CANDLEMASS: Tales Of Creation

CANDLEMASS: Tales Of Creation

Candlemass: Tales Of Creation (Active)

(1989)

Vorspann:

Die schwedische Doom-Legende hat im Laufe ihres Daseins einige bemerkenswerte Werke abgeliefert und viele halten auch ihr Epicus Doomicus Metallicus für das Bedeutendste.

Für meine Begriffe erreichten Candlemass jedoch mit Tales Of Creation den Zenit ihres außergewöhnlichen Schaffens, indem sie es vermochten ein lyrisches Konzept mit ihrem Doom-Metal zu einem konzeptionellen Gesamtkunstwerk zu vereinen.

Abhandlung:

Candlemass erschufen mit diesem, der Stärke des eigenen Ich´s gewidmeten, Konzept-Album ein doomiges Meisterwerk, dass die jeweiligen Kapitel mit großartigem und melodischem Power-Doom nahezu genial umsetzt.

Passend hierzu wurde eine Darstellung Gottes zum Covermotiv erwählt und überhaupt zählt die Gatefold-Lp zu den schönsten Lp´s die man besitzen kann.

Geprägt wurden Candlemass vor allem durch Sänger Messiah Marcolin, dessen Stimme mit viel Gefühl und mächtigem Vibrato zu überragender Darstellungskraft gelangte.

Die Musik von Candlemass scheint wie gemacht für Marcolins Stimme, der sich in den getragen-mächtigen Soundlandschaften der Rolle des Erzählers erfolgreich annimmt.

Prophetisch beginnt das Album, indem es den Charakter auf seine bevorstehende Erkundung des eigenen Ich´s vorbereitet.

In Dark Reflections erfährt man von bereits geschehenen Dingen, wie der Begegnung mit dunklen Mächten und deren Verlockungen.

Voices In The Wind wartet mit einer weiteren wahrhaft mystischen Eingebung auf, die den Charakter in vollkommene Verwirrung stürzt.

Seine Hoffnungslosigkeit und die daraus ergehenden Gebete gen Himmel werden mit dem folgenden Under The Oak unaufhaltsam zur Bildhaftigkeit verdammt. Das poetische Geschick des alleinigen Komponisten und Texters Leif Edling spiegelt sich im Anfang von Tears wieder, als es heisst:

My tears were flowing down to the ground,

a sad stream of silver is a mournin´mans gold,

and where the seeds of sorrow soon were found,

a flower of light – the omen saw the world

Erfüllt von Hoffnung glänzen die Augen des Charakters, als er ein Zeichen erhält um einzutreten und sein bisheriges Sein hinter sich zu lassen. Into The Unfathomed Tower beschreibt intrumental den zu bewältigenden Weg, der sein Ende mit der Ankunft am Rande des Himmels findet.

The Edge Of Heaven stellt die Wahl zwischen Licht und Dunkelheit – die Entscheidung fällt natürlich zugunsten Letzterem. Den Einlaß zur Residenz des Teufels bedingt die Durchquerung eines vakuum-ähnlichen Irrgartens der sich mit Somewhere In Nowhere Gehör verschafft. Through The Infinitive Halls Of Death löst das Rätsel des Verbleibes auf und wartet erneut mit einer überragenden Phrase auf:

through the shadows of my soul,

walking in an endless cave,

searching for a deep black hole,

to find my destiny or grave

Der Schrecken der höllischen Eindrücke lässt unseren Helden unter der bereits erwähnten Eiche aus seinem Traum erwachen und birgt die Erlösung von allerlei Irrwegen, die man der Seele nach dem Tod des Menschen nachsagt.

Nun erkennt er, dass er sein eigener Messias ist und besingt diese Erfahrung in A Tale Of Creation.

Die endgültige Heiligsprechung verdient sich dieses Meisterwerk mit seiner umfassenden lyrischen und musikalischen Logik.

Um gleich beim Ausklang zu bleiben. So findet die Selbstfindung (das Erwachen) des Charakters (als Kapitel Dawn bezeichnet) ihren Morgen in A Tale Of Creation und eben dieser abschließende Song mündet in das musikalische Thema des einleitenden Prophecy…

Thomas

Tracklist:

The Prophecy

Dark Reflections

Voices In The Wind

Under The Oak

Tears

Into The Unfathomed Tower

The Edge Of Heaven

Somewhere In Nowhere

Through The Infinitive Halls Of Death

Dawn

A Tale Of Creation

Line-Up:

Leif Edling – Bass

Mats Björkman – Rhythm Guitar

Lars Johansson – Lead Guitar

Messiah Marcolin – Vocals

Janne Lindh – Drums