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ALCEST: Les Chants De l’Aurore

Ein Stückchen heile Welt: ALCEST laden mit dem charmanten “Les Chants De l’Aurore” zum Tagträumen ein.

Seien wir ehrlich, ein bisschen heile Welt können wir alle gebrauchen. Dass uns also Multiinstrumentalist Neige an einem Stück seiner eigenen teilhaben lässt, ist ein seltener Lichtblick in schwierigen Zeiten. Jene sind es auch, die den Ausschlag für „Les Chants de l’Aurore“ gaben: unter anderem die Pandemie, die Verluste, die wir in den vergangenen Jahren hinnehmen mussten, verleiteten ALCEST zu einer Rückbesinnung auf die Anfangstage.

Jene Atmosphäre soll das siebte Studioalbum einfangen und geht dabei doch einen Schritt weiter. Denn dank der sanften und anschmiegsamen Produktion versprühen die sieben Stücke der Platte eine so nicht gekannte Wärme. Neiges helle Singstimme umschmeichelt die Ohren, während sich filigrane und nicht selten zerbrechliche Arrangements vor uns ausbreiten. Tatsächlich würden wir am liebsten schützend die Hände um die unschuldig-naiv anmutenden „Komorebi“ und „L’Envol“ legen, als würden wir eine flackernde Kerzenflamme vor den gnadenlosen Windböen bewahren.

ALCEST schenken uns mit “Les Chants De l’Aurore” ein Stückchen heile Welt

Sicher ist somit, dass „Les Chants de l’Aurore“ abermals zum Tagträumen und entrückten Dahinschwelgen einlädt, viel mehr wohl noch als in der Vergangenheit. In Kauf nehmen wir dafür gerne die Schwerpunktsetzung in Richtung Post Rock, weil ALCEST sich trotz allem nicht in Plattitüden verlieren. Die Black-Metal-Wurzeln mögen nur noch selten in den Vordergrund treten, prägen ein Stück wie „Améthyste“ allerdings durchaus noch fundamental: Gerade die Gitarren sind hier noch unverkennbar im Blackgaze verwurzelt, wenngleich die hoffnungsspendende Aura des Albums die genretypischen Kanten abschleift.

Den rohen Charakter, den das Debüt „Souvenirs d’un autre monde“ (2007) jedenfalls hindurchblitzen ließ, finden wir anno 2024 trotz einiger dosierter Screams nicht mehr vor. Dafür streicheln das pianogetragene „Réminiscence“ oder das versöhnliche „Flamme Jumelle“ die Seele in unnachahmlicher Weise, woraufhin wir uns spätestens in „L’Enfant de la Lune“ komplett der charmanten Schönheit dieses Werks hingeben möchten. Auch unter diesem Gesichtspunkt scheint der Titel „Les Chants de l’Aurore“ so bedacht wie perfekt gewählt. Die Lieder der Morgenröte nehmen uns behutsam in den Arm und geben uns das zurück, was wir dieser Tage fast schon verloren glaubten: ein Stückchen heile Welt.

Veröffentlichungstermin: 21.06.2024

Spielzeit: 43:41

Line-Up

Neige – vocals, guitars, bass, synths
Winterhalter – drums

Produziert von ALCEST, Chris Edrich (Mix) und Mika Jussila (Mastering)

Label: Nuclear Blast

Facebook: https://www.facebook.com/alcest.official/

ALCEST “Les Chants de l’Aurore” Tracklist

01. Komorebi
02. L’Envol (Video bei YouTube)
03. Améthyste (Audio bei YouTube)
04. Flamme Jumelle (Video bei YouTube)
05. Réminiscence
06. L’Enfant de la Lune
07. L’Adieu

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