GABRIEL BURNS: Folge 39 – Der Ruf des Leviathans [Hörspiel]

GABRIEL BURNS: Folge 39 – Der Ruf des Leviathans [Hörspiel]

Cesar Suarez hat die Schädel seiner Kollegen platzen lassen. Und jetzt steckt er in der Klemme. Der Taucher vernahm während einer Tiefsee-Mission ein seltsames Geräusch, das sich auf seine Kollegen übertrug, selbst vor dem Admiral, mit dem Suarez per Videokonferenz in Verbindung stand, machte das Dröhnen nicht halt. Nun wird Cesar Suarez von dem Sohn eines toten Kollegen aufgefordert, ein Waisenhaus im Amazonasgebiet aufzusuchen. Zu Zeiten der Pororoca ist eine Reise auf dem Amazonas sehr gefährlich, doch die Reisenden Pater Miguel und seine Begleiterin Yolanda Fuentes, die quer durch Südamerika auf einem Boot paddeln nehmen Suarez mit an Bord. Eins wird schnell klar: Die drei Reisenden finden sich nicht durch Zufall.

Der Ruf des Leviathans scheint der Auftakt zu einem neuen Kapitel im GABRIEL BURNS-Universum zu werden. Neu eingeführte Figuren werden künftig vielleicht noch die ein oder andere Rolle übernehmen, die Autoren arbeiten darauf hin, den nächsten Konsequenten Schritt in der Serienmythologie zu wagen. Das wirkt zunächst ein wenig irritierend, denn Der Tod ist eine Lektion schien bereits eine neue Richtung in der Serie vorzugeben, ist aber nun ein Seitenschritt. Na gut, Volker Sassenberg und Andreas Gloge werden schon wissen, wie sie aus den ganzen Handlungssträngen eine einheitliche Linie basteln werden. Der Ruf des Leviathans ist indes mit der vorangegangenen Folge durchaus vergleichbar, zumindest insofern, da Team Bakerman nur am Rande vorkommt, auch Hauptfigur Steven Burns ist immer noch verschwunden. Das Serienuniversum wird dafür vergrößert, unterbewusst wird Spannung erzeugt. Seit dem letzten, großen Knall (Das Haus der Seele) sind dreieinhalb Jahre vergangen, jetzt werden die Hörer von GABRIEL BURNS scheinbar auf den nächsten Hammer vorbereitet.

Immerhin, das bietet viel Raum für Spekulationen, das gibt die Möglichkeit, die Serie etwas besser zu interpretieren. GABRIEL BURNS vielleicht eine Horror- oder Mysteryserie, aber verglichen mit der Konkurrenz die einzige, die keine Handlung vorbetet, sondern den Hörer auch herausfordert. Das ist bei Der Ruf des Leviathans nicht anders, auch wenn diese Folge ein wenig so wirkt, als wollten die Macher etwas herauszögern. Aber vielleicht nehmen sie auch nur einen langen Anlauf, um zu richtig großen Momenten anzusetzen. Auch wenn Der Ruf des Leviathans nicht unbedingt atemlose Spannung bietet, vor allem wegen der surreal wirkenden zweiten Hälfte der Folge, ist die Stimmung unglaublich düster, die Atmosphäre ist klaustrophobisch und unheimlich, die Bedrohung schwebt wie ein Damoklesschwert über der ganzen Szenerie.

Vor allem Sprecher gefallen sehr gut: Gerald Paradies als Pater Miguel, Uve Teschner als Suarez und gerade Silke Werner als Yolanda zeigen reife Leistungen, Jürgen Kluckert liefert als Erzähler den passenden Rahmen für das Ganze. In den Nebenrollen überzeugen die finsteren Kinder aber umso mehr: Andreas Richter als Nevio und Maja Velimir als junge Yolanda sind dafür verantwortlich, dass meine Nackenhaare beim Hören zu Berge stehen. Die Wirkung von Kindern in Horrorhörspielen ist unbestreitbar, Regisseur Volker Sassenberg weiß das sehr gut einzusetzen. Ebenso die gigantische Flutwelle: Statt das Hörspiel in Effekten zu ertränken, nimmt das Hörspiel eine bizarre Wendung und wird dann überraschend leise und finster.

Wer GABRIEL BURNS bisher noch nicht kannte und nicht mit Folge 1 einsteigen will, der kann mit Der Ruf des Leviathans in die Serie reinschnuppern, und wird den Großteil durchaus verstehen – danach sollte es bei Neueinsteigern aber mit der ersten Folge weitergehen. Gleichzeitig wird ein gelungener Bogen zum Buch Verehrung geschlagen, das im Februar auch als Hörbuch veröffentlicht wird – ein cleverer Schachzug. Der Ruf des Leviathans ist zwar seit dem GABRIEL BURNS Reboot die schwächste Folge, lässt die Genrekonkurrenz aber immer noch meilenweit hinter sich. Was bleibt ist eine einstündige Reise in eine finstere Welt, voller Faszination und morbider Schönheit.

Veröffentlichungstermin: 6. Dezember 2013

Spielzeit: 68:51 Min.

Line-Up:
Jürgen Kluckert – Erzähler
Hans Paetsch – Introerzähler
Ferdinant Schrink – Almirante Corsa
Raphael Kübler – Offizier
Uve Teschner – Cesar Suarez
Sven Riemann – Militärrichter
Thomas Nero Wolff – Verteidiger
Ernst Meincke – Bakerman
Andreas Richter – Nevio
Silke Werner – Yolanda Fuentes
Gerald Paradies – Pater Miguel
Maja Velimir – Junge Yolanda
Ulrich Drogge – Verfolger

Volker Sassenberg – Regie
Volker Sassenberg und Andreas Gloge – Drehbuch
Matthias Güntert und Volker Sassenberg mit Manuel Rösler – Musik
Mark Sander & Volker Sassenberg – Tontechnik und Schnitt
Antonia Pehle – Tonassistenz
Ingo Masjoshusmann – Cover Design und Illustration

Produziert von Volker Sassenberg für Decision Products
Label: Decision Products / Sony Music

Homepage: http://www.gabriel-burns.com/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/GabrielBurnsHoerspiel