Mirko Wenig

35 Beiträge
Tanzt im Napalm-Death-Shirt auf Techno-Parties. Trifft beim Karaoke keinen Ton. Mehr Moll im CD-Regal als Donald Trump Dollars auf dem Bankkonto. Hauptberuflich als Journalist und Dozent unterwegs.
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L.A. GUNS: Checkered Past

Die L.A. Guns zählten einst zu den rattigsten und räudigsten Hardrock-Bands, die unter der Sonne Kaliforniens je gedeihen konnten: rau, punkig, ungehobelt. Auf ihrem neuesten Werk „Checkered Past“ zeigen sie sich teils altersmilde, verneigen sich auch vor Classic Rock und Blues. Macht nichts: noch immer sind die Krallen scharf genug, um vielen Nachahmern das Gesicht zu zerkratzen.
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Jahresrückblick 2021 von Mirko Wenig

Sind das hier die besten Alben des Jahres 2021? Keine Ahnung. Aber welche, die bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Kenner der Materie werden rufen: "Aber da fehlt doch die neue Iron Maiden! Und Helge Schneider? Wo bitte sind ABBA abgeblieben?" Ihr habt ja alle Recht. Es sind so viele tolle Alben letztes Jahr erschienen, da kann das hier nur ein kleiner Einblick sein. Sollte hier nichts für Euch dabei sein, bin ich natürlich trotzdem beleidigt! Denn über Geschmack kann man bekanntlich streiten: nur halt über Musikgeschmack nicht.
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OBSCURA: A Valediction

Für diese Review hat mir die Redaktion offiziell das Verbot erteilt, das Wort „Gefrickel“ zu verwenden. Aber braucht es ja zum Glück auch gar nicht. Denn die Griffbrett-Akrobatik (Moment, ich schaue mal: Das Wort steht auch auf der Verbotsliste!) von OBSCURA hat kein anderes Ziel, als verdammt geilen und klugen Death Metal zu servieren, der auf diesem Niveau aktuell von kaum einer anderen Band kredenzt wird. Auch das neue Album ist wieder Feinkost für alle Headbanger, die es gern ein wenig anspruchsvoller mögen.
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KHEMMIS: Deceiver

Die US-Metaller KHEMMIS haben auf ihrem mittlerweile vierten Studio-Album „Deceiver“ die eigene Rezeptur verfeinert: Majestätische Doom-Hymnen treffen auf klassischen Metal und Melodic Death. Dabei klingen sie nicht nur schwer, sondern auch überraschend elegant und abwechslungsreich. Zudem modern und zeitgemäß, obwohl sie doch klassische Zutaten verrühren.
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RAY WILSON: The Weight of Man

Sänger Ray Wilson wird immer wieder an seiner Vergangenheit mit STILTSKIN und insbesondere GENESIS gemessen. Was Schade ist, denn mit seinen Solo-Alben hat er sich längst eine eigene Nische geschaffen, in der er erfolgreich Mainstream-Rock mit Singer-Songwriter und Progressive Rock verbindet. Auch das neue Album „The Weight of Man“ bietet Songwriting auf sehr hohem Niveau: stimmungsvoll, melancholisch, schön. Ein Tipp für alle aufgeschlossenen Rock-Fans.
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NESTOR: Kids in a Ghost Town

Die Schweden NESTOR fahren ihren alten Volvo aus den 80ern mit Vokuhila, Ledernieten und ordentlich Proll-Attitüde vor. Doch das könnte in die falsche Richtung führen: Hinter „KIDS IN A GHOST TOWN“ verbirgt sich eines der besten Melodic-Rock-Alben seit langer Zeit. Leider derzeit nur als Export zu haben, gehört das Album auf den Einkaufszettel von jedem Genre-Fan.
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HIPPOTRAKTOR: Meridian

Progressive Metal wandelt sich: Dafür bieten HIPPOTRAKTOR auf ihrem gelungenen Debüt "Meridian" guten Anschauungsunterricht. Mit aggressiven Shouts, Meshuggah-Riffs und Djent-Einflüssen schafft der belgische Fünfer ein atmosphärisch dichtes Konzeptalbum, bei dem manch Purist die Nase rümpfen wird: Aber aufgeschlossene Hörer mal ein Ohr riskieren sollten.
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CANDLEBOX: Wolves

Die Grunge-Heavyrocker CANDLEBOX kommen, dreißig Jahre nach ihrer Gründung, mit einem neuen Album um die Ecke. Lohnt sich das? Ja klar: Klingt noch immer überraschend frisch. Das Talent für catchy Songs haben sie nicht verloren. Und wenn sie damals schon in Deutschland nicht über den Geheimtipp-Status hinwegkamen, sind sie das noch immer: ein Geheimtipp für alle Fans cool und lässig groovender Rock-Hymnen.
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MARTA GABRIEL: Metal Queens

MARTA GABRIEL, Frontfrau der polnischen Power-Metal-Hopefuls CRYSTAL VIPER, veröffentlicht mit „Metal Queens“ ihre Hommage an starke Frauen des Metal in den 80ern Jahren. Ein Cover-Album und notwendiges Korrektiv für eine Zeit, in der noch immer der Machismo im Metal regierte: zudem ein Album, das wirklich viel Spaß macht! Banger en masse: aus einer Zeit, als Metal noch wild und unberechenbar war.
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WHISPERING SONS: Several Others

Es gibt nur wenige Bands, die aktuell das Gothic-Rock-Genre weiterdenken und sich nicht den bekannten Klischees ergeben: Die Belgier WHISPERING SONS gehören definitiv dazu. Schwierig, sperrig und im Ansatz minimalistisch, gibt es hier noch das, was die Musik einst auszeichnete: Düsterheit, Klaustrophobie, erratische Ausbrüche. Das liegt vor allem auch an der tiefen, drängenden Stimme von Frontfrau Fenne Kuppens, die charismatisch fleht und leidet.
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CRYPTA: Echoes Of The Soul

Mit CRYPTA legen nun zwei Drittel der brasilianischen Thrash-Hoffnungsträger NERVOSA ihr Debüt vor, nachdem sich die Band aufspaltete. Ist „Echoes Of The Soul“ eine Enttäuschung? Jein. Die Ladys schaffen es nicht ganz, ihre Stärken auf dem Album auszuspielen. Trotzdem legen sie ein sehr amtliches Album vor, das Old-School-Death-Metal mit leicht thrashigen Einflüssen verbindet. Melodische Leads und fett groovende Songs gibt es reichlich: Frontfrau Fernanda Lira keifert kompetent und vielseitig wie eh und je.
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FEAR FACTORY: Aggression Continuum

FEAR FACTORY bieten auf ihrem neuen Album „Aggression Continuum“ das, was sie am besten können. Nein: keine schmutzige Wäsche waschen und ewige Rechtsstreite führen. Sondern brutal groovenden, futuristischen Metal-Sound, der klingt, als hätte Darth Vader persönlich eine Metal-Band gegründet. Das alles haben sie mit noch mehr Hooks und eingängigen Refrains versehen. Aber keine Sorge: Das Album hat fettes Nackenbrecher-Potential. Und klingt kompromisslos wie eh und je.
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FLOTSAM AND JETSAM: Blood In The Water

35 Jahre nach ihrem Debüt liefern die Thrash-Dinos FLOTSAM AND JETSAM mit „Blood In The Water“ ein bombenstarkes Album ab, das ordentlich die Krallen zeigt. So hungrig und bissig klangen sie vielleicht seit „No Place for Disgrace“ nicht mehr. Wer die Band aus den Augen verloren hatte, sollte sie schnellstens wieder auf die Karte setzen. Ich lege mich fest: ein Thrash-Highlight des Jahres!