TAKtlos: Früher war alles besser!

TAKtlos: Früher war alles besser!

Früher war alles besser. Jetzt sagt ihr bestimmt, der Tak hört sich jetzt schon genauso blöd an wie mein Opa, kurz bevor er mit seinen Kriegsgeschichten anfängt. Jagut, ich sach ma‘, den Stiefel muß ich mir jetzt anziehen, aber (ABER) früher war alles besser. Gut alles besser stimmt eigentlich nicht, aber um hier mal ´ne elegante Überleitung zu meinem eigentlichen Thema zu bekommen: Den Metal-Videos im Laufe der Zeit. Die waren nämlich früher auf jeden Fall besser, vielleicht sollte man auch nur „lustiger“ sagen.

Na klar, die ganz schlauen kommen jetzt mit dem Einwand, das damals alle Videos viel lustiger gewesen wären, aber ich sage nur „Verhältnis“, um auch diesen Einwand zu entkräften. Die durchschnittlichen Metal-Videos der Achtziger sahen nämlich aus wie eine Mischung aus Muppet-Show und einem Video der hundert grausamsten Frisuren dieses Jahrhunderts (Jahrtausends?). In Achtziger-Metal-Videos wurde wahlweise gepost bis der Nervenarzt kam, oder L.A.-Tunten wirbelten mit futuristischen Neongitarren vor Marshall-Türmen, die es von der Höhe mit so manchem Anden-Massiv aufnehmen konnten. Außerdem hatte man bei manchen Videos das Gefühl, sie hätten nur statt gefunden, damit sich der Regisseur nachher auf Kosten der Plattenfirmen eine neue Wohnungseinrichtung kaufen konnte. Kurz und gut: Es durfte nach Herzenslust gelacht werden und vielen Metal-Fans wurde eingetrichtert das die bösen Jungs sich dadurch auszeichnen, das sie lustige, bunte Klamotten trugen und das eine gute Frisur es wert ist, daß das Ozonloch gefährliche Ausmasse annimmt.

So war es gut und so hätte es bleiben können, aber wer ist wieder mal daran schuld? Metallica waren’s. Wie immer. Mußten die Bay-Area-Fischköppe doch tatsächlich beim Video zu One so etwas wie Atmosphäre oder eine Botschaft loswerden. Danach ging’s dann auch rapide bergab, die Metal-Bands kamen auf den Trichter und ballerten ihre Botschaften auf die Menschheit los und alles sollte schön ernsthaft oder düster rüberkommen. Slayer begaben sich vor Pyramiden, um eine Stimmung einzufangen, Paradise Lost (und Milliarden anderer Gothic-Metal-Bands) machten tieftraurige, düstere Noir-Videos, aber die Krönung war für mich erreicht, als selbst Sodom ein Video mit einem Anti-Walfang Hintergrund machten. Hat sich schon mal einer gefragt, warum in den Neunzigern keine Metal-Vid’s mehr auf MTViva kamen? Ganz einfach, die versteht doch keiner mehr – vielleicht könnte eine Initiative „für mehr Silikon in Metal-Videos“ da Abhilfe schaffen (alternativ für Frauen „für mehr Spandex-Hosen und mehr Schnuckel-Metaller“), damit auch die dumpfdröge Couch Potatoe-Bagagge wieder mehr Gefallen an Metal-Vid’s findet (Hirn aus und Verstärker auf 10!).

Das schlimme ist ja nur, das momentan überall vom True-Metal-Revival geredet wird, aber keiner kommt auf die Idee, das damit auch die trashigen Videos zurück kommen müssen, sonst funktioniert das nicht. Könnten also Hammerfall und Konsorten demnäxt mal wieder mehr Videos mit Silikonbrüsten und Saufparties machen? Könnten sich The Gathering nicht endlich mal ein passendes Bandmaskottchen anschaffen (nein, ich lasse die Einwände mit Anneke nicht gelten) das mit Low-FX durch Videos gezerrt werden könnte? Da lobe ich mir doch Iron Maiden, deren Videos zwar mittlerweile auch absolut up to date sind, die aber zumindestens noch Computerspiele im Stile der Achtziger rausbringen!

Hier noch abschließend die Top-Ten der abgedrehtesten Metal-Videos:

1.) Iron Maiden – The Number of the Beast (worst of the worst; hier überzeugt das Bandposing und der Styropor-Eddie – Graf Zahl aus der Sesamstrasse ist definitiv gruseliger)

2.) Manowar – Heavy Metal Daze (überzeugt besonders durch das abgespacete Bandposing und die Effekte (Uns-OliBa Scott Columbus zerbricht Drumsticks)

3.) Judas Priest – Breaking the Law (Ein Klassiker, alleine schon durch die Idee einen Bankraub mit E-Gitarren durchzuführen)

4.) Twisted Sister – I wanna Rock (Der Vorläufer aller Videos die in Schulen spielen. Doc Snyder befreit versklavte Schüler in Motörhead-Shirts – genial)

5.) Motörhead – Killed by Death (Tja, da wollten Motörhead wohl Mad Max nachdrehen – mit einem Budget von ca. 25 Cent)

6.) David Lee Roth (mit dem ist eigentlich jedes Video ein Genuß aber eins sticht raus) – California Girls (das Beste aus dem Bereich Silikon)

7.) Scorpions – Rock you like a Hurricane (die Krauts mit dem lustigen Dialekt zeigen hier Höchstleistungen aus dem Bereich Extremposing)

8.) Poison – Unskinny Bop (Haarspray & seine üblen Nebenwirkungen)

9.) Bathory – One Rode to Asa Bay (die Laienspielgruppe Norköpping spielt „die böse Christianisierung Skandinaviens“)

10.) Beasty Boys – No sleep ´till Brooklynn (ich peil´ bis heute nicht ob das ernst gemeint ist, oder ob die damit die ganzen anderen Videos verarschen wollen)

Tak