Nie war ein Titel relevanter als jetzt: Mit der Welt am Abgrund möchte man eigentlich den Reset-Knopf drücken. Tabula rasa. Einen Neuanfang starten. Und so scheint „Burn This World“ wie geschaffen für ein zweites Leben. Der Zusatz „EVOLVED“ greift derweil bereits vorweg, dass sich THE BROWNING für das 15-jährige Jubiläum ihres Debüts nicht mit einem bloßen Remaster zufriedengeben wollten. Neu eingespielt und mit zahlreichen Optimierungen hievt die Electronic Deathcore-Band ihr Frühwerk zeitgleich in die Gegenwart.
Überstanden haben das nicht alle Tracks: „Forgotten“ macht seinem Namen alle Ehre, indem es durch Abwesenheit glänzt. Dafür bekommen wir zum Ausgleich den brandneuen Song „EVOLVE“, der am Ende der Scheibe mit markigen Breakdowns sowie futuristischen Synthesizern auf sich aufmerksam macht und dabei wie eine Art Bindeglied wirkt: eine Überleitung zu dem, was künftig kommen mag.
Für „Burn This World [EVOLVED]“ haben THE BROWNING auch die Arrangements überarbeitet
Herzstück von „Burn This World“ sind jedoch die althergebrachten Kompositionen, die in ihrem neuen Gewand tatsächlich an Durchschlagskraft hinzugewonnen haben: Die Produktion ist massiver, die Synthesizer klingen qualitativ hochwertiger und die tief gestimmten Gitarren sorgen für die so typisch gewordene Brachialgewalt des Trios.
Das Zusammenspiel von Deathcore-Urgewalt und Club-Atmosphäre funktioniert allein aus diesem Grund hervorragend, was nicht zuletzt die pumpenden Bässe in „Bloodlust“ unterstreichen. Doch auch den Opener „No Escape“ haben THE BROWNING mit einem ausgedehnten Intro angereichert, während das anschließende „Not Alone“ dank des treibenden Drummings inklusive neu gesetzter Blastbeats und Doublebass-Einlagen zusätzlichen Schwung erhält.
THE BROWNING lassen zu keinem Zeitpunkt locker
Gleichzeitig vermittelt „Burn This World [EVOLVED]“ einen homogenen Eindruck, indem Stücke ineinanderfließen, ähnliche Tonfolgen aufgegriffen werden oder in ihrer Variation als natürlich fortschreitende Entwicklung präsentiert werden. Locker lassen THE BROWNING dabei zu keinem Zeitpunkt, weshalb die Band ihr eingangs zur Schau gestellte Intensität von A wie „Ahamed“ bis „T wie „Tragedy Of Perfection“ lückenlos aufrechterhält. Variation im Tempo findet dennoch statt, wie in „Living Dead“ der Wechsel von sakral-unheilschwangerer Atmosphäre hin zu verbissenen Blasts zeigt. Nur eines darf man vorab nicht vergessen: Ob nun Trance, Hardstyle oder andere EDM die harten Eruptionen wahlweise durchbrechen oder anreichern, für eine gänzlich neue Hörerschicht ist „Burn This World [EVOLVED]“ eher nicht gedacht.
Das ist nicht schlimm, sondern eher als Hinweis für das eigene Erwartungsmanagement zu sehen. Ohne die Bereitschaft, sich dem eigenwilligen, doch überaus eingängigen Stil der Band zu öffnen, dürfte der Besuch der zum Pit gewordenen Tanzfläche nur kurz andauern. Denn so viel Liebe THE BROWNING der Reinkarnation ihres Erstlingswerks geschenkt haben, ist „Burn This World [EVOLVED]“ eben doch ein Album für die etablierte Fangemeinde, die nun einen aufgemotzten und an den richtigen Stellen polierten Soundtrack für eine Welt am Abgrund ihr eigen nennen darf.
Veröffentlichungstermin: 11.02.2026
Spielzeit: 45:07
Line-Up
Jonny McBee – Vocals, Programming
Akeem Bivens – Gitarre
Brandon FUnera – Drums
Produziert von Jonny McBee
Label: FiXT Music
Homepage: https://www.thebrowning.net/
Facebook: https://www.facebook.com/TheBrowningOfficial/
Instagram: https://www.instagram.com/thebrowningofficial/
Bandcamp: https://thebrowningofficial.bandcamp.com/
THE BROWNING “Burn This World [EVOLVED]” Tracklist
- No Escape [EVOLVED] 02:12
- Not Alone [EVOLVED] 04:15 (Lyric-Video bei YouTube)
- Bloodlust [EVOLVED] 04:20 (Video bei YouTube)
- Standing On The Edge [EVOLVED] 02:51
- Burn This World [EVOLVED] 03:01
- Ashamed [EVOLVED] 03:23
- Living Dead [EVOLVED] 03:44
- Time Will Tell [EVOLVED] 03:10
- Tragedy Of Perfection [EVOLVED] 03:13
- Dominator [EVOLVED] 03:52 (Visualizer bei YouTube)
- I Choose You [EVOLVED] 03:05 (Lyric-Video bei YouTube)
- The Sadist [EVOLVED] 04:50
- EVOLVE 03:01(Lyric-Video bei YouTube)