Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.
Man kann es FVNERAL FVCK hoch anrechnen, dass sie nach der ganzen Schelte, die sie nach ihrem Meisterwerk „Carnal Confessions“ für ihren Bandnamen bekommen haben, diesen nicht geändert haben. Auch die Tradition der Alliteration im Albumtitel bleibt erhalten. Und was sonst noch?
Kennt hier noch jemand BATTLE OF WOLF 359? Also nicht die Schlacht, sondern die Band? Deren Sängerin hat bei den englischen Szene-Urgesteinen von JØTNARR angeheuert, zusammen mit Drummer Chris Saunders. Und was dabei rauskommt, ist ungefähr der beste Krach, den ich seit Jahren gehört habe.
Sarah Ann, Sängerin von SMOULDER, hat eine Mission: Heavy Metal wieder dreckig, gefährlich, nerdig und trve machen. Ich bin dabei! Aber kann man sich das auch anhören?
Es fällt mir regelmäßig schwer, Bands, deren Namen aus vier Wörtern besteht, ernst zu nehmen. „HILLS LIKE WHITE LIONS“ klingt aber irgendwie schön, denn wer möchte nicht von Hügeln, die wie weiße Löwen wirken, umgeben sein? Und dabei sehr emotionalen, angeschwärzten Prog Metal hören?
Was macht ihr eigentlich, wenn ihr zu einer Party der Guten Feen nicht eingeladen werdet? Noch dazu einer, bei der es einen richtig geilen Topf mit Schokolade gibt? Wenn ihr eine dreihundert Jahre alte Hexe aus dem Elsass seid, schwört ihr Rache! Süße, fiese, wohlklingende Rache.
Was für eine Freude: Die blutjungen Black-Metal-Newcomer URISK schieben nach zwei EPs und einem packenden Debüt binnen zwei Jahren direkt das zweite Album nach. "Call" kann dabei sowohl schottisch ("Verlust") als auch englisch ("Ruf") gelesen werden. Und rüttelt entsprechend wach.
Eine der vielversprechendsten neueren Bands aus Deutschland meldet sich drei Jahre nach ihrem fantastischen Debüt-Album zurück - mit einem Siebzehneinhalbminuten-Stück aus purer Dunkelheit und Leidenschaft. Schwein gehabt!
Dass BLODTAR, als Soloprojekt gestartet und nun ein Duo aus Songwriter und Schlagzeuger, Potential hat, ist nichts Neues: Schon Debüt-EP und -Album haben weiland euphorische Reaktionen geerntet, bei mir jedoch noch nicht. Ein paar Jahre und einen persönlichen Schicksalsschlag später steht mit „Monark“ das zweite Album an. Und macht (fast) alles richtig.
Komisch: Wo mir früher der Synthesizer als atmosphärische Untermalung naturmystischer Metal-Musik nicht nur taugte, sondern ich geradezu nicht ohne ihn konnte, erscheint er mir nun eher als unnötiger Ballast, als störend regelrecht. Klar, Ausnahmen bestätigen diese Regel, aber gehören SKUGGOR, die sich in Name und Artwork ja nun wirklich kaum mehr Wald und Wiese verschreiben könnten, auch dazu?
Doom aus Peru, "Einsamkeit & Stolz", ein Schaffensprozess von mehr als zehn Jahren allein für das Debüt-Album - nein, es hätte des geschmackvollen und simplen Ruinen-Covers mit purpurner Schrift gar nicht mehr bedurft, um mein Interesse zu wecken. Aber ist es auch gerechtfertigt?
Das Schaffen von Thomas Helm und Markus Stock wird allgemein mit EMPYRIUM assoziiert, obwohl das gemeinsame, aber unter der Federführung Helms stehende Projekt NOEKK musikalisch deutlich anspruchsvoller daher kommt und auch schon seit über 20 Jahren aktiv ist. Nun liegt das erste Album in deutscher Sprache vor.
Ist es nicht erstaunlich, wie charakteristisch ein von Menschen erschaffenes Gemälde sein kann? Irgendwas ist da dran, was du nicht richtig fassen kannst, ähnlich wie beim "Uncanny Valley" bei von KI erstellten Bildern, aber eben positiv: Das kennst du doch, das erinnert an etwas, und wenn es nur ein Gefühl ist. Ein Blick auf die neue HULDER, und du weißt, wohin die Reise geht: in die 90er.
Black Metal: Zwei mysteriöse Gestalten in dunklen Roben stehen im finsteren Wald und hantieren mit einem dämonischen Gegenstand, der die Welt, wie wir sie kennen, auslöschen wird. Der Mond steht am Himmel, Raben krächzen, der Teufel... äh, Moment mal?
Der Franzose Hyver ist kein Unbekannter im Metal-Untergrund: Mit seinem Label "Antiq" haut er regelmäßig interessante Black-Metal-Alben mit Folk-Einschlag heraus, und selbst ist er in zahllosen Projekten aktiv, nicht zuletzt bei der wohl bekanntesten Antiq-Band, VEHEMENCE. Auch HANTERNOZ gibt es schon seit 20 Jahren, nun erscheint das dritte Album. Was kann es?
Irre: IRR kennt kein Schwein. Dabei hat die Band 2025 ein Debüt rausgehauen, das in einer gerechten Welt überall Lobeshymnen und volle Punktzahlen bekommen hätte. Aber was ist schon "eine gerechte Welt"? Eben.
Kein Titel könnte passender sein für dieses Album als "Hidden Fires Burn Hottest" - "Verborgene Feuer brennen am heißesten" - Denn nicht nur haben BOSSE-DE-NAGE als solche ihre Genialität lange vor mir versteckt, sondern auch das Album selbst hat einige Zeit gebraucht, um zu zünden. Aber dann...
Mit dem in emotionale Abgründe entführenden "Deceiver" haben KHEMMIS mich 2021 so nachhaltig begeistert, dass ich nicht anders konnte als das Werk zu meinem AOTY zu erklären. Nun kommt das Neue, ein selbstbetiteltes Album, mit dem die Band zurück zu den Wurzeln und eine Hommage an den klassischen Heavy Metal erschaffen will. Ach du meine Güte, muss das sein?