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THE BRONX CASKET CO.: Sweet Home Transylvania

THE BRONX CASKET CO.: Sweet Home Transylvania

Einen netten Humor haben die Jungs ja, das muß man ihnen lassen. Songtitel wie Dead…For The Moment und Sweet Home Transsylvania (das auch mit den passenden LYNYRD SKYNYRD-Akkorden eingeleitet wird) sowie einige nette Sprüche lassen erahnen, daß hier nicht nur dauertrauernde Jammerlappen am Werk sind, sondern mit einer gesunden Portion schwarzen Humors ausgestattete Gestalten. Die Band um OVERKILL-Basser D. D. Verni hat sich – passend zu ihrem Herkunftsort, dem oft als Gotham City bezeichneten New York – dem Gothicmetal verschrieben und legt mit Sweet Home Transylvania ihr zweites Album vor. Und so weit hergeholt ist diese Referenz zu Batmancomics gar nicht mal, denn irgendwie wirken die schwarzhumorigen Texte in Kombination mit den düsteren, aber irgendwie grob gezeichnet wirkenden Riffs und Keyboardklängen wie die Umsetzung eines Tim Burton-Streifens. Ähnlich wie dieser nun bei Planet der Affen müssen aber auch THE BRONX CASKET COMPANY mit kritischen Stimmen leben, denn ihr Album wirkt nicht sonderlich homogen und kommt eher wie einer dieser niedlichen, nach menschlichem Gehirn hungernden Zombies daher: ziemlich zusammengeflickt. Es scheint, als hätte es sich die Band (und eine solche ist sie wohl mittlerweile trotz des anfänglichen Projektcharakters, sogar eine Tour ist im Gespräch) immer dann einfach gemacht, wenn sie an einem kritischen Punkt im Song angekommen war. Weiß man gerade nicht, wie es weitergehen soll, so wird´s ein unmotivierter Basslauf oder ein dicker Orgelsound schon richten. Weiterer Kritikpunkt: die alles andere als düster klingende Stimme von Spy, der mal bei dieser einen Band in Diensten stand, die heute wohl kein Schwein mehr kennen würde, hätten METALLICA nicht ständig in deren Shirts posiert (aua, Vampi, nicht hauen!). Spy singt recht hoch, und seine Stimme besitzt leider überhaupt kein düsteres Timbre. Lediglich bei The Other Me läßt er seine dunkle Hälfte aus der Gruft und klingt plötzlich sehr nach Gotham Citys bekanntestem Finsterling, Peter Steele. Oder sind die Jungs da heimlich von der Bronx nach Brooklyn rüber und haben den guten, alten Pete beim Trällern unter der Dusche mitgeschnitten, hehe?

Um es auf den Punkt zu bringen: Sweet Home Transylvania mangelt es an wirklich ergreifenden Stellen, lediglich im Titelsong erreichen sie wirklich gotische Tiefe und Finsternis. Ansonsten begnügen sie sich mit schemenhafter Andeutung von Düsternis, wo andere Bands in dieser Richtung ihre Melancholie, Depression und Wehmut bis ins letzte Detail nachzeichnen. Einzelne Teile sind zwar durchaus gelungen, doch die Zusammensetzung wirkt zu sehr so, als ob D. D. Verni und Kollegen mal ein wenig Frankenstein spielen wollten, indem sie alle Teile, die sie so auftreiben konnten, aneinandergebastelt haben und diesen nun Leben einzuhauchen versuchen. Das mag zwar vielleicht Freunden düsterer Musik, die zugleich OVERKILL und die MISFITS mögen, gefallen, mir persönlich wäre es lieber, D. D. Verni würde sich endlich darauf konzentrieren, mit seiner Hauptband das Götteralbum Horrorscope zu toppen. Geschmackssache.

Spielzeit: 56:42 Min.

Line-Up:
Spy – Gesang

D. D. Verni – Bass

Jack Frost – Gitarre

Charlie Calv – Keyboards

Tim Mallare – Schlagzeug

Produziert von D. D. Verni
Label: Massacre Records

Tracklist:
Jesus Doesn´t Live Here Anymore

The Other Me

Sewing The Dead

BCC/Sweet Home Transylvania

Black Valentine

Killing Mary Jane

Dead…For The Moment

Blue Collar Horror

Creeperia