GABRIEL BURNS: Folge 36 – Am Ende aller Tage [Hörspiel]

GABRIEL BURNS: Folge 36 – Am Ende aller Tage [Hörspiel]

Das war es also. Die Welt ist praktisch untergegangen. Nach den folgenschweren Ereignissen in Indien – der Letzte der Zehn ist gefallen – können sich Larry Newman und Joyce Kramer retten, sie werden vom wiederhergestellten Dorgan Fink an den Drangar-Gletscher nach Island gebracht, wo sie in den Widerstand gegen die Fahlen aufgenommen werden. Schließlich landen Kramer und Newman in Kanada mit einer Mission für die genau drei Tage Zeit ist, oder drei Tage Zeit war – das weiß keiner so genau. Joyce wird von der vergifteten, brach liegenden Umwelt krank, Larry sitzt am Steuer eines Jeeps, stets auf der Suche nach Caliba, einem Medikament, das gegen das Gift immunisieren soll und auf dem Weg in einer der Sphären des Widerstandes. Unterwegs treffen sie auf Gestalten, Mutationen, Monstren und Beobachter, die bereits bekannt sind und ihnen ans Leder wollen: Der Albtraum geht nun erst richtig los.

Die Fans fühlen sich selbst wohl wie Am Ende aller Tage, doch nun geht es weiter, nach drei langen Jahren. Es ist ein nahtloser Übergang der Story und trotzdem beginnt spürbar ein neuer Zyklus. Die Welt ist mittlerweile von Monstren, Mutationen und Beobachtern übersät, lebensfähig ist niemand mehr ohne Caliba. Larry und Joyce sind auf sich alleine gestellt, nachdem Steven Burns wieder verschwunden und Bakerman scheinbar tot ist. Ihre Odyssee erinnert an The Road, vielleicht ein bisschen zu sehr – das totale Endzeitfeeling ist dennoch gegeben, grausiger Details inklusive. Die Atmosphäre stimmt bei Am Ende aller Tage, GABRIEL BURNS bleibt kryptisch, dem Film im Kopf wird viel Freiraum gelassen, einige Zusammenhänge müssen kombiniert werden, entsprechend anspruchsvoll ist das Hörspiel.

Erzähler Jürgen Kluckert spricht wie üblich mit dunkler, unheilvoller Stimme, das Team Björn Schalla als Larry Newman und Bianca Krahl als Joyce Kramer funktioniert besser als zuvor. Dadurch dass ihre Figuren einen gnadenlosen Kampf ums Überleben führen und allerhand Leid ertragen müssen, werden sie zu Höchstleistungen angespornt. Auch die Nebenrollen sind gut ausgewählt, Familie Darwin in der Hudson Bay wandelt zwischen Hoffnung und Wahnsinn, Bert Stevens als abschließend auftretender Milton ist äußerst fies. Bombastische Effekte braucht GABRIEL BURNS in dieser Folge nicht, das Wichtigste spielt sich im Kopf ab, insofern ist Am Ende aller Tage überraschend subtil – bis auf die drastischen Splatterszenen, beispielsweise in der Tankstelle. Es wird außerdem viel Wert auf den Soundtrack gelegt, der stellenweise, gerade bei den neuen Themen, sehr cineastisch wirkt und nach großem Filmsoundtrack klingt. Dass das Stück Avenger allerdings im Vorfeld als Single ausgekoppelt wurde, ist dann doch ein wenig übertrieben, denn so stimmig die Komposition im Hörspiel klingt, so konfus und platt wirkt es ohne die Geschichte, und wenn die gesampelte Stimme von Jürgen Kluckert hinzukommt, wirkt es gar kitschig.

Aber zurück zum Wesentlichen: Am Ende aller Tage endet viel zu schnell, das einstündige Hörspiel kommt nach und nach in Fahrt, steigert sich, hat ein paar ruhige Momente parat und lässt den Hörer schließlich mit vielen offenen Fragen zurück, die sich vermutlich in der nächsten Episode, dem zweiten Teil der Story, klären werden. Glücklicherweise ist Der Atem der Fahlen schon in die Nähe gerückt, auch wenn noch kein Veröffentlichungsdatum feststeht. Nach Das Haus der Seele ist Am Ende aller Tage eine konsequente und doch frische Neuausrichtung für GABRIEL BURNS, die viel Potenzial birgt. Eine der besten Hörspielserien überhaupt erlebt ein absolut vielversprechendes Reboot – hoffen wir, dass nach dem Ende der ermüdenden Rechtsstreits Volker Sassenberg und seine Crew ihre Energie nun ohne ausgebremst zu werden in das stecken, was sie am besten können: Erstklassige Hörspiele produzieren.

Veröffentlichungstermin: 19. April 2013

Spielzeit: 61:30 Min.

Line-Up:
Jürgen Kluckert – Erzähler
Hans Paetsch – Introerzähler
Björn Schalla – Larry Newman
Bianca Krahl – Joyce Kramer
Timmo Niesner – Dorgan Fink
Sabrina Heuer – Alice Fanning
Tirzah Haase – Alice´s Mutter
Norbert Schmidt – Darwin
Diana S. Borgwardt – Karen
Stefan Krause – Elijah
Bert Stevens – Milton

Volker Sassenberg – Produktion und Regie
Volker Sassenberg und Andreas Gloge – Drehbuch
Matthias Güntert und Volker Sassenberg mit Manuel Rösler – Musik
Mark Sander & Volker Sassenberg – Tontechnik und Schnitt
Ingo Masjoshusmann – Cover Design und Illustration
Label: Decision Products / Sony Music

Homepage: http://www.gabriel-burns.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/GabrielBurnsHoerspiel