Gut gebrüllt, mythische Sagengestalt! LAIR OF THE MINOTAURs erstes Album in 16 Jahren macht Spaß und ist trotz seiner Kompaktheit überraschend vielschichtig. Doch nicht alles funktioniert auf „I Hail I“.
ASTRAYA suchen im proggigen, mit Metal gewürztem Dark Rock nach der Medizin gegen Weltschmerz: „Atropine“ liefert vieles, das unter die Haut geht, hat aber mit ein paar Baustellen zu kämpfen.
Gefangen im weißen Rauschen: AVERSIO HUMANITATIS haben mit „To Become The Endless Static“ ein intensives, boshaft-nihilistisches Black Metal-Album am Puls der Zeit geschaffen.
Tristesse und Leidenschaft vereint: PURE WRATH blicken pessimistisch auf die Zukunft, „Bleak Days Ahead“ hat aber das Zeug die Indonesier aus der Geheimtipp-Ecke zu holen.
DOODSWENS klassischer Black Metal braucht keine Innovationen um zu begeistern: Ihr zweites Album „Doodswens“ ist nicht nur handwerklich hervorragend gemacht, sondern auch sehr leidenschaftlich.
Ein makabres Schattentheater: CRIPPLED BLACK PHOENIX vermengen die Düsternis von „Ellengaest“ mit der Epik von „Banefyre“. „Sceaduhelm“ ist der nächste logische Schritt für die britische Band.
Zwei Legenden vereint: Die MELVINS und NAPALM DEATH machen sich gemeinsam auf zum „Savage Imperial Death March“. Die Kollaboration bleibt aber hinter den Möglichkeiten zurück.
„Descent“ zeigt, dass IMMOLATION auch im gesetzten Alter noch die eine oder andere stilistische Variation beherrschen. Das zwölfte Album der Death Metal-Band macht vieles besser als der Vorgänger, Klassikervibes sind aber nur selten zu spüren.
Die australische Maschine zeigt erste Anzeichen von Abnutzung: „Mondo Tomorrow“ ist nicht mehr ganz so mitreißend wie die beiden Vorgänger. Wenn THE NEPTUNE POWER FEDERATION aber das Gaspedal durchdrücken, begeistern sie noch immer.
JARBOEs Liebeslied an den Rotaugenvireo ist eine Reise vom Abend durch die Nacht bis zum Morgen. „Sightings“ mag fragmentarisch sein, fügt dem Œuvre der einmaligen Musikerin und Sängerin eine faszinierende Facette hinzu.
Tränen der Freude und Jubelschreie sind erlaubt und gern gesehen: NEUROSIS bieten mit „An Undying Love For A Burning World“ die Conclusio für ihre Karriere und schenken ihrem Publikum ein Album, das sich selbst Optimisten nicht in tausend Jahren erträumt haben dürften. Das ist mindestens das Comeback des Jahres.
Diese Split stimmt ein wenig nostalgisch; im positiven Sinne: LEGBITER lassen die schwedische Post Hardcore-Szene der Neunziger aufleben, während NORNA endlich die Handbremse lösen und sich auf den Weg in Richtung der goldenen Ära von Tomas Liljedal machen.
Ein Gegenentwurf zu „Black Noise“: BONG-RA experimentieren auf „Esoterik“ mit Industrial, und schrecken dabei nicht vor Drones und Darkjazz zurück. Ein schwer zu knackende Nuss, selbst für hartgesottene Hörer*innen.
FILTH IS ETERNALs Hardcore-Punk tendiert auf dem vierten Album „Impossible World“ mehr in Richtung Punk als Hardcore. Warum das eine gute Entwicklung ist, stellt die Band 30 Minuten lang vehement unter Beweis.