]></genres>
<wpid>305362</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>Interview mit SMOULDER: Das Kollektiv wächst!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/interview-mit-smoulder-das-kollektiv-waechst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2023 08:44:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[SMOULDER]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kanadier SMOULDER konnten mit ihrem Debüt “Times Of Obscene Evil und Wild Daring” bereits Eindruck bei mir&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Kanadier <a href="https://vampster.com/bands/smoulder/">SMOULDER</a> konnten mit ihrem Debüt “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-times-of-obscene-evil-and-wild-daring/">Times Of Obscene Evil und Wild Daring</a>” bereits Eindruck bei mir und der gesamten Metal-Szene hinterlassen. Der folgende Europa-Abstecher der Band wurde allerdings dank Corona zum Desaster. Aber all das hat SMOULDER nicht aufgehalten &#8211; 2020 veröffentlichte die Band die EP “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-dream-quest-ends/">Dream Quest Ends</a>” und nun hat die Band mit “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-violent-creed-of-vengeance/">Violent Creed Of Vengeance</a>” ihr zweites Album veröffentlicht. Und was für eines! Für mich ist “Violent Creed Of Vengeance” ein ziemlich sicherer Kandidat für das Album des Jahres. Wir haben der sympathischen Band einen etwas umfangreicheren Fragenkatalog geschickt, den die inzwischen neben den USA und Kanada auch in Finnland ansässige Band fleißig durchgearbeitet hat.</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-300925" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Hey! Wie geht es euch?</strong></p>
<p>Adam: Ich habe gestern meinen letzten Arbeitstag hinter mich gebracht, ich bin also erschöpft und erleichtert. Kapitalismus ist ein Alptraum, aus dem ich wohl niemals erwachen werde, aber ich nehme jetzt erstmal eine Auszeit. Wie geht es dir?</p>
<p><strong>Danke, soweit gut. Herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung von “Violent Creed Of Vengeance”! Das Album ist großartig und wird sehr wahrscheinlich mein Album des Jahres, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass <a href="https://vampster.com/bands/atlantean-kodex/">ATLANTEAN KODEX</a> wieder im selben Jahr wie Ihr ein Album veröffentlichen werden.</strong></p>
<p>Vincent: Danke dir! Es wäre sowohl Fluch als auch Segen, wenn dieses Jahr noch ein neues <a href="https://vampster.com/bands/atlantean-kodex/">ATLANTEAN KODEX</a>-Album erscheinen würde.</p>
<h2>&#8222;Ich habe definitiv hart daran gearbeitet, ein besserer Leadgitarrist zu werden&#8220; &#8211; Das hört man &#8222;Violent Creed Of Vengenace&#8220; auch an</h2>
<p><strong><br />
Mir hat das Gitarrenspiel auf “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-times-of-obscene-evil-and-wild-daring/">Times Of Obscene Evil And Wild Daring</a>” schon sehr gut gefallen, aber auf “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-violent-creed-of-vengeance/">Violent Creed Of Vengeance</a>” habt ihr das ganze noch mal auf ein neues Level gebracht. Die Harmonien sind fantastisch!</strong></p>
<p>Vincent: Ich habe definitiv hart daran gearbeitet, ein besserer Leadgitarrist zu werden. Für die Harmonien kannst du Kevin danken, er hat wirklich ein gutes Ohr für geschmeidige Gitarrenläufe.</p>
<p><strong>Alles in allem würde ich sagen, dass ihr deutlich mutiger klingt als auf eurem Debüt. Ein bisschen so als hättet Ihr die Handbremse gelöst und Vollgas gegeben.</strong></p>
<p>Vincent: Da stimme ich dir zu. Das sind definitiv unsere bisher ambitioniertesten und schnellsten Stücke und es gibt keine Anzeichen dafür, dass wir weniger Gas geben.</p>
<p><strong>Das trifft noch mehr auf den Gesang zu. Sarah, du klingst deutlich selbstbewusster. Wer inspiriert dich als Sänger*in und Liveperformer*in am meisten?</strong></p>
<p>Sarah: Es sieht so aus, als ob man es der Stimme anhören kann, wenn sich alles in deinem Leben deutlich verbessert! Aber ja, der Umzug nach Finnland hat sowohl mein Leben als auch das von Vincent in allen Belangen verändert. Aber ich habe auch hart daran gearbeitet, meinen Gesang zu verbessern, seit wir unser Debüt veröffentlicht haben. Ein großer Teil davon war es zu lernen, besser mit meinen diversen gesundheitlichen Problemen umzugehen, was sich sehr deutlich ausgezahlt hat. Ich habe durch Gewichtheben und Wandern &#8211; dabei habe ich oft gesungen &#8211; deutlich Kraft hinzu gewonnen. Das hat meine Stimmbänder und meinen Körper deutlich gestärkt.</p>
<p>Was die eigentliche Frage angeht &#8211; was inspiriert mich am meisten? Die Sänger, die auf der Bühne völlig ausrasten und so aussehen und klingen, als wären sie besessen. Die Sänger, welche die Merkwürdigkeit und Hässlichkeit ihrer eigenen Stimmen zelebrieren. Leute, die einzigartig sind und sich nicht dafür entschuldigen. Hier ist eine Liste: Tim Baker (<a href="https://vampster.com/bands/cirith-ungol/">CIRITH UNGOL</a>), Leather Leone (<a href="https://vampster.com/bands/chastain/">CHASTAIN</a>), Grace Slick (JEFFERSON AIRPLANE), RONNIE JAMES <a href="https://vampster.com/bands/dio/">DIO</a> (<a href="https://vampster.com/bands/rainbow/">RAINBOW</a>, <a href="https://vampster.com/bands/black-sabbath/">BLACK SABBATH</a>, du weißt schon), Terry Jones (<a href="https://vampster.com/bands/pagan-altar/">PAGAN ALTAR</a>).</p>
<p><strong>Und heilige Scheisse, bei “Spellforger” bist du wirklich on fire! Ich bin fast ausgerastet, als ich den Song zum ersten Mal auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gehört habe. Beinahe wäre es zu einem Ein-Mann-Moshpit im Supermarkt gekommen. Ich kann mir vorstellen, dass die Nummer live schwer zu singen sein wird.</strong></p>
<p>Sarah: Der Song ist noch nicht in unserer Setlist, aber wir wollen ihn auf unserer Europatour im Herbst auf jeden Fall spielen. Ich trainiere in Vorbereitung auf diese Tour schon mehr, ich weiß, dass das körperlich anspruchsvoll wird. Wir starten mit den Proben nächste Woche, jetzt da wir nach dem COURTS OF CHAOS FESTIVAL wieder zu Hause sind.</p>
<p><strong>Wo ich gerade von Moshpits sprach &#8211; ich könnte mir das bei einigen Songs auf dem neuen Album vorstellen. “The Talisman And The Blade” ist ein echter Nackenbrecher.</strong></p>
<p>Vincent: Ja, das ist sicherlich einer unserer schnellsten Songs bisher und wir tendieren dazu, ihn live noch schneller zu spielen. Ich habe bisher zwar noch keine Moshpits gesehen, kann mir aber vorstellen, dass es nur eine Frage der Zeit ist.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-305673" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1.jpg" alt="" width="800" height="534" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1-768x513.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1-380x254.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Ihr habt diesmal nicht so viel doomigen Kram geschrieben. Natürlich gibt es immer noch ein paar entsprechende Passagen, aber keinen puren Doom-Song wie “Black Gods Kiss” vom Debüt. War das eine bewusste Entscheidung oder hat euch dieser ganze Misthaufen, der unsere Welt seit ein paar Jahren ist, einfach nur aggressiver werden lassen?</strong></p>
<p>Sarah: Ich persönlich denke nicht, dass der Doom weg ist. “Dragonslayers Doom” ist definitiv ein epischer Doom-Song und meiner Meinung nach der beste, den wir bisher geschrieben haben. “Victims Of Fate” und “Midnight In The Mirror World” sind ebenfalls beides epische Doom-Songs. Aber ja, du hast nicht Unrecht, was die generelle Stimmung angeht. Wir sind auf diesem Album schneller geworden und das hat viel damit zu tun, die Aggressionen darüber, wie beschissen die Welt ist, abzubauen. Es lag auch daran, dass wir viel mehr Zeit und Mühe in die Perfektionierung der Songs gesteckt haben, und dieses Mal haben wir es wirklich genossen, auf seltsamen Wegen zu gehen. Vor allem bin ich unglaublich beeindruckt, wie talentiert die Jungs sind. Ich liebe es, unsere Musik zu hören, sie tut selten das, was man erwartet, und sie ist extrem interessant und eingängig.</p>
<p><strong>Ihr habt eine wirklich gute Mischung aus eingängigen Songs und eher komplexem, obskuren Kram wie zum Beispiel “Midnight In The Mirror World”. Ist es hauptsächlich Shon, der die letzteren Sachen schreibt? Kevin ist ja sowas wie euer Hitmeister.</strong></p>
<p>Vincent: Kevin und ich haben zwei sehr unterschiedliche Arten des Songwritings und sind dahingehend sehr bedacht vorgegangen. Ich habe eine spezifische, obskure Herangehensweise an das Songwriting, während Kevin eher einen klassischen Ansatz hat.</p>
<p><strong>Welche Alben habt ihr gehört, während die Songs für das neue Album geschrieben wurden? Gab es irgendwelche speziellen Dinge, die euch beeinflusst haben?</strong></p>
<p>Vincent: Für den durchschnittlichen Power Metal-Fan wird das zwar offensichtlich sein, aber <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a> waren der Haupteinfluss, als ich “The Talisman And The Blade” geschrieben habe. Speziell die ersten vier Alben.</p>
<p><strong>Sarah und Vincent haben mitten in der Pandemie geheiratet und sind nach Finnland gezogen. Bei euch beiden war also eine Menge los. Wie seid ihr denn alle so durch die Pandemie gekommen und was hat euch geistig gesund gehalten?</strong></p>
<p>Sarah: Die Pandemie war für alle hart. Für uns begann es damit, dass wir unsere allererste Tour und gut 10.000 Dollar aus der Bandkasse verloren haben. Dann wurden wir vom kanadischen Gesundheitssystem darüber informiert, dass Diabetiker überproportional häufig an Covid sterben und sie sehr deutlich empfahlen, sich selbst zu isolieren &#8211; aus diesem Grund ließen wir etwa 300 Tage lang niemanden in unsere Wohnung.</p>
<p>Dann habe ich mir, direkt zu Beginn des zweiten Lockdowns, bei einem Fahrradunfall den Arm gebrochen und es wurde falsch diagnostiziert, was zu schweren Komplikationen führte, von denen ich mich erst nach Jahren und sehr viel Geld wieder erholt habe. Aber weißt du was? Am Ende haben wir gemerkt, dass wir unglaubliches Glück hatten. Wir behielten unsere Arbeitsplätze, unser Zuhause und unser Leben. Am Ende des Tages ist das alles, was zählt. Und während all dem hat Vincent mich bei Verstand gehalten.</p>
<p><strong>Warum seid Ihr nach Finnland gezogen? War das schon länger geplant? Was macht ihr dort beruflich?</strong></p>
<p>Sarah: Ich habe sowohl die kanadische als auch die finnische Staatsbürgerschaft und wollte schon immer in Europa leben. Als Vincent mir sagte, dass er dazu bereit wäre, es zu versuchen, haben wir Kanada so schnell wie möglich verlassen. Es gab dafür eine Menge Gründe, aber um es kurz zu halten: Die wichtigsten Gründe waren der Zugang zu Gesundheitsfürsorge und die Natur. Was unsere Jobs angeht, ich arbeite Vollzeit und Vincent ist in einer Integrationsmaßnahme.</p>
<p><strong>Wie ist die Stimmung momentan in Finnland? Das Land teilt sich eine Menge Grenze mit Russland, welches sie bedroht, da Finnland der Nato beigetreten ist. Ein Schritt, den ich völlig nachvollziehen kann (Den NATO-Beitritt, nicht die Drohungen), da Russland unter Putin völlig unberechenbar und gefährlich ist.</strong></p>
<p>Sarah: Ich würde sagen, die Stimmung ist düster und vorsichtig. Ich kann nicht für alle Finnen sprechen, aber ich denke, die Bevölkerung fühlt sich unwohl, ist wütend auf und verängstigt vom direkten Nachbarn und gleichzeitig mitfühlend für die Menschen, die dort leben und dringend das Land verlassen wollen, aber nicht können.</p>
<h2>&#8222;Es war großartig, alle zusammen am selben Ort und zur gleichen Zeit zu arbeiten!&#8220; &#8211; Zum ersten mal seit dem Demo haben SMOULDER wieder als Band zusammen aufgenommen</h2>
<p><strong>Wie habt Ihr eure finnischen partners in crime kennengelernt, sowohl eure Produzenten als auch eure Live-Musiker?</strong></p>
<p>Vincent: Aufgrund unseres gemeinsamen Engagements in der Speed Metal-Szene hatte ich schon seit Jahren Kontakt zu Dimi von <a href="https://vampster.com/bands/ranger/">RANGER</a>, bevor wir umgezogen sind. Wir trafen ihn und Iiro zum ersten Mal bei einem Besuch in Finnland 2018 und sind seitdem in Verbindung geblieben. Kurz nachdem wir nach Helsinki gezogen sind, fingen wir an, uns einen Proberaum mit <a href="https://vampster.com/bands/emissary-fin/">EMISSARY</a> zu teilen und fragten, ob sie Lust hätten, live mit uns zu spielen.</p>
<p>Sarah: Es war toll, die RANGER-Jungs durch Vincent kennenzulernen. Sie sind kluge, fleißige, rohe, verrückte und äußerst talentierte Musiker und vernünftige Menschen mit dem Herz am rechten Fleck. Ich bin sehr dankbar für ihre Zeit bei SMOULDER und obwohl es wahrscheinlich ist, dass weder Dimi noch Iiro auf absehbare Zeit viel mit uns spielen werden, da sowohl EMISSARY als auch RANGER sehr beschäftigt sind und Dimi außerdem Vater wird, sind sie jederzeit herzlich willkommen wieder bei uns einzusteigen.</p>
<p>Außerdem haben wir durch einen Freund den wunderbaren Valtteri kennengelernt, der auf unserer Herbst-Tour Schagzeug spielen wird, da Kevin und seine reizende Frau ebenfalls Nachwuchs erwarten. Valtteri spielt, genau wie Dimi und Iiro in einer sehr beschäftigten Band, der Death Metal-Band <a href="https://vampster.com/bands/ashen-tomb/">ASHEN TOMB</a>, sodass wir uns nach seinem Zeitplan richten. Also ja, um es kurz zu fassen, es sind zwei SMOULDER-Babys unterwegs, was sehr aufregend ist und auch bedeutet, dass unser Kollektiv wächst. Das Schöne ist, dass wir eine Menge wirklich talentierter Musiker in Helsinki kennen.</p>
<p><strong>Das Album klingt großartig! Es klingt roh und direkt! Ist der Rest der Band für die Aufnahmen nach Finnland gekommen?</strong></p>
<p>Collin: Ja, Kevin und ich sind aus den USA und Adam aus Kanada eingeflogen. Ich denke, dass die Tatsache, dass wir zusammen aufnehmen konnten, viel dazu beigetragen hat, dass das Album so geworden ist, wie es ist. Aufgrund der Entfernung konnten wir seit dem Demo nicht alle zusammen im selben Raum aufnehmen, also war es wirklich großartig, alle zusammen am selben Ort und zur gleichen Zeit zu arbeiten! Abgesehen davon war es großartig, mit den Toningenieuren im Studio (Soundwell Studios in Espoo) zusammenzuarbeiten, die wirklich sehr engagiert waren. Sie haben definitiv das Beste aus uns allen herausgeholt und uns, was Produktionen angeht, auf ein neues Level gebracht.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-305676" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto2-2023-1.jpg" alt="" width="534" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto2-2023-1-380x569.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto2-2023-1.jpg 534w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" />Wenn die ganze Band eine &#8222;Dungeons &amp; Dragons&#8220;-Rollenspielrunde wäre, wer würde welchen Charakter spielen?</strong></p>
<p>Collin: Ok, ich denke unsere Gruppe würde so aussehen:<br />
Sarah: Paladin<br />
Vincent: Hexer<br />
Collin: Barde<br />
Adam: Zauberer<br />
Kevin: Mönch</p>
<p><strong>Michael Moorcock hat das Intro zu “Victims Of Fate” gesprochen. Wie ist es dazu gekommen?</strong></p>
<p>Sarah: Es hat eine Menge Emails gebraucht, um das durchzuziehen, aber ich bin froh, dass es geklappt hat. Vincent hat vor Jahren mal erwähnt, wie cool es wäre, wenn Moorcock ein Intro zu einem Song sprechen würde, der von seinen Büchern handelt. Ich dachte mir, dass es nicht schaden kann nachzufragen und irgendwann haben wir durch einen Freund von uns bei DMR Books seine Kontaktdaten bekommen.</p>
<p>Über ein Jahr später hat es endlich geklappt. Er war so großzügig zu uns &#8211; eigentlich haben wir ihn gefragt, ob er eine Zeile aus einem seiner Bücher sprechen könnte, aber er hat uns gefragt, ob er stattdessen etwas Eigenes dafür schreiben kann. Unsere Köpfe sind fast explodiert. An dem Abend, als er uns den Text am Telefon vorgelesen hat, haben wir die ganze Nacht wartend verbracht. Im Bett zu liegen, während Michael Moorcock uns etwas vorliest, was er geschrieben hat, ist etwas, was wir definitiv niemals vergessen werden.</p>
<p><strong>Und natürlich habt ihr ein weiteres, großartiges Werk von Michael Whelan als Cover-Artwork. Dieses Mal habt ihr euch für “Amazons 2” aus dem Jahre 1981 entschieden. Warum dieses spezielle Bild?</strong></p>
<p>Adam: Das Bild wurde ursprünglich als Cover für einen Sammelband mit weiblichen Autoren und Charakteren geschaffen und diese in der griechischen Mythologie verwurzelte Ästhetik passt zu Epic Metal &#8211; die thematischen Linien vom Artwork zur Musik sind also klar. Wie auch immer, am wichtigsten ist natürlich das Artwork selbst, welches starke, kämpfende Frauen, im Kampf sterbende Männer, coole Klingenwaffen und einen glimmenden (“smouldering”), blutroten Himmel zeigt &#8211; all das mit Whelans fantastischem Realismus und Detailliertheit. Wir haben es gesehen und realisiert, dass es perfekt passt.</p>
<p><strong>Ich schätze mal, es wäre ein Traum, ein speziell für euch gemaltes Cover von Michael Whelan zu haben. Ist das im Bereich des Möglichen oder für eine Band eurer Größe zu teuer?</strong></p>
<p>Adam: Ich würde nicht sagen, dass es unmöglich ist, wobei es schon eine Weile her ist, dass Michael Whelan ein Bild auf Kommission gemalt hat, seit er sich in den Semi-Ruhestand begeben hat. Ich denke, es würde nicht schaden anzufragen, aber andererseits gibt es auch schon eine so große Menge an Werken, aus denen man wählen kann, wenn man seine Karriere mal durchgeht. Alles davon ist erstklassig, ich mache mir also keine Sorge darum, ob wir diese Serie kraftvoller Albumcover fortsetzen können.</p>
<p><strong>Was ist euer Lieblings-Dinosaurier? Nur einer pro Bandmitglied!</strong></p>
<p>Sarah: Triceratops<br />
Collin: Pleisiosaurus<br />
Kevin: Ich nehme den großen Jungen &#8211; Brachiosaurus</p>
<p><strong>Adam, <a href="https://vampster.com/interviews/smoulder-epic-canadian-steel/">in unserem letzten Interview</a>, nach der Veröffentlichung von “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-times-of-obscene-evil-and-wild-daring/">Times Of Obscene Evil And Wild Daring</a>”, hast du gesagt, dass du auch gerne was zum Songwriting beitragen möchtest und auch schon einen Song und einige weitere Ideen auf Lager hast. Wann werden wir etwas von dir Geschriebenes hören?</strong></p>
<p>Adam: Ich arbeite dran, so viel ist sicher. Aber ich habe als Songwriter weniger Erfahrung als die anderen und es gibt dadurch, dass alle am Songwriting beteiligt sind, jede Menge Songs und Ideen &#8211; was großartig ist, weil wir die stärksten Songs auswählen und andere, im Namen der Qualitätskontrolle, aus der Album-Tracklist rauslassen können, damit auf dem Album nur Killer und keine Filler drauf sind. Meine Versuche in Sachen Songwriting haben es bisher noch nicht geschafft, aber es gibt einen Song, bei dem Kevin und ich zusammengearbeitet haben, den wir für eine zukünftige Veröffentlichung im Auge behalten. Sarah hat auch schon Gesangslinien und den Text &#8211; über Pelennor Fields &#8211; geschrieben. Es macht Spaß, den Song zu spielen, aber wir müssen noch ein bisschen daran arbeiten, weil er sich meiner Meinung nach momentan noch zu schwerfällig anfühlt.</p>
<p>Ich nehme mir dieses Jahr eine Auszeit von der Arbeit, was mir definitiv die Freiheit geben wird, über mein Dasein als fähiger Bassist hinaus an Musik zu arbeiten. Ich werde einige alte Songideen überarbeiten, neue Riffs schreiben und an meinem Verständnis von Musiktheorie arbeiten. Unterdessen hat die Band die Freiheit, alles, was ich schreibe, zu editieren oder Teile davon zu benutzen. Und Kevin weiß immer am besten, wie man Schlagzeug-Parts schreibt, Gitarrensoli werden optimiert und auch wenn ich Texte schreibe, möchte ich, dass Sarah damit glücklich ist, wenn sie sie singt. Es wird also ein Gruppenleistung, aber ich arbeite definitiv daran, irgendwann Songwriting-Credits zu bekommen.</p>
<h2>&#8222;Ein bisschen so, wie von einem Tornado umgeblasen zu werden?&#8220; &#8211; die beiden Auftritte auf dem KEEP IT TRUE haben Eindruck bei SMOULDER hinterlassen</h2>
<p><strong>Auf “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-dream-quest-ends/">Dream Quest Ends</a>” hattet ihr ein Duett, das mir wirklich gut gefallen hat. War das eine einmalige Sache oder könnt Ihr euch vorstellen, das oder sowas Ähnliches nochmal zu machen?</strong></p>
<p>Adam: Ich bin immer froh zu hören, wenn jemand “Dream Quest Ends” mag, denn der Song hat ein einzigartiges, elegantes Gefühl mit einigen deutlich sanfteren Passagen als bei uns üblich. Ich denke, der Song ist etwas Besonderes und ich bin immer glücklich, Gesangsparts zu übernehmen, solange sie zum Song passen. Die “Dream Quest Ends”-EP war irgendwie unser Experiment mit Duettgesang, weil Vincent bei “Warrior Witch Of Hel” singt. Backing vocals sind auf “Violent Creed Of Vengeance” eher rar gesät, wenn wir nicht gerade im Chor singen. Ich denke, es ist nicht auszuschließen, solange es dem Song dient.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-202763" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Eine Sache, die ich unbedingt noch sagen muss, auch wenn es etwas spät ist. Ich liebe euer Cover des <a href="https://vampster.com/bands/manilla-road/">MANILLA ROAD</a>-Songs “Cage Of Mirrors”, ich finde es besser als das Original, auch wenn ich für diese Meinung vielleicht gekreuzigt werde.</strong></p>
<p>Sarah: Das ist sehr nett! Wir haben das schon von einer Handvoll Leute gehört und sind immer wieder überrascht und geehrt davon. Neudi (Andreas Neuderth, letzter Schlagzeuger von MANILLA ROAD) hat uns netterweise die Erlaubnis gegeben, den Song zu covern, als wir 2018 zum ersten Mal auf dem <a href="https://vampster.com/bands/keep-it-true-festival/">KEEP IT TRUE</a> waren. Wir haben MANILLA ROAD mehrere Male in diversen Städten gesehen, wir fühlen also eine gewisse Verwandtschaft mit Mark und co. R.I.P. einem echten Gentleman.</p>
<p><strong>Ihr habt gerade vor ein paar Wochen auf dem KEEP IT TRUE gespielt, zweimal sogar! Wie hat es sich angefühlt vor der versammelten europäischen Die Hard-Metalszene zu spielen?</strong></p>
<p>Sarah: Ein bisschen so, wie von einem Tornado umgeblasen zu werden? Wow. Das war so eine riesige und intensive Erfahrung für uns. Es war extrem spaßig, sehr anstrengend und eine großartige Lernerfahrung, soviel steht fest! Nicht nur einmal, sondern zweimal spielen zu können, am Wochenende unserer Albumveröffentlichung und mit Bands wie MESSIAH FORCE, <a href="https://vampster.com/bands/pagan-altar/">PAGAN ALTAR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/cirith-ungol/">CIRITH UNGOL</a>, <a href="https://vampster.com/bands/soelicitoer/">SÖLICITÖR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/blood-star/">BLOOD STAR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/visigoth/">VISIGOTH</a> und <a href="https://vampster.com/bands/sanhedrin/">SANHEDRIN</a> zu spielen… Und nicht nur das, aber ich bin total begeistert, dass die Sängerinnen von <a href="https://vampster.com/bands/soelicitoer/">SÖLICITÖR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/blood-star/">BLOOD STAR</a> und <a href="https://vampster.com/bands/sanhedrin/">SANHEDRIN</a> am Ende von “Sword Woman” zu uns auf die Bühne gekommen sind. Es hat sich wirklich toll angefühlt, das mit mehreren Musikerinnen, die wir bewundern, machen zu können.</p>
<p><strong>War das euer bisher größter Auftritt?</strong></p>
<p>Sarah: Ja.</p>
<p><strong>Euer neues Album wurde am Freitag des KEEP IT TRUE-Wochenendes veröffentlicht und die erste Auflage des Vinyl war noch während des Festivals ausverkauft. Das ist ne große Sache, oder? Hat Enrico (CRUZ DEL SUR Labelboss) die zweite Pressung sicherheitshalber schon mal vorbestellt oder kommt ihr in einen Engpass?</strong></p>
<p>Sarah: Wir warten momentan auf die zweite Pressung. Es fühlt sich großartig an, die erste Auflage von 1500 Stück so schnell ausverkauft zu haben. Ich hoffe, wir können das Interesse aufrechterhalten, aber mal schauen, wie es läuft. Es gibt viele großartige Alben dieses Jahr.</p>
<p><strong>Ich habe gerade, während ich diese Fragen schreibe (und nur wenige Stunden vor dem Bandcamp-Freitag. Sorry, ich bin ein Idiot) den Patch mit dem Cover des neuen Albums bestellt. Ich hoffe sehr, dass Ihr auch einen neuen Backpatch macht, denn ich brauche den für meine neue Kutte.</strong></p>
<p>Sarah: Wir werden definitiv irgendwann einen weiteren Backpatch machen. Wir machen gerne kleine Auflagen bei Merch und stimmen diese zeitlich aufeinander ab, so dass die Leute mehr als ein Teil auf einmal bestellen können. Hab etwas Geduld und folge uns bei Bandcamp [Anmerkung des Verfassers: Als ob ich das nicht schon seit Jahren tun würde…], um darüber informiert zu werden.</p>
<p><strong>Habt Ihr Pläne, euer Merch für europäische Käufer zukünftig auch aus Finnland zu versenden? Der Versand aus Kanada kostet echt ein Vermögen.</strong></p>
<p>Sarah: Der Versand aus Finnland in den Rest von Europa kostet leider ebenfalls ein Vermögen. Wir haben kürzlich eine Platte von Finnland nach Kanada verschickt und es kostete 47 Euro, was einfach nur komplett irrsinnig ist. Die beste Möglichkeit ist es, bei CRUZ DEL SUR zu bestellen.</p>
<h2>&#8222;Ich denke, die Metal-Szene und die ganze Welt haben noch einen langen Weg vor sich, wenn es darum geht, wirklich inklusiv und egalitär zu sein.&#8220;</h2>
<p><strong>Im Promoblatt zum neuen Album, habe ich gelesen, dass der Albumtitel daraus entstanden ist, wie Sarah ZITAT “Die Pandemie, ihren Einfluss auf sozialen Fortschritt und die nicht endende Realität von Frauenhass und Vergewaltigungskultur verarbeitet hat” ZITATENDE. Ich habe sehr ähnliche Gedanken, was den Einfluss der Pandemie, aber auch des Angriffs Putins auf die Ukraine auf unseren gesellschaftlichen Fortschritt angeht. Die Pandemie, speziell die Lockdowns, haben zu einem Anstieg häuslicher Gewalt geführt und haben eine ganze Generation von Kindern traumatisiert. Ich denke immer noch, dass ein großer Teil der Entscheidungen, die unsere Regierung während der Pandemie getroffen hat, ok war und dass wir besser durch die Pandemie gekommen sind als andere Länder. Aber die Folgen für die verwundbarsten Teile unserer Gesellschaft waren massiv.</strong></p>
<p><strong>Und der Krieg in der Ukraine wird nun von vielen Konservativen als Entschuldigung genutzt, um im Kampf gegen die Klimakatastrophe zu bremsen. Sie versuchen immer noch, den Menschen zu erzählen, dass wir größtenteils einfach weitermachen können wie bisher und vergleichen Klimaaktivisten allen Ernstes mit Terroristen. Es ist ein Desaster und wir könnten alle hysterisch darüber lachen, wenn es nicht so verdammt ernst wäre. Auch was den Teil mit Frauenhass und Vergewaltigungskultur angeht, kann ich nur zustimmen. Sobald ich mal aus meiner fröhlichen, progressiven, linken, feministischen Bubble raus schaue, kann ich nur den Kopf schütteln, was so alles immer noch als akzeptables Verhalten gegenüber Frauen gesehen wird.</strong></p>
<p><strong>Hier in Deutschland versucht, soweit ich weiß, jeden Tag ein Mann seine Partnerin umzubringen und jeden dritten Tag ist einer dabei “erfolgreich”. Das ist ein unhaltbarer Zustand, aber trotzdem werden Frauen viel zu oft nicht ernst genommen, wenn sie berichten, dass sie belästigt, bedroht oder gestalkt werden. Opfer sexualisierter Gewalt werden beschuldigt, die falschen Klamotten angehabt zu haben, alleine unterwegs gewesen zu sein oder welcher Unsinn auch immer vorgebracht wird, um männliches Fehlverhalten zu entschuldigen. Das Bewusstsein wächst, aber wir haben als Gesellschaft noch einen weiten Weg vor uns. Früher wollte ich mal glauben, dass es in der Metal-Szene etwas besser wäre als in der gesamten Gesellschaft, aber da bin ich mir nicht mehr so sicher…. Was sind eure Gedanken dazu?</strong></p>
<p>Sarah: Ich denke, die Metal-Szene und die ganze Welt haben noch einen langen Weg vor sich, wenn es darum geht, wirklich inklusiv und egalitär zu sein. Ich kenne eine Menge Leute, die versuchen, sich ihres Verhaltens bewusster zu werden und es zu verbessern und das ist eine gute Sache. Aber… Es ist sehr frustrierend, eine Frau in der Metal-Szene zu sein. Bei jeder Show, die wir spielen, passiert zwangsläufig irgendwas, das mich daran erinnert. Und du hast recht, speziell Opfer sexualisierter Gewalt werden furchtbar behandelt. Das ist mein größter Konfliktpunkt mit der Metal-Szene. Jedes Mal, wenn ein Missbrauchstäter öffentlich geoutet wird, kannst du dir die Reaktionen online ansehen. Die Leute rennen sich gegenseitig dabei über den Haufen, das Opfer als Lügnerin zu bezeichnen, es oder seine Unterstützer zu bedrohen, den Täter für sein angebliches Talent zu loben oder sicherzustellen, dass jeder mitbekommt, dass der Täter “ein guter Mensch ist, der sowas niemals tun könnte”. Vergewaltiger und Missbrauchstäter werden regelmäßig als die “wahren Opfer” einer &#8222;Verleumdungskampagne&#8220; dargestellt. Es macht mich wirklich krank zu sehen, wie leicht es für Leute ist, sich brutal frauenfeindlich zu verhalten, wenn es ihnen in den Kram passt, weil sie halt “geile Riffs” schreiben.</p>
<p>Wenn die Metal-Szene oder die Gesellschaft als Ganzes sich wirklich um Opfer von Missbrauch kümmern würde, würde sie Täter unvoreingenommen verstoßen und die Übernahme von Verantwortung verlangen. Sei es durch Therapie, Sozialstunden, Spenden an Projekte, die Opfer unterstützen und das Eingeständnis ihres Missbrauchs, anstatt sie auf Festival-Billings und Magazincover zu setzen.</p>
<p><strong>Die Entwicklung in den USA, was die Rechte von Transpersonen angeht, ist alarmierend. Auch wenn wir dahingehend durchaus unsere eigenen Probleme mit rechten Konservativen hier in Deutschland haben, wirkt der Scheiss da drüben so völlig unwirklich…!</strong></p>
<p>Kevin: Leider gibt es teilweise tiefsitzende Bigotterie in den USA; speziell religiöse Bigotterie in bestimmten Teilen des Landes. Es ist völlig verrückt für mich, dass manche Leute so wütend auf Trans-Menschen sein können, nur weil diese einfach so sein wollen, wie sie wirklich sind. Das schadet doch niemandem. Was ist nur aus leben und leben lassen geworden? Immerhin behaupten die Republikaner doch, die Partei für die Freiheit zu sein.</p>
<p><strong>Ich kann für die queere Community dort nur hoffen, dass jemand wie DeSantis nicht der nächste Präsident wird. Wie würdet ihr denn die Situation für Frauen und queere Menschen in Kanada und Finnland beschreiben?</strong></p>
<p>Sarah: Finnland ist, was Inklusivität angeht, wirklich seltsam und unausgeglichen. Es ist seltsam, denn sowohl Frauen als auch Schwule, Lesben und Bisexuelle haben gesetzlich recht fortschrittliche Rechte. Wenn man sich aber ansieht, was dann wirklich im Privatleben geschieht, sieht es anders aus. Ein großer Teil liegt darin begründet, dass Finnland eine Monokultur ist, was du als weibliche Migrantin definitiv zu spüren bekommst. Laut Statistiken ist Finnland das zweitgefährlichste Land für Frauen innerhalb der EU und ein Drittel aller Frauen hier wird in ihrem Leben Opfer von Gewalt durch ihre Partner (https://yle.fi/a/3-12204299).</p>
<p>Es dauerte bis Februar 2023, also gerade mal vor ein paar Monaten, bis Finnland das Gesetz änderte, welches Transpersonen dazu zwang, sich sterilisieren zu lassen, wenn sie eine Geschlechtsanpassung vornehmen ließen. Transpersonen haben starke Probleme, Zugang zu medizinischen Ressourcen zu bekommen. Finnland hat also noch einiges zu verbessern. Ich hoffe wirklich, dass diese Verbesserungen kommen und ich werde gemeinsam mit unseren Kameraden dafür auf den Straßen kämpfen.</p>
<p><strong>Ihr habt gerade einige Shows in Europa gespielt. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit euch zu sehen. Wie habt ihr diese Shows erlebt und gibt es ein paar Anekdoten, die ihr teilen wollt?</strong></p>
<p>Sarah: Die letzten Shows waren eine Menge Arbeit und eine Menge Spaß. Wir haben viel gelernt, besonders weil unser Publikum so schnell wächst, ist es hart mitzuhalten. Wir haben eine Menge Zeit damit verbracht zu proben, was wirklich sehr hilfreich war. Jede Stadt und jedes Festival war eine andere, einzigartige Erfahrung.</p>
<p><strong>Gibt es schon Pläne für weitere Konzerte? Köln ist eine sehr schöne Stadt 😉</strong></p>
<p>Sarah: In der Tat! Wir werden im September durch Europa touren und wir haben noch weitere Festivals am Horizont, die noch bestätigt werden müssen.</p>
<p><strong>Was ist denn bei <a href="https://vampster.com/bands/ezra-brooks/">EZRA BROOKS</a> (Projekt von Gitarrist Shon Vincent) los? Das letzte, was ich gelesen habe, ist, dass das Debütalbum in Arbeit ist. Wann wird es veröffentlicht?</strong></p>
<p>Vincent: Die Aufnahmen laufen. Einige Texte sowie der Gesang und einige andere kleine Details müssen noch fertiggestellt werden. Das Album sollte 2024 das Tageslicht erblicken!</p>
<p><strong>Das wars, ihr habt das Ende dieses viel zu langen Interview erreicht. Danke für eure Zeit, eure Antworten und natürlich für dieses großartige Album! Und last but not least dafür, die Dinge, die in der Szene und der Gesellschaft an sich scheiße laufen, anzusprechen. Die letzten Worte gehören euch!</strong></p>
<p>Sarah: Vielen Dank für das Interview, wir wissen es wirklich zu schätzen!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[SMOULDER]]></band>
<genres><![CDATA[heavy metal, power metal, speed metal]]></genres>
<wpid>305360</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>Interview with SMOULDER: The Collective is growing!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/interview-with-smoulder-the-collective-is-growing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2023 07:46:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[SMOULDER]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=305361</guid>

					<description><![CDATA[Canadian Epic Metal darlings SMOULDER already made an impression with their first album “Times Of Obscene Evil und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Canadian Epic Metal darlings <a href="https://vampster.com/bands/smoulder/">SMOULDER</a> already made an impression with their first album “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-times-of-obscene-evil-and-wild-daring/">Times Of Obscene Evil und Wild Daring</a>”. The following trip to Europe ended in a disaster thanks to Covid. But that didn´t stop SMOULDER – in 2020, they released the EP “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-dream-quest-ends/">Dream Quest Ends</a>” and now they released their second full length album “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-violent-creed-of-vengeance/">Violent Creed Of Vengeance</a>”. And what an album that is! For me “Violent Creed Of Vengeance” is a sure candidate for my album of the year. So we sent a rather extensive list of questions which they bravely worked through.</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-300925" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Smoulder-Bandfoto-2023.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Hey! How are you all?</strong></p>
<p>Adam: I just completed my last day at work yesterday, so I’m exhausted and relieved. Capitalism is a nightmare from which I fear I will never wake, but I’m taking a break for now. How are you?</p>
<p><strong>Congratulations on the release of “Violent Creed Of Vengeance”! The album is huge and will most likely be my album of the year &#8211; as it is unlikely that <a href="https://vampster.com/bands/atlantean-kodex/">ATLANTEAN KODEX</a> will again release a new album in the same year as you.</strong></p>
<p>Vincent: Thank you. I guess it would be a blessing as well as a curse to have a new <a href="https://vampster.com/bands/atlantean-kodex/">ATLANTEAN KODEX</a>-album this year!</p>
<h2>&#8222;I definitely pushed myself to become a better lead player this time around&#8220; &#8211; You can hear the results on &#8222;Violent Creed Of Vengeance&#8220;</h2>
<p><strong>I already liked the lead guitar work on “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-times-of-obscene-evil-and-wild-daring/">Times Of Obscene Evil And Wild Daring</a>”, but you really took that to a new level on “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-violent-creed-of-vengeance/">Violent Creed Of Vengeance</a>”. The harmonies are absolutely killer!</strong></p>
<p>Vincent: I definitely pushed myself to become a better lead player this time around. And you can thank Kevin for the harmonies, he’s got a really good ear for smooth guitar lines.</p>
<p><strong>All in all I would say you sound a lot more courageous than on your debut. Kind of like you loosened the brake and went full throttle.</strong></p>
<p>Vincent: I agree. These are definitely our most ambitious and fastest songs yet, and there’s no sign of slowing down.</p>
<p><strong>That applies even more to the vocals. Sarah, you really sound a lot more confident. Who inspires you the most as a singer and as a live performer?</strong></p>
<p>Sarah: Turns out when everything in your life improves dramatically, others can hear it in your voice! But yeah…. moving to Finland has been really life-changing in every single way for both myself and Vincent, but I’ve also been working hard on improving my vocals since the debut was released. A lot of that was learning how to better manage my various health issues, which has paid off in spades. It meant I’ve developed a lot more strength via weight-lifting and hiking, often while singing. It strengthened my vocal cords and my body immeasurably.</p>
<p>As for the actual question &#8211; who inspires me the most? The singers that go absolutely berserk on stage and look and sound like they are possessed. The singers who celebrate the strangeness and ugliness of their own voices. People who are uniquely themselves and don’t apologize for it. Here’s a list: Tim Baker (<a href="https://vampster.com/bands/cirith-ungol/">CIRITH UNGOL</a>), Leather Leone (<a href="https://vampster.com/bands/chastain/">CHASTAIN</a>), Grace Slick (JEFFERSON AIRPLANE), RONNIE JAMES <a href="https://vampster.com/bands/dio/">DIO</a> (<a href="https://vampster.com/bands/rainbow/">RAINBOW</a>, <a href="https://vampster.com/bands/black-sabbath/">BLACK SABBATH</a>, you get it), Terry Jones (<a href="https://vampster.com/bands/pagan-altar/">PAGAN ALTAR</a>).</p>
<p><strong>And holy fuck! On “Spellforger” you are on fire! I really lost my shit, when i heard that song the first time on my way back home from work. I think I nearly started a one man moshpit in the supermarket… I guess that banger is very challenging to sing live.</strong></p>
<p>Sarah: It’s not yet on our setlist, but the goal is to have it on our setlist for our fall European tour. I’m already working out more in advance of that tour, I know it’s going to be physically demanding. We’re starting rehearsals for that next week, now that we’re home from COURTS OF CHAOS FESTIVAL!</p>
<p><strong>Speaking of moshpits… I can totally see that happening with some of the new songs you wrote. “The Talisman And The Blade” is some neckbreaking stuff!</strong></p>
<p>Vincent: Yeah that is easily one of our fastest yet, and we tend to play it even faster live, so while I have yet to witness any moshpits during our set, I imagine it’s only a matter of time.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-305673" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1.jpg" alt="" width="800" height="534" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1-768x513.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1-380x254.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto-2023-1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />You weren&#8217;t that much in the mood for doom stuff, I guess. Of yours there are still some doomy passages, but not one pure doom song like “Black Gods Kiss” from your debut. Was this a conscious decision? Or did the whole mess that was our world within the last years just make you more aggressive?</strong></p>
<p>Sarah: I personally don’t think the doom is gone. “Dragonslayer’s Doom” is definitely an epic doom song, and my personal favourite we’ve ever written. Both “Victims of Fate” and “Midnight in the Mirror World” are epic doom songs. But yeah, you’re not wrong about the general sentiment. We became faster on this album, and a lot of it was to do with exorcising aggression about how fucked up the world is. It also was because we put a lot more time and effort into perfecting the songs, and this time around, we were really enjoying going off on strange tangents. More than anything, I’m unbelievably impressed by how talented the guys are. I love listening to our music, it rarely does what you expect and it’s extremely interesting and catchy.</p>
<p><strong>You really have a good mix of catchy tunes and more complex, weird stuff like “Midnight In The Mirror World” for example. It is mostly Shon who writes the latter ones, right? Kevin is kind of your Hitmeister 😉</strong></p>
<p>Vincent: Kevin and I have two different writing styles so we were very deliberate in that sense. I’ve got a specific arcane approach to songwriting, whereas Kevin has more of a classic approach.</p>
<p><strong>Which albums or artists were you listening to, while the songs for the new album were written? Any certain things that influenced you?</strong></p>
<p>Vincent: While it’s probably obvious to the average power metal enthusiast, but <a href="https://vampster.com/bands/blind-guardian/">BLIND GUARDIAN</a> was the main influence for me while writing “The Talisman and The Blade”. The first four albums in particular.</p>
<p><strong>Sarah and Vincent married amidst the pandemic and moved to Finland, so the two had a lot happening within the last years. How did you all get through the pandemic and what kept you sane?</strong></p>
<p>Sarah: The pandemic sucked for everyone. For us, it kicked off with us losing our first-ever tour and a good $10,000 in band money; from there, we were notified by the Canadian healthcare system that diabetics were disproportionally dying from Covid so they recommended self-isolating very aggressively &#8211; we ended up not letting anyone in our apartment for around 300 days for that reason. Then I broke my arm in a bike accident right when the second lockdown started, and it was misdiagnosed, which led to a crippling complication that took years and A LOT of money to recover from. But you know what? In the end, we realized we were incredibly fortunate. We kept our jobs and our home and lives. At the end of the day, that’s all that matters. And through all that, Vincent kept me sane.</p>
<p><strong>Why the move to Finland? Did you plan that for longer? What do you do for living there?</strong></p>
<p>Sarah: I’m a dual citizen of Canada and Finland and have always wanted to live in Europe. When Vincent told me he was ready to give it a try, we left Canada as quickly as we could. There are a lot of reasons why, but to be brief, access to healthcare and greenspace were the most important. As for what we do, I work full time and Vincent is in integration schooling.</p>
<p><strong>How is the mood in Finland right now? They share a lot of border with Russia, who is threatening them for joining NATO, a step I can only understand (the NATO joining, not the threatening), as Russia under Putin seems to be completely unpredictable and dangerous.</strong></p>
<p>Sarah: I would say the mood is somber and cautious. I can’t speak for all of Finland, but I think folks feel uncomfortable, angry and afraid of our next door neighbour, and sympathetic for the people who live there that are desperate to leave but unable to do so.</p>
<h2>&#8222;It was really great to all put in the work together at the same place and time!&#8220; &#8211; For the first time since the demo SMOULDER did the recordings together as a band</h2>
<p><strong>How did you get to know your Finnish partners in crime, producers as well as live musicians?</strong></p>
<p>Vincent: Because of our mutual involvement in the Speed Metal scene, I had been in contact with Dimi of <a href="https://vampster.com/bands/ranger/">RANGER</a> for years before moving. We met him and Iiro for the first time during a visit to Finland in 2018 and have stayed close ever since. Shortly after moving to Helsinki we started sharing a jam space with <a href="https://vampster.com/bands/emissary-fin/">EMISSARY</a> and asked if they would like to play live with us.</p>
<p>Sarah: It was great to meet the RANGER guys through Vincent. They are smart, hardworking, raw, unhinged, and supremely talented musicians with their heads screwed on right. I’m very grateful for their time in Smoulder, and although it’s likely that neither Dimi or Iiro will be playing with us much for the foreseeable future (courtesy of some exciting news: Dimi is becoming a dad! And their bands EMISSARY and RANGER are getting very busy!), they are welcome to return at any time. Otherwise, we meet the very wonderful Valterri through a friend, and he’ll be drumming with us for the fall tour, as Kevin and his lovely wife are also expecting!! Valterri, like Dimi and Iiro, is also in a busy band (a death metal band called <a href="https://vampster.com/bands/ashen-tomb/">ASHEN TOMB</a>), so we work with his schedule. So yeah! Long story short: we’ve got two Smoulder babies on the way, which is very exciting, and it also means the collective is growing. The nice thing tho? We know a lot of really talented folks in bands in Helsinki!</p>
<p><strong>The album sounds great! It sounds raw and in your face! Did the rest of the SMOULDER guys come to Finland for the recordings?</strong></p>
<p>Collin: Yeah, Kevin and I flew in from the USA and Adam flew in from Canada. I think that us being able to record together really helped the album become what it is now. Due to distance we haven’t been able to all record together in the same room since we did the demo, so it was really great to all put in the work together at the same place and time! Besides all of us being there, the engineers at the studio (Soundwell Studios in Espoo) were awesome to work with and were really invested in the project. They definitely got the best out of all of us and stepped our production game up a few notches!</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-305676" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto2-2023-1.jpg" alt="" width="534" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto2-2023-1-380x569.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/smoulder-bandfoto2-2023-1.jpg 534w" sizes="auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px" />If the whole band was a Dungeons &amp; Dragons Pen&amp;Paper party, who would play what kind of character?</strong></p>
<p>Collin: Alright, here’s what I think our party would be;<br />
Sarah: Paladin<br />
Vincent: Sorcerer<br />
Collin: Bard<br />
Adam: Wizard<br />
Kevin: Monk</p>
<p><strong>Michael Moorcock spoke the Intro to “Victims Of Fate”. How did that happen?</strong></p>
<p>Sarah: That took a lot of emailing to pull off, but I’m glad it happened. Vincent mentioned it years ago &#8211; how cool it would be to have Moorcock to narrate the intro to that song, which is about his books. I figured there was no harm in asking, and eventually, we were able to get his contact info from our friends at DMR Books. Over of a year later, it finally worked out. He was so generous with us &#8211; initially we asked him to narrate a line featured on one of his books, and he said “it is okay if I write something original instead?” Our heads almost exploded. The night he read it to us over the phone, we sat up all night waiting. Definitely something we’ll never forget, laying in bed and having Michael Moorcock read to us something he wrote.</p>
<p><strong>And of course you have another great work of Michael Wheelan as cover artwork. This time you choose “Amazons 2” from 1981. Why this certain piece?</strong></p>
<p>Adam: The piece was originally created to be the cover for an anthology featuring women authors and characters, and an aesthetic rooted in Greek mythology suits epic metal, so those thematic lines are clear from the artwork to the music. However what’s most important is of course the artwork itself, which depicts powerful women taking violent action, men perishing in combat, cool bladed weapons, and a smouldering blood red sky – all with Whelan’s fantastic realism and detail. Just looking at it, I think we all realised it was a perfect fit.</p>
<p><strong>I guess it would be a dream to have a cover, painted by Wheelan especially for you. Is that in the realm of possibilities or is that too expensive for a band of your status?</strong></p>
<p>Adam: I wouldn’t say it’s outside the realm of possibilities, although it has been a while now since Michael Whelan illustrated a commission during his semi-retirement. I suppose there’d be no harm in asking, but there is also already an enormous volume of work to choose from when going through his career, all of it top-notch, so I’m not worried about continuing the streak of powerful album covers any time soon.</p>
<p><strong>What is your favourite dinosaur? Only one per band member!</strong></p>
<p>Sarah: Triceratops<br />
Collin: Pleisiosaurus<br />
Kevin: I’ll go with the big boi Brachiosaurus</p>
<p><strong>Adam said in <a href="https://vampster.com/interviews/smoulder-epic-canadian-steel/">our last interview</a>, after the release of “Times…”, that he also wants to contribute to songwriting and already has a song ready and some more ideas. When will we hear something written by him?</strong></p>
<p>Adam: I’ve been working on it for sure, but I’m a less experienced songwriter than the others and there are a lot of songs and ideas in the running with everyone writing – which is great because we can choose what we feel are the strongest and leave others out of an album’s tracklist in the name of quality control and being all killer, no filler. So my attempts at songwriting haven’t made the cut yet, but there’s one we were considering recording for a future release that Kevin and I collaborated on, and that Sarah wrote lyrics and vocal lines for – about Pelennor Fields. It’s a lot of fun to play but still needs some edits to keep from feeling too plodding, in my opinion.</p>
<p>I’m taking some time away from work this year and that will definitely free me up to work on music beyond just being a competent bassist. I’ll be refining old song ideas, writing new riffs, and also working a bit more on understanding music theory. Meanwhile anything I write, the rest of the band has free reign to edit or use parts from – and Kevin’s always going to know best when it comes to writing the drums, guitar solos will be tweaked, and even if I write lyrics I’ll want Sarah to be happy with them if she’s going to sing them. So it will be a group effort, but I’m definitely working to get some songwriting credits at some point!</p>
<h2>&#8222;A little bit like getting blown over by a tornado?&#8220; &#8211; The KEEP IT TRUE shows did leave an impression</h2>
<p><strong>On “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/smoulder-dream-quest-ends/">Dream Quest Ends</a>” you had a duet vocal part which I really liked. Was this a one time thing or could you imagine doing this again or something similar?</strong></p>
<p>Adam: I’m always really glad to hear when someone enjoys Dream Quest Ends because it has a bit of a uniquely elegant feel with some much softer sections than our usual. I think it’s something special, and am always happy to take on vocal parts as long as they suit the song. In a way the Dream Quest Ends EP was our experiment with more prominent dual vocals, as Vincent sings on “Warrior Witch of Hel.” Backing vocals are pretty rare on Violent Creed outside of a few points where we sing as a chorus, but I don’t think it’s ever out of the question as long as they serve the song.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-202763" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SMOULDER-Dream-Quest-Ends-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>One thing i really need to say, even if it is a little bit late: I LOVE your cover of <a href="https://vampster.com/bands/manilla-road/">MANILLA ROAD</a>´s “Cage Of Mirrors”, i even think it is better than the original. I might get crucified for that opinion, though…</strong></p>
<p>Sarah: That’s very kind! We’ve heard a handful of people say that, and are always surprised and humbled by it. Neudi (last drummer of MANILLA ROAD) was kind enough to give us permission to cover the song when we attended our first <a href="https://vampster.com/bands/keep-it-true-festival/">KEEP IT TRUE</a> back in 2018, and we saw MANILLA ROAD multiple times in multiple cities, so we feel a kinship with Mark and company. RIP to a true gentleman.</p>
<p><strong>You played <a href="https://vampster.com/bands/keep-it-true-festival/">KEEP IT TRUE</a> just some weeks ago, even twice! How did it feel to play before the united die hard european metal scene?</strong></p>
<p>Sarah: A little bit like getting blown over by a tornado? Wow. It was just such an intense and huge experience for us. It was extremely fun and very exhausting and a great learning experience, that’s for sure! To get to play not once, but twice, the weekend of our album release, and to play with MESSIAH FORCE, <a href="https://vampster.com/bands/pagan-altar/">PAGAN ALTAR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/cirith-ungol/">CIRITH UNGOL</a>, <a href="https://vampster.com/bands/soelicitoer/">SÖLICITÖR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/blood-star/">BLOOD STAR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/visigoth/">VISIGOTH,</a> <a href="https://vampster.com/bands/sanhedrin/">SANHEDRIN</a>…. And not only that, but I’m thrilled that singers of <a href="https://vampster.com/bands/soelicitoer/">SÖLICITÖR</a>, <a href="https://vampster.com/bands/blood-star/">BLOOD STAR</a> and <a href="https://vampster.com/bands/sanhedrin/">SANHEDRIN</a> joined SMOULDER on stage for the ending of “Sword Woman”. It felt really special to be able to do that with multiple musicians we deeply admire.</p>
<p><strong>Was this the biggest show you played so far?</strong></p>
<p>Sarah: Yes.</p>
<p><strong>Your new album was released on the Friday of the KEEP IT TRUE weekend and the first pressing of vinyl was sold out even before the festival ended. This is huge, isn&#8217;t it? Did Enrico order a second pressing in advance or will there be a supply problem?</strong></p>
<p>Sarah: We’re currently waiting on the second press. It feels great that we sold out of a 1500 run that quickly! I hope we can maintain interest, but we’ll see how it goes. There are MANY amazing albums being released this year.</p>
<p><strong>I just ordered a path with the new album cover while writing these questions (hours before bandcamp friday, sorry, i&#8217;m an idiot ha ha ha). I hope there will also be a new backpatch from you guys because I need this for my new battle vest!</strong></p>
<p>Sarah: We’ll definitely do another backpatch eventually. We like to do small merch runs, and we time them out so that people can potentially order more than one item. So be patient and just click “follow” on our Bandcamp page to be notified!</p>
<p><strong>Do you have plans to also ship shirts and stuff from Finland for european buyers in the future? Shipping from Canada still costs a fortune.</strong></p>
<p>Sarah: Shipping from Finland to the rest of Europe is sadly also a fortune &#8211; we recently shipped a record to Canada from here and it cost 47 euro, which is just…. Completely insane. Your best bet is to order from Cruz del Sur!</p>
<p><strong>In the promo sheet for your new album, i read that the album title was born out of Sarah QUOTE “processing of the pandemic, its impact on social progress and the unending reality of misogyny and rape culture” END QUOTE. I have similar thoughts concerning the impact of the pandemic, as well as Putins attack on Ukraine on our progress as a society. The pandemic, especially the lockdowns led to a rise of domestic violence and traumatised a whole generation of kids. I still think that most of the decisions our government made during the pandemic were ok and that we got through the pandemic better than other countries but the impact on our most vulnerable groups was massive.</strong></p>
<p><strong>And the war in Ukraine is used as an excuse by many conservatives to slow down the fight against the climate catastrophe. They still try to tell people that we can mostly just live as we used to and even gave the nerve to compare climate activists with terrorists… It&#8217;s a shitshow and I guess we could all hysterically laugh about it, if it wasn&#8217;t so damn serious… Concerning the misogyny and rape culture part &#8211; i could not agree more. As soon as I take a look outside of my happy progressive lefty feminist bubble, I can only shake my head at what is still considered acceptable behaviour towards women.</strong></p>
<p><strong>Here in Germany, as far as i know, every day a man tries to murder his partner and every third day, one of them succeeds. This is completely unacceptable and still, women are far too often not taken serious when they report being threatened or stalked. Victims of sexual violence are blamed for wearing the wrong clothes or going out alone or whatever nonsense is brought up to excuse male behavior. Awareness is growing, but we still have a long way to go as a society. Some time ago I thought it was a little bit better in the metal scene as in society as a whole, but I am not so sure anymore… What are your thoughts about that?</strong></p>
<p>Sarah: I think the metal scene and world at large have a very long way to go when it comes to being actually inclusive and egalitarian. I know a lot of people are trying to be more aware of their behaviors and improve, and that’s a good thing! But….. it’s deeply frustrating to be a woman in the metal scene. Every show we play, something inevitably happens that reminds me of that. And you’re right &#8211; victims of sexual violence are, in particular, treated horribly. This is my biggest contention with the metal scene. Every single time an abuser is publicly outed, you can see the response online. People start tripping over themselves to call the victim a liar and threaten the victim or their supporters, to applaud the abuser for their supposed talent, or make sure everyone knows that the abuser is a “good person, so they couldn’t possibly do that.” Rapists and abusers are constantly being reframed as the “real victim” of a “smear campaign”. It makes me sick to my stomach how easy it is for people to be brutally misogynistic when it’s convenient for them or because “sick riffs”.</p>
<p>If the metal scene or world at large actually cared about victims of abuse, it would eject abusers without prejudice and demand accountability from them (whether that be requiring that abusers undergo therapy, community service, give donations to charity that supports victims of abuse, and actually acknowledge their abuse), instead of putting them on festivals and magazine covers.</p>
<p><strong>And the development in the USA when it comes to the rights of Trans people is alarming… Even with our own problems with right wing conservatives here in Germany, this shit seems so unreal… </strong></p>
<p>Kevin: Unfortunately, some bigotry runs deep in the USA, especially religious bigotry in certain parts of the country. It’s insane to me how some people get so angry about trans people, when they just want to be their authentic selves. That doesn’t harm anyone. Whatever happened to live and let live? Afterall, republicans claim to be the “pro-freedom” party.</p>
<p><strong>I only hope for the whole queer community over there, that someone like DeSantis will not be the next president. How would you describe the situation for women and queer people in Canada and Finland?</strong></p>
<p>Sarah: Finland is really odd and unbalanced when it comes to inclusivity. It’s odd because both women and gay/lesbian/bi-sexual people legally enjoy quite advanced rights, but when that intersects with what’s actually happening in private lives, then it changes. A big part of that is because it’s a monoculture, and you definitely can feel and see that as an immigrant who is an outspoken woman. According to statistics, it’s the second most dangerous country for women in the European Union, and one in three women here experiences intimate partner violence in their lives (https://yle.fi/a/3-12204299).</p>
<p>It took until February 2023 &#8211; as in, less than a few months ago &#8211; for Finland to change the law that required trans people to be medically sterilized if they underwent sex reassignment. Trans people really struggle with access to medical resources. So. Finland has improvements to make. Many improvements to make. I sincerely hope that those improvements will come, and will fight in the streets alongside our comrades for them.</p>
<p><strong>You just played some shows in Europe but I had no chance to see you. How did you experience these shows, any anecdotes you want to share?</strong></p>
<p>Sarah: This last run of shows was a lot of work and a lot of fun. We learned a lot, especially because our audience sizes are growing so quickly it’s hard to keep up. We also spent a ton of time rehearsing, which has been really useful. Each city and festival has been a different and unique experience.</p>
<p><strong>Are there already plans for further shows? Cologne is a very nice city 😉</strong></p>
<p>Sarah: Indeed! We will tour Europe in September, and have other festivals on the horizon that are yet to be announced.</p>
<p><strong>What is going on with <a href="https://vampster.com/bands/ezra-brooks/">EZRA BROOKS</a>? Last thing I read is that the first full length is in the works. When will it see the light of day?</strong></p>
<p>Vincent: Recording is in progress. Some lyrics are still being finished, and the vocals and various other small details still need to be completed. It should see the light of day in 2024!</p>
<p><strong>That&#8217;s it, you have reached the end of this way to long interview. Thank you for your time,, your answers and of course that beast of an album! And last but not least, thank you for being vocal about the shit that is going on in the scene and in society in general! The last words are yours!</strong></p>
<p>Sarah: Thanks so much for the interview, we really appreciate it!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[SMOULDER]]></band>
<genres><![CDATA[heavy metal, power metal, speed metal]]></genres>
<wpid>305361</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>ELLEREVE: Lieber groß als zu klein denken!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/ellereve-lieber-gross-als-zu-klein-denken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2023 06:45:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[ELLEREVE]]></category>
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					<description><![CDATA[Frühlingsgefühle verschafft Elisa Giulia Teschner alias ELLEREVE Freund*innen von melancholischer, emotionaler Musik mit ihrem beachtlichen Debütalbum „Reminiscence“, auf&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frühlingsgefühle verschafft Elisa Giulia Teschner alias <a href="https://vampster.com/bands/ellereve/">ELLEREVE</a> Freund*innen von melancholischer, emotionaler Musik mit ihrem beachtlichen Debütalbum <a href="https://vampster.com/cd-reviews/ellereve-reminiscence/">„Reminiscence</a>“, auf dem sie Shoegaze, Singer-Songwriter und Postrock sehr natürlich verschmelzen lässt. Sie besticht nicht nur mit ihrem sicheren Händchen für Songwriting, sondern auch mit ihrer kraftvollen Stimme. Grund genug einen Fragenkatalog mit Themen wie Herkunft, Teamarbeit, Selbstliebe und Black Metal in Richtung Starnberger See zu schicken, den Elisa ausführlich beantwortet.</strong></p>
<p><strong>ELLEREVE erschien vor kurzem recht neu und unvermittelt auf meiner musikalischen Landkarte, und generell ist der Name Elisa Giulia Teschner recht unbeschrieben. Welche musikalische Prägung hast du und seit wann bist du als Musikerin aktiv?</strong></p>
<p>Ich würde sagen, meine Mutter hat definitiv die Liebe zur Musik in mir sehr früh geweckt. Bei uns zu Hause lief einfach immer Musik und sie hat mich mit 7 Jahren zu den ersten Konzerten mitgenommen. Zu dieser Zeit gab es für mich nichts schöneres als zu singen, auch wenn ich das meistens alleine für mich in meinem Zimmer getan habe. Ich war da ziemlich schüchtern und das setzte sich auch noch in meine Teenager-Zeit hinfort. Vor Anderen zu singen habe ich mich nicht getraut, deshalb geschah das meistens nur in meinem Zimmer und die einzige akzeptable Anwesenheit, war die meines damaligen Hundes, haha. Mein erstes richtiges Band Projekt startete ich mit 19 Jahren als es mich von einer Kleinstadt in Baden-Württemberg nach München zog.</p>
<p><strong>Vor ELLEREVE hattest du noch ein anderes Projekt, VARO, das eher im elektronischen Pop angesiedelt war. Sind VARO noch aktiv? ELLEREVEs Debüt-EP „Heart Murmurs“ und die CD-Bonustracks gehen auch in diese Richtung. Hat ELLEREVE also VARO abgelöst?</strong></p>
<p>Der Entstehungsprozess von ELLEREVE gestaltete sich in einer Zeit, in der ich sehr frustriert war von der Band Dynamik bei VARO und sich immer wieder Enttäuschungen und Rückschläge wiederholten. Ich wollte nicht mehr abhängig sein von anderen und mich auch ohne deren Anwesenheit kreativ ausleben können.</p>
<p>Interessant, dass du „Heart Murmurs“ in eine ähnliche Richtung einordnest. Nach meinem Empfinden sind die Stücke um einiges reduzierter, da ich mir zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht sicher war, ob ich ELLEREVE in voller Band Besetzung performen möchte. So richtig loslassen konnte ich VARO noch nicht und dachte anfangs, ich würde beide Projekte parallel laufen lassen, letztendlich habe ich dann aber realisiert, dass ELLEREVE ein Befreiungsschlag für mich war. Nachdem sich in Sachen Zuverlässigkeit und Engagement bei den anderen Mitgliedern von VARO keine Besserung auftat, konnte ich dieses Kapitel auch endgültig schließen. Nach den ersten Konzerten mit ELLEREVE inklusive Live Band wurde mir auch klarer wie ich das Projekt positionieren möchte und vor allem auch in welche Richtung ich damit musikalisch gehen kann. Die Entwicklung von „Heart Murmurs“ zu „Reminiscence“ beschreibt diesen Weg ganz gut, denke ich.</p>
<blockquote><p>&#8222;Nahbar und verletzlich zu sein ist mir dahingehend wichtig und das schätze und bewundere ich auch bei anderen Künstler*innen.&#8220; &#8211; Elisa  Guilia Teschner aka ELLEREVE fällt es nicht schwer, sich direkt zu zeigen.</p></blockquote>
<p><strong>Du hast für dich ein Pseudonym gewählt, ELLEREVE, das sich ableitet von „Elle rêve“ – sie träumt. Wieso veröffentlichst du unter einem Pseudonym – um dich von der Privatperson abzugrenzen?</strong></p>
<p>Ich denke ein Pseudonym lässt auf jeden Fall mehr Spielraum für Fantasie und Interpretation. Das zumindest war auch meine Intention dahinter.</p>
<p><strong>Du schreibst deine Songs oft spätnachts – ist das dann auch in einer Art Traumzustand, passend zum Pseudonym? Wie viel Bewusstsein und wie viel Unterbewusstsein ist beim Entdecken der Songideen dabei?</strong></p>
<p>Das ist ziemlich ausgeglichen würde ich sagen. Mal verbringe ich Stunden lang damit, in einem Loop zu hängen und lasse mich treiben oder ich höre mir verschiedene Sounds von meiner Plug-in Library durch, erschaffe damit Klanglandschaften die mich wiederum zu etwas inspirieren. Manchmal setze ich mich aber auch ganz bewusst an den Schreibtisch, schnappe mir die Gitarre oder schreibe meine Gefühlswelt in Worten nieder, weil ich mich regelrecht von etwas „befreien“  oder „reinigen“ möchte.</p>
<p><strong>Es ist ein ziemlich großer Schritt, als Solokünstler*in die eigenen Songs zu veröffentlichen. Auch wenn du eine Bandbesetzung dabei hast, ist klar, dass es deine Solostücke sind. Du gibst dabei viel von dir als Mensch preis. Ist es dir schwergefallen, dich so zu zeigen?</strong></p>
<p>Die Kunst erschafft in diesem Fall emotionale Kommunikation, die man sonst vielleicht eher in großen Teilen verborgen hält. Mir fällt es nicht schwer, mich so zu zeigen, ganz im Gegenteil. Gerade weil ich vieles ohne das Ventil Musik wohl in mir verschlossen halten würde, hilft mir die Musik so mein authentisches Selbst zu leben und mich auszudrücken. Nahbar und verletzlich zu sein ist mir dahingehend wichtig und das schätze und bewundere ich auch bei anderen Künstler*innen.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-294207" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/ellereve-reminiscence-album-cover-800x800.gif" alt="ellereve-reminiscence-album-cover" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ellereve-reminiscence-album-cover-800x800.gif 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ellereve-reminiscence-album-cover-768x768.gif 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ellereve-reminiscence-album-cover-80x80.gif 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ellereve-reminiscence-album-cover-110x110.gif 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ellereve-reminiscence-album-cover-380x380.gif 380w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das passt auch zum Artwork: Auf diesem Foto bist du zu sehen, das Gesicht verdeckt, zwischen Felsen, Wäldern und Flüssen, Elisa als Teil der Wildnis. Du scheinst mit der Natur verschmelzen zu wollen, als würde sie dich schützen. War das die Intention dahinter?</strong></p>
<p>Zum einen hat die Natur einen sehr großen Stellenwert für mich in meinem Leben und ist auch ein wichtiger Teil meiner Inspiration bzw. meinem persönlichen Rückzugsort um mich selbst zu erden und um mich entfalten zu können, vor allem auch kreativ. Zum anderen steht sie im Kontext zum Album / Cover auch für all die rauen, so wie fragilen Seiten die sie besitzt. Ebenso für Loslassen, Abschied, Wachstum und Neuanfang und das sind Fragmente, aus der meine Musik geformt ist.</p>
<p><strong>Dein Songwriting passiert meistens nachts, und Du produzierst vieles selbst aus. Ist diese Freiheit für dich mehr Segen oder Fluch? Stichwort: Unabhängig einerseits, ein paar fehlende externe Ohren andererseits? Oder hat deine Liveband Einfluss darauf, wie sich die Songs entwickeln?</strong></p>
<p>Ja, diese Freiheit birgt wahrlich auch manchmal eine gewisse Stagnation und Verkopfung mit sich, aber meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile von dieser Unabhängigkeit.  Ich tendiere oftmals dazu, ganz viele verschiedene Parts zu schreiben, die eigentlich zu einem Song gehören, sich aber jeweils anhören als würde es sich um unterschiedliche Songs handeln, haha. In solchen Fällen hole ich mir gerne Rat ein, damit es nicht zu komplex wird und ich mal aus meinem Tunnel geholt werde. Außerdem zählt das Programmieren der Drums nicht gerade zu meinen Stärken, deshalb findet hier das finale Arrangieren definitiv im Proberaum mit der Band statt.</p>
<p><strong>Generell, welchen Status hat deine Liveband? Seid ihr ein eingespieltes Team, sind die Musiker mehr als nur die Background-Band und in Entscheidungsprozesse, etc. involviert?</strong></p>
<p>Also mit Darwin habe ich schon zu Zeiten von VARO zusammen musiziert. Wir sind musikalisch absolut auf einer Wellenlänge und er ist ein unglaublich guter Gitarrist. Ich schätze ihn sehr und wenn ich mal wieder mit einer Idee um die Ecke komme, die ich auf der Gitarre sicher nicht so gut spielen kann wie er, dann passiert es schon mal, dass ich ihm per Sprachnachricht „vorsinge“ wie ich mir die Gitarre vorstelle und er setzt das dann um. Ich finde es ist total wichtig, dass die Musiker*innen mit denen man zusammen spielt, den „Vibe“ der Musik erkennen und man in ähnlichen Gefilden unterwegs ist. Als Patrick mein Schlagzeuger hinzu kam, hat ELLEREVE nochmal ordentlich an Dynamik und Energie gewonnen. Er bringt das auf den Punkt, wonach ich  oft vergebens suche (wie oben schon erwähnt, ist das Programmieren von den Drums nicht gerade meine liebste Beschäftigung, hihi). Wir sind mittlerweile auf jeden Fall ein eingespieltes Team und die Anderen wissen um meine musikalische Vision, wenn man das denn so nennen kann, oder auch besser gesagt &#8211; sie können mein Songwriting gut lesen und ergänzen.</p>
<p>Was Entscheidungsprozesse angeht bin ich definitiv auch immer offen für den Input anderer. Ich würde aber sagen, das letzte Wort hat dennoch „Boss Elisa“ &#8211; so nennen mich die anderen ganz liebevoll hin und wieder, haha. Als Lucci am Bass dazu kam und ja mittlerweile auch für die Synths und diverse Sound Triggers zuständig ist, war ich anfangs noch skeptisch, aber wir haben es ausprobiert im Proberaum und ich habe mich davon überzeugen lassen und bereue nichts. Davon abgesehen, sind sie nicht nur meine Mitmusiker sondern auch Freunde geworden, das macht das ganze natürlich noch schöner, vertrauter und spaßiger.</p>
<blockquote><p>&#8222;Unsere Vergangenheit muss nicht unsere Zukunft bestimmen und wir müssen uns nicht zum Opfer der Umstände machen.&#8220; &#8211; Elisa plädiert für Selbstliebe.</p></blockquote>
<p><strong>Gerade Bassist Salomon Appiah, der unter dem Namen 7Apes firmiert, firmiert auch als Produzent, spannenderweise eher im Hip Hop (wenn ich richtig gegoogelt habe). Wie kam die Zusammenarbeit zustande und inwiefern profitiert sie von dem genrefremden Blick Salomons?</strong></p>
<p>„Genrefremd“… wenn die meisten nur wüssten was alles in Salo schlummert! Wir kennen uns schon sehr lange, wir sind in der selben Gegend aufgewachsen und Salomon hat damals zu Schulzeiten in einer Thrash Metal Band Bass gespielt. Ich kenne eigentlich fast niemanden der von Jazz bis Hip Hop zu Metal so einen breit aufgestellten Musikgeschmack hat und vor allem auch noch in diesen Genres ein richtig guter Musiker ist. Auch wenn er zwar vermehrt im Hip Hop-Bereich als Produzent arbeitet, schätze ich seine Expertise und auch Erfahrung in der Musikrichtung, die ich mache, sehr. Er ist zum Beispiel dafür verantwortlich, das „But Nowhere“ heute so klingt, wie der Song klingt. Ich kam mit drei unterschiedlichen Song Versionen davon bei ihm an und war völlig ratlos für welche ich mich entscheiden soll und er ermutigte mich dann mit ihm die heutige Version vom Album weiterzuentwickeln. Generell hole ich mir gerne von ihm eine zweite Meinung ein, wenn ich mir mal wieder nach stundenlangen Arbeiten in einem Projekt in Ableton nicht mehr sicher darüber bin, was ich da eigentlich fabriziert habe. Also kurzum gesagt: Salomon ist gar nicht so genrefremd wie man auf den ersten Blick vermuten könnte und wir schwärmen für viele gemeinsame Künstler wie z.B. RADIOHEAD, <a href="https://vampster.com/bands/deftones/">DEFTONES</a> und <a href="https://vampster.com/bands/tool/">TOOL</a>.</p>
<p><strong>In der relativ kurzen Zeit seit ELLEREVE existiert hast du schon in einigen Genres gewildert, angefangen vom wavig-poppigen Beginn hin, bin hin zu „Reminiscence“ war schon einiges dabei. Wolltest Du auf diese Art herausfinden, wo du dich als Songwriterin zu Hause fühlst?</strong></p>
<p>Wenn es nach mir ginge, dann hätte der Tag mehr Stunden, oder man könnte auf Schlaf verzichten (auch wenn ich schlafen liebe, haha), so dass mehr Zeit für das Musik machen übrig ist und Instrumente lernen übrig ist. Ich glaube, ich hätte dann noch viel mehr Projekte in denen ich mich musikalisch ausleben würde, denn meine Ideen und auch mein persönlicher Geschmack sind sehr weitreichend. Dennoch würde ich behaupten, dass die Reise bis hin zum Sound der sich nun bei ELLEREVE zeigt ein wichtiger Entwicklungsprozess für mich war. Damit angefangen, dass ich mich früher in den ersten Band Projekten hauptsächlich nur auf den Gesang konzentrierte, ich aber zum heutigen Zeitpunkt fast alleine schreibe. Manchmal gräme ich mich aber, wieso ich das nicht schon viel früher getan habe.</p>
<p><strong>„Reminiscence“ ist ungewöhnlich als Titel für ein Debütalbum, das wäre eigentlich der klassisch für eine Best of. Warum hast du diesen Titel gewählt? Weil du darin verschiedene Kapitel deines Lebens retrospektiv betrachtest?</strong></p>
<p>Meiner Meinung nach gibt es da keinen Titel der unpassend oder passend bzw. in dem Fall gewöhnlich oder ungewöhnlich für ein Debütalbum ist. Es geht ja weniger darum, dass man sich auf das Veröffentlichen bezieht, sondern vielmehr wovon die Songs erzählen, wofür sie stehen und wie du schon richtig erkannt hast, sind es verschiedene Themen aus meinem Leben, oder auch Kapitel die ich geschlossen, verinnerlicht und verarbeitet habe. Es sind zwar einige Songs zukunftsorientiert wie zum Beispiel „In Infinite Light“ und „But Nowhere“, dennoch erinnern sie mich an eine bestimmte Lebensphase.</p>
<p><figure id="attachment_303502" aria-describedby="caption-attachment-303502" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-303502 size-large" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_In-infinite-light_promo_cLaura-Patricia-Kopie-1200x675.jpeg" alt="Ellereve Pressefoto (c) Laura Patricia" width="1200" height="675" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_In-infinite-light_promo_cLaura-Patricia-Kopie-1200x675.jpeg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_In-infinite-light_promo_cLaura-Patricia-Kopie-800x450.jpeg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_In-infinite-light_promo_cLaura-Patricia-Kopie-768x432.jpeg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_In-infinite-light_promo_cLaura-Patricia-Kopie-380x214.jpeg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_In-infinite-light_promo_cLaura-Patricia-Kopie-1160x653.jpeg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_In-infinite-light_promo_cLaura-Patricia-Kopie.jpeg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-303502" class="wp-caption-text">Ellereve Pressefoto (c) Laura Patricia</figcaption></figure></p>
<p><strong>Auf „Reminiscence“ stehen einige Songs, bei denen es sofort „klick“ gemacht hat, besonders schön fand ich aber „I am Enough“. Da hat es sofort gefunkt, es ist am Anfang zerbrechlich und wird immer selbstbewusster. Sich selbst genug sein, das klingt so einfach, ist aber so ziemlich die größte Aufgabe, die manche Menschen vom Leben, von ihrer Prägung haben. Betrifft dich das auch und was bedeutet Selbstliebe für dich?</strong></p>
<p>Selbstwert und Selbstliebe sind da auf jeden Fall die Schlüsselwörter und du bringst es auf den Punkt mit „Prägung“, denn all das formt sich in der Kindheit. Wenn man da nicht unbedingt stabile und positive Erfahrungen machen konnte, wird sich das im späteren Leben immer wieder zeigen, Muster wiederholen sich, negative Glaubenssätze manifestieren sich und beeinflussen das Leben und somit auch die Menschen die wir in unser Leben ziehen. Ich dachte früher immer, das wäre esoterischer Quatsch, aber wenn man sich eine Weile mit Psychologie beschäftigt, dann wird einem schnell bewusst, dass es absolut logisch nachvollziehbar ist. Unsere Vergangenheit muss nicht unsere Zukunft bestimmen und wir müssen uns nicht zum Opfer der Umstände machen. Es liegt auch immer die Chance darin an sich zu arbeiten, zu heilen. Ich habe mich selber viel mit solchen Prozessen beschäftigt, Persönlichkeitsentwicklung, Psychotherapie und mich dadurch intensiv mit mir auseinander gesetzt, allein das bedeutet auch Selbstliebe für mich. Sich um sich selbst zu kümmern, die eigenen Gedanken zu hinterfragen, die Trauer und die Unsicherheit auch mal zu umarmen, anstatt alles abzulehnen oder zu verdrängen.</p>
<p><strong>Ein weiteres Lied, das mich sehr beeindruckt hat, ist „Cosmos“, das sich langsam aufbaut und sich erweitert, indem es um sich selbst kreist. Gibt es zu diesem Song eine Geschichte?</strong></p>
<p>Rein vom Songwriting her gibt es auf jeden Fall die Geschichte dazu, dass „Cosmos“ ein Song ist, der mich ziemlich zum verzweifeln brachte… Zum Endpart hin gibt es einen Tonart Wechsel und ich habe lange mit mir gehadert, ob und wie ich das anstellen soll, vor allem weil ich ja auch eigentlich gar keine Ahnung von Musiktheorie habe, was mir da wohl zum Verhängnis wurde. „Cosmos“ erzählt von der Annäherung zweier Menschen, die versuchen in einem gemeinsamen und doch jeweils eigenen individuellen Kosmos zu existieren.</p>
<p><strong>„The Empty Chair“ zeigt dann eher eine dunkle Seite des Albums. Anfangs fand ich den Song etwas sperrig, aber das Finale am Ende wirkt sehr befreiend. Klingt ein wenig, als hättest du hiermit eine Trennung verarbeitet. Stimmt das?</strong></p>
<p>Ja, das stimmt. „Sperrig“ oder in dem Fall zermürbend, war es auch wie ich mich gefühlt hatte. Der Situation machtlos ausgeliefert, sah ich die einzige Möglichkeit hier wieder Kraft schöpfen zu können, alles zu ersticken und zu vernichten um loslassen zu können und frei zu sein. Deshalb auch das etwas brutale Musikvideo dazu, was sinnbildlich dafür steht.</p>
<blockquote><p>&#8222;&#8218;But Nowhere&#8216; ist eine Kampfansage an die Zweifel und Ängste, getragen von Hoffnung, Selbstwirksamkeit und somit der Erkenntnis, dass es in der eigenen Macht steht glücklich sein zu können.&#8220; &#8211; Viele von ELLEREVEs Songs sind echte Kraftspender.</p></blockquote>
<p><strong>„In Infinite Light“ ist das Gegenteil davon. Das Stück ist heavy, hat aber etwas Feierliches, das passt auch zum Titel. Ich bevorzuge das Sprichwort: „Je dunkler die Nacht, umso heller die Sterne“. Was meinst du, passt das zusammen?</strong></p>
<p>Oh, das ist ein sehr schönes Sprichwort, bzw. eine schöne Ansicht, und die finde ich auch stimmig. Außerdem bin ich der Meinung, kann man weder nur in der Dunkelheit, noch im Licht verweilen. Beides gehört zusammen und muss durchlebt werden. Je nachdem inwiefern man seine Dunkelheit lebt, so intensiv können dann auch wieder die Sterne strahlen.</p>
<p><strong>„Somewhere“ und „But Nowhere“, passen vom Titel her gut zusammen, aber auch konzeptuell? Zumindest bauen die Songs nicht auf einem gemeinsamen Thema auf, richtig?</strong></p>
<p>Ich würde schon sagen, dass sie auf ähnlichen Themen basieren, denn „Somewhere“ ist geprägt von Rastlosigkeit, Verzweiflung und Sehnsucht. „But Nowhere“ ist eine Kampfansage an die Zweifel und Ängste, getragen von Hoffnung, Selbstwirksamkeit und somit der Erkenntnis, dass es in der eigenen Macht steht glücklich sein zu können.</p>
<p><strong>Klasse finde ich, dass die vier bisher nur digital veröffentlichten Singles auf der CD drauf sind, sie haben es auch wirklich verdient, vor allem „Ruins“. Die LP muss ohne diese Songs auskommen. Ist das vielleicht ein Anreiz, dieses im Abseits stehende physische Medium etwas attraktiver zu machen? Wie schaut es bei dir aus, bist du selbst noch Sammlerin von CDs, LPs oder Tapes?</strong></p>
<p>Ehrlich gesagt war da keine konkrete Vermarktungsstrategie dahinter, das hat sich einfach so ergeben und ich habe diesen Vorschlag dankend angenommen, denn die Songs sind auch rund um „Reminiscence“ entstanden, also ist es gar nicht mal so abwegig, dass sie in dieser Form ein Teil davon sind.</p>
<p><strong>Im Review habe ich <a href="https://vampster.com/bands/emma-ruth-rundle/">EMMA RUTH RUNDLE</a> und <a href="https://vampster.com/bands/zola-jesus/">ZOLA JESUS</a> als stilistische Eckpfeiler genannt. Gerade deine Stimme hat in manchen Stellen etwas von ERR. (Inwiefern) Sind die beiden Künstlerinnen für dich beeinflussend?</strong></p>
<p><figure id="attachment_303507" aria-describedby="caption-attachment-303507" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-303507" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_Pressefoto-682x1024-c-Ellereve-533x800.jpg" alt="Ellereve Pressefoto (c) Ellereve" width="400" height="601" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_Pressefoto-682x1024-c-Ellereve-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_Pressefoto-682x1024-c-Ellereve-380x571.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Ellereve_Pressefoto-682x1024-c-Ellereve.jpg 682w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-303507" class="wp-caption-text">Ellereve Pressefoto (c) Ellereve</figcaption></figure></p>
<p>Vielen Dank für das Kompliment, das sind großartige Künstlerinnen. Mit ZOLA JESUS kann ich zwar nur partiell etwas anfangen, dennoch bewundere ich die komplexen Sounds in ihren Songs und nicht zu vergessen ihre kraftvolle Stimme mit einem absoluten Einmaligkeitscharakter.</p>
<p>EMMA RUTH RUNDLE habe ich erst 2017 entdeckt und ihre Musik hat mich einfach sofort so sehr berührt, seither gehört sie zu meinen Lieblingskünstlerinnen. Bei ihr hat man das Gefühl, dass ihre Musik ganz tief aus der Seele kommt und diese Transparenz spricht mich auf jeden Fall tendenziell immer bei Künstler*innen an. Wobei Transparenz da nicht immer auch gleich mit gefühlvoll zu assoziieren ist &#8211; oft erlebt man ja auch, dass die Performance einen regelrecht kalt lassen kann, egal worüber die Person da gerade singt. Das ist bei EMMA RUTH RUNDLE definitiv nicht der Fall. Jedenfalls bin ich auch sehr von ihrem Songwriting und der Klangästhetik fasziniert, besonders was die Gitarren angeht.</p>
<p><strong>Generell kommt diese Art der weiblichen Heaviness hauptsächlich aus den USA, wenn ich an <a href="https://vampster.com/bands/king-woman/">KING WOMAN</a> und <a href="https://vampster.com/bands/chelsea-wolfe/">CHELSEA WOLFE</a> denke. Europäische Solokünstlerinnen gibt es in diesem Bereich noch nicht so viele. Siehst du dich in dieser Hinsicht als Vorreiterin?</strong></p>
<p>Gibt es das tatsächlich nicht? Ich habe immer das Gefühl, ich komme kaum hinterher all die Musik und Künstler*innen zu entdecken und es gibt eigentlich nichts, dass es nicht schon irgendwie, irgendwo gibt. Ehrlich gesagt mache ich mir aber keine Gedanken darüber, ob ich Vorreitern von xy bin. Ich habe schon immer das verfolgt, was sich für mich richtig angefühlt hat und mein „Ding durchgezogen“, ganz egal was andere von mir denken könnten und das in jeglichen Situationen in meinem Leben. Demnach kann ich das nicht so wirklich beantworten, das Wichtigste für mich ist es mir selbst treu zu bleiben und mit dieser Vision fungiere ich auch als ELLEREVE, bzw. Elisa, die Musik macht.</p>
<p><strong>Spannend ist, dass Dein Debüt via EISENWALD veröffentlicht wird. In einem Interview hast du erwähnt, dass du früher viel Black Metal gehört hast – haben Dich diese Wurzeln zu EISENWALD geführt?</strong></p>
<p>Nach der Veröffentlichung von „Heart Murmurs“ und den darauffolgenden Singles hat sich für mich immer mehr erschlossen, wo meine Zuhörerschaft sitzt und diese ist vermehrt in düsteren Klangwelten unterwegs und weniger in der Happy Indie Welt zu finden. Natürlich klopft man sowieso auch lieber an Türen, die mit Künstler*innen arbeiten, die man selber mag und viel hört. Die Zusammenarbeit zwischen ELLEREVE und EISENWALD, einem Label das eher für Black Metal bekannt ist, zeigt ja auch wie viel offener die (Black) Metal Szene dahingehend geworden ist.</p>
<p><strong>Apropos Black Metal: Hörst Du das noch immer, oder bist Du aus der Szene eher raus? Wenn nein, würde es dich reizen, ein Black Metal-Projekt zu haben, in dem Du Deine negativen Energien rauslassen kannst?</strong></p>
<p>Haha, ja ich höre das noch immer! Ziemlich intensiv und auch einseitig hab ich Black Metal in meiner Teeniezeit gehört, da ließ ich leider nicht viel Raum für andere Genres und mir fehlte die oben angesprochene Offenheit. Nun, man möge es auf das junge Alter und die „Hauptsache Trve“ Einstellung schieben.. haha! Nach ein paar Jahren hab ich dann Abstand gebraucht und holte all die Musik nach, die ich versäumt hatte. Das war fast schon ein „Kind im Süßwarenladen“ Erlebnis.</p>
<p>Tatsächlich ist ein Post Black Metal Projekt derzeit in der Mache, um genau zu sagen befindet sich das Album gerade im Mix &amp; Master-Prozess. Das Projekt nennt sich NACHTEN und die Veröffentlichung ist noch für dieses Jahr geplant, aber mit genauen Angaben bin ich lieber noch vorsichtig, da kommt es gewöhnlich hin und wieder zu Verschiebungen. Die negativen Energien lasse ich aber genauso auch schon in Ellereve raus, aber ich glaube vor allem live wird das bei dem Black Metal Projekt nochmal eine andere Dimension haben. Ich muss manchmal selber drüber schmunzeln, aber ich habe es mal versucht in Worte zu fassen, was in mir vorgeht, wenn ich Black Metal höre und ich würde es als „da geht mir da das Herz auf“, beschreiben. Gleichzeitig versetzt mich das Repetitive manchmal in einen Trance ähnlichen Zustand, der mich alles vergessen lässt und ich förmlich mit der Musik verschmelze. Ich wollte schon immer mal hinter bzw. vor so einer drückenden und lauten Musikwand auf der Bühne stehen und einfach „ausrasten“. Also ich freue mich sehr auf das was mit NACHTEN noch so kommen wird.</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Zusammenarbeit zwischen ELLEREVE und EISENWALD, einem Label das eher für Black Metal bekannt ist, zeigt ja auch wie viel offener die (Black) Metal Szene dahingehend geworden ist.&#8220; &#8211; Elisa sieht sich nicht als Fremdkörper auf einem Black Metal-Label.</p></blockquote>
<p><strong>Passend dazu kann ich es nicht lassen zu fragen: Was sind deine 5 liebsten (Black) Metal-Alben?</strong></p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/agalloch/">AGALLOCH</a>: <a href="https://vampster.com/cd-reviews/agalloch-the-mantle/">The Mantle</a></p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/dornenreich/">DORNENREICH</a>: Her von welken Nächten</p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/holy-fawn/">HOLY FAWN</a>: Death Spells</p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/amenra/">AMENRA</a>: Mass VI</p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/downfall-of-gaia/">DOWNFALL OF GAIA</a>: <a href="https://vampster.com/cd-reviews/downfall-of-gaia-ethic-of-radical-finitude/">Ethic Of Radical Finitude</a></p>
<p><strong>ELLEREVE wirkt auf mich wie eine weitestgehend selbstbestimmte Künstlerin. Insofern: Was sind deine Ziele für die nächsten zwei, fünf und zehn Jahre?</strong></p>
<p>Also meine Devise ist definitiv seine Ziele nicht zu niedrig zu stecken und lieber groß als zu klein zu träumen. Da gibt es noch einiges was ich erreichen möchte und die harte Arbeit in all den Jahren hat mir auch immer wieder gezeigt, das es sich lohnt dran zu bleiben und zu kämpfen!</p>
<p>Eine gewisse künstlerische Freiheit erleben zu können in Bezug auf meinen Lebensmittelpunkt, also dass es mir möglich sein wird mich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren; Musik schreiben, visuelle Konzepte ausarbeiten, touren…All das was eben dazu gehört, ist ein ganz wesentlicher Teil davon. So etwas muss sich natürlich aufbauen und braucht auch die richtige Unterstützung, aber ich glaube ich bin da in guten Händen und bin gespannt darauf, wie sich die Dinge noch entwickeln werden.</p>
<p><strong>Elisa, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg!</strong></p>
<p><em>Pressefotos (c) Laura Patricia und (c) Ellereve, Cover (c) Eisenwald</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[ELLEREVE]]></band>
<genres><![CDATA[post rock, singer songwriter]]></genres>
<wpid>303291</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>THE GRIFTED: Es war zu viel Arbeit, sich immer mit dieser verdammten Farbe im Gesicht herumzuschlagen!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/the-grifted-es-war-zu-viel-arbeit-sich-immer-mit-dieser-verdammten-farbe-im-gesicht-herumzuschlagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Arlette Huguenin Dumittan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Apr 2023 15:57:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[THE GRIFTED]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=301247</guid>

					<description><![CDATA[THE GRIFTEDs Stefan Lagergren erzählt von den Aufnahmen zu "Doomsday &#038; Salvation", der Abkehr vom Kunstblut in Kombination mit Anzügen sowie von seiner Demotape-Sammlung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Aus <a href="https://vampster.com/bands/mr-death/">MR DEATH</a> wird <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a>: Der Namenswechsel bei den schwedischen Death Metallern stand schon 2020 an, doch auf das richtige Debüt von <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> musste man doch bis 2023 warten. Gelohnt hat sich die Geduld alleweil: “<a href="https://vampster.com/?p=299943">Doomsday &amp; Salvation</a>” überzeugt mit Stockholmer Death Metal, der weder zu rumplig noch zu Tode produziert ist. Zeit also, virtuell bei Gitarrist Stefan Lagergren (<a href="https://vampster.com/bands/grand-cadaver/">GRAND CADAVER</a>, Ex-<a href="https://vampster.com/bands/tiamat/">TIAMAT</a>) anzuklopfen und mehr über “<a href="https://vampster.com/?p=299943">Doomsday &amp; Salvation</a>” zu erfahren.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p><b>Euer Debüt “<a href="https://vampster.com/?p=299943">Doomsday &amp; Salvation</a>” erscheint im März 2023. Was hatte euch dazu bewogen, just diesen Songtitel zum Albumtitel zu machen?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>“<a href="https://vampster.com/?p=299943">Doomsday and Salvation</a>” ist der letzte Song auf dem Album und die Growls am Ende des Songs sind von unserem Gast Hellbutcher von <a href="https://vampster.com/bands/nifelheim/">NIFELHEIM</a>. Der Text handelt von religiösen Kulten und das scheint ein Thema zu sein, zu welchem wir als Band immer wieder zurückkehren. Das Thema ist zwar nicht der Themenbogen des gesamten Albums, aber wir fanden trotzdem, dass dieser Titel das Album am besten repräsentiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Wir kriegten den Doomsday-Vibe</h2>
<p><b><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-296714 size-medium" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover-800x800.jpg" alt="" width="800" height="800" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/THE-GRIFTED-Doomsday-Salvation-Cover.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></b></p>
<p><b>Das Cover-Artwork zeigt eine rauchende Fabrik und den trostlos-grauen Effekt, den sie auf die Natur hat. Das ist zumindest mein Eindruck davon. Welche Gedanken stecken hinter dem Album-Cover? Und welcher Künstler ist dafür verantwortlich?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>PERSONAL RECORDS zeigten uns einige Skizzen und Vorschläge fürs Cover. Die Vorschläge waren okay, aber wir kriegten nicht den richtigen “Doomsday”-Vibe davon. Wir sprachen aber unser Thema mit dem Künstler Brvja und er hat uns daraufhin ein Bild präsentiert, das uns sofort angesprochen hat. Es war einfach perfekt für das Album. Als Band assoziieren wir keine Aktualitäten oder reale Nachrichten. Wir interessieren uns eher für Fiktion und ich denke, dieses Cover könnte den drohenden Untergang der Menschheit repräsentieren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Hat euch eure Landsfrau Greta Thunberg inspiriert bezüglich des negativen Einflusses der Menschen auf die Umwelt?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Als Band nicht, nein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Wir änderten nicht nur den Namen zu THE GRIFTED</h2>
<p><b>Früher wart ihr als <a href="https://vampster.com/bands/mr-death/">MR DEATH</a> unterwegs, aber 2020 habt ihr euren Namen in <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> geändert. Was war der Grund für den Namenswechsel? Soweit ich mich erinnern kann, wart ihr unter dem Namen <a href="https://vampster.com/bands/mr-death/">MR DEATH</a> bereits ganz gut etabliert.<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Wir haben oft negative Fragen zu unserem Bandnamen <a href="https://vampster.com/bands/mr-death/">MR DEATH</a> bekommen. Es dauerte etwa zehn Jahre, bis wir endlich realisiert hatten, dass wir alle &#8211; rein privat &#8211; uns darüber einig waren, dass es tatsächlich ein schlechter Bandname war. Da das Gründungsmitglied Alex die Band verlassen hatte, dachten wir, dass es 2020 endlich Zeit war, unsere Bedenken umzusetzen und den Namen zu ändern. Und noch ein paar andere Dinge.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Als <a href="https://vampster.com/bands/mr-death/">MR DEATH</a> kleidetet ihr euch jeweils elegant im Anzug und kombinierten diesen Stil mit Kunstblut. Auf den <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> Bandfotos erscheint ihr wesentlich minimalistischer und zurückhaltender. Was waren die Gründe für diesen visuellen Stilwechsel?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Als wir uns als Band “neu-erfunden” haben, entschieden wir uns, auch unser Aussehen zu verändern. Es war zu viel Arbeit, sich immer mit dieser verdammten Farbe im Gesicht herumzuschlagen! Ausserdem wurden die verrissenen und verdreckten Anzüge, die wir trugen, langsam aber sicher zu einem Gesundheitsrisiko.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>An &#8222;Doomsday &amp; Salvation&#8220; war nichts einfach</h2>
<p><b>Was war am Schaffensprozess von<span class="Apple-converted-space">  </span>“<a href="https://vampster.com/?p=299943">Doomsday &amp; Salvation</a>” am schwierigsten?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Also ich würde es so formulieren: Es gab keinen einzigen einfachen Aspekt im Schaffensprozess von “<a href="https://vampster.com/?p=299943">Doomsday &amp; Salvation</a>”! Keinen einzigen. Die Sessions im Sunlight Studio waren die reinste Kernschmelze. Was in einem Monat hätte fertig sein sollen, dauerte eineinhalb Jahre und das Resultat war mehr oder weniger wertlos. Wir mussten die Drums und die Gitarren in anderen Studios nochmals aufnehmen! Es dauerte ewig und damals hatten wir kein Label im Rücken, also keinen finanziellen Rückhalt. Das führte dazu, dass wir vieles selber machen mussten. Immerhin, als wir alles eingespielt hatten, nahmen wir alles mit zu Stefan Brändström fürs Mischen und zu Johan Gustafsson fürs Mastering. Die beiden lieferten exzellente Arbeit und wir sind überglücklich, dass das “Doomsday &amp; Salvation” nun endlich erscheinen kann.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>NIHILIST haben mein Leben verändert</h2>
<p><b>Stockholm ist wohl eine der Death Metal-Band-reichsten Städte der Welt. Du bist schon seit Jahrzehnten in der Szene. Welche Band hatte in all dieser Zeit den grössten Einfluss auf dich? Hörst du dir die Musik dieser Band noch immer an?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Da muss ich <a href="https://vampster.com/bands/nihilist/">NIHILIST</a> sagen. <a href="https://vampster.com/bands/nihilist/">NIHILIST</a> waren die erste Band, die absolut fantastisch waren und <a href="https://vampster.com/bands/nihilist/">NIHILIST</a> haben mein Leben verändert. Nicht nur weil sie die beste Band waren, die es damals in Stockholm gab, sondern auch weil wir viel mit ihnen herumhingen damals. Vor allem Nicke zeigte uns immer wieder neue Demos von anderen grossartigen Death Metal-Bands. Und als sie <a href="https://vampster.com/bands/entombed/">ENTOMBED</a> wurden, veränderten sie die musikalische Landschaft für immer.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>EPs sind praktisch, aber es gibt ein Dilemma</h2>
<p><b>In <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a>s <a href="https://vampster.com/bands/mr-death/">MR DEATH</a>-Vergangenheit habt ihr sowohl EPs wie auch Full Length-Alben aufgenommen. Gibt es etwas, was du an EPs speziell magst? Plant ihr mit <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> ebenfalls eine EP?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>EPs haben ihre Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite ist es ein enorm praktisches Format, denn es ist schnell kreiert. Vier Tracks, leicht zu komponieren und aufzunehmen und die Veröffentlichung ist fertig. Aber dann kommt immer das Dilemma “Wir haben jetzt vier Songs, sollten wir sie nicht aufsparen für das nächste, richtige Album?” Wir haben mit <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> (noch) keine EP geplant, aber wir haben schon darüber gesprochen. Ich denke allerdings nicht, dass unsere nächste Veröffentlichung eine EP sein wird, denn wir haben schon mehr als genügend Material zusammen für unser nächstes Full Length-Album.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Bei Veröffentlichungen spielen ja oft auch die verschiedenen Vinyl-Varianten eine Rolle. Hast du eine Lieblingsfarbe, wenn es um farbige Vinylplatten geht?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Nein, ich habe keine Lieblingsfarbe für Vinylplatten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Tapes sind ein cooles Format</h2>
<p><b>In den letzten Jahren kam der Tape-Trend wieder auf. Ist das ein Medium, das für <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> interessant ist? Und hast du noch Demotapes aus den frühen Stockholmer Death Metal-Zeiten?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Wir machten ein Tape mit <a href="https://vampster.com/bands/mr-death/">MR DEATH</a> anno 2014 oder so. Es war jetzt nicht der absolute Verkaufskracher, aber es war irgendwie schon ein cooles Format, das man als Band anbieten konnte. Wir sind mit <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> offen gegenüber Tapes, aber geplant ist noch nichts.</p>
<p>Aus den goldenen Zeiten des Death Metals habe ich etwa 50 Tapes behalten. Leider kann ich sie momentan nicht anhören, da ich keinen Kassettenspieler habe. Mal abgesehen von den <a href="https://vampster.com/bands/nihilist/">NIHILIST</a>-Demos, die ich vorhin erwähnt habe, und den anderen Tapes von schwedischen Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/grave/">GRAVE</a>, <a href="https://vampster.com/bands/dismember/">DISMEMBER</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/merciless/">MERCILESS</a>, ist mein Favorit DR. SHRINKERs “Wedding the Grotesque”.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Cool! Habt ihr mit <a href="https://vampster.com/bands/the-grifted/">THE GRIFTED</a> auch Live-Pläne für 2023?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></p>
<p>Der Plan ist natürlich immer, so viel wie möglich live zu spielen. Wir haben einen Release Party-Gig geplant, aber abgesehen davon ist unser Kalender noch leer…</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[THE GRIFTED]]></band>
<genres><![CDATA[death metal]]></genres>
<wpid>301247</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>DOWNFALL OF GAIA: Hassliebe und Happy End</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/downfall-of-gaia-hassliebe-und-happy-end/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 15:05:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DOWNFALL OF GAIA]]></category>
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					<description><![CDATA[Statt weiter in Richtung Atmospheric Black Metal zu driften, beleben DOWNFALL OF GAIA mit ihrem sechsten Album „Silhouettes&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Statt weiter in Richtung Atmospheric Black Metal zu driften, beleben <a href="https://vampster.com/bands/downfall-of-gaia/">DOWNFALL OF GAIA</a> mit ihrem sechsten Album <a href="https://vampster.com/cd-reviews/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust/">„Silhouettes Of Disgust“</a> die Liebe zu ihren Wurzeln. In 45 Minuten erzeugt das deutsch-US-amerikanische Quartett einen nihilistischen Mahlstrom zwischen Post Black Metal und Crust, bei dem sowohl furiose D-Beats als auch melancholische Elemente ihren Platz haben. Weshalb es eine lange Pause gab, wie Ur-Gitarrist Peter Wolff wieder zur Band stieß und wie er den kreativen Prozess zum Album beeinflusst hat, beantworten dieser und Frontmann und Gitarrist Dominik Goncalves dos Reis per Mail.</strong></p>
<p><strong>Vier Jahre zwischen zwei Alben ist für die Verhältnisse von DOWNFALL OF GAIA eine recht lange Zeit. Daran waren sicher die Pandemie und der Besetzungswechsel schuld, richtig? Wie habt ihr die vergangenen vier Jahre erlebt?</strong></p>
<p>Dominik: Um ehrlich zu sein, haben wir unsere Instrumente kein einziges Mal angefasst. Am Anfang war es natürlich erstmal ungewohnt, aus der gewohnten Blase gerissen zu werden. Ich denke aber, im Endeffekt hat es uns als Band auf eine gewisse Art und Weise auch gut getan. Jeder hat sich in den Jahren so ein bisschen um seine eigenen Baustellen gekümmert und wir haben tatsächlich erst mit dem Songwriting zum neuen Album begonnen, als wir auch die Lust dazu verspürt haben. Und natürlich auch, als so langsam Licht am Ende des Tunnels zu erkennen war, was die Pandemie anbelangt. Das hat jede Band wahrscheinlich anders gehandhabt, aber diese ganzen Streaming-Events und Co., das war wirklich nicht unsere Welt. Da haben wir es lieber direkt gelassen und jeder hat sein eigenes Ding gemacht.</p>
<p><strong>Seit bald 10 Jahren sind DOWNFALL OF GAIA eine internationale Band, das ist recht gefestigt. Fühlt sich dennoch seit der Pandemie die Entfernung zwischen eurem Drummer Michael Kadnar und dem deutschen Rest von euch größer an, so als wäre die Welt nicht mehr so kompakt wie früher? Oder hat sich das im vergangenen Jahr wieder gelegt?</strong></p>
<p>Peter: Dadurch, dass wir tatsächlich fast 2 Jahre die Bremse gezogen hatten, war der Kontakt auf jeden Fall weniger und die Entfernung dadurch viel deutlicher. Zuvor hatten wir uns ja mehrfach im Jahr gesehen. Ich denke, das wird sich aber bald wieder normalisieren, wenn wieder die ersten Konzerte und Touren starten.</p>
<p><strong>Sorry, falls es sich provokant anhört, aber: Fiel das Songwriting nach fünf Alben schwerer als zuvor, bzw. hat es länger gedauert, bis ihr wieder Inspiration gefühlt habt? Mir fällt oft auf, dass Bands, je länger die Karriere dauert, umso länger für neues Material benötigen. Ist der kreative Prozess schwieriger, je länger eine Band aktiv ist, weil vielleicht schon zu viel gesagt ist oder der Schwung abhandenkommt?</strong></p>
<p>Dominik: Es wird mit der Zeit auf jeden Fall nicht einfacher, das stimmt schon. Unsere Möglichkeiten und die eigenen Skills sind limitiert und irgendwann fängt man an, sich im Kreis zu drehen. Wir sind halt alle keine Gitarren-Virtuosen und müssen mit den Mitteln arbeiten, die uns zur Verfügung stehen. Ich komme beim Songwriting mittlerweile sehr oft an meine Grenzen, sei es musikalisch oder auch bei den Texten und es kann ein ziemlich ermüdender Prozess sein. Allerdings muss ich ebenfalls sagen, dass wir wahrscheinlich noch kein Album so schnell und smooth geschrieben haben, wie „Silhouttes Of Disgust“. Ich denke, die kleine Auszeit der letzten Jahre hat uns am Ende allen sehr gut getan.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-191344" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_003-400x600.jpg" alt="" width="400" height="600" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_003-200x300.jpg 200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_003-768x1152.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_003-400x600.jpg 400w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_003.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Generell wirkt „Silhouttes Of Disgust“ spontaner als zuvor, so als wäre das Songwriting relativ leicht von der Hand gegangen und als hätten sich die angestauten Ideen in relativ kurzer Zeit entladen. Stimmt das? Wie lief es dieses Mal ab?</strong></p>
<p>Peter: Für den Start haben wir recht lange gebraucht und auch lange Ideen ausgetauscht, wie das neue Album werden soll. Als es dann aber feststand und wir einen roten Faden entwickelt hatten, lief das Songwriting recht schnell und flüssig. Wir haben uns immer neue Songideen geschickt und konnten so auch über die Entfernung sehr gut zusammen an dem Album schreiben. Es war ein großer Unterschied zu <a href="https://vampster.com/cd-reviews/downfall-of-gaia-aeon-unveils-the-thrones-of-decay/">„Aeon Unveils The Thrones Of Decay“</a>, dem letzten Album was wir in dieser Konstellation gemeinsam geschrieben haben. Das hatten wir damals noch gemeinsam, ohne die Hilfe digitaler Technik, im Proberaum geschrieben.</p>
<p><strong>Besonders fällt natürlich auf, dass ihr als „Post Black Metal-Crust“-Band erstmalig seit der 2009er Tour-EP tatsächlich Crust-Elemente in Form von D-Beats in der Musik habt, was ich persönlich liebe. Für euch schließt sich auf diese Art ein Kreis. Wie kommt es, dass diese Elemente erst jetzt so deutlich in der Musik sind</strong><strong>, als Band, die nie ihre Wurzeln verleugnet hat</strong><strong>?</strong></p>
<p>Peter: Nach der „Epos“-LP haben wir uns sehr auf Post- und Black Metal-Elemente konzentriert. Das war damals neu, sehr erfrischend und inspirierend für uns. Vielleicht war es meine Rückkehr in die Band, die lange Pause oder die sich dramatisch und schnell verändernde Weltsituation, die uns alle spüren lassen hat, dass wir uns wieder auf unsere alten Werte konzentrieren wollten. Wir wollten wieder mehr Crust- und D-Beat- Elemente einbauen, ohne aber einen Schritt zurück zu gehen.</p>
<p><strong>Peter ist nach sieben Jahren wieder zur Band zurückgekehrt, die Türen waren aber nie verschlossen. Hat er sich wieder zeitlich freigekämpft? Wie lief der Wechsel ab?</strong></p>
<p>Dominik: Im Grunde war das eine relativ unkomplizierte Geschichte. Ich habe ihn angerufen und gefragt. Er hat sich etwas Bedenkzeit genommen, alles mit Kind und Kegel besprochen, und zum Glück gab es das Happy End. Hätte Peter abgelehnt, wüsste ich wirklich nicht, was heute mit DOWNFALL OF GAIA sein würde. Ich denke, wir hätten zu dritt weiter gemacht oder es tatsächlich ganz gelassen. Wir waren einfach müde, neue Leute in der Band zu haben und die Priorität lag diesmal vor allem anderen definitiv auf einem guten Miteinander. Wir waren in all den Jahren natürlich auch noch gut befreundet. Es ist jetzt also nicht so, das der Anruf aus dem Nichts kam. Und jetzt probieren wir das alles in einem möglichst gesunden Gleichgewicht zu halten. Familie, Jobs, Privatleben, Band. Das war früher auf jeden Fall auch etwas anders. Aber Kompromisse müssen mittlerweile sein.</p>
<p><strong>Peter war in der Zwischenzeit nicht untätig und hat Ambient-Projekte unter seinem Namen veröffentlicht. Dass beispielsweise in „Where Bloodsprings Become Rivers“ Synthesizer unter die Blasts und D-Beats gelegt wurden, kam somit auch von ihm, richtig? Waren solche atmosphärischen Add-Ons Ideen, die im Studio hinzukamen?</strong></p>
<p>Dominik: Dass Peter sich in der Zwischenzeit auf elektronische Projekte konzentriert hat, kommt uns auf dieser Platte auf jeden Fall zu Gute. Wir haben tatsächlich schon mal probiert, Synthesizer zu integrieren. Damals konnte aber niemand von uns diese bedienen und es klang fürchterlich. Deswegen haben wir es dann doch lieber gelassen. Die Idee, elektronische Elemente zu nutzen, stand diesmal allerdings schon vor dem Songwriting. Wir haben uns einen klaren Plan gemacht, wohin die Reise gehen soll und wussten demnach schon vorab, dass wir diesen Weg gehen werden. Und so sind wir dann auch ans Schreiben der Songs gegangen. Aber klar &#8211; programmiert hat das am Ende Peter. Aber der Songaufbau war in dem Stil vorab geplant und wurde auch so geschrieben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-191349 size-large" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_008-600x400.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_008-300x200.jpg 300w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_008-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_008-600x400.jpg 600w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DOWNFALL_OF_GAIA_summer_breeze_20190815_008.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
<p><strong>Apropos Studio: Das Album klingt schlicht fantastisch, gerade im Bereich Gitarren- und Basssound. Dabei lief nicht alles nach Plan, ihr musstet die Studiozeit wegen einer Covid-Erkrankung umplanen und seid in Peters Homestudio gelandet, zumindest für die Gitarren und Bässe. War das im Nachhinein betrachtet vielleicht euer Glück? Oder hätte es klanglich kaum Unterschied gemacht? Klingt das Album vielleicht so frisch und energetisch, weil ihr Energie aufwenden und die Studiozeit umplanen musstet?</strong></p>
<p>Peter: Genau, die Gitarren, Bass und Gesang mussten wir kurzerhand in meinem Studio aufnehmen. Das Re-Amping haben wir dann aber wie geplant in der Wellenschmiede gemacht. Im Nachhinein betrachtet sind wir recht zufrieden wie das Recording lief, denn wir hatten viel Ruhe, Zeit und nur wenig Einflüsse von außen. Wir haben dadurch definitiv mehr am Gitarren Feinschliff gearbeitet, als es bei allen Sessions zuvor der Fall war. Auch dem Gesang hat dies sehr gut getan. An dem tollen und frischen Sound der Platte sind aber vor allem unser Mixer Timo Höcke und unser Mastering-Engineer Jonas Romann Schuld, mit denen wir zum ersten Mal zusammen gearbeitet haben.</p>
<blockquote><p>&#8222;Um ehrlich zu sein, waren wir alle von den langen 8-10 Minuten Songs etwas übersättigt und hören das selber privat auch nur noch selten.&#8220; &#8211; Peter Wolff über die neue Kompaktheit der Songs von DOWNFALL OF GAIA.</p></blockquote>
<p><strong>DOWNFALL OF GAIA haben nie Hits geschrieben, aber eure Songs sind immer kompakter geworden, „Silhouettes Of Disgust“ ist nun das zugänglichste Album. War das auch ein Reifeprozess, dass nicht alles immer extrem komplex sein muss und dass es ein guter, alter D-Beat mit melancholischer Gitarrenharmonie auch tut?</strong></p>
<p>Peter: Um ehrlich zu sein, waren wir alle von den langen 8-10 Minuten Songs etwas übersättigt und hören das selber privat auch nur noch selten. Wir wollten knackige Songs komponieren, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Ich würde es nicht als Reifeprozess bezeichnen, denn ich denke, es ist einfach Geschmacksache. Für uns war es diesmal wichtig, zugänglicher, offener und luftiger zu werden.</p>
<p><strong>Überhaupt, Melancholie. „Silhouettes Of Disgust“ ist in meinen Ohren das Album von euch, das Trauer am ehesten einen Raum gibt, gerade in Bezug auf die Harmonien, auch in Verbindung mit D-Beats bei „Unredeemed“. Seid ihr selbst melancholische Menschen?</strong></p>
<p>Dominik: Ich kann in dem Fall natürlich nur für mich selbst sprechen, würde aber sagen, ich bin definitiv kein melancholischer Mensch. Warum wir klingen, wie wir klingen, ist auch immer nicht so ganz einfach zu beschreiben. Es ist halt das, was am Ende dabei rauskommt, wenn wir zusammen Musik machen. Und jeder leistet seinen eigenen kleinen Beitrag dazu.</p>
<p><strong>Ich verfolge euch seit über zehn Jahren, aber erst mit diesem Album ist mir aufgefallen, was die Faszination an DOWNFALL OF GAIA ausmacht: Ihr bedient das ganze Gefühlsspektrum, von Wut über klaustrophobische Angst hin zur Trauer. Aber es dauert ein wenig, bis klar ist, welches der Gefühle gerade vorherrschend ist. Das überfordert sicher einige Hörer*innen, lässt diejenigen, bei denen es „klick“ gemacht hat aber auch tiefer in die Musik eintauchen. Für den Menschen ist es ja auch wichtig, sich immer wieder klarzumachen, wie es um das Gefühlsleben bestellt ist. Wie seht ihr das? Welches Gefühl ist für euch persönlich vorherrschend, wenn es um die Musik geht? Ist Musik überhaupt für euch dazu da, Gefühle auszudrücken?</strong></p>
<p>Peter: Auf jeden Fall. Musik hat bei mir sehr viel mit Gefühlen zu tun. Ob es beim Schreiben oder beim Hören ist. Wenn ich Musik schreibe, ist das eine starke Verarbeitung meiner eigenen Gefühle und Emotionen in diesem Moment. Wenn ich selber Musik höre, dann beeinflusst mich diese auch sehr stark und dient dann meist als Verstärkung meiner momentanen Gemütslage. Welches Gefühl dann immer vorherrschend ist, kommt ganz auf die ausgewählte Musik an.</p>
<p><strong>Das einzige Stück auf „Silhouettes Of Disgust“, das mich etwas irritiert, ist „Final Vows“, einer eurer kürzesten Songs überhaupt. Er klingt fragmentarisch und hätte stilistisch zu <a href="https://vampster.com/cd-reviews/downfall-of-gaia-suffocating-in-the-swarm-of-cranes/">„Suffocating In The Swarm Of Cranes“</a> gepasst. Gibt es eine spezielle Geschichte zu dem Stück? Ich will es auch so lieben, wie die anderen sieben.<br />
</strong></p>
<p>Peter: Da hast du recht, der Song hätte ziemlich gut zu „Suffocating In The Swarm Of Cranes“ gepasst. Dies finde ich aber auch eine tolle Bindung, denn ich denke, dass „Suffocating In The Swarm Of Cranes“ für die Band mit das wichtigste Album darstellt. Ich muss dich hier aber enttäuschen, eine spezielle Geschichte gibt es zu „Final Vows“ nicht. Ich finde gerade am Anfang den Gegensatz zwischen den nach Industrial klingenden Gitarren und Samples, welche harte Cuts haben und dadurch sehr störrisch wirken und der lange klingenden und langsamen Melodie sehr spannend, aber auch verstörend.</p>
<p><strong>„Bodies As Driftwood“ hat dieses wundervolle Post Punk-Intro. Etwas, das ihr in dieser Form auch noch nie hattet und das an spätere <a href="http://PLANKS">PLANKS</a> denken lässt. Dazu habt ihr auch ein schönes, melancholisches Video gedreht. Die Protagonistin wird durch die Nacht aus ihrem immergleichen Alltag befreit. Ein Bürojob wäre nichts für euch, richtig?<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-293926" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust-album-1-800x800.gif" alt="" width="400" height="400" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust-album-1-800x800.gif 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust-album-1-768x768.gif 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust-album-1-80x80.gif 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust-album-1-110x110.gif 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust-album-1-380x380.gif 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/downfall-of-gaia-silhouettes-of-disgust-album-1-1160x1160.gif 1160w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></strong></p>
<p>Dominik: Tatsächlich sitze ich hauptsächlich am Laptop und arbeite als Freelancer. Allerdings steht es mir komplett frei, wo ich das tue und wie ich das tue. Ich glaube, der Alltag in einem „klassischen“ Büro würde mich schon ziemlich runterziehen. Nee, das wäre nichts für mich.</p>
<p><strong>Überhaupt, die Lyrics. Ihr schreibt aus der Perspektive von unterschiedlichen Personen in einer Großstadt, die vermutlich stinkt, laut und septisch ist. Ich bin ein Landei und meide die Großstadt eher. Zieht es euch auch eher raus aufs Land? Seid ihr typische Stadtmenschen und kommt nur mit den Menschen nicht zurecht, bzw. hofft auf eine andere Zeit wie ihr es in „Eyes To Burning Skies“ beschreibt? Wie sieht eure ideale Stadt aus?</strong></p>
<blockquote><p>&#8222;Ich weiß nicht, wie meine ideale Stadt aussehen würde. Ich glaube, sowas gibt es nicht. Sobald zu viele Menschen am gleichen Ort sind, ist der Ärger vorprogrammiert.&#8220; &#8211; Dominik Goncalves dos Reis verbindet eine Hassliebe zu seinem Wohnort Berlin.</p></blockquote>
<p>Dominik: Also ich wohne in Berlin und das ist schon eine ziemliche Hassliebe. Oft ist es mir zu viel und ich würde am liebsten raus aufs Land, aber nach kurzer Zeit fehlt mir der Trubel dann ebenfalls wieder. Ich weiß nicht, wie meine ideale Stadt aussehen würde. Ich glaube, sowas gibt es nicht. Sobald zu viele Menschen am gleichen Ort sind, ist der Ärger vorprogrammiert. Und eine Stadt ohne Menschen ist am Ende auch keine Stadt. Teufelskreis!</p>
<p><strong>Spannend ist, dass ihr nicht nur musikalisch eure Wurzeln stärker betont, auch die Texte sind wieder überwiegend deutsch, wie auf früheren Alben. Liegt es daran, dass die deutschen Worte zu dieser Art bedrückender Lyrics besser passen?</strong></p>
<p>Peter: Die deutsche Sprache unterstützt die Atmosphäre auf jeden Fall sehr. Irgendwie stand es nie so richtig zur Diskussion und es war von Anfang an klar, dass Dominik für dieses Album wieder auf Deutsch schreiben wird. Es hat sich am passendsten angefühlt.</p>
<p><strong>Eine Abschlussfrage, die sich mir noch aufdrängt und doch etwas abseitssteht. Die Lyrics sind pessimistisch, das Artwork ist so grau, wie sich viele Menschen die Zukunft ausmalen. Ich sehe euch als Band von Realisten und da drängt sich das Thema Klimaangst auf, gerade wenn man Kinder hat. Seid ihr überhaupt Familienmenschen und wie geht ihr als Familienmenschen damit um?</strong></p>
<p>Peter: Das ist eine schwere Frage, die sich in so wenigen Worte nicht ausreichend beantworten lässt. Der menschengemachte Klimawandel ist Fakt und ich glaube nicht mehr wirklich daran, dass der Mensch diesen noch verringern wird oder will. Dafür ist selbst in Zeiten wie diesen die Habgier, Selbstsucht und der Egoismus vieler Menschen viel zu groß. Die Augen werden für den schnellen Profit verschlossen. Es ist wohl letztlich nur noch die Frage, wie lange die Menschheit noch auf der Erde überleben kann.</p>
<p><strong>Vielen Dank für eure Zeit, ich freue mich, schon auf eure kommende Tour. Die letzten Worte gehören euch.</strong></p>
<p>Dominik: Vielen Dank für das Interview! Wir sind im April auf Tour mit <a href="https://vampster.com/bands/implore/">IMPLORE</a> und <a href="https://vampster.com/tourdaten/deathrite/">DEATHRITE</a>! Alle Termine gibt es auf <a href="http://downfallofgaia.com">downfallofgaia.com</a></p>
<p>mit IMPLORE:<br />
11.04. Backstage – München<br />
12.04. Jugendhaus West &#8211; Stuttgart<br />
13.04. Bandhaus – Leipzig<br />
15.04. Zollkantine &#8211; Bremen<br />
mit DEATHRITE:<br />
19.04 Pul – Uden, NL<br />
20.04. Rockpalast – Bochum<br />
21.04. Bastard Club – Osnabrück<br />
22.04. Headcrash – Hamburg<br />
23.04. Cassiopeia – Berlin</p>
<p><em>Bandfoto (c) David Stöcklin, Livebilder (c) Tatjana Braun / vampster.com, Cover (c) Metal Blade Records</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[DOWNFALL OF GAIA]]></band>
<genres><![CDATA[Post Metal, black metal, Crust]]></genres>
<wpid>299776</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>DRITTE WAHL: Interview mit Gunnar Schröder</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/dritte-wahl-interview-mit-gunnar-schroeder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[gnadiator]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Mar 2023 16:40:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DRITTE WAHL]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=298446</guid>

					<description><![CDATA[Wenn ihr Name auch nicht immer sofort und als Erstes fällt, so werden sie in Fachkreisen doch als eine der besten Punkbands der Republik gehandelt. Zuletzt lief es auch richtig gut für DRITTE WAHL aus Rostock, die 2023 ihr 35. Bandjubiläum feiern. Ein Schwatz mit Sänger und Gitarrist Gunnar Schroeder über Punk, Metal, Fußball, die Liebe zu Vinyl und Kassetten und was sonst noch so wichtig ist im Leben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hey Gunnar! 2008 habe ich Euch auf Euerer &#8222;20 Jahre Geburtstagstour&#8220; im Kunstverein hier in Nürnberg gesehen, zusammen mit FLIEHENDE STÜRME, und das war ein feiner Abend. Gut 15 Jahre später sind die <a href="https://vampster.com/bands/dritte-wahl/">DRITTE WAHL</a> im renommierten Musikclub Hirsch angekommen. Gab es einen Moment in Euerer Karriere, wo Ihr gemerkt habt: Jetzt nimmt das Ding Fahrt auf?</strong><br>Nicht so richtig, das ging immer Stufe für Stufe. Es wurde immer größer, kam Jahr für Jahr immer mehr in Schwung. Da kam man gar nicht in die Versuchung, sich irgendetwas einzureden. Wir sind stetig dabei geblieben, und es ist immer größer geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wo seht Ihr Euch heute in der deutschen Punkszene stehen?</strong><br>Keine Ahnung, das müssen andere sagen. Ich bezeichne uns ja immer noch als Punkrockformation, und da fühlen wir uns nach wie vor zuhause, auch wenn wir inzwischen in den meisten Städten in den etablierten Clubs angekommen sind. Klar, die Leute hängen oft an den alten Sachen, wo es eng und klein und alles familiär war. Aber für uns ist das schon cool, dass das so gewachsen ist. Clubs wie der Hirsch in Nürnberg oder das Backstage in München haben meistens auch bessere Anlagen. Da klingt es meist geiler.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ey, bitte nicht falsch verstehen: Ich freue mich riesig für Euch, dass es so gut läuft. Alles gut. Der Hirsch ist ein prima Laden.</strong><br>Genau. Für mich von außen betrachtet ist das in Nürnberg der Rockladen, und da freuen wir uns, dass wir da jetzt angekommen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geht außerhalb von Deutschland was mit so einem Sound, wie Ihr ihn macht?</strong><br>Naja, nicht viel. Österreich/Schweiz natürlich, wir waren gestern in Zürich, das war auch gut und ausverkauft dort. Österreich machen wir noch ein bisschen, Wien und so. Ab und zu starten wir mal einen Exotentrip und spielen etwa in Polen, aber mit deutschen Texten funktioniert das nie so richtig. Außer bei <a href="https://vampster.com/bands/rammstein/">RAMMSTEIN</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr seid mit jedem Album und mit jeder Tour gewachsen &#8211; im Gegensatz zu Euren Kollegen von FEINE SAHNE FISCHFILET, die ziemlich schnell ziemlich steil durch die Decke gegangen sind &#8230;</strong><br>Naja, das sehe ich nicht so. Die gibt es auch schon seit fast 20 Jahren. Aber klar: Seit die bei den <a href="https://vampster.com/bands/die-toten-hosen/">TOTEN HOSEN</a> angedockt haben, sind die riesengroß geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="677" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zur-See_credit-Robert-Eikelpoth-01.jpg" alt="" class="wp-image-298466" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zur-See_credit-Robert-Eikelpoth-01-800x529.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zur-See_credit-Robert-Eikelpoth-01-768x508.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zur-See_credit-Robert-Eikelpoth-01-380x251.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zur-See_credit-Robert-Eikelpoth-01.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Habt Ihr Kontakt?</strong><br>Klar, man kennt sich. Manchmal gehen wir mit Monchi zu Hansa. Wir haben ja erst neulich gegen Nürnberg gespielt… Interessierst Du Dich für Fußball?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicht mehr wirklich. Als Kind schlug mein Herz für den Club (1. FC Nürnberg), aber das hält man ja auf Dauer nicht aus. Wenn es mich heute mal ins Stadion verschlägt, dann meistens bei den Fürthern, wo schon diverse meiner Bekannten hin abgewandert sind. Der Fußball ist da nicht zwingend besser, aber es ist total entspannt und nett im Ronhof. Und die Fürther haben zumindest Humor.</strong><br>Von außen betrachtet sehe ich Nürnberg eigentlich schon eher in der ersten Liga. Ich würde denen echt wünschen, dass es für die mal wieder hoch geht, aber man sieht ja beim HSV, wie schwer das ist, wieder zurückzukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Puh, kein Mensch hier bei uns im Süden vermisst den HSV in der Bundesliga! Als die 2018 abstiegen und ihre Bundesliga-Uhr abschalten mussten (bis zum Abstieg 2018 war der HSV das letzte Bundesliga-Gründungsmitglied, das noch nie abgestiegen war &#8211; an diese Leistung erinnerte im Volksparkstadion eine riesige Uhr, die live anzeigte, wie lange der HSV schon in der ersten Liga spielte), haben wir uns ein Bier aufgemacht.</strong><br>Ja, aber damit war der HSV der einzige, der noch etwas hatte, was Bayern München nicht hatte. Das fand ich immer gut. Seit die Uhr abgeschaltet ist, sind die Bayern überall führend. Am längsten in der Bundesliga, am meisten hier, am öftesten da… Das nervt ja auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Da hast Du natürlich auch wieder recht. Aber nochmal kurz zu Hamburg: Dein Herz schlägt echt mehr für den HSV als für St. Pauli?</strong><br>Ich kann mit beiden ganz gut. Ich komm&#8216; ja auch nicht aus Hamburg, aber ich hab natürlich mega-viele Freunde und Bekannte, die St.-Pauli-Fans sind. Aber zu Ostzeiten, da hatte jeder immer auch einen Westverein, den er cool fand, und für mich war das damals der HSV. Weil die auch blau-weiß waren wie Hansa. Damals waren die aber auch noch erfolgreich. Deshalb habe ich heute immer auch noch ein paar Sympathien für den HSV und wünsche denen ehrlich, dass sie den Wiederaufstieg mal wieder schaffen. Ist mir lieber als Paderborn oder Darmstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist mit Leipzig &#8211; aus alter Ost-Verbundenheit?</strong><br>Ach, ich kann mit diesem ganzen Ost-West-Ding nix mehr anfangen. Nach 30 Jahren bin ich das Thema echt leid. Das muss irgendwann auch mal wieder gut und eins sein. Insoweit ist RB Leizig für mich erst mal ein deutscher Club. Hab&#8216; ich keine großen Sympathien mit, find&#8217;s aber auch nicht mega-scheiße. Die haben halt das Geld von dem Typen genommen. Hätte fast jeder andere Verein auch gemacht. Schalke und Gazprom, das ist ja auch nicht gerade sympathisch. Hey, jetzt sind wir tatsächlich beim Fußball gelandet &#8230; (lacht)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr habt mit DRITTE WAHL eine DDR-Vergangenheit, wenngleich auch keine lange &#8230;</strong><br>Wir sind 1988 das erste mal aufgetreten, ab da läuft unsere Zeitrechnung. Dieses Jahr werden wir 35. Ach, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie das war. Erstmal konnte man nirgendwo Instrumente kaufen, Gitarrensaiten und sowas, das war ja alles knapp. Und dann durfte man ja eigentlich auch gar nicht spielen, dafür brauchte man eine Auftrittsgenehmigung vom Staat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hattet Ihr die?</strong><br>Nö. Es gab Privatleute, die heimlich Konzerte gemacht haben, aber da wusste man auch nie, ob man nach dem Konzert nach Hause geht oder irgendwo mit einer Lampe im Gesicht sitzt und Fragen beantworten muss. Naja. Irgendwie war es auch eine spannende Zeit, aber wenn man heute so zurückdenkt, dann wirkt das ganz schön surreal, dass es so etwas hier mal gegeben hat. Das ist alles ganz weit weg.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zusammenfoto_credit-Robert-Eikelpoth-02.jpg" alt="" class="wp-image-298467" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zusammenfoto_credit-Robert-Eikelpoth-02-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zusammenfoto_credit-Robert-Eikelpoth-02-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zusammenfoto_credit-Robert-Eikelpoth-02-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zusammenfoto_credit-Robert-Eikelpoth-02-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_Zusammenfoto_credit-Robert-Eikelpoth-02.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>War 1988, als ihr mit DRITTE WAHL angefangen habt, schon zu spüren, dass sich das ganze System auflöst, dass die alte DDR an die Wand fährt?</strong><br>Ich glaube schon. Deshalb haben wir auch nie richtig Stress gehabt mit der Stasi, weil die hatten damals ganz andere Sorgen als so &#8217;ne kleine Punkband aus Rostock, die keine Sau kennt. Das fiel schon alles auseinander, war überall marode. Trotzdem konnte sich auch 1989 keiner vorstellen, dass wenig später die Grenzen offen sind und dass es die DDR nicht mehr gibt. Es war auch nicht abzusehen, dass das so schnell geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Als die Mauer fiel, war alles, was im Osten angesagt war, erst mal für mindestens zehn Jahre total out. Die Menschen wollten endlich all das Westzeug haben, an das sie so lange nicht oder nur sehr schwer herangekommen sind. Alles aus dem Osten &#8211; auch die Musik &#8211; war mit einem Schlag nicht mehr interessant. Hat Euch das auch getroffen?</strong><br>Wir waren zu wenig Osten. Und eh erst im Kommen. Wir sind dann aber relativ schnell rüber in den Westen und haben dort überall gespielt, das war kein Problem. Aber klar, für die großen Bands wie die PUHDYS, CITY und wie sie alle hießen, waren das echt schlimme Jahre. Das hat gedauert, bis sich die Leute an ihre alten Helden erinnert haben und daran, dass damals nicht alles schlecht war. Und dann ging das auch wieder bergauf für die.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir haben hier in Nürnberg das Eisenblatt, ein total liebevoll gemachtes Fanzine, dass sich verdienstvoll dem Themenkomplex &#8222;Heavy Metal aus der DDR&#8220; annimmt. Daran angeschlossen ist die rührige kleine Plattenfirma German Democratic Recordings, die Ostmetal-Raritäten pflegt und neu auflegt.</strong><br>Das ist wie überall anders auch: Es gab so viel, was damals unterm Radar lief, was aber total interessant war und heute vergessen ist. Ist halt so.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stichwort Metal: Das „Deaf Forever“-Magazin liebt Euch abgöttisch, feiert euch als Deutschlands beste Punkband. Woher rührt diese tiefe Liebe von Götz Kühnemund zu Euch?</strong><br>Das weiß ich auch nicht so genau. Wir kennen uns schon ewig. Als wir vor ein paar Wochen in Berlin gespielt haben, war er mit seiner Frau da. Wir mögen uns, reden auch viel über private Sachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Habt Ihr bei DRITTE WAHL eine Metalvergangenheit oder seid Ihr komplett punk-sozialisiert?</strong><br>Nee, nee, wir waren früher alle Metaller. Punkrock war im Osten gar nicht so verbreitet und in Rostock schon gleich gar nicht. Die Stadt war ja ganz weit weg von allem. Von vielen Bands, die in Berlin oder Leizig waren, habe ich erst nach der Wende erfahren. Rostock war am Arsch der Welt damals, keiner hatte ein Auto. Wenn man irgendwann mal nach Berlin gefahren ist, was ganz selten vorkam, dann war das wie eine andere Welt – wie wenn man vom Dorf in die große Stadt kommt. Wir sind aufgewachsen mit <a href="https://vampster.com/bands/ACDC">AC/DC</a>, <a href="https://vampster.com/bands/JUDAS-PRIEST">JUDAS PRIEST</a>, <a href="https://vampster.com/bands/IRON-MAIDEN">IRON MAIDEN</a>, <a href="https://vampster.com/bands/ACCEPT">ACCEPT</a>, <a href="https://vampster.com/bands/MOTOERHEAD">MOTÖRHEAD</a>. Eigentlich wollten wir auch sowas machen, aber dann habe ich im Radio zwei alte Lieder von den TOTEN HOSEN gehört: „Willi muß ins Heim“ und „Reisefieber“. Und da habe ich mir gedacht &#8222;Okay, man kann auch sowas machen&#8220;. Und dann sind wir umgeschwenkt auf Punkrock.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_PR2020_by-Robert-Eikelpoth.-03jpg.jpg" alt="" class="wp-image-298468" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_PR2020_by-Robert-Eikelpoth.-03jpg-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_PR2020_by-Robert-Eikelpoth.-03jpg-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_PR2020_by-Robert-Eikelpoth.-03jpg-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_PR2020_by-Robert-Eikelpoth.-03jpg-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DRITTE-WAHL_PR2020_by-Robert-Eikelpoth.-03jpg.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Deaf Forever hast Du sogar eine eigene Kolume: „Schröders Treppe“ …</strong><br>Ja, aber die pausiert gerade. Ich hab &#8217;ne Blockade, mir ist zuletzt nix mehr eingefallen. Aber das kommt wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In einer Deiner Kolumnen hast Du mit ganz viel Herz über Deine Liebe zum Format Kompaktkassette geschrieben. Und diese Liebe lebst Du ja gerade mit DRITTE WAHL so richtig aus &#8230;</strong><br>Unser Debütalbum „Fasching in Bonn“ ist 2022 30 Jahre alt geworden. Da gab es eine Jubiläumsausgabe als Kassette. Jetzt haben wir unser neues Live-Album als Kassette aufgelegt – das Dreifach-Album als Dreifach-Kassette (lacht). Der Plan ist, das beizubehalten und jedes Mal, wenn ein Album von uns Geburtstag feiert, das als Jubiläumsedition auf Tape neu rauszubringen. Ist natürlich relativ teuer, aber ist halt so ein Hobbyding. Aber ich hab&#8216; neulich was gelesen von einer Metalband, die hat einen Livemitschnitt auf VHS rausgebracht. So einen VHS-Videorecorder hat ja nun echt keiner mehr. Aber: Lustige Idee. Sieht sicher geil aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>DRITTE WAHL haben eh ein Faible für verlorene Formate. Zuletzt habt Ihr einen ganzen Schwung 7-Inch-Singles veröffentlicht …</strong><br>Wir machen das regelmäßig. Immer, wenn wir eine Single veröffentlichen, wollen wir auch Vinyl davon. Von uns gibt es eigentlich keine Single, die nur digital etwa bei Spotify rauskommt – wir machen die immer auch als Schallplatte. Das sind dann keine Riesenauflagen, aber die 1000 Stück gehen dann trotzdem immer relativ schnell weg. Das sind so Sammler-Sachen, die wir selbst auch lieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Macht Ihr alles selbst?</strong><br>Wir sind total autark – bis aufs Booking. Das habe ich auch lange alleine gemacht, aber da stößt man dann doch irgendwann an Grenzen, gerade was Festivals angeht. Deshalb haben wir seit zehn Jahren eine Agentur, die die Konzerte für uns bucht. Aber sonst machen wir alles komplett selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Habt Ihr mal überlegt, was in Mundart zu machen?</strong><br>Haben wir doch schon: Von „Hoch im Norden“ gibt es eine Version auf Plattdeutsch. Den Text hat damals mein Vater übersetzt, der konnte das richtig gut. Aber der lebt nicht mehr, jetzt wird das schwierig. Plattdeutsch is&#8216; &#8217;ne tote Sprache, das spricht ja keiner mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du sprichst auch nach der Schrift, wie meine Oma immer zu sagen pflegte.</strong><br>Genau. Rostock ist weitgehend dialektfrei. Aber ich mag das an Bayern: Bands wie HAINDLING, die in ihrer Sprache singen. Finde ich schön, dass es sowas gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gunnar, stell dir vor, Du feierst eine Gartenparty. Leichen willkommen: Bands, die es nicht mehr gibt und Musiker, die schon tot sind, dürfen für diesen Tag zurückkommen. Wer spielt auf Gunnar Schroeders Gartenparty?</strong><br><a href="https://vampster.com/bands/acdc/">AC/DC</a> mit Bon Scott und Malcolm Young. PINK FLOYD hätte ich gerne mal gesehen in ihrer klassischen Phase … und die <a href="https://vampster.com/bands/dead-kennedys/">DEAD KENNEDYS</a> mit Jello Biafra am Gesang.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[DRITTE WAHL]]></band>
<genres><![CDATA[punk rock]]></genres>
<wpid>298446</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>FEUERSCHWANZ – Interview mit Stephanie Pracht alias Johanna von der Vögelweide</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/feuerschwanz-interview-mit-stephanie-pracht-alias-johanna-von-der-voegelweide/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karin Rabhansl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Mar 2023 16:47:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[FEUERSCHWANZ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=298066</guid>

					<description><![CDATA[Was 2004 aus einer Bieridee heraus als zotige Persiflage auf die deutsche Mittelalter-Rockszene begann, ist fast 20 Jahre später zu einem ernsthaften Folk-Metal-Monster gewachsen. Platz 1 der deutschen Albumcharts, große volle Hallen, eine Einladung zur 70000-Tons-Of-Metal-Kreuzfahrt – FEUERSCHWANZ aus Erlangen haben einen Lauf und sind gerade so richtig gut dabei. Dahinter steckt nicht nur Leidenschaft, sondern auch ganz viel Arbeit. Karin Rabhansl im Plausch mit FEUERSCHWANZ-Geigerin Stephanie Pracht alias Johanna von der Vögelweide.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stephanie, wie ging das los bei Dir mit der Musik?</strong><br>Ich war fünf Jahre alt und mein Kopf meinem Körper voraus. Ich konnte noch nicht eingeschult werden, weil ich einfach zu klein war, aber man wollte mich schon mal beschäftigen im letzten Kindergartenjahr. Meine Mutter hat als Kind und Jugendliche Geige gespielt und mein Opa auch, da war das also so ein bisschen das naheliegende Ding: „Dann soll sie halt Geige lernen!“ So kam das, dass ich im Alter von fünf Jahren angefangen habe, Geige zu spielen. Die Geige, die ich viele Jahre auf der Bühne gespielt habe, war die von meinem Opa, die zuvor auch schon meine Mutter gespielt hat. Die wurde weitervererbt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Cool. Hast Du sie für die Bühne modifiziert?</strong><br>Nein. Das ist keine E-Geige, sondern wirklich ein akustisches Instrument, auf das ich den Tonabnehmer draufklipse. Seit letztem Jahr spiele ich aber eine neue Carbongeige mit Carbonbogen. Der Kontakt kam über zwei Firmen aus Franken: Eureka Instruments und CodaBow.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du und die Geige – eine Kindergartenfreundschaft. Wie ging das dann weiter?</strong><br>Ich hatte ganz normalen klassischen Geigenunterricht. Später bin ich ans Erlanger Musikinstitut gewechselt, wo ich bis zum Abitur beim selben Lehrer gespielt habe. Parallel war ich im Schulorchester aktiv, also auch hier alles ganz klassisch. Nach der Schule habe ich Lehramt auf Realschule studiert: Musik und Englisch &#8211; und hatte dort weiter Gitarrenunterricht, viel Theorie und auch ein wenig Klavier und Gesang dazu. In meiner Freizeit habe ich in dieser Zeit parallel aber schon ein wenig Folk gemacht&#8230; und bin dann durch Zufall bei <a href="https://vampster.com/bands/feuerschwanz/">FEUERSCHWANZ</a> reingerutscht. Eigentlich sollte ich nur aushelfen, bin aber geblieben – und seit 2005 dabei. Damals war ich noch auf der Schule. Ich habe also mit der Band Abi gemacht und studiert. So hat sich das über die Jahre entwickelt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_1788_bilderbube-scaled-1.jpg" alt="" class="wp-image-298131" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_1788_bilderbube-scaled-1-533x800.jpg 533w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_1788_bilderbube-scaled-1-768x1152.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_1788_bilderbube-scaled-1-380x570.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_1788_bilderbube-scaled-1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein reines Musikstudium kam für Dich nicht in Frage?</strong><br>Nee, ich glaube, ich wäre nicht gut genug gewesen für eine Hochschule. Außerdem ist man da dann ja auch ziemlich festgelegt. Mit einem zweiten Fach, so dachte ich, sei man zumindest ein wenig breiter aufgestellt, falls ich doch mal an eine Schule gehen sollte. Ich hab&#8216; dann aber schon während des Studiums gemerkt, dass ich das nicht weiter machen werde. Das erste Staatsexamen habe ich noch fertiggemacht, aber kein Referendariat mehr. Da war ich mit FEUERSCHWANZ und mit meinem anderen Job schon zu sehr eingebunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woher kommst Du musikalisch?</strong><br>Als Musikerin bin ich mit Klassik aufgewachsen, habe wie gesagt eine ganz klassische Ausbildung am Instrument durchlaufen. Privat mochte ich schon immer Folk und Irish Folk, gerne auch mit Freunden und der Wandergitarre aus Spaß am Lagerfeuer, wo ich dann Geige dazu gespielt habe. Sowas höre ich auch privat sehr gerne. In der Schulzeit kamen dann Rock und Metal dazu. Da ist die Geige bekanntlich kein typisches Instrument, taucht aber immer öfter auf. Heute bin ich musikalisch breit aufgestellt: Viel Metal, viel Folk, viele Playlists auf Spotify… und wenn ich schlechte Laune habe, dann höre ich Disney-Musik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hast Du an klassischer Musik gehört?</strong><br>Gehört gar nichts, aber gespielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Problem beim klassischen Musikunterricht: Man lernt kein Improvisieren&#8230;</strong><br>Das war auch bei mir nicht Teil des Unterrichts. Aber ich habe mir schon immer sehr viel selbst rausgehört. Das mache ich auch heute noch: Wenn ich etwas höre, das mir gefällt, dann setze ich mich hin und spiele so lange, bis ich&#8217;s kann!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du meintest, dass Du 2005 durch Zufall zu FEUERSCHWANZ gekommen bist&#8230;</strong><br>Zu der Zeit habe ich mit Freunden viel Liverollenspiel (LARP) gemacht, also wo man sich lustig verkleidet, in eine Rolle schlüpft und Dinge tut. Mit diesen Freunden habe ich auf LARP-Events auch regelmäßig Musik gemacht. So auch irgendwann auf einer Veranstaltung hinter Hannover, auf der damals auch FEUERSCHWANZ waren. Ich kannte die Band, weil sie aus derselben Stadt wie ich kommt. Gemeinsame Bekannte haben uns einander vorgestellt, und dann hat mich der Tobi, das war der damalige Geiger bei FEUERSCHWANZ, der heute bei FIDDLER&#8217;S GREEN spielt, um die Ecke gezogen und gemeint: &#8222;Spiel&#8216; mal was vor!&#8220;. Das habe ich gemacht. Nach diesem Wochenende hat mich der Peter, der Hauptmann von FEUERSCHWANZ, angerufen und gefragt, ob ich mal aushelfen kann, weil der Tobi so vielbeschäftigt ist und oft nicht spielen kann. Da war aber immer die Rede von &#8222;aushelfen&#8220;, weshalb ich mir da auch gar nicht viel dabei gedacht und mich einfach gefreut habe, dass sie mich gefragt haben. Das war damals aber alles auch noch ganz weit weg von dem, was die Band heute macht – musikalisch und inhaltlich. Mein erster Einsatz war dann gleich die Releaseshow vom ersten Album, und von da an war ich einfach immer dabei und es war nie wieder die Rede davon, dass ich nur eine Aushilfe bin. Gefangen und nie wieder gegangen&#8230; (lacht)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_7011_bilderbube-1200x800-1.jpg" alt="" class="wp-image-298139" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_7011_bilderbube-1200x800-1-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_7011_bilderbube-1200x800-1-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_7011_bilderbube-1200x800-1-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_7011_bilderbube-1200x800-1-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ-20220813_7011_bilderbube-1200x800-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">FEUERSCHWANZ live (Foto: Bilderbube)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Liverollenspiel in welchem Setting?</strong><br>Klassisch Mittelalter/Fantasy mit Orks und Elfen. Leider habe ich kaum noch Zeit dafür. Heute komme ich noch ein oder zweimal im Jahr zum larpen, aber auch dann mache ich eher Musik als mich mit Schaumstoffschwertern zu hauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für die Bonus-CD &#8222;Die Glorreichen Sieben&#8220; Eueres 2021er-Albums &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/feuerschwanz-memento-mori/">Memento Mori</a>&#8220; durfte jeder einen Vorschlag für eine Coverversion machen. Ich fand deinen Vorschlag sehr interessant</strong>.<br>&#8222;Dragostea Din Tei&#8220; von O-ZONE – ja! Ich hab&#8216; ja schon erzählt, dass ich einen breiten Musikgeschmack habe. Wir haben untereinander gebrainstormt, was man machen könnte, und mir hatte bis dato ein wenig der Partyanteil gefehlt. Die Nummer ist so wahnsinnig, dass sie schon wieder cool ist. Und: Sie hat sich gut umsetzen lassen mit dem Folk-Metal, den wir machen. Auch thematisch. Der Hauptmann hat dann die Challenge bekommen, dass er rumänisch singen muss. Zu der Nummer gibt es ja auch ein Video, und dazu haben wir ganz viel Feedback bekommen, dass das Rumänisch sehr gut ist und dass man das sehr gut versteht. Angeblich lief die Nummer sogar im rumänischen Fernsehen.</p>


<figure class="wp-block-post-featured-image"><a href="https://vampster.com/interviews/feuerschwanz-interview-mit-stephanie-pracht-alias-johanna-von-der-voegelweide/" target="_self" rel="https://vampster.com/cd-reviews/feuerschwanz-memento-mori/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="1200" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher.jpg" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="FEUERSCHWANZ – Interview mit Stephanie Pracht alias Johanna von der Vögelweide" style="object-fit:cover;" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Feuerschwanz-Interview-2023-Aufmacher.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>FEUERSCHWANZ haben als Mittelalter-Comedy-Rockband angefangen und sind immer metallischer geworden</strong>.<br>Das hat verschiedene Gründe. Zum einen hatten wir über die Jahre immer wieder als lustige Auflockerungs-Spaßkapelle auch auf Metalfestivals gespielt – und haben uns dann immer gedacht &#8222;verdammt, so etwas wollen wir auch mal machen!&#8220; (lacht). Beim Songwriting hat unser Gitarrist Hans immer mehr Freiraum bekommen, so dass unser Sound automatisch E-Gitarren-lastiger wurde. Aber auch der Ben (Prinz R. Hodenherz III), der bei uns den Großteil der Lieder schreibt, ist großer Metalfan. So hat sich das organisch entwickelt, dass die Musik über die Jahre immer härter wurde. 2018 zum &#8222;Methämmer&#8220;-Album haben wir dann gesagt: &#8222;So, jetzt machen wir das mal konsequent und da einen zusammenhängenden Sound draus!&#8220; Vorher lief das immer mal so mit, beziehungsweise gab es den einen oder anderen Ausreißer. &#8222;Metnotstand im Märchenland&#8220; etwa war eine Nummer, die 2012 der Hans eingebracht hat und von der wir erst einmal dachten, dass sie zu hart für FEUERSCHWANZ sei. Mit den letzten drei Alben – &#8222;Methämmer&#8220;, &#8222;Das elfte Gebot&#8220; und zuletzt &#8222;Memento Mori&#8220; – haben wir unseren Sound gefunden, der uns taugt und wo wir auch Spaß dran haben. &#8222;Memento Mori&#8220; ist tatsächlich sogar wieder ein wenig folkiger geraten, weil wir die Folkinstrumente nochmal klarer herausgearbeitet haben als bei den Alben zuvor. Aber das sind Feinheiten und -justierungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat sich geändert, als 2007 Benjamin Metzner alias Prinz R. Hodenherz III, kurz: Hodi, in die Band kam?</strong><br>Man kann nicht sagen, dass sich da sofort etwas geändert hat. Das sind Entwicklungen, die über viele Jahre hinweg passieren. Da schichten sich Arbeitsprozesse um oder der Ben findet irgendwann heraus, dass er Songs schreiben kann und auch Bock hat, das hauptberuflich mitzumachen; und von da an am Stück geile Songentwürfe raushaut, die dann im Team gemeinsam weiterbearbeitet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bist Du ins Songwriting involviert?</strong><br>Tatsächlich weniger. Ich hab&#8216; zwar auch schon einzelne Melodien und Textideen eingeworfen, bin aber bei FEUERSCHWANZ mehr im Managementbereich tätig. Einfach, weil das das ist, wo ich sehr gut drin bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Management heißt</strong>?<br>Ich bin der Knotenpunkt, an dem ganz viele Kontakte zusammenlaufen. Wir haben eine Bookingagentur, unser Label und viele Leute drumherum, die uns beraten, und ich bringe diese vielen verschiedenen Bereiche zusammen und check das alles mit der Band ab. Außerdem mache ich noch viel bei Social Media mit. Eine Band ist immer auch ein bisschen so wie eine Firma: Da gibt es ganz viel, was mit Musikmachen direkt garnix zu tun hat, aber wichtig ist, um die Band voranzubringen. Zum Beispiel bei den Online-Shows, die wir während Corona gemacht haben: Da kam ganz viel von mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gab es einen Moment in Deiner Zeit bei FEUERSCHWANZ, wo Du Dir gedacht hast &#8222;Boah, da steckt ja richtig Potential drin &#8211; das könnte noch richtig groß werden&#8220;?</strong><br>(Überlegt) Also ein Teil von mir hat da schon immer dran geglaubt, deshalb habe ich ja auch meinen ganzen beruflichen Werdegang und überhaupt alles um die Musik herum gebaut, so dass ich immer weiter bei FEUERSCHWANZ spielen konnte. Der Traum, dass man mit der Band mehr machen kann, war also schon immer da. Seit wir uns 2018 musikalisch nochmal anders aufgestellt haben, zu einer neuen Plattenfirma gewechselt sind und auch unseren Beraterstab nochmal erweitert haben, merkt man, dass die Locations größer werden und mehr Leute zu unseren Konzerten kommen. Vorher ging es immer in 50er-Schritten aufwärts, seit 2018 sind es große Schritte. Auch finanziell merkt man: Es ist jetzt etwas ganz anderes. FEUERSCHWANZ ist inzwischen mein Haupteinkommen und war es auch während Corona. Dadurch erwächst für mich nochmal ein ganz anderes Standing und auch ein anderer Ehrgeiz. Nummer 1 in den Charts gemacht, Wacken-Slot zu einer coolen Position am Abend auf der großen Bühne – da merkt man, es geht was… und kommt schon ins Überlegen, was noch alles gehen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr seid mit FEUERSCHWANZ aber auch sehr fleißig und veröffentlicht regelmäßig neue Platten.</strong><br>Wir sind vom Zwei-Jahres-Rhythmus auf einen Eineinhalb-Jahres-Rhythmus gewechselt. Aber ja, wir sind echt fleißig. Oder andersrum: Wir sind keine, die sich ausruhen – auch nicht während einer Pandemie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>War es eine Grundsatzentscheidung, lustig zu sein?</strong><br>Der Ursprungs-Gründergedanke aus dem Jahre 2004 war, dass es eine Persiflage sein soll. Man nannte FEUERSCHWANZ damals auch &#8222;die J.B.O. des Mittelalters&#8220; und da wurden auch ganz viele Lieder von <a href="https://vampster.com/bands/j-b-o/">J.B.O.</a> und <a href="https://vampster.com/bands/schandmaul/">SCHANDMAUL</a> gecovert. Dieser Comedy-Faktor ist inzwischen aber gar nicht mehr so sehr da, die lustigen Ficki-Ficki-Witzchen haben wir ziemlich rausgenommen. Heute steht FEUERSCHWANZ eher für Party, vor allem ist der Sound aber auch epischer geworden. Ich sag mal so: FEUERSCHWANZ im Jahr 2023 machen epischen Party-Folk-Metal.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7324_bilderbube-1200x800-1.jpg" alt="" class="wp-image-298142" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7324_bilderbube-1200x800-1-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7324_bilderbube-1200x800-1-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7324_bilderbube-1200x800-1-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7324_bilderbube-1200x800-1-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7324_bilderbube-1200x800-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">FEUERSCHWANZ live (Foto: Bilderbube)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Euer Humor kommt nicht überall gut an. 2015 wurde die Band aufgrund ihrer Texte vom &#8222;Fairytale Festival&#8220; in Osnabrück ausgeladen, was ein paar Wellen schlug. Ich fand es interessant, dass Du damals für die Band Stellung bezogen und darauf hingewiesen hast, dass es sich bei den Texten um Satire handelt</strong>.<br>Die hatten sich an Liedern aus der ganz frühen Zeit von FEUERSCHWANZ aufgehängt: Songs aus den Ur-Anfängen, die wir 2015 schon längst nicht mehr live gespielt haben. Konkret ging es um den Song &#8222;Wunsch ist Wunsch&#8220;, dem letzten aus der Gründungszeit, den wir damals noch im Programm hatten. Doch auch der war so eindeutig ironisch &#8211; dachten wir! Naja. Ich glaube aber, dass wir so einen Song heute nicht mehr machen würden, auch, weil sich unser Humor verändert hat. Damals hat er aber zu dem gepasst, wie die Band war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dein Künstlername Johanna von der Vögelweide – findest Du den noch witzig? Auf Instagram habe ich gesehen heißt Du nur noch Johanna Feuerschwanz</strong>.<br>Aber nur wegen der besseren Auffindbarkeit – auf Facebook bin ich immer noch Johanna von der Vögelweide. Zu Deiner Frage: Schau, hinter mir an der Wand hängt ein Schild mit meinem Wappen, das auch auf vielen Fotos von mir auftaucht – mit meinen zwei Raben drauf. Insoweit finde ich meinen Künstlernamen immer noch gut. (lacht) Ein bisschen Rest-Humor behalten wir uns schon noch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kannst Du verstehen, wenn diesen Gag nicht jeder gut findet?</strong><br>Ach, deshalb hat sich schon lange niemand mehr aufgeregt. Was ich mal hatte &#8211; und das ist noch gar nicht so lange her: Mir hat eine Frau eine Nachricht geschrieben, dass sie findet, dass ich auf der Bühne zu freizügig angezogen bin. Tenor war: Mit so einem Ausschnitt kann man Dich als Musikerin auf der Bühne nicht ernst nehmen. Und das kam von einer, die selbst Musik macht. Das war das letzte Mal, wo ich &#8222;angegangen&#8220; wurde, was ich in diesem Fall aber überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Aber sowas hat man leider immer mal wieder als Frau.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hast Du der Dame geantwortet?</strong><br>Ich hatte das damals tatsächlich öffentlich beantwortet, ohne ihren Namen zu nennen. Ich schrieb, dass es ja nun nicht so sei, dass ich halbnackt auf der Bühne stehen würde und selbst wenn, dass ich dann wohl nicht schlechter Geige spielen würde. Das sind ja zwei getrennte Sachen. Ich spiele in einer Band, in der Show wichtig ist und die einen Look transportiert. Für mich ist das Doppelmoral: Wenn ein gut gebauter Sänger oben ohne auf der Bühne steht, dann zweifelt deshalb keiner seine musikalischen Qualitäten an. Gleiches Recht für alle, sage ich da nur. Auf der Bühne gehört das Visuelle immer mit dazu, deshalb arbeiten wir auch alle mit optischen Reizen, Männer wie Frauen – sei es, dass man gut aussehen oder einen ikonischen Look als Gruppe haben möchte. Deshalb ist man aber doch nicht automatisch ein schlechterer Musiker. Wenn sowas dann auch noch von Frauen kommt, finde ich das noch unnötiger. Eigentlich sollte man sich gerade unter Frauen eher ein High-5 geben, als dass man solche blöden Nachrichten schreibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jetzt bist Du ja nicht nur Musikerin, sondern auch noch Reittrainerin. Dein Bandkollege Benjamin Metzner alias Prinz R. Hodenherz III hat mir schon vor Jahren erzählt, dass er einen Riesenrespekt vor Dir hat. Weil, wenn sich die Band abends im Proberaum trifft, du oft kurz vor knapp anrauscht &#8211; und jeder weiß, dass Du zu diesem Zeitpunkt schon einen langen Arbeitstag hinter Dir hast.</strong><br>Ich bin Reittrainerin und Reittherapeutin. Ich habe einen ganz normalen Reittrainerschein und dann beim Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten eine Zusatzqualifikation gemacht, die nennt sich Fachkraft für die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd und baut auf meiner pädagogischen Grundausbildung auf. Da arbeite ich unter der Woche 30 Stunden, aber eben als Freiberuflerin zusammen mit engen Freunden und einer superguten Kollegin. Schon 2013 haben wir gemeinsam einen Betrieb gegründet beziehungsweise übernommen, als unsere damalige Chefin diesen aufgegeben hat. Das ist gar nicht so klein da: Jede Woche kommen rund 90 Klienten zu uns, ganz gemischt von Kindern ab drei Jahren über Menschen, die in ihrer Freizeit was mit Pferden machen wollen hin zu Jugendlichen und Erwachsenen, die irgendeinen Förderbedarf haben, etwa ein körperliches oder geistiges Handycap, verhaltensauffällig sind oder irgendein psychisches Problem. Superbreit gefächert und deshalb ein ganz spannender Job! Das ist das, was ich unter der Woche nachmittags viel mache. Vormittags kümmere ich mich um den Bürokram für die Band. Die Freitage versuche ich mir nach Möglichkeit freizuhalten für Konzerte. Voll das Kontrastprogramm also.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_Stephanie-Pracht-alias-Johanna-von-der-Vgelweide_Foto_Jenny-Diehl-1-1200x900-1.jpg" alt="" class="wp-image-298144" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_Stephanie-Pracht-alias-Johanna-von-der-Vgelweide_Foto_Jenny-Diehl-1-1200x900-1-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_Stephanie-Pracht-alias-Johanna-von-der-Vgelweide_Foto_Jenny-Diehl-1-1200x900-1-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_Stephanie-Pracht-alias-Johanna-von-der-Vgelweide_Foto_Jenny-Diehl-1-1200x900-1-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_Stephanie-Pracht-alias-Johanna-von-der-Vgelweide_Foto_Jenny-Diehl-1-1200x900-1-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_Stephanie-Pracht-alias-Johanna-von-der-Vgelweide_Foto_Jenny-Diehl-1-1200x900-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stephanie Pracht arbeitet auch als Reittrainerin (Foto: Jenny Diehl)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Da kommst Du mit allen Jobs doch locker auf 60 Stunden in der Woche!</strong><br>60 nicht, aber wenn normal Schule ist, dann sind das schon rund 50 Stunden. Der Vorteil ist aber, dass die Schulferien frei sind. Da gleicht es sich dann wieder ein bisschen aus, und diese Auszeiten brauche ich auch. Aber ja, wenn man die Auftritte am Wochenende noch mit reinnimmt, dann darf man das wirklich nicht ausrechnen (lacht). Trotzdem: Zwei total unterschiedliche Jobs, die ich beide total gerne mache. Das eine erdet mich dann auch wieder für das andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kannst Du Dich von dem laufenden Geschäft am Reiterhof rausnehmen, wenn mal eine längere Tour ansteht?</strong><br>Ja. Da ich nicht fest angestellt bin, sondern quasi mein eigener Chef, muss ich mir das dann so organisieren, dass es irgendwie funktioniert. Ich hab&#8216; aber ein gutes Team an Leuten da, das das überhaupt erst möglich macht. Wir sind mit unseren Pferden in dem Stall als Einsteller, das heißt, die Grundversorgung der Tiere ist immer gegeben. Ich habe aber auch Leute da, auf die ich mich verlassen kann und Vertretungen, die dafür sorgen, dass meine Stunden weiter laufen, wenn ich nicht da bin. Meine Kollegin, die Katrin (<a href="https://www.gang-art.eu/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.gang-art.eu</a>), kenne ich schon ewig, wir sind super eingespielt. Wenn ich nicht da bin, guckt sie auf meine Pferde und andersrum. Das ist enorm wichtig. Trotzdem ist es immer wieder aufs Neue ein krasser Orga-Aufwand, der nur klappt, wenn man Leute um sich hat, auf die man sich verlassen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und weil das alles nicht reicht, machst Du auch noch Wirtshausmusik, etwa in &#8222;Finyas Taverne&#8220;, einer Mittelalterkneipe in Nürnberg</strong>.<br>Aber das ist mein Hobby! (lacht) Das mache ich in meiner Freizeit: einmal im Monat mit Freunden treffen und zusammen Musik machen. Man kann auch aus Spaß Musik machen. Ich mache total gerne aus Spaß Musik.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das hast Du Dir bewahrt – auch, wenn Du als Profimusikerin inzwischen auf großen Bühnen unterwegs bist?</strong><br>Auf jeden Fall. Es wäre total traurig, wenn das anders wäre. Für das, was wir mit FEUERSCHWANZ machen, muss man idealistisch sein und es im Herzen spüren. Das darf man niemals nur als reinen Job sehen. Wenn du einmal damit anfängst, wirst du es nie wieder so gut machen. Du muss es wirklich mögen und du musst es wirklich wollen, sonst klappt das nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Möglicherweise ist das ein Grund, warum die Bandbesetzung bei FEUERSCHWANZ über die Jahre weitgehend konstant geblieben ist – inklusive der Miezen&#8230;</strong><br>Es ist ganz normal, dass wenn man so lange unterwegs ist, sich irgendwelche Lebensumstände ändern und mal wer rausgeht und wer anderes reinkommt, aber ja: das Kernteam bei uns ist schon superlange stabil. Da bin ich auch superhappy drüber, weil ich in dieser Kombination von Menschen supergerne zusammenarbeite. Gerade ist es superharmonisch bei FEUERSCHWANZ, da wäre ich schon sehr traurig, wenn irgendeiner gehen würde. Eine Band ist eben auch wie eine Beziehung: So eng, wie man da aufeinander hockt, funktioniert das auf Dauer nicht, wenn man sich nicht leiden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihr fahrt ja sogar zusammen in den Urlaub</strong>.<br>Familienausflüge – muss es auch geben. Ja, wir mögen uns wirklich. Mit unserer Mieze Sandra – die Blonde mit den Dreads – war ich in der Schule zusammen, wir kennen uns seit der 5. Klasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es trotzdem eine wie auch immer geartete Hierarchie bei FEUERSCHWANZ?</strong><br>Eine strenge Hierarchie im Sinne einer Hoch-runter-Pyramide würde ich nicht sagen, aber es gibt Teams und verschiedene Kompetenzbereiche; und Leute, die dort mehr machen als andere. Ich würde dem Ben jetzt nicht in sein Songwriting reinreden, höchstens vielleicht mal sagen, dass ich mir dieses oder jenes wünschen würde. Das letzte Wort hat da aber er. Umgekehrt habe ich bei Orgafragen das letzte Wort, während ich Social Media viel mit dem Hans zusammen mache. Wir setzen uns dann aber auch immer wieder in unterschiedlichen Runden und Kleingruppen zusammen, und da ist dann jeder stimmberechtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sehr bist Du in der fränkischen Musikszene verwurzelt?</strong><br>Wenn ich Zeit habe, gehe ich supergerne auf Konzerte und guck&#8216; mir Bands an, weil mir wichtig ist, zu sehen, wie die auf der Bühne funktionieren. Dann ist der Hirsch in Nürnberg ein bisschen mein Wohnzimmer. Ganz viele Musikerkollegen trifft man ja nur, wenn man sie auf Tour besucht und sie hier durchreisen. Zum Glück habe ich einen kurzen Draht zum Concertbüro Franken, das unter anderem den Musikclub Hirsch betreibt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7227_bilderbube-1200x800-2.jpg" alt="" class="wp-image-298150" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7227_bilderbube-1200x800-2-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7227_bilderbube-1200x800-2-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7227_bilderbube-1200x800-2-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7227_bilderbube-1200x800-2-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/FEUERSCHWANZ_20220813_7227_bilderbube-1200x800-2.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erinnerst Du Dich an Dein erstes Konzert?</strong><br>Also das erste Konzert, auf dem ich so richtig alleine mit Freunden war, war SCHANDMAUL im Löwensaal in Nürnberg. Damals haben wir uns hinterher noch Autogramme geholt, unter anderem von der Anna, der Geigerin, die schon so etwas wie ein Vorbild für mich war.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stell Dir vor, Du feierst eine Gartenparty. Der Clou: Leichen willkommen! Bands, die es nicht mehr gibt oder Musiker, die schon tot sind, dürfen für diesen Tag zurückkommen. Wer spielt auf Stephanie Prachts Gartenparty?</strong><br>Auf jeden Fall J.B.O. &#8211; weil ich mir ein Konzert mit denen ziemlich genau als lustige Gartenparty vorstellen würde. Dazu die GRAILKNIGHTS, eine Band, die schon öfters mit uns im Paket aufgetreten ist &#8211; ultrawitzige, total liebe Jungs, die eine super Show machen. Wir haben Sport zusammen gemacht, deshalb wären sie genau die Richtigen für meine Gartenparty: Sie müssten nämlich &#8211; sehr wichtig &#8211; die Getränke tragen. Wer noch? Ah ja: TIR NAN OG, eine Irish-Folk-Band von hier aus der Gegend, in der mein Bruder Geige spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Live-Fotos: <a href="https://vampster.com/author/bilderbube/">Bilderbube</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>+++ FEUERSCHWANZ LIVE +++</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">30.04.2023 Nürnberg Löwensaal<br>23.06.2023 Abenberg Feuertanz Festival<br>11.07.2023 Plassenburg Plassenburg Open Air</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[FEUERSCHWANZ]]></band>
<genres><![CDATA[power metal, mittelalter rock]]></genres>
<wpid>298066</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>DONOTS im Interview: Let&#8217;s talk about… Metal!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/donots-im-interview-lets-talk-about-metal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2023 11:13:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[DONOTS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://vampster.com/?p=296599</guid>

					<description><![CDATA[DONOTS auf vampster? Passt das? Wenn man sich ihr neues Album &#8222;Heut ist ein guter Tag&#8220; anhört und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/DONOTS/">DONOTS</a> auf vampster? Passt das? Wenn man sich ihr neues Album &#8222;Heut ist ein guter Tag&#8220; anhört und sich mit der Biografie der Band beschäftigt, steht fest &#8211; es ist ein klares &#8222;ja&#8220;! Ring frei für Sänger Ingo Knollmann!<br />
</em></p>
<p><strong>Am 3. Februar ist euer neues Album „Heut ist ein guter Tag“ erschienen. Jeder Künstler behauptet, dass die aktuelle CD immer die beste in der Geschichte ist. Du darfst jetzt unseren Lesern drei Gründe nennen, warum dies jetzt auch bei euch natürlich so ist.</strong></p>
<p>Puuh, Du legst ja los. Uns eilt der Ruf voraus eine gute Liveband zu sein. Das, was wir bisher als Feedback erhalten haben ist, dass wir noch nie so nah an unserem Livesound waren wie diesmal. Das ist Nummer 1. Nummer 2 ist, dass die neuen Songs ein Mixtape einer Band sind. Sämtliche Spielarten von uns vereint auf einem Album. <span data-slate-fragment="JTVCJTdCJTIydHlwZSUyMiUzQSUyMnAlMjIlMkMlMjJpZCUyMiUzQSUyMmx4N3B0JTIyJTJDJTIyY2hpbGRyZW4lMjIlM0ElNUIlN0IlMjJ0ZXh0JTIyJTNBJTIyQWxzJTIwRHJpdHRlcyUyMGhhYmVuJTIwd2lyJTIwdW5zJTIwamVkZW4lMjBTb25nJTIwZWluemVsbiUyMGFuZ2VzY2hhdXQlMjB1bmQlMjB3b2xsdGVuJTIwZGFzJTIwR2VmJUMzJUJDaGwlMkMlMjB3ZWxjaGVzJTIwZXIlMjB2ZXJtaXR0ZWx0JTJDJTIwc28lMjBzdGFyayUyMHdpZSUyMG0lQzMlQjZnbGljaCUyMG1hY2hlbi4lMjIlN0QlNUQlN0QlNUQ=">Als Drittes haben wir uns jeden Song einzeln angeschaut und wollten das Gefühl, welches er vermittelt, so stark wie möglich herausarbeiten</span>. Vorher haben wir das nie so gemacht. Da haben wir immer so ans Album im Ganzen gedacht und nicht jeden Song individuell betrachtet.</p>
<p><strong>Wie viele Songs von „Heut ist ein guter Tag“ werden den Weg ins Liveprogramm finden? 5 von 20 würde ich gerne hören, was für eine Band die so lange dabei ist, durchaus als Lob zu betrachten ist</strong>.</p>
<p>Ich bin zuversichtlich, dass es viele Songs werden. Wir fangen grad an im Proberaum die Songs livetauglich zu machen. Auf früheren Platten hatten wir oft das Problem, dass von vornherein einige Songs kein Thema waren. Dies ist jetzt nicht der Fall. Es geht mehr so in die alte <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/RAMONES/">RAMONES</a>-Schule. Einstöpseln und los geht’s. Es ist natürlich auch sehr schwer, hier jedem gerecht zu werden. Ich bin froh, jetzt auch wieder eine eigene Tour zu fahren, da ist es dann schon einfacher als bei 45-Minuten-Gigs wie dies öfter im Sommer der Fall war.</p>
<p><strong>Du hast es angesprochen. Im April startet die Tour, danach die Sommergigs, dann geht’s im Herbst weiter. Da kommt aber bestimmt noch mehr als die gerade mal vier bestätigten Konzerte im November.</strong></p>
<p>Ja, klar. Wir können das aber derzeit nur so häppchenweise veröffentlichen. Wir leben in einem Zeitalter mit Gebietsschutz und deshalb müssen wir uns noch ein bisschen bedeckt halten. Aber es sind definitiv noch nicht alle Konzerte in der November/Dezember-Rutsche.</p>
<p><strong>Ist mal wieder was im Ausland geplant?</strong></p>
<p>Im Herbst sind wir in Prag und Österreich. Es ist weiterhin auf unserer Map und wir haben auch eine Anfrage für die <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/FLOGGING-MOLLY/">FLOGGING MOLLY-</a>Cruise, aber ob wir das dieses Jahr hinbekommen, ist sehr fraglich. USA, England und Japan sind aber schon eingeplant. Mal schauen, wann das zeitlich funktioniert. Wir sind halt Väter von mittlerweile elf Kindern und die wollen natürlich auch ihre Papas sehen.</p>
<p><strong>Wie weit plant ihr Eure Gigs? Sprich, weißt Du schon, was 2024 oder 2025 ist, und habt ihr hier auch Mitspracherecht, oder bekommt ihr die Gigs einfach mitgeteilt?</strong></p>
<p>Ganz so weit in die Zukunft schauen wir nicht. 2024 spielen wir Festivals und 2024 werden wir 30 Jahre alt. Das kann ich sagen. Ich kann schon so viel vorwegnehmen: 2024 wird anders und spannend. Aber ins Detail kann ich noch nicht gehen. Es wird auf jeden Fall ein anderes Jahr.</p>
<p><strong>Jetzt lass uns mal über den Sommer 2022 reden. Besser als im letzten Jahr kann es ja für euch nicht wieder losgehen.</strong></p>
<p>Ganz ehrlich, wir waren so vom Glück geküsst. In einer Zeit, in der alle Angst haben, dass auch genügend Tickets verkauft werden, konnten wir uns in ein gemachtes Nest nach dem anderen legen. Von den <a href="https://vampster.com/bands/die-toten-hosen/">TOTEN HOSEN</a> und von den <a href="https://vampster.com/bands/die-aerzte/">ÄRZTEN</a> eingeladen, richtig geile Festivals gespielt. Wir konnten vor unendlich vielen Leuten spielen und was genauso wichtig war, ist die Tatsache, dass vor, auf oder hinter der Bühne jeder richtig Lust hatte.</p>
<p><strong>Jetzt kann man nur hoffen, dass es so weiter geht. Wo siehst Du die Zukunft der Livemusik, der Festivals in Deutschland. Es wird ja alles nicht unbedingt leichter. Die Festivalbillings dieses Jahr sind ja auch eher mau.</strong></p>
<p>Ganz ehrlich. Ich glaube nicht, dass hier noch viel passieren wird. Jeder wildert in seinen eigenen Territories. Das ist allerdings auch eine Chance für eine Band wie uns, auch mal höhere Slots zu spielen. Vor zehn Jahren waren halt noch Bands Headliner bei den Festivals, jetzt machen sie selbst die Stadien voll. Und wo stehen wir in zehn Jahren, wenn die Bands wie <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/METALLICA/">METALLICA</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/iron-maiden/">IRON MAIDEN</a> nicht mehr da sind. Wer macht dann den Headliner?</p>
<p><strong>Die Coronazeit war richtig kacke, aber auch hier hattet ihr irgendwie timingtechnisch Glück.</strong></p>
<p>Wir sind eine Band, die wirklich die Schnauze halten muss derzeit. Kurz vor dem Lockdown haben wir unsere Tour beendet und auf der Bühne noch verkündet, wir kommen wieder, wenn wir wieder kommen. Wir kümmern uns jetzt erstmal um unsere Familien. Fast drei Jahre war ja dann die Pause und Bands wie unsere Freunde von ITCHY, die viermal ihre Tour verschieben mussten, oder <a href="https://vampster.com/bands/heaven-shall-burn/">HEAVEN SHALL BURN</a>, die zu Beginn des ersten Lockdowns ihre CD veröffentlichten, hatten hier schon richtig Pech. Das ist aber auch ein typisches DONOTS-Ding. Wir schaffen es immer, die grösste Scheiße volley aus der Luft zu nehmen und ein Tor zu schießen. Wir haben ein Livealbum rausgebracht, Spenden für unsere Crew gesammelt und ein Buch veröffentlicht. Das war sinnvoll und cool in einer Zeit, in der nichts ging.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-297257" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_2.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_2-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_2-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_2-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_2.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /> Ich vermisse euren Podcast. Ihr seid da sehr bald gestartet, habt immer regelmäßig veröffentlicht, aber in der letzten Zeit war es diesbezüglich sehr ruhig.</strong></p>
<p>Regelmäßig wird schwer, aber wir wollen die Tage zum neuen Album wieder was aufnehmen. Das ist die Downside des Familienlebens. Der eine wohnt in Köln, der andere in Münster, Guido wieder in Ibbenbüren. Wir sehen uns punktgenau für zwei bis drei Probetage und machen ja auch den ganzen Businesskram selbst. Es bleibt da wenig Zeit für so Sachen wie jede Woche eine Podcast zu veröffentlichen.</p>
<p><strong>Mal wieder eine Frage zum Nachdenken. Ihr habt in den letzten Jahrzehnten mit vielen bekannten und großen Bands gespielt. Euer letzter Gig, ihr dürft euch eine Band aussuchen, die ihr supportet. Welche wäre das?</strong></p>
<p>Boah. Tod oder Lebendig? Dürfen wir auch Musiker wieder beleben?</p>
<p><strong>Lebendig.</strong></p>
<p>Schade. Sonst hätte ich THE CLASH gewählt. Lass mal überlegen. Wir haben uns schon so viele Wünsche erfüllt. Ich fände es schön mal mit den <a href="https://vampster.com/bands/foo-fighters/">FOO FIGHTERS</a> zu spielen, obwohl ich nicht mehr so der große Fan bin. Wenn <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/SLAYER/">SLAYER</a> nochmal zusammen kommen, dann SLAYER. Schon alleine, um nochmal Dave Lombardo „Angel of Death“ trommeln zu sehen.</p>
<p><strong>Warst du bei deren Abschiedstour?</strong></p>
<p>Habe mir die Show bei <a href="https://vampster.com/bands/rock-am-ring/">Rock am Ring</a> angesehen. Ich finde, die haben ein bisschen zu bald aufgehört. Gary Holt hat das nochmal super gemacht, aber ab dem Moment, als Tom Araya nicht mehr moshen konnte, war es schon sehr traurig.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-297260" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-guter-tag-album-cover.jpg" alt="" width="1000" height="1000" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-guter-tag-album-cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-guter-tag-album-cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-guter-tag-album-cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-guter-tag-album-cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-guter-tag-album-cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-guter-tag-album-cover.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" />Ihr habt 2002 auch eine Metal-Cover-CD &#8222;We are not gonna take it&#8220;</strong> <strong>aufgenommen. Man merkt auch, Du bist immer noch im Metal drin und wäre es nicht eine Idee, mal wieder etwas in dieser Richtung zu machen?</strong></p>
<p>Nochmal eine Cover-CD glaube ich jetzt nicht. Wir wollen eigentlich immer mal was Neues machen und die Leute da überraschen. 2008 haben wir für METALLICA noch einen Coversong aufgenommen. Das Spiel ist durch. Ich würde super gerne mal eine Coverplatte machen, wo jeder von uns aus der Band drei Songs aussucht, die er covern möchte &#8211; egal, ob die anderen von der Band da Bock drauf haben. Ich bin ein großer Cindy Lauper-Fan. „Time after time“ wäre ich sofort dabei und noch so ein 30-Sekunden-Nackenbrecher von THE DESCENDENTS und dann vielleicht noch ein ruhiger Country-Folk-Song, um den in ein Punkrockgewand zu stecken.</p>
<p><strong>Wie viele Gigs habt ihr jetzt schon gespielt?</strong></p>
<p>Ich kann&#8217;s dir nicht auf den Punkt genau sagen, aber es sind wohl so um die 1400.</p>
<p><strong>Meine nächste Frage ist schwierig. Kannst du dich noch an jedem Gig erinnern…</strong></p>
<p>Brauchst gar nicht weiter fragen. Ja! Ich werde von der Band immer das Elefantenhirn genannt, weil ich mich wirklich an vieles oder alles komplett erinnern kann.</p>
<p><strong>Dann lass uns mal ein Spiel machen. Ich habe Euch auch schon vor laaaanger Zeit öfter mal gesehen. 2002 Coburg…</strong></p>
<p>Einfach. Mit den <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/DIE-TOTEN-HOSEN/">TOTEN HOSEN</a>. Campinos 40. Geburtstag an dem Tag.</p>
<p><strong>2008 Lichtenfels.</strong></p>
<p>Das war irgendwie ein komisches Festival damals. Lass mich mal überlegen. Waren da nicht die <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/BROILERS/">BROILERS</a> dabei.</p>
<p><strong>Genau. Da war die Welt noch in Ordnung. Die BROILERS spielten hier vor euch.</strong></p>
<p>Man merkte aber schon damals, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis die durchstarten. Was dann ja auch passierte.</p>
<p><strong>Vor SKUNK ANANSIE. Würzburg. Posthalle.</strong></p>
<p>Das war auch sehr lustig. Ich bin kein großer Fan der Band, aber die Band war mir auf eine positive Art und Weise egal. Eike und Alex haben aber die ersten beiden Scheiben von denen abgefeiert. Skin war super nett, ist vom Bus raus, ins Catering, zu uns gesetzt und lange geplaudert. Sowas imponiert mir immer total.</p>
<p><strong>Mit <a href="https://vampster.com/bands/billy-talent/">BILLY TALENT</a> in Fürth.</strong></p>
<p>Stadthalle. Die Bühne war breiter als lang. Gefühlt 7 km Platz nach links und rechts. Sehr abgefahren, der Abend. Ich hatte während des Gigs das Gefühl, dass eine Nebelmaschine an war, das war aber nicht der Fall. Es war einfach so unglaublich heiß und stickig und das Kondenswasser der Leute ist einfach nur runtergetropft.<br />
Eike ist unser Archivar und wir haben zu jedem Konzert Notizen mit Datum und Vorbands und ich habe ihn zum Teil auch korrigiert.</p>
<p><strong>Kleines Spiel zum Abschluss. Ich sage dir zwei Wörter und du sagst mir, was dir besser gefällt oder dich mehr anspricht. METALLICA oder <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/MEGADETH/">MEGADETH</a>?</strong></p>
<p>METALLICA. Wobei „Symphony of Destruction“ einer der geilsten Metalsongs aller Zeiten ist.</p>
<p><strong>In den letzten 27 Jahren haben MEGADETH stärkere Alben und bessere Songs veröffentlicht.</strong></p>
<p>Da magst du Recht haben. Ich fand sie bei den Big-4 auf Schalke auch mit am stärksten damals.</p>
<p><strong>Grunge oder Nu Metal?</strong></p>
<p>Ganz klar Grunge. Grunge war mir immer sehr nahe, Nu Metal ist für mich eher ein Schimpfwort und ich bin auch froh, dass Bands wie <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/DEFTONES/">DEFTONES</a> oder <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/SLIPKNOT/">SLIPKNOT</a> sich von diesem Namen distanzieren. Nu Metal ist eine Beledigung.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-297259" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_3.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_3-800x534.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_3-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_3-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/DONOTS-Bandfoto_3.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" />Rock am Ring oder Rock im Park?</strong></p>
<p>Das beantworte ich mit einem ganz klaren „ja“. Beide gibt es nur gemeinsam und beide sind total super. Der Ring ist und wirkt etwas größer, aber die Herzlichkeit vom Park ist unschlagbar und kann man sich mit Geld nicht kaufen.</p>
<p><strong>Die nächste Frage beantwortest du sicher auch wieder mit einem Ja. HOSEN oder ÄRZTE?</strong></p>
<p>Das muss ich wirklich in der Tat mit ja beantworte. Ich komme aus iÍbbenbüren und wir Dorfpunks und Metaller waren froh, dass es beides gab. In Ibbenbüren wurdest entweder Fascho, Diskoproll oder hast den Weg eingeschlagen wie mein Bruder und ich.</p>
<p><strong><a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/SLAYER/">SLAYER</a> oder <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/ANTHRAX/">ANTHRAX</a>?</strong></p>
<p>Das ist richtig hart, eine richtig fiese Frage. Von der Kompromisslosigkeit würde ich SLAYER sagen, aber ANTHRAX haben auch einen großen Stein im Brett. Ich gehöre aber zu den Leuten, welche John Bush für den besseren Sänger halten.</p>
<p><strong>Interessant. Wäre meine nächste Frage gewesen. Bush oder Belladonna?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall John Bush. Die Leute verbinden halt den alten Indianeropa mit ANTHRAX und er ist ja auch ein kauziger Typ, aber was John Bush bei ANTHRAX und immer noch bei <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/ARMORED-SAINT/">ARMORED SAINT</a> abliefert, ist nicht von dieser Welt. Er war halt zur falschen Zeit bei der Band. Als ich bei Rock am Ring moderiert habe, habe ich mir die ANTHRAX-Show angesehen und zufällig Scott Ian beim Frühstück getroffen. Wir haben ein bisschen geredet und ich musste mir wirklich auf die Zunge beißen, zu fragen „wann kommt John Bush wieder?“. Aber das habe ich mir dann verkniffen.</p>
<p><strong><a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/KREATOR/">KREATOR</a> oder <a href="https://VAMPSTER.COM/BANDS/SODOM/">SODOM</a>?</strong></p>
<p>KREATOR.“Persecution Mania“ und „Agent Orange“ waren der heilige Gral damals, aber Mille ist der bessere Frontman, der die interessanten Riffs schreibt, der immer noch Hits produziert und gemessen an seinem sozialen Engagement so viel mehr Punk ist als die meisten Metalsänger zusammen. Er spricht Sachen an, die im Metal lieber mal nicht angesprochen werden und unpolitisch sind. So sind SODOM sich ja auch nicht zu schade beim FREIWILD OPEN-AIR zu spielen. Ich finde auch die neue KREATOR-Scheibe super.</p>
<p><strong>Meer oder Berge?</strong></p>
<p>Meer. Mit der Familie bin ich zwar mal in Tirol, weil es hier schöne Kinderhotels gibt. Aber wenn ich den Horizont oder Schiffe sehe, dann ist alles gut.</p>
<p><strong>Bier oder Gin Tonic?</strong></p>
<p>Bier. Gin Tonic ist das Bandgetränk, wenn wir von der Bühne kommen und haben jetzt ja auch einen eigenen am Start. Aber ich bin Westfale, deshalb Bier.</p>
<p><strong>Du bist ja auch recht sportlich unterwegs. Halbmarathon oder 100 km Rad fahren?</strong></p>
<p>Wenn, dann Läufer. Ich habe mich noch nie für einen Marathon angemeldet, weil ich dann immer das Gefühl habe, noch schneller als mein Vordermann zu sein. Ich laufe für mich selbst jeden Tag so um die 11 bis 14 km. Und ab und zu laufe ich für mich einen Halbmarathon. Auf Tour nehme ich jede Stadt mit und mache das Sightseeing quasi joggend.</p>
<p><em>Interview: Frank. Hier findet ihr seinen <a href="https://letscast.fm/sites/baend-ansage-a95a0453" target="_blank" rel="noopener">Podcast &#8222;Bänd-Ansage&#8220;</a>.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[DONOTS]]></band>
<genres><![CDATA[ROCK, punk rock]]></genres>
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	</item>
		<item>
		<title>HÖWLER: See you in the pit!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/hoewler-see-you-in-the-pit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Dec 2022 06:35:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[HÖWLER]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Costa Rica Thrasher HÖWLER haben sich schon mit ihrem dritten Album "No More Circus!" kurz auf meinem Radar gezeigt. Mit ihrem vierten Album "Descendants Of Evil" hat die Band nun ein weiteres starkes, von klassischem Bay Area-Thrash beeinflusstes Album abgeliefert. Wie die Szene in Costs Rica so ist und weshalb es fast ein Dutzend Umbesetzungen auf dem Drumhocker der Band gab, verraten uns Sänger Charlie und Bassist Fucas im Email-Interview.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hey, Leute! Wie geht es euch?</strong></p>
<p>Charlie (Carlos Diaz, Gesang): Hi Daniel! Wir sind sehr aufgeregt wegen dieses Interviews und der Veröffentlichung von &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/hoewler-descendants-of-evil/">Descendants Of Evil</a>&#8222;.</p>
<p><strong>Glückwunsch zur Veröffentlichung eures vierten Albums &#8222;Descendants Of Evil&#8220;. Das Album gefällt mir sehr gut und ist eines der stärksten Thrash-Alben, die ich dieses Jahr gehört habe.</strong></p>
<p>Charlie: Danke dir, das wissen wir zu schätzen.</p>
<p><strong>Seid ihr denn bisher mit den Reaktionen der Fans und der Medien zufrieden?</strong></p>
<p>Charlie: Auf jeden Fall! Dank unserer Plattenfirmen haben wir es geschafft, mehr Aufmerksamkeit von diversen Medien zu bekommen, welche das Album dann auch sehr hoch bewertet haben. Außerdem haben wir in den sozialen Medien gesehen, dass das Album den Leuten sehr gut gefällt.</p>
<p><strong>Ihr seid deutlich von klassischen Bay Area Thrash Metal-Bands beeinflusst. Ich höre sehr viel <a href="https://vampster.com/bands/exodus/">EXODUS</a> und <a href="https://vampster.com/bands/testament/">TESTAMENT</a> in eurem Sound. Welche Bands und Alben waren der größte Einfluss für euch?</strong></p>
<p>Fucas (José Mora, Bass): Unsere größten Einflüsse sind all die größten Metalbands aller Zeiten. Ich kann dir ein paar Beispiele geben wie <a href="https://vampster.com/bands/judas-priest/">JUDAS PRIEST</a>, <a href="https://vampster.com/tourdaten/black-sabbath/">BLACK SABBATH</a>, <a href="https://vampster.com/bands/iron-maiden/">IRON MAIDEN</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/motoerhead/">MOTÖRHEAD</a>… Aber was wir wirklich die ganze Zeit im Kopf haben, sind Bands wie <a href="https://vampster.com/bands/metallica/">METALLICA</a>, <a href="https://vampster.com/bands/megadeth/">MEGADETH</a>, <a href="https://vampster.com/bands/exodus/">EXODUS</a>, <a href="https://vampster.com/bands/slayer/">SLAYER</a>, <a href="https://vampster.com/bands/metal-church/">METAL CHURCH</a>, <a href="https://vampster.com/bands/annihilator/">ANNIHILATOR</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/pantera/">PANTERA</a>.</p>
<p><strong>Was haltet ihr von der deutschen Thrash Metal-Szene?</strong></p>
<p>Fucas: Die deutsche Szene war von Beginn an ziemlich wütend. Deutscher Thrash ist üblicherweise ziemlich schnell und rabiat, wir lieben das.</p>
<p><strong>Thrash war immer das politischste aller Heavy Metal-Subgenres. Auch ihr singt über Themen wie Umweltzerstörung oder Machtmissbrauch. Welche bestimmten Themen sind euch besonders wichtig?</strong></p>
<p>Charlie: Wir decken eine Menge Themen ab, hauptsächlich solche, bei denen es um Politik und soziale Dynamiken geht. Wir versuchen anzuprangern, was wir als falsch empfinden, unter anderem eben Umweltzerstörung und Machtmissbrauch. Der Gedanke dahinter ist, dass die Menschen aufwachen, soweit das möglich ist, realisieren, was falsch läuft und diese Dinge bekämpfen, um uns als Gesellschaft zu verbessern.</p>
<p><strong>Der Text von &#8222;The New World Disorder&#8220; enthält die Phrase “Annuit coeptis, go fuck yourself!”. Das bezieht sich direkt auf die USA. Worum genau geht es in dem Song?</strong></p>
<p>Charlie: Es ist kein Angriff, der Song ist eher eine Art Verhöhnung oder Parodie auf Verschwörungstheorien und die uralte Geschichte, welche uns seit der Kindheit durch die Bibel erzählt wird, nach der der Teufel die Wurzel allen Bösen ist, dabei ist das Böse eine Eigenschaft des Menschen. Darüber hinaus geht es in dem Song um Menschen mit globaler Macht, welche die Massen kontrollieren, um ihre Ambitionen zu befriedigen und immer reicher werden auf Kosten anderer. Dies sind die Menschen, die ihre Bosheit auf das höchtsmögliche, undenkbare Level gebracht haben.</p>
<p><strong>Im letzten Song &#8222;Live to party, party to live&#8220; gibt es die Zeile “I want to go back to PANTERA forming musicians of the new era.”. Freut Ihr euch über die PANTERA-Reunion oder den PANTERA-Tribute, wie auch immer sie das nun nennen? Würdet Ihr euch das ansehen, wenn Ihr die Chance dazu hätten?</strong></p>
<p>Fucas: Ja, wir freuen uns darüber! Es ist wahr, dass Dimebag und Vinnie der Nukleus und der wichtigste Teil für PANTERAs Musik waren. Für mich ist diese Reunion eine Art Tribut und niemand anderes als <a href="https://vampster.com/bands/zakk-wylde/">Zakk Wylde</a>, Dimebags bester Freund, könnte ihm besser Tribut zollen. Wir sind also ziemlich glücklich darüber.</p>
<p><strong>In dem Song gibt es auch ein paar Zeilen über Gras, Alkohol und andere Drogen. Wie sehr lebt ihr Jungs den Rock&#8217;n&#8217;Roll Lifestyle?</strong></p>
<p>Fucas: Manchmal ja, manchmal nein, es ist wichtig, die richtige Balance zu haben. Der Song reflektiert einen Lebensstil eines großen Teils der Metal-Szene, aber natürlich ist es keine Regel, die man befolgen muss oder etwas, was man verallgemeinern kann.</p>
<p>Charlie: Ich muss ergänzen, dass Gonzalo und ich die mit dem gesunden Lebensstil in der Band sind. Wir trinken keinen Alkohol oder nehmen sonstige Substanzen zu uns.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-287938" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover.jpg" alt="" width="1186" height="1186" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/HoWLER-Descendans-of-Evil-Cover.jpg 1186w" sizes="auto, (max-width: 1186px) 100vw, 1186px" /></p>
<p><strong>Das Artwork von Dan Goldsworthy ist eine schöne Verbeugung vor den klassischen Ed Repka-Covern Es erinnert mich an eine Mischung aus &#8222;Think This&#8220; von <a href="https://vampster.com/bands/toxik/">TOXIK</a> und &#8222;Rust In Peace&#8220; von <a href="https://vampster.com/bands/megadeth/">MEGADETH</a>. War das die Richtung, in die Ihr wolltet?</strong></p>
<p>Charlie: Wir haben Dan für die Gestaltung des Covers den Kontext des Albums erklärt, die Texte gegeben und unsere musikalischen Einflüsse genannt und ihm ansonsten kreative Freiheit gelassen. Am Ende hat er dieses großartige Ergebnis abgeliefert. Das hier hat er dazu auf Facebook geposted:</p>
<p><em>&#8222;I was asked to do this one the week the Russian-Ukrainian war kicked off, and geopolitically the world was feeling a little bit like it did 30-odd years ago during the tail end of the Cold War. As such I wanted to do something a little bit &#8218;Rust In Peace for 2022&#8216;. Lots of Easter eggs and bleakly amusing little details in this one&#8220;.</em></p>
<p><em>&#8222;The table perspective and eye are meant to form an all seeing eye/annuit coepsis illusion. Then the reflections have devil horns too&#8220;.</em></p>
<p><strong>Was sind eure Top 5 Ed Repka-Cover?</strong></p>
<p>Fucas: Das sind so viele, aber ich kann auf jeden Fall alles nennen, was er für <a href="https://vampster.com/bands/death/">DEATH</a> und <a href="https://vampster.com/bands/megadeth/">MEGADETH</a> gemacht hat.</p>
<p><strong>Ihr habt eure ersten beiden Alben ohne Label veröffentlicht, komplett in Eigenregie. Seit eurem dritten Album &#8222;No More Circus!&#8220; arbeitet ihr mit dem deutschen Label Ragnarök Records zusammen. Wie seid ihr mit ihnen in Kontakt gekommen und wie sehr hat euch die Zusammenarbeit als Band weitergebracht? Was war die größte Veränderung für euch?</strong></p>
<p>Fucas: Die größte Veränderung war, dass wir unsere Musik in Gegenden verbreiten konnten, in denen uns das vorher nicht möglich war. Wir sind mitten in der Pandemie mit ihnen in Kontakt gekommen. Zu der Zeit war fast niemand in der Lage, mit uns zu arbeiten, aber sie haben es getan. Seitdem haben wir eine nennenswerte Menge an CDs verkauft und das ist sehr gut für uns.</p>
<p><strong>Das Schweizer Label Doc Gator Records macht die Vinyl-Auflage von &#8222;Descendants Of Evil&#8220;. Es ist euer erstes Album, welches auf Vinyl erscheint. Wie wichtig ist das für euch persönlich?</strong></p>
<p>Fucas: Ja, das ist unser erstes Vinyl. Das ist schon wichtig für uns und weckt Erinnerungen, weil wir alle mit Vinyl aufgewachsen sind. Wir lieben den Sound von Musik auf Vinyl und freuen uns daher wirklich sehr darüber!</p>
<p><strong>Ich habe mir auch eure älteren Sachen angehört und denke, dass ihr gerade in Hinblick auf die Produktion mit den letzten beiden Alben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht habt.</strong></p>
<p>Fucas: Ja, das stimmt. Während der ersten beiden Alben haben wir noch gelernt, wie wir unsere Gefühle durch Musik ausdrücken. Seit &#8222;No More Circus!&#8220; haben wir eine Menge gelernt und haben die richtigen Leute für den Mix gefunden, was ein sehr wichtiger Teil des Ganzen ist.</p>
<p><strong>Eure Songs sind seit &#8222;No More Circus!&#8220; auch kürzer und kommen besser auf den Punkt. Würdest du sagen, dass ihr seitdem euren Sound gefunden habt?</strong></p>
<p>Fucas: Ja, das ist genau, was ich meinte. Das war die Zeit, in der wir als Band unseren Weg gefunden haben.</p>
<p><strong>Wie ist die Szene in Costa Rica und den benachbarten Ländern? Welche Bands könnt ihr empfehlen und wie ist die Szene-Infrastruktur was Clubs, Labels und Festivals angeht?</strong></p>
<p>Charlie: In Costa Rica und den Nachbarländern ist vor allem traditionelle Latin-Music und tanzbare Rhythmen vorherrschend. Trotzdem gibt es eine große Anzahl an Metalheads. Die Konzerte großer, internationaler Bands sind gut besucht. Tatsächlich ist es ein gutes Geschäft für die diese Bands und die Produzenten.</p>
<p>Es gibt große, gut ausgestattete Veranstaltungsorte, aber die sind teuer und werden generell für internationale Konzerte genutzt. Für lokale Konzerte gibt es diverse Bars mit akzeptablen Bedingungen, aber die Optionen sind eingeschränkt. Was Labels angeht, so gibt es in Mittelamerika seit Jahren keine. Die nächsten sind in Mexiko und Brasilien.</p>
<p>Und was Festivals angeht, so gibt es in verschiedenen Ländern kleine Festivals, aber das am meisten erwähnenswerte ist wegen seiner Größe und Professionalität wohl das MEGAMETAL in Honduras, bei dem wir sehr wahrscheinlich 2023 spielen werden. Und in Mexiko gibt es diverse, international bekannte Festivals, bei denen wir gerne spielen würden.</p>
<p>Einige Bands wären <a href="https://vampster.com/bands/chemicide/">CHEMICIDE</a>, DEKONSTRUKTOR, NOSTOC, TROBEROTH, ACERO, MANTRA, PNEUMA, DEZNUKE, SLAVON, ROTTEN SOULS, ZYANIDE, ABÄK und viele mehr.</p>
<p><strong>Wie viele Leute kommen, wenn ihr ein lokales Konzert spielt?</strong></p>
<p>Charlie: Wie schon gesagt, die internationalen Konzerte sind voll. Bei lokalen Bands sieht die Sache allerdings anders aus. Seit einigen Jahren ist es schwierig, mehr als hundert Leute bei einem Konzert zu ziehen. Ich denke, es liegt teilweise daran, dass die neue Generation nicht mehr so an Metal interessiert ist und die älteren zu beschäftigt sind, um auf Konzerte zu gehen. Davon abgesehen haben die traditionellen Medien, also Radio, Fernsehen und Zeitungen bis auf einige wenige Ausnahmen kein Interesse daran, etwas über Metalbands zu schreiben.</p>
<p><strong>Wie ist Costa Rica mit der Pandemie umgegangen? Gibt es bei euch noch Einschränkungen?</strong></p>
<p>Charlie: Während der ersten zwei Jahre der Pandemie gab es starke Einschränkungen und es konnten keine Konzerte stattfinden. Wir haben 2021 ein oder zwei Konzerte gespielt, aber 2022 wurden die Einschränkungen mit dem Regierungswechsel zurückgenommen und es fanden wieder &#8222;normale&#8220; Konzerte statt, wenn auch mit weniger Publikum als vorher.</p>
<p><figure id="attachment_291519" aria-describedby="caption-attachment-291519" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-291519" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-1200x799.jpg" alt="" width="1200" height="799" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-1200x799.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-800x533.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-768x512.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-1536x1023.jpg 1536w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-2048x1364.jpg 2048w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-380x253.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-1160x773.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-80x53.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Howler_Group_3-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-291519" class="wp-caption-text">Höwler 2022 &#8211; (c) Gonzalo Quirós</figcaption></figure></p>
<p><strong>Von dem ausgehend, was ich bei Wikipedia gelesen habe, scheint Costa Rica ein recht guter Platz zum Leben in Mittelamerika zu sein. Ihr habt eine stabile Demokratie und deckt euren kompletten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen. Zumindest was letzteres angeht, sind wir davon in Europa noch weit entfernt. Was ist das beste daran, in Costa Rica zu leben und was ist weniger gut?</strong></p>
<p>Charlie: Das Beste ist die offensichtliche Freiheit, die wir haben. Es gibt keine bewaffneten Streitkräfte, die unsere Bewegungsfreiheit einschränken, wir können also zumindest theoretisch frei ausdrücken, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Außerdem leben wir in einem natürlichen Paradies mit wunderschönen Landschaften und Energie ist billig.</p>
<p>Die negative Seite ist Korruption – wie in den meisten lateinamerikanischen Staaten und Entwicklungsländern. Costa Rica ist ein Land mit einer der höchsten Steuerbelastungen und trotzdem kommt von diesem Geld nichts bei den Investitionen in Bildung, Gesundheit, Sozial- oder Kulturprogrammen an. Dadurch ist hier alles sehr teuer und es ist schwierig, an bestimmte Waren ranzukommen wie zum Beispiel musikalisches Equipment.</p>
<p><strong>Costa Rica spielt bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft der Herren in Katar. Schaut Ihr euch die Spiele an und was sind eure Gedanken zu diesem Turnier?</strong></p>
<p>Charlie: Generell sind wir alle nicht all zu sehr an Fußball interessiert, wir haben aber einige der Spiele gesehen. Wir hatten nicht allzu große Hoffnung für die Nationalmannschaft, da es keine adäquate Vorbereitung gab und unsere nationale Liga eher mittelmäßig ist.</p>
<p><strong>Ihr hattet vor allem in den ersten Jahren einen ganzen Haufen Line Up-Wechsel. Speziell der Drummer-Posten scheint bei euch eine eher schwierige Position zu sein, denn Leyner ist bereits euer neunter Schlagzeuger. Was waren die hauptsächlichen Gründe für all die Line Up-Wechsel?</strong></p>
<p>Charlie: Tatsächlich haben wir schon elf Schlageugerwechsel hinter uns, denn Adrián Loría war zweimal in der Band und nun ist Gonzalo der zehnte und letzte Schlagzeuger, denn wir sind uns sicher, dass er der richtige Mann ist. Gonzalo hat die Qualitäten, welche diese Band braucht, sowohl was Technik als auch Ausführung angeht, aber auch was die Bandchemie und Ideologie angeht. Er fühlt sich den Zielen verbunden, die wir uns als Band gesetzt haben und das ist genau das, womit wir in all den Jahren zu kämpfen hatten. Einige der Schlagzeuger haben diese Voraussetzungen nicht erfüllt und die Entwicklung der Band wurde dadurch ausgebremst</p>
<p>Ein Interessanter Fall ist der von Josué Pazos. Er kam in die Band, als wir uns 2013 mit INHALER zusammengeschlossen haben, hatte allerdings Herzprobleme und musste die Band verlassen, um auf ein Herz-Transplantat zu warten. Das war sehr schade, es geht ihm aber inzwischen gesundheitlich sehr gut, hat aber mit Musik nichts mehr zu tun.</p>
<p><strong>Ich vermute mal, Ihr habt neben der Band alle reguläre Jobs. Gibt es dennoch die Hoffnung, euch irgendwann mal in Europa zu sehen?</strong></p>
<p>Charlie: Wir haben alle Vollzeit-Jobs, es ist leider nicht möglich in einem Land wie Costa Rica von der Musik zu leben. Und durch diese Jobs und auch unsere Familien – drei von uns haben Kinder – sind die Möglichkeiten zu reisen natürlich limitiert. Wir sparen allerdings unentwegt und planen sehr gut für internationale Touren, das ist also kein Hindernis. Wir haben Pläne, bald nach Europa zu kommen. Wir haben einige Kontakte und werden das bald umsetzen.</p>
<p><strong>Was wäre euer Traum-Line Up für eine Tour, auf der Ihr spielt?</strong></p>
<p>Fuca: Das ist eine schwierige Frage. Mein Traum wäre es, in der Bay Area zusammen mit einigen der wichtigsten Bands der neuen Old School Thrash Metal-Welle von heute zu spielen. Außerdem wäre es großartig, wenn wir irgendwann mal als Opener für <a href="https://vampster.com/bands/metallica/">METALLICA</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/megadeth/">MEGADETH</a> spielen könnten.</p>
<p><strong>Das war es, Ihr habt es ans Ende des Interviews geschafft. Vielen Dank für eure Zeit. Die letzten Worte gehören euch!</strong></p>
<p>Charlie: Wir sind sehr dankbar für diese Gelegenheit, unser Schaffen mehr Leuten näher zu bringen. Wir hoffen, Ihr genießt unsere Musik und dass wir uns bald auf der Bühne sehen, ob wir in euren Ländern spielen oder ihr zu uns kommt. See you in the pit!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[HÖWLER]]></band>
<genres><![CDATA[thrash metal]]></genres>
<wpid>291225</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>SONJA: Hört nicht auf zu lieben!</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/sonja-hoert-nicht-auf-zu-lieben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2022 09:52:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[SONJA]]></category>
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					<description><![CDATA[Melissa Moore gründete SONJA bereits 2014, doch erst nach ihrem schäbigen Rausschmiss bei ABSU kam die Band so&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Melissa Moore gründete <a href="https://vampster.com/bands/sonja/">SONJA</a> bereits 2014, doch erst nach ihrem schäbigen Rausschmiss bei ABSU kam die Band so richtig ins Rollen. Nach dem grandiosen Demo aus 2019 ist nun endlich das Debütalbum &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sonja-loud-arriver/">Loud Arriver</a>&#8220; erschienen und der Tiel ist mehr als passend gewählt, denn das Album ist eines der stärksten dieses Jahres. Wir haben bei Melissa per Email nach dem Stand der Dinge gefragt. </strong></p>
<p><strong>Hey Melissa! Wie geht es dir und was machst du gerade? </strong></p>
<p>Hallo, mir geht es gut. Heute habe ich an unserem Tourkonzept gearbeitet und Interviews beantwortet.</p>
<p><strong>Vielen Dank für “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/sonja-loud-arriver/">Loud Arriver</a>”! Ich liebe das Album und habe in den Wochen kaum etwas anderes gehört. </strong></p>
<p>Ich bin froh, das zu hören. Wir hoffen, der Welt einzigartige Freude zu spenden.</p>
<p><strong>Ich schätze mal, du bist erleichtert, das verdammte Teil endlich draußen zu haben. Die ersten Aufnahmen starteten 2019, irgendwann vor zwei Jahren gab es sogar mal eine Ankündigung für eine Veröffentlichung Anfang 2021. Hat es wegen der Pandemie so lange gedauert oder gab es andere Gründe?  </strong></p>
<p>Der Lockdown hat natürlich alles verlangsamt. Wir hatten die Instrumente bereits aufgenommen, dann hat das Chaos zugeschlagen. Im Rückblick haben die Stille und die Ruhelosigkeit des Sommers 2020 die richtige Energie freigesetzt, um die Gesangsaufnahmen zu komplettieren. In dieser Phase des Niedergangs der Welt hat jeder Schritt länger gedauert.</p>
<p><strong>Ich meine in einem Facebook-Post zur Ankündigung des Albums durch euer Label noch ein anderes Cover-Artwork gesehen zu haben. Was ist damit passiert? </strong></p>
<p>Es ist ein exzellentes Werk von KARMAZID (Patrick Zöller), welches wir vor Jahren entworfen haben. Als die Veröffentlichung des Albums näher rückte und wir uns über das Layout Gedanken gemacht haben dachten wir, es würde dem Album eine Menge Charakter geben, wenn wir ein Foto von mir als Darstellung des Textes von &#8222;Nylon Nights&#8220; als Cover verwenden würden. Patrick hat mir mitgeteilt, dass er zustimmt.</p>
<p><strong>Das Album erscheint beim großartigen, italienischen Label Cruz Del Sur Records. Wie seid ihr mit ihnen in Kontakt gekommen? </strong></p>
<p>Sie haben uns aus heiterem Himmel angeschrieben. Wir haben mit ihnen gesprochen und alles lief sehr reibungslos. Das Timing und alles weitere hat super funktioniert. Es ist eine neue Erfahrung für mich, mit einem Label zusammenzuarbeiten, das komplett in Europa angesiedelt ist und wir können es kaum erwarten rüber zu kommen.</p>
<p><figure id="attachment_288629" aria-describedby="caption-attachment-288629" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-288629" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-1200x927.jpg" alt="" width="1200" height="927" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-1200x927.jpg 1200w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-800x618.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-768x593.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-1536x1187.jpg 1536w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-2048x1583.jpg 2048w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-380x294.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-1160x896.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-80x62.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/SONJA-Interview2022-Bandfoto2-scaled.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-288629" class="wp-caption-text">Foto (c) Don Vincent Ortega</figcaption></figure></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Seit ich vor zwei Jahren auf das “Nylon Nights / Wanting me Dead” Demo gestoßen bin, habe ich auf dieses Album gewartet. Diese Mischung aus Heavy Metal, kraftvollem Rock und GothDüsternis hat mich direkt angefixt. Welche Bands würdest du als Haupteinflüsse für <a href="https://vampster.com/bands/sonja/">SONJA</a> nennen?</strong></p>
<p>Wir vermeiden es bewusst, Haupteinflüsse zu haben. Ich denke deine Beschreibung unseres Sounds passt. Aber wenn wir jemals bemerken würden, dass wir zu sehr nach einer anderen Band klingen, würden wir davon Abstand nehmen. Natürlich ist jede Band eine Verschmelzung verschiedener Einflüsse und wir haben bestimmte Referenzen, wenn wir Songs schreiben. Aber alles wird dem Willen von SONJA untergeordnet. Kein Ton entsteht ohne vollkommene Hingabe zu ihr.</p>
<p><strong>Für mich hat &#8222;Loud Arriver&#8220; einen irgendwie urbanen Sound, wie der Soundtrack zu Nächten in der Großstadt. Wie viel von deiner Heimatstadt Philadelphia steckt im Sound von “Loud Arriver”?</strong></p>
<p>Yeah, diese Songs sind definitiv der Soundtrack zum spätesten Teil der Nacht. Die rohen musikalischen Momente pulsierten durch mich, während ich mich auf das vorbereitete, was kommen sollte. So wusste ich schon früh, dass der Sound genau der richtige war, mit inneren Schwingungen, die nachgehallt haben, auch schon in den groben Entwürfen. Wenn es nachts wirklich dunkel wurde, hat es richtig geknallt. Das ist es, wo die Musik herkam und wohin sie gehört.</p>
<p><strong>Es ist ein großartiges Album, um nachts durch die Stadt zu laufen. </strong></p>
<p>Ich höre mir nichts an, während ich nachts durch die Stadt laufe. Es ist keine gute Idee, meiner Umgebung keine Aufmerksamkeit zu schenken.</p>
<p><strong>Was kannst du uns zum Bandnamen sagen? Sonja bedeutet Weisheit. War das der Grund, den Namen für die Band zu wählen? </strong></p>
<p>Der Name ist nicht wortwörtlich oder so zu nehmen. Es ist einfach ein Gefühl, eine Aura die uns gut gefallen hat.</p>
<p><strong>Du hast Material geschrieben, welches ursprünglich für ein Album von <a href="https://vampster.com/bands/absu/">ABSU</a> vorgesehen war. Das wird offensichtlich nicht passieren. Aber gibt es eine Chance, dass diese Songs oder Ideen noch das Licht der Welt erblicken? </strong></p>
<p>Ja, du wirst korrumpierte Versionen dieser Riffs hören, wenn CROSSSPITTER ein Debütalbum veröffentlichen. Tatsächlich haben CROSSSPITTER sie dieses Jahr live gespielt. Aber ich muss betonen, dass diese Sounds erheblich entweiht wurden.</p>
<p><strong>Ist es generell möglich, dass du nochmal ein Extrem Metal-Album veröffentlichen wirst? </strong></p>
<p>Es ist absolut sicher, dass Donna Violence (Melissas Alter Ego bei CROSSSPITTER) und der Rest von CROSSSPITTER jeden Christen in Speichel ersäufen werden.</p>
<p><strong>Laut der Encyclopedia Metallum bist du aktuell bei zwei weiteren Bands aktiv &#8211; CROSSSPITTER und <a href="https://vampster.com/bands/rumpelstiltskin-grinder/">RUMPELSTILTSKIN GRINDER</a>. Letztere haben ihr letztes Album vor zehn Jahren veröffentlicht. Ist die Band noch aktiv? </strong></p>
<p>RUMPELSTILTSKIN GRINDER sind nicht mehr aktiv. Die meisten von uns haben aktuell andere Projekte und wir sind weiterhin gute Freunde.</p>
<p><strong>Und CROSSSPITTER? Ihr habt 2020 ein Demo veröffentlicht.</strong></p>
<p>Wir bauen gerade wortwörtlich die Stadt Babylon wieder auf, mit ihren sich windenden Spitzen, die sich in den Himmel bohren. Dies ist die Rückkehr der großen Flut. Unsere Spucke wird ihren Bann brechen und ihrem Griff entgleiten. Die nächste Schmähung ist nah&#8230;</p>
<p><figure id="attachment_277400" aria-describedby="caption-attachment-277400" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-277400 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Sonja-Bandfoto-2022.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-277400" class="wp-caption-text">Foto (c) Don Vincent Ortega</figcaption></figure></p>
<p><strong>Du warst und bist in Bands aus verschiedenen Sub-Genres involviert, von Hard Rock und Heavy Metal bis zu Black, Thrash und Death Metal. Wie würdest du deine Reise durch die Welt der harten Musik beschreiben? </strong></p>
<p>Ich schätze, ich werde jetzt der Komplettierung halber noch eine Doom-Band starten müssen. Das ist allerdings unwahrscheinlich, denn ich mag es nur, schnell zu spielen. Es fühlt sich einfach gut an. Ich denke, die meisten Metal-Fans beschäftigen sich mit verschiedenen Arten dieser Musik, aber du musst die richtigen Songs für die richtige Band schreiben.</p>
<p><strong>Ich nehme mal an, dass dein Fokus auf SONJA liegt. Was sind deine Pläne mit der Band, was willst du erreichen? Denkst du, dass du von der Band leben können wirst? </strong></p>
<p>Ich war so damit beschäftigt, sicherzustellen, dass dieses Album so wird wie es werden sollte, dass es meinen gesamten Fokus vereinnahmt hat. Der Heavy Metal-Instinkt setzt ein und übernimmt die Kontrolle, das ist der ideale Zustand für mich. Ich habe absolut keine Hoffnung für die Gesellschaft oder sonst was in dieser Welt. Ich denke, das hatte ich nie. Aber Musik spielen ist das, was ich tue und daher werde ich einfach endloses Feuer bringen.</p>
<p><strong>Im Promotext sagst du &#8222;Wir sind keine Eindringlinge, wir waren die ganze Zeit hier. Nun, da wir den ersten Schritt getan haben, sind wir geladen und entsichert und haben ein ganzes Königreich zu stürzen.&#8220; Es klingt danach, dass ihr mit SONJA wirklich alles geben wollt, keine Kompromisse, alles opfern für den Rock´n´Roll? </strong></p>
<p>Das ist vollkommen richtig mein Freund! Keine Kompromisse. Wozu sollten wir auch Kompromisse eingehen? Es GIBT nichts anderes als Rock´n´Roll, es geht nur um mehr und mehr für uns und alle anderen.</p>
<p><strong>Du wurdest 2017 bei ABSU rausgeschmissen, weil du dein Coming Out als Transgender hattest. Ich würde ja gerne sagen, dass mich das geschockt hat, aber eigentlich hat es das nicht. Ich weiß ja, dass queere Menschen immer noch kämpfen müssen, um einfach nur akzeptiert zu werden wie sie sind, ihr Leben zu leben und glücklich zu sein wie jeder andere auch. Wann hast du realisiert, dass du transgender bist und wie lange hast du für dein Coming Out gegenüber deinen Freunden und deiner Familie gebraucht?</strong></p>
<p>Es ist viel komplizierter, als ich es vermutlich auf einer Million Seiten ausführen könnte. Selbst viele Jahre, nachdem ich diesen Begriff das erste Mal gehört habe, hat es sich nicht passend angefühlt, um mich zu mir selbst gegenüber zu beschreiben. Es ist eher ein pauschaler Begriff, aber ich bin nicht so ordentlich und einfach zu erklären. Ich bezweifele, dass dies auf irgend jemanden zutrifft.</p>
<p><strong>Haben deine Freunde und Familie deine Transition unterstützt? Die Texte von &#8222;Pink Fog&#8220; und &#8222;Wanting Me Dead&#8220; malen da ein eher düsteres Bild. </strong></p>
<p>Paranoia spielte bei den Texten zu diesen Songs eine große Rolle. Die Angst davor, wie die Welt dich behandelt, wenn du dich nicht versteckst, ist traumatisierend.</p>
<p><strong>Den Texten auf &#8222;Loud Arriver&#8220; sowie deinen Statements würde ich entnehmen, dass du &#8211; wie die meisten transgender Personen &#8211; harte Kämpfe ausfechten musstest, aber gestärkt aus ihnen hervorgegangen bist. Welchen Rat würdest du speziell jungen transgender Personen geben?</strong></p>
<p>Von meiner Herangehensweise an Musik abgesehen ist mein Leben keines, dem man nacheifern sollte. Niemandes Leben ist es. Die Welt wird dir nichts geben und sie wird immer versuchen, dir alles zu nehmen. Sag der Welt fuck off. Stehl von den Reichen und gib den Armen. Sie werden versuchen, dich dazu zu bringen, nicht mehr zu lieben. Lass das nicht zu.</p>
<p><strong>Der Titelsong, welcher das Album auch abschließt, scheint eine Art Schlussfolgerung deines bisherigen Weges bis zu dem Punkt, an dem du jetzt mit SONJA bist zu sein. Was ist der nächste Schritt auf dem Weg zur Weltherrschaft? Ich hoffe sehr, dass ihr bald nach Europa kommt!</strong></p>
<p>Wir werden im Mai 2023 für die Warm up Show des UP THE HAMMERS FESTIVAL in Griechenland sein. Wir würden gerne endlos touren.</p>
<p><strong>Das war es, du hast es zum Ende des Interviews geschafft. Vielen Dank für deine Zeit und das großartige Album. Die letzten Worte gehören dir.</strong></p>
<p>Danke für das Interview!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<band><![CDATA[SONJA]]></band>
<genres><![CDATA[heavy metal, gothic, hard rock]]></genres>
<wpid>288206</wpid>
	</item>
		<item>
		<title>MOLTEN CHAINS: Wir passen eigentlich überhaupt nicht in die europäische Heavy Metal-Szene</title>
		<link>https://vampster.com/interviews/molten-chains-wir-passen-eigentlich-ueberhaupt-nicht-in-die-europaeische-heavy-metal-szene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[agony&#38;ecstasy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2022 05:15:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[MOLTEN CHAINS]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Wiener Metalband MOLTEN CHAINS ist mit ihrem sehr eigenwilligen Stil eine Ausnahmeerscheinung. Irgendwo zwischen klassischem und extremem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Wiener Metalband <a href="https://vampster.com/bands/molten-chains/">MOLTEN CHAINS</a> ist mit ihrem sehr eigenwilligen Stil eine Ausnahmeerscheinung. Irgendwo zwischen klassischem und extremem Metal, mit gerne mal komplexen Songstrukturen, hat die Band ihren ganz eigenen Kosmos geschaffen. Mir fällt keine Band ein, die vergleichbar klingt. Das aktuelle Album &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/molten-chains-orisons-of-vengeance/">Orisons Of Vengeance</a>&#8220; ist das bisher stärkste Werk der Band und gehört für mich zu den Highlights des bisherigen Jahres. Mastermind Brenton Weir stand uns Rede und Antwort.</strong></p>
<p><figure id="attachment_284281" aria-describedby="caption-attachment-284281" style="width: 1089px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-284281 size-large" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Titel-1089x1200.jpg" alt="" width="1089" height="1200" /><figcaption id="caption-attachment-284281" class="wp-caption-text">Molten Chains Bandfoto (c) Alone Records</figcaption></figure></p>
<p><strong>Hey Brenton, wie geht es dir und was machst du gerade so?</strong></p>
<p>Hallo, ich bin momentan ziemlich beschäftigt mit einer neuen Band namens UNSEMBLANCE. Seit fast einem Jahr spielen wir und wir sind momentan in einer tiefen Songwriting-Phase. Ansonsten arbeite ich, wie fast jeder, relativ viel.</p>
<p><strong>Vielen Dank für “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/molten-chains-orisons-of-vengeance/">Orisons Of Vengeance</a>”. Ich finde, ihr habt euch auf dem Album in jeder Hinsicht steigern können.</strong></p>
<p>Danke, es war wie jedes Album viel Arbeit. Bei diesem Album vielleicht noch mehr als bei den anderen, weil ich wirklich viel Energie und Zeit in die Texte gesteckt habe.</p>
<p><strong>Die Platte ist ja jetzt schon eine Weile draußen. Gibt es mit einigen Monaten Distanz etwas, was du vielleicht gerne anders gemacht hättest?</strong></p>
<p>Naja, es gibt immer ein paar Dinge, die man ändern will, aber im Großen und Ganzen finde ich das Album immer noch gut, vielleicht finde ich es sogar besser, als ich es vor ein paar Monaten fand. Da es ein bisschen älter ist, kann ich es jetzt mehr als Fan betrachten.</p>
<p><strong>Wie waren denn die bisherigen Reaktionen auf das Album?</strong></p>
<p>Ich glaube gut, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, manche Reaktionen verstehe ich überhaupt nicht. Aber das ist immer so, manche hören Dinge in der Musik, die ich nicht geplant habe. Ich hoffe natürlich, die Leute, die &#8222;Torment Enshrined&#8220;, beziehungsweise die anderen zwei Alben gut fanden, finden &#8222;Orisons&#8220; auch geil. Ich verstehe aber schon, warum manche Leute uns nicht verstehen oder mögen, wir passen eigentlich überhaupt nicht in die europäische Heavy Metal-Szene.</p>
<p><strong>“Black Mantle” habt ihr als ersten Song vorab veröffentlicht. Eine interessante Wahl, wie ich finde, denn meiner Meinung nach ist das so ziemlich der am schwersten zugängliche Song auf “Orisons Of Vengeance”.</strong></p>
<p>Ja, vielleicht. Ich glaube, meine Gedanken dazu waren: eine Single sollte die Leute ein bisschen schockieren. Wir haben das bei &#8222;Torment&#8220; auch mit “Revenge Unbound” gemacht. Ich finde es wirklich schlimm, wenn die erste Single von einem Album komplett fad ist. Ich wollte die Zuhörer auch mit dem Gesang ein bisschen überraschen. Da ich früher fast immer etwas höher gesungen hatte, habe ich gedacht, es wäre spannend, wenn die erste Single einen anderen Gesangsstil hat. Naja, ob es funktioniert hat, weiß ich nicht. Der andere Grund war, dass das Album nicht so viele kurze Songs hat und “Hand of God” wäre zu offensichtlich.</p>
<p><strong>Ich bin Anfang des Jahres auf <a href="https://vampster.com/bands/molten-chains/">MOLTEN CHAINS</a> gestoßen und war von eurem sehr eigenen Sound direkt sehr fasziniert. Auf der einen Seite erinnert mich die Musik an frühe <a href="https://vampster.com/bands/fates-warning/">FATES WARNING</a> oder <a href="https://vampster.com/bands/psychotic-waltz/">PSYCHOTIC WALTZ</a>, dann ist da dieser starke Extrem Metal-Einschlag und technischen Thrash scheinst du auch ganz gerne zu mögen. Welche Bands oder Kunst allgemein würdest du als größten Einfluss auf dein Schaffen mit MOLTEN CHAINS sehen?</strong></p>
<p>Ich bin natürlich Extrem Metal-Fan, wahrscheinlich mehr als Trad Metal-Fan. Wie ich Gitarre spiele und Songs schreibe, ist sehr von Extrem Metal beeinflusst. Ich glaube jeder hört die Thrash-Elemente im Songwriting, aber ich liebe auch Black, Death und Doom. Ich bin nicht der Typ oder Songwriter, der benennen kann, woher seine Riffs oder Ideen stammen, aber ich bin sicher beeinflusst von allem was ich höre beziehungsweise was mir gefällt. Als ich die Songs für das Album “In the Antechamber Below” schrieb &#8211; also die Songs auf dem Album, die nicht auf dem Demo sind &#8211; wurde mir klar, dass ich für diese Band Musik schreiben wollte, die ich nie wirklich gehört habe. Klar ist die Musik sehr beeinflusst von vielen Arten von Metal, aber ich glaube niemand könnte sagen, dass irgendwelche Riffs, Ideen oder Atmosphären von anderen Bands geklaut wurden. Beim Songwriting für “Orisons of Vengeance” habe ich aber viel Musik gehört, insbesondere &#8211; weil &#8222;Orisons&#8220; ein Konzept Album ist &#8211; viele Konzept Alben. Vielleicht bringt es etwas, wenn ich ein paar von den Alben nenne. Also hier ist eine kurze Liste:</p>
<p><a href="https://vampster.com/bands/cynic/">CYNIC</a>&#8211; <a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/cynic-focus/">Focus</a><br />
<a href="https://vampster.com/bands/morbus-chron/">MORBUS CHRON</a> &#8211; A Saunter through the Shroud<br />
<a href="https://vampster.com/bands/adramelch/">ADRAMELCH</a> &#8211; <a href="https://vampster.com/cd-reviews/adramelch-irae-melanox/">Irae Melanox</a><br />
<a href="https://vampster.com/bands/demilich/">DEMILICH</a> &#8211; Nespithe<br />
<a href="https://vampster.com/bands/magister-templi/">MAGISTER TEMPLI</a> &#8211; Into Duat<br />
NEGATIVE PLANE &#8211; Stained Glass Revalations<br />
<a href="https://vampster.com/bands/necros-christos/">NECROS CHRISTOS</a> &#8211; Domedon Doxomedon<br />
DEMON BITCH &#8211; Hellfriends<br />
<a href="https://vampster.com/bands/king-diamond/">KING DIAMOND</a> &#8211; Abigail<br />
<a href="https://vampster.com/bands/candlemass/">CANDLEMASS</a> &#8211; <a href="https://vampster.com/cd-reviews/hell-of-fame/candlemass-epicus-doomicus-metallicus/">Epicus Doomicus Metallicus</a><br />
FUNERAL PRESENCE &#8211; Achatius<br />
<a href="https://vampster.com/bands/arcturus/">ARCTURUS</a> &#8211; <a href="https://vampster.com/cd-reviews/arcturus-arcturian-2/">Arcturian</a><br />
<a href="https://vampster.com/bands/solitude-aeturnus/">SOLITUDE AETURNUS</a> &#8211; Beyond the Crimson Horizon</p>
<p><strong>Welche Bedeutung hat der Bandname MOLTEN CHAINS? Was steckt dahinter?</strong></p>
<p>Nichts wirklich. Ich habe den Namen mit dem alten Bassisten Peter erfunden. Ich glaube ursprünglich wollten wir die Band Molten Steel nennen, aber der klang zu sehr nach traditionellem Metal und war auch Liquid Steel zu ähnlich, das ist eine andere Band aus Österreich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-265920 size-full" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover.jpg" alt="" width="1200" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/ 150w, https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover-800x800.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover-768x768.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover-80x80.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover-110x110.jpg 110w, https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover-380x380.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover-1160x1160.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/MOLTEN-CHAINS-Orisons-of-Vengeance-Cover.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<p><strong>Ich lese im Zusammenhang mit euren Texten immer wieder von Shakespeare. Mein einziger Kontakt mit Shakespeare waren die jeweiligen Konzeptalben von <a href="https://vampster.com/bands/jag-panzer/">JAG PANZER</a> und <a href="https://vampster.com/bands/rebellion/">REBELLION</a>, wobei ich gerade “<a href="https://vampster.com/cd-reviews/jag-panzer-thane-to-the-throne/">Thane To The Throne</a>” von JAG PANZER sehr liebe. Inwieweit ist Shakespeare ein Einfluss und was macht für dich den Reiz an seinem Werk aus?</strong></p>
<p>Für die Texte für “Orisons” war Shakespeare absolut der größte Einfluss. Ich mag fast alles von Shakespeare, oder zumindest alles, was ich bisher gelesen habe, und finde die Dramatik und die Sprache passen einfach extrem gut zu unserer Art von Metal. Aber ich persönlich hasse es, wenn Bands einfach Werke wie die Stücke von Shakespeare lesen und dann Texte schreiben, die quasi eine Zusammenfassung vom Werk sind. Ich finde das fad und unkreativ. Ich will damit nicht sagen, dass die Texte von “Orisons” eine hoch intellektuelle Kunst sind, aber zumindest habe ich versucht, mit dem Text eine Geschichte zu erzählen, die eng mit einem Stück von Shakespeare verwoben ist anstatt einfach die Story von Shakespeare zu klauen. Vielleicht ist es für viele langweilig, aber falls es jemanden interessiert &#8211; hier ist das Konzept vom “Orisons of Vengeance” Album.</p>
<p>Das Konzept basiert auf Hamlet, und setzt ein gewisses Hintergrundwissen über das Stück voraus. Im Stück sagt Gertrude (Hamlets Mutter), dass der Geist, den Hamlet sah, der Teufel oder ein Dämon sein könnte. Eine Hintergrundfigur im Stück ist außerdem Fortinbras, ein Prinz aus Norwegen. Sein Vater wurde von Hamlets Vater ermordet, woraufhin Norwegen viel Land an Dänemark verlor. Am Ende von Hamlet marschiert Fortinbras mit seiner Armee in Dänemark ein.</p>
<p>Die Geschichte:<br />
Nach der Ermordung seines Vaters beschäftigt sich der junge Fortinbras mit schwarzer Magie. Er ruft einen Dämonen hervor, der meint, dass Fortinbras mit seiner Hilfe sowohl Norwegen als auch Dänemark beherrschen könnte. Sie gehen eine Abmachung ein: Hamlet soll vom Dämon besessen werden, der ihn dazu bringt seinen Onkel, den König, zu töten und letzten Endes auch sich selbst. Im Gegenzug bekommt der Dämon einen Teil des Königreichs.</p>
<p>“Hand of God” (Erzählt von Fortinbras): Fortinbras ruft den Dämonen hervor.</p>
<p>“Bedevilled by Sorrow” (Erzählt von dem Dämonen): Der Dämon besucht Hamlet getarnt als der Geist seines verstorbenen Vaters, alles passiert genauso wie im Stück. Der Dämon erklärt Fortinbras was er getan hat und beginnt zu vermuten, dass Fortinbras weder stark noch intelligent ist und er sich das gesamte Königreich selber aneignen könnte.</p>
<p>“Black Mantle” (Erzählt von Fortinbras): Wie im Stück geht Fortinbras nach Dänemark und besucht Hamlet. Er zweifelt daran, dass Hamlet kurz davor ist, den König zu töten. Er beklagt sich beim Dämon und wirft ihm vor, dass die Heimsuchung nicht funktioniert. Der Dämon ist erzürnt und meint, es wird noch etwas Zeit brauchen, bevor Hamlet in der Lage ist, seinen Onkel zu töten.</p>
<p>“Communion” (Erzählt von Gott): Gott sieht den Dämonen auf der Erde und bemerkt seine Macht, manche Engel bewundern die Macht des Dämonen. Gott wird zornig.</p>
<p>“Crimson Equinox” ( Erzählt von einem Erzähler also von einer dritten Person): Alles passiert wie am Ende des Theaterstückes, Hamlet tötet seinen Onkel, alle sterben und Fortinbras und der Dämon ziehen in die Schlacht und übernehmen Dänemark, der Dämon hat aber die Seele vom Fortinbras komplett eingenommen.</p>
<p>“Martyrdom” (Erzählt von allen Charakteren): Fortinbras stirbt und der Dämon herrscht über ganz Norwegen und Dänemark, er tötet oder sperrt alle ein, die sich ihm nicht beugen. Fortinbras geht durch das Fegefeuer, bevor er mit seinem Vater, dem alten König von Dänemark und Hamlet in der Hölle endet. Die letzten Worte sind von Gott.</p>
<p>Das wars, lang aber vielleicht interessant.</p>
<p><strong>PSYCHOTIC WALTZ-Sänger Devon Graves hat ja euer zweites Album “Torment Enshrined” produziert. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?</strong></p>
<p>Die Zusammenarbeit war gut, am meisten hat er mir mit dem Gesang geholfen. Wie für jedes Album habe ich Demos für die Songs gemacht, aber für fast jedes Lied haben wir die Gesangsmelodien im Studio umgeschrieben. Vor ein paar Tagen habe ich die alten Demos noch mal angehört und es stimmt, dass Devon oft recht damit hatte, dass manche Gesangsmelodien zu der Musik nicht gepasst haben, aber bei manchen Stellen finde ich meine ursprünglichen Ideen besser, ich habe Devon ein bisschen zu blind vertraut, ist mein Gefühl jetzt. Als Menschen haben wir uns aber persönlich überhaupt nicht gut verstanden, wir (MOLTEN CHAINS) ticken komplett anders.</p>
<p><strong>Dieses Mal habt ihr das Album in Deutschland produziert. Wie seid ihr auf das Five Lakes Studio gekommen und wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?</strong></p>
<p>Ich fand die letzte <a href="https://vampster.com/bands/boelzer/">BÖLZER</a>-EP &#8222;<a href="https://vampster.com/cd-reviews/boelzer-lese-majesty-ep/">Lese Majesty</a>&#8220; echt geil und ich war neugierig, wer sie aufgenommen hat. So bin ich auf das Five Lakes Studio gekommen. Es war ein super Erlebnis. Thomas, der das Studio betreibt, ist ein wirklich professioneller und sympathischer Typ. Oft saßen wir nach einem Tag im Studio zusammen, haben Bier getrunken und uns einfach über Metal und das Leben unterhalten. Absolut empfehlenswert, ich liebe den Thomas. Ich bin schon zufrieden mit dem Ergebnis, aber ich finde den Bass-Sound ein bisschen zu metallisch, das war aber meine Schuld. Nächstes Mal will ich einen ganz warmen Bass Sound haben.</p>
<p><strong>Ich finde die Produktion sehr gut, sie klingt deutlich professioneller als die der ersten beiden Alben, ohne dabei zu poliert oder klinisch zu klingen. Allerdings hatte der etwas rumpeligere Sound speziell des Debüts auch seinen Charme, der irgendwie zur Atmosphäre des Albums beigetragen hat.</strong></p>
<p>Ja, finde ich auch, es ist eigentlich ein Extrem Metal-Album, aber mit cleanem Gesang und ich finde die Produktion bringt das gut ans Licht.</p>
<p><strong>Ihr habt die CD-Version von “Orisons Of Vengeance” über das griechische Label Alone Records veröffentlicht, die auch schon die beiden Vorgänger auf CD veröffentlicht haben. Das Vinyl wiederum erschien über Night Rhythms Records aus Texas. Wieso die Aufteilung und wie kam der jeweilige Kontakt zustande?</strong></p>
<p>Nachdem wir “In the Antechamber Below” einfach auf <a href="https://moltenchains.bandcamp.com/">Bandcamp</a> veröffentlichten, haben Alone Records uns geschrieben, weil sie das Album auf CD rausbringen wollten. Wir haben dann einen Deal mit ihnen gemacht und seitdem haben sie alle unsere Alben auf CD veröffentlicht. Night Rhythms und Post Mortem Apocalypse haben die Platte vom Album rausgebracht. Phil von PMA hat mir vor ein paar Jahren geschrieben, weil die beiden Labels “In the Antechamber Below” auf Kassette rausbringen wollten, das haben sie getan. Nachdem wir die Master für “Orisons” bekamen, schrieb ich Phil und fragte ihn, ob sie sich um die Platte kümmern wollen. Sowohl Phil als auch Greg von Night Rhythms waren sehr von dem Album begeistert und wollten das machen. Ich bin froh, dass es mit den beiden Labels für die Vinyl-Veröffentlichung geklappt hat, das sind ganz coole Typen mit großen Herzen für Metal.</p>
<p><figure id="attachment_284287" aria-describedby="caption-attachment-284287" style="width: 954px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-284287 size-large" src="https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-954x1200.jpg" alt="" width="954" height="1200" srcset="https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-954x1200.jpg 954w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-636x800.jpg 636w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-768x966.jpg 768w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-1221x1536.jpg 1221w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-380x478.jpg 380w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-800x1007.jpg 800w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-1160x1460.jpg 1160w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-80x101.jpg 80w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto-64x80.jpg 64w, https://vampster.com/wp-content/uploads/Molten-Chains-Interview-Bandfoto.jpg 1272w" sizes="auto, (max-width: 954px) 100vw, 954px" /><figcaption id="caption-attachment-284287" class="wp-caption-text">Molten Chains Bandfoto (c) Alone Records</figcaption></figure></p>
<p><strong>Ich bin gelinde gesagt überrascht, dass es keine Tape-Version des Albums zu geben scheint. Ich dachte, alle coolen Kids machen das jetzt so. Was ist da los?</strong></p>
<p>Phil von Post Morten hat mir vor kurzem geschrieben, dass er die “Orisons Of Vengeance” Kassetten-Version rausbringen will, mal schauen, wann das kommt. Ich glaube, es wäre vielleicht besser, zuerst eine Kassette von “Torment Enshrined&#8220; rauszubringen, aber keine Ahnung.</p>
<p><strong>In der jetzigen Besetzung seit ihr noch nicht so lange zusammen. Wie hat sich das Line-Up der Band denn so über die Jahre entwickelt?</strong></p>
<p>Michi und ich spielen schon ziemlich lange zusammen, Gyula ist der neue Gitarrist. Ich finde es funktioniert ziemlich gut, der Gyula ist wirklich ein Leadgitarren-Freak, er ist unglaublich gut, viel besser als ich.</p>
<p><strong>Habt ihr in dieser Besetzung schon live gespielt und habt ihr vor, zukünftig regelmäßig Konzerte zu spielen?</strong></p>
<p>Ja, wir haben ein paar Shows in Wien gespielt. Ich würde gerne eine kleine Tour für “Orisons Of Vengeance” spielen. Vielleicht sollte ich irgendwas für nächstes Jahr organisieren, ich habe aber derzeit leider fast keine Freizeit. Ich will aber in Deutschland spielen, vielleicht einfach einzelne Shows.</p>
<p><strong>Mit welchen Bands würdest du denn gerne mal auf Tour gehen?</strong></p>
<p>Ich würde so gern mit DEMON BITCH auf Tour gehen. Sonst mit <a href="https://vampster.com/bands/arcturus/">ARCTURUS</a> oder, was realistischer wäre, mit <a href="https://vampster.com/bands/ezra-brooks/">EZRA BROOKS</a>, das wäre geil.</p>
<p><strong>Du stammst, wenn ich richtig informiert bin, ursprünglich aus Australien und bist nach einer Zwischenstation in England dann in Wien gelandet. Was hat dich denn einmal um die halbe Welt gebracht?</strong></p>
<p>Ist eine lange und nicht wahnsinnig interessante Geschichte. Kurz gesagt: ich bin nach Europa gereist und geblieben, jetzt kenne ich fast niemanden mehr in Australien, nur meine Familie und ein paar alte Schulfreunde.</p>
<p><strong>Was macht Wien besonders lebenswert?</strong></p>
<p>Naja, die Mietpreise sind nicht wahnsinnig teuer, die Öffis sind echt gut und es ist auch ziemlich ruhig und nicht so brutal kapitalistisch wie die meistern Hauptstädte in Europa. Die Musikszene finde ich auch ziemlich cool, es gibt eine großartige Punk, Metal und DIY Szene.</p>
<p><strong>Eure Kernbesetzung ist ja aktuell ein Trio. Wie sind denn die Pläne für Konzerte? Wollt ihr generell viel live spielen und holt euch dann gegebenenfalls noch Session-Musiker dazu?</strong></p>
<p>Ja, wenn wir mehr “wichtige” Shows spielen, werden wir zu viert live spielen.</p>
<p><strong>Sind die anderen beiden Bandmitglieder auch Teil des Songwriting-Prozess oder machst du das ganz alleine?</strong></p>
<p>Ich habe fast alle Songs für dieses Album geschrieben, aber im Studio haben wir vieles umgeschrieben. Michi hat auch fast alle Musik für ein ganzes Lied geschrieben. Die ersten vier Minuten oder so von “Martyrdom” sind alles Ideen von Michi. Michi hat auch ein paar Lead-Gitarrenteile geschrieben, er kennt sich mit Musiktheorie besser aus als ich. Gyula hat zwei Soli geschrieben, er hat seine Soli zuhause in seinem Homestudio aufgenommen.</p>
<p><strong>Wie schwer ist es, in einer Stadt wie Wien passende Musiker zu finden? Ich könnte mir vorstellen, dass die Szene dort doch sicher nicht so klein ist, oder?</strong></p>
<p>Naja, die Szene ist groß, aber ziemlich getrennt. Es gibt viele “moderne” Metal Bands, mit denen habe ich nichts zu tun. Es gibt auch viele Old School Death Metal Fans, ich veranstalte momentan ein paar Death Metal Shows, ich will eine Death Metal Szene hier aufbauen wie in Kopenhagen.</p>
<p><strong>Das war es auch schon, ich bin mit meinen Fragen durch. Vielen Dank für deine Zeit, Brenton! Die letzten Worte gehören dir.</strong></p>
<p>Danke für dein Interesse und danke an alle, die uns bisher unterstützt haben. Hail Metal.</p>
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		<band><![CDATA[MOLTEN CHAINS]]></band>
<genres><![CDATA[heavy metal, death metal, doom metal, black metal, thrash metal]]></genres>
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