Im April des letzten Jahres haben mir ZERRE in Siegen live mal so richtig den Kopf abgeschraubt. Bis dahin kannte ich die Band nur vom Namen, nach dem Konzert war ich Fan und hätte mir gerne das 2024er Album “Scorched Souls” zugelegt, welches zu diesem Zeitpunkt aber nur auf Vinyl erhältlich war. Hier verschaffen Dying Victims Records nun Abhilfe und veröffentlichen “Scorched Souls” Ende März auch auf CD. Zeitgleich, und das ist hier eigentlich die wichtigere Nachricht, erscheint ebenfalls auf Dying Victims auch der Nachfolger “Rotting On A Golden Throne”.
Ist “Rotting On A Golden Throne” nun das zweite oder das vierte Album von ZERRE?
Auf den Promobildern und Texten findet man unterschiedliche Aussagen dazu, das wievielte Album der Band “Rotting On A Golden Throne” nun ist. Auf dem Promobild, welches die Band auch auf Facebook teilt ist vom zweiten Album die Rede, im Text in der Promomail wird der vorgänger “Scorched Souls” wiederum als drittes Album bezeichnet. Richtig ist, dass die Band zwischen 2014 und 2017 bereits zwei Alben veröffentlichte, welche musikalisch wohl noch eher im Hardcore verortet waren. Dann legte die Band anscheinend ne Pause ein, auch auf Facebook gibt es eine Lücke zwischen 2017 und 2022. Mit dem Neustart 2022 gab es ein sehr cooles, neues Logo und die musikalische Ausrichtung ging nun klar Richtung Thrash Metal.
Mit dem Cover der ersten Single “Pigs Will Be Pigs” hat man eine ziemlich coole Hommage an das Cover von KREATORs “Extreme Aggression” geschaffen, musikalisch orientieren sich ZERRE indes eher am amerikanischen Thrash Metal. Als erstes kommen mir die großartigen POWER TRIP in den Sinn, wenn ich “Rotting On A Golden Throne” höre oder auch die ähnlich gelagerten ENFORCED. Nico Ziskas super aggressives, angepisstes Gebrüll steht dem eines Riley Gale (R.I.P.) in nichts nach, Unterstützung kommt in Form häufig platzierter, starker Gangshouts. Auch den einen oder anderen hohen Schrei ala Tom Araya gibt es zu hören.
ZERRE schaffen den Spagat zwischen hohem Aggressions- und Energielevel, spielerischer Klasse und starkem Songwriting
Die beiden Gitarristen beherrschen die hohe Schule des messerscharfen Bay Area Thrash-Riffings in Perfektion, lassen aber auch durch die starke Leadgitarren Arbeit aufhorchen, da sitzt jedes Lead, jedes Solo und alles wirkt durchdacht und nicht einfach so hingeschissen. Das größte Kunststück ist aber, dass ZERRE den Spagat zwischen maximaler Aggression und hohem Energielevel auf der einen und starkem Songwriting auf der anderen Seite schaffen. Jedes Stück auf “Rotting On A Golden Throne” ist clever arrangiert und ein über sieben Minuten langes, super abwechslungsreiches Thrash-Epos wie “Mental Vacation” muss man erstmal auf die Reihe kriegen.
ZERRE feuern auf “Rotting On A Golden Throne” ein Feuerwerk aus Thrash Hits ab!
Aber eigentlich reihen ZERRE hier Thrash-Hit an Thrash-Hit, wirklich jeder Schuss ist ein Treffer. Das ganze Album ist ein einziger Premium-Nackenbrecher voller Killer-Riffs, starker Soli, rasanten Abfahrten und brachialen Mosh-Parts. Ich hatte ja nach dem starken Konzert letztes Jahr durchaus hohe Erwartungen an “Rotting On A Golden Throne”, doch auch diese haben ZERRE mal locker übertroffen und setzen sich somit auf Platz eins Sachen Thrash Metal im bisherigen Jahr. Wer seinen Thrash Metal nicht nur aggressiv aufs Maul sondern gleichzeitig mit spielerischer Klasse und cleverem, effektiven Songwriting mag, der kommt an “Rotting On A Golden Throne” nicht vorbei. Ganz starkes Album!
Veröffentlichungsdatum: 27.03.2026
Spielzeit: 40:50
Line-up:
Nico Ziska – Vocals
Dominik Bertelt – Guitars
Rocco Lepore – Guitars
Tim Müller – Bass
Basti Spahn – Drums
Label: Dying Victims Records
Bandcamp: https://zerrethrash.bandcamp.com
Facebook: https://www.facebook.com/zerre.thrash
Instagram: https://www.instagram.com/zerre.thrash
ZERRE „Rotting on a Golden Throne“ Tracklist
01. Intro
02. Pigs Will Be Pigs (Audio bei Bandcamp)
03. Deception of the Weak (Video bei YouTube)
04. Mental Vacation
05. Concrete Hell
06. Rotting on a Golden Throne (Video bei YouTube)
07. Tin God
08. Killing Taste
09. No Alibi