Liminal Sky - All Tomorrow's Darkness Cover

LIMINAL SKY: All Tomorrow’s Darkness

Das kickt leider zu wenig: LIMINAL SKY wirken auf „All Tomorrow’s Darkness“ über weite Strecken trotz prominenter Unterstützung unterspannt.

Ein großartiger Tontechniker und Produzent ist nicht zwingend ein erstklassiger Musiker ist nicht zwingend ein wirklich guter Komponist. LIMINAL SKY verbindet die Überreste der progressive Rock Band MESSENGER, namentlich Daniel Knight und den Toningenieur Jaime Gomez Arellano. Gerade Letzterer trägt mit seiner Arbeit maßgeblich dazu bei, dass Metalbands auch in diesem Zeitalter noch hörbar und organisch bleiben. Mit LIMINAL SKY setzt er sich selbst wieder ans Drumkit und nimmt Gitarre und Keyboards in die Hand, während Knight Gitarren, Bass und Keyboards übernimmt. Zusammen mit einer Armada an Gastmusikern und Gastmusikerinnen tauchen die beiden das Publikum in die Dunkelheit: „All Tomorrow’s Darkness“ ist das dunkle Debütalbum der Post Rock-Band.

„All Tomorrow’s Darkness“ lebt vor allem von den Gäst*innen, die LIMINAL SKY unterstützen.

Die Gäst*innen, die auf diesem Debütalbum zu hören sind, sorgen allein schon im Vorfeld für große Spannung. Mat McNerney (HEXVESSEL, GRAVE PLEASURES, SCORPION MILK), Kristoffer Rygg und Karin Park (ARABROT) übernehmen die Vocals, halb ULVER ist in den Songs zu hören an Keyboards und Percussions und sogar, der vor knapp zwei Jahren verstorbene Tore Ylwizaker (auch ULVER) ist mit einer Klavierpassage vertreten. Was soll da schiefgehen? Nun, LIMINAL SKY haben mit einer Sache ihre Schwierigkeiten: die Songs mitreißend zu gestalten. Trotz der prominenten Besetzung ist „All Tomorrow’s Darkness“ etwas zu spannungsarm. Zwar steigern sich die Songs in den meisten Fällen, aber richtig emotional mitreißend wird es viel zu selten.

Vielleicht liegt es auch daran, dass das Material an sich ziemlich trist ist, als würde man in dem Haus auf dem Cover sitzen, draußen herrscht das englischste aller englischen Wetter, Kälte und Feuchtigkeit kriechen ins Innere und die Depression kickt hart. OK, das Haus steht in Schweden, aber ihr versteht das Bild. Tristesse überall, aber so als würden neuere ANATHEMA dies spielen. Das könnte so verflucht gut sein, aber es passiert leider viel zu wenig Interessantes auf dem Album. Der Opener „Some Other Time“ mit dem schmerzerfüllten Gesang von Mat McNerney funktioniert noch gut, aber schon bald sehnt man sich nach richtig erlösenden Steigerungen, nach etwas Reverb und Delay. LIMINAL SKY gehen damit sehr sparsam um: „In Some Secret Universe“ ist so groß und dicht gedacht, dass es funktioniert, aber die Schwelle zur Langeweile ist auch hier in Sichtweite.

LIMINAL SKY setzen auch charismatische Stimmen: Mat McNerneys und Karin Parks Gesang verdeln „All Tomorrow’s Darkness“

Am besten funktionieren „Forget Me Not“, das die Geschwindigkeit etwas anzieht und variiert, auch weil McNerney hier sehr leidenschaftlich singt, der Titelsong, weil hier endlich etwas Heaviness zu spüren ist, und auch „Penance“, das mit nahezu doomigen Riffs eine Basis für Karin Parks Noir-Gesang liefert. Dem gegenüber stehen die beiden Songs mit Kristoffer Rygg, der irgendwie Dienst nach Vorschrift zu machen scheint, und dadurch deplatziert wirkt. Das Gefühl entsteht, als würden sich Knight und Arellano zu sehr auf die Gäst*innen zu verlassen, auf Streicher, Saxophon, Percussions und Synthesizer ebenso, wie auf die Sänger*innen. Dieses Vorgehen straft Songs wie „A Solitary Future“, „The Weight Of Heaven“ „Algebra Of Unknowing“ und „Oar On The Mooring“.

Es fehlt einfach an den Grundideen, an der Basis, und das kann nicht so einfach von externen Kräften aufgeholt werden. Zwar entfaltet sich „All Tomorrow’s Darkness“ schon ein wenig, es ergeben sich mit jedem Hören weitere Facetten, aber eben nicht genug, damit die Musik wirklich unter die Haut geht. Spielerisch und in Sachen Sound gibt es an LIMINAL SKYs Debüt freilich nichts auszusetzen. „All Tomorrow’s Darkness“ klingt voluminös und voll, luftig und heavy zugleich. Für das nächste Album darf man sich also mehr Variation im Songwriting und weniger Gleichförmigkeit wünschen. Gerade von so profilierten Musikern wie Daniel Knight und Jaime Gomez Arellano.

Wertung: 5 von 9 Bruchbuden

VÖ: 19. Juni 2026

Spielzeit: 56:12

Line-Up:
Daniel Knight – Guitars, Bass, Keyboards.
Jaime Gomez Arellano – Drums, Guitars, Keyboards

Gastmusiker*innen:
Mat McNerney – Vocals on tracks 1, 3, 4, 7, 8 ,9
Kristoffer Rygg – Vocals on tracks 2, 6 – Percussion and Effects on tracks 6, 7, 9
Karin Park – Vocals on track 5
Daniel O’Sullivan – Intro vocals on track 9
Lars Horntveth – Saxophone, Synths, Lapsteel on Tracks 1, 2, 5, 7
Alicia Nurho – Violin, Viola on Tracks 1, 3, 5, 7
Anders Møller – Percussion on Tracks 3, 6, 9
Tore Ylwizaker – Piano on track 3
Ole Alexander Halstensgård – Keyboards on tracks 2, 3
Matt Rozeik – Synths on Track 2

Label: Karisma Records

LIMINAL SKY „All Tomorrow’s Darkness“ Tracklist:

1. Some Other Time (Official Video bei Youtube) 
2. A Solitary Future (Official Video bei Youtube) 
3. In Some Secret Universe
4. Forget Me Not
5. Penance
6. The Weight of Heaven
7. Algebra of Unknowing
8. Oar on the Mooring
9. All Tomorrow’s Darkness

Mehr im Netz:

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