RAUNCHY-Prisoner-cover

RAUNCHY: Prisoner

Leichtfüßig und mit umsichtigen Arrangements melden sich RAUNCHY nach langer Pause zurück. Mit Erfolg: „Prisoner“ transportiert die Dänen erfolgreich ins Hier und Jetzt.

Man kann durchaus argumentieren, dass RAUNCHY damals, in den 2000er Jahren, ihrer Zeit voraus waren. Wie die Dänen beispielsweise auf „Wasteland Discotheque“ (2008) Modern Metal mit Groove, Synthesizern und Pop-Einflüssen verbanden, war seinerzeit eine ungewöhnlich einzigartige Mischung, die nicht jeder Metalhead ohne Umwege ins Herz schließen konnte. Letzteres hat wohl heute noch Bestand, doch ansonsten gehören die charakteristischen Stilmittel der Formation nun fast überall zum guten Ton, von Alternative bis Post Metalcore.

Das Comeback mit „Prisoner“ kann also zu keinem besseren Zeitpunkt kommen, möchte man meinen. Wobei RAUNCHY eigentlich trotz zwölfjähriger Funkstille nie komplett weg waren, begannen die Arbeiten am neuen Werk doch schon 2021. Entsprechend viel Zeit konnte man den Arrangements widmen, die sich überraschenderweise nicht wirklich um Radiotauglichkeit scheren: Unter fünf Minuten bleibt nur der balladeske Titeltrack, ansonsten nehmen sich die sechs Musiker so viel Zeit, wie sie für richtig halten.

RAUNCHY agieren auf „Prisoner“ leichtfüßig und umsichtig

Insgesamt navigieren RAUNCHY ihre Stücke mit Umsicht und einem gesunden Maß an Zielstrebigkeit, wodurch selbst überlange Songstrukturen nicht in Langatmigkeit enden. Den Start meistert die Gruppe sowieso mit Bravour: „Frostbite“ als Opener transportiert uns direkt zurück in die Glanzzeit der Band, verbindet melodische Gitarrenarbeit mit schwungwollen Keyboards und einem Wechsel aus harschen Vocals und erhebendem Klargesang im Refrain.

„Frameworker“ wiederum gefällt durch seinen treibenden Groove, bis in der Hook die Keyboardmelodien elegant den Klargesang umschmeicheln. Fast schon in Richtung Discobeat schielt dagegen die tanzbare Hook von „Designed Despair“, was im RAUNCHY-Kosmos jedoch frisch und leichtfüßig erklingt. Allein das süßliche „Darkest Self“ trägt für unseren Geschmack zu dick auf, dürfte dank gefälliger Gesangslinien aber sein Publikum finden.

„Prisoner“ transportiert RAUNCHY erfolgreich ins Hier und Jetzt

Glücklicherweise denkt „Prisoner“ dazwischen an die Dynamik: „Masquerade“ und besonders „Revealing I“ im Anschluss ziehen den Härtegrad spürbar an, weben Blastbeats ein und drücken zwischendurch das Gaspedal durch, so dass die zweite Albumhälfte trotz der ausladenden Spielzeit kurzweilig bleibt. Gänzlich ungehörte Feinheiten kristallisieren sich aus dem Gesamtbild zwar nicht heraus, als Rückkehr ins Hier und Jetzt ist die Scheibe nichtsdestotrotz gelungen, zumal RAUNCHY nun auch selbst in dem Zeitalter angekommen sind, für das sie noch vor anderthalb Dekaden unwissend Pionierarbeitet leisteten.

Veröffentlichungstermin: 14.08.2026

Spielzeit: 58:20

Line-Up

Mike Semensky – Vocals
Jesper Andreas Tilsted – Guitars & Keyboards
Lars Christensen – Guitars
Jeppe Christensen – Keyboards & Vocals
Jesper Kvist – Bass
Morten Toft Hansen – Drums

Produziert von Jacob Hansen

Label: Mighty Music

Facebook: https://www.facebook.com/ronniband/
Instagram: https://www.instagram.com/raunchyofficial
Bandcamp: https://raunchydk.bandcamp.com

RAUNCHY “Prisoner” Tracklist

1. Frostbite (Lyric-Video bei YouTube)
2. Stranded
3. Frameworker (Lyric-Video bei YouTube)
4. Darkest Self (Video bei YouTube)
5. Designed Despair (Video bei YouTube)
6. Higher Truths
7. Masquerade
8. Revealing I
9. Vanishing Act
10. Prisoner