ABLAZE MY SORROW: Among Ashes And Monoliths

Nach dem vergleichsweise harten Comeback-Album “Black” (2016) machen ABLAZE MY SORROW zwei Schritte gleichzeitig: einen zurück und einen nach vorne. Der Melodic Death Metal ist aber trotz einer hörbaren Liebe zur Vergangenheit nicht festgefahren.

Man sagt, die einzige Konstante im Leben sei die Veränderung. Nur die Wenigsten können ihr trotzen und diejenigen, die es versuchen, verschwinden im Musikgeschäft oft schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit. ABLAZE MY SORROW versuchen es daher gar nicht erst, obwohl sie ihre Wurzeln hörbar lieben. Nach dem vergleichsweise harten Comeback-Album „Black“ (2016) machen die Schweden daher zwei Schritte gleichzeitig: einen zurück und einen nach vorne.

Das mag kurios klingen, führt aber für das Gespann auf den einzig logischen Pfad. „Amon Ashes And Monoliths“ atmet nicht selten die gleiche Luft wie „Anger, Hate And Fury“ (2002): Der markante Gitarrensound, die Oldschool-Riffs im Titeltrack sowie „My Sorrow“ hätten sich auch vor 20 Jahren natürlich in das restliche Material eingefügt.

ABLAZE MY SORROW sind der Göteborger Schule verbunden, ohne in Altersstarrsinn zu verfallen

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran trägt auch Neu-Frontmann Jonas Udd, der sich schnell als wahrer Glücksgriff erweist. Die Vocals sind beizeiten so ungestüm und heiser wie bei Tomas Lindberg (AT THE GATES) und an anderer Stelle ähnlich rau und deutlich artikuliert, wie man es von Mikael Stanne (DARK TRANQUILLITY) gewohnt ist. Beide Sänger sind beileibe nicht die schlechtesten Referenzen für einen Metal-Shouter – zumal deren Bands weiterhin die Speerspitze im modernen bzw. altehrwürdigen Melodic Death Metal bilden.

AT THE GATES und ältere DARK TRANQUILLITY haben ihre Spuren ebenfalls im Songwriting hinterlassen: Besonders wenn ABLAZE MY SORROW in „Grit“ oder „Dark Chasms“ das Tempo anziehen, blitzt die Göteborger Schule hervor. Und doch ist „Among Ashes And Monoliths“ kein Sklave der Vergangenheit. Die Jahre sind nicht spurlos am Quintett vorübergezogen – statt Altersstarrsinn treibt eine neu gewonnene Offenheit die fünf Musiker an.

Trotz einer hörbaren Liebe zur Vergangenheit ist “Amon Ashes And Monliths” nicht festgefahren

„Black Waters“ experimentiert mit Klargesang im Stil von GHOST BRIGADE, während sich „Her Cold Embrace“ dank Jonna Enckells sonorer Singstimme als atmosphärisches Duett präsentiert. Klar, auch hier scheint etwas DARK TRANQUILLITY zu „The Gallery“ (1995) oder „The Mind’s I“-Zeiten (1997) hindurch, für ABLAZE MY SORROW ist es dennoch eine spannende Exkursion. Eine solche stellt auch „The Cavernous Deep“ mit seiner fröhlichen Synthesizer-Melodie dar: mit simplem und schnörkellosem Songaufbau eigentlich ein Kandidat fürs Radio – wären da nicht die mächtigen Growls.

Auf einem Album wie „Among Ashes And Monoliths“ tanzt solch ein Track zunächst aus der Reihe. Er zeigt allerdings auch, dass ABLAZE MY SORROW aller Liebe zur eigenen Vergangenheit zum Trotz nicht festgefahren sind. Dass neben einem oldschool Melodeath-Abriss wie „Nonexistence“ auch Platz ist für andere Ideen. Es ist zugleich ein Schritt zurück und ein Schritt nach vorne. Statt den alten Werten den Rücken zuzukehren, dienen sie den Schweden als Fundament ihres nächsten Kapitels. Das hält die Veränderung nicht auf, gibt ihr aber einen herrlich nostalgischen Kontext – und das kann ja im Musikgeschäft auch eine wunderbare Konstante sein.

Veröffentlichungstermin: 19.02.2021

Spielzeit: 43:32

Line-Up

Jonas Udd – Vocals
Magnus Carlsson – Gitarre
Dennie Lindén – Gitarre
Anders Brorsson – Bass
Alex Bengtsson – Drums
Produziert von ABLAZE MY SORROW und Ulf Blomberg

Label: Black Lion Records

Homepage: https://ablazemysorrowblacklion.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/ablazemysorrowswe

ABLAZE MY SORROW “Among Ashes And Monoliths” Tracklist

1. My Sorrow (Lyric-Video bei YouTube)
2. Among Ashes and Monoliths (Lyric-Video bei YouTube)
3. Black Waters (Video bei YouTube)
4. Grit
5. Her Cold Embrace
6. At the Graves of Giants
7. Dark Chasms
8. The Cavernous Deep
9. Nonexistence
10. March of the Eldricht Spawn
11. The Day I Die
12. Frihet Framför Feghet