V/HAZE MIASMA: Nebula [EP]

“Nebula” ist mit zwei neuen Tracks ein kleiner Appetizer nach dem starken Debüt “agenda:endure” (2020), der uns daran erinnert, wie gern wir in die Post-Metal-Klangwelten V/HAZE MIASMAs eintauchen.

Ist es unverfroren oder mutig, eine EP mit einem fast vierminütigen Instrumentalstück zu beginnen, das gut und gerne auch als opulentes Intro durchgehen würde? Wir meinen Letzteres, denn „Nebula“ funktioniert in beiden Rollen ausgezeichnet: Der langsame Songaufbau schafft eine dichte und packende Atmosphäre, welche CULT OF LUNA oder THE OCEAN kaum besser hinbekommen würden, und lockt uns so in eine Klangwelt, die vertraut und neuartig zugleich wirkt. So ganz ankommen lässt uns der Auftakt trotz beständigen Crescendos nicht, aber das scheint gewollt, um schließlich mit „Hypocrite! …Another Vicious Grimace“ die Zügel loszulassen.

V/HAZE MIASMA haben bereits auf ihrem Debütalbum mit diesen Kontrasten und Klangfarben gespielt, zeigen sich auf „Nebula“ aber vielleicht ein Stück roher und angriffslustiger: Die Parallelen zu THE OCEAN zu „Precambrian“-Zeiten (2007) sind im zweiten Track anfangs noch offensichtlich: der ruhige, brodelnde Auftakt, die oszillierenden Gitarren, die massive Riffwand. Bis das Schlagzeug plötzlich aufwacht, die Vocals ein wenig Frost und zwischendurch etwas Dark-Metal-Timbre verbreiten. Tatsächlich addiert der schwarzmetallische Anstrich mancher Passagen dem ohnehin recht breitgefächerten Repertoire der Band eine weitere spannende Facette hinzu.

V/HAZE MIASMA sind eine Band, in deren Klangwelten wir eintauchen wollen

Allein aus diesem Grund ist es doppelt schade, dass es anschließend schon wieder vorbei ist mit den neuen Eindrücken. Denn V/HAZE MIASMA sind eine Band, der wir Zeit schenken und in deren Klangwelten wir eintauchen wollen. Das gelingt mit der EP „Nebula“ formatbedingt natürlich nicht ganz so gut wie noch mit dem Debütalbum „agenda:endure“ (2020). Schließlich setzt den Schlusspunkt nicht etwa eine weitere Neu-Komposition, sondern eine reduzierte Piano-Interpretation des Debüt-Songs „Hubris“, welcher auch als leisere Variante funktioniert, ohne jedoch die Intensität der Originalfassung zu erreichen.

Trotzdem: Im Endeffekt spricht es wohl für V/HAZE MIASMA, wenn „Nebula“ für uns aus diesen Gründen mehr Appetizer als vollwertiger Snack ist, denn allein die beiden neuen Stücke sind genug, um den Wunsch nach einer weiteren Full-Length-Platte wieder aufquellen zu lassen. Da wäre es doch geradezu unverfroren, uns im Anschluss hängen zu lassen, oder?

Veröffentlichungstermin: 07.01.2022

Spielzeit: 19:07

Line-Up

Atmosphere
Wisdom
Shine
Roar

Label: Supreme Chaos Records

Facebook: https://www.facebook.com/VHazeMiasma/

V/HAZE MIASMA “Nebula” Tracklist

  1. Nebula (Video bei YouTube)
  2. Hypocrite! …Another Vicious Grimace
  3. Hubris Redux (feat. DRIF.T)