OFFENBARUNG 23: Folge 51 – The Mad Scientists [Hörspiel]

Eine schöne Hommage an den Urvater aller Nerds.

T-Rex hat seinen Tod ebenso großspurig inszeniert wie seinerzeit sein Gefährte, Mentor und Todfeind Ian, mit Hilfe des Trickspezialisten Rick Brode. Dieser bringt den jungen Hacker außerdem auf die nächste Chiffre von Tron – es geht um das vor wenigen Jahren aufgetauchte, berühmte blaue Portrait von Nikola Tesla. Der geniale, zu Lebzeiten unterschätzte Wissenschaftler legte nicht nur den Grundstein für den Wechselstrom und viele weitere Technologien, er zeigte auch eine Abneigung gegenüber der wahnwitzigen Profitgier. Teslas Schatten reicht bis in unsere Zeit und hat immer noch das Potenzial die Welt zu verändern.

Nein, so furios und brisant wie Im Zeichen der Mistel ist The Mad Scientists nicht, es ist beinahe eine Wohlfühlfolge. Das OFFENBARUNG 23-Publikum besteht sicherlich nicht aus Leuten, die leichte Unterhaltung suchen, dafür etwas nerdig sind und sich für die Komplexität der Dinge interessieren, also Menschen, die auch Tesla faszinierend finden. Insofern ist The Mad Scientists wieder typisch für OFFENBARUNG 23: Die Zusammenhänge sollten längst bekannt sein, es braucht vielleicht nur jemanden, der sie ausspricht. Dass menschlicher und technischer Fortschritt aus Angst vor finanziellem Verlust zurückgehalten wird, ist nichts Neues. Einige Details aus Teslas Arbeit hingegen sind dagegen etwas beeindruckender und überraschen umso mehr – zumindest diejenigen, die sich mit dessen Forschungen noch nicht im Detail auseinander gesetzt haben.

Es ist wenig überraschend, dass The Mad Scientists sehr ansprechend inszeniert ist. Ian G. und Tron bespitzeln T-Rex, der mit detektivischem Spürsinn der Fährte folgt und sich in einem surrealen Albtraum wiederfindet. Zuvor gibt es interessante Gespräche mit dem Schmierfinken Kai Sickmann, seinem Kommilitonen JayJay und Rick Brode. Erfreulicherweise nimmt sich diese Folge viel Zeit und holt weit aus, so dass deutlich wird, dass OFFENBARUNG 23 hier einem genialen Wissenschaftler Tribut zollt und einem ganzen Menschenschlag seine Sympathien erweist. Beim Soundtrack und den spärlich eingesetzten Effekten gibt es keine Innovationen, das Sounddesign ist aber authentisch und einzigartig, die Atmosphäre ist bei OFFENBARUNG 23 außerdem stets ganz eigen.

Nur wenige Sprecher geben sich die Ehre, zu den üblichen Verdächtigen, die souverän agierenden Alexander Turrek (T-Rex), Detlef Bierstedt (Kai Sickmann), Jaron Löwenberg (Tron) und Ian G. (Till Hagen) haben zwei neue Charaktere ihren ersten Auftritt: Patrick Bach, der als Enfer bei BATMAN brillieren konnte, ist als mitteldoofer Student JayJay etwas blass, Hörspiel-Legende Douglas Welbat kann als Rick Brode deutlich mehr Akzente setzen. Udo Schenk ist als Nikola Tesla mal ausnahmsweise nicht der Böse und hält die Rede im Intro mit feuriger Leidenschaft – schön! Insgesamt ist The Mad Scientists also ein handwerklich wie üblich starkes Hörspiel, dem es vielleicht an Thrill und Skandalen mangelt, das immerhin in Sachen Tesla Aufklärung betreibt und den Bogen zwischen der letzten Episode und der kommenden Folge Area 51 gut spannt. So mögen wir OFFENBARUNG 23, ein bisschen besser konnte diese Serie aber dennoch schon erlebt werden.

Veröffentlichungstermin: 6. Juni 2014

Spielzeit: 63:25 Min.

Line-Up:
Helmut Krauss – Erzähler / Nat Mickler
Alexander Turrek – Georg Brand alias T-Rex
Patrick Bach – JayJay
Jaron Löwenberg – Tron
Till Hagen – Ian G.
Detlef Bierstedt – Kai Sickmann
Udo Schenk – Nikola Tesla
Uwe Hügle – Moderator
Douglas Welbat – Dr. Quentin Broderick / Rick Brode
Robert Kotulla – Steven

Jan Gaspard – Idee, Konzeption, Recherche & (Dialog-)Buch
Sebastian Pobot – Produktion, Regie, Sound & Lizenzierung
Ambitus – Soundtrack
Tom Steinbrecher – Mix, Sounddesign und Mastering
Patrick Holtheuer – Co-Regie & Sprachschnitt
Aufgenommen 2013 von Steven Schulze, Marko Peter Bachmann & Sebastian Pobot
Label: Highscore Music

Homepage: http://www.offenbarung23.de

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/highscoremusic.fans