Es ist schon erstaunlich: Nach zwei Alben auf Nordvis, die mich mehr oder weniger kalt gelassen haben, haben sich die Schweden von JORDFÄST für ihr drittes Album mit Black Lion Records einem Label mit etwas direkterer Ausrichtung zugewandt - und legen hier nun eindeutig ihr bisher bestes Album vor.
LORNA SHORE führen das Erfolgsrezept von "Pain Remains" (2022) konsequent fort. "I Feel The Everblack Festering Within Me" fehlt es dadurch nicht an Qualität, aber an Überraschungen.
"Rivers Of Nihil" hat Selbstbewusstsein und Charakter: Mal bissig, mal feinfühlig agiert die Progressive Death Metal-Band mit einer klar erkennbaren Vision.
Mit ihrem gerade mal dritten Album in über zwanzig Jahren Bandgeschichte hauen VIOLATOR ein Thrash-HIghlight des Jahres raus. Wild, ungezügelt aber auch gekonnt arrangiert.
THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY haben die Schnauze voll vom Dreck fressen. „November Boys“ ist weder Punk noch Stadionrock – und doch können die Norweger beides vereinen. Und am Ende rettet Sänger Ivar Nikolaisen die Band.
Kompakt und brutal gehen SIGNS OF THE SWARM zu Werke. Was "To Rid Myself Of Truth" fehlt, ist die Originalität: Erst zum Ende wagt sich die Deathcore-Band vorsichtig aus der Komfortzone.
Schöne Melodien und eine packende Atmosphäre zeichnen "Children of Eve" aus. Dass es an außergewöhnlichen Höhepunkten fehlt, kompensieren NIGHTFALL mittels des geschlossenen Gesamteindrucks.
SLIME sind quicklebendig, prügeln sich auf ihrem zehnten Studioalbum durch teils wütende, teils überraschende positive Songs. Selbstbewusster denn je bekommt das Punk-Urgestein Aggression und Melodie, Nostalgie und Zukunftsperspektiven, Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern unter einen Hut.
Das dritte Album von SLOW CRUSH, der brachialsten und emotionalsten Shoegaze-Band Europas, ist perfekt für den Spätsommer: „Thirst“ klingt wie ein diesiger Morgen, an dem sich der Tau nicht entscheiden kann, ob er in den Himmel steigen und das gleißende Licht abmildern soll.