MAYHEM: Daemonic Rites [Live-Album]

MAYHEM punkten mit Transparenz und schnörkellosen Black Metal.

MAYHEM und Live-Alben – es ist keine ungewöhnliche Kombination für die Norweger. Anders als ihre legendären Kollegen von DARKTHRONE haben MAYHEM ein überaus aktives Live-Dasein und verewigen dies in schönes Regelmäßigkeit auf Live-Alben. Diese reichen von “Kult weil Cover legendär und provokant” (“The Dawn of the Black Hearts” aus 1995), zu “legendär weil trve” (“Live in Leipzig”, 1993) zu “Hilfe, wir brauchen Kohle und machen mit Bootlegs Geld” (die dubiose Phase lässt sich 2017 verorten). Wie interpretieren MAYHEM das Konstrukt “Live-Album” also 2023? 

“Daemonic Rites” ist transparent und zurückhaltend

So opulent gewisse Shows MAYHEMs auch sein mögen (man erinnere sich an ihren Auftritt am INFERNO FESTIVAL anno 2010), so zurückhaltend präsentiert sich “Daemonic Rites”. MAYHEM setzen 2023 auf Präzision und Transparenz bezüglich Sound: Nichts ist zu viel, nichts ist zu wenig. Diese Balance bedeutet im Falle MAYHEMs auf keinen Fall Langweiligkeit. Vielmehr erfährt man ihren legendären, norwegischen Black Metal auf ungestörte und klare Weise. Nichts lenkt ab, nichts irritiert. Das trifft auch auf das Publikum zu. Hier sind nicht die wilden südamerikanischen Verhältnisse, die DARK FUNERAL auf “De Profundis Clamavi Ad Te Domine” verewigt hatten, zu Gast. Nein, hier spielen MAYHEM die Hauptrolle und das Publikum gesellt sich nur dezent in den Zwischenräumen lautlich dazu. 

Ein Live-Album ohne Macken

“Daemonic Rites” wird so zu einem Live-Album ohne Macken. Die Songauswahl ist großartig und zehrt von MAYHEMs Legendenstatus, die Tonqualität ist brillant und niemals künstlich. MAYHEM spielen sauber, aber nicht zu sauber und die vereinzelten Publikumsschreie reichen für die Live-Atmosphäre völlig aus. Als Black Metal-Seele heißt man natürlich auch willkommen, dass keine zwangsnotpeinlichen “Are you there?” / “I can`t fucking hear you” / “Put your hands in the air and hail Satan”-Aufforderungen enthalten sind. Da weiß man eben, was man an Attila Csihar und MAYHEM hat. True Norwegian Black Metal FTW. Live. Läuft.

Veröffentlichungstermin: 15.09.2023
Spieldauer: 79:00
Label: Century Media Records
Website: http://www.mayhem.no

Line Up
Necrobutcher – Bass
Attila Csihar – Vocals
Hellhammer (ARCTURUS) – Drums
Teloch (NIDINGR)- Gitarre
Ghul (SHINING) – Gitarre

MAYHEM “Daemonic Rites” Tracklist

  1. Intro
  2. Falsified and Hated
  3. To Daimonion
  4. Malum (Video bei YouTube)
  5. Bad Blood
  6. My Death
  7. Symbols of Bloodswords
  8. Voces Ab Alta
  9. Freezing Moon
  10. Pagan Fears
  11. Life Eternal
  12. Buried by Time and Dust
  13. Silvester Anfang
  14. Deathcrush
  15. Chainsaw Gutsfuck (Visualizer bei YouTube)
  16. Carnage
  17. Pure Fucking Armageddon
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