Bring Me The Horizon - Count Your Blessings Repented Cover

BRING ME THE HORIZON: Count Your Blessings | Repented

So furios wie zu Anfangstagen: BRING ME THE HORIZON gehen auf der Neuaufnahme von „Count Your Blessings“ rastlos und ungezügelt ans Werk.

Der größte Kritikpunkt, da ist man sich in der Fangemeinde wohl einig, ist die verpasste Steilvorlage: „Recount Your Blessings“ läge doch als Titel dieser Neuaufnahme auf der Hand. Dass es beim wenig eleganten Zusatz „Repented“ bleibt, soll den Spaß an dieser Frischzellenkur allerdings nicht schmälern.

Denn die Art und Weise, wie BRING ME THE HORIZON das 20-jährige Jubiläum ihres Debüts feiern, hätte vor nicht allzu langer Zeit wohl niemand mehr für möglich gehalten. Die Modern Metal-Band, die mittlerweile Arenen ausverkauft und die Billings der größten Festivals anführt, nimmt sich tatsächlich nochmals ihrer Deathcore-Wurzeln an.

BRING ME THE HORIZON gehen auf der Neuaufnahme von „Count Your Blessings“ rastlos und ungezügelt ans Werk

Komplett neu eingespielt bleibt „Count Your Blessings | Repented“ der Urfassung treu, kleidet diese aber in eine zeitgenössische Produktion: Mix und Mastering übernahm Buster Odeholm (THROWN, HUMANITY’S LAST BREATH, VILDHJARTA), der somit für das massive und dennoch rohe Klanggerüst verantwortlich zeichnet. An Boshaftigkeit büßen die zehn Tracks somit rein gar nichts ein: Die Breakdowns sind mächtig, die teils an AT THE GATES angelehnten Riffs voller Elan und Energie – tendenziell überproduziert also, doch für das Genre nicht unbedingt unpassend.

Rastlos und ungezügelt gehen BRING ME THE HORIZON ans Werk, was nicht zuletzt für Frontmann Oli Sykes gilt, der das Gift in seinen Stimmbändern wiedergefunden hat und nun den galligen Screams einige erschütternde Growls hinzuaddiert. Zwischen geordnetem Chaos und Zerstörungsorgie zieht die Band eine Schneise der Verwüstung, was mit dem neu interpretierten Klassiker „Pray For Plagues“ seinen Anfang nimmt und sich im ähnlich gelagerten „Tell Slater Not To Wash His Dick“ fortsetzt. AT THE GATES-Huldigung betreiben phasenweise außerdem „Dragon Slaying“, „Black & Blue“ sowie „For Stevie Wonder’s Eyes Only (Braille)”.

BRING ME THE HORIZON krönen „Count Your Blessings | Repented“ mit einer brandneuen Single

Beeindruckender als diese kompromisslose Rückkehr zu den eigenen Anfangstagen ist jedoch die Nonchalance, welche BRING ME THE HORIZON an den Tag legen. Ohne große Worthülsen und bedeutungsschwangere Versprechungen machen die Briten Nägel mit Köpfen und gehen dabei sogar noch einen Schritt weiter. Den abermals eingefangenen Furor des Erstlingswerks krönt das Quartett mit einer brandneuen Komposition: „Dehumanized“ verknüpft modernes Songwriting mit dem klassischen Deathcore-Sound der Formation. Dadurch schlägt das Stück nicht ganz so viele Haken, darf sich in Sachen Härtegrad jedoch durchaus mit dem vorangegangenen Output messen.

Statt großspuriger Vorankündigungen lassen BRING ME THE HORIZON folglich Taten sprechen: „Count Your Blessings | Repented“ ist weder Schnellschuss noch Anflug blinder Nostalgie. Vielmehr versöhnen sich die Briten hier mit ihrer frühesten Schaffensperiode, indem sie den zehn Stücken mit Respekt und Ernsthaftigkeit Tribut zollen. Das wiederum soll auch der neue Zusatz im Titel vermitteln: eine Botschaft, die der Band verständlicherweise wichtiger ist als die ungleich elegantere Alternative.

Veröffentlichungstermin: 10.07.2026

Spielzeit: 42:13

Line-Up

Oli Sykes – Vocals
Lee Malia – Gitarre
Matt Kean – Bass
Matt Nicholls – Drums

Produziert von Oli Sykes, Lee Malia und Buster Odeholm (Mix und Mastering)

Label: Sony

Homepage: https://www.bmthofficial.com/
Facebook: https://www.facebook.com/bmthofficial/
Instagram: https://www.instagram.com/bringmethehorizon/

BRING ME THE HORIZON “Count Your Blessings | Repented” Tracklist

  1. Pray For Plagues
  2. Tell Slater Not To Wash His D**k
  3. Braille (For Stevie Wonder’s Eyes Only)
  4. A Lot Like Vegas
  5. Black & Blue (Audio bei YouTube)
  6. Slow Dance
  7. Dragon Slaying
  8. (I Used To Make Out With) Medusa
  9. Fifteen Fathoms, Counting
  10. Off The Heezay
  11. Dehumanized (Video bei YouTube)