Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.
Ist es nicht erstaunlich, wie charakteristisch ein von Menschen erschaffenes Gemälde sein kann? Irgendwas ist da dran, was du nicht richtig fassen kannst, ähnlich wie beim "Uncanny Valley" bei von KI erstellten Bildern, aber eben positiv: Das kennst du doch, das erinnert an etwas, und wenn es nur ein Gefühl ist. Ein Blick auf die neue HULDER, und du weißt, wohin die Reise geht: in die 90er.
Black Metal: Zwei mysteriöse Gestalten in dunklen Roben stehen im finsteren Wald und hantieren mit einem dämonischen Gegenstand, der die Welt, wie wir sie kennen, auslöschen wird. Der Mond steht am Himmel, Raben krächzen, der Teufel... äh, Moment mal?
Der Franzose Hyver ist kein Unbekannter im Metal-Untergrund: Mit seinem Label "Antiq" haut er regelmäßig interessante Black-Metal-Alben mit Folk-Einschlag heraus, und selbst ist er in zahllosen Projekten aktiv, nicht zuletzt bei der wohl bekanntesten Antiq-Band, VEHEMENCE. Auch HANTERNOZ gibt es schon seit 20 Jahren, nun erscheint das dritte Album. Was kann es?
Irre: IRR kennt kein Schwein. Dabei hat die Band 2025 ein Debüt rausgehauen, das in einer gerechten Welt überall Lobeshymnen und volle Punktzahlen bekommen hätte. Aber was ist schon "eine gerechte Welt"? Eben.
Kein Titel könnte passender sein für dieses Album als "Hidden Fires Burn Hottest" - "Verborgene Feuer brennen am heißesten" - Denn nicht nur haben BOSSE-DE-NAGE als solche ihre Genialität lange vor mir versteckt, sondern auch das Album selbst hat einige Zeit gebraucht, um zu zünden. Aber dann...
Mit dem in emotionale Abgründe entführenden "Deceiver" haben KHEMMIS mich 2021 so nachhaltig begeistert, dass ich nicht anders konnte als das Werk zu meinem AOTY zu erklären. Nun kommt das Neue, ein selbstbetiteltes Album, mit dem die Band zurück zu den Wurzeln und eine Hommage an den klassischen Heavy Metal erschaffen will. Ach du meine Güte, muss das sein?
Aufmerksame Vampster-Leser wissen, dass ich eine gewisse Schwäche für das Folk-Black-Metal-Duo BHLEG aus Schweden habe. Nun hat ein Mitglied dessen sich mit einem alten Freund wiedervereint und deren gemeinsames Black-Metal-Projekt aus Jugendtagen wiederbelebt. Kann ja nur gut werden, dieses, äh, "spirituell nachdenkliche Rock-Album"...?
Wenn zwei norwegische Meister des schwarzen Fachs sich zusammentun, um unter dem Titel "Elegien aus dem Abgrund" und illustriert mit einem wunderschönen Gemälde ein Split-Album zu veröffentlichen, werde ich nochmal schwach und tauche ganz ein in klassische Black-Metal-Klangwelten.
"Daudswiärk", das 2024er Album von HORN, wäre damals fast mein Album des Jahres geworden, so großartig fand ich die Mischung aus westfälischer Finsternis, eingängigen Melodien und spannenden Sprachspielereien damals. Ja, ich war das ganze Jahr über dann richtig HORNy und habe mir auch die Vorgänger "Turm am Hang", "Mohngang" und schließlich auch "Verzet" reingezogen wie nichts Gutes. Klar, dass die Ankündigung von "Apokalyps 1618" mich ganz wuschig hat werden lassen. Zurecht?
Es gibt nicht viele Bands, die man in die "Alternative"-Schublade einsortieren könnte und die ich trotzdem mag. Um genau zu sein, gibt es nur eine, und die bringt nun endlich ihr neues Album raus, nach dreißig Jahren Bandgeschichte das erste auf Französisch. Ist es das Album des Jahres?
Schillernde, tief melancholische Avantgarde-Musik voller Wut und Leidenschaft (und, äh, Leichen?): A FOREST OF STARS wissen, was die Stunde geschlagen hat.
Ich werde dieses Jahr 44 Jahre alt, ich höre Black Metal seit 30 Jahren. Darf ich Black Metal hören, der auf melancholischem Cloud Rap basiert? Darf ich KEKHT ARÄKH mögen?
Ein neues Album von POISON RUIN ist mittlerweile ja durchaus ein großes Ding. Kein Wunder, hat man doch einen Überhit wie "Harvest" in petto, einen Plattenvertrag bei Relapse und richtig Bock auf Punk - den man mit dem dementsprechend sehnlichst erwarteten neuen Album zu veredeln angetreten ist. Ob es gelingt?
Es ist nicht schwer, das Schaffen von Abysmal Specter zu lieben: Es bedarf lediglich eines gewissen Überdrusses an Normalität im Heavy Metal und einer Liebe für das Obskure und das Ritterliche. Und, ach ja, eingängigen Melodien und einer gewissen kindlichen Freude am Quatsch gegenüber sollte man sich auch recht aufgeschlossen zeigen, dann wird man (fast) nie enttäuscht. Oder?
Leute, der Frühling kommt. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, überall erblüht das Leben. Ist es nicht herrlich? Nein, verdammt, wir wollen Kälte, Eiseskälte, frostbitten darkness, Threnodies From The Coldlands! Bitteschön.
Was für eine schöne Überraschung: Von Grime Stone Records kommt eine vampirische Dreier-Split, auf der gleich drei vielversprechende Raw-Black-Metal-Projekte auf einmal einen ordentlichen Qualitätssprung machen und so richtig zu sich finden.
Schon seit 2015 veröffentlichen ASHBRINGER aus Minneapolis ihren Black Metal US-amerikanischer Prägung, aber da diese Stilrichtung bei mir erst seit wenigen Jahren hoch im Kurs steht, ist mir bisher nur "Yügen" von 2016 bekannt, und das fand ich damals eher so mittel. Wie sieht's nun zehn Jahre später aus?