TO KILL ACHILLES: Something To Remember Me By

„Something To Remember Me By“ ist ein zutiefst persönliches Album, das uns mit einer Portion Nostalgie auf eine emotionale und tragische Achterbahnfahrt schickt. Manchmal tragen TO KILL ACHILLES zu dick auf, doch gleicht die Band das mit einer beherzten Performance wieder aus.

In „13 Reasons Why“ (dt.: „Tote Mädchen Lügen Nicht“) bannte die High School-Schülerin Hannah Baker die 13 Gründe auf Band, die sie letztendlich in den Selbstmord trieben. Auf „Something To Remember Me By“ sind es derer zwölf, welche den Verfasser schließlich den Freitod wählen lassen. Verteilt auf 14 Tracks bedienen TO KILL ACHILLES somit ganz schön schwere Kost, die ab und an jedoch unter dem plakativen Ansatz zu leiden hat. Die fehlende Finesse – es kann zwischendurch gar etwas plump werden – gleicht die Formation allerdings durch Emotion und Leidenschaft leicht wieder aus.

Allen voran sei hier Sänger Tindal genannt, dessen Screams Verzweiflung und Depression so ehrlich und authentisch in die Welt tragen, dass „Something To Remember Me By“ im Bestfall tatsächlich unter die Haut geht. Vor allem, wenn sich die Instrumente fast komplett zurücknehmen und der Frontmann quasi zum Erzähler wird, sind es zuvorderst die Emotionen, die das fragile Gerüst tragen. In „Agnostic“ geschieht das etwa vor dem Hintergrund einer Ambient-Klangkulisse, wie wir sie nur von DEVIL SOLD HIS SOUL schöner kennen, während der abschließende Titeltrack als eine Art Abschiedsbrief lediglich von einigen Akkorden auf der Akustikgitarre begleitet wird.

TO KILL ACHILLES pflügen quer durch den Post Hardcore

Dazwischen rollen TO KILL ACHILLES das Genre nicht neu auf, bringen aber punkige Riffs mit Melodic Hardcore stimmig unter einen Hut („In Vain“) und pflügen auch sonst recht ungeniert durch den Post Hardcore. Ungeniert deshalb, weil sich die Schotten trotz der vielen Melodien einen ungestriegelten Eindruck bewahren. Die heftigen Riffs im Opener „fourpercent“ und die in den Hintergrund eingewobenen Leads in „Luna et Altum“ erinnern an ARCHITECTS zu „The Here And Now“-Zeiten (2011), nur dass TO KILL ACHILLES den Klargesang komplett in der Schublade lassen.

Der transparenten, aber nicht zu glatten Produktion ist es zu verdanken, dass selbst Post Hardcore-Hymnen der alten Schule wie „Oh God, I’ve Never Felt This Low“ genug Punch haben. Die wunderbaren Melodien verwässern den Sound zu keinem Zeitpunkt; vielmehr legen sie die Wunden des Verfassers schonungslos offen, als würde er vor uns sein Herz ausschütten.

“Something To Remember Me By” ist ein zutiefst persönliches Album

Natürlich ist das in seiner Gesamtheit dann auch mal etwas zu dick aufgetragen, wird aber durch die beherzte Performance locker wieder aufgefangen. „Something To Remember Me By“ ist ein zutiefst persönliches Album, das uns mit einer Portion Nostalgie auf eine emotionale und tragische Achterbahnfahrt schickt. Musikalisch geht es dagegen geradewegs nach oben – wäre es nicht so pietätlos, gäbe es im Fall von TO KILL ACHILLES von unserer Seite auch nichts gegen einen 13. Grund einzuwenden.

Veröffentlichungstermin: 5.02.2021

Spielzeit: 39:37

Line-Up

Tindal – Vocals
Larry – Gitarre
Sharpie – Gitarre
Tippett – Bass
Baz – Schlagzeug

Label: Arising Empire

Facebook: https://www.facebook.com/tokillachilles

TO KILL ACHILLES “Something To Remember Me By” Tracklist

01. fourpercent (Video bei YouTube)
02. In Vain
03. Luna et Altum (Video bei YouTube)
04. Oh God, I’ve Never Felt This Low (Audio bei YouTube)
05. Black Marble
06. When You Live With Ghosts, you Don’t See The Dead
07. Agnostic
08. On My Mind
09. There’s No Right Way To Say This…
10. venom (Video bei YouTube)
11. We Only Exist When We Exist Together
12. 21:36 (Audio bei YouTube)
13. Beautiful Mourning (Video bei YouTube)
14. Something To Remember Me By