HELSTAR: Ein unverwüstlicher Haufen

Nur wenige Monate nach der Vinyl-Single “Black Wings Of Solitude” legen HELSTAR mit einer EP namens “Clad In Black” nach. Auf dieser sind zwar neben jener, kürzlich veröffentlichten Ballade nur zwei weitere neue Eigenkompositionen sowie drei Cover-Songs vorhanden, die neuen Stücke haben es aber in sich. Außerdem gibt es als Bonus auf der zweiten CD gleich noch das letzte Album “Vampiro”. Was hinter dieser Veröffentlichung steckt, wie es mit einem neuen Album aussieht und was hinter obskuren deutschen Songtiteln steckt, verrieten uns Gitarrist und Gründungsmitglied Larry Barragan sowie Sänger James Rivera im Interview.

(Anmerkung des Verfassers: Das Interview war ursprünglich für James geplant, dann hieß es aber, dass Larry die Email-Interviews bearbeitet, weshalb ich die Fragen angepasst hatte. Ein paar Tage später kamen aber doch noch Antworten von James. Das nur zur Erklärung, weshalb manche Antworten redundant wirken. Aber mehr HELSTAR ist besser als weniger HELSTAR, oder?)

 

(c) Max Petac

 


Hi Leute! Was macht ihr gerade und wie geht es euch, euren Familien und dem Rest der HELSTAR-Jungs?

Larry: Hey Daniel! Uns geht es ok. Die Familie schlägt sich den Umständen entsprechend. Die Jungs… nun, ich glaube wir bekommen einen Lagerkoller. Wir sind bereit loszulegen und zu spielen. Ich denke, das ist der Teil unseres Lebens, den wir am meisten vermissen.

James: Nun, so gut wie es eben geht. Keiner von uns hat sich diesen verdammten Virus eingefangen, von meinem Bruder mal abgesehen. Aber der war nach vier Tagen damit durch. Da wundert es mich schon, ob jetzt alles als Covid erfasst wird, um die Zahlen oben zu halten, er vielleicht aber nur die gewöhnliche Grippe hatte?? Er ist 72! Er sollte auf seinem Totenbett liegen, wenn es danach geht, was dieses Virus Menschen über 65 antun soll. (Anmerkung des Verfassers: Fundierte Informationen zu Covid19 gibt es u.a. beim RKI oder der WHO)

Wart ihr von dem Wintersturm und dem dadurch verursachten Stromausfall in Texas betroffen? Was ich darüber gelesen habe, klang schrecklich, Millionen Menschen ohne Strom oder Heizung.

Larry: Ja, das war verrückt! Wir hatten ein paar Tage keinen Strom, aber wir haben einen Gasofen und hatten es daher trotzdem warm und waren in der Lage zu kochen. Wir sind in diesem Teil des Landes einfach nicht dazu in der Lage, mit so einem Wetter umzugehen. Unsere Häuser sind isoliert für die langen Hitzewellen im Sommer. Dass unser Stromnetz dem erhöhten Bedarf nicht standgehalten hat, hat die Sache nicht besser gemacht. Aber das liegt jetzt hinter uns. Die Normalität hat uns wieder, zumindest normal für unser gewohntes Wetter.

Die Covid19 Pandemie verbreitet weiter weltweiten Schrecken und hat den Großteil des sozialen Lebens zum Stillstand gebracht. Wie habt ihr das letzte Jahr erlebt, seit Covid19 um die Welt gegangen ist?

Larry: Ich bin Diabetiker, für mich war also von Anfang an ziemlich klar, dass ich sehr vorsichtig sein muss. Meine Frau und ich haben uns größtenteils ziemlich isoliert. Wir haben kürzlich wieder angefangen zum Essen auszugehen, aber nicht wie zuvor. Ich trage immer eine Maske, sogar im Kreis der Familie. Ich denke wir werden es letztendlich überstehen. Wir sind ein unverwüstlicher Haufen.

James: Na ja, es hat sämtliche Touren und Konzerte auf dem Gewissen. Anfangs war das eine bittere Pille, inzwischen denke ich mir einfach “was kommt als nächstes?”.

“In dieser Zeit ein volles Album zu veröffentlichen, hätte in einer Katastrophe geendet” – ohne Shows nix los

Lass und über erfreulichere Dinge reden, zum Beispiel eure neue EP “Clad In Black”. Wann und wie seid ihr auf die Idee gekommen eine EP zu veröffentlichen. Wenn ich mich nicht irre, ist das die erste EP von euch.

Larry: Die Idee kam durch die Covid-Pandemie auf. Wir wussten, dass wir etwas veröffentlichen müssen, uns war aber auch bewusst, dass es in einer Katastrophe enden würde, jetzt ein volles Album zu veröffentlichen. Es würde ohne Shows, um es zu promoten, einen schnellen Tod sterben. Letztendlich wäre es ein vergessenes Album. So kam also die Idee auf, kleine Teile von dem zu veröffentlichen, was letztendlich einmal zu einem vollwertigen Album werden würde. So wollten wir das Interesse der Fans am Laufen halten und ihnen mitteilen, dass wir noch da sind.

James: Als ich wusste, dass wir wieder bei einem deutschen Label landen, wollte ich erst eine Single und dann eine EP veröffentlichen, weil ich den Fans erstmal ein paar süße Brocken hinwerfen wollte und nicht gleich den ganzen Schokoriegel. Danach ein volles Album, ja! Auf diese Weise wären wir dauerhaft im Gespräch und nicht nur alle zwei Jahre oder so.

HELSTAR 2021 (c) Max Petac

Seit eurem letzten Album “Vampiro” sind beinahe fünf Jahre vergangen. Nach einer so langen Zeit sind drei neue Songs recht wenig. Was habt ihr denn seit der Veröffentlichung von “Vampiro” so getrieben?

Larry: Echt schon fünf Jahre? Wow, wir waren alle ziemlich beschäftigt, soviel ist sicher. Ich habe eine spanischsprachige Metalband namens SANTA OSCURIDAD und habe ziemlich hart dafür gearbeitet, mit der Band einen Plattenvertrag zu bekommen. Wir haben Songs geschrieben und aufgenommen. Ich habe hier und da ein paar Gastsoli gespielt und den Text zu einem Song auf dem aktuellen EVIL UNITED-Album geschrieben. James hat ein neues Projekt namens METAL WAVE, bei dem ich ebenfalls beteiligt bin. Außerdem arbeitet er an einem neuen SEVEN WITCHES-Album. Andrew und Garrick haben eine Band namens THE SCOURGE und haben ihr Debüt “Warrant For Execution” veröffentlicht. Ich habe hier in meinem Hombre Malo Studio auch an den Aufnahmen mitgearbeitet. Mikey spielt auch noch in einer Band namens SERIAL SINNERS SOCIETY. Wir waren also alle mit einer Menge Dinge beschäftigt und dazu kam dann noch das Schreiben von neuem Material für HELSTAR. Ich denke, wir haben zusätzlich zu den Songs der EP noch fünf bis sechs weitere Stücke.

James: Wir waren auf Tour und haben jede Menge Shows zu “Vampiro” gespielt. Wir auch schon eine Menge Songs für das neue Album geschrieben und außerdem war ich mit meinem neuen Projekt JAMES RIVERA´S METAL WAVE beschäftigt, bei dem auch Larry und Garrick von HELSTAR dabei sind.

Die neuen Songs sind jedenfalls super! Ich mag vor allem die Ballade “Black Wings Of Solitude”, ein eher ungewöhnlicher Song für HELSTAR, allerdings absolut fantastisch. James klingt hier echt perfekt!

Larry: Du wirst merken, dass wir auf dem neuen Album den Fokus deutlich mehr auf James legen. Ich denke nicht, dass den Leuten klar ist, wie vielseitig er ist. Er hat so viele Charaktere in seiner Stimme. Ich finde es interessant, dass die Leute “Black Wings” ungewöhnlich für uns finden. “Winds Of War” war ziemlich ähnlich, wir haben so etwas vorher schon gemacht.

James: Danke dir! Wir haben uns gedacht, warum nicht zum ersten Mal eine Ballade? Das Ergebnis hat sich ausgezahlt. Jeder liebt den Song!

Letztes Jahr habt ihr “Black Wings Of Solitude” als 7” Single veröffentlicht. Der Song wurde ursprünglich für ein Filmprojekt geschrieben. Erzähl uns mal etwas darüber.

Larry: Yeah, ich habe tatsächlich insgesamt drei Songs für einen Song namens “Hair Metal Shotgun Zombie Massacre” geschrieben. “Black Wings Of Solitude” hat es nicht auf den Soundtrack geschafft, die anderen beiden allerdings. Echt thrashige Stücke. Der Film wurde nie ordentlich veröffentlicht. Ich werde die Songs also wahrscheinlich mit HELSTAR für das neue Album nochmal aufnehmen.

James: Wir fanden die Songs zu gut, um sie einfach rumliegen zu lassen. Der Film sollte ein Horrorfilm über eine Glam Rock-Band, die gegen Zombies kämpft, werden.

Anmerkung des Verfassers: Hier könnt Ihr euch einen Trailer zum Film ansehen: “Hair Metal Shotgun Zombie Massacre Soundtrack & Film Teaser” bei Youtube

 

Werden die Songs von “Clad In Black” exklusiv für die EP bleiben oder kommen die auch auf das nächste Album?

Larry: Diese Songs werden auch auf dem Album sein. Wie ich schon sagte, wollten wir ein paar Songs vorab veröffentlichen, bevor wir ein komplettes neues Album rausbringen.

Die Cover-Songs machen echt Spaß. Vor allem das BLACK SABBATH-Cover ist verdammt episch! Hattest du die Gelegenheit, sie als HEAVEN AND HELL zu sehen, bevor Ronnie verstorben ist?

Larry: Ja! Wir haben auf dem SWEDEN ROCK Festival am selben Tag wie HEAVEN AND HELL gespielt. Wir waren die letzte Band auf der Nebenbühne vor ihrem Auftritt. Wir haben unseren Auftritt beendet und sind dann rüber gerannt, um sie zu sehen. Ich habe sie außerdem in Houston gesehen. Sie waren so großartig wie erwartet.

James, “Restless And Wild” hast du bereits mit DISTANT THUNDER gecovered. Warum habt Ihr dieses Mal keinen anderen Song gewählt?

James: Du bist offensichtlich ein Langzeitfan und einer der wenigen, die dieses Projekt kennen. DISTANT THUNDER haben nicht all zu viel Aufmerksamkeit bekommen, ich bezweifele also sehr, dass all zu viele Menschen diese Version kennen. Wir spielen es außerdem im neuen, erweiterten Set der SABBATH JUDAS SABBATH Metal Extravaganza, mit welcher wir nicht nur Songs von BLACK SABBATH und JUDAS PRIEST spielen sondern auch Songs anderer Metal-Ikonen.

“Sinner” dürfte live ein Killer werden. Den solltet ihr auf jeden Fall auf der nächsten Tour spielen. Wann auch immer Touren wieder stattfinden…

Larry: “Sinner” haben wir schon einige Male live gespielt, ich denke auf unserer ersten Tour für “Vampiro”. Es macht Spaß, den Song live zu spielen!

James: Wir haben den Song auf der letzten Tour gespielt und die Leute sind durchgedreht. Was nicht jeder weiß ist, dass der Kern  von SABBATH JUDAS SABBATH das komplette HELSTAR Line Up ist. Wir haben ein paar Shows um HELSTAR-Konzerte herum gespielt und sind außerdem mit beiden Bands beim METAL DAYS Festival in Slowenien und dem LEYENDAS DEL ROCK in Spanien aufgetreten.

HELSTAR sind eine sehr fannahe Band, die sich nicht im Tourbus oder Backstage versteckt. Ihr seid immer im Publikum unterwegs. Was haltet ihr von diesen VIP Paketen, die bei vielen Bands immer beliebter werden?

Larry: Mann, ich will echt nichts schlechtes über Bands sagen, die sowas machen. Ich würde mich nicht gut dabei fühlen, sowas zu machen. Die Fans wollen nur ein bisschen deiner Zeit, einen Handschlag, ein Foto, ein Autogramm. Leuten Geld für etwas abzunehmen, was wir ihnen umsonst geben sollten, passt mir echt nicht. Ich verstehe ja, dass die Zeiten anders sind als damals, als man mit Alben noch Geld verdienen konnte und man damit einfach einen Einkommensverlust wieder ausgleicht, aber ich könnte das einfach nicht. Meistens werden die Fans in einen Raum getrieben, für ein schnelles Foto in eine Reihe geschoben und das war es dann. Ist das 200, 300 Dollar oder mehr wert?

James: Es ist irgendwie egoistisch. Ich meine, wirklich??? Die Fans, die dich durch den Kauf deiner Platten, Konzerttickets und Merchandise schon unterstützen, sollten nicht dafür bezahlen, ein Foto, ein kurzes Hallo, eine Umarmung oder Autogramme zu bekommen. Ich weiß von Fans, die zusätzlich zum Eintritt noch hunderte Euro für Merch ausgegeben haben und uns Getränke ohne Ende ausgegeben haben, und ich weiß, dass denen das ein Loch in den Geldbeutel gebrannt hat. Denen geht es nur darum, eine gute Zeit zu haben und tolle Erinnerungen an die Show. Das letzte, wovon ich auch nur träumen würde, wäre also, ihnen auch noch Geld für ein paar Momente meiner Zeit zu berechnen.

Ich habe euch 2019 in Essen zusammen mit FLOTSAM AND JETSAM gesehen. Mann, das war ein echter Hammer von beiden Bands. Wenn ich mich recht erinnere, hat ein guter Teil von euch in der ersten Reihe geheadbangt, als FLOTZ den Laden abgerissen haben.

Larry: Was für eine großartige Band! Ich bin ein langjähriger Fan. Mit dieser Tour ist ein Traum wahr geworden. Echt tolle Typen. Wir sind seit der Tour in Kontakt geblieben. Ich hoffe, wir können das irgendwann nochmal machen.

James: Ja, das haben wir, wie bei den meisten der Shows. Aber speziell bei diesem Konzert, denn es war das letzte auf der Tour.

HELSTAR live in Essen 2019 (c) Daniel Böllsterling

Wie funktioniert das Songwriting bei HELSTAR? Schreibt ihr die Songs zusammen oder schreibt jeder seinen eigenen Kram?

Larry: Ein bisschen von beidem. Alle Songs sind Freiwild. Ich weiß, wenn ich etwas schreibe, dass es jederzeit geändert werden kann, selbst wenn sich für mich fertig anfühlt. In Zeiten von Covid können wir nicht wirklich zusammenkommen und die Sachen in einem Raum zusammen ausarbeiten, wie ich es gerne würde. Aber wir stellen unsere Ideen auf Dropbox und dann macht dort jeder seine Vorschläge. Was die Texte angeht, hat James oft eine Idee und zieht das dann durch. Manchmal gebe ich ihm ein Thema, manchmal schreibe ich eine Hälfte eines Songs und er stellt ihn fertig. Manchmal schreiben wir jede Zeile einzeln. Das läuft alles ziemlich natürlich, wenn es um die Texte geht.

“Wir wollten “Vampiro” für mehr Fans erhältlich machen” – der Grund für die Bonus-CD von “Clad In Black”

Euer letztes Album “Vampiro” ist als Bonus CD auf “Clad In Black” enthalten. Liegt das daran, dass die Veröffentlichung damals untergegangen ist? Ich erinnere mich daran, dass ich mehr oder weniger zufällig auf “Vampiro” gestoßen bin, was eine Schande für so ein starkes Album ist.

Larry: Genau das ist der Grund, Wir wollten es einfach für mehr Fans erhältlich machen. Es gab Leute, die mich gefragt haben, warum wir seit “Glory Of Chaos” nichts mehr gemacht haben. Da habe ich gelacht und gesagt “du hängst zwei Alben hinterher Bro!”

James: Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Das war vermutlich unser bestes Album seit Jahren und es verdient einfach einen weiteren Schwung Aufmerksamkeit.

Warum habt ihr das Album damals nicht über AFM veröffentlicht und wie seid ihr mit Dave Ellefsons EMP Label Group in Kontakt gekommen?

Larry: Wie bei allem kommt man irgendwann an den Punkt, an dem man weiterziehen und etwas neues ausprobieren muss. James und David haben früher schon zusammengearbeitet. Ich kenne Dave seit “Peace sells…”, es gab also schon eine Verbindung. Letztendlich hatten wir das Gefühl, dass es nicht funktioniert und unsere Wege haben sich wieder getrennt.

James: Wir wollten mal etwas anderes, mit einem amerikanischen Label ausprobieren, da unser Vertrag mit AFM ausgelaufen war. Letztendlich hat es uns wieder in die Soulfood-Familie zurückgebracht. Dave ist ein sehr guter Freund seit 1986.

“Vampiro” verdient auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit! Ich halte es für euer bestes Album, seit ihr wieder zusammen gekommen seit. Es war zumindest teilweise ein Schritt zurück von dem sehr thrashigen Zeug auf “Glory Of Chaos” und ein Schritt zurück zum klassischen Power Metal-Stil. Eine bewusste Entscheidung?

Larry: Nicht wirklich eine bewusste Entscheidung sondern eher mein Wunsch, dass die Musik eine düstere Grundstimmung haben sollte. “Glory Of Chaos” ist mein bisheriges Lieblingsalbum. Ich liebe die ganzen Bay Area Bands wie DEATH ANGEL, EXODUS und TESTAMENT. Die alte Garde. Ich denke, das neue Album wird eine Mischung aus “Glory Of Chaos” und “Vampiro”.

James: Sowohl als auch, es kam durch das Konzept des Albums dazu. Sagen wir einfach, der Geist von “Nosferatu” (viertes HELSTAR-Album aus 1989) hat von uns und vor allem von mir Besitz ergriffen, so dass ich den Namen und das Image auch für die Bühne übernommen habe.

Larry, welche Songs machen dir live mehr Spaß? Die wütenden, direkten Thrasher oder die technisch komplexeren Stücke?

Larry: Ich spiele gerne die härteren Songs, auch wenn das heißt, dass ich mich nicht allzu viel bewegen kann. Ich denke, beide haben ihren Platz in unserer Setlist.

“Von Am Leben Desto Sturm” – Deutsche Songtitel à la HELSTAR

James, du hast ja auf dem letzten Album von SHADOWKEEP gesungen. Bist du noch in der Band und gibt es weitere Pläne?

James: Es ist momentan unklar, wie es dort weitergeht.

James hat ja im Laufe seiner Karriere noch in ein oder zwei anderen Bands gesungen. Was sind eure Top-Alben, auf den James singt, die aber nicht von HELSTAR stammen?

Larry: James hat in mehr als zwei Bands gesungen. Hm, ich würde sagen “Passage To The Other Side” von SEVEN WITCHES, “Warball” von VICIOUS RUMORS und “Transition” von DESTINYS END.

James: Wo du gerade das SHADOWKEEP-Album erwähnt hast, das wäre eines davon. Außerdem “Passage To The Other Side” von SEVEN WITCHES, und “Warball” von VICIOUS RUMORS.

Gibt es eine Band, mit der du gerne mal arbeiten würdest? 

James: BLACK SABBATH!

Eine kleine Frage zum “Nosferatu”-Album hätte ich. Als jemand, der in Deutschland lebt, habe ich mich schon immer gefragt, was der Songtitel “Von Am Leben Desto Sturm” bedeuten sollte. Was ist die Geschichte hinter diesem merkwürdigen Titel?

Larry: Oh mein Gott! Jerry Abarca hat das Stück geschrieben und wollte einen deutschen Titel. Denk daran, dass das vor dem Internet war. Ich denke, er hat mit jemandem gesprochen oder vielleicht auch selber versucht, den Titel zu übersetzen und das war das Ergebnis. Ich habe ihn, bevor wir alles abgegeben haben, noch gefragt, ob er sicher ist, dass das so richtig ist und er sagte, ja. Ich hab ihn nochmal gefragt “bist du sicher?”. Ja. Dann sind wir ab nach Europa und wie du schon betont hast, war es natürlich völlig falsch. Es sollte “Von oben der Sturm” heißen. Ich hätte ihn mit meinem Blick töten können. Jerry, Jerry, Jerry…

James: Diese Frage solltest du Jerry Abarca stellen. Offensichtlich dachte er damals, dass er es richtig übersetzt hat, dabei macht es für euch Deutsche überhaupt keinen Sinn. Ich denke, es sollte “Above The Storm” bedeuten.

Larry, du wirst dieses Jahr 57, James du sogar 61. Wie lange wollt ihr noch als Metal-Musiker aktiv sein, Alben aufnehmen und auf Tour gehen? Denkt ihr über die Rente nach oder Metal bis zum Tod?

Larry: Für uns kommt alle der Zeitpunkt abzutreten. Nichts kann ewig weitergehen. Gleichzeitig halte ich keine Stoppuhr daran. Ich mache mir darüber momentan keine Sorgen. Wenn die Zeit kommt, kommt sie und sie wird kommen. Körperlich können wir das noch und das ist es, was am meisten zählt momentan.

James: Vielleicht nicht komplett Metal bis zum Tod aber generell, als professioneller Sänger zu arbeiten schon. Was sollte ich an diesem Punkt in meinem Leben auch sonst bis zu meinem Tod machen?

“Ich bin kein Fan von clean guy, scream guy” – Wozu auch, wenn man einen James Rivera in der Band hat?

Was sind deine besten Erinnerungen an die frühen Tage mit HELSTAR und die Texas Metal-Szene?

Larry: Mann, die Konzerte, die wir in San Antonio gespielt haben! So viel Energie und so viele großartige Bands. WATCHTOWER, MILITIA, SLAYER, KARION und alle haben ihr Bestes gegeben. Großartige, großartige Musiker!

Welche aktuellen Trends im Metal irritieren dich und wieso?

Larry: Ach, ich weiß nicht. Wer bin ich, darüber zu richten? Ich glaube daran, dass, auch wenn ich mit einer Sache nicht viel anfangen kann, ich trotzdem davon lernen kann. Es gibt Bands, die mich nicht interessieren, aber das ist eine persönliche Entscheidung. Ich denke, wenn es irgendwas gibt, dann ist es dieses Ding mit zwei Sängern. Ich bin kein Fan von clean guy, scream guy.

James: All dieser moderne Schrott, speziell aus den USA. Warum? Ganz einfach, weil es Müll ist! Zumindest für mich und ich habe ein Recht auf meine Meinung, genau wie ich denke, dass viele Fans dieser Musik hassen, was wir tun und auch jedes Recht dazu haben.

Und was liebst du am meisten an der aktuellen Metalszene?

Larry: Ich liebe den leichten Zugang zu neuer Musik. Es gibt jede Menge neue, junge Bands mit wirklich frischen Ideen. Das ist inspirierend.

James: Dass so viele aus der jüngeren Generation den guten, alten, klassischen Metal lieben und feststellen, dass es eine Menge Integrität braucht, diese Art von Musik zu spielen. Andrew (Atwood, HELSTAR-Gitarrist) gibt hauptberuflich Gitarrenunterricht und hat immer mehr und immer jüngere Schüler, die nichts Anderes lernen wollen als die Musik der ganzen old school Metal-Bands.

Das wars, Ihr habt es bis ans Ende geschafft. Vielen Dank für eure Zeit und eure Antworten. Die letzten Worte gehören euch!

Larry: Danke für das großartige Interview, Daniel! An alle Fans, haltet durch! Wir kommen wieder auf die Beine und Metalkonzerte werden zurückkommen!

James: Alles was ich sagen kann ist, danke für die Jahre der Unterstützung und wenn ich könnte, würde ich dir und euren Lesern eine Texas-Umarmung geben!!! Bleibt gesund! Ich weiß, dass wir durch diese Sache durchkommen und uns alle wieder sehen!