CANDLEMASS: Epicus Doomicus Metallicus

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Was für ein Gefühl muss es wohl für Musiker sein, wenn sie mit ihrem Debütalbum gleich einen zeitlosen Klassiker abliefern, der noch nach Jahren Einfluss für unzählige Bands darstellt. Genau solch ein Werk haben CANDLEMASS 1986 mit Epicus Doomicus Metallicus veröffentlicht.

Im Gegensatz zu den drei Nachfolgealben mit Messiah Marcolin am Gesang klingt Epicus Doomicus Metallicus anders. Das mag zum einen ganz klar am Gesang von Johan Langquist liegen, der es natürlich nicht ganz mit Messiah´s unvergleichlicher Stimme aufnehmen kann, wenngleich er mit seinen Vocals sicherlich die weitere Marschroute für die Zukunft festgelegt hat. Zum anderen wirkt das Debüt von CANDLEMASS noch ein ganzes Stück ungeschliffener und roher als seine Nachfolger, was dem Album einen ganz eigenen Charakter gibt.

Auf Epicus Doomicus Metallicus reiht sich Klassiker an Klassiker

Auf Epicus Doomicus Metallicus reiht sich Klassiker an Klassiker, die auch heute noch von ihrer unglaublich bedrückenden Ausstrahlung nichts verloren haben. Mit Solitude steigt das Album höllisch heavy und langsam ein und der düstere Doomer ist bis heute einer der besten Songs, die CANDLEMASS je geschrieben haben, ja den die Metalwelt je erblickte.

Mit den Zeilen
I´m sitting here alone in Darkness
waiting to be free
lonely and forlorn I´m Crying
I long for my time to come
Death means just life
Please let me die in Solitude

schafft die Band auch gleich die richtige Atmosphäre, die dem Hörer während den nächsten 53 Minuten so manche Gänsehaut bescheren wird, wenn man sich denn auf die Schwere CANDLEMASS´schen Schaffens einlässt.

Die Reise in die dunkle Welt des Doom kann fortgesetzt werden

Ähnlich heavy wie der Opener geht es dann auch bei Demon´s Gate zu. Eine dämonische Erzählstimme führt in den Song ein, unterlegt von Keyboards, die so manchem italienischen B-Horror-Movie zu Ehren gereichen würde. Mächtige Riffs setzen ein und die Reise in die dunkle Welt des Doom kann fortgesetzt werden. Und auch dieser Song sollte Wegbereiter für ein spezielles CANDLEMASS-Trademark werden: leicht orientalisch angehauchte Gitarrenmelodien fügen sich perfekt in den schweren Gesamtsound der Band ein und schaffen erneut eine ganz besondere Atmosphäre.

Schleppende, brachiale Riffs sollen auch durch Crystal Ball geleiten, wobei CANDLEMASS zum ersten Mal auch schnelle, doublebass-unterlegte Parts in den Song einbauen, was vor allem die Gitarrenfraktion auszunutzen weiß um sich solomäßig mal so richtig auszutoben. Der wohl progressivste Track auf Epicus Doomicus Metallicus ist dann Black Stone Wielder geworden, in dem eine ganze Latte an Breaks eingebaut wurden. Leider kann sich dieser Song aber nicht ganz mit dem Rest des Albums messen, zu vertrackt ist der Track ausgefallen um so richtig in die Tiefe zu gehen. Dennoch ein hervorragendes Stück.

Majestätischen Gitarreleads in „Under The Oak“ verzaubern den Hörer

Under the Oak ist ein Song, der im Grunde genommen zu einer Konzeptstory gehört, die die Band dann Jahre später umsetzte und zwar mit Tales of Creation. Auch Under the Oak ist ein ewiger CANDLEMASS-Klassiker, der vor allem durch die majestätischen Gitarreleads im Mittel- und Endteil des Songs den Hörer verzaubert. Ein genialer Song, dessen Ausstrahlung durch den Wechsel von sehr schweren und ruhigeren Parts nochmal einen zusätzlichen Kick erhält.

Den Abschluss auf Epicus Doomicus Metallicus bildet A Sorcerers Pledge. Mit Akustikgitarren unterlegt beginnt der Song mit einer genialen und eindringlichen Gesangslinie, bevor er sich dann im Galopptempo stetig auf seinen Höhepunkt zubewegt. Denn der Achtminüter birgt mit seinem Schlussteil einer der tiefgehendsten Momente in der CANDLEMASS-Historie. Schleppende Gitarren und die Fulci-Keyboards erschaffen eine beklemmende Atmosphäre, die durch den Gesang von Johan Langquist weiter verstärkt wird, bevor engelsgleicher Gesang einsetzt und mit hymnischen Gitarrenleads der Song doch noch sein hoffnungsvolles Ende findet, das aber leider viel zu jäh ausgeblendet wird.

Epicus Doomicus Metallicus ist auf jeden Fall eines der ganz großen Metal-Werke, das nicht nur für Doom-Puristen ein absolutes Muss darstellen sollte.
VÖ: 10. Juni 1986

Spielzeit: 42:56 Min.

Line-Up:
Leif Edling – Bass
Mats Björkman – Guitar
Matzt Ekström – Drums
Johan Langquist – Vocals
Klas Bergwall – Guitar

Produziert von Ragne Wahlquist & Candlemass

Band-Homepage: http://www.candlemass.net

Tracks:
1. Solitude
2. Demons Gate
3. Crystal Ball
4. Black Stone Wielder
5. Under the Oak
6. A Sorcerer´s Pledge

Fierce
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