The Amity Affliction - House Of Cards Cover

THE AMITY AFFLICTION: House Of Cards

THE AMITY AFFLICTION beweisen Konstanz und Willenskraft: „House Of Cards“ ist trotz des einschneidenden Besetzungswechsels eine grundsolide Angelegenheit.

Für gewöhnlich braucht es nicht mehr als einen kleinen Handgriff, um ein Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Ganz besonders, wenn es das Fundament betrifft, dem man einen Baustein entnimmt. Dass das fragile Gebilde THE AMITY AFFLICTIONs also überhaupt noch steht, ist nach den Querelen der Vergangenheit überaus erstaunlich. Schließlich war die Trennung von Bassist und Sänger Ahren Stringer keine völlig saubere, obschon notwendige Angelegenheit, die zugleich tiefe Spuren hinterließ.

Denn mit Stringers markanter Singstimme ging auch ein prägender Teil Identität verloren, den sein Nachfolger Jonathan Reeves (KINGDOM OF GIANTS) eben nicht einfach so wettmachen kann. „House Of Cards“ hat somit von vornherein einen schwierigeren Stand in der Diskografie der Australier: Denn etwas beliebiger und weniger einzigartig klingt die Formation nach dem Besetzungswechsel schon.

THE AMITY AFFLICTION-Shouter Joel Birch zeigt sich auf „House Of Cards“ in Bestform

Dafür macht das Quartett an anderer Stelle Boden gut, wie wir binnen kürzester Zeit feststellen dürfen. Denn auf das Intro „Vide Nueva“ folgt mit „Kickboxer“ ein unerbittlicher Einstieg, der Shouter Joel Birch in Bestform zeigt. THE AMITY AFFLICTION ballen hier nicht zum letzten Mal die Faust, um uns ungespitzt in den Boden zu rammen. Während das groovende „Bleed“ etwas unter seinen synthetischen Sprachsamples leidet, zeigt „Eternal War“ die Gruppe zum Albumfinale von ihrer brachialen Seite.

Untermalt werden die Kompositionen genretypisch mittels diverser Synth-Spuren, zu welchen sich im restlichen Songmaterial außerdem Reeves‘ Klargesang gesellt. Dabei ist der Bassist nicht immer so prominent im Rampenlicht platziert, wie es im Titelstück der Fall ist. Gerade in den Refrains darf sich der Bassist für gewöhnlich dennoch austoben. „Heaven Sent“ hält als klassischer Modern Metalcore-Track diesbezüglich keine Überraschungen bereit, ist wie der Großteil der Platte dafür grundsolide umgesetzt.

THE AMITY AFFLICTION beweisen Konstanz und Willenskraft

THE AMITY AFFLICTION verschließen sich derweil nicht vor gegenwärtigen Trends, wenn sie etwa im Intro von „Break These Chains“ mit Drumcomputern arbeiten und hier sowie im nachfolgenden „Swan Dive“ den Pop-Appeal der Melodiebögen ausarbeiten. Dass „House Of Cards“ im Mittelteil an Schwung verliert, ist auch dieser Orientierung zuzuschreiben, obschon sich die Band dadurch keinesfalls definieren lässt.

Man legt also ein größeres Augenmerk auf das entsprechende Gleichgewicht: Den soften Momenten stellen THE AMITY AFFLICTION härtere Ausflüge in größerem Umfang entgegen. Inmitten dieser Schnittmenge ist zwar nicht jeder Track gleich packend und auch die großen Hits sind diesmal nicht mit von der Partie. Dafür beweist die Formation Konstanz und Willenskraft: Einsturzgefährdet ist dieses Kartenhaus wohl auch in absehbarer Zukunft nicht.

Veröffentlichungstermin: 27.04.2026

Spielzeit: 40:37

Line-Up

Joel Birch – Vocals
Daniel Brown – Gitarre, Programming
Jonathan Reeves – Bass, Vocals
Joseph Longobardi – Drums

Produziert von Dan Brown und Sam Bassal (Mix)

Label: Pure Noise

Homepage: https://theamityaffliction.net/
Facebook: https://www.facebook.com/theamityafflictionofficial
Instagram: https://www.instagram.com/theamityaffliction
Bandcamp: https://amityaffliction.bandcamp.com/

THE AMITY AFFLICTION “House Of Cards” Tracklist

  1. Vida Nueva
  2. Kickboxer
  3. House of Cards (Video bei YouTube)
  4. Heaven Sent
  5. Bleed (Video bei YouTube)
  6. Break These Chains
  7. Beso De La Muerte
  8. Swan Dive
  9. Speaking in Tongues
  10. Afterlife
  11. Reap What You Sow
  12. Eternal War