DEMONICAL: Chaos Manifesto

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Manchmal ist es einfach am besten, wenn sich nichts ändert. DEMONICAL verwalten mit ihrem neuen Album „Chaos Manifesto“ noch immer das Erbe DISMEMBERs – und sie halten das Andenken in auch diesmal größten Ehren: Sie spielen Schweden Death der alten Stockholmer Schule, mit wunderbarst sägendem HM2-Gitarrensound, mitreißenden Riffs und ein paar ziemlich eingängigen Melodien.

Seit dem 2007er Debütalbum „Servants Of The Unlight“ über „Hellsworn“ (2009) und „Death Infernal“ (2011) bis zu „Darkness Unbound“ (2013) haben sich DEMONICAL einen guten Namen als Nachlassverwalter von DISMEMBER gemacht.

Daran ändert auch das munteres Kommen und Gehen in DEMONICALs Proberaum nichts. Diesmal ist Sänger Alexander Högbom neu dabei. Man kennt sich aber bereits von CENTINEX, wo er ebenfalls für die Vocals zuständig ist und zum ersten Mal auf dem 2014er Album „Redeeming Filth“ zu hören war. Der Vollständigkeit halber: Auch Basser Martin Schulman und Drummer Kennet Englund sind bei beiden Bands aktiv – sie haben CENTINEX 2014 reformiert.

Schwedischer als „Chaos Manifesto“ kann Death Metal nicht klingen

Etwas Neues gibt es dann aber doch auf „Chaos Manifesto“ zu entdecken: Mit „Välkommen Undergång“ haben DEMONICAL zum ersten Mal einen Song in ihrer Muttersprache Schwedisch aufgenommen – und außerdem ALFAHANNEs Pehr Skjoldhammer eingeladen, im Refrain einfach ein bisschen mitzuschreien. Das Ergebnis ist ein Death Metal-Stampfer, der unverschämt eingängig ist und durch die hellen und nicht gegrowlten Gastvocals für DEMONICAL-Verhältnisse fast schon als gewagt und experimentell gelten kann!

DEMONICAL – die Nachlassverwalter von DISMEMBER

Denn ansonsten vertrauen DEMONICAL auf ihr eigenes Best-of des Sunlight Schweden Deaths: Mit „Torture Parade“ und „A Void Most Obscure“ hauen sie wüste Old-School-Tracks mit schwindelerregenden Gitarren und hektischer Snare raus, bei „From Nothing“ wird’s melodiös (AMON AMARTH haben ganz, ganz früher mal solche Songs geschrieben), „Towards Greater Darkness“ und „Sung To Possess“ grooven wie DISMEMBER zu „Where Ironcrosses Grow„-Zeiten.

„Chaos Manifesto“ ist überhaupt nicht innovativ. Kombiniert mit DEMONICALs Spielfreude, dem herrlichen Retro-Sound, ein paar wirklich guten Melodien und einem Megagroove macht diese hundertprozentige Werkstreue „Chaos Manifesto“ aber zu einem Album, das jeden Fan schwedischen Old School Death Metals begeistern sollte – auch wenn es schon etliche solcher Alben gibt. Man kann ja auch einfach mal auf etwas zurückgreifen, dass sich seit Jahrzehnten bewährt hat…

Veröffentlichung: 23. März 2018

Label: Agonia Records

DEMONICAL „Chaos Manifesto“ Tracklist

1. A Void Most Obscure (Lyrics-Video bei YouTube)
2. Towards Greater Gods (Audio bei YouTube)
3. Sung To Possess
4. Välkommen Undergång
5. Torture Parade
6. From Nothing (Lyrics-Video bei YouTube)
7. Unfold Thy Darkness
8. Death Unfaithful
9. Nightbringer (*Digipack CD exclusive)

LINE-UP

Alexander Högbom – Vocals
Martin Schulman – Bass
Johan Haglund – Gitarre
Eki Kumpulainen – Gitarre
Kennet Englund – Drums

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...