Geezer Butler – Into The Void – Mein bizarres Leben vor, während und nach Black Sabbath

Wer BLACK SABBATH kennt, kennt OZZY OSBOURNE. TONY IOMMI. Den Sound, das Riff, den Wahnsinn. Aber GEEZER BUTLER? Der Mann im Hintergrund, der das alles mit seinen Texten und seinem Bass erst möglich gemacht hat, blieb lange im Schatten. Mit „Into the Void“ tritt er als Autor ins Rampenlicht – und es hat sich gelohnt.

Butler war von Anfang an ein Motorraum von BLACK SABBATH: Er gab der Band ihren Namen, lieferte den Bass hinter ihrem unverwechselbaren Sound und schrieb die Texte, die Millionen von Fans auch heute noch diskutieren und interpretieren. Nun erzählt er seine Version der Geschichte – ehrlich, direkt und mit trockenem britischem Humor.

Black Sabbath war kein Zufall, sondern das Ergebnis echter Armut, echter Sehnsucht und echter Kreativität

Das Buch beginnt lange vor dem ersten Sabbath-Riff. Butler schreibt offen über seine Kindheit in einer working-class-Familie mit sieben Köpfen im kriegsversehrten Birmingham, seinen anfangs eingeschlagenen Weg als Buchhalter und seine frühe Faszination für Horror, Religion und das Okkulte – die Themen, die den Heavy Metal für immer prägen sollten. Diese frühen Kapitel sind überraschend berührend und machen klar: Black Sabbath war kein Zufall, sondern das Ergebnis echter Armut, echter Sehnsucht und echter Kreativität. Es sind auch die stärksten Kapitel dieses Buches.

Ehrlich, direkt und mit trockenem britischem Humor

Der Stil ist nüchtern und unterhaltsam zugleich. Als wohl belesenstes Mitglied der ursprünglichen Besetzung und vielleicht am wenigsten von Sucht geprägt, blickt Butler mit einer bodenständigen Klarheit zurück, die seinen Schilderungen eine besondere Glaubwürdigkeit verleiht. Er verschweigt dabei seine eigenen Schattenseiten nicht – Untreue auf Tour, Wutausbrüche, Ärger mit der Polizei, den lebenslangen Kampf gegen seine Depressionen – und genau das macht ihn sympathisch.

Wie Geezers Basslinien ist das Buch im besten Sinne originell und immer wieder überraschend. Wer wissen will, wie eine Handvoll Jungs aus Birmingham die Musikwelt auf den Kopf gestellt hat – erzählt von einem der Hauptbeteiligten – der ist hier goldrichtig. Darüber hinaus erfährt man durchaus Überraschendes (zum Beispiel, dass Geezer wohl nicht zu Rick Rubins größten Fans zählt), wie sein Spitzname entstanden ist (eigentlich heißt unser Protagonist Terence Michael Joseph), liest etwas über die zweifelhaften Hygienevorstellungen von Ozzy und Bill Ward oder kann einen Blick hinter die durchaus dubiosen Geschäftspraktiken der Familie Arden/ Osbourne und anderer Manager werfen.

Ein ehrliches, warmherziges Stück Musikgeschichte

Fazit: Into the Void ist Pflichtlektüre für jeden Rock- und Metal-Fan. Keine Nabelschau, kein aufgesetztes Rockstar-Getue – sondern ein ehrliches, warmherziges Stück Musikgeschichte von einem, der immer in der zweiten Reihe gestanden hat.

Softcover: 288 Seiten

Verlag: Hannibal Verlag, 1. Auflage (2023)

ISBN: 978-3-85445-768-8

Größe: 14.0 x 21.0 cm

30,00 Euro