SONJA: Loud Arriver

SONJA liefern mit “Loud Arriver” den perfekten Soundtrack, um wahlweise bei Kerzenschein zu Hause zu sitzen oder sich in einer langen Nacht in der Großstadt zu verlieren.

SONJA wurden bereits 2014 gegründet, doch erst durch den Rauswurf von Melissa “Vis Crom” Moore bei ABSU kam die Band in Fahrt. Melissa outete sich 2017 als transgender, was ABSU-Mastermind Russ “Proscriptor” Givens dazu brachte, sie aus der Band zu werfen. Als wäre das nicht schon armselig genug, gab er ihr auch noch die Schuld, sie hätte sich durch “ihre Entscheidung” selbst gefeuert. Klar, so läuft das, man wacht eines Tages auf und denkt, “Hey, heute bin ich mal ne Frau”. Fuck off, Proscriptor! 2018 erschien dann das Zwei Song-Demo “Nylon Nights / Wanting Me Dead”, auf welches ich leider erst 2020 stieß, was mich dann aber nachhaltig begeistern konnte. Die zwei Songs waren echte Ohrwürmer und mit Freude vernahm ich die Ankündigung, dass Anfang 2021 das Debütalbum “Loud Arriver” erscheinen sollte. Na ja, daraus wurde offensichtlich nichts, denn erschienen ist das Album letztendlich im September diesen Jahres.

SONJA liefern den perfekten Soundtrack, um sich in einer Nacht in der Großstadt zu verlieren

Aber das Warten hat sich gelohnt, denn SONJA haben mit “Loud Arriver” mal eben ein Album mit acht Volltreffern ohne jegliches Füllmaterial abgeliefert. Musikalisch irgendwo zwischen Heavy Metal, Sleaze und sehr viel Achtziger Goth Rock kommt “Loud Arriver” mal introvertiert und unterkühlt, mal breitbeinig rockend daher. Ein urbaner Sound, zu dem man sowohl bei Kerzenschein zu Hause sitzen, sich aber auch in einer langen Nacht in der Großstadt verlieren kann. Wobei letzteres schon deutlich überwiegt. Die Songs entfalten eine unglaubliche Sogwirkung und ich habe in den letzten Wochen sicher mit Abstand kein Album so oft gehört wie “Loud Arriver” und für den kommenden Herbst wird sich das vermutlich nicht ändern. Vom noch etwas gebremsten, stampfenden Einstieg “When The Candle Burns Low…” über Volldampf-Rocker und Hits wie “Nylon Nights” und “Wanting Me Dead”, das pumpende “Pink Fog”, das lässig kühle “Daughter Of The Morning Star” bis zur Stimmungs-Achterbahn des abschließenden Titelsongs schaffen es SONJA, acht abwechslungsreiche, unterschiedliche aber allesamt süchtig machende Songs zu schreiben.

SONJA liefern mit “Loud Arriver” das vielleicht heißeste Debüt des Jahres ab

In erster Linie sticht bei SONJA natürlich Melissa Moore als Sängerin und Gitarristin hervor. Ihr durchdringender Gesang ist mit ordentlich Hall belegt, was ihm einen sehr dominanten Platz im Gesamtmix verleiht. Ihr variantenreiches, mit viel Effekten versehenes Gitarrenspiel steht dem in nichts nach und auch ihre beiden Mitmusiker an Bass und Schlagzeug sind alles andere als schmückendes Beiwerk oder bloßes Rhythmusfundament sondern mit ihrem treibenden, wilden Spiel ein integraler Bestandteil dessen, was “Loud Arriver” so unwiderstehlich macht. Dieser Drive, dieser unbedingte Wille zum Rock´n´Roll. Diese Band ist on fire, will es wissen und man kann nur hoffen, dass die Flamme noch lange so intensiv weiter brennt. Lasst euch eines der heißesten, wenn nicht das heißeste Debütalbum des Jahres nicht entgehen!

Veröffentlichungsdatum: 23.09.2022

Spielzeit: 37:56

Line Up:
Melissa Moore – guitar, vocals
Ben Brand – bass
Grzesiek Czapla – drums

Label: Cruz Del Sur Records

Facebook: https://www.facebook.com/Sonjabooking
Bandcamp: https://sonjaband.bandcamp.com

SONJA “Loud Arriver” Tracklist

1. When the Candle Burns Low…
2. Nylon Nights (Video bei YouTube)
3. Pink Fog
4. Wanting Me Dead
5. Fuck, Then Die
6. Daughter of the Morning Star
7. Moans from the Chapel
8. Loud Arriver