CRIPPLED BLACK PHOENIX: Ellengæst

CRIPPLED BLACK PHOENIX: Ellengæst

CRIPPLED BLACK PHOENIX standen seit jeher für atmosphärische Musik mit stimmungsvollem, aber auch thematischem Tiefgang. Trotz immer wieder kehrenden Line-Up-Wechsel konnte die Band diese Trademarks halten.

So setzt auch das achte Album „Ellengæst“ dort fort, wo „Great Escape“ (2018) die Messlatte sehr hoch angesetzt hatte. Und das wieder nach einer Reihe von Umstrukturierungen, als dass CRIPPLED BLACK PHOENIX der etatmäßige männliche Gesang und das Keyboard weggefallen sind. Aus der Not machte Band-Urgestein Justin Greaves (Ex-IRON MONKEY, Ex-ELECTRIC WIZARD) eine Tugend und nutzte sein musikalisches Netzwerk, um eine Reihe von Gast-Sängern antanzen zu lassen. Herausgekomen ist ein Album, in dessen Stimmung man versinken und über dessen Aussagen man sinnieren kann.

Die Besorgnis erregenden Themen auf „Ellengæst“ geben musikalisch Hoffnung

„Ellengæst“, das aus dem Alt-Englischen stammt, bezeichnet einen starken Geist (Spirit) aber gleichzeitig auch einen schelmischen Dämon. Eine Dualität im Albumtitel, von der CRIPPLED BLACK PHOENIX auch in der Musik Gebrauch machen. Stehen auf der einen Seite bewegende Themen, die Anlass zur Sorge bereiten, so gibt der Outcome innerhalb der Musik doch auch Hoffnung. Die in ihrer Grundausrichtung melancholischen Songs bewegen den Hörer, lassen ihn aber nicht vollkommen deprimiert zurück. Ob das nun die an NICK CAVE erinnernden Tracks „House Of Fools“ oder „Everything I Say“ sind, oder das an den Post-Punk angelehnte „Lost“. Letzeres hinterlässt jedoch mit dem begleitenden Video-Clip einen flauen Magen.

CRIPPLED BLACK PHOENIX setzen auf starke und namhafte Gast-Sänger

Neben der gut gelösten musikalischen Umsetzung der einzelnen Themen, müssen auch die Gesangsdarbietungen erwähnt werden. Neben der unaufgeregten, aber sehr passend eingesetzten Stimme von Belinda Kordic, kommen ja auch eine Reihe von Gast-Sängern zum Zug. So tritt Kristian Espedal (GAAHLS WYRD, Ex-GORGOROTH) in „In The Night“ mit angerauter Stimme als Erzähler auf und Vincent Cavanagh (ANATHEMA) brilliert beim Opener „House Of Fools“. Hinzu geben auch Ryan Patterson (FOTOCRIME) beim an PINK FLOYD und DIRE STRAITS erinnernden „Cry Of Love“ und Jonathan Hulten (TRIBULATION) beim sehr ruhigen „The Invisible Past“ ihr Stelldichein.

Mit „Ellengæst“ haben CRIPPLED BLACK PHOENIX ein – kurzum gesagt – schönes Album abgeliefert. Das neue Album erfüllt die Ansprüche, die man spätestens nach „Great Escape“ an die Engländer stellen darf. Dass das Endergebnis trotz neuerlicher Umschichtungen in der Bandstruktur derart gut ausgefallen ist, überrascht dabei positiv. Abseits des Metals eine absolute Kaufempfehlung.

Veröffentlichungstermin: 09.10.2020

Spielzeit: 54:00 Min.

Line-Up:
Justin Greaves – Gitarre, Schlagzeug, Bass & Samples
Belinda Kordic – Gesang & Percussion
Helen Stanley – Klavier, Synthesisers & Trompete
Andy Taylor – Gitarre

Gast-Musiker:
Vincent Cavanagh (ANATHEMA) – Gesang („House Of Fools“, „Lost“)
Jonathan Hulten (TRIBULATION) – Gesang („The Invisible Past“)
Kristian Espedal (GAAHLS WYRD, Ex-GORGOROTH) – Gesang („In The Night“)
Ryan Patterson (FOTOCRIME) – Gesang („Cry Of Love“)
SUZIE STAPLETON – Gitarre („She’s In Parties“)

Produziert von Justin Greaves & Karl Daniel Lidén @ Chapel Studio in Lincolnshire

Label: Season of Mist

Homepage: https://crippledblackphoenix.net

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/CBP444/

CRIPPLED BLACK PHOENIX „Ellengæst“ Tracklist

1. House Of Fools (7:52)
2. Lost (8:11) (Video bei YouTube)
3. In The Night (8:38)
4. Cry Of Love (5:46) (Video bei YouTube)
5. Everything I Say (7:21)
6. (-) (1:51)
7. The Invisible Past (11:26)
8. She’s In Parties (3:51) (BAUHAUS-Cover)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.