SACRED OUTCRY: Damned For All Time

SACRED OUTCRY: Damned For All Time

SACRED OUTCRY, ein Bandname, den man zumindest in unseren südlicheren Gefilden wohl grob mit “Himmel, Herrgott, Sakra” übersetzen würde, wurden 1998 in Griechenland gegründet und nahmen 1999 ein erstes Demo auf. Danach folgten 2001 die ersten Aufnahmen zum Debütalbum “Damned For All Time”. Ja, ihr habt richtig gelesen, zu dem Album, welches nun endlich über No Remorse Records erschienen ist. Was genau da schief gegangen ist, darüber erfährt man im Bandinfo wenig. Die Band arbeitete zwei Jahre an den Aufnahmen bevor man die Brocken hinschmiss. Aber immerhin existiert eine Demo-Version des Albums aus dem Jahr 2003, welche man wohl über die Band beziehen konnte.

Siebzehn Jahre vom Demo zum vollwertigen Album – SCARED OUTCRY sind nicht die schnellsten

Über zehn Jahre später konnten SACRED OUTCRY sich dann nochmal aufraffen und machten sich daran, das Album in einer vollwertigen Version aufzunehmen. Und siehe da, das Ganze dauerte nur noch von 2015 bis 2019. So etwas nennt man wohl schwere Geburt. Ich kann mir vorstellen, dass die Band echt erleichtert sein muss, dieses Kapitel endlich abgeschlossen zu haben. Aber was ist denn nun dabei herausgekommen? Hat sich die ganze Arbeit am Ende gelohnt? Von mir aus ein klares Ja! SACRED OUTCRY geben als Einflüsse selbst WARLORD, MANOWAR, DOMINE sowie BASIL POLEDOURIS (Conan der Barbar-Soundtrack) an, was den musikalischen Rahmen der Band ganz gut absteckt.

Bombast trifft auf melodischen Heavy und Speed Metal – mit Betonung auf  M wie Metal!

Die Band zelebriert epischen, leicht mystischen Heavy Metal, der auch mal Ausflüge in Richtung melodischer Speed Metal macht und durch viele symphonische Elemente angereichert wird. Dabei fährt man allerdings noch lange keinen so massiven Bombast-Overkill auf wie die Italiener RHAPSODY (OF FIRE oder auch nicht). Hier stehen ganz klar die Gitarren im Vordergrund. Bei diesen zeigt sich der klassische, europäische Speed Metal melodischer Prägung als Haupteinfluss. Sänger Yannis Papadopoulos, den man wohl am ehesten von BEAST IN BLACK kennen dürfte. Sein hoher Gesang ist kraftvoll und hat gerade das nötige Quentchen Rauheit, das vielen anderen Sängern in diesem Genre sonst abgeht. Schade, dass er hier nur als Special Guest geführt wird, also vermutlich zukünftig nicht mehr zur Band gehören wird.

“Damned for All Time” hat alles, was man sich von einem bombastischen Epic Metal-Album wünschen kann

Gleich mit dem Opener “Legion Of The Fallen” setzt es eine Up Tempo-Hymne vom allerfeinsten. Starke Gitarrenharmonien und ein mitreißender, epischer Refrain. Das folgende „Sacred Outcry“ ist ein rasanter Melodic Speed Kracher mit symphonischen Einschüben. Allerdings sorgen sowohl Yannis‘ aggressiver Gesang als auch die krachenden Riffs dafür, dass der Metal hier die Oberhand behält und der Song das Zeug zum Headbanger hat. Danach verströmt “Where Ancient Gods Are Still Hailed” ein wenig Melancholie und mit der schönen Ballade “Scared To Cry” schieben SACRED OUTCRY gleich nochmal große Emotionen hinterher. Wie man das von einer Platte dieses Genres erwartet, gibt es natürlich auch einen epischen Longtrack, namentlich den Titelsong “Damned For All Time”, welcher uns auf eine fast viertelstündige Reise mit Michael Moorcocks Elric von Melnibone nimmt, bei der SACRED OUTCRY noch mal so ziemlich alles rein packen von epischen Passagen, Bombast bis zu Speed-Abfahrten.

Hoffen wir mal, dass SACRED OUTCRY mit dem Nachfolger zu “Damned For All Time” schneller aus den Hufen kommen

Man merkt, dass die Band lange an diesem Album gearbeitet hat. Jeder Song wirkt durchdacht, das ganze Songwriting ist erstklassig, die Songs gehen gut ins Ohr, sind dabei aber nie zu platt. Keine Schunkelriffs, keine Bierzelt-Refrains. Bassist George Apalodimas hat das Album produziert und außerdem Cover und Layout übernommen. Beide Aufgaben hat er hervorragend gemeistert und damit die Kirsche auf diesen schmackhaften Epic Metal-Kuchen gesetzt. “Damned For All Time” soll nur das erste Kapitel der “Sacred Chronicles” sein, wir können uns also auf weitere Alben freuen. Wenn die Band im bisherigen Tempo weiter macht, kann ich Teil zwei auf jeden Fall noch vor meiner Rente hören und besprechen. Aber vielleicht geben die Griechen ja jetzt etwas mehr Gas. Zu wünschen wäre es, denn “Damned For All Time” ist eine wirklich rundum gelungene Platte, die jedem Epic Metal-Fan, der keine Angst vor Orchester-Bombast hat, sehr gut reinlaufen sollte.

Veröffentlichungsdatum: 25.09.2020

Spielzeit: 55:05

Line Up:
Yannis Papadopoulos – vocals (special guest)
Dimitris Perros – lead & rhythm guitars
George Apalodimas – bass
Stelios Darakis – drums & percussion
John Skalkotos – keyboards
Vagelis Spanakis – acoustic guitars

Produziert von: George Apalodimas

Label: No Remorse Records

Facebook: https://www.facebook.com/SacredOutcry
Bandcamp: https://sacredoutcry.bandcamp.com/

SACRED OUTCRY „Damned For All Time“ Tracklist

01. Timeless (1:29)
02. Legion Of The Fallen (5:39) (Lyric-Video bei YouTube)
03. Sacred Outcry (4:16)
04. Where Ancient Gods Are Still Hailed (5:52)
05. Scared To Cry (3:25)
06. Lonely Man (5:55)
07. Crystal Tears (6:26)
08. Damned For All Time (14:30)
09. Farewell (7:33)

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.