GABRIEL BURNS: Folge 37 – Der Atem der Fahlen [Hörspiel]

GABRIEL BURNS: Folge 37 – Der Atem der Fahlen [Hörspiel]

In dieser Zukunft sind wir alle – pardon – gefickt. Joyce Kramer und Larry Newman sind nach dem Fall der zehn fahlen Orte seit einigen Jahren auf dem völlig zerstörten, lebensfeindlichen nordamerikanischen Kontinent unterwegs und gehören dem Widerstand an, den Dorgan Fink ins Leben gerufen hat. In den überall bestehenden kuppelartigen Sphären herrschen die Fahlen – Joyce, Larry und ihr junger Begleiter Elijah erleben den Horror der Biosphäre, in dem Menschen in die Erde eingegraben werden und die Fahlen mit deren Schmerz und deren Angst ernähren. Unerwartete Hilfe kommt seitens des fiesen Aufsehers Milton, der die sichtbar geschwächten Widerständler auf ihrer aussichtslosen Mission begleitet.

Der Atem der Fahlen erzählt die Geschichte der vergangenen Episode Am Ende aller Tage weiter, und während diese die letzte Folge ein Roadtrip im Stil von Cormac McCarthys Die Straße hin zu den Sphären war, entfalten die Macher von GABRIEL BURNS nun wieder ihre ganze Kreativität und lassen ein biomechanisches Monster entstehen, so dass sofort grausame, surreale und dunkle Bilder im Kopf des Hörers entstehen. Die 37. Folge der Serie zeigt eine Welt der Fahlen auf, bestehend aus vielen finsteren Komponenten, die bereits vorher Bakermans Team das Leben schwermachte. Joyce und Larry, die schon einige Jahre in dieser postapokalyptischen Welt unterwegs sind und mittlerweile eine Art Paar abgeben, sind am Ende ihrer Kräfte, und so wie Der Atem der Fahlen zu Ende gebracht wird, ist man froh wieder am Boden der Tatsachen zu landen, auch wenn eine konsequente Fortführung des Handlungsstrangs sehr reizvoll gewesen wäre.

Bevor ich beginne zu spoilern, konzentriere ich mich auf das Handwerkliche. Wie üblich ist GABRIEL BURNS unwahrscheinlich fett produziert, die Soundeffekte und der Sci-Fi-Score schaffen es, dass sich der Hörer im Geschehen verliert. Jürgen Kluckert passt sich als Erzähler der Dynamik des Hörspiels optimal an, Björn Schalla hat als Larry Newman seinen großen Auftritt und die ansonsten so resolute Joyce Kramer zeigt Leidensfähigkeit – Bianca Krahl ist in dieser Rolle so überzeugend wie selten. Daneben weiß Bert Stevens als fieser Aufseher Milton zu begeistern und ist der heimliche Star des Hörspiels. Der Stab ist relativ klein, aber bis in die Nebenrollen stimmig besetzt, auch wenn es nicht nur große, berühmte Sprecher zu hören gibt – dadurch bleibt GABRIEL BURNS stets frisch.

Das Ende von Der Atem der Fahlen zeigt, dass GABRIEL BURNS noch viel Potenzial hat, auch wenn diese Endzeitvision so enorm fatalistisch klingt. Vielleicht enttäuscht die Auflösung den einen oder anderen, ob sie wirklich geglückt ist, erfahren wir wohl erst im Laufe der weiteren Entwicklung der Serie. Tatsache ist, mehr Horror zum Hören gibt es im Hörspielmarkt derzeit nicht. Starke Nerven solltet ihr haben, nicht nur wegen dem Thrill der Story, auch wegen der exzessiven Brutalität. Das ist konsequente, intelligente, mitreißende Hörspielunterhaltung. Serienfans dürfen sich freuen, dass GABRIEL BURNS nach der langen Pause kein Quäntchen Qualität eingebüßt hat. Keine TV-Serie, egal wie viel Budget dahinter steckt, könnte diese Bilder erschaffen, die durch Der Atem der Fahlen im Kopf entstehen.

Veröffentlichungstermin: 14. Juni 2013

Spielzeit: 64:52 Min.

Line-Up:
Jürgen Kluckert – Erzähler
Hans Paetsch – Introerzähler
Ernst Meincke – Bakerman
Bert Stevens – Milton
Björn Schalla – Larry Newman
Bianca Krahl – Joyce Kramer
Timmo Niesner – Dorgan Fink
Stefan Krause – Elijah

Volker Sassenberg – Produktion und Regie
Volker Sassenberg und Andreas Gloge – Drehbuch
Matthias Güntert und Volker Sassenberg mit Manuel Rösler – Musik
Mark Sander & Volker Sassenberg – Tontechnik und Schnitt
Ingo Masjoshusmann – Cover Design und Illustration

Label: Decision Products / Sony Music

Homepage: http://www.gabriel-burns.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/GabrielBurnsHoerspiel