Ein neues Album von POISON RUIN ist mittlerweile ja durchaus ein großes Ding. Kein Wunder, hat man doch einen Überhit wie "Harvest" in petto, einen Plattenvertrag bei Relapse und richtig Bock auf Punk - den man mit dem dementsprechend sehnlichst erwarteten neuen Album zu veredeln angetreten ist. Ob es gelingt?
Tränen der Freude und Jubelschreie sind erlaubt und gern gesehen: NEUROSIS bieten mit „An Undying Love For A Burning World“ die Conclusio für ihre Karriere und schenken ihrem Publikum ein Album, das sich selbst Optimisten nicht in tausend Jahren erträumt haben dürften. Das ist mindestens das Comeback des Jahres.
MIRROR OF DECEPTION waren schon immer wichtig für die Doom Metal-Szene, mit ihrem sechsten Album „Transience“ setzen sie ihr eigenes Denkmal auf einen Sockel. Der ist so hoch, dass man die Band nicht mehr übersehen kann, auch außerhalb der eingeschworenen Szene.
Es ist nicht schwer, das Schaffen von Abysmal Specter zu lieben: Es bedarf lediglich eines gewissen Überdrusses an Normalität im Heavy Metal und einer Liebe für das Obskure und das Ritterliche. Und, ach ja, eingängigen Melodien und einer gewissen kindlichen Freude am Quatsch gegenüber sollte man sich auch recht aufgeschlossen zeigen, dann wird man (fast) nie enttäuscht. Oder?
"Sunder" ist ein modernes wie melancholisches Album, das ATLAS auf konstantem Niveau zeigt und höchsten ein bis zwei hervorstechende Höhepunkte vermissen lässt.
Vom Geschwisterwerk lösen kann und will sich "Knochengesänge II" nicht. Darauf erfinden WALDGEFLÜSTER ihre Songs neu, sind bei manchen Stücken aber mutiger als bei anderen.
Grundsätzlich besitzt "Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye" alle Zutaten, die ein kauziges Party Metal-Album braucht. Am Ende begehen ANGUS McSIX aber die gleichen Fehler wie auf dem Debüt.
Diese Split stimmt ein wenig nostalgisch; im positiven Sinne: LEGBITER lassen die schwedische Post Hardcore-Szene der Neunziger aufleben, während NORNA endlich die Handbremse lösen und sich auf den Weg in Richtung der goldenen Ära von Tomas Liljedal machen.
Ein Gegenentwurf zu „Black Noise“: BONG-RA experimentieren auf „Esoterik“ mit Industrial, und schrecken dabei nicht vor Drones und Darkjazz zurück. Ein schwer zu knackende Nuss, selbst für hartgesottene Hörer*innen.
LAMB OF GOD setzen auf vertraute Strukturen, eingängiges Riffing und etwas Monotonie, weshalb "Into Oblivion" mit zunehmender Dauer etwas an Dringlichkeit einbüßt.
I PREVAIL orientieren sich an den Spielregeln der modernen "Core"-Szene. Das Resultat ist für Fans des Subgenres ordentlich, aber zahnlos bleibt "Violent Nature" dadurch dennoch.
FILTH IS ETERNALs Hardcore-Punk tendiert auf dem vierten Album „Impossible World“ mehr in Richtung Punk als Hardcore. Warum das eine gute Entwicklung ist, stellt die Band 30 Minuten lang vehement unter Beweis.
Leute, der Frühling kommt. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, überall erblüht das Leben. Ist es nicht herrlich? Nein, verdammt, wir wollen Kälte, Eiseskälte, frostbitten darkness, Threnodies From The Coldlands! Bitteschön.