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DARKTHRONE: Astral Fortress

Mit “Eternal Hails” hatten letztes Jahr so einige DARKTHRONE-Fans ihre liebe Mühe, da die norwegische Legende doch sehr tief in den Doom-Topf griff. Nichtsdestotrotz kauften genügend Fans das Werk und hievten es auf Platz 5 der deutschen Albumcharts. Gleichzeitig lamentierten eingefleischte Puristen, sie wünschten sich wenn schon das grandiose “Underground Resistance” zurück, wenn sie schon nicht per Zeitkapsel für immer in den 90ern leben könnten. Wohin zieht die grenzenlose künstlerische DARKTHRONE-Freiheit ergo anno 2022 mit dem 20. Album “Astral Fortress”?

Blick in die Vergangenheit

Die Referenzen zu CELTIC FROST sind auf “Astral Fortress” noch immer präsent, aber DARKTHRONE besinnen sich – das Cover verrät es zumindest teilweise (Hint: Backpatch des Eisläufers mal genauer angucken) – mehr auf ihre “Panzerfaust”-Zeiten als auf BLACK SABBATH. Im Vergleich zu “Eternal Hails” ist “Astral Fortress” also definitiv weniger kontrovers und nein, das ist – Black Metal hin oder her – im Falle DARKTHRONEs keine negative Wertung. Klar – zum Ende des episch-über-10-Minuten-langen “The sea beneath the seas of the seas” gibt’s eine kurze, eher doom-affine Gesangseinlage, aber dann setzen die mahlenden Gitarren wieder ein und DARKTHRONE schließen ihr überlanges Schwarzmetall-Doom-Epos stilvoll ab.

“Panzerfaust”-Nostalgie schwebt über den gefrorenen Wassern 

So schwebt ein deutlicher Nebel von “Panzerfaust”-Nostalgie über den gefrorenen Wassern von “Astral Fortress”. Diese ist indessen weitaus dezenter als bei den unzähligen “Transilvanian Hunger”-Kopistentruppen und DARKTHRONE setzen die Selbstreferenzen schlau ein, um etwa einem hasserfüllten Song wie “Kervokian Times” eine Extraportion Fiesheit zu verleihen. Direkte Kältegänsehaut kriegt man  gleich danach beim unheimlichen Mellotron-Sound von “Kolbotn, west of the vast forests”, nur um in “Eon 2” kurz einen richtig coolen Lead serviert zu bekommen, der DARKTHRONEs Black Metal mit NWOBHM-Huldigung vereint. Alles in allem ist “Astral Fortress” also genau das Album, das man zum Wintereinbruch braucht – und DARKTHRONE gleiten auf ihren Eisen über den gefrorenen norwegischen Schwarzmetallsee, wie nur sie es können. Fulminant.

PS: Aber “Underground Resistance 2” ist “Astral Fortress” nicht, nur um die eingangs erwähnten Anhänger nicht um eine Antwort auf die scheinbar aufgeworfene Frage zu bringen. DARKTHRONE machen auch 2022 keine “2.0”-Versionen vergangener Alben.

Veröffentlichungsdatum: 28.10.2022

Spieldauer: 40:00

Label: Peaceville

Website: http://www.darkthrone.no

Line Up
Fenriz: Drums
Nocturno Culto: Gitarre, Bass, Gesang, Mellotron (analog)

DARKTHRONE “Astral Fortress” Tracklist

1. Caravan of broken ghosts
2. Impeccable caverns of Satan
3. Stalagmite necklace
4. The sea beneath the seas of the seas
5. Kevorkian times
6. Kolbotn, west of the vast forests
7. Eon 2