“Emperor Of The Weak”, das fünfte Studioalbum von FATEFUL FINALITY hat mir damals ziemlich gut gefallen. Daher musste ich nicht überlegen, als die Chefin mich gefragt hat, ob ich auch das aktuelle Album “Desolation” besprechen wolle. Erstmal fällt auf, dass die Band sich nach den eher düsteren Artworks der Vergangenheit diesmal für die Variante Band plus Zombies im Comic Style entschieden hat. Das sticht auf jeden Fall schon mal mehr ins Auge als die bisherigen Artworks. Dazu passend soll das Booklet sowohl der CD als auch der LP einen Comic enthalten, in dem die Band – ich zitiere – Zombies, rebellische Roboter, Wall Street Monster und Faschismus bekämpft. Sympathisch! Ihr hattet mich bei Faschos kloppen! Ihrem Stil bleiben FATEFUL FINALITY weitestgehend treu, hier und da haben sich vielleicht ein paar etwas modernere Elemente eingeschlichen, die mir zumindest vorher nicht so aufgefallen sind. Aber eine explizit auf old school getrimmte Band waren FATEFUL FINALITY ja eh nicht, ihr Thrash klang auch auf dem letzten Album schon weder bewusst retro noch angestaubt, aber eben auch nicht zu sehr nach Neo Thrash, wobei den Herren fette Breakdowns auch nicht völlig fremd sind.
FATEFUL FINALITY scheppern gnadenlos in die Fresse, erlauben sich aber auch mal melodische Ausflüge
Mit “Routine Killer” gibt es jedenfalls direkt einen direkten, ungebremsten Tritt in die Fresse, im Refrain wird das Tempo zugunsten des Groove etwas rausgenommen, dazwischen geben die Jungs aber ordentlich Vollgas. “Spread My Spell” versprüht zu Beginn Americana-Vibe, doch keine Sorge, das Ding wird ganz schnell zum Aggro-Thrasher, auch wenn die Americana-Gitarren zwischendurch nochmal ran dürfen. Dazu kommt dann auch der bereits erwähnte dicke Hose-Breakdown mittendrin. “All Of Us Lost” startet als fette Mid Tempo Groove-Walze, aber auch hier verschonen uns FATEFUL FINALITY nicht mit flottem Geballer. “Break Out” paart melodische Harmonien und den vielleicht melodischsten Refrain des Albums mit totaler Raserei in den Strophen und “Beyond Prophecies” ist ein kompromissloser Aggro-Bolzen. Es fehlt vielleicht ein richtiger Hit, ein Song der wirklich herausragt. Dafür ist das Niveau der Songs insgesamt aber auf jeden Fall stark und es gibt auch keine Ausschläge nach unten.
FATEFUL FINALITY erlauben sich auch auf “Desolation” keine Ausfälle, auch wenn eine echter Hit fehlt
Für Abwechslung beim Gesang sorgt weiterhin die Tatsache, dass die beiden Gitarristen Patrick Prochiner und Simon Schwarzer sich bei den meisten Songs munter abwechseln mit Shouting und Growls. Für die hervorragende Produktion zeichnet sich erneut Eike Freese verantwortlich. Als Fazit lässt sich sagen, dass FATEFUL FINALITY auch auf ihrem sechsten Album auf ganzer Linie überzeugen. Wer die Band bisher mochte, wird sicher nicht enttäuscht werden und jeder, der seinen Thrash auch mag, wenn er nicht nach 80er Jahre, Patronengurt und High Tops klingt, sollte auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.
Veröffentlichungsdatum: 08.05.2026
Spielzeit: 43:10
Line-Up:
Patrick Prochiner – vocals, guitars
Simon Schwarzer – vocals, guitars
Philipp Mürder – bass
Mischa Wittek – drums
Label: Blood Blast Distribution
Bandhomepage: https://www.fateful-finality.de
Bandcamp: https://fatefulfinality.bandcamp.com
Facebook: https://www.facebook.com/Fateful.Finality.Metal
Instagram: https://www.instagram.com/fatefulfinality_official
FATEFUL FINALITY „Desolation“ Tracklist
Routine Killer (3:35) (Video bei YouTube)
Spread My Spell (3:36) (Video bei YouTube)
All Of Us Lost (4:22)
Watch Them Suffer (3:48) (Audio-Stream)
Break Out (4:00)
Beyond Prophecies (3:31)
Obey (3:22)
Trusted Words (3:30)
Impending War (3:22)
Downside (4:29)
Road To Remedy (3:31)
Hostile Invader (3:44)