TAKtlos – Metal im TV….

ist ein furchtbar trauriges Thema….oder etwa doch nicht? Lest nach!

…findet nicht statt! So einfach könnte man das ganze pauschalisieren. Wären (oder vielmehr waren) da nicht ab und an ein paar schwermetallische Streusel, um die Pausen zwischen der Super volkstümlichen Schlagerhitparade der volkstümlichen Volksmusik, einem R´n´B-Video auf MTViva (wißt ihr Spacken bei Viva eigentlich was Rhythm´n´Blues ist? Hat viel mit Rhythmus zu tun und wenig mit Whitney Husten) oder dem Morning Star im Frühstücksfernsehen zu füllen, die ich ruhig mal auf meine gewohnt charmante Art unter die Lupe nehmen könnte.

Eine Suche nach Schwermetall im deutschen Fernsehen gleicht einem Zug durch die Geschichte der Musiksendungen im TV. Seien wir mal ehrlich, alte Sendungen wie die Plattenküche boten härteren Rock´n´Roll als eine Durchschnittsendung bei Viva, was so schwer nicht ist, denn seien wir mal ehrlich: Die durchschnittliche Blaskapelle eines Kirmesumzuges bietet mehr Rock´n´Roll als Viva. Aber nachdem jahrelang in den Jugendformatsendungen (wenig Jugend, viel Format) der öffentlich-rechtlichen (ein(e) Moderator(in) unter dreissig, dafür hielt der Rest der Redaktion Glen Miller für New Young Hopefulls (ein Zustand der zumindest beim ZDF noch heute vorherrscht)), als schwarzweiß Kontrast zur (Un)Volks(Un)Musik, metallastiges nur am Rande, von löblichen Ausnahmen Ende der Siebziger mal abgesehen, behandelt wurde, gab es in der Pionierzeit des deutschen Privatfunkes dann erstmals eine Sendung die sich mit Hartwurst auf breiterem Rahmen beschäftigte, die Rede ist von Hard´n´Heavy auf dem Tele 5 (mittlerweile DSF, die mit dem Phrasenschwein). Ich würde jetzt hier gerne mehr drüber schreiben, als das Sabina Classen und Götz Kühnemund da ihre Runkeln in die Kamera gehalten haben, aber leider bekamen erst zwei Wochen nach Einstellung des Formats Kabelfernsehen, Shit happens! Scheint also ein Quotenbringer gewesen zu sein, das Programm.

Das näxte Format (konnte ich dann live und in Farbe genießen) war Headbanger´s Ball mit Vanessa Warchick (ääh wick), einer Sendung die als Abspielstation von uralten DefLep-Videos herhalten mußte, die aber immerhin auch ab und an mal Maiden, Slayer oder Motörhead brachten (die dann meistens in der Länge von 2 Minuten rüberkamen, aber vollmundig als Specials angekündigt wurden) und zur gelungenen Sendezeit von 12 Uhr (nachts) bis 2 Uhr (nachts) in der Nacht von Sonntag auf Montag ausgestrahlt wurde. Gut, geschlafen hat man am Wochenende eh genug und wer will schon pennen.

Eine Nebenwirkung dieser Sendung war immerhin, das Vanessa (tolle Haare, aber guckt mal auf meine Klamotten ) Warwick ihren unbegabten (Ex)Mann (keine Ahnung, nennen wir ihn mal Firlefanz Warwick) mit seiner völlig unbegabten Band (keine Ahnung, nennen wir sie mal The Almighty) zu einem Pseudo-Rockstar-Level hypen konnte. Gut, ich fand die damals schon schlecht und probiert heute mal eine alte Almighty-Scheibe beim Gebraucht-CD-Händler abzuliefern, so ein schallendes Gelächter werdet ihr nie wieder über euch ergehen lassen müssen. Aber wer nimmt nicht gerne eine miese Band mit auf Tour, wenn man sich eines Headbangers Ball-Special gewiß sein kann. Bussiness as unusual.

Ein Highlight (und das mal ganz ohne Ironie) dieser Sendung war allerdings das zu den Endzeiten dieses Formats nach dem eigentlichen Headbanger´s Ball eine Sendung namens Into the Pit angehängt wurde, die allerdings mit richtig guter Musik aufwarten konnte. Hier konnte man dann schon mal gepflegt einem Video von Emperor, Gorefest oder Immortal lauschen, also eigentlich das Programm was man sich auch sonst den ganzen Tag wünscht (und nie bekommt).

Als nächster Versuch kam dann von VIVA ein Format namens Metalla mit den beiden Kaspern Adam Turtle (looks bad, no brain) und Yvonn Duckworth (looks good, more brain), die sich publikumsgerecht drum zofften was noch Metal und was schon Trendscheiße ist. Putzig irgendwie, aber irgendwann hatten sich die reflexartigen Mechanismen auch abgenützt und über die Clips sollte man auch besser den Mantel des Schweigens hüllen, denn irgendwie hatte man schon das Gefühl das Metalla, besonders nachher unter der Alleindespotie von Schildkröt Adam, zur Bastion des Ewiggestrigen geworden war. Man soll mich nicht falsch verstehen, nichts gegen traditionellen Metal, aber mal zeitgemäßer Sound ist auch nicht so zu verachten. Nachdem Adam dann seinen Hut nehmen konnte und in seiner Abschlußsendung mit Tiamat was richtig Progressives gespielt wurde, kam dann frisch, fromm und gut gegelt Markus Kavka.

Der hatte vorher beim Metal Hammer gearbeitet, was eigentlich schon aussagekräftig genug ist, doch jetzt durfte er sich auch noch naßforsch und zielunsicher durch Metalla parlieren. Wenn ich jetzt noch sage, das Metalla unter Kavkas Aegide noch am besten war, so drückt das einerseits das Niveau dieser Sendung aus und andererseits möchte ich aber auch Herrn Kavka nicht zu sehr loben. Immerhin konnte er einen Satz fehlerfrei zu Ende bringen, wenn auch in einem, für einen Franken, schleichend langweiligen Tempo. Nicht das ich mir jetzt Loddar Maddäus als Metal-Moderator wünsche, so durch bin ich auch noch nicht.

Irgendwann wurde aus Metalla Virus und aus Viva wurde Viva 2, die vollzog sich aber nachher vor leeren Zuschauerbänken, denn seien wir doch mal ehrlich: Wenn dort kein GastHost war, konnte man sich das nicht antuen. Der Wechsel der sich von Metalla zu Virus vollzog, sollte wohl ein Wechsel des Formats sein. So wurden jetzt mehr Industrialbands gefeatured, was den Unterhaltungswert der Sendung aber auch nicht besonders über die Höhe des Gefrierpunktes hob.

Nebenbei gab (und gibt es) noch eine Sendung namens WahWah (jetzt modisch hip als Wah2 geschrieben, da lobt man doch mal wieder die Kreatief(absichtlich so geschrieben)-Abteilung im Jugendverblöder von Herrn Gorny), die sich mehr mit der alternativen Szene beschäftigt und leider muss man sagen, das die Kollegen von der Indie-Front hier wirklich die Nase vorn haben, hier erfährt man sogar mit Glück was über die Stars, man bringt Abwechslung in die Sendung und manchmal ist sogar Humor in der Sendung. Zum Glück geht der Vergleich Indie-Metal nicht immer so kraß aus, sonst wäre ich wohl nie Metalhead geworden.

Nachdem ich bis jetzt in der Vergangenheit gelitten habe, möchte ich auch mal die Gegenwart beleuchten. Hier gibt´s wirklich nicht viele Lichtblicke. LP-Charts und kommerziell erfolgreichere Metal-Videos ergeben eine ungefähre Gesamtspielzeit von 30 Sekunden pro Woche.

Dann gibt es noch einen Sendungsversuch namens Superrock welches sich wohl eher auf die Bekleidung der dauerdämmrigen Moderationsdroidin Julia Valet, denn eines besonders rockig gearteten Sendungsinhaltest zielt. Nunja, immerhin kann man an Hand von Frollein Valets Moderationsstils mal prima den Unterschied zwischen lasziv und schläfrig erklären. Aber wo ich gerade dabei bin, die gute Julia hatte mal was mit Marylin Manson, wodrin auch der einzige Pluspunkt zu Headbangers Ball liegt. Denn a.) ist die Musik von Marylin Manson besser als die von The Almighty (wer jetzt aufschreit, hat noch nie The Almighty gehört!!) und b.) war Tante Manson schon vorher ein Star. Ansonsten herrscht hier, wie könnte es anders sein, gepflegte Langeweile (natürlich).

Kommen wir final zu einem Sender, von den man wohl als allerletztes mit Metal in Verbindung bringen würde – Arte. Arte bringt nämlich tatsächlich manchmal Metal-Splitter, die sogar richtig Sinn machen. Brachten sie doch schon Themenabende über Heavy Metal und auch schon die wohl einzig sorgfältig recherchierte Metal-Doku der deutschen Funk&Fernsehgeschichte Metalmania. Dies also auf einem Sender, den wir immer mit Themenabenden über einbeinige bengalische Briefträger in Verbindung brachten…

Ansonsten gibt´s nur noch einen Tip zu vermelden: Achtet auf Magazine in denen das Thema Satanismus durchleuchtet wird. Sind zwar unter Garantie mies recherchiert, aber die Musik wird bestimmt cool sein.