„Show me your Goblin!“, heißt es im gleichnamigen Auftakt, der uns zunächst thematisch aufzeigt, wo die Reise hingehen soll und gleichzeitig als Befreiungsschlag funktionieren soll. NEKROGOBLIKON haben nach einschneidendem Besetzungswechsel schließlich einiges zu beweisen: Mit dem langjährigen Sänger und Songwriter Nicky Calonne verließ 2023 nicht irgendein Frontmann die Band, sondern auch eine überaus markante Stimme. Ersetzen soll diese nun ein Doppelgespann an der Spitze. Dickie Allen (INFANT ANNIHILATOR) schultert die Screams, während Bandmaskottchen John Goblikon für den Klargesang nun höchstselbst das Mikro in die Hand nimmt.
Es ist eine Lösung, die einerseits zweckmäßig klingt – gutes Marketingpotenzial inklusive – und in der Praxis zumindest ein ordentliches Resultat liefert, obschon die Beiden die unverkennbare Klangfarbe ihres Vorgängers kaum erreichen. Im Gegenzug bleiben NEKROGOBLIKON stilistisch den Eskapaden der jüngeren Vergangenheit treu, indem Melodeath-Riffing mit folkigen Rhythmen und Synthesizern vermengt werden.
„The Boiling Sea“ ist kauzig, kurzweilig, doch auch berechenbar
Dementsprechend einfach lässt sich zum losgelösten „Show Me Your Goblin“ das Tanzbein schwingen, auch weil der Refrain so unverschämt catchy aus den Lautsprechern schallt. Dieses Rezept ist zugleich das Fundament der kompletten EP: „The Boiling Sea“ ist kauzig, kurzweilig, doch auch berechenbarer, als wir es von NEKROGOBLIKON gewöhnt sind. Gerade ein bissigeres Stück mit Tempo und Elan hätte der Platte daher gutgetan. Originell wird es immerhin mit der REEL BIG FISH-Kollaboration „Secret Elephant“, wo die beschwingten Blechbläser spritzig und damit absolut ansteckend wirken.
Ansonsten lässt das Songwriting ohne den langjährigen Bandkopf jedoch die ausgefallenen Momente vermissen, welche das unverwechselbare Profil der Gruppe schärften. Einzig der Titeltrack definiert sich durch erratische Stimmungsschwankungen und freche Einschübe; nur im Ohr bleibt letzten Endes wenig davon.
NEKROGOBLIKON entzaubern sich ein wenig
Komplettiert wird das Paket durch fünf Live-Mitschnitte solcher Klassiker wie „No One Survives“, „Powercore“ oder „Prince Of The Land Of Stench“, deren Qualität eigentlich in Ordnung wäre, doch die aufgrund des kaum hörbaren Publikums und besonders der mäßigen Screams ohne saubere Diktion dem runderneuerten Line-up keinen Gefallen tun. Ein wenig entzaubern sich NEKROGOBLIKON mit „The Boiling Sea“ also, obwohl die grüne Fratze letztlich auch mit neuer Stimme noch ein paar launige Minuten verspricht.
Veröffentlichungstermin: 17.04.2026
Spielzeit: 42:32
Line-Up
Grady James Welch (John Goblikon) – Vocals
Dickie Allen – Vocals
Joe “Diamond“ Nelson – Gitarre
Alex “Goldberg” Alereza – Gitarre
Aaron “Raptor” Minich – Keyboards
Eric William Brown – Drums
Produziert von Jason Suecof
Label: Eigenproduktion
Homepage: https://www.nekrogoblikonofficial.com/
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Instagram: https://www.instagram.com/nekrogoblikonofficial
Bandcamp: https://nekrogoblikon.bandcamp.com
NEKROGOBLIKON “The Boiling Sea” Tracklist
1. Show Me Your Goblin (Video bei YouTube)
2. Fiend (Video bei YouTube)
3. Closer to the Sun
4. Secret Elephant feat. REEL BIG FISH (Video bei YouTube)
5. Dead-ish
6. The Boiling Sea
7. Prince of the Land of Stench (Live)
8. No One Survives (Live)
9. Powercore (Live)
10. The Magic Spider (Live)
11. This Is It (Live)