VICIOUS RUMORS: Warball

VICIOUS RUMORS: Warball

Sie können es noch besser. War ich von der letzten Veröffentlichung Sadistic Symphony schon sehr angetan, so knüpfen VICIOUS RUMORS mit Warball an ganz alte Zeiten an und lassen es mächtig krachen. Wieder einmal hat sich das Personalkarussell bei den Amis gedreht und Mainman Geoff Thorpe hat sich die US-Power Metal-Röhre James Rivera hinter das Mikro gestellt. Zudem gesellt er seine alten Weggefährten Larry Howe (Schlagzeug) und Dave Starr (Bass) um sich. Für Gastauftritte konnten die Gitarristen Thaen Rasmussen und Brad Gillis verpflichtet werden.

Diese Zusammenstellung hört sich viel versprechend an und das ist es auch. Auf Warball regiert knackiger US-Power Metal, der abwechslungsreicher denn je daher kommt. Ausfälle sind keine zu verzeichnen, sondern zehn Tracks, die das Prädikat gut bis sehr gut von mir verliehen bekommen.

Den Anfang macht der kurze, aber knackige Opener Sonic Rebellion, der mit fetten Riffs, treibenden Drums, geilen Soli und phantastischen Vocals von James Rivera aufwartet. Knapp drei Minuten – ein Schlag in die Fresse, der Lust auf mehr macht. Mehr US-Power Metal bekommt der Hörer beim folgenden Mr. Miracle, verziert mit zahlreichen Soli, die sich auch so schimpfen dürfen, denn diese wurden perfekt arrangiert. Auch hier zeigt sich wieder, dass James Rivera in Power Metal-Sparte mit seinen variablen Stimmbändern nicht vom Thron zu kicken ist. Zwischen sehr hohen Screams und Gangshouts ist immer wieder Platz für eine Ohrwurmgesangslinie.

Nach dem Stampfer Dying Every Day, der mich immer wieder an OZZY OSBOURNE erinnert, folgt mit Immortal ein weiteres Highlight von Warball. Bei Immortal geht es wieder etwas heftiger zur Sache. Ein drückendes Stück Metal, mit coolen Backgroundvocals und einprägsamen Mitgröhlrefrain. Düster und in schon fast doomigem Tempo begegnet mir der Titeltrack Warball, bei dem immer wieder BLACK SABBATH zwischen den Zeilen zu erkennen sind. Auch die folgenden fünf Stücke Kompositionen werden jeden Fan von US-Power Metal begeistern können, wobei gerade die Ballade Windows Of Memory zu den schwächeren Songs gezählt werden muss. Hier passiert einfach zu wenig. Das können VICIOUS RUMORS besser. Hervorheben möchte ich noch den Rausschmeißertrack Dreams Of Rage, bei dem die Band richtig wütend wirkt. Besonders James Rivera, der teilweise für Power Metal-Verhältnisse Gift und Galle spuckt und sich bei den Vocals mit Geoff Thorpe abwechselt. Apropos Geoff Thorpe, ich verstehe es nicht, warum er bei Crossthreaded die Vocals höchstpersönlich übernimmt, wenn er schon einen Gesangsgott in seinen Reihen hat.

Nun, VICIOUS RUMORS zeigen sich mit Warball so stark, wie schon lange Zeit nicht mehr. Eine feine US-Power Metal-Scheibe, die sich nicht tot läuft, gut produziert ist, in allen Belangen überzeugt und sich in meine Top Alben 2006 einreihen wird.

Veröffentlichungstermin: 15.10.2006

Spielzeit: 43:01 Min.

Line-Up:
James Rivera – vocals
Geoff Thorpe – guitars, vocals
Dave Starr – bass
Larry Howe – drums

Brad Gillis – guitars
Thaen Rasmussen – guitars

Produziert von Geoff Thorpe, Juan J. Urteaga
Label: Mascot Records

Homepage: http://www.viciousrumors.com

Tracklist:
Sonic Rebellion
Mr. Miracle
Dying Every Day
Immortal
Warball
Crossthreaded
Wheels of Madness
Windows of Memory
A Ghost Within
Dreams of Rage

Psycho