LUNAR SHADOW: The Pall Of A Past World

LUNAR SHADOW sind wieder da. Genauer gesagt Gitarrist und Mastermind Max Birbaum. Der hat nämlich das gesamte Album allein geschrieben und auch fast allein eingespielt. Lediglich bei den Drums hat Jonas Zeidler (FIRMAMENT) tatkräftige Unterstützung geleistet. Nun ist es kein großes Geheimnis dass Max Birbaum ein großartiger Songschreiber ist, egal ob für Lunar Shadow oder seinem Alter Ego Drennan Whyte. Aber was er hier abliefert, und das sei als kleines Fazit vorweggenommen, übertrifft nicht nur alle meine Erwartungen.

Gleich mit dem sanften, auf einer japanischen Koto (gibt es irgendein Saiteninstrument, das er nicht spielen kann?) gespielten Intro zu „The Cormorant“ holt er den Hörer ab, umschmeichelt ihn mit einer wunderschönen Zartheit, die ihn umgehend einwickelt in den gewebten Soundteppich. Wenn es dann nach einer guten Minute richtig losgeht, dann bleibst du trotzdem fasziniert dabei, weil vom ersten Riff an so viel passiert, dass du Angst hast, etwas zu verpassen. Spätestens beim Refrain hat sich dann die gesamte Schönheit der Birbaum’schen Musik voll entfaltet. Und wenn all das nach 7 Minuten vorbei ist, dann bist du dir eigentlich sicher, dass es jetzt nicht mehr besser werden kann. Weil in diesem einen einzigen Stück Musik derartig viel drinsteckt.

Doch auch das folgende „The Ventures Of Bombadil“ (wer sich im Tolkien Universum nicht so auskennt: Tom Bomabadil ist ein Waldgeist aus dem Herrn der Ringe) ist so unglaublich vollgepackt mit wunderschönen Melodien, mit einschmeichelnden Riffs, mit einem Gesang dass es dir Gänsehaut über den ganzen Körper jagt. Überhaupt der Gesang. Kannte man Max Birbaum bisher nur als eher softeren Sänger seines o. g. Projektes, so beweist er hier eindrucksvoll, dass er auch rau und kratzig kann.

Kommen wir zurück zu „The Ventures Of Bombadil“. Der Song baut sich von Sekunde zu Sekunde immer weiter auf, bis er zum Schluss in einem großartigen Epicgewitter endet, das es so wohl noch auf keiner vergleichbaren Genreveröffentlichung gegeben hat.

Spätestens ab hier entwickelst du als Hörer die Sucht, mehr hören zu wollen von dieser großartigen Musik. Und du bekommst mehr. Es geht Schlag auf Schlag weiter, Gänsehaut reiht sich an Gänsehaut. Im folgenden „The long Sleep“ geht es zunächst ein wenig härter riffend zur Sache, bevor auch hier ein Strauß großartiger Melodien ausgepackt wird. Bei „The red Lion“ werden Sound und Geschwindigkeit zwischendurch deutlich härter und es schimmert kurz auch dieser eine, klassische Bathory Moment durch.

„The Sun Crusher“ macht „The Pall Of A Past World“ zum Meisterwerk

Den Abschluss bildet „The Sun Crusher“, ein beinahe 12-minütiges Opus, das noch einmal einen musikalischen Sprung macht zu all dem, was man da vorher, komplett überwältigt, gehört hat. Hier pendelt Max so geschickt zwischen wunderbar stillen, berührenden Momenten über epochales Breitbandkino hin zu ganz schwerer Epic dass man am Ende der Platte emotional komplett erschöpft ist, ob des gerade über 45 Minuten gehörten.

Ich habe das Album vor diesem Review gute 10 Mal vollständig vom ersten bis zum letzten Ton gehört und habe immer noch nicht alles entdeckt, was sich an großartiger Musik auf diesem Meisterwerk befindet. Und bleibe immer noch ratlos zurück bei der Frage, wie viel Kreativität in einem einzelnen Menschen stecken kann? Das ist wirklich ganz ganz großes Kino, Musik die von der ersten bis zur letzten Sekunde berührt und niemals loslässt. Musik die du tagelang nicht aus dem Kopf bekommst, die dich ständig begleitet. Kurzum: Ein Meisterwerk! Und ich wüsste ehrlich gesagt nicht was jetzt noch kommen soll, damit „The Pall Of A Past World“ nicht mein Lieblingsalbum dganz,ahres wird!

LUNAR SHADOW liefern ein selbst finanziertes Album voller Kreativität und emotionaler Wucht

Zum Schluss gerne noch der Hinweis, dass Max Birbaum diese Platte komplett allein eingespielt und finanziert hat, ohne die Power eines Labels oder Vertriebs hinter sich zu wissen. Wenn ihr also dieses wunderschöne Stück Musik erwerben wollt, dann tut das bitte direkt über seine Bandcamp-Seite. Damit unterstützt ihr nicht nur den Underground, sondern erhaltet auch die Hoffnung aufrecht, dass es vielleicht noch ein Nachfolgealbum gibt.

Denn das hier kann und darf auf gar keinen Fall das letzte Lebenszeichen dieser fantastischen Band gewesen sein. Die es übrigens trotz des Alleinganges in seiner ursprünglichen Zusammensetzung immer noch gibt. Also theoretisch auch Konzerte spielen könnte.

VÖ: 8. April 2026

Spielzeit: 48:27

Line-Up:
Max Birbaum – Vocals, Guitars, Bass, Koto
Jonas Zeidler – Drums

Label: Eigenvertrieb

Playlist „The Pall Of A Past World“

01. The Cormorant
02. The Ventures Of Bombadil
03. The Long Sleep
04. The Reveries Of God
05. The Red Lion
06. The Sun Crusher

Mehr im Netz:

https://lunarshadow.bandcamp.com/album/the-pall-of-a-past-world
https://www.instagram.com/popular/lunar-shadow-band/