Endseeker - Coffin Born Cover

ENDSEEKER: Coffin Born [EP]

ENDSEEKER machen Schluss: Dass der Abschied schwer fällt, liegt auch an der kostanten Form der Death-Metal-Band.

Laut beginnt das Leben mit einem Schrei – und so soll es in diesem Fall auch enden: „Coffin Born“ trägt die Vergänglichkeit nicht ohne Grund im Titel, geleitet es doch die Hamburger ENDSEEKER nach zwölf Jahren Bandgeschichte endgültig ins Nirwana. Unbedingt leichter fällt der Abschied mit dieser letzten EP jedoch nicht, denn müde oder gar ausgebrannt klingt das Quintett hier keineswegs.

Im Gegenteil, der schwedisch angepinselte Death Metal des Gespanns wirkt lebhaft, kraftvoll und bei aller innovationsscheu immer noch aufrüttelnd. Die Gitarren sägen roh und unbarmherzig, während Frontmann Lenny in „Enemies Of Peace“ zum Ausstand nochmal mit der gegenwärtigen globalpolitischen Situation abrechnet. Klare Kante zeigen ENDSEEKER inhaltlich genauso wie produktionstechnisch, indem die Band in Eigenregie ein ungeschliffenes Klanggerüst geschmiedet hat, das den oft rotzig-groovenden Tracks gut zu Gesicht steht.

In ihrer gegenwärtigen Form fällt der Abschied von ENDSEEKER schwer

Kontrastpunkte setzt indes die Lead-Gitarre, welche im Refrain von „No After. No Before.“ die Richtung weist und das Songwriting ähnlich wie die regelmäßigen Tempowechsel kurzweilig hält. Bedrohlich und morbide bahnt sich wiederum „Life Breeds Death“ einen Weg nach vorne und fungiert parallel als Liebeserklärung zum HM-2-Pedal.

Dass wir ENDSEEKER in dieser Form kaum gehen lassen möchten, war wohl auch der Band bewusst, weshalb uns „Coffin Born“ zum Abschluss eine Übung im Loslassen anbietet: So animiert das DAVID HASSELHOFF-Cover „True Survivor“ im 80er-Gewand aktiv zum Druck auf die Stopptaste, indem es die zuvor so dichte Stimmung untergräbt und gleichzeitig Sänger Lenny neben dem dominanten Chris Harms (LORD OF THE LOST) zum Statisten degradiert.

ENDSEEKER bleiben laut bis zum letzten Ton

Zugegeben, den kauzigen Humor der Norddeutschen spiegelt diese Neuinterpretation durchaus wider, den Abschied aber hätten wir dennoch lieber im konventionellen Rahmen gefeiert, wo selbst im Fahrwasser von ENTOMBED und DISMEMBER der Spaß nie zu kurz gekommen war. Immerhin bleiben ENDSEEKER laut bis zum letzten Ton: „Action!“, schreit das Sänger-Duo noch voller Tatendrang in die Nacht, bevor mit dem unverkrampften Schlusskapitel auch ein kleines Stück deutsche Death-Metal-Geschichte sein unvermitteltes Ende findet.

Veröffentlichungstermin: 19.06.2026

Spielzeit: 23:01

Line-Up

Lenny Osterhus – vocals
Ben Liepelt – guitar
Jury Kowalczyk – guitar
Torsten Eggert – bass
André Kummer – drums

Produziert von ENDSEEKER

Label: Metal Blade

Homepage: http://endseeker.de/
Facebook: https://www.facebook.com/endseekermusic
Instagram: https://www.instagram.com/endseeker_official/
Bandcamp: https://endseeker.bandcamp.com/

ENDSEEKER “Coffin Born” Tracklist

1. Enemies Of Peace (Video bei YouTube)
2. No After. No Before.
3. Coffin Born
4. Life Breeds Death
5. True Survivor (David Hasselhoff Cover) (Video bei YouTube)