GLUECIFER: Soaring with Eagles at Night to rise with Pigs in the Morning

GLUECIFER: Soaring with Eagles at Night to rise with Pigs in the Morning

Yeah, hier kommt genau das Richtige für alle, die unter Herbstdepressionen leiden! Wer morgens wegen Nieselregens oder Kälte nicht aufstehen mag, sollte sich die neue GLUECIFER einlegen… mit dieser CD scheint auch morgens um halb acht die Sonne!

Zwar blieben die Norweger hinter meinen Erwartungen zurück, aber damit war eigentlich zu rechnen, denn ein Album wie der Vorgänger „Ridin‘ the Tiger‘ ist nicht so ohne weiteres zu übertreffen. Trotzdem bietet „Soaring…“  genau das, was man von der Band erwartet: dreckige Rockmusik mit Ohrwurm-Melodien, deren Rhythmus sofort zum Mitwippen animiert.

Die Poserkönige werden zwar nie einen Originalitätspreis gewinnen, doch die Tatsache, dass sie die Ideen zu ihren Stücken von überall her ‚ausleihen‘ macht die Songs wunderbar eingängig, man kann praktisch beim ersten Durchlauf schon mitgröhlen. Und grade diese Selbstverständlichkeit, mit der sie zu Werke gehen, macht das Feeling dieser Platte aus. Obwohl das Gitarrenriff zu ‚Decadent beat‘ sehr nach ‚Don’t fear the reaper‘ klingt, hat der song eine eigene, typische GLUECIFER-Note: Da wird einfach rotzfrech ein Teil geklaut mit anderen 08/15-Riffs verwurschtelt und als Ergebnis hört man einen Song, der alles andere als langweilig klingt, da er einfach das gewisse Etwas besitzt. Was dieses gewisse Etwas nun letztendlich ist, ist gar nicht so einfach auszudrücken: Auf der einen seite werden alle Rock n‘ Roll-Klischees voll bedient (ein Blick auf die posigen Livephotos im Booklet beweist das), auf der anderen Seite klingt das alles so frisch und unverbraucht, dass man sofort von der Ehrlichkeit dieser Band überzeugt ist.

Faszinierend ist auch, dass obwohl die Musik von Biff Malibu und seinen Mannen eher für Liveshows gemacht zu sein scheint, die Songs auch von CD eine  Live-Partyatmosphäre verbreiten. Nebenbei bemerkt, GLUECIFER sind live ein ziemlicher hammer, wie ich im februar auf der ‚Respect the rock -tour‘ erleben durfte, als sie den headliner HELLACOPTERS  an die Wand spielten.

Vielleicht liegt das Besondere an dieser Band auch darin, dass sie gute, handgemachte Musik ohne übertriebenen Anspruch machen, die aus dem Bauch kommt. Dazu kommt eine ordentlich Portion Humor, wie sich an dem Text zu ‚lord of the dusk‘ erkennen lässt, der sich wohl auf jene Musik wie man sie von norwegischen Metalbands gewohnt ist, bezieht: Posin‘ at the snow won’t let you hear the demons call. 🙂

Anspieltips sind auf jeden fall ‚The year of manly living‘ – dieser Song ist  repräsentaiv für GLUECIFER, eine tolle Melodie, die man so schnell nicht wieder vergisst und eine dreckige Gitarre – und ‚gimme solid gold.‘

Obwohl mir  ‚ridin‘ the tiger‘ besser gefällt, da es noch rotziger klingt, ist ‚Soaring…‘ auf alle fälle eine Empfehlung wert. In diesem Sinne: Respect the rock!

Line-up:
danny young
raldo useless
captain poon
jon average
biff malibu

Tracklist:
bosshead
go away man
the year of manly living
get the horn
critical mitute
silver wings
lord of the dusk
decadent beat
clean gone mean
heart of a bad machine
gimme solid gold

Label: white jazz

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...