TAKtlos – Wie style ich mich bei Festivals (nicht)?

Der Rock´n´Roll ist kein Lehnstuhl (Hannes G.Laber Holzmann) und ein Festival ist kein Kindergeburtstag. Welche Klamotten sollte ich auf ein Festival mitnehmen und welche zu Hause lassen? Tak machte sich einige Gedanken darüber…

Nachdem sich Vampi vor einiger Zeit schon mal mit allgemeinen Tips für ein erfolgreiches Festival beschäftigt hat, möchte ich hier noch ein weiteres, nicht zu unterschätzendes, Festivalkapitel aufstoßen, nämlich: Das Festivalstyling!

Jaja, setzt sagt ihr: Schwarz ist doch eigentlich nie verkehrt! Klar ist schwarz nie verkehrt, da sieht man auch die Schweissflecken (die man mit weißen Klamotten nicht hätte) nicht so doll. Aber damit isses ja leider auch noch nicht getan!

Denn leider denken die meisten ja immer noch, sie könnten auf einem Festival genauso rumrennen, wie sie dies auch in ihrer Stammpinte oder Zappelbude machen, also können sie ja auch so auf ein ganz normales Festival gehen. Ist nun auch wieder kein größeres Problem, solange man auf CombatWear steht, aber gerade die meisten Mädels neigen doch dazu, aus einem Festivalgelände einen Catwalk zu machen (und wundern sich dann warum sie sich in ihren schwarzen Dominastiefeln eher wie ein holländischer Grachtenspringer, denn als eine Katze fortbewegen). Deshalb hier noch mal der kurze Leitsatz: Grün, hügelig in weißer Umgebung – Badezimmerteppich, grün, hügelig in Weißblechmüll – Festivalgelände.

Aber ich will hier nicht zu lange über Schuhe salbadern, es gibt wirklich interessanteres und außerdem kann man das ganze durch folgende (Achtung: Schon die zweite Lebenshilfe in diesem Artikel) Regel abkürzen: Kannst du mit deinen Gehhülsen über lässig gesplittertes Glas gehen, ist es auch für ein Festival nicht verkehrt.

Denn richtig bemerkenswert wird’s doch erst bei der Oberbekleidung, ich hatte beispielsweise die Idee zu diesem kleinen Machwerk, als ich auf dem Wacken einige Mädels in Samtröcken sah, kurz bevor sich die schon recht zahlreich erschienen grauen Wolken dazu entschließen konnten, ihren Inhalt gen Gottes(jaja, ich weiß)grüner Erde zu ergießen. In diesem Moment konnte ich auch nachvollziehen warum die Krankenkassen vor Haltungsschäden warnen. Wasser kann so schwer sein…

Natürlich wird nicht nur Samt im Regen naß, es trocknet halt nur langsamer. Eigentlich wird alles im Regen naß außer Leder (elegante Überleitung) oder Lack, damit liegt man im Regen ganz weit vorne. Nur gibt es dabei auch ein kleines Problem, denn leider finden Festivals ja meist im Sommer, also auch mit entsprechender Hitze, statt. Als Folge hiervon fängt der Körper dann (und wann) schon einmal an seine Poren zu öffnen und den Flüssigkeitshaushalt über die Haut zu regeln. Ihr ahnt worauf ich raus will, was von Außen nix dran läßt, läßt auch nach außen nix raus. Wenigstens hat man gerade bei Lack weniger Rücksicht auf seine Umwelt zu nehmen. Denn egal (bitte aussuchen aus: Bier, Zaziki, Bier, Pizza, Bier, Altöl, Bier, Pommesrotweiß, Bier, Nasi/Bami-Goreng, Bier oder auch Bier) was dir dein Nebenmann auch gerade über den Pelz kippt, hier gilt noch das Zewa-Motto: ein Wisch und es ist alles weg!

Ein weiteres Highlight ist die immer wiederkehrende Shörtparade, hier tummeln sich die Leute auf breiter Front, die sich immer wieder einen optischen und verbalen Wettstreit über die tollsten, brutalsten, kommerziell bescheuertsten, poserhaftesten oder einfach nur strangesten T-Shirts geben. Hier wetteifern Manowarkampfmaschinen gegen Exploidetpunks, Bon Jovi Poser gegen Funeral Wind Blackies. Sie alle wissen ganz genau warum sie gerade dieses T-Shirt brauchen, um damit ihren Coolheitsfaktor nach oben zu schrauben und warum die anderen bestenfalls Shirts von „ganz netten“ Bands anhaben. Vielleicht sollte sich mal jemand einen Spaß machen und mit einem Wolle Petry-Shirt vor einer Black Metal Stage auftauchen.

Black Metal auf Festivals ist sowieso immer eine, objektiv betrachtet, lustige Sache. Man kann ja ruhig glauben, das Leute mit in Hitze verlaufender Schminke besonders evil aussehen, aber seien wir doch mal ehrlich: Habt ihr verstärkt Angst vor jemanden, dessen Gesicht einer Farpalette der Farben rot, weiß, schwarz gleicht? Mal davon abgesehen, das sich diese Leute vor jeder Staubwehe wegdrehen müssen, wollen sich nicht mit jeder Brise ungefähr vier Dutzend neue Sommersprossen bekommen. Jetzt habt ihr auch den äusserst logischen Grund dafür bekommen, daß Immortal und Konsorten immer vor nowegischen Fjorden, aber so selten in der Sahara rumposen (Und natürlich das sich Mistral Beasts auch nicht so cool anhört). Ein weiteres Highlight auf Festivals sind sicherlich auch die Schwarzheimer, die sich nur den Gesichtskreis schminken (dann kann die Schminke wenigstens nicht in die Klamotten laufen) und die sich dann umdrehen und wundern, warum alle Leute in ihrer Nähe Phantomimengesten machen. Ich garantiere euch Lacher (wenn’s gut läuft Freigetränke) mit der imaginären Wand, in der Nähe eines dieser Minimalcorpsepainter (selbst ausprobiert). Überhaupt haben es die Nachwuchswarriors of Satan nicht immer leicht auf Festivals. Warum müssen sich denn selbst die allerschmächtigsten Schwarzmetaller mit Spikearmschützern ausrüsten und wundern sich dann über den mies dreinblickenden Biker (plus anhängendem MC), den sie gerade freundschaftlich beim pogen mit ein paar Spitznieten bearbeitet haben. Über den Rest der Szene will ich jetzt mal einen pazifistischen Mantel des Schweigens breiten, möchte aber durchaus anmerken das Moppedfahrer sich, im Gegensatz zu norwegischen Kirchen, zu helfen wissen.

Gibt es also wirklich ein ideales Festivaloutfit? Ich glaube eher nicht (von den Stiefel w.o. erwähnt mal abgesehen) und sehen wir es doch auch mal ganz positiv und ehrlich, man geht ja nicht auf ein Festival um sauber, trocken, nüchtern, gut riechend oder gut geschminkt zu bleiben, oder ums kurz zu machen: Wichtig ist auf dem Platz!

Anm. d. Verf.: Ich wollte eigentlich noch einen kleinen Absatz über das ideale Festivaloutfit für Mädels schreiben, aber ich hab’s dann doch gelassen, weil ich mich sonst wohl endgültig als (bitte passendes nach eigenem Gusto aussuchen: Wüstling, Schmierfink, Spätpubertärer, Neandertaler, Chauvi oder einfach nur Drecksack) hätte outen müssen. Das wollen wir doch alle nicht (Psst, gegen Alters- und Geschlechtsnachweis gibt’s die Version für 5 DM Schutzgebühr bei untenstehender E-Mail-Adresse)