SMOULDER: Times Of Obscene Evil And Wild Daring

SMOULDER: Times Of Obscene Evil And Wild Daring

Kanada… schon wieder! Meine Fresse, die dortige Szene spuckt in den letzten Jahren eine geile Band nach der anderen aus und gerade momentan vergeht ja kaum ein Monat ohne eine weitere starke Platte einer kanadischen Band. Der heiße Scheiß des Monats April kommt von SMOULDER, die 2018 ihr Demo “The Sword Woman” veröffentlichten und nun ihr Debüt “Times Of Obscene Evil And Wild Daring” nachlegen. Epischen Doom Metal serviert uns die Band um Frontfrau Sarah Ann, die auch als Vloggerin für Sam Dunn´s BangerTV aktiv ist. Da stellen sich bei mir sofort die Ohren auf, denn Alben wie die letzten Werke von SOLSTICE oder ATLANTEAN KODEX zählen für mich zu den großartigsten Alben dieser Dekade. Man könnte mir also eine Schwäche für dieses Genre unterstellen.

SMOULDER drücken genau die richtigen Knöpfe!

Und SMOULDER drücke in der Tat genau die richtigen Knöpfe bei mir. Das fängt mit dem mächtigen Epic Metal-Lehrstück “Ilian Of Garathorn” an, welches mich sofort an “I Am The Hammer” von ETERNAL CHAMPION denken lässt, mich aber noch massiver aus den Latschen haut. Was für eine Hymne! “The Sword Woman” ist epischer, zerschmetternder Doom in Perfektion. Eine schleppende, erhabene Kriegerinnen-Hymne mit majestätischen Gitarrenharmonien. Doch SMOULDER können auch anders, können auch den klassischen Metal-Galopper. “Bastard Steel”, welches sich mit Jon Snow aus “A Song Of Ice And Fire” befasst ist ein gepflegter Up Tempo-Tritt in den Arsch.

Sarah Ann´s kraftvoller und leidenschaftlicher, mittelhoher Gesang passt perfekt zum Sound der Band und ihre seltene, aber dadurch umso effektiveren aggressiveren Ausbrüche gehen durch Mark und Bein. Das Fundament dazu legen die beiden Gitarristen Shon Vincent und Collin Wolf mit ihren treffsicheren, zermalmenden Riffs und vor allem den ausdrucksstarken Harmonien, die ganz viel zur Atmosphäre der Songs beitragen. “Voyage of the Sunchaser” startet schleppend mit Meeresrauschen, langsamem, fast schon meditativem Drumming und einer wehmütig klingenden Gitarrenmelodie, schlägt dann aber in Richtung kauziger US Metal um.

“Times Of Obscene Evil And Wild Daring“: vom erhabenem Epic Metal über kauzigen US Metal bis zu puristischem Doom

Auch der düstere Stampfer “Shadowy Sisterhood” bedient mit seinen eigen eigenwilligen Riffs noch mal die Kauz Metal-Fraktion. Den Abschluss des lediglich gut 37 Minuten langen Albums bildet mit dem neun Minuten langen “The Black God’s Kiss” eine klassische Doom-Nummer, so dermaßen puristisch, dass sie auch aus der Feder einer Band wie DAWN OF WINTER stammen könnte.

Das fantastische Artwork aus der Feder von Michael Whelan erinnert an Fantasy-Romane und Rollenspielbücher der 80er Jahre und bringt mein kleines, schwarzes Nerd-Herz damit zum strahlen. Egal wie klischeebeladen das sein mag, ich muss das Teil als Shirt haben. Aber vor allem sollte jeder Epic Metal und Doom-Fan “Times Of Obscene Evil And Wild Daring” haben. Auch dank der nicht sehr langen Spielzeit kommt zu keiner Sekunde Langeweile auf und vor allem die erste Hälfte des Albums ist einfach nur großartig. Aber auch der Rest ist großes Epic und Doom Metal-Kino. Wer immer in diesem Genre dieses Jahr an SMOULDER vorbei will, muss sich schon ziemlich anstrengen.

Veröffentlichungsdatum: 26.04.2019

Spielzeit: 37:23

Line Up:
Sarah Ann – vocals
Shon Vincent – guitar
Collin Wolf – guitar
Adam Blake – bass
Kevin Hester – drums

Label: Cruz Del Sur Records

Facebook: https://www.facebook.com/SmoulderDoom
Bandcamp: https://smoulder.bandcamp.com

SMOULDER “Times Of Obscene Evil And Wild Daring” Tracklist

01. Ilian Of Garathorm (Audio bei Bandcamp)
02. The Swordwoman
03. Bastard Steel
04. Voyage Of The Sunchaser
05. Shadowy Sisterhood
06. The Black God´s Kiss

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.