B.MONKEY [Filmkritik]

Grundproblem des Films ist, dass die Geschichte selbst einfach nichts hergibt. Als Regisseur Michael Radford im Showdown endlich ein wenig Tempo in seine behäbige Inszenierung bringt, ist es bereits zu spät…

Beatrice (Asia Argento, Tochter des italienischen Horror—Regisseurs Dario Argento) führt ein Doppelleben. Tagsüber eine brave Büromaus, verwandelt sie sich in der Mittagspause in die rastlose Einbrecherkönigin b.monkey, Londons gefährlichste Juwelenräuberin. Als sie in einer Bar den stillen Grundschullehrer und Jazzfan Alan (Jared Harris) kennenlernt, beschließt sie, ihr Leben radikal zu ändern.

Leider hat „b.monkey“ nichts von der behenden Leichtigkeit, die die letzten Beiträge des new british cinema zu von Kritikern und Publikum gleichermaßen umjubelten Kinovergnügen machte. Bei diesem ungleichen Liebespaar bleibt manche Frage offen. Warum will b.monkey aussteigen? Wann und weswegen verliebt sie sich in Alan? Wie kann es sein, daß ein so ungleiches Paar so hürdenlos zueinanderfindet? Das alles wird nicht wirklich gut erklärt und erzählt. Stattdessen plätschert die Handlung – von einigen gelungenen Momenten abgesehen – umständlich vor sich hin. Bruchstellen werden ausgespart, die Protagonisten ergehen sich in leerem Geplapper. Einzig die Tonspur macht die beiden unterschiedlichen Welten deutlich: In gefühllosen Einspielungen prallen in einem fort verträumte Jazzklassiker und technoide Pop-Monster aufeinander.

Grundproblem des Films ist jedoch, daß die Geschichte selbst einfach nichts hergibt. Als Regisseur Michael Radford („Il Postino“) im Showdown endlich ein wenig Tempo in seine behäbige Inszenierung bringt, ist es bereits zu spät.