Jahresrückblick 2022 von Captain Chaos

Vorweg: Ich wollte mich kurz fassen. Hat nicht geklappt, sorry.

Gleich folgt die Top 20, aber ein paar Alben daneben sollten zusätzlich erwähnt werden:

Ein starkes Jahr hatten NoEvDia, die wenig veröffentlicht, aber immer überzeugt haben: VERBERIS (“Adumbration Of The Veiled Logos“) und KATHAARIA (“To Be Shunned By All… As Centres Of Pestilence“) waren absolute Überraschungen, ihr Standig haben DEATHSPELL OMEGA mit “The Long Defeat” verteidigt, allerdings ohne die versprochenen neuen Akzente zu setzen, während GEVURAH mit “Gehinnom” zwar gegen seinen Vorgänger verlor, aber dennoch brillante Musik bot.

Weiterhin unverzichtbar im Black Metal: COLDWORLD mit ihrem Kammerspiel “Isolation“. Auch das Debüt “Dreams Of Fragmentation” der US-Ukrainischen Post Black Metal-Band CAILLEACH CALLING ging unter die Haut und katapultiert mich regelmäßig ins All. CELESTE versöhnten mit dem konfrontativen, musikalisch wie visuell mutigen “Assassine(s)“, das mit “Elle se répète froidement” einen der intensivsten Tracks des Jahres beinhaltete. Irgendwie in das Genre passen auch THE LOVECRAFT SEXTET, denn immerhin “Miserere” glänzt mit einer schwarzmetallisch finsteren, dichten Atmosphäre. Ihr erstes Album 2022, “Nights Of Lust”, das unglaublich sexy zwischen Wave und Jazz balanciert, darf übrigens auch nicht unerwähnt bleiben.

Leichter wurde es im Frühjahr mit HÄLLAS, die mit “Isle Of Wisdom” prinzipiell alles für ein AOTY hatten – außer Klassikerpozential. “Excerpts from a Futures Past” ist eben unerreicht. Apropos leicht: Sogar im Blackgaze gab es eine Perle zu vermelden: EINVIGIsYö Kulje Kanssani” lädt zum fliegen ein und hat dennoch jede Menge Power. THE NEPTUNE POWER FEDERATION bekamen mich mit “Le demon de l’amour” nicht zum Schweben, aber zum Hüpfen mit ihrem breiten Zugeständnis an Rock And Roll-Kitsch und einer unfassbaren Stimme. Und schließlich sind da WOVENHAND, deren erstes Album seit 2016, “Silver Sash“, wie eine Best Of von David Eugene Edwards klingt und trotzdem frisch und unverbraucht wirkt. Apropos “Legende”: HAAVARD, ja, genau, der, der maßgeblich die Musik in ULVERs Frühphase geprägt hat, liefert wunderschöne Realitätsflucht auf seinem selbstbetitelten Akusik-Debüt – das allerdings KEIN neues “Kveldssanger” geworden ist und trotzdem im Gedächtnis und vor allem im Herzen bleibt.

Und nun zur unvermeidlichen, völlig subjektiven Top 20:

20. ANTIGAMA: Whiteout

Endlich wieder Krach! Endlich wieder E-N-E-R-G-I-E-!-!-! “Whiteout” mag nicht so legendär sein wie “Meteor”, ANTIGAMA halten das Niveau aber deutlich über dem Rest der Grindcore-Szene und vereint diejenigen, die diese Musik eher ursprünglich präferieren mit denjenigen, die es etwas moderner mögen.

19. WORMROT: Hiss

Noch mehr Grind – und was für ein Kaliber! WORMROT laden zum jüngsten Gericht und schonen weder die anderen, noch sich selbst. Ich glaube, Grindcore war noch nie so bitter, melancholisch, trostlos und gleichzeitig so befreiend und schon gar nicht cineastisch. Und dann natürlich dieses Artwork. Das Ergebnis ist 32 Minuten echte Katharsis mit high-level Energy!

18. WALLFAHRER: Den Menschen so Fern

German’s best hidden secret. Das deutsche Duo WALLFAHRER ist ein echtes Underground-Phänomen und muss sich mit ihrem aggressiv-atmosphärisch-melodischen Black Metal definitiv nicht hinter anderen Akteuren in dieser Liste verstecken. “Den Menschen so Fern” hat alles, was ein zeitgemäßes Black Metal-Album braucht: Unglaubliche Riffs, Epik, Wut, starke Instrumentalarbeit, Attitüde und kluge Lyrics. Und jetzt ab zu https://wallfahrer.bandcamp.com/

17. PESTILENT HEX: The Ashen Abhorrencepestilent-hex-the-ashen-abhorrence-album-cover

Wie aus dem Nichts kamen PESTILENT HEX mit einem Album, das so unoriginell und gleichzeitig so verdammt gut geschrieben und performt ist, dass man gar nicht anders kann, als es zu lieben – zumindest, wenn man den symphonischen Black Metal der 1990er auch knapp dreißig Jahre später noch feiert. Da kann man nur hoffen, dass “The Ashen Abhorrence” kein einmaliger Ausflug in diese Zeit ist.

16. ARNY MARGRET: They Only Talk About The Weather

Mit 21 Jahren so ein Debütalbum vorzulegen, grenzt an ein Wunder. ARNY MARGRET lebt in den tiefsten isländischen Westfjorden und schafft mit ihrem leisen Album das, was viele Black Metal-Bands nicht können: Den Winter zu vertonen. Allerdings auf ganz andere Art und Weise: “They Only Talk About The Weather” ist genau das Album für diesen Moment, wenn der Sturm tobt und man drinnen auf der Couch mit einer Tasse Tee nach draußen stiert. Wundervolles Songmaterial, vor allem auf der B-Seite, und einen betörend schöne Stimme, und fertig ist ein leises Herbsthighlight.

15. PRESS CLUB: Endless Motion

Jedes Jahr gibt es dieses eine Punkrock-Album, und 2022 ist es “Endless Motion”. Und eigentlich ist es weit mehr als nur Punkrock – PRESS CLUB bauen hier so gekonnt Indie und Post Punk ein, dass die Songs frisch und originell wirken und trotzdem diese Leichtigkeit versprühen, die ich im Punkrock liebe. Das ergibt zehn Songs und zehn Volltreffer, vor allem “Cancelled” und “I Can Change”. Und live sind Frontfrau Nat Foster und ihre Männer auch noch unschlagbar – was will man mehr?

14. GGGOLDDD: This Shame Should Not Be Mine

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Absolut bewundernswert, mit welcher Direktheit und welchem Mut Frontfrau Milena Eva auf diesem intimen, ungeschönten Album eine schreckliche Erfahrung verarbeitet. “This Shame Should Not Be Mine” ist stellenweise unerträglich intensiv, aber daher so unvergleichlich kraftvoll. Künstlerisch waren GGGOLDDD nie konfrontativer und gleichzeitig berührbarer. Schwer verdaulich, und daher kostet es immer etwas Überwindung, das Album aufzulegen, aber es lohnt sich jedes Mal.

13. AARA: Triade II – Hemera

Alle, die “Melmoth, der Wanderer” wegen dieser Triade endlich lesen wollen und über die Neuübersetzung stolpern, die via Book On Demands veröffentlicht worden ist: Stopp. Nicht kaufen. Lieber im Antiquariat eine alte Auflage suchen. AARA haben dieses Problem nicht, denn mit “Triade II – Hemera” sind sie wieder mal allen anderen Meilenweit voraus. Teil 2 der Trilogie ist wieder feurig, leidenschaftlich und anspruchsvoll. “Triade III – Nyx” kann da gar nicht früh genug kommen.

12. CRIPPLED BLACK PHOENIX: Banefyre

Schon beim Blick aufs Cover wird klar, dass CRIPPLED BLACK PHOENIX ein hintergründiges Album im Gepäck haben. “Banefyre” ist nicht nur das längste Werk des Kollektivs, sondern auch stilistisch sehr breit gefächert und doch in sich geschlossen, sodass die hundert Minuten Musik wie im Flug vergehen. Mit Joel Segerstedt als neuem Frontmann zeigen sich CRIPPLED BLACK PHOENIX in außergewöhnlich starker Form und halten das Niveau von “Great Escape” und “Ellengaest” locker.

10. 40 WATT SUN: Perfect Light

“Perfect Light” ist die Definition eines “Slow Burners”, und doch ist mit “Reveal” ein Stück darauf, das mich sofort tief berührt hat. Und ich bin immer noch bewegt von dieser Stimme, diesen Texten, diesen Melodien. In seiner Gänze habe ich das dritte Album von Patrick Walkers neuer Band indes noch nicht erschlossen. Es kann nur selten wirklich genossen werden, weil die Stimmung einfach passen muss. Doch wenn sie passt, kann “Perfect Light” zu Tränen rühren. Einfach wundervoll.

10. PURE WRATH: Hymn To The Woeful Hearts

PURE WRATH überzeugen nicht nur mit einem originellen Konzept, sie schaffen es kulturelle Barrieren einzureißen und bringen die jüngere indonesische Geschichte auch westlichen Hörern nahe. Dass Ryo daneben noch extrem gute Riffs schreibt und spannende Arrangements beherrscht, lässt “Hymn To The Woeful Hearts” zu einem echten Ausnahmewerk im atmosphärischen Black Metal werden.

9. WHITE WARD: False Light

Zu was die Ukrainer WHITE WARD imstande sind, durfte man schon zu Zeiten von “Futility Report” vermuten, doch das dritte Werk “False Light” übertrifft sämtliche Erwartungen. Das ist mehr als nur explosiver Post Black Metal, der auf Darkjazz trifft, “False Light” ist eine ganzheitliche Reise in die Dunkelheit, in die totale Bitterkeit, die auch Einflüsse aus Neofolk, Post Punk und Sludge zulässt. Als wäre die musikalische Qualität nicht schon ausreichend, ist “False Light” zudem ein Zeitzeugnis, denn das Konzept von “False Light” passt auch auf der Metaebene zum schrecklichen Krieg, der seit fast einem Jahr tobt. Слава Україні!

8. ALELA DIANE: Looking Glass

Es ist kein großes Geheimnis, dass ich ein Faible für Singer-Songwriterinnen habe – je nahbarer, desto besser. Und ALELA DIANE ist eine, die am Boden geblieben ist. Noch mehr: Sie ist eine, die angekommen ist. “Looking Glass” ist eine Reflexion und gleichzeitig eine Reflektion. Und in dieser kunstvollen, subtilen Direktheit liegt eine unglaubliche Kraft. Und dann sind da die Songs, mal Americana und Folk, mal Artpop. Ich frage mich ernsthaft, ob es man bessere Songs als “Howling Wind”, All The Light” oder “Moth In The Light” schreiben kann. Und in diesem Jahr gab es kein schöneres Lied als “Of Love” zu hören.

7. AEVITERNE: The Ailing Facade

Ach ja, Death Metal gibt es ja auch noch. Zugegeben, diese Musik konnte mich in den letzten Jahren immer weniger mitreißen. Doch ein Album – das allerdings auch kein reiner Genrebeitrag ist – begeistert dann doch: “The Ailing Facade” des FLOURISHING-Nachfolgers AEVITERNE ist unkonventionell und dabei aggressiv und abgründig – nichts aus diesem Genre klingt boshafter, brutaler und kälter, auch wegen Einflüssen aus Industrial und Post Metal. Dieses Drumming und diese unglaublichen Vocals! Neben ULCERATE endlich eine weitere Band mit ganz eigenem Charakter, die das Genre von Grund auf neu prägen kann.

6. ZOLA JESUS: Arkhon

Die dunkle Königin ZOLA JESUS und ihr zweiter Anlauf, ein Popalbum zu schreiben – dieses Mal ohne Major im Nacken. Das Ergebnis ist ein nahezu perfektes, emotionsgeladenes Album mit überlebensgroßen Songs zwischen Drama und verschrobener Introvertiertheit. “Arkhon” ist schlicht atemberaubend.

5. ROLO TOMASSI: Where Myth Becomes Memory

Ja, “Time Will Die And Love Will Bury It” bleibt unangefochten die Nummer eins in der Diskografie von ROLO TOMASSI und ist ein definitiver moderner Klassiker, aber “Where Myth Becomes Memory” schließt den Reifeprozess des Band außergewöhnlich gut ab. Gerade in ihren leisen Momenten brillieren die Geschwister Eva Korman und James Spence samt Band, und es ist vollkommen egal, dass hier und da Post Rockige-Klischees bedient werden. Unter uns gesagt: Hier finden ROLO TOMASSI erst zu wahrer Größe. Das ist Mut, das ist organisches Wachstum, das ist ganz großes Kino.

4. MISþYRMING: Með hamri

Kurz vor Jahresende ist da dieser Hammer, der die Top 20 zermalmt. Auf ihrem dritten Album fletschen MISþYRMING wie gehabt ihre Zähne und hämmern sich an die Spitze des Black Metals weltweit. “Með harmi” gibt dieser Musik ihre Gefährlichkeit zurück, ihre Kraft, ihre Unangepasstheit und bleibt weit, weit entfernt von jeglichen Stereotypen.

3. LOCRIAN: New Catastrophism + Ghost Frontiers

Die glorreiche Rückkehr von LOCRIAN – und ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt. “New Catastrophism” ist dabei mehr als nur eine Entschädigung für sieben Jahre Wartezeit. Das volle Album plus die dazugehörigen EP sprengt die Grenzen aus Noise und Drone, wie eben nur LOCRIAN es können. Diese Tiefe in Sound, Aussage, Konzept erschafft mehr als nur Musik. “New Catastrophism” ist eine verstörende Installation, ein Mahnmal in einer Gesellschaft, die einfach nichts dazulernen will und auf die kommenden Generationen – pardon – scheißt.

2. BRUTUS: Unison Life

Die U-Kurve des Glücks, die hier (vielleicht) auf dem Cover abgebildet ist, besagt, dass die Talsohle statistisch gesehen bei 43,9 Jahren liegt. Ergo habe ich noch gute 3,7 Jahre der Abwärtsspirale vor mir. BRUTUS, die definitiv das leidenschaftlichste Album ablieferten, das ich 2022 gehört habe, schaffen es jedes Mal aufs Neue, dass ich mich wie 45 fühle – auf dem Weg nach oben!

1. BLUT AUS NORD: Disharmonium – Undreamable Abysses + Lovecraftian Echoes

Meisterhafter, in Ton gebannter Horror. So vielschichtig, komplex und außerweltlich, dass man hier sogar von Einzigartigkeit sprechend kann. Auch abseits der Lovecraft-Thematik wird hier ein Tor in eine völlig neue Welt aufgestoßen. Licht aus, Kopfhörer auf, erleben, fühlen, eins werden mit dem Schatten. Aufregender kann Musik nicht sein. Ich stehe zu dieser These: Derzeit kann niemand V. und BLUT AUS NORD das Wasser reichen. Wirklich niemand.

THE GATHERING: Beautiful Distortionthe-gathering-beautiful-distorsion-album-cover

Seit so vielen Jahren sind THE GATHERING aus meinem Leben nicht wegzudenken, und wie sehr habe ich mich über ihre Reunion gefreut… die leider ein blutleeres Album auswirft, mit ein paar guten Stellen aber keinem einzigen Song, der zur Gänze begeistert. Ein gutes hatte mein Frust dann doch: Ich habe “Disclosure” mit diesen meisterhaften Gesangslinien wiederentdeckt (Silje Wergeland passt nämlich exzellent zu THE GATHERING!) und es hat sich zu meinem meistgehörten Album im Frühjahr 2022 entwickelt.

IN THE WOODS…: Diversum

Adieu, ihr avantgardistisch-verschrobenen Norweger. Stattdessen ist da jetzt diese lahme Gothic-Doom Metal-Band, die denselben Namen trägt, wie diejenigen, die “Omnio” geschrieben haben. Dass sich IN THE WOODS… in diese Richtung entwickelt haben ist dabei nicht ganz überraschend, aber trotzdem bitter.

IMPERIAL TRIUMPHANT: Spirit Of Ecstasy

Zu viel des (aufgesetzten) Wahnsinns. Das, was “Alphaville” so genial werden ließ zu potenzieren, ging leider nach hinten los – viel mehr als ein Schwanzvergleich ist dieses Album leider nicht geworden.

DARKTHRONE: Astral Fortressdarkthrone_astral-fortress-album-cover

Ist das noch schrullig oder schon albern? DARKTHRONE verlieren sich mehr und mehr in der Kauz-Metal-Ecke, die für ein paar Alben ganz nett war, aber jetzt scheint die Luft raus zu sein, ein paar nette Riffs hin- oder her. Ein Trostpflaster gibt es dann doch: Das schön-verschrobene Artwork.

NORNA: Star Is Way, Way Is Eye

Immer wenn ein ex-BREACH-Mitglied mit neuer Musik auf sich aufmerksam macht, ist die Freude groß, doch NORNA können den Erwartungen absolut nicht gerecht werden. Tomas Liljedal schreibt Riffs von beachtlicher Heaviness, aber leider hat “Star Is Way, Way Is Eye” ansonsten nicht viel zu bieten.

Sechs- oder siebenmal habe ich in diesem Jahr das Haus verlassen, um Bands live zu sehen. Zeit ist ein knappes Gut, jedes Mal ausgehen ist eine kleine logistische Herausforderung mit zwei kleinen Kindern zu Hause. Umso sorgfältiger suchte ich die Shows aus. Prämisse: Ich liebe die Band über alles oder ich habe die Band noch nie gesehen. Entsprechend gab es auch keine bösen Überraschungen.

Beste Shows in genau dieser Reihenfolge:

1 .THE MENZINGERS mit ihrem sagenhaften Songwriting-Gespür und ihrer Leidenschaft auf der Bühne.

2. PRESS CLUB mit, naja, ihrem sagenhaften Songwriting-Gespür und ihrer Leidenschaft auf der Bühne.

3. CRIPPLED BLACK PHOENIX mit einer brillanten Setlist und die das Gefühl hinterließen, dass nach zwei Stunden Show eine weitere Stunde eigentlich schon noch hätte kommen dürfen.

4 Vampster-Babys in einem Jahr – und eins davon lebt unter meinem Dach. Ich greife gerne in die Klischeekiste, wenn ich behaupte, dass Kinder Hoffnung geben, vor allem in einem global so finsteren Jahr wie diesem. Vor allem aber bedeuten sie, Verantwortung für die gesamte Welt zu übernehmen, wenn sie nicht nur die Scherben aufsammeln sollen, die unsere Generation und die zuvor hinterlassen haben.

Einhergehend mit der Erweiterung der Familie sind natürlich zahllose Erlebnisse zu verzeichnen, in jegliche Richtung. Persönlich war 2022 daher ein  intensives Jahr zwischen dem größten Glück und totaler Überforderung mit einer täglichen Erweiterung und Überschreitung der persönlichen Grenzen.

Daher sind auch zwischenmenschliche Beziehungen von einer On-Off-Mentalität geprägt, sprich: Ich merke, wie gut das Alleinsein tut und brauche einfach mehr Einsamkeit statt Geselligkeit. Und ich nehme sie mir auch. Und es fühlt sich gut an. Die schönsten Momente daher: Mit schlafendem Baby in der Trage quer durch die Wälder zu streifen, Gedanken, die aufkommen, herausströmen lassen, aus denen so manche Idee und Vision wächst.

Eher Schock als Enttäuschung des Jahres: Die Causa SCOTT KELLY.

Es ist ungemein befreiend, keine großen Erwartungen an das kommende Jahr zu haben.