Ob nun „Rückkehr der Jedi-Ritter“ oder die des Königs in „Der Herr der Ringe“: Was große Trilogien immer gemeinsam haben, ist ein Finale von Format. Erinnerungswürdige Setpieces, hoher Einsatz und die zwischenzeitlich schwindende Hoffnung auf ein Happy End schüren die Spannung. Dass LORD OF THE LOST mit ihrem ambitionierten Pendant zwischenzeitlich auch mal mit der sonst üblichen Erwartungshaltung brechen, soll dabei nicht das Problem sein.
Dennoch wirkt es nach dieser 45-minütigen Schlussetappe so, als wäre der Dark-Rock-Band im letzten Drittel die Luft ausgegangen. „Opus Noir Vol. 3“ ist zwar weit davon entfernt, unter den Durchschnitt zu fallen, verglichen mit dem starken Trilogie-Auftakt jedoch wirken die elf Songs der Abschlussplatte wie eine Ansammlung übrig gebliebener B-Seiten.
LORD OF THE LOST setzen auch auf „Opvs Noir Vol. 3“ auf zahlreiche Gastbeiträge
Meist grundsolide, selten spektakulär führt uns die Gruppe durch ihre düsteren Klangwelten, die abermals auf zahlreiche Farbtupfer in Form diverser Gastbeiträge setzen. So entwickelt das schmissige „I’m A Diamond“ mit Kollege Alea (SALTATIO MORTIS) problemlos Ohrwurmcharakter, auch wenn das Stück lyrisch eher auf platte Bildsprache setzt.
Alles andere als subtil ist zwar auch „I Hate People“, die stampfende Kollaboration mit WEDNESDAY 13 vermählt aber düstere Club-Vibes mit Industrial-Anleihen auf attraktive Weise. Generell gefällt uns „Opus Noir Vol. 3“ immer dann am besten, wenn LORD OF THE LOST wie hier oder im entschlossenen „My Funeral“ ihre metallische Seite stärker zur Schau stellen.
„Opvs Noir Vol. 3“ fehlt es an Leichtigkeit und Spritzigkeit
Im Gegenzug mäandert das Duett „When Did The Love Break?“ vergleichsweise ziellos durch die Tristesse, während der französischsprachige Schunkler „La Vie Est Hell“ als Tiefpunkt des Albums zum Schlager für die Schwarze Szene verkommt. Der Opener „Kill The Lights“ balanciert beide Seiten immerhin mit einer gewissen Eleganz: Streicherarrangements, punktuelle Screams und harte Gitarren harmonieren erstaunlich gut mit dem getragenen Refrain.
Gänzlich unverkrampft präsentieren sich LORD OF THE LOST indes im 80s-Synth-Rocker „Square One“, wo sich eine Leichtigkeit einschleicht, die dem Gesamtwerk spürbar guttut. Davon hätte „Opvs Noir Vol. 3“ mehr gebrauchen können, gerade weil die Stücke sonst nur selten aus ihrem gemäßigten Tempo ausbrechen, was insbesondere in der ruhigen zweiten Hälfte zu spüren ist.
LORD OF THE LOST verpassen leider das große Trilogie-Finale
Das große Trilogie-Finale gelingt den Hamburgern somit leider nicht: Tatsächlich ist der dritte Teil in Ermangelung an potenziellen Hits und einer ausgeprägten Spannungskurve wohl auch der schwächste der Reihe. Ordentlich, aber mit Abstrichen also: Statt der „Rückkehr des Königs“ reicht es diesmal nur für ein „Matrix Revolutions“.
Veröffentlichungstermin: 10.04.2026
Spielzeit: 44:36
Line-Up
Chris Harms – Vocals, Guitar
Pi Stoffers – Guitar
Benjamin “Benji“ Mundigler – Guitar, Synths
Klaas Helmecke – Bass
Gerrit Heinemann – Piano, Synths, Percussion
Niklas Kahl – Drums
Produziert von Chris Harms
Label: Napalm Records
Homepage: https://lordofthelost.de/
Facebook: https://www.facebook.com/lordofthelost
Instagram: https://www.instagram.com/officiallordofthelost
Bandcamp: https://lordofthelost.bandcamp.com
LORD OF THE LOST “Opvs Noir Vol. 3” Tracklist
- Kill The Lights
- I’m A Diamond (feat. Saltatio Mortis) (Video bei YouTube)
- My Funeral (Video bei YouTube) (Video bei YouTube)
- I Hate People (feat. Wednesday 13) (Audio bei YouTube)
- The Shadows Within
- La Vie Est Hell (feat. Kissin’ Dynamite)
- Square One
- When Did The Love Break? (feat. Xandria)
- Your Love Is Colder Than Death
- Take Me Far Away (feat. Cats In Space)
- The Days Of Our Lives (Video bei YouTube)