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WHITESNAKE: Flesh & Blood

Veränderung in jeglicher Form ist im Jahr des Herrn 2019 keine Option mehr für WHITESNAKE. Die entscheidende Zäsur in der Karriere des David Coverdale liegt satte 32 Jahre zurück. 35 Jahre genaugenommen: Das 1984er Transitionsalbum „Slide It In“ markierte die Mutation vom bluesgetränkten Hardrock britischer Prägung hin zum strahlenden Hair-Metal-Platin-Act, der die US-Radios im Sturm nimmt. Was dann mit dem Nachfolger, wie wir alle wissen, auch prompt geschah …

So wird es für den Rest der scheinbar nicht enden wollenden Karriere des Herrn Coverdale nunmehr immer „1987“ bleiben, was man so oder so sehen kann. Im Direktvergleich mit dem Über-Album aus demselben Jahr ist „Flesh & Blood“ reichlich hüftsteif ausgefallen. Das liegt vor allem an der fehlenden Härte, die WHITESNAKE immer ganz hervorragend gestanden hat, die hier jedoch gehörig rausgedreht wurde.

“Flesh & Blood” ist ein einziges Selbstzitat

Ein weises Alterswerk war von David Coverdale (dem Howard Carpendale des Hardrock) nicht zu erwarten, doch die 13 neuen Nummern (die Deluxe-Edition des Albums kommt mit diversen Bonus-Tracks und zusätzlicher DVD) unterlaufen selbst diese Nicht-Erwartungshaltung. Es erklingt gediegener, gut abgehangener Yacht-Rock, der sich vor allem im Selbstzitat ergeht und bei dem auch beim dritten Durchlauf wenig hängen bleibt.

Das beste an „Flesh & Blood“ ist tatsächlich der Videoclip zu der ebenfalls reichlich lendenlahmen Single „Shut Up & Kiss Me“, der ordentlich sexistisch, leider aber auch sehr lustig geworden ist … und wo Coverdale ihn zumindest optisch noch mal rauskehrt, den alten Schwanzrock-Schlawiner. Ich sach’ nur: „Jaguar Edition“.

Die Optik stimmt, die Haare sitzen noch immer, doch was den Rest vom Schützenfest angeht: Zum Gähnen. Nee, Freunde der Nacht, lasst uns schön an den Reverenzscheiben „Come An’ Get It“ und „1987“ festhalten, und gut is’. Wer diese beiden Platten im Schrank stehen hat, ist soweit versorgt mit dem Gift der weißen Schlange.

Veröffentlichungsdatum: 10. Mai 2019

Label: Frontiers Music Srl

Whitesnake „Flesh & Blood“ Tracklist

1. Good To See You Again
2. Gonna Be Alright
3. Shut Up & Kiss Me (Video bei YouTube)
4. Hey You (You Make Me Rock)
5. Always & Forever
6. When I Think Of You (Color Me Blue)
7. Trouble Is Your Middle Name (Audio bei YouTube)
8. Flesh & Blood
9. Well I Never
10. Heart Of Stone
11. Get Up
12. After All
13. Sands Of Time

Line-up:
David Coverdale: Vocals
Reb Beach: Guitars
Joel Hoekstra: Guitars
Michael Devin: Bass
Tommy Aldridge: Drums
Michele Luppi: Keyboards