BLUENECK: Gefangen im Ambient-Pirate-Rabbit Hole

Zehn Jahre sind seit dem letzten Studioalbum von BLUENECK vergangen, nun sind die Briten mit „Moonlighting“ zurückgekehrt. Das sechste Album passt perfekt zu ihren beiden vorherigen Werken „King Nine“ (2014) und „The Outpost“ (2016). In der Zwischenzeit ist viel passiert: Komponist, Sänger und Keyboarder Duncan Attwood erlitt einen Schlaganfall und brauchte viel Zeit, um sich zu erholen. Nicht nur deshalb ist „Moonlighting“ ein schweres und dramatisches Album. Wir sprachen in heiterer Runde mit dem Duo Duncan Attwood und Rich Sadler (Gitarren) fast zwei Stunden lang an einem warmen Sommerabend Anfang Juli, eben dann wenn karibische Temperaturen nach Ambient Pirate Music verlangen.

Ich nehme ab jetzt auf, aber nur zu Transkriptionszwecken.

Rich: Bitte stell es nicht auf OnlyFans oder Pornhub.

Keine sorge, höchstens auf XHamster.

Rich: Passt, wir werden von XHamster gesponsert.

Das führt mich perfekt zu meiner ersten Eisbrecherfrage: Was ist euer Lieblingskink?

Rich: Wir hatten ein Album, das „King Nine“ heißt.

Kink Nine?

Duncan: Das ist eine wirklich gute Antwort, Rich. Ich wollte etwas Unreifes antworten, und dann wurde mir klar, dass ich alt bin und nicht unreif antworten sollte. Rich, ich lasse dich zuerst antworten, während ich versuche mir etwas Reifes auszudenken.

Rich: Wie heißt nochmal der König im Dschungelbuch? King Louie! Das könnte mein Favorit sein. Reden wir über echte Könige reden? Warum müssen es echte Könige sein?

Ich habe nach Kinks gefragt.

Duncan: Du willst einen echten König?

Nein, ich wollte das Kinky-Zeug.

Rich: Oh, Kinks. Ich bleibe beim Dschungelbuch.

Großartig.

Duncan: KINGMAKER! Ich nehme KINGMAKER, die Indie-Band, weil ich ein Indie-Boy bin. Moment, war die Frage Kink oder King?

Nein, Kink. Das war nur die Eisbrecherfrage.

Duncan: Kink. Ja. Kink. K-I-N-K.

Rich: Es tut mir so leid, dass wir bisher nicht über Kinks hinausgekommen sind.

Theoretisch wäre das ein guter Start gewesen. Aber Spaß beiseite, ich bin wirklich froh, dass BLUENECK zurück sind. Das Jahr 2026 brachte uns bereits neue Platten von NEUROSIS, WARNING, MIRACLE, zwei neue CONVERGE-Alben und viele mehr. Es ist ein wahnsinnig gutes Jahr für Musik. Und „Moonlighting“ ist die Kirsche auf der Torte. Danke dafür und herzlichen Glückwunsch dazu.

Rich: Vielen Dank.

„Etwas, das wir nie wirklich ausgesprochen haben, ist, dass wir die ersten drei Alben als eine Trilogie sehen. Und deshalb haben Rich und ich „Epilogue“ als ein Ende dieser drei ersten Alben gewertet. „Moonlighting“ ist der dritte Teil der zweiten Trilogie.“ – Duncan Attwood betrachtet die sechs Alben von BLUENECK aus der Distanz.

Auf „The Outpost“, das vor 10 Jahren erschien, bestanden BLUENECK auch nur aus euch beiden, richtig?

Rich: Ich glaube schon. Und aus Matt, unserem Produzenten.

Duncan: Ja, Matt ist ein integraler Bestandteil der letzten BLUENECK‑Alben.

Seit „Repetitions“?

Duncan: Weniger. „Repetitions“ war mehr eine klassische Bandaufnahme, bei der Matt als Produzent geholfen hat. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine enge Beziehung zu ihm aufgebaut. Es begann durch die Arbeit an „Epilogue“, und dann eben „King Nine“. Da haben wir wirklich angefangen, zusammenzukommen und eng mit ihm zu arbeiten, als Dreierteam. Ich, Rich und Matt.

Rich: Nicht alle Alben wurden von Matt aufgenommen. Die ersten zwei Alben sind mit ALPHA entstanden. Aber diese ersten drei Alben sind eine Art Trilogie eines anderen Line-Ups, als wir eine klassische, vollständige Band waren. Wie Dunk gesagt hat, haben wir uns mit „Epilogue“ verändert. Diese EP haben wir nahezu gleichzeitig aufgenommen und geschrieben wie „King Nine“, aber es waren zwei verschiedene Projekte. Und ab „Epilogue“, durch diese letzte elektronischere Trilogie hindurch, waren wir zwei es, die mit Matt gearbeitet haben.

Duncan: Etwas, das wir nie wirklich ausgesprochen haben, ist, dass wir die ersten drei Platten als eine Trilogie sehen. Und deshalb haben Rich und ich „Epilogue“ als ein Ende dieser drei ersten Alben gewertet. „Moonlighting“ ist der dritte Teil der zweiten Trilogie. Es kommt sicherlich bei vielen so an, als wären BLUENECK zurückgekehrt. Aber „Moonlighting“ ist eigentlich nur ein Album, an dem wir verdammt lange gearbeitet haben. Ja, wir sind zurück, und ja, wir veröffentlichen es jetzt. Also es ist halt auch einfach der dritte Teil dieser Trilogie. Was wir jetzt machen? Das ist die Frage. Werden wir „Epilogue 2“ schreiben? Ich weiß es nicht. Ich werfe es einfach in den Raum. Ich frage dich, was willst du? „Epilogue 2“? Eigentlich kenne ich die Antwort bereits.

Ja, bitte! Für mich ist es auch so, dass dieser Stilbruch mit „King Nine“ kam. „The Outpost“ ist meiner Meinung nach das elektronischste eurer Alben. „Moonlighting“ lässt wieder mehr Rock‑Elemente in der  Musik zu, aber es hat das gleiche Feeling wie „The Outpost“. Ihr habt das Artwork von Lasse Hoile für „King Nine“ und „The Outpost“ gestalten lassen. Und jetzt habt ihr mit Iain Standing gearbeitet. Aber ich finde, der visuelle Aspekt von „Moonlighting“ passt perfekt zu „The Outpost“. Außerdem fühlt es sich nicht so an, als lägen 10 Jahre zwischen „The Outpost“ und „Moonlighting“. Es fließt sehr schön.

Rich: Das ergibt Sinn. Die visuellen Elemente sollen die Trilogie repräsentieren. Wenn du dir diese Bilder anschaust, sind darauf unterschiedliche Szenarien abgebildet. Das ist beabsichtigt. Ich hoffe auch, dass „Moonlighting“ den Sound von „The Outpost“ fortsetzt. Dunk hat viele dieser Songs sehr bald und schnell nach „The Outpost“ geschrieben. Wir haben sie verfeinert und über die letzten 10 Jahre hinweg verändert. Es gab viele Probleme in der Zwischenzeit: die Pandemie, Dunk war krank und Matt, unser Produzent, hatte auch einige Schwierigkeiten. Also ja, es war ein langes Projekt, aber eines, das wir sehr bald nach „The Outpost“ begonnen haben.

BLUENECK 2026 (c) BLUENECK
BLUENECK 2026 (c) BLUENECK

Bevor wir hier ein bisschen tiefer graben, noch kurz zur Zeit der ersten Trilogie – war der Rest des alten Line‑Ups nicht mehr an BLUENECK interessiert? Oder denkt ihr, es ist besser, es bei euch beiden zu belassen? Euer Ex-Bassist Ben Paget zum Beispiel hatte einen großen Anteil an der Band. Habt ihr noch Kontakt?

Rich: Ja, wir sind immer noch enge Freunde.

Duncan: Ich bin in Kontakt mit Ben. Mit beiden Bens sogar. Ich weiß nicht, ob du den anderen Ben, Ben Green kennengelernt hast. Ich bin regelmäßig mit ihnen in Kontakt, hauptsächlich reden wir über Fußball. Ben Paget war außerdem an einigen Aufnahmen von „King Nine“ beteiligt.

Rich: Es gab einen Punkt um 2011, 2012 herum, an dem die Technologie einen großen Sprung gemacht und die Arbeit remote erleichtert hat. Mit iPads und Laptops hat sich unsere Fähigkeit, außerhalb eines gemeinsamen Raums kreativ zu sein, verändert, und diese Arbeitsweise wird auch immer einfacher. Dein Lebensstil verändert sich, du hast Familie, du hast andere Dinge am Laufen, und auf diese Art wird ist es am einfachsten die Band am Leben zu halten. Das verändert dann deinen Workflow. Für die alten BLUENECK bedeutet das, dass viele Dinge, Technologien, Interessen der Leute, und Lebensumstände geändert habe, und es schleichend in eine andere Richtung floss.

Duncan: So wie Rich es sagt, arbeiten wir jetzt als Band: Wir schicken uns Zeug hin und her. Auf diese Art hat sich die Musik im Grunde auch entwickelt. Besonders finanziell ist das ein Argument: Alles ist so teuer geworden. Das Album kostet eine Scheißmenge Geld. Wir schreiben die Songs remote, aber wir gehen auch immer noch ins Studio und experimentieren dort, als wären wir eine Multi‑Millionen‑Band mit einem Major-Vertrag. Dort entwickeln sich Ideen aus dem Stegreif, und manchmal feilen wir den ganzen Tag an nur einem Sound. Aber das ist es, was wir lieben. Und ja, wir werden das Geld nie wieder reinholen, das wissen wir. Ist das richtig, Rich? Sind wir einfach nur verdammt dumm?

Rich: Wir tun das, das stimmt. Aber um zur Frage zurückzukommen – es gibt einfach so vieles das sich verändert. Interessanterweise sind wir 2017, 2018 wieder als Band mit vollem Line-Up zusammengekommen.

Duncan: Oh ja, das habe ich vergessen.

Rich: Als wir die ersten Teile des Materials von „Moonlighting“ geschrieben hatten, beschlossen wir als Band zu „The Fallen Host“ zu touren. Es war das Jubiläum des Albums. Also kam die ursprüngliche Besetzung wieder ziemlich vollständig zusammen, und wir haben geprobt und einige Shows gespielt. Aber selbst das ist schwierig, weil fünf Typen in einen Raum bekommen, die alle Familien haben, einfach unmöglich ist. Man liebt es, aber es ist harte Arbeit, so etwas logistisch möglich zu machen. Es ist schwierig im Vergleich zu dem, was wir jetzt tun – zwei Stimmen, die eine Sprache sprechen. Ben ist zum Beispiel einer meiner Lieblingsbassisten, und wenn ich seine Sachen höre, weiß ich immer, dass er es ist, der spielt. Es gibt nicht viele Musiker, die eine so singuläre Stimme haben. Das betrifft auch viele der anderen Jungs, wie Johnny am Schlagzeug. Sie sind brillante, sehr spezialisierte Musiker. Aber wenn es kein Job ist und wenn Musik nicht die primäre Einnahmequelle ist, werden Leute diese Aktivitäten eher unten auf die Prioritätenliste setzen.

Duncan: Es war damals wirklich, wirklich schwierig, die Bandmitglieder dazu zu bringen, drei Wochen ihrer Zeit zu investieren, uns im Grunde unbezahlte Zeit zu geben, weil wir als BLUENECK live nicht wirklich Profit machen. Wir können niemandem Geld zahlen, die Musiker müssen es aus Liebe tun. Ich glaube, jeder hätte Lust darauf, aber das Überzeugen der Partnerinnen, dass das eine gute Idee ist, ist nicht so leicht. Am Ende haben wir beim „The Fallen Host“-Jubiläum nur zwei Shows gespielt, und eine davon war wirklich gut. Aber weißt du, ich will den anderen Jungs nicht die Schuld geben, dass sie ihre Zeit nicht investieren wollten, weil wir sie einfach nicht bezahlen konnten. BLUENECK haben keine große Fanbase, und ich glaube, viele verstehen das nicht. Wir bekommen immer wieder Nachrichten, die sagen: „Kommt und spielt für uns.“ Wir würden liebend gern eine Westküsten‑US‑Tour oder eine Kanada‑Tour spielen. Aber wer soll das bezahlen? Vielleicht sollten wir es einfach machen, Rich.

„Es gibt einen Zyklus bei BLUENECK: Wir schreiben die Songs, wir nehmen Demos auf, und dann kommt normalerweise eine Krise nach diesem Zeitpunkt.“ – Rich Sadler über wiederkehrende Muster bei der Entstehung von BLUENECK-Alben.

Jetzt möchte ich über „Moonlighting“ sprechen. Wie ihr gesagt habt, wurden die meisten Songs schon relativ kurz nach „The Outpost“ geschrieben. Wie sehr hat sich die Musik über die Jahre verändert, angesichts dessen, was in der Zwischenzeit passiert ist?

Rich: Wenn du die Demos gehört hättest, die Duncan vor neun, zehn Jahren gemacht hat, würdest du viele der Arrangements und Ideen erkennen. Es sind die Sounds und die Experimente, wie Duncan sagt, die aus der Studioarbeit kommen, die sie davon abheben. Sie sind von großartigen Demos zu sehr großen, polierten, dynamischen Songs geworden. Aber du würdest sie definitiv erkennen. Und Duncan macht immer großartige Demos. Ich glaube, du könntest unsere ursprünglichen Demos immer noch hören und mögen. Es ist wie bei jedem Projekt: Die ersten 80 % des Projekts gehen ziemlich schnell, aber die letzten 20 %, um es zu finalisieren, können ewig dauern. Es gibt einen Zyklus bei BLUENECK: Wir schreiben die Songs, wir nehmen Demos auf, und dann kommt normalerweise eine Krise nach diesem Zeitpunkt. „Ist das ein BLUENECK‑Album oder ist es ein Nebenprojekt? Oder ist es etwas ganz Neues, das wir auf die Bühne bringen könnten?“ Dann lassen wir uns ablenken und gehen zwei Jahre lang Pizza essen und in den Urlaub. Schließlich kommen wir zurück und sagen: „Wir werden das nie fertig bekommen, das ist Mist.“ Am Ende besinnen wir uns und sagen: „Oh, Moment, das ist gut, und wir müssen es schnell fertigstellen.“

Dieses Auf und Ab ist bei BLUENECK ganz normal, aber dieses Mal hat das Auf und Ab einfach sehr, sehr lange gedauert. Und es gab einige große Krisen auf dem Weg. Aber ich glaube nicht, dass die Musik sich dadurch dramatisch verändert hat. Es gibt ein paar Songs, die später geschrieben wurden und eher im Studio entstanden sind. Der erste Song „Mouth Of The Snake“ war mehr eine Schöpfung aus dem Studio. Das Demo war schon als Grundlage da, aber viel vom Arrangement bei diesem Song kommt aus Experimenten im Studio und Herumspielen. Aber wenn du Dunks ursprüngliches Demo von „Goliath“ hören würdest, bevor ich irgendwas gemacht habe, klingt es ziemlich genau wie der fertige Song.

Duncan: Rich nimmt immer richtig gute Guide‑Demo‑Gitarren auf. Auch wenn die Sounds nicht unbedingt das sind, was du später hörst, ist die Melodie erkennbar. Etwas, das Rich wirklich gut beherrscht, sind melodische Gitarren. Das trifft er normalerweise schon im Demo‑Stadium. Was wir und Matt genießen, ist es, einen guten Gitarrensound zu erzeugen. Natürlich hat er viele wirklich, wirklich, wirklich, wirklich schöne Gitarrenamps. Wir benutzen keine Plugins, weder für Gitarrensounds noch für Synths. Alles ist richtig analoges, originales Zeug. Und deshalb verbringen wir so viel Zeit im Studio. Besonders wenn wir die Gitarrensounds machen, ist es immer ein riesiges Vergnügen, Richs Gitarren durch diese Amps zu hören, weil der Sound so gut ist. Es ist wunderbar, mit solch hochwertigem Equipment zu arbeiten. Wir sind in dieser Hinsicht sehr glücklich, dass wir Zugang zu dieser Ausrüstung haben. Ich bin sicher, du kannst es ebenfalls wertschätzen mit großartigem Equipment zu arbeiten, du bist selbst Musiker. Am Ende des Tages sind wir einfach nur Musiknerds.

Rich: Matt hat auch zu allem eine Geschichte. Du steckst einen Verstärker in seinem Studio ein, und er sagt: „Ich erinnere mich, als ich den von Robert Plant gekauft habe.“ Oder: „Ach ja, ich habe das Teil irgendwann an Geoff Barrow (PORTISHEAD – Anm. d. Verf.) verkauft, und dann hat er es mir zurückgegeben.“ Das ist einer der Gründe, warum das Aufnehmen eines Albums mit Matt so lange dauert, weil es immer eine Geschichte gibt. „Diese Drum Machine – oh ja, die habe ich von den MANIC STREET PREACHERS bekommen.“ Es sind seine Geschichten und nicht unsere, aber es ist immer lustig, weil er in Bristol sehr bekannt ist. Er repariert Equipment für Leute und er produziert, dadurch ist er sehr gut vernetzt. Und dabei ist er nicht prätentiös, stolz oder ein Angeber.

Duncan: Und er repariert Synths für Leute aus Bristol. Manchmal reden Leute über diese Verbindungen in und um die Bristol‑Musikszene. Und dann denkst du: „Kennt er wirklich Geoff Barrow?“ Und tatsächlich ist Geoff Barrow ein paar Mal ins Studio gekommen, als ich auch dort war. Er kennt die Leute, und sie kennen ihn. Matt ist ein kluger Typ. Im Gegensatz zu mir.

Das ist schön, was du über diese Verbindungen zu anderen Musikern gesagt hast. Ich denke dabei an all die verschiedenen Einflüsse, die ihr auf dem Album hattet – von BON IVER über RADIOHEAD zu CULT OF LUNA auf „Inside Out“. Ist es auch ein Teil von Matts Arbeit, einen Raum zu schaffen, in dem eure Einflüsse so zusammenfließen? Dass er euch die Freiheit gibt, einen Song beginnen zu lassen wie TALK TALK und am Ende nach SMASHING PUMPKINS klingen zu lassen?

Rich: Er drängt uns nicht in irgendeine Richtung, sondern ermöglicht Ideen. Ich glaube, oft sind Duncan und ich ziemlich klar in dem, was wir wollen. Zum Beispiel dass dieser und jener Gitarrensound wie „Cherub Rock“ oder „Siamese Dream“ klingt. Und Matt ist ein sehr talentierter Typ, der jede Art von Sound ermöglichen kann. Er hat so viele unterschiedlich klingende Platten produziert und ist sehr gut darin, uns zu helfen, die Ideen in die Realität zu übersetzen, mit seinem Equipment und seinem Gehirn.

Duncan: Und das Wichtige für ihn und für uns ist: Das gibt diesem Sound immer einen eigenen Charakter. Man baut nie einfach nur einen Sound nach. Zum Beispiel: Wir lieben den Deluxe Big Muff‑Sound, der ständig auf „Siamese Dream“ benutzt wird. Aber man will nicht einfach nur diesen Klang haben. Der Sound wird erzeugst, aber man benutzt vielleicht ein zweites Gitarreneffektgerät dazu, sodass der Gitarrensound zu dem von BLUENECK wird, statt SMASHING PUMPKINS zu kopieren. So entsteht ein reichhaltigerer Sound. Das denke ich jedenfalls.

Rich: Billy Corgan würde jetzt vielleicht etwas anderes sagen.

Duncan: Ja, scheiß auf ihn. Scheiß auf Billy Corgan. Er wird „Moonlighting“ sowieso nie hören, oder? Aber vielleicht würde er unser Album lieben. Man weiß es nicht.

„Wir könnten wahrscheinlich erst jetzt wieder anfangen, das Album aufzunehmen, was die Vocals angeht, ich komme jetzt erst wieder auf meine alte Tonlage.“ – Was für ein Timing: Duncan Attwood hat die Vocals für „Moonlightning“ eine Woche vor dem Schlaganfall fertig eingesungen.

Was ich wirklich schön am Album finde ist, dass es mit „Fragments“ und „Inside Out“ zwei Songs gibt, die auch auf früheren Alben hätten stehen können. Da ist also dieser klaren Stil der zweiten BLUENECK‑Trilogie, aber trotzdem gibt es eine Verbindung von „Moonlighting“ zu „Repetitions“.

Rich: Oh, interessant. Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Das ist gut möglich; vielleicht ist es das Klavier. „Repetitions“ ist ein sehr akustisches Klavieralbum. Alle Klavierstücke auf „Repetitions“ sind auf Matts leicht verstimmten Klavier in seinem Studio aufgenommen worden. Was du auf „Repetitions“ hörst ist ein echtes Upright-Klavier. Und ich kann das in „Inside Out“ hören. Und der Komponist ist eben Dunk.

Duncan: Ich glaube, ich kann nachvollziehen, wie du über „Inside Out“ denkst. Das ist der BLUENECK‑Song, der am ehesten nach den alten BLUENECK klingt. Für all die Leute, die sich beschweren, dass wir seit Ewigkeiten keinen Song geschrieben haben, der wie „Lilitu“ klingt ist das wahrscheinlich der, der sie zufriedenstellen könnte. Da habt ihr euren neuen „Lilitu“-Song!

Es gibt so viele gute Songs auf „Moonlighting“, aber besonders beeindruckend ist „Did You See The Sunrise?“, der überraschend positiv klingt. Die Texte sind ja sehr persönlich und metaphorisch, aber ich bin mir nicht sicher, ob es irgendeine Verbindung zu deinem Schlaganfall gibt. Da gibt es eine Zeile, die heißt: „dead from the waist down“. Als ich diese Zeile zum ersten Mal gelesen habe, hat sie mich getroffen.

Duncan: Vergiss nicht, dass ich alle Vocals eine Woche vor meinem Schlaganfall fertiggestellt habe. Ich hätte das Album bis jetzt nicht einsingen können. Wir könnten wahrscheinlich erst jetzt wieder anfangen, das Album aufzunehmen und was die Vocals angeht, komme ich seit kurzem wieder in meine alte Tonlage. Wir hatten wirklich Glück, dass ich die Vocals fertig hatte. Alle Texte waren bereits geschrieben. Diese Zeile war ein Zufall.

Rich: Es ist interessant, dass du diesen Song herausgreifst, denn wir haben viel darüber diskutiert. „Did You See The Sunrise?“ ist Duncan und mir sehr wichtig. Wir beide lieben das Lied, aber wir hatten Sorge, dass es vielleicht nicht auf das Album passen würde, dass es zu anders ist für BLUENECK. Aber es war zu gut und bedeutete uns persönlich zu viel, um es wegzulassen. Wir sind wirklich stolz auf diesen Song.

Duncan: Ja, ich stimme zu. Ich war zunächst dafür, dass das Lied nicht auf dem Album stehen sollte. Es bringt mich zum Lächeln. Und ich habe noch nie ein BLUENECK‑Lied geschrieben oder aufgenommen, das mich so sehr zum Lächeln gebracht hat. Also mussten wir etwas mit den Lyrics tun, um „Did You See The Sunrise?“ etwas dunkler zu machen. Damit es zumindest einen dunklen Unterton gibt. Und das ist eine kleine Referenz auf SMASHING PUMPKINS, schon wieder. „Today“ macht dasselbe für mich. Das fühlte sich für mich wie ein fröhlicher Song an, nur mit wirklich dunklen Texten. Als Jugendlicher hat mich das beeindruckt, und ich dachte das sei wirklich clever. Ich wollte schon immer etwas in der Art machen.

Rich: Vermutlich würdest du es nicht aus dem Text herauslesen, aber ich finde, es ist ein Song voller Hoffnung und Liebe und damit ungewöhnlich für einen BLUENECK‑Song. Ich denke da vielleicht anders darüber, weil du du die Texte geschrieben hast, aber ich fühle das.

Duncan: Und das ist die Schönheit dieses Songs, und die Schönheit von Musik im Allgemeinen. Die Musik lässt dich etwas fühlen, aber möglicherweise fühlst etwas anderes, nachdem du die Texte gelesen hast, wer weiß? Und natürlich schreibe ich Texte, die sehr persönlich sind, aber ich versuche, sie nicht offensichtlich persönlich zu machen, damit sie offen für Interpretation sind. Vielleicht ist es deshalb ein hoffnungsvoller Song.

BLUENECK 2026 (c) BLUENECK

Um ein bisschen weiter zu interpretieren: In den ersten sechs Stücken passiert wirklich viel durch die Dynamik, vor allem bei „Mouth of the Snake“, „Return to Cadiz“, „Goliath“ und dem Titelsong. Sie haben alle gemeinsam, dass sie einen großen dramatischen dynamischen Aufbau haben, jeder auf eine andere Weise. Und nach all diesen Höhen und Tiefen und all dieser Unruhe kommt dann dieser Song, der mich ein bisschen atmen lässt und beruhigt. Also ist „Did You See The Sunrise?“ an dieser Stelle sehr, sehr gut platziert.

Rich: Ja, du könntest es als Reise durch die Nacht sehen. „Did You See The Sunrise?“ ist der Sonnenaufgang am Morgen. Aber dann kommt noch der letzte Track, der sehr düster ist. „Send No Flowers“ ist zu gut, um ihn nicht auf dem Album zu haben. Und er konnte nur am Ende stehen. Viele BLUENECK‑Alben enden auf die gleiche Weise. Abgesehen von „Other Gods“ auf „The Outpost“, das ziemlich optimistisch ist und mit etwas Hoffnung endet. Aber typischerweise steht am Ende ein düsterer, kurzer Abschluss. Und ich glaube, du hast recht mit deiner Beschreibung der Dynamik des Albums.

Duncan: Ich habe wirklich geglaubt, dass dieses Album das Ende der Band sei, und dass wir kein weiteres Album machen würden. Daher heißt es „Send No Flowers“. Ich nehme an, ihr kennt diesen Ausdruck auch in Detuschland, bei einer Beerdigung kann man das sagen. Und ich fühlte damals, dass es etwas von einer Beerdigung hat. Ich habe wirklich geglaubt, dass wir kein weiteres Album mehr machen würden. Aber offensichtlich lag ich falsch.

In Deutschland steht in Todesanzeigen in der Zeitung oft: „Keine Blumen, aber Spenden an NGOs.“ Ist es das, was ihr meint? Ich finde, wenn das Album mit „Did You See The Sunrise?“ geendet hätte, hätte es sich nicht vollständig angefühlt. „Send No Flowers“ ist der perfekte Abschluss.

Rich: Ja, das fanden wir auch.

Und dann, nach so vielen Jahren, wurde das Album fertig, und ihr habt entschieden, es selbst zu veröffentlichen.

Duncan: Ja.

„Viele Schlaganfall‑Patienten leiden unter sogenannter Post‑Stroke‑Fatigue. Je mehr ich mit Musik zu tun habe, desto mehr hilft es mir in dieser Situation.“ – Musik als Therapie nimmt Duncan Attwood wörtlich.

Fühlt es sich wie eine Entscheidung zugusten eurer Freiheit an, oder war es eher so, dass ihr gezwungen wart, „Moonlighting“ selbst zu veröffentlichen?

Rich: Wir haben immer noch eine Beziehung zu DENOVALI, sie veröffentlichen weiterhin unsere früheren Alben. Aber wir wollten versuchen, das Album selbst zu promoten und zu veröffentlichen. Dunk hat seit seiner Krankheit mehr Kontrolle und mehr eigene Aktivität und Zeit in die Promotion, die Organisation, das Design, das Vinyl‑Pressen und all diese Dinge stecken wollen. Und das haben wir getan. Ich glaube, Dunk, du hast viel Freude, Spaß und Lebendigkeit daraus gezogen, dieses Mal mehr involviert zu sein.

Duncan: Ich könnte es nicht besser sagen. Das ist tatsächlich der Hauptgrund. Ich wollte mich selbst um das ganze Drumherum kümmern, ich habe jetzt auch mehr Zeit. Viele Schlaganfall‑Patienten leiden unter sogenannter Post‑Stroke‑Fatigue. Je mehr ich mit Musik zu tun habe, desto mehr hilft es mir in dieser Situation. Und mehr in diese Veröffentlichung involviert zu sein, hat mir geholfen. Das bedeutet auch, dass ich enthusiastischer als je zuvor war, Musik zu veröffentlichen. Ich stelle mich selbst an die erste Stelle. Das geschieht sicherlich nicht aus finanziellen Gründen, denn der Vinylmarkt ist seit unserer letzten Veröffentlichung eingebrochen. Und es ist ehrlich gesagt ein Kampf, Platten zu verkaufen.

Rich: Besonders wenn man nicht tourt.

Duncan: Ja, besonders wenn man nicht tourt. Aber es war gut für meine Gesundheit. Es hat mich wieder musikalisch aktiv werden lassen. Es wird also mehr von BLUENECK geben, zumindest Musik. Wenn wir ehrlich sind, vielleicht nicht physisch. Wir müssen uns vielleicht jetzt auf die digitale Vermarktung konzentrieren. Ich glaube nicht, dass die Fans etwas dagegen haben, solange es überhaupt Musik gibt. Aber es war ziemlich aufregend, wieder mit dem Schreiben zu beginnen.

Rich: Wir wollten die Kontrolle selbst übernehmen und daraus lernen.

Duncan: Ich glaube, die Zeit hat sich für Künstler verändert. Aber hauptsächlich geht es darum, dass ich aktiver bin und mehr mit meiner eigenen Musik zu tun habe.

Ich vermute, es ist besonders hart für kleinere UK‑Bands, gerade jetzt zu existieren, nicht zuletzt wegen des Brexits. Touren ist besonders teuer geworden. In den letzten Jahren ist es sehr schwierig geworden, wenn man nicht auf einem bestimmten Level operiert, richtig?

Rich: Es ist lange her, dass wir richtig getourt sind. Damals war es machbar, man konnte ungefähr bei Null rauskommen. Von dem, was ich von Freunden höre und was wir sehen, ist es jetzt sehr schwierig. Wirklich, wirklich schwierig, besonders seit dem Brexit. Man hört all diese Geschichten über Leute, die in den USA touren. Ich kenne jemanden, der in einer Band spielt, viele ausverkaufte Shows in den USA hatte, und trotzdem kaum Geld verdient hat. Es wird eher ein Hobby statt ein Lebensunterhalt. Und deshalb glaube ich, dass Rockmusik struggelt, weil es so viel schwieriger wird, alle in einen Van zu bekommen, zu proben, aufzunehmen und zu spielen. Deshalb sucht man nach einem anderen Weg des Ausdrucks, man geht einen elektronischen Weg oder macht Solo‑Sachen. Es ist eine traurige Realität, aber wir sind inzwischen auch ältere Typen. Ich vermisse dennoch die Seite der Band, die live spielt. Wir haben viele großartige Erinnerungen. Es jetzt wieder zu versuchen wäre unglaublich herausfordernd.

Vor ein paar Tagen war ich auf einem Konzert der Industrial‑Band AUTHOR & PUNISHER. Die Shirts kosteten 35 €, die CDs 25 €, nach den Vinylpreisen habe ich gar nicht erst gefragt. Aber wahrscheinlich sind es diese Preise, die das Touren überhaupt erst möglich machen.

Rich: Ich habe viele große Bands im letzten Jahr gesehen: RADIOHEAD, SMASHING PUMPKINS, OASIS. Bei denen ist es natürlich etwas anderes. Die haben keine Probleme, Geld zu verdienen. Schau dir an, wie teuer der Merch bei diesen großen Bands ist. Es ist verrückt. Du weißt schon, 100 oder 80 Pfund für einen Radiohead‑Hoodie. Wahrscheinlich können sie das verlangen, weil ihre Fans jetzt älter sind und mehr Geld haben. Aber dieser verrückte Anstieg der Kosten existiert. Ich schätze, bei Bands wie deinem Beispiel ist es so, dass viele Leute es sich nicht leisten können, aber sie verstehen es, richtig? Sie verstehen: Dieser Typ verlangt 25 € für eine CD wahrscheinlich, weil er es braucht. Und man zahlt einen Aufpreis, weil man es direkt vom Künstler bekommt, er signiert und man eine Erinnerung hat, statt es von Amazon geschickt zu bekommen.

Duncan: Harte Zeiten für kreative Menschen, leider.

BLUENECK 2026 (c) BLUENECK
BLUENECK 2026 (c) BLUENECK

Ich deprimiere alle um mich herum. Das kann ich am Besten.

Rich: Das betrifft auch das KI‑Zeug. Aber Menschen finden einen Weg. Ich bin da hoffnungsvoll.

Duncan: Oh mein Gott, das stimmt.

Rich: Du erinnerst dich vielleicht an das erste Mal, als jemand ein KI-Foto erstellt hat, richtig? Wie hat es ausgesehen? Donald Trump, wie er einen Koalabären auf dem Mars küsst? Und dann siehst du es an und denkst: Das war’s. Das Interesse ist weg. Wie auch immer, es wird langweilig, wenn man über KI redet. Sorry, dass ich habe das Thema angesprochen habe.

Ich glaube, die Mehrheit der Leute, die Heavy Music, alternative Musik oder Indie mögen, denkt kritisch genug. Im Moment denke ich, KI ist eher ein Problem für die großen Popkünstler. KI ist allgegenwärtig, zum Beispiel, wenn du eine Spotify‑Playlist anmachst, „Music for studying“ oder „Music for working“.

Rich: Aber ich habe neulich Ambient‑Piraten-Music gehört. Also, du weißt schon, Piraten wie in „Fluch der Karibik“.

Okay. Ambient‑Pirate-Music.

Rich: Es gibt eine Ambient‑Pirate‑Spotify‑Playlist. Und ich habe sie angemacht, weil ich dachte: Oh, ich bin in der Stimmung für Ambient‑Pirates. Sich vorzustellen, man ist in der Karibik, nachts am Strand. Und im Hintergrund läuft diese Art Piratenmusik. Und weißt du, es war cool. Ich fand dass es genau meine Stimmung traf. Aber schließlich realisiert man, dass das KI ist. Wow.

Duncan: Was hat dich dazu gebracht, das zu suchen?

Rich: Kennst du das Computerspiel „Monkey Island“ aus den Neunzigern? Es ist eines meiner Lieblingsspiele von LucasArts. Der Soundtrack von „Monkey Island“ ist eindrucksvoll und du bist ein Piraten‑Typ, der nachts über eine dunkle karibische Insel wandert, mit dieser großartigen Musik. Ich hörte den „Monkey Island“‑Soundtrack und wusste, was ich wollte: für den Rest des Abends Ambient-Pirate‑Music! Und natürlich gibt es eine verdammte Playlist dafür. Das ist KI. Und wie bei allem KI‑Zeug denkst du sofort: Cool, das ist genau das, was ich will. Und dann denkst du: Oh, es ist genau das, was ich will, aber es ist nicht gut. Also ja, vielleicht sollten wir Ambient‑Pirate-Music machen. Das könnte die nächste Richtung sein.

Ich bin froh, dass du „Monkey Island“ erwähnt hast, weil Duncan mir den Screenshot geschickt hat von euch beiden in diesem Computerspiel.

Duncan: Oh ja, das habe ich vergessen. Dieses „Miami‑Vice“‑Ding.

Wo kann man das spielen?

Rich: Ich glaube, du musst mit vielen Euro‑Münzen in eine Arcade in Berlin gehen, und du findest es in einer Piraten‑Monkey‑Island‑Bar. Und du kannst deine Euros in die Maschine stecken und Duncan oder mich als Charakter wählen.

Duncan: Aber im Ernst, ich glaube, Iain hat gesagt, er könnte das designen, oder?

Rich: Ja. Iain, der das Artwork gemacht hat ist auch ein sehr, sehr guter Programmierer. Und er weiß, wie man KI‑Prompting und Programmierung benutzt, und weißt du, er ist einfach ein sehr kluger Typ. Er macht seine eigene Musik, und sie ist toll. Wir wissen nicht wirklich viel über KI, aber er würde uns ein Video erstellen. Er könnte die KI ein Videospiel programmieren lassen, in dem wir beide die Figuren sind, wie ein 1990er‑Arcade‑Spiel, wie „Robocop“ oder so.

„Jeder Mann in seinen Vierzigern ist in den letzten zehn Jahren durch eine John‑Carpenter‑Phase gegangen.“ – Rich Sadler über die JOHN CARPENTER-Einflüsse auf „The Outpost“.

Ich würde das lieben. Und es wäre großartige Promo für BLUENECK.

Rich: Du kannst 8‑Bit‑Versionen unserer Songs dazu haben.

Duncan: Und wie viele Leute würden das spielen? Vielleicht würde es viral gehen.

Rich: Ihr würdet das folgende übrigens zu schätzen wissen: Es gibt eine Lo‑Fi‑Version von „Siamese Dream“ auf YouTube, die ich viel höre. Ich glaube nicht, dass es KI ist, sondern von einem Menschen gemacht wurde. Es ist wirklich gut. Ich liebe Lo‑Fi‑Musik, aber das Problem ist, dass vieles davon KI generiert ist. Ich höre sowas viel zu oft. Viel, viel, viel zu oft.

Duncan: Oh ja, das ist schön.

Ich bin in letzter Zeit gelegentlicher Hörer von Dungeon Synth und Fantasy Synth geworden, aber das ist wieder ein anderes Rabbit Hole. Ich glaube, ich gehe bei „Siamese LoFi-Dreams“ nicht rein, aber ich verstehe die Faszination total.

Rich: Ja, Synth, Synthwave, Lo‑Fi, es macht viel zu viel Spaß. Besonders wenn du Videospiele, die 80er und John Carpenter magst. Das ist alles Zeug, das wir lieben.

Übrigens, “The Outpost” war offensichtlich BLUENECKs JOHN CARPENTER‑Tributalbum, richtig?

Rich: Natürlich. Ich glaube, jeder Mann in seinen Vierzigern ist in den letzten zehn Jahren durch eine John‑Carpenter‑Phase gegangen. PORTISHEAD haben das mit „Third“ angefangen, oder? Sie waren wahrscheinlich die erste Band, die diese Verehrung für John Carpenter offen gezeigt hat. Und das war 2008. Da begann das Revival. Aber ja, wir lieben seine Filme und wir lieben seine Musik.

Ich habe all die Verbindungen zu John Carpenter auf „The Outpost“ wohlwollend bemerkt. Als ich zwölf war, sah ich „Escape from New York“, und es war um mich geschehen.

Rich: Für mich war es mit zwölf „Big Trouble in Little China“. Der Film hat meinen Verstand gesprengt, ich liebe ihn. Und „The Fog“ war sehr wichtig für mich. Wirklich, wirklich wichtig. Und ich höre viel von „The Fog“ in „Epilogue“.

Duncan: Wirklich? Das ist mir nie aufgefallen.

Dunk, Rich, ich fürchte, ich habe euch ziemlich viel Zeit gestohlen – danke für das Interview!

Rich: Es war schön, dich zu sehen und schön, mit dir zu sprechen, Christoph.

Duncan: Danke für das Interview.

Alles Gute euch. Bis zum nächsten Mal.