Schön, wenn Bands eine Identität auch optisch zur Geltung bringen können: Ein fieses Schwein ist nach Demo und LP nun auch bei dieser EP das wie gewohnt von Alex/skullcult gekonnt gezeichnete Cover-Maskottchen, so dass man erneut auf die Idee kommen könnte, es mit Crust Punk der dreckigsten Sorte zu tun zu haben. Allein, die Musik von RANÂ ist so dreckig gar nicht mal – und auf „Freamât“ stellenweise regelrecht elegisch.
Das Stück ist, wie gesagt, siebzehneinhalb Minuten lang, besteht aber letzten Endes aus gar nicht so vielen verschiedenen Teilen und macht es Hörer und Hörerin somit nicht allzu schwer, ihm folgen zu können. Intro und Strophen wildern dabei im Doom und sind mit militaristischem Drumming und sonorem Chor regelrecht bombastisch gestaltet, dazu gibt es fantastisches Gebrüll und Geschrei (ich verstehe „REJOICE“ und frohlocke selbstverständlich gerne), aber Geknüppel mit Blast Beats der feinsten Sorte folgt auf dem Fuße. Dann, nach einem hervorragend gearbeiteten Übergang (die Melodie im Hintergrund!), erleben wir einen extrem leidenschaftlichen Refrain, der mit seinem vor verzweifeltem Pathos triefenden Text (auf Deutsch!) alle Black-Metal-Emo-Crust-Junkies spätestens jetzt ihre neue Lieblingsband finden lässt.
Und als wäre das noch nicht genug, brillieren RANÂ in der Mitte mit einem stimmungsvollen Doom-Part, der gekonnt das Tempo und den Druck rausnimmt und dabei pure Wehmut atmet, ehe es wieder in den Beginn übergeht, der Refrain ein zweites Mal entzückt und dann in perfekter Manier nochmal zum Höhepunkt gesteigert wird. Genau so muss man das arrangieren; genau so trifft man uns direkt ins Herz! Wollen wir hoffen, dass da, wo „Freamât“ herkommt, noch mehr ist und wir alsbald das vierte Schwein grunzen hören.
Spielzeit: 17:31 Min.
Veröffentlichungsdatum: 02.10.2026
Labels: Fucking Kill Records (Vinyl), breathsunblood (Tape & CD)
Line up:
J – Guitar
B – Guitar / Vocals / Bass
E – Drums
A – Vocals
RANÂ – „Freamât“ – Tracklist
- Freamât