SOLITUDE AETURNUS: In Times Of Solitude

SOLITUDE AETURNUS: In Times Of Solitude

Ein neues SOLITUDE AETURNUS-Album? Na ja, wurde ja auch mal wieder Zeit, immerhin liegt Alone jetzt auch schon wieder fünf Jahre zurück. Aber überraschend kam das Teil dann irgendwie schon. Des Rätsels Lösung – es handelt sich gar nicht um neue Songs, sondern um eine Wiederveröffentlichung des 1988er Demos And Justice For All, welches damals noch unter dem Namen SOLITUDE eingespielt und 1999 noch mal als Vinyl-EP veröffentlicht wurde. Vom 99er Release fehlt lediglich der Song Opaque Divinity, der ursprünglich auf dem ersten Demo unter dem Namen SOLITUDE AETURNUS vertreten war. Dafür ist mit Mirror Of Sorrow der zweite Song dieser Demo hier vertreten. Wieso man Opaque Divinity nicht auch noch mal mit drauf gepackt hat erschließt sich mir nicht so ganz, hätte ja sicher keine Mehrkosten in Millionenhöhe nach sich gezogen.

Auf dem And Justice For All-Demo stand noch Kris Gabehart hinter dem Mikro, der es stimmlich sicher nicht mit seinem Nachfolger Rob Lowe aufnehmen kann, sich allerdings trotzdem sehr achtbar schlägt. Die Songs haben noch einen deutlich höheren Power Metal-Einschlag als die späteren Alben, insbesondere das letzte Werk Alone, auch wenn die typischen SOLITUDE AETURNUS Doom-Trademarks hier natürlich auch schon vertreten sind. Aber auch frühe CANDLEMASS klingen hier durch. Bei Into Battle treten die Jungs dagegen teilweise so richtig aufs Gaspedal. Aber egal welches Tempo SOLITUDE AETURNUS anschlagen, die Songs der EP sind allesamt hochklassig. Die Produktion geht ebenfalls voll in Ordnung, für ein Demo klingt das ganze sogar richtig gut.

Das gilt leider nicht für die Bonustracks, die In Times Of Solitude komplettieren. Zumindest die Rehearsal-Songs und der Live-Song sind von der Soundqualität deutlich auf Bootleg-Niveau, was schade ist, denn mit dem flotten Rememberance Of A Life und dem fast noch rasanteren And Justice For All welcher merkwürdigerweise nicht auf dem genauso betitelten Demo drauf war, sind noch zwei weitere Songs enthalten die theoretisch viel versprechend klingen. Aber mit Mirror Of Sorrow versteckt sich ganz am Ende noch mal ein Highlight, wenn nicht das Highlight der Scheibe. Hier ist Goldkehlchen Rob Lowe am Mikro zu hören und liefert eine gewohnt anbetungswürdige Performance ab. Der Song zeigt eine deutliche Entwicklung zum vorherigen Demo, nicht nur durch den Sängerwechsel.

Insgesamt ist In Times Of Solitude eine zwiespältige Angelegenheit. Ok, die Vinyl-EP dürfte nicht mehr so einfach aufzutreiben sein. Der fehlende zweite Song vom Demo mit Rob Lowe wäre eine wünschenswerte Ergänzung gewesen, denn die Rehearsel-Songs und der Live-Song leiden doch arg am Soundgewand. Davon abgesehen ist das Herzstück dieser Veröffentlichung, das And Justice For All-Demo, auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung. Ob man dafür den Preis für ein vollwertiges Album bezahlen muss, das ist eine andere Geschichte.

Veröffentlichungstermin: 15.07.2011

Spielzeit: 54:44 Min.

Line-Up:
Kris Gabehart – vocals
John Perez – guitars
Tom Martinez – guitars
Chris Hardin – bass
Brad Kane- drums

Label: Massacre Records

MySpace: http://www.myspace.com/solitudeeternal

Tracklist:
01. It Came Upon One Night (Demo Version 1988)
02. Transcending Sentinels (Demo Version 1988) 
03. Into Battle (Demo Version 1988)
04. Sojourner (Demo Version 1988)
05. Where Angels Dare To Treat (Demo Version 1988) 
06. Rememberance Of A Life (Rehearsal Session 1987) 
07. And Justice For All (Live At Joes Garage 1988)
08. Sojourner (Rehearsal Session 1988)
09. Mirror Of Sorrow (Demo Tape 1988)

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.