SOLITUDE AETURNUS: Justice for all

SOLITUDE AETURNUS: Justice for all

Beim Hegewald Raritäten bestellen ist ja immer so eine gewisse Sache…ist diese Rarität nun ein Bootleg oder nicht? Im Falle von ´Justice for all´ (der Titel wurde laut John Perez übrigens bereits sechs Monate vor dem erscheinen der METALLICA-Scheibe ausgesucht) scheine ich Glück gehabt und ein absolutes Sammlerstück ergattert zu haben.

Rob Preston von Doomed Planet Records konnte John Perez dazu überreden, die alten Demo-Aufnahmen von SOLITUDE AETURNUS auf eine Platte zu pressen und über Perez´ Label Brainticket zu vertreiben.

Das Stück Vinyl wurde zunächst auf 1000 Stück limitiert und innerhalb dieser Limitierung gibt es noch eine weitere Sonderedition von 100 Exemplaren in farbigem Vinyl. Und nun halte ich also stolz meine lilafarbene Nummer 44 in den Händen und bereue in keinster Weise (Vampi, ich hab´s schon wieder getan!) die stolzen 45 DM, die ich für das Album gelöhnt habe (die normale Version kostet jedoch nur 30 DM), auch wenn der größte Teil des Aufpreises wohl wieder an Herrn Hellion selbst gehen wird.

Stolz ist der Preis dann vor allem, wenn man bedenkt, daß auf diesem Album lediglich 6 Songs enthalten sind, von denen zudem noch 4 Stück auf den regulären Alben veröffentlicht wurden.

Auf der anderen Seite sind jedoch 5 der Songs vom alten SOLITUDE-Sänger Kris Gabehardt intoniert, was die Sache sehr interessant macht. Und ich muß sagen, daß bereits der erste Sänger der Band wirklich eine großartige Doom-Stimme hatte, auch wenn er es absolut nicht mit der Klasse von Rob Lowe aufnehmen kann.

´Opaque Divinity´, ´Transcending Sentinels´, ´Where Angels dare to tread´ (auch auf ´Into the Depths of Sorrow´) und ´It came upon One night´ (´Beyond the Crimson Horizon´) ähneln den Stücken auf den regulären Scheiben schon sehr. Die stärksten Unterschiede sind hierbei im Drum-Bereich zu erkennen, die zu dem Zeitpunkt noch der spätere Bassist und Haupttexter Lyle Steadham (inzwischen leider auch nicht mehr in der Band 🙁 ) bediente. Wenn ich mir da dann z.B. die Doublebass bei ´Transcending Sentinels´ anhöre, bin ich über diesen Instrumentenwechsel gar nicht mal so unglücklich, da mir das spätere Drumming einfach besser gefällt.

Da der Unterschied im Drumming jedoch nicht ständig so gravierend ist, liegt der hauptsächliche Reiz wie oben bereits erwähnt im gesanglichen Bereich und in den zwei bisher unveröffentlichen Stücken ´Into Battle´ und ´Sojourner´.

Diese sind für SOLITUDE-Verhältnisse recht flott ausgefallen, gerade ´Sojourner´ könnte ich mir aber z.B. auch gut auf einer CANDLEMASS-Scheibe vorstellen. Wirklich ein Hammersong, den die Band auch ruhig später hätte verwenden können.

Höre ich mir heute ´Justice for all´ an, so staune ich, wie intensiv und durchdacht sich die Songs von SOLITUDE AETURNUS bereits im Demo-Stadium anhörten. Demo-Bands eines solchen Formats gibt es heutzutage leider viel zu selten…

Fans von SOLITUDE AETURNUS, wenn ihr zuhause noch einen Plattenspieler stehen habt, kauft euch dieses Album, das mit einem einseitigen ´Beiwort´ von John Perez und Count Lyle bestückt wurde und zudem rares Fotomaterial auf dem Backcover enthält. Gesehen habe ich das Ding bisher allerdings nur bei Hellion Records, schaut euch halt einfach mal danach um!

Fierce

Label: Doomed Planet / Brainticket

Tracklist:
1. It came upon one Night

2. Transcending Sentinels

3. Into Battle

4. Sojourner

5. Where angels dare to tread

6. Opaque Divinity

Fierce
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