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YNGWIE MALMSTEEN: Relentless

YNGWIE MALMSTEEN: Relentless

Ja genau, damals war alles besser! Selbst wenn man YNGWIE MALMSTEEN schon von den Amis STEELER (u.a. mit RON KEEL) und ALCATRAZZ mit Sänger GRAHAM BONNET (u.a. RAINBOW, MICHAEL SCHENKER GROUP) kannte, was der in den USA lebende Schwede mit seinen drei ersten Alben ablieferte, damit hatte wohl niemand gerechnet. Diese geniale Mischung aus Heavy Rock, dem durch den Speedwolf gedrehten Gitarrenspiel (und Ego!) von RITCHIE BLACKMORE (DEEP PURPLE, RAINBOW) und der Klassik von Helden wie PAGANINI, BACH und BEETHOVEN, das war schlichtweg beeindruckend, selbst noch auf dem vierten, sehr Mainstream orientierten Album Odyssey. Seither dreht sich der gute Mann ziemlich im Kreis, hat unzählige Sänger verorgelt, in der Regel die besseren auf den schlechteren Alben und umgekehrt. Seit dem letzten Album Perpetual Flame hat er nun Tim Owens (JUDAS PRIEST, ICED EARTH, BEYOND FEAR) an Bord und präsentiert bescheiden wie immer das neue Album Relentless als neues Meisterwerk.

Sagen wir es mal so: im Vergleich zu den doch zahlreichen schwächeren Alben der letzten zehn Jahre kann man das Album durchaus als gelungen bezeichnen. Was Herr Malmsteen hier wieder abzieht, das ist schon faszinierend. Dazu kommen einige wirklich gute Songs und mit Tim Ripper Owens ein Sänger, der im Vergleich zu seinen zahllosen Vorgängern erfrischend ungebügelt und heavy klingt. Soweit, so gut, wenn einem das als fanatischer Fan reicht. Hört man etwas genauer hin, dann bekommt man die natürlich wieder beeindruckende Gitarrenarbeit des Meisters, egal ob nun beim Riffing oder bei den faszinierenden Soli. Aber viel Neues gibt es hier nicht zu entdecken, hier ein neues vorgezogenes Tapping, dort noch mal eine weitere Quinte in die eh schon aberwitzig schnellen klassischen Gitarrenläufe eingebaut. Aber wer hört das schon, abgesehen von den Gitarristenkollegen. Für den gemeinen Heavy-Freak ist es das beeindruckende, aber irgendwo immer gleiche Gedudel. Die Songs zeugen weiterhin von Erfahrung und Routine, der Auftakt reicht, und man weiß, es wird also dieser oder jener typische MALMSTEEN-Song. Tatsächlich überraschend gibt es den ein oder anderen recht straighten Song, das ist nett, aber längst nicht so griffig wie man es von Bands wie z.B. ASTRAL DOORS bekommt. Auch Tim Owens kann nicht vollends überzeugen. Bei Songs wie Look At You Now wirkt er ausgebremst, den epischeren Momenten verleiht er einen leichten RAINBOW/DIO-Touch, stellenweise klingt Owens wie ROB HALFORD in frühen JUDAS PRIEST-Tagen. Einen unbeschwert und dynamisch auftretenden, selbstbewussten Tim Owens sucht man vergebens. Ganz so genau braucht man gar nicht hinhören, um hier und da sogar deutliche Ausrutscher zu entdecken. Auch hier gilt wie so oft: nie den Bandkopf die Produktion machen lassen, ein externer Producer hätte sicher im Sinne des Gesamtwerks doch mal die ein oder andere Schraube nachgezogen. Der Boss übernimmt zudem wieder einmal selbst den Gesang, diesmal bei Loot At You Now. Das musste nun nicht unbedingt sein, gerade wenn man einen guten Sänger hat. Gitarrengott ja klar, Gesangskünste naja.

Aber das hier soll nicht in Richtung Götterdämmerung führen, um es in Richard Wagners Worte zu fassen. Relentless ist ein gutes Album, weitaus besser als viele der letzten von MALMSTEEN. Nur ist es längst nicht so genial, wie es uns verkauft wird. Es ist ein typisches Album des Meisters, das seine treuen Fans glücklich macht, mehr aber auch nicht.

Veröffentlichungstermin: 23.11.2010

Spielzeit: 68:18 Min.

Line-Up:
Tim Ripper Owens – Vocals
Yngwie Malmsteen – Guitars, Bass, Keyboards, Vocals, Cello, Sitar
Patrick Johansson – Drums
Nick Marino – Additional Keyboards

Produziert von Yngwie Malmsteen
Label: Rising Force Records/Soulfood

Homepage: http://www.yngwiemalmsteen.com

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/yngwiemalmsteen

Tracklist:
1. Overture
2. Critical Mass
3. Shot Across The Bow
4. Look At You Now
5. Relentless
6. Enemy Within
7. Knight Of The Vasa Order
8. Caged Animal
9. Into Valhalla
10. Tide Of Desire
11. Adagio B Flat Minor Variation
12. Axe To Grind
13. Blinded
14. Cross To Bear
15. Arpeggios From Hell (Bonus Track)

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!